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E-Autobesitzer verdienen beim LadenSteckdose wird zur Geldzapfsäule

Überall wird über Benzinpreise geklagt. Doch für Stromentnahmen aus dem Netz bekamen am Sonntag Haushalte sogar Geld, weil so viel Solarstrom vorhanden war.

Da lacht die Sonne: Dank Solarüberschuss gab es in der Spitze um 14 Uhr gab es 48 Cent Bonus für jede abgenommene Kilowattstunde Foto: Jörg Sarbach/ap

Die Photovoltaik in Deutschland flutete am Sonntag die Stromnetze. Am Mittag war so viel überschüssiger Strom vorhanden, dass Haushaltskunden mit dynamischen Tarifen mit jeder verbrauchten Kilowattstunde Geld verdienen konnten – was Besitzer von E-Autos umgehend in den sozialen Medien feierten.

Am Vortag hatte der Spotmarkt der Strombörse die Entwicklung angekündigt, dass am Sonntag zwischen 9.15 Uhr und 17.30 Uhr die Großhandelspreise durchgehend negativ sein würden. In der Spitze um 14 Uhr gab es sogar 48 Cent Bonus für jede abgenommene Kilowattstunde; das war der tiefste Wert seit Juli 2023. Zu den Börsenpreisen kommen für Endkunden noch Steuern, Umlagen und Netzentgelte hinzu; gleichwohl konnten auch Haushalte am Sonntagmittag bis zu 40 Cent je verbrauchter Kilowattstunde kassieren.

Endverbraucher erhielten von den Anbietern dynamischer Stromtarife etwa vier Stunden lang Geld, was vor allem für Nutzer von E-Fahrzeugen attraktiv war. Wer in diesen vier Stunden an seiner Wallbox mit 11 Kilowatt lud, konnte 44 Kilowattstunden aus dem Netz ziehen und bekam bei einem mittleren Preis von minus 20 Cent je Kilowattstunde für seinen Tankvorgang fast neun Euro Prämie.

Wer hingegen keine Wallbox zu Hause hat und auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist, konnte kaum profitieren, denn an den Ladestationen gelten in der Regel noch immer Fixpreise. Diese Preisstruktur ist inzwischen ein großes Hemmnis bei der angestrebten Flexibilisierung des Stromverbrauchs. Selbst der Hannoveraner Stromanbieter Enercity, der als einer der Pioniere dynamische Ladetarife testet, verlangte am Sonntagmittag noch immer 46 Cent. Das war zwar deutlich günstiger als die 75 Cent in den frühen Abendstunden, aber trotzdem kein Preis, der den Notierungen im Großhandel annähernd Rechnung trug.

Steuerzahler kommen für negative Strompreise auf

Die negativen Preise für Endverbraucher haben auch eine Kehrseite: Dieses Geld kommt über die EEG-Umlage aus dem Bundeshaushalt. Denn unabhängig von den Börsenpreisen bekommen viele Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien noch eine Fixvergütung, für die der Steuerzahler geradesteht. Nur wegen dieser Garantiezahlungen können überhaupt die extremen negativen Strompreise entstehen, die einen nicht mehr sinnvoll nutzbaren Überschuss dokumentieren. Seit Jahresbeginn gab es in Deutschland bereits 135 Stunden mit negativen Preisen – und der Sommer kommt erst noch, in dem negative Preise am Mittag zunehmend Standard werden.

Den Überschuss dokumentiert auch der Sonntag: Die Stromerzeugung aus Photovoltaik in Deutschland lag laut den ersten Zahlen der Energy-Charts des Fraunhofer ISE am Mittag bei bis zu 53 Gigawatt, während der Stromverbrauch zur selben Zeit gerade 50 Gigawatt erreichte.

Ein interessantes Phänomen zeigten die vergangenen Tage zudem: Die Photovoltaikanlagen, die oft noch Fixvergütungen unabhängig von den Börsenpreisen erhalten, zwangen in den Mittagsstunden viele Windkraftanlagen zum Abschalten. Denn Windkraftanlagen bekommen seit dem Inbetriebnahmejahr 2016 keine Vergütung mehr, wenn der Strompreis an der Börse sechs Stunden lang negativ ist – was im Sommer immer häufiger vorkommt.

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98 Kommentare

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  • Es wäre sehr hilfreich, wenn die taz sich mit dem Themenkomplex Strompreise eingehender auseinander setzen würde. Denn was da plakativ verbreitet wird entbehrt oft jeder Grundlage!



    Vor allem die regulatorischen Fallstricke - eigentlich Hinterhältigkeiten - werden völlig ausgeblendet.

    Will man das wiederum aus einer plakativen Gegenposition kommentieren, dann heißt das:



    Das Stromsystem ist ein begehrtes Anlageobjekt für das Kapital der Superreichen, dazu noch gehebelt durch üppige Bankkredite, die letztlich auf unser aller Rücken vergeben werden.



    (Zur Erinnerung: Bankkredite werden aus dem Nichts vergeben, die Banken fungieren sozusagen als Pfandleiher gegen eigene Schuldscheine = Giralgeld)



    In allen Bereichen sind die Regeln so gestaltet, dass der gewerbliche und private Stromkunde maximal abgezockt wird, während die Industrie weitgehend unbehelligt bleibt. Und natürlich der Kapitalist Traumrenditen einfährt.



    Diesen Sumpf trocken zu legen wäre eine verdienstvolle Aufgabe - viel Feind, viel Ehr...

  • 1. Müsste die Bundesregierung für Bedingungen sorgen, dass entsprechende Speicherkapazitäten ins System integriert werden um diesen günstigen Strom zu nutzen. Das wird torpediert bzw. die vorliegenden Anträge nur schleppend bearbeitet.



    2. Sorgt die Vergütung der Solaranlagen auch dafür , dass der Strompreise zu anderen Zeiten bezahlbar bleiben, z.B unter der Woche, wenn die Industrie entsprechend verbraucht. Das sollte dem Autor auch bekannt sein.

  • Haus abbezahlt, zweites E-Autoi st im Fuhrpark . Ist mit Mitte 40 ganz fein. Jetzt bekomme ich noch ein paar Euro mehr. Im Dezimalbereich, den ich im Alltag nicht beachte. Nice.

    • @Zuversicht:

      Ist doch nett. So gibt's noch eine kleine Belohnung dafür, Speicherkapazität zur Verfügung zu stellen statt knappen Sprit zu verbrauchen.

  • Kann nicht einschätzen, wie realistisch (technisch und preislisch) grossflächige Speicher sind. Batterien oder Wasserspeicher. Ohne diese wird ein weiterer Ausbau von erneuerbarem Strom aber sehr schwierig. Langfristig kann sich Deutschland keine Strompreise leisten, die deutlich höher als in vielen anderen Ländern sind.

    • @T-Rom:

      Wir können uns auch keine verdeckt teuren Strompreise leisten. Also die alten und gegenwärtigen faktischen Subventionen für die zentral-unflexiblen und umweltschädigenden Atom und Fossil.

      • @Janix:

        Atom haben wir gar nicht und Fossil wird als Reserve genutzt, wenn nicht ausreichend EE vorhanden ist. Backup-Lösungen kosten nun einmal vornehmlich Geld. Das könnte man natürlich sparen, dann hat man aber kein Backup mehr.

