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Streit um DeutschlandticketFürs Auto ist immer Geld da

Nanja Boenisch

Kommentar von

Nanja Boenisch

Deutschland fördert Bus und Bahn nur widerwillig – und subventioniert gleichzeitig weiter den Verbrenner. Absurd ist das nicht nur fürs Klima.

Manchmal halten Autos für Züge, doch öfter passiert es umgekehrt: Regio-Express Prignitz Foto: Paul Langrock

S tellt euch vor, es gibt ein sogenanntes Deutschlandticket. Eine einzige Fahrkarte für den Nah- und Regionalverkehr in ganz Deutschland, im Monatsabo. Mega praktisch. Für 63 Euro monatlich – kein Schnäppchen, aber billiger als die meisten Monatstickets für nur einen einzelnen lokalen Verkehrsverbund.

Stellt euch vor, es erspart dem deutschen Verkehrssektor, der regelmäßig deutlich an den für ihn geltenden Klimazielen vorbeisegelt, eine ganze Menge seiner klimaschädlichen Treibhausgasemissionen. 2024 hat der Verkehr in Deutschland Emissionen von rund 143 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verursacht.

Wenn es das Deutschlandticket nicht gegeben hätte, wären es 2,5 Millionen Tonnen mehr gewesen, das entspricht 3 Prozent der Gesamtemissionen des privaten Autoverkehrs in dem Jahr. Das haben mehrere Forschungsinstitute in einer aktuellen Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums ausgerechnet. Ohne das Ticket hätten die Abon­nen­t:in­nen – Anfang 2025 waren es rund 14,6 Millionen Menschen – 12 bis 20 Prozent ihrer ÖPNV-Fahrten im Auto zurückgelegt.

In einer zweiten aktuellen Studie haben Wis­sen­schaft­le­r:in­nen des Statistik-Unternehmens Statista und des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung (DZSF) errechnet, dass Pend­le­r:in­nen 2024 dank des Deutschlandtickets knapp 9 Milliarden Kilometer weniger Auto gefahren sind als 2022, als das Ticket noch nicht eingeführt war.

2,7 Milliarden Euro Einsparung

Jetzt stellt euch vor, das Deutschlandticket spart nicht nur klimaschädliche Abgase und Autofahrten, sondern auch Geld: 3 Milliarden Euro waren es 2024 allein im Pendelverkehr, laut den For­sche­r:in­nen von Statista und DZSF. 0,3 Milliarden Euro entfallen auf günstigere Ticketpreise bei zugleich gestiegener ÖPNV-Nutzung.

Satte 2,7 Milliarden Euro spart der abobedingte Umstieg vom Auto auf den Nahverkehr. Oder andersrum: Mit dem Auto zur Arbeit und zurück zu pendeln, ist viermal teurer als die gleiche Strecke mit dem Deutschlandticket in Bus und Bahn zu machen. Das war, bevor die Mineralölkonzerne Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen ordentlich verteuerten: Vor dem Krieg der USA und Israels gegen Iran kostete der Liter Diesel im Schnitt 1,72 Euro, Super E10 1,76 Euro pro Liter – am Mittwoch lag Diesel laut ADAC bei 2,28 Euro und Super E10 bei 2,11 Euro.

Stellt euch vor, die Bundesregierung gibt 1,5 Milliarden Euro im Jahr aus, damit das Deutschlandticket angeboten werden kann. Noch mal 1,5 Milliarden Euro im Jahr steuern die Bundesländer bei. Bisher kamen die Verkehrsunternehmen mit dem Geld nicht ganz hin.

Kritische Stimmen sagen, dass die Strukturen in vielen Verkehrsverbünden veraltet sind, dass Gelder nicht immer ganz effizient ausgegeben werden. Die Verkehrsunternehmen selbst sagen, dass sie in den vergangenen Jahren immer mehr Geld in Personal, Energie und Betrieb der Busse und Bahnen stecken mussten – so oder so reichte die Finanzierung von Bund und Ländern nicht.

Kaum zu glauben

Deshalb wurden die Mehrkosten bisher auf die Kun­d:in­nen abgewälzt, der Ticketpreis ist seit Einführung des Abomodells von 49 auf zunächst 58, dann auf 63 Euro pro Monat angestiegen. Der Preis für 2027 basiert auf einer ausgetüftelten mathematischen Formel, im September wird er bekannt gegeben. Jetzt schon ist sicher, dass sich der Preis für den Bund hingegen – 1,5 Milliarden Euro im Jahr – nicht ändert.

Und nun stellt euch vor, die Regierung führt eine Art Tankrabatt ein, indem sie die Mineralölsteuer auf Diesel und Benzin, klimaschädliche fossile Kraftstoffe vom Feinsten, auf rund 17 Cent brutto pro Liter senkt. Die Senkung gilt voraussichtlich ab Anfang Mai und dann für zwei Monate. In diesen zwei Monaten verfeuert die Bundesregierung bereitwillig Steuereinnahmen in Höhe von etwa 1,6 Milliarden Euro. Sie lässt sie sich durch den Tankrabatt entgehen.

Kaum zu glauben, was? Auf der einen Seite ist da das Deutschlandticket, das Menschen in die klimafreundlicheren Öffis holt, das sie eine Menge Geld spart. Auf der anderen ist da der Tankrabatt, eine Finanzspritze fürs Betanken klimaschädlicher Verbrenner, für die der Bund mal eben in nur zwei Monaten ungeniert mehr Geld opfert, als das Deutschlandticket für ihn in einem ganzen Jahr kostet.

Die Koalition will die durch den Tankrabatt wegfallenden Steuereinnahmen zwar durch eine höhere Tabaksteuer ausgleichen, aber ob die Rechnung aufgeht, ist ungewiss. Zugegeben, für einige Menschen, die aufs Auto angewiesen sind, sind die hohen Spritpreise wirklich eine hohe Belastung. Sie zu unterstützen, ist eine gute Sache.

Ganz sicher nicht gut ist es jedoch, pauschal die Nutzung klimaschädlicher Verkehrsmittel und Kraftstoffe zu fördern. Stellt euch vor, der Bund würde stattdessen ein preiswertes Sozialticket als Ergänzung zum Deutschlandticket finanzieren, um noch mehr Menschen für den ÖPNV zu begeistern. Oder den Nahverkehr ausbauen, damit er günstig und zuverlässig und in allen Regionen zugänglich ist.

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Nanja Boenisch
Redakteurin
Schreibt im Ressort Wirtschaft + Umwelt über Mobilität und Verkehrswende.
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59 Kommentare

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  • "Stellt euch vor, der Bund würde stattdessen ein preiswertes Sozialticket als Ergänzung zum Deutschlandticket finanzieren, um noch mehr Menschen für den ÖPNV zu begeistern."



    Die "Umsteiger" sind in meinem Umfeld jetzt in der Mehrzahl, zurück vom Deutschlandticket auf den Individualverkehr.



    Die (Nicht)Leistungen im Nahbereich mit Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit haben für viele das erträgliche Maß im Ruhrgebiet als Ballungsraum schmerzhaft überschritten.



    Als Alternative im Spiel: Home-Office und mobiles Arbeiten.

  • Und nun stellt euch weiterhin vor:

    "18 Juni 2025 - Zu den ertrag­reichsten verbrauchsteuer­pflichtigen Waren zählen die Energie­erzeugnisse. Den höchsten Beitrag zum Energiesteuer­aufkommen leisten die Kraftfahrer. Benzin wurde im Jahr 2024 in Höhe von 15,3 Milliarden Euro versteuert, der Steuer­betrag stieg um 1,7 % gegen­über 2023. Für Gasöl (Diesel) blieb der Steuer­betrag gegen­über dem Vorjahr fast unverändert (18,2 Milliarden Euro beziehungsweise - 0,0 %)." (Statistisches Bundesamt)

    Dazu kommen noch rund 9 Milliarden KFZ-Steuer. Alles in allem macht das 42,5 Milliarden. Alles fließt in den allgemeinen Haushalt, ist also nicht zweckgebunden für Autoverkehr oder Straßenbau, sondern fließt z.B. auch in die Förderung der Öffis. Da sind 1,6 Milliarden eher ein geringer Betrag, noch dazu, weil derzeit die Einnahmen durch das erhöhte Mehrwertsteueraufkommen auf Sprit ohnehin wesentlich höher sind als 2024.



    Nur mal, um die Maßstäbe aufzuzeigen.

    Und mancher auf dem Land ist eben auf das Auto angewiesen, um mit einigermaßen tragbarem Aufwand zum Arbeitsplatz zu kommen. Mag sein, daß man sich das in Großstadtkreisen gar nicht mehr vorstellen kann. Mit dem Auto zur Arbeit zu müssen.