        • @ZTUC:

          Ich drücke meinen Punkt anders aus. Die Strompreise wären früher höher gewesen, wenn sie nicht so verdeckt bezuschusst worden wären, in Ost wie West. Was zu Ineffizienz führte.



          Jetzt sind sie hoch, weil da häufig noch ein Gaskraftwerk drin sitzt (es wird aber seltener) und weil diese "Merit Order" den Produzenten einen Monopolpreis gewährleistet!

          • @Janix:

            Es gilt doch EE-Vorrang, so dass Merit Order bezüglich Gasverstromung doch nur zum Zug kommt, wenn nicht genug Strom über PV und Wasser produziert wird.

            • @ZTUC:

              ZTUC, meine Rede:



              wir brauchen daher Erneuerbare total als den Ziel-Regelfall, also hohe Kapazitäten und Batterien oder andere Brücken.



              Und keine zentralen Energieversorger, die leider die "nötigen Wartungsarbeiten" für Günstigeres womöglich genau in die Zeiten platzieren, dass das freudenbringende Gaskraftwerk auch zum Zuge kommt.

              Merit Order generell heißt preisökonomisch: einer Marktseite kollektiv den jeweiligen Monopolpreis zu gewähren - das ist schon fragwürdig. Im besten Falle setzt es den Ausbauimpuls, im schlimmsten: siehe oben.

  • überschüssiger Strom muss gespeichert werden oder darf nicht produziert werden. Alles andere ist Murks.

    Strom speichern kann man wirtschaftlich mit Pumpspeicherwerken - Wirkungsgrad bis zu 80%.







    Wir bräuchten also viele große Punmpspeicherkraftwerke - und sei es auf Kosten des Naturschutzes.

    • @test_name:

      Pumpspeicher: Sie überschätzen die Geologie Deutschlands wohl etwas (und leider scheint das mit den Zechen umgekehrt doch nicht rasch genug geklappt zu haben).



      Bei mindestens einem Fall, der in BaWü dennoch möglich gewesen wäre, wurde das Projekt nicht durchgeführt, laut Medienberichten, weil es sich durch die verqueren Anreize nicht lohnte.

    • @test_name:

      Der Themenkomplex ist weitaus feinsinniger konstruiert als uns weis gemacht wird. Es gibt nicht zuviel Strom, sondern viel zu große Nutzungshindernisse:

      Beispiele:

      Will ein interessierter Unternehmer den "überschüssigen" Strom nutzen (ein Kühlhausbetreiber könnte 2-3 Grad tiefer kühlen, ein Zementwerk könnte die Gesteinsmühlen flexibel betrieben, ein Chemieunternehmen könnte Chlorgas oder Wasserstoff auf Vorrat produzieren..., dann bezahlt er zuerst einmal satte Netznutzungsentgelte. Denn er verliert durch den flexiblen Betrieb die Vorteile des Bandstromprivilegs nach §19 der Netzentgeltverordnung. Und zwar ganzjährig!!!



      Auf dieses Geschäft lässt sich kein vernünftiger Unternehmer ein - umweltbewusst hin oder her!

  • Das fördert nur die Ungerechtigkeit, denn nicht alle Menschen haben überhaupt die Möglichkeit gehabt, sich ein Haus zu bauen oder eine Wohnung zu kaufen.



    Eigentlich schlimm, dass das so gefeiert wird. Die Spaltung der Gesellschaft wird nochmal größer.

    • @Dreja:

      Es kann ja dennoch gesellschaftlich sinnvoll sein, und die Ungleichheit korrigiert man dann über ein wieder greifendes Erbschafts- und Vermögenssteuer-System?

  • Hier wird fälschlicherweise der Eindruck erweckt, als seien die negativen Preise ein Vorteil. Leider geht der Artikel auf das eigentliche Problem nicht ein. Da die Netzfrequenz zu jeder Zeit stabil gehalten werden muss, muss man den über den Bedarf produzierte Strom aus nicht regelbaren PV-Anlagen irgendwohin loswerden. Ein paar E-Autos, die dann getankt werden, fallen dabei nicht ins Gewicht. Der Strom wird also zu negativen Preisen exportiert, d.h. wir Steuerzahler zahlen sehr viel Geld dafür, dass das Ausland uns den Strom abnimmt. Die hohen negativen Preise zeigen, dass es immer schwieriger wird, Abnehmer zu finden, da die Nachbarn ja bei Sonnenschein ähnliche Probleme haben. Das ganze ist nicht nur absurd teuer, sondern auch sehr gefährlich für die Stabilität der Netzfrequenz. Der Anteil an Wind- und Solarstrom im Netz war gestern ca. 85%. Der Blackout in Spanien wurde ausgelöst bei ca. 75% Wind- und Solarstrom. Der niedrige Anteil an Solarenergie in Polen hat gestern dem europäischen Verbundnetz sehr geholfen.

    • @HS105:

      Lesen Sie bitte nochmal nach was genau den Blackout in Spanien verursacht hat. Das wurde inzwischen genau untersucht. Kurz gesagt: die Situation dort ist überhaupt nicht mit Deutschland zu vergleiche. Ihr Argumtent ist gelinde gesagt stark vereinfacht um nicht zu sagen komplett falsch.



      Und warum sind PV Anlagen nicht regelbar? Ich habe eine und die kann ich jederzeit abschalten, bzw die kann jederzeit automatisch vom Netz getrennt werden.

    • @HS105:

      Das hat in erster Linie nichts mit der Frequenz zu tun, sondern mit der Spannung

    • @HS105:

      Schön, dass wenig Fossil verbrannt werden musste!



      Blackouts haben viel mit unflexiblen Kraftwerken zu tun aka Fossil und Atom und profithungrigen Marktakteuren die vabanquespielen auf Kosten Dritter.



      Sonne und Wind lässt sich rasch ausknipsen, beim Braunkohlekessel wollen Sie das besser nicht zu häufig machen.

      Wir schaffen gerade den Markt für die exponential hochschießenden Batterien & Co. - das ist die richtige Richtung und war überfällig.

      • @Janix:

        Ich bin überhaupt kein Anhänger von Fossil oder Nuklear, aber Sie haben unrecht, mit der Aussage, Fossil- oder Nuklearenergieträger wären unflexibel. Das Gegenteil ist der Fall: die Stromerzeugung erfolgt nicht im "Braunkohlekessel", sondern über Turbinen. Diese lassen sich ohne Weiteres in kürzester Zeit an- oder ausschalten.



        Das ist ja gerade das Problem: die Netze sind noch auf Fossil ausgebaut und passen nicht mehr zu der neuen Energieerzeugung.



        Theoretisch kann man natürlich Solar einfach vom Netz nehmen, aber in diesem Fall ist die Masse der kleinen Anlagen eher ein Nachteil, da sie nicht zentral gesteuert werden können.

        • @Ringsle:

          Ja und nein. Ja, dass ich jeden Erzeuger irgendwie regulieren kann. Beim Braunkohlekraftwerk habe ich einen Riesenzentralerzeuger. Den Kessel will ich aus thermischen Gründen möglich wenig hoch und runter regeln, schon gar nicht abrupt, sonst ist der schneller spröde, und das ist noch mal teurer. Da verpuffe ich also dann richtig viel.



          Ich gehe schon davon aus, dass in Zukunft Solaranlagen mit einer relevanten Größe allesamt regelbar sind. Die deutsche Angst wird auch das überstehen.

          Und wir sind eigentlich beisammen: Das Netz darf sich einmal häuten und auf die neue erneuerbare Welt wie auf Elektrifizierung von Wärme und Verkehr auch noch einstellen. Zeit, dass die Netzbetreiber ihre fürstlichen und garantierten Gewinne auch mal entsprechend investieren.

    • @HS105:

      Ich betreibe seit 5 Jahren eine Ü20-PV Anlage im Eigenverbrauch. Für die Einspeisung bekomme ich nichts mehr, so dass ich den PV-Strom fast vollständig selbst nutze. Das funktioniert mit zwei Elektrofahrzeugen und einen Hausspeicher sehr gut, fast autark mit Nulleinspeisung.

      Immer mehr PV-Anlagen laufen nach 20 Jahren ebenfalls aus der Förderung. Da diese Anlagen noch durchaus 20 Jahre weiterlaufen können, praktizieren das immer mehr. Entsprechend boomen die Speicher und Elektrofahrzeuge.

      Dasselbe wie für Ü20 PV-Anlagen gilt auch für die Millionen Balkonkraftwerke, also keine Einspeisevergütung. Frau Reiche möchte auch die Einspeisevergütung für alle neuen PV-Anlagen ab 2027 abschaffen. Diese liegt aktuell bei 7,5 Cent pro kwh.

      Ergo werden die PV-Überschüsse trotz weiterem Ausbau nicht unbedingt steigen. Die Erhöhung des Eigenverbrauchs entlastet auch die Netze insbesondere vor solchen Einspeisespitzen am Wochenende in der Mittagszeit.

      Entgegen Ihrem Horrorszenario geht es also umgekehrt in eine sehr gute Richtung. Die Regierung muss nur die Anreize richtig setzen, damit dieser Prozess vielleicht auch etwas beschleunigt ablaufen kann.

      • @Bauer Gerry:

        Ja die Heimspeicher eventuell etwas zu fördern, oder zumindest aber deren Vorteile mal etwas mehr zu kommunizieren würde sehr Sinn machen.



        Letztes Jahr sind die Lifepo4 Akkus Preislich sehr gefallen und die Fertig Systeme entsprechend ebenfalls.



        Ich bin auch seit Februar wieder komplett Autark, vermutlich wieder bis November ca. Sehr schönes Gefühl (ist auch Netzunabhängig), und die Amortisationszeit beträgt ohne je Einzuspeisen dennoch unter 8 Jahre (hab sie allerdings selbst aufgebaut), wer Handwerker braucht kommt vielleicht auf 10 Jahre. Das lohnt sich doch sehr...

        • @Rikard Dobos:

          genau so bei mir. Dieses Jahr das erste Mal da meine Anlage erst letzten Herbst fertig wurde. Einfach ein tolles Gefühl.

  • Der dynamische Stromtarif hat natürlich auch Nachteile. Es kann bei einem zu geringen Stromangebot eine kwh bis zu einem Euro kosten.



    Wenn ab den 2040er Jahren alle Grundlastkraftwerke abgeschaltet werden, wird es öfter zu Strommangellagen kommen. Die Batteriespeicher können nur für einige Stunden Strom liefern. Deswegen werden vermehrt Gaskraftwerke gebaut. Diese Kraftwerke sind flexibel einsetzbar. Der so erzeugte Strom ist aber sehr teuer und verteuert so in Zukunft den Strommix.



    Je mehr PV Anlagen gebaut werden umso größer wird der Strommangel im Winter und umso mehr Gaskraftwerke müssen das ausgleichen. Die Windräder können das an den meisten Tagen leider nicht ausgleichen. Da ich selber eine PV Anlage betreibe, weiß ich, dass im Winter nur ca. 20% kwh im Vergleich zum Sommer erzeugt werden.

    • @Martin17:

      haben Sie die Windkraft vergessen? Geht im Winter kein Wind?

      • @Petros:

        So einfach ist das leider nicht.



        Im Winter gibt es öfter Hochdruckwetterlagen mit Nebel und keinem Wind. Diese Wetterlagen können über 1 Woche anhalten, oft mit Temperaturen im Minusbereich. Wo kommt dann der Strom her???



        Im Winter brauchen die Franzosen ihren Atomstrom selber. Dort wird sehr viel mit Strom geheizt.

    • @Martin17:

      Laufwasserkraftwerke sollen meines Wissens nicht abgeschaltet werden. Das sind auch Grundlastkraftwerke.

      • @Francesco:

        Erzeugen aber nur Strom im einstelligen Prozentbereich.

    • @Martin17:

      Sie haben im Kern einen Punkt, aber bitte informieren Sie sich über Windkraft besser. Im Winterhalbjahr ist der Wind regelmäßig weit stärker als im Sommer, so dass sich PV und Wind recht gut ergänzen. Im Sommer reichen in wenigen Jahren schon die Batteriespeicher über die Nächte. Unser Hausspeicher reicht uns zB immer über die Nacht, auch im Winter. Zusätzliche Grossbatteriepeicher ergänzen die Nachtabdeckung für Haushalte ohne Batterien.

      Ja, man muss sich Gedanken machen. Aber es gibt keinen Grund zum Schwarzmalen. Die Energiewende ist auf einem gutem Weg, der aber auch konsequent weiterentwickelt werden muss. Kehrtwenden und Zickzack schadet nur.

      • @Bauer Gerry:

        Mein Speicher reicht ab April bis Oktober auch. Trotz meiner 25 kwp PV Anlage wird er im Winter aber nicht mehr voll.



        Bei Tiefdruckwetterlagen können Windräder den Produktionsausfall der PV ausgleichen, nicht aber bei windarmen Hochdruckwetterlagen.



        Deswegen werden flexible Gaskraftwerke gebraucht. Das hat auch Habeck so gesehen.

  • Gerade um die Mittagszeit, wenn der Diesel seinen Höchstpreis erreicht, löst sich das Emobil am günstigsten „tanken“, aber leider nicht einfach an der dann kaum besuchten Tanke, sondern einfach direkt zuhause, während das Mittagessen mundet. Was für eine Symbolik für die veränderten Verhältnisse.

    • @vieldenker:

      11:59 ist doch der Sprit am günstigsten.

    • @vieldenker:

      Zumindest wenn sie ein Eigenheim mit eigener Wallbox haben und nicht mit dem Fahrzeug zu ihrem Arbeitsplatz fahren müssen.



      Als Mieter oder Arbeitnehmer, der üblicherweise zwischen 7 und 8 die Wohnung verlässt und abends zwischen 17 und 18 Uhr wieder heim fährt (je nach Arbeitsbeginn, Fabrikation und Handwerk meistens früh, Büro eher spät, dafür sind bei einem Achtstundentag Fabrikarbeiter und Handwerker dann wieder eher zu Hause, Ausnahmen wie Schichtarbeit, Überstunden etc... mal aussen vor) nützt ihnen die Mittagsonnenstromflut nichts. Da tanken sie dann besser, bevor sie zur Arbeit fahren, und üblicherweise nicht am Freitag, denn da gehen (oder gingen zumindest vor Trumps Irrsinnskrieg gegen den Iran) die Benzinpreise vorm Wochenende hoch.