    • @Josef 123:

      Wie Verkehrsforscher aufzeigen, liegen die Folgekosten der Autonutzung (also z.B. für dadurch bedingte Gesundheitskosten, uvm.) so hoch, daß eigentlich jeder private Autonutzer pro Jahr 5000€ mehr bezahlen müßte, um die Folgen seines/ ihres handelns zu kompensieren.



      Ergibt zusammen gerechnet die stolze Summe von 245 Milliarden Euro - jedes Jahr.







      Das ist der eigentliche Maßstäbe..wie ein aufmerksamer taz Leser eigentlich wissen sollte.

  • Ich bin Fan vom ÖPNV. Und ich wäre immer für ein Ausbau. Vor allem bei vollautomatisirrten (Hohe Taktfrequenz) Hochbahnen sehe ich ein Potential.

    ABER: Wer bei Benzinpreisen die zu 2/3 Steuern sind und beim ÖPNV der zu 2/3 Subventionen sind, sich allen ernstes hinstellt und vom „subventionierten“ Auto redet, der flunkert.

  • Danke! :-)

    "Sozialticket als Ergänzung zum Deutschlandticket".

    Unbedingt! Sofort!

    Und um die Attraktivität des Deutschlandtickets auf der Mittel- und Langstrecke zu fördern, könnte die Bundesregierung doch ein "IC-D-Ticket" einführen.

    Also ein Deutschlandticket, das auch in den Intercity Zügen gültig ist.

    Für sagen wir mal 89 Euro pro Monat. In der Sozialversion für 39 Euro.

    Das wär doch was.

    Müssen nur wollen... . :-))

  • Danke!



    Ich begrüße das Loblied auf das Deutschlandticket!



    Der Erfolg gibt ihm recht, die wachsende Nachfrage ist offenbar nicht durch die moderate Anhebung der Preise aufgehalten worden.



    Es war gut, das Deutschlandticket in einer Krise einzuführen und in der aktuellen Krise bewährt es sich.



    Nicht erwähnt wurde im Artikel, dass die Finanzierung bisher von Jahr zu Jahr unsicher war. Gut daher, dass der Bundesumweltminister die Subventionen verstetigt hat und somit auch für die Unternehmen Planungssicherheit besteht.



    Es ist klar, dass Elektromobilität die Zukunft ist, das gilt sowohl im Bahnverkehr, wo dieser weiter ausgebaut wird, als auch im Individualverkehr.



    Für Normal-, bzw. Geringverdiener*Innen ist der Umstieg allerdings auch noch teuer. Allerdings wird die derzeitige Situation Viele vom Umstieg überzeugen.



    Gut finde ich an der neuen Förderung beim EAuto Kauf, dass auch dieser sozial gestaffelt wird .



    Es sollte deutlich werden, dass an dieser Stelle für den Verkehr, wie auch im Heizungskeller, Klimaschutz gemacht wird.



    Sozial ist der Tankrabatt allerdings auch.



    Abgesehen davon fahren viele öffentliche auch mit Diesel, diese Betriebe werden also mit unterstützt.

  • ich fahre jeden Tag eine holprige enge Landstraße mit dem E-Bike zu Arbeit. ÖPNV gibt es, aber ich müsste 2 Mal umsteigen. Radwege werden seit Jahren diskutiert, aber die Bauern weigern sich, das Land zu verkaufen. Und ich habe mich mitlerweile überzeugen lassen und fine, sie haben recht. Für uns E-Biker ist diese Landstraße wirklich breit genug. Nur die fetten Autos bruchen mehr Platz. Ich brauche keinen Radweg, mir reicht die Straßenbreite völlig aus. Die Autofahrer sind es doch die uns da weg haben wollen. Vor ca. einem Jahr, war die Straße gesperrt (irgendwas mit Wasserleitung in einem Ort). Man konnte sie wunderbar und in Ruhe genießen. Die Vögel kamen wieder näher, keine Hasen wurden überfahren, keinen neuen Radkappen sammelten sich im graben - es war wunderschön.



    Wenn noch mehr mitmachen würden, und den Weg zur Arbeit zur Freizeit machen würden - die Welt könnte so schön sein - gerade auf dem Land.



    Allerdings finden die meisten Menschen diese enge Landstraße leider zu gefährlich zum Fahrrad fahren. Die Kinder dürfen sie nicht als Schulweg nehmen - die Eltern erlauben es einfach nicht. Ich hoffe, ich überlebe es bis zur Rente.

    • @Kurt77:

      Mich hält leider auch die Angst vom Radfahren auf Landstraßen ab.