      • @Offebacher:

        dann wird es Zeit, dass endlcih auf allen Fabriken, Handwerksbetrieben, Flachdächern PV Anlagen gebaut werden. Auf dem Land ist es problemlos möglich, in der Stadt natürlich nicht ganz so einfach. Dann können die Arbeiter und Angestellten auf dem Parkplazt ihr Auto laden während Sie arbeiten. Wäre vielleicht auch ein Anreiz. Man müßte nur wollen.

      • @Offebacher:

        Auch Hausspeicher werden immer günstiger. Bei 5 kWh für unter 1000 Euro lohnt sich die auch schon die wiederholte Ein-Ausspeicherumg vom Hausspeicher in das Fahrzeug.

        Bei schönem Wetter kann man vielleicht auch mit dem Fahrrad zur Arbeit und das Auto tagsüber für schlechtes Wetter aufladen.

        Homeoffice, flexible Arbeitszeiten eröffnen weitere Möglichkeiten.

        Manche bleiben aber in ihren Gedanken und im eigenen Umfeld gefangen.

        • @Bauer Gerry:

          Zwangsweise oft, leider. Viele Arbeiter sind weniger flexibel, auch wenn sie es gerne anders hätten.

          Vielleicht sind es 20km ins Werk, das macht nicht jeder mit dem Fahrrad, speziell bei schlechtem Wetter nicht. Flexible Arbeitszeiten sind außerhalb von Bürojobs oft nicht möglich, und Homeoffice geht bei Fabrikarbeitern, Handwerkern und Monteuren jeglicher Art sowieso nicht. Und dann fehlt häufig auch noch das eigene Haus, um es technisch entsprechend aufrüsten zu können.

          Es macht ja keinem Spaß, teures Benzin oder teuren Diesel zu tanken. Die Umstände sind halt oft nicht so vorteilhaft.

          • @Josef 123:

            ich wohne in Berlin - und wenn ich sehe wieviele Leute hier alleine im Auto sitzen - während drunter die U-Bahn langfähhrt, daneben die Busspur oder die Tram und ich mit dem Fahrrad - dann komme ich schon in zu der Überzeugung, daß es vielen, sehr vielen Menschen Spaß macht teuer zu tanken.



            Und es sind alles B Kennzeichen, keine Pendler. Und es ist auch nicht die berühmte alleinerziehende Krankenschwester dabei die nachts zur Arbeit muß.



            Ehrlich gesagt verstehe ich es wirklich nicht - ich kann es mir nur mit Ignoranz, Gewohnheit, Sturheit, Dummheit erkären. Etwas nettes fällt mir da leider wirklich nicht ein.



            Deswegen tut es mir da auch niemand leid und ich finde es ist scheinbar immer noch zu billig.

            • @Petros:

              Haben Sie meinen Beitrag eigentlich gelesen?

              • @Josef 123:

                Er widerlegte es für die Stadt, nicht fürs Land.



                Auch auf dem Land lässt sich dabei radfahren, E-vespanutzen, teilweise fahrgemeinschaften, mit Rad plus Bus/Bahn agieren. Die - echt durchaus noch existierenden - Notlagen werden da teils künstlich aufgebauscht und verallgemeinert für die Bequemlichkeit anderer.



                Gerade wer sich für den besser bezahlten Job 100 km weiter entschied oder fürs Einfamilienhaus rauszog (das ist keine Krankenschwester, sondern der Vertriebsingenieur), darf auch gerne die Konsequenzen entsprechend tragen und einen vollkostengerechten Spritpreis zahlen, einschließlich der externen Umweltschäden. Derzeit ist es verzerrend billig, und dafür zahlt die Gesellschaft einen beträchtlichen Preis.

                • @Janix:

                  Mit Verlaub, sowohl Sie als auch Petros argumentieren aus einer theoretischen Großstadtblase heraus und zeigen, daß Sie von den sozialen Wirklichkeiten, Zwängen und finanziellen Möglichkeiten großer Teile der arbeitenden Bevölkerung keine Ahnung (mehr?) haben. Natürlich zieht z.B. die von Ihnen angeführte Krankenschwester (die unterbezahlt im Notfall auch Sie versorgen wird) raus, nicht weil sie sich im Grünen verlustieren will, sondern weil sie sich die Großstadtmiete einfach nicht mehr leisten kann. Und nicht in ein Häuschen im Grünen, sondern in einen Wohnblock am Rand eines kleineren Ortes. Und wo lesen Sie bei mir etwas von 100 km und dem eigenen Haus? Genau das Gegenteil habe ich ausgeführt.

                  Das, was ich in gestern beschrieben habe, ist die soziale und wirtschaftliche Realität Vieler, auch wenn Sie das nicht sehen können oder wollen. Und dann heißt es im Zweifelsfall halt "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral". Sie können ja mal googlen, von wem dieser Satz stammt. Galt mal als links. Ist leider lange her. Zu lange offenbar schon.

                  • @Josef 123:

                    Wie ich hier schon häufiger ausführte, kenne ich aus eigener Erfahrung alles: Millionenstadt bis Kleindorf.

                    Unbequeme Argumente ad personam wegdrücken zu wollen ist auch nicht so gesund.

                    Quizfrage: Zwei Leute. Einer hat ein Auto, der andere nicht, wer ist statistisch der Reichere und wer der Ärmere der zwei?

                    Beim Satz Brechts hilft es, das gesamte Stück und Brecht auch sonst gelesen zu haben, was ich mal annehmen möchte. Auch ohne das verstehen viele, dass es eine linke Kritik an den Verhältnissen (und dem bürgerlichen Klassismus) ist, die es zu ändern gilt.

                    Einigen können wir uns darauf, dass diese teure Bezuschussung und Förderung von Autofahren/Pendeln bitte aufhört und das Geld dafür in Busse, Radwege und Anruftaxen in der Fläche fließen sollte. Irgendwann können wir alle nicht mehr sicher autofahren, spätestens dann wird jeder von uns das Wohlfahrtsnetz bei Verkehr zu schätzen wissen. Das braucht Ressourcen, die werden momentan aus gewissen "Gründen" m.E. fehlverwendet. Das lässt sich ändern.

      • @Offebacher:

        Bis zur neuen Regelung war zumindest hier der Sprit frühmorgens deutlich teurer als mittags oder abends. Aber das hat sich ja jetzt geändert, vielleicht ändern dann ja auch mehr Tankstellen ihr Geschäftsmodell und bieten (günstigen) Strom. Viele Arbeitgeber können das auch schon heute für ihre Arbeitnehmer anbieten - wenn sie es denn nur wollen.

        • @vieldenker:

          Richtig, ich kenne Arbeitgeber (und es werden immer mehr) bei denen man auch Strom günstig bis umsonst tanken kann. Allerdings ist in einem konkreten Fall bei einem größeren mir bekannten Unternehmen, die Anfrage der E-Autofahrer schon größer als das Angebot (6 Stromzapfstellen, nennt man das so?) die "Termine" müssen deshalb tagelang vorher gebucht und maximal 2 Stunden darf der Platz belegt werden, dann muss umgeparkt werden. Es sind weitere Stromzapfstellen geplant, aber das dauert, wegen der dafür notwendigen Bauarbeiten.



          Bei meinem eigenen, kleineren Arbeitgeber haben wir eine "Zapfsäule" mit zwei Kabeln für die Parkplätze links und rechts der Säule. Der eine Parkplatz hat der Chef (fährt jetzt auch elektrisch) und der andere Parkplatz ist von unserem elektrischen Firmenwagen belegt, den man sich für Fahrten zu einem Kunden ausleihen kann. Sind die Parkplätze frei, da Chef und/oder Firmenwagen unterwegs, dürfen die zwei Parkplätze auch von uns Mitarbeitern reserviert und Strom getankt werden.



          Dass das Tanken vor der Neuregelung am Morgen am teuersten war, die Preise bis zum frühen Abend runtergingen und abends wieder anstiegen, war hier im Rhein-Main-Gebiet auch der Fall.

        • @vieldenker:

          Bei meinem Arbeitgeber darf man erst nach 18 Uhr Strom laden. Scheint diesbezüglich irgendwelche steuerlichen Gründe zu geben.

          • @ZTUC:

            Das erscheint mir aber nicht nachvollziehbar.

  • Solange wir überhaupt noch in Auto denken, sollten Firmen auf dem Land ihre Parkplätze mit Solar überdachen, falls immer noch nicht geschehen, um den E-Autos, die mittags eben oft dort stehen, noch etwas mitgeben zu können.

    • @Janix:

      Genau. Habe ich so ähnlich weiter oben auch schon geschrieben.



      Denke mal wenn der Diesel hoffentlich noch über 3 Euro steigt wird auch in Deutschland etwas mehr Bewegung in die Sache kommen. Denke mal die Schmerzgrenze zur Veränderung ist noch nicht erreicht.

    • @Janix:

      "sollten Firmen auf dem Land ihre Parkplätze mit Solar überdachen, falls immer noch nicht geschehen"

      Ist hier im Gewerbegebiet nicht geschehen - und zwar aus einem ganz einfachen Grund. Die Parkplätze sind mit Rasengittersteinen befestigt und gelten daher als nicht vollständig befestigt und versickerfähig. In Übereinstimmung mit dem Bebauungsplan und mit entsprechendem Abschlag auf die für das Niederschlagswasser zu entrichtenden Abwassergebühren. Eine Überdachung wäre dagegen ein versiegelndes Bauwerk (würde also eine Ausnahme vom Bebauungsplan erfordern), das zusätzliches Niederschlagswasser in der Kanalisation verursachen würde und entsprechende Gebühren kosten würde. Wobei man als "Normal- bis Geringverbraucher" schon heute nur 10% der Abwassergebühren für Schmutzwasser und 90% für Niederschlagswasser zahlt...

      • @FriedrichHecker:

        muß man denn komplett überdachen? Warum nicht mehrere kleine Carports mit Solar oben drauf?



        Klingt mir eher nach einer Ausrede weil der Wille nicht da ist.

        • @Petros:

          Der Bebauungsplan legt fest, dass Stellplätze mit versickerungsfähiger Oberflächenbefestigung herzustellen sind. Die Ausnahme brauchen Sie also auch für einen einzelnen Carport - der Aufwand ist der gleiche wie bei einer Komplettüberdachung. Klar könnte man das Niederschlagswasser über den nicht überdachten Parkplatz nebendran versickern lassen - nur müsste man dann einen Nachweis nach ATV A 138 rechnen lassen und bei Bauamt und unterer Wasserbehörde einreichen. Das kostet unterm Strich erheblich mehr als der Carport 😎

      • @FriedrichHecker:

        Jemand anders hat zu dem Schutz vor Sonne und Regen schon etwas geschrieben, doch Ihr Punkt ist aufschlussreich.



        Und wenn man das Wasser zu einer aufgelockerten Stelle leitet, wo es dennoch versickert - da kenne ich aber die jeweiligen Vorschriften am Ort nicht?

        • @Janix:

          "Und wenn man das Wasser zu einer aufgelockerten Stelle leitet, wo es dennoch versickert - da kenne ich aber die jeweiligen Vorschriften am Ort nicht?"

          Der Boden hier ist schlecht sickerfähig - da bräuchte es eine Sickerrigole und für die wäre baulicher Aufwand und eine wasserrechtliche Erlaubnis fällig.

    • @Janix:

      Das würde nicht nur Energie bringen, sondern gleich auch noch sparen. Denn die abgeschatteten Fahrzeuge bräuchten an warmen Tagen deutlich weniger Strom für die Klimaanlagen beim losfahren. Idealerweise würde dann gleich auch noch das Regenwasser aufgefangen, dann könnte es evtl. noch genutzt werden, statt als kontaminiertes Oberflächenwasser bei jedem stärkeren Regen Problem und Kosten zu verursachen Wäre aber auch eine sinnvolle Geschichte für viele innerstädtische Parkflächen.

    • @Janix:

      Gute Idee.



      Eine kwh PV Strom kostet ca.8 Cent.



      Mein Q4 benötigt 20 kwh/100 km.



      Das ergibt ca. 1,6€ pro 100 km.



      Also extrem günstig.

      • @Martin17:

        Klar, wenn man die mindestens 47.000€ für die Basisausstattung Ihres SUVs hat, kann das mit dem Strom tanken eine tolle Sache sein.



        Ist nur eben nicht für jeden selbstverständlich

        • @DerLurch:

          Inzwischen sind die E-Autos ab der Kompaktklasse günstiger als Verbrenner. Es gibt schon gebrauchte E-Autos für unter 15000 €.

        • @DerLurch:

          Andere zahlen 47.000 für einen Verbrenner. Wo ist da die Logik?



          Das mit dem Strom tanken ist auch eine tolle Sache für jemanden mit einem billigen E-Auto. Dann vielleicht noch mehr da die Person dann viellicht sowieso nicht so viel Geld hat.

        • @DerLurch:

          Oder rund 22k gebraucht mit rund 60.000 km und mit voller Ausstattung.



          .



          Und es gibt ja auch preiswertere Modelle.

  • Daher sind die Pläne, die Einspeisvergütung abzuschaffen auch nicht verkehrt. Förderfähig muss zukünftig sein, was netzdienlich ist und nicht Anlagen, die sich bereits durch Eigenverbrauch rechnen, aber in vielen Monaten etwas produzieren, was niemand braucht.

    • @Strolch:

      Wir sollten die 'fixe' also garantierte Einspeisevergütung abschaffen und auch da flexible Tarife anbieten, also mehr Vergütung, wenn es an Strom magelt und keine Vergütung (oder 'negative') bei Stromüberschuss. Dann regelt sich vieles von alleine.

      Eine einfache Maßnahme, die in der Schweiz angewendet wird, das ist die Begrenzung der Einspeisung auf 80 o. 90% der Maximalleistung der Anlage, das bricht die Spitzen erlaubt aber 'volle' Einspeisung bei trübem Wetter.