      10 km Testfahrt mit einem Liegerad auf einer Landstraße, und das Thema war vom Tisch. Es mag regional verschieden sein, aber zumindest hier stehen die hauptsächlich jungen Rennfahrer ihren Zeitgenossen in den Städten in nichts nach. Wozu die einen AMG brauchen, schaffen sie hier mit einem Polo.



      Sie haben die Sache mit Ihrem Wunsch auf den Punkt gebracht: Wenn noch mehr mitmachen würden.....

      • @Erfahrungssammler:

        Liegerad fahren ist keine gute Idee, zumal auf Landstraßen. HIer in der Gegend hat es einer mit dem Leben bezahlt. Übreigens ein Fahrradhändler. Wer der Schwächere ist, muss sich umso mehr auf seinen Instinkt verlassen. Als Radfahrer sollte man auch nicht seine Vorfahrt durchzusetzen versuchen.

      • @Erfahrungssammler:

        Wo lag denn das Problem? Zufälligerweise fahre ich nen AMG. Aber Radfahrer auf der Landstraße überhole ich auf der Gegenspur mit viel Abstand.

        • @AmArschderHeide:

          Ich vermute mal, dass Sie durchaus wissen, wie es gemeint war.

        • @AmArschderHeide:

          Ich vermute, Kurt77 meint sowas wie ne Ortsverbindungsstraße mit 5,5m Breite und Sanierungsstau. Da müsstest Du mitm AMG, um nach StVO zu überholen, mit dem linken Vorderrad auf der Kante der Piste fahren ;).

  • Das D-Land Ticket ist ein Riesenerfolg.







    Wobei es immer wieder Leute (meist auf dem Land wohnend) gibt, die es ungerecht finden, weil sie nichts davon hätten.



    Nun..rechnen wir mal nach: das D-Land Ticket wird mit 3Mrd bezuschußt, wobei für ein einzelnes E-Auto bis zu 6000€ Zuschuss drin sind. 3 Mrd reichen also für genau 500.000 E-Autos. Das DT wird aber von etwa 14 Mio Kunden genutzt. Ergo der E-Auto Kunde wird 28 mal höher bezuschußt als der DT Nutzer. Hinzu kommen auf dem Land immense Kosten für Strassenbau..und was wohl alleine die ganzen Umgehungsstrassen kosten, von denen Stadtbewohner ja nun rein gar nix haben..?







    Und auch sonst: fürs Auto ist immer Geld da, was man daran erkennen kann, daß Gelder für A20/39 und weitere Autobahnprojekte ohne jede Diskussion vom Finanzminister frei gegeben wurden..wohingegen über die Zuschüsse zum DT seit Jahren diskutiert wird..







    Resümee: die momentane finanzielle Ausstattung von Verkehrsprojekten ist völlig verfehlt und zutiefst ungerecht.







    Setzen wir doch lieber auf den Schienenausbau und ein *D-Land Ticket Plus*, welches auch den Fernverkehr mit einbezieht. Das wäre klug und gerecht und würde zusätzliche Strassen obsolet machen..

    • @Wunderwelt:

      Ich teile Ihre Überzeugung.

      Lediglich die Rechnung mit den E-Autos empfinde ich als etwas holprig. Das einmal bezuschusste E-Auto fährt viele Jahre lang. Der Zuschuss für das D-Ticket betrifft nur ein Jahr.

      Bei einer Nutzung über 10 Jahre (einfach mal so in den Raum geworfen) sind es dann "nur" noch eine 2,8 mal höhere Bezuschussung.

    • @Wunderwelt:

      Sie argumentieren zu einseitig

  • Da der Dieselpreis seit Ende letzten Jahres um ca. 60 Cent gestiegen ist, finanziert sich der Rabatt schon fast über die gestiegenen Mehrwertsteuereinnahmen auf den Kraftstoffen. Weiterhin ist die Mineralölsteuer nicht „auf rund 17 Cent“ , sondern „um rund 17 Cent“ gesenkt worden. Und warum soll auf den subventionierten Deutschlandticket ein noch mehr bezuschusstes Sozialticket gesattelt werden ?

    • @Puky:

      ...Ideologie?

  • Man kann es doch auch so sehen: die Subventionen für das Deutschlandticket kommen vorzugsweise Menschen zugute, die in städtischen Milieus leben. Die jetzt beschlossene temporäre Senkung der Mineralölsteuer kommt vor allem Menschen auf dem Land zugute, wo es wenig bis keinen ÖPNV gibt. Man muss doch nicht ständig alles in gut und böse unterteilen, wie es der Artikel ein klein wenig tut.