    • @Strolch:

      Wenn die Gaslobbyistin im Wirtschaftministerium nicht aktiv den Netzausbau behinderte, liesse sich der Strom sicher sinnvoll nutzen, z.B. für grünen Wasserstoff etc. !

      • @Gerald Stolten:

        "Grüner Wasserstoff: keine Universallösung/

        Ein Artikel von Michael Weiland /14.10.2025//



        Sogenannter grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Energien ist keine Allzwecklösung in der Klimakrise – sondern eine knappe Ressource, die gezielt eingesetzt werden muss. Wir erklären, wo das sinnvoll ist – und wo nicht. Beim Heizen ist er z.B. nicht sinnvoll, zeigt eine neue Studie.



        Wie kann Deutschland – und die Welt – klimaneutral werden? Für sehr viele Bedarfe ist das ziemlich klar: Erneuerbare Energien, vor allem aus Wind und Sonne, liefern bereits heute mehr als die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Stroms. Und wo immer möglich, sollte dieser Strom direkt genutzt werden. Doch manche Branchen und Anwendungen lassen sich nicht umstandslos elektrifizieren. Aus Politik und Wirtschaft sind dann häufig Schlagworte wie „H2-ready“ zu hören. Das geschieht häufig reflexartig und undifferenziert – denn Wasserstoff (chemisch: H2) ist keine Allzwecklösung. Auf dem Weg zur Klimaneutralität ist er sogar nur ein Nischenprodukt." (Greenpeace)

      • @Gerald Stolten:

        Auf welche Leistung soll denn das Netz ausgebaut werden? Auf die Stromspitzen mittags im Sommer? Das ist unwirtschaftlich, damit transportiere ich für viel Geld in der Infrastruktur die Stromspitzen zu ineffizienten Wasserstoffgeneratoren. Da ist es wirtschaftlicher, die Einspeisespitzen an der Anlage zu kappen und das Netz auf einen sinnvollen Wert auszubauen.

        So ganz unrecht hat sie mit manchen Reformen nicht, auch wenn da bisher sakrosankte Subventionen hinterfragt werden. Was nützt es, wenn ich mich aus der Klammer von Gas und Öl befreie, aber der Strompreis durch die Decke geht.

      • @Gerald Stolten:

        Der Netzausbau stockt doch seit Mindestens 10 Jahren. Was bringt es da, sich auf eine Ministerin einzuschießen. Und das ganze stockt mehr an Genehmigungsverfahren, Anhörung und Klagerechzen von Anliegern und Naturschutz. Wenn man Geschwindigkeit will, müsste das alles massiv eingeschränkt werden. Würden Sie das Frau Reiche durchgehen lassen, wenn die Klagerechte einschränkt?

    • @Strolch:

      Natürlich wird der Strom gebraucht. Nur nicht zu dem Zeitpunkt, an welchem er erzeugt wird. Daher benötigen wir Batteriespeicher im großen Stil, um den Strom, der günstig produziert wird, einzulagern.

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        Im großen Stil ist der Speicher zu teuer. Bei ca. 100 Euro je Kilowattstunde (was bereits ein recht optimistischer Betrag ist), braucht man 1000 Zyklen, um Zusatzkosten von nur 10ct/kwh zu erhalten. Bei großen Speichern, die eine Dunkelflaute von drei Tagen abdecken sollen, würden diese aber nur 3-5 Mal im Jahr überhaupt gebraucht. Wenn man (sehr!) optimistisch von 30 Jahren Laufzeit ausgeht, wären das 150 Zyklen oder Zusatzkosten von über 60ct. Schwankungen für den Tagesverlauf (im Sommer tagsüber PV, um den Strom nachts zu haben und im Winter Strom aus Wind nachts, um ihn tagsüber zu haben), machen Speicher durchaus Sinn. Diese haben dann vielleicht 200 Zyklen im Jahr.

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        Ich habe nichts anderes behauptet. Zumindest für 12h wäre eine gute Sache.

  • Die Erneuerbaren kannibalisieren sich gegenseitig, ohne Speicher wird sich da nichts ändern. Eine Pleitewelle bei den Betreibern, vor allem den kleineren privat geführten und den Bürgerwindparks kleine wird die Folge sein...

  • ‚Wer hingegen keine Wallbox zu Hause hat und auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist, konnte kaum profitieren, denn an den Ladestationen gelten in der Regel noch immer Fixpreise.‘

    In der Regel also Hausbesitzer resp -Mieter mit zumindest entsprechender Technik an Haus und Tiefgarage. Übergewinnsteuer?

    • @EffeJoSiebenZwo:

      An Parallelen zur Übergewinnsteuer habe ich auch sofort gedacht.

  • Der Artikel klingt so, als ob das ein Problem sei. Der Markt funktioniert. Und er würde besser funktionieren, wenn man Akkus stärker am Netz beteiligen würde, beispielsweise die im Artikel genannten E-Autos könnte man mit einfachen Tarifänderungen auch von negativen Preisen beim Laden an öffentlichen Ladesäulen profitieren lassen.

    Auch Großspeicher können helfen, werden aber wo es geht von unserer Wirtschaftsministerin ausgebremst.

    Seit einem Jahr errichtete PV Anlagen bekommen bereits heute zu Zeiten negativer Börsentarife keine Vergütung mehr und müssen, sobald eine Steuerbox vom Netzbetreiber installiert wurde, abgeregelt werden. Die Netze sind aber nicht nur von "PV-Strom verstopft", sondern genauso von fossilen Kraftwerken, die in dieser Zeit, obwohl nicht benötigt, auch nicht vollumfänglich heruntergefahren wurden.

    Wir haben letztes Jahr 80 Milliarden Euro für fossile Brennstoffe ins Ausland überwiesen. Das war keine Investition, nur für Betriebsmittel. DAS ist ein Problem, nicht die ohnehin immer kleiner werdende Einspeisevergütung für PV Anlagen.

    • @Karl Schmidt:

      Kohlekraftwerke kann man regeln, aber man schaltet den Brennraum nicht für ein paar Stunden ab. Das ist aus technischen Gründen nicht sinnvoll/möglich. Deswegen sind auch GAS-Kraftwerke notwendig, da deren Gas-Turbinen tatsächlich bedarfsabhängig zu- und abgeschaltet werden können. Stromspeicher in der notwendigen Größenordnung um den Primärenergiebedarf zu elektrifizieren wird es nie geben - dazu muss man nur mal zum Bleistift greifen und die Größenordnungen abschätzen. Sie möchten keine Gas-Kraftwerke? Nun, die Antwort ist bekannt. Hinweis: Als PV-Anlagenbesitzer kleiner 30KWp und E-Autofahrer ist mir geschenkter Strom egal - ich habe selbst Überschüsse im Sommer, ohne eine Verwendung dafür zu haben. Dass die PV-Energie-Überschüsse im Sommer keine preisliche Entsprechung an den öffentlichen Wallboxen finden, ist in der Tat ein Unding. Hier sind Änderungen angesagt.

    • @Karl Schmidt:

      Der Strommarkt funktioniert aber anders als der Kartoffelmarkt aus den VWL Lehrbüchern.