  • "Und nun stellt euch vor, die Regierung führt eine Art Tankrabatt ein, indem sie die Mineralölsteuer auf Diesel und Benzin, klimaschädliche fossile Kraftstoffe vom Feinsten, auf rund 17 Cent brutto pro Liter senkt. "

    Sorry, aber die Bundesregierung hat UM 17 ct gesenkt, nicht auf 17ct. Und zudem verbleibt es damit bei Energie- und Co2-Preis von ca. 66ct je Liter. Wo ist hier die Subvention, wenn man neben Mehrwertsteuer auch diese Steuer zahlt. Die 3 Milliarden, die für das Deutschlandticket aufgewendet werden, sind tatsächlich eine Subvention. Der Nahverkehr war noch nie kostendeckend möglich.

    • @Strolch:

      Autoverkehr auch nicht, sie zahlen z.B. keine Nutzungsgebühr für die Straßen etc. Und Nahverkehrsnutzer entlasten die Straßen.

      • @FancyBeard:

        Autofahrer bezahlen nichts für Straßen ? Was ist mit der KFZ Steuer, was ist mit der Energiesteuer, früher Mineralölsteuer, beides zusammen weit über 60 Milliarden im Jahr ? Dazu kommt dann noch die CO2 Steuer und die Mehrwertsteuer. Jeder Bewohner in einer ländlichen Gegend muss X Fach die Kosten eines D-Ticket aufbringen um Mobil zu sein, und nebenbei finanziert er mit seinen Steuern auch noch die Bequemlichkeit der Staatbewohner.

        • @Günter Witte:

          Schreibteufel: Stadtbewohner

  • Wer verordnet endlich mal dem gesamten Kabinett pro Person je ein Dienstfahrrad?

    • @Ulrich Staets:

      Die könnten wahrscheinlich noch nach 10 Jahren als unbenutzt neuwertig verschrottet werden.

      • @Erfahrungssammler:

        Könnte ich aber nachvollziehen. Mein E Bike ist jetzt ca. 5 Jahre alt und hat keine 300km auf der Uhr. Wahrscheinlich ist der Akku auch schon tot.

  • Für das Auto ist Geld da. Bekommen Autofahrer jetzt Geld fürs Auto fahren.

    Ungefähr 52 % des Kraftstoffpreises sind Steuern und Abgaben. Die werden für 2 Monate leicht gesenkt. aber nicht dauerhaft. Und Verbrenner kosten KFZ Steuern.

    • @Martin Sauer:

      Für das Auto ist Geld da, wen kümmern denn noch die Autofahrer??



      Breitere Straßen, Parkplätze, Parkhäuser, Flächenversiegelung - all das wird finanziert, das motiviert zum Kauf von neueren, größeren, breiteren Gehhilfen - der Rest ist für die KFZ-Industrie und ihre Helfershelfer uninteressant, jetzt sahnen die Öl-Abzocker ab.

    • @Martin Sauer:

      Die durch Autos verursachten Kosten werden durch die Steuern nicht annähernd gedeckt.

  • Wann begreifen wir es endlich: Wir müssen uns emanzipiren und auf die Abhängigkeiten verzichten lernen: Das Auto ist uns von Geschäftemachern aufgedrängt worden, der Betrieb äußerst klimaschädlich und verbraucht Unmengen Ressourcen, die die Autofahrer der Mehrheit der Menschen und kommenden Generationen einfach klauen, vorenthalten, verbrauchen. Und jetzt stellen wir sogar fest, wie teuer das Ganze war, wenn wir nicht in der Lage sind, die Strassen und Brücken instand zu halten, neue Autobahnen zu planen und den meisten Familien die 300 bis 500 € pro Monat 'Betriebskosten' fehlen. Es war ein Traum, wir haben dafür den Kontinent geplündert und uns abhängig gemacht und jetzt fehlen die Investitionen für eine nachhaltige Fortbewegung per ÖPNV, Car-Sharing auf dem Land: Japan und Singapore machen es vor: Autos kosten viel extra und ohne eigenen Parkplatz geht gar nichts, Dänemark macht wenigstens den Erwerb teuer und kümmert sich um die Infrastruktur. Bevor 'wir' uns weiter gegenseitig blockieren auf öffentlichen Parkplätzen und Strassen nach dem Motto Jede/r gegen Jede/n sollten wir ein Weiterkommen für alle eher als eine Gemeinschaftsaufgabe begreifen, ohne Privat-Auto !

    • @Dietmar Rauter:

      Das wäre dann aber ein trauriges Leben. Im übrigen sitzen die jüngeren auch schon im eigenen Auto und deren Nachfolger werden es ebenso tun.

    • @Dietmar Rauter:

      Umm...die Zulassungssteuer in DK wird nicht nur auf Fahrzeuge (inkl. E-Autos) erhoben, und sie kommt dem gesamten dänischen Volk zugute. In Japan ist der Nachweis einer Parkfläche für den eigenen Wagen in den Städten allein der Überbevölkerung der Nation in Relation zur besiedelbaren Fläche geschuldet, was zu interessanten ("kei cars") bis absurden (Auto im Wohnzimmer) Entwicklungen geführt haben. Und der japanische ÖPNV ist der Horror, weil völlig überlastet.



      Jedes E-Auto ist prinzipiell mindestens so umweltschädlich wie ein Verbrenner, auch wenn bestimmte Interessengruppen dies nicht wahrhaben/verschleiern wollen. In Chile z.B. will man jetzt auch den Abbau von für die E-Mobilität notwendigen Rohstoffe auch in Naturschutzgebieten zukassen und fördern, und wer sich die bereits bestehenden Minen samt Abraumhalden und verseuchten Gewässern mal anschaut...



      Abgesehen davon: nicht jeder ist so "kontaktfreudig" wie Sie. Vor allem nicht abends in Bus und Bahn.

    • @Dietmar Rauter:

      Singapur und Japan sind schon deshalb sehr schlechte Beispiele, weil diese ungleich dichter besiedelt sind als Deutschland. Singapur ist sogar auf Platz zwei der am dichtesten besiedelten unabhängigen Staaten der Welt (hinter Monaco). Solche Beispiele auf Deutschland zu übertragen ist, offen gesagt, ziemlich weltfremd.

      Ich bin nicht gegen mehr ÖPNV und Carsharing auf dem Land. Ich bin, wie Sie, der Meinung, dass in dieser Hinsicht in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden. Aber bitte verzichten Sie doch auf solche Vergleiche.

      • @Agarack:

        Ich wohne auf dem Land und die Carsharing Autos stehen bei uns auf Parkplätze und verrosten weil keiner die nutzt. ÖPNV kann man nur nutzen wenn man am Tag sehr viel zeit hat. Ist auch für die Tonne

        • @Marcelo:

          Genau darauf wollte ich hinaus, ja. Deshalb ja auch "mehr ÖPNV auf dem Land" etc. - und Carsharing auf dem Land fehlt es zum Teil einfach an Zuverlässigkeit, weil man sich eben nicht drauf verlassen kann, dass immer eins da ist, wenn man es braucht.

        • @Marcelo:

          Ich erinnere mich an deinem Beitrag, selbst wenn der Spritt 5 Euro pro Liter koste, es wird Auto gefahren!

          Und nun die Autos fürs Carsharing, die niemand auf dem Land nutzen will? Klingt für mich eher danach, dass das Auto ein Statussymbol ist, welches nur für sich selbst und die eigene Familie bestimmt ist. Da tanzt Carsharing aus der Reihe.

          Deswegen erst recht: Autos verbieten! Maximal Fahrräder als Statussymbol!

          • @Troll Eulenspiegel:

            Ich kann das bestätigen. Bei uns stehen sich die Carsharing Autos auch platt. Ich kann's verstehen. Wer hat Lust ein Auto mit anderen zu teilen. Und dann sind es auch nur Kleinwagen.

          • @Troll Eulenspiegel:

            .... es wird Auto gefahren.



            So isses, sogar höchst unsinnig, zum Zeitvertreib, zum Angeben, 300 Meter zum Brötchen- oder Alkopophändler....

      • @Agarack:

        Waren Sie schon einmal in Japan ? Dann sollten Sie vorsichtiger sein,,,

        • @Dietmar Rauter:

          Schön, dass Sie die Frage gleich selbst beantworten. Ich selbst war noch nicht dort - habe aber mehrere gute Freunde, die dort in eher ländlichen Regionen wohnen, und frage in der Regel diese, wenn ich wissen will, wie dort etwas läuft.

  • Der Artikel postuliert eine staatliche Subvention für das Autofahren. Das halte ich für gewagt, denn die Autofahrer bekommen ja kein Geld fürs Autofahren, sondern zahlen immer noch große Summen an den Staat, dafür, dass sie Autofahren dürfen: KFZ-Steuer, Mineralsteuer, Umsatzsteuer, CO-Abgabe.