      Der Strom der wochenends Mittags zu viel ist, fehlt am selben Abend wieder und unter der Woche sowieso. Diese Überkapazitäten führen aber dazu, dass Erneuerbare finanziell in Schieflage geraten können, sind doch die Finanzierungsmodelle unter ganz anderen Marktbedingungen geschnürt worden.



      Auf dem Kartoffelmarkt wäre die Folge eine Pleitewelle der überzähligen Produzenten und es bliebe die Anzahl an Produktionskapazitäten übrig, die auch nachgefragt werden. Aber in der Realität gibt es diesen ideellen Kartoffelmarkt nicht, auf dem Strommarkt sowieso nicht. Die nachgefragten Kapazitäten schwanken dort nämlich enorm. Das, was eben noch zu viel war, fehlt kurze Zeit später wieder.



      Das ist eine doppelte Verlustsituation, die Erzeuger geraten in Bedrängnis und kurze Zeit später müssen die fehlenden Kapazitäten am Strommarkt fossil gedeckt werden.



      Ein Strommarkt funktioniert, nur wenn er gesteuert und geplant wird und durch Speichertechnologie gepuffert, die gesteuert und koordiniert errichtet werden. Der Markt regelt da gar nichts.

      • @nutzer:

        Das, was wir hier sehen ist aber kein Markt- sondern Politik-Versagen.

        Der Markt tut seinen Job, liefert die richtigen Preissignale und beweist damit nicht nur, dass es Geschäftsmodelle und gewaltiges Potential für Speicher gibt und dass dies sogar weitaus wirtschaftlicher als die geplanten Gas-Peaker sein dürfte, der Markt zeigt eben auch, wie ignorant bisher das Thema dynamische Stromtarife behandelt wurde. Weil Verbraucher nämlich zunehmend selbst in der Lage wären, ihr Last-Verhalten anzupassen, während wir in Deutschland jedoch anderen Ländern meilenweit hinterher hinken, was die Implementierung intelligenter Messsysteme angeht.

        Dass wir sowohl bei den Speichern als auch bei den iMSys nicht viel weiter sind, ist ein politisches Versäumnis.

      • @nutzer:

        BeiIhrem Kartoffelmarkt-Gleichnis vergessen Sie, dass die Solarstromerzeuger auch in den knappen Winterstunden nicht mehr bekommen für den Strom, den sie erzeugen.



        Der gleichmäßige Preis soll die Risiken, die durch Angebot und Nachfragen entstehen abfedern.



        Gibt es übrigens auch auf dem Kartoffelmarkt. Der Bauer verkauft seine Ernte schon im Frühjahr zu einem fixen Preis. Läuft das Jahr gut, kann er sicher sein, dass er seine Ernte auch loswird und nicht mit dem Preis runtergehen muss. Läuft das Jahr schlecht, kann er dafür nicht mit dem Preis hochgehen. (Wenn mit Futures gehandelt wird, betrifft das den Bauern nicht mehr)



        Was auf dem Strommarkt definitiv nicht helfen würde, wäre noch eine Kraftwerkssorte, die nur schlecht abgeregelt werden kann, wie etwa AKW, deren angeblich niedrige Preise auch nur bei Volllast halbwegs konkurrenzfähig bleiben.



        Der Markt würde das Preisproblem regeln, wenn die Politik Speichertechnologie endlich entsprechend fördern würde (Und nicht durch Steuer-Nachteile ausbremsen)

        • @Herma Huhn:

          Nur erzeugt man im Winter fast nichts. Ich habe im Juli 1200 kWh, davon verbrauche ich selbst 300-400. im Januar habe 200 kWh und verbrauche vielleicht 100. das heißt: 100 kWh in denen Inzucht wenig bekomme, stehen 800 kWh gegenüber, in denen ich Zuviel bekomme. Die Netzprobleme kommen hinzu.

          • @Strolch:

            Sie persönlich haben ja auch nur Solarstrom und keinen Mix aus Solar und Wind.



            Die berühmte Dunkelflaute ist in der Realität wesentlich seltener als in den sozialen Medien.

            • @Herma Huhn:

              Würden Sie sagen, die Energieversorgung braucht mehr Mut zur Lücke?

            • @Herma Huhn:

              Es ging mir um den verschenkten Strom, für den man mehr Geld bekommen würde. Der PV-Besitzer macht einen sehr guten Schnitt und bringt gleichzeitig das Netz in Schwirigkeiten. Die Dunkelflaute ist selten. Das ist richtig. Aber stellen Sie sich einfach vor, wie es in Berlin ausgesehen hätte, wenn nicht nur ein Stadtteil in Dunkelheit versunken wäre, sondern die ganze Stadt. Von ganzen Bundesländen möchte ich gar nicht anfangen. Wir brauchen Backup Kraftwerke. Es sei denn es gibt irgendwann spottbillige Speicher von 10 Eur auf die kwh. Aber die sind nicht in Sicht.

              • @Strolch:

                Das Problem ist, dass diese BackupKraftwerke nun von Unternehmen gebaut werden sollen, die damit Geld verdienen möchten.



                Das bedeutet, wenn das Gaskraftwerk erstmal steht, will der Betreiber natürlich auch Strom erzeugen und ihn verkaufen.



                Genau mit diesem Strom sorgt er dann, ebenso wie die unglückliche Preisgestaltung, dafür, dass es sich gleichzeitig nicht lohnt, in Speichertechnologie zu investieren.



                Diese Investitionen wären aber notwendig, damit die spottbilligen Speicher wirklich mal für 10 Euro auf die kwh zu haben sind.



                Solarmodule haben es vorgemacht, der Preisverfall wird kommen. Man muss es nur zulassen.

      • @nutzer:

        Speichertechnologie muss eben nicht "koordiniert" errichtet werden. Genau diese Koordinierung übernehmen Preisschwankungen, wenn man sie lässt. Mit Ausschreibungskriterien für Reservekraftwerke, die von Fossillobbyisten so gestaltet werden, dass sie nur von Gaskraftwerken, aber nicht für von Batteriespeichern erfüllt werden können, wird das natürlich nichts. Nur für diese Reservekraftwerke wird unser Strompreis ab 2027 um 1,5 Cent je kWh steigen.

        Speicher, die wir heute bereits in großer Zahl auf der Straße haben, sind E-Autos. Es wäre sehr einfach möglich, diese von Strompreisschwankungen profitieren zu lassen und netzdienlich an öffentlichen Säulen zu laden. Bringt aber den Fahrern derzeit nichts, wird also nicht gemacht.

        Deutschland liegt derzeit weit hinter den Ausbauzielen der Bundesregierung für PV und für Windkraft, obwohl das in Summe die billigste Stromerzeugungsart ist, die es gibt. Gleichzeitig wird jede Stunde, in der EE Überschuss herrscht, problematisiert anstatt diese nutzbar zu machen. Und die immensen Kosten durch fossile Abhängigkeit (alleine der Iran Krieg kostet die EU 500 Mio€ an Mehrkosten pro Tag für Fossile!) scheinen überhaupt kein Problem.