    Wenn der Staat z.B. die Mehrwertsteuer von 19 auf 18% senken würde, käme auch niemand auf die Idee zu sagen, der Staat subventioniert Konsum.



    Unabhängig davon: Es sollte doch auch im Anliegen der taz -Redaktion sein, dass die Menschen die Energiewende weiterhin merhheitlich unterstützen, dazu gehört, dass man sie nicht überfordert. Und der Lenkungseffekt weg vom Strassenverkehr findet doch auch über die höheren Marktpreise statt. Es ist ja nicht so, dass die Regierung den Sprit nun erschwinglich macht, sondern nur weniger sehr teuer. Man sollte hier auch an die kleinen Leute denken, die einfachen Arbeiter und Gelbwesten, von denen sich keiner ein E-Auto und/oder Lastenfahrrad zulegt. Sollen die alle zur AFD?

    • @ImNetz:

      Natürlich finanziert der Staat nicht das Autofahren, er finanziert "nur" die Anreize, immer mehr, größere und verschwenderische Merkmale zur persönlichen Identifikation anzuschaffen - egal, ob man es sich leisten kann oder nicht,

      • @Erfahrungssammler:

        Mit Verlaub, das hört sich sehr nach Schubladendenken an. Größere Autos sind bequemer, meist besser motorisiert, machen also mehr Spaß. Vielleicht brauchen jüngere noch nen Potenzverstärker, wenn man älter wird sind andere Dinge wichtig. Und ein bequemes großes Auto ist nun einmal deutlich angenehmer als eine überdachte Zündkerze oder Batterie. Die meisten e Autos die ich sehe haben auch über 3 Tonnen. Batterien sind halt schwer, der CO2 Ausstoß ist dann nicht relevant, aber der Reifenabrieb deutlich höher.

        • @AmArschderHeide:

          Mit Verlaub, das hört sich sehr nach Schwarz-Weiß-Denken an.



          Zwischen dem Hummer und der überdachten Zündkerze ist noch viel Spielraum für bequeme, angenehme und nicht auf Teufel komm raus emittierende Gehhilfen.



          Das Thema "Sinnvoll irgendwo hin müssen" und Sinnloses Umherfahren" schneide ich lieber gar nicht erst mal an.

    • @ImNetz:

      Natürlich ist es eine staatliche Förderung für die Binnenachfrage, wenn die Mehrwertsteuer gesenkt wird.



      .



      Was sonst?



      .



      Auch wenn damit die Inflation ausgeglichen werden soll, es ist eine staatliche Förderung und damit eine indirekte Subvention.



      .



      Und für die kleinen Leute könnte man ja eine zeitlich begrenzte, individuelle, vom Einkommen abhängige Förderung einführen, bis Alternativen bezahlbar sind.



      .



      Oder unbürokratisch Klimageld einführen und die Einnahmen aus CO₂ direkt an die Bürger ausschütten + in Härtefällen wegen der aktuellen Krise noch etwas mehr fördern.



      .



      Eine pauschale Förderung des Spritpreises sendet in meinen Augen das falsche Signal, weil es den Eindruck schafft, dass der Staat auch in Zukunft immer wieder eingreifen wird.

      • @sociajizzm:

        Wenn jede Steuersenkung als Subvention definiert wird, dann wird der Staat zum Eigentümer des Geldes erklärt.



        Die Logik ist dann: Alles Geld gehört erst einmal dem Staat (die Norm), und wenn er dir weniger wegnimmt, ist das eine "staatliche Leistung" (Subvention).



        Dadurch verschiebt sich die Beweislast: Nicht mehr der Staat muss begründen, warum er eine Steuer erhöht, sondern die Regierung, die sie senken will, muss rechtfertigen, warum sie diese "Subvention" gewähren will. Die teilweise Rücknahme von Erhöhungen ist m.E. keine Subvention. Generell ist es ein Referenzsystem-Problem. Wenn ich die Steuern um 10% erhöhe und danach um 5% wieder senke, dann erhöhe ich meine Einnahmen, dann tauchen die 5% im Subventionsbericht auf, aber nicht jede Abweichung vom ehemaligen Zustand kann man als Subvention bezeichnen, manche Dinge sind einfach eine Korrektur. Und wenn wir schon von "Übergewinnen" bei Unternehmen sprechen, sollten wir auch von "Übersteuern" beim Staat reden. Und ein Abbau von "Übersteuern" ist keine Subvention.

  • Ich wohne in einer Region in Niedersachsen, in der Bus- und Bahnverkehr in annehmbarer Nähe quasi non existent sind, weshalb ich bisher auch keines der Tickets habe nutzen können. Es werden Unsummen an Gelder für neue Straßen ausgegeben, aber die parallel verlaufenden Fahrradwege werden nur mit haufenweise neuen Schildern bestückt auf denen gekennzeichnet ist, dass sie in einem schlechten Zustand sind. Wer hier nicht die Absurfität erkennt, der tut mir einfach nur noch Leid. Ich habe dieses Jahr die Konsequenz gezogen: Ich werde hier wegziehen müssen, da ich mir das Leben auf dem Land einfach nicht mehr leisten kann und will.

    • @Ebabsgnurb:

      Genau diese Entscheidung habe ich vor rund zehn Jahren getroffen und umgesetzt. Wenn ich mir ansehe, wie die dysfunktionalen Städte Berlin (meine Tochter) und Köln (ich) auf den Untergang zulaufen, zweifle ich zunehmend, ob das richtig war.

  • Drei Milliarden Euro im Jahr stimmen recht genau mit der staatlichen Subvention des Tickets überein. Das Geld wird also nicht gespart, nur umverteilt. Um das bewerten zu können, müßten wir genauer wissen, wer die Begünstigten sind und wer die Zahler. Auf jeden Fall zahlt aber auch hier eine Mehrheit in die Taschen einer Minderheit. Das rechtfertigt sehr genaues Hinsehen.



    Der typische Pendler spart mit dem Umstieg auf das Deutschlandticket drei Viertel der Kosten, also das Dreifache des Ticketpreises. Ergebnisse von Modellrechnungen sind in der Regel nicht falsch, sie können aber unsinnig sein. Das hängt von den Modellannahmen ab, die hier, wie so oft, nicht genannt sind. Wir können sie rückwärts erschließen. Bei 225 Arbeitstagen im Jahr und 20 Ct/km (ein Wert, der alle Reparaturen, Wartungen, Ersatz und Verschleißteile abdeckt, aber nicht die Fixkosten wie Steuer und Versicherung) kommen wir auf 25 km als typische einfache Entfernung. Das mag passen, aber wer so weit pendelt wohnt oft gerade nicht so, daß er auf das Auto verzichten könnte.

    • @Axel Berger:

      Mit den gestiegenen Benzinpreisen sind die Staatsausgaben aber geringer als die Ersparnis. 32,56 % Preisanstieg machen aus 2,7 Milliarden rund 3,58Milliarden. Rund 600 Millionen werden also nicht von Steuerzahlern zu Steuerzahlern, sondern von Mineralölkonzernen zu Steuerzahler:innen umverteilt.



      .



      Und Sie vergessen die eingesparten Kosten für das verhinderte CO₂.



      .



      40 und 300 Euro kostet es pro Tonne CO₂, direkt bei der Fabrik einzufangen, ein deutsches Projekt rechnet mit 70–150€.



      .



      2 Millionen Tonnen sind also rund 120–900Mio.€ eingesparte Kosten on top.



      .



      Das CO₂ müsste aber aus der Luft gefangen und gespeichert werden. Das kostet aktuell rund 600–1000€ pro Tonne.



      .



      Also 1,5-2.5+ Milliarden €.



      .



      Grundsätzlich stimmt es ansonsten, dass es sich um eine staatliche Maßnahme handelt, von der einige mehr und andere weniger profitieren. Nur 1/1 ist es nicht.

      • @sociajizzm:

        Oh je - CO2, Feinstaub und sonstige Schadensereignisse sind doch für die Regierung und ihre Auftraggeber schon längst vom Tisch. Die FdA fordert offen und deutlich, was die Christlichen schon lange beschlossen haben, es nur noch nicht 100%ig unmissverständlich ausdrücken. Viel fehlt aber auch bei denen nicht mehr, allein die Ministerauswahl spricht eine deutliche Sprache.

    • @Axel Berger:

      Bei uns im Ruhrgebiet, aber auch Zb. im Großraum Köln steht morgens und nachmittags während des Berufsverkehrs im DB Regionalverkehr vor dem Kollaps. Überfüllte und verspätete Züge sind Normalität. 50 % der Berufstätigen im Ruhrgebiet pendeln in andere Städte. Mit U Bahn und Bussen kann man da nichts machen. Da das Ruhrgebiet so stark bebaut ist können Hauptbahnhöfe und Gleise kaum erweitert werden. Noch mehr Fahrgäste