        • @Karl Schmidt:

          "Speichertechnologie muss eben nicht "koordiniert" errichtet werden. Genau diese Koordinierung übernehmen Preisschwankungen, wenn man sie lässt."

          Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber diese Aussagen deuten auf eine etwas naive Vorstellung hin, wie Energiesysteme und -märkte funktionieren. Um Netzstabilität zu gewährleisten, ist Koordination DER springende Punkt - erst recht mit hohen Anteilen volatiler Energiequellen wie Sonne und Wind.

  • Diese Art der "Bezahlung" ist doch eher der Ausdruck dafür, dass Angebot bzw. Überangebot und Abnahme bzw. Nachfrage NICHT funktioniert. Das ist doch ein Armutszeugnis. Strom der z.B. am sonnigen Sonntag produziert wird, sollte z.B. bei einem Überangebot so zurückgehalten bzw. gespeichert werden, dass er Nachts oder am Montag Verwendung findet. Ist das nicht der Fall, läuft vieles falsch. Und machen wir und doch nichts vor, die Negativpreise zahlt nicht RWE, auch nicht Eon, sondern nur die Verbraucher.

    • @Pico :

      Was falsch läuft, ist, dass Anbieter von Großspeichern steuerlich und preislich noch immer im Nachteil sind, wenn sie nicht gleichzeitig auch Großerzeuger sind.



      Die Abnahme würde funktionieren, wenn die Strompreise anders berechnet und Überschüsse tatsächlich als solche abgenommen werden könnten. Stattdessen verteuert der Speicher-Füller den überflüssigen Strom, wenn er zu viel davon abnimmt.

      • @Herma Huhn:

        Nein, steuerlich und preislich ist hier NIEMAND im Nachteil. Es zeigt jedoch, dass diese Art von Stromerzeugung und evtl. Speicherung eben alles andere, aber nur nicht günstig sind. Wenn erneuerbare Energien günstiger wären, würden sie sich auch konsequent durchsetzen. Sind sie aber nicht, auch dann noch lange nicht, wenn fossile Energie mit Unmengen an "Strafsteuern" belegt wird. Und wenn der "Markt" das richten soll, dann richtet er es halt nach Angebot und Nachfrage. D. Trump kehrt gerade dieses Prinzip etwas um, streicht die Subventionen für Wind und Sonne, was zur Folge hat, dass die Anfrage nach fossiler Energie steigend wird.

  • Wer zahlt die Differenz zwischen Einspeisevergütung und negativen Strompreisen? Dass es, derartige Überkapazitäten gibt, zeigt doch, dass die derzeitige Förderung am Markt und den Bedarf vorbei geht.

  • Das Problem der negativen Strompreise gab es schon früher. Vermutlich fehlt es in erster Linie an Möglichkeiten der Zwischenspeicherung. Großbatterien auf Natriumbasis, die ohne kritische Rohstoffe auskommen, wie sie Catl im Programm hat oder verschiedene deutsche Startups versuchen sie herzustellen.

    • @Lupo :

      Es fehlt vor allem an dem Willen, solchen gnädigerweise abgenommenen Strom auch weiterhin als gnädigerweise abgenommen zu behandeln, sobald die Speicher-Kapazität dem Überschuss entspricht.



      Zu viele Speicher verhindern negative Strompreise, und machen sich damit selbst unrentabel.

      • @Herma Huhn:

        Auch bei den Speichern wird es ein Gleichgewicht geben. Aktuell lohnt sich ein kleiner Hausspeicher für 200 Euro die kwh, wenn man diesen mit Solar lädt. Bei ca. 20ct Ersparnis braucht man ca. 1000 Zyklen, was nach ca. 4 Jahren erreicht ist. Ein 5kwh Speicher (bei 4 Personen) rechnet sich in der Regel so, da man ihn auch in der kurzen Sommernacht leer bekommt. Stellt man sich hingegen 20 kwh hin, schafft man viel weniger Zyklen. Im Winter bekommt man ihn nicht voll und im Sommer nicht leer. Ähnlich dürfte es auch bei Großspeichern sein, auch hier gibt es eine wirtschaftliche sinnvolle Größe.

  • Wenn jetzt noch mehr E-Fahrzeuge am laden wären, käme es nicht so extrem zu einem Überhang, und der finanzielle Ausgleich durch die EEG-Umlage würde nicht so stark ins Gewicht fallen. Da aber die Bundesregierungen lieber Gaskraftwerke bauen und die Verbrenner ohne zeitliche Beschränkung fahren lassen wollen, bremst sich der wirtschaftliche Umbau zu mehr weltpolitischer und energetischer wirtschaftlicher Unabhängigkeit aus.



    Welche Dilletanten doch an die Regierung gewählt wurden, oder in Person von z.B. Frau Reiche aus dem Hinterzimmer ins Amt gehoben wurden.



    So verstossen eben diese Dilletanten maßgeblich gegen ihren eigenen geschworenen Eid. Aber das ist vermutlich auch nur noch eine volkstümliche Veranstaltung aus TRaditionsbewusstsein, so wie die CSDU den christlichen Glauben im Namen tragen. Das glaubt ihnen doch schon lange keiner mehr.

  • Für genau solche Fälle wäre heute schon eine Pyrolyse von Wasserstoff wirtschaftlich. Speichern statt verpulvern.

    • @Hans Dampf:

      Ich hatte vor einigen Jahren Mal gehört, dass sich größere Elektrolyseure nur lohnen, wenn sie auch fast das ganze Jahr durchlaufen. Falls Sie Quellen haben die zeigen, dass das mittlerweile auch nur mit den Überlaststunden funktioniert gerne Mal zeigen.

    • @Hans Dampf:

      Sie meinen Elektrolyse, oder nicht?

    • @Hans Dampf:

      Sobald die Pyrolyse den Strom abnimmt, würde dieser Strom aber nicht mehr als überzählig gelten sondern den Preis auf dem Strommarkt wieder nach oben treiben.



      Die negativen Preise sind nicht haltbar genug, um darauf eine Industrie aufzubauen.

      • @Herma Huhn:

        Klar, mit negativen Preises geht das nicht, aber der Überschussstrom wäre trotzdem deutlichst billiger.

        • @Hans Dampf:

          Es bräuchte eventuell so etwas wie eine parallele Merit Order, einmal für Verbraucher, einmal für Speicher, sodass Speicheranlagen nur untereinander konkurrieren, wer welchen Strom bekommt. (Aber dann gibt es sicher wieder Spezialisten, die auch dieses Konstrukt auseinandernehmen und Speicher als Strohmann aufbauen, um ihren Verbrauchsstrom günstiger zu bekommen. Ich habe nie behauptet, dass es einfach wäre, es umzubauen. Nur, dass es umgebaut werden muss)

  • Vielleicht sollte man erst einmal die Stromspeicher ausbauen, bevor noch mehr Photovoltaik ans Netz geht. Ansonsten droht technisch eine Netzüberlastung und finanziell eine Geldbeutelüberlastung.

    Eine (noch) nicht ernst gemeinte Idee: Wenn zuviel Strom erzeugt werden und deswegen auch verbraucht werden muss, kann man die Generatoren von Windkraftanlagen nicht als Motoren verwenden, und damit die Windkraftanlagen zu Winderzeugern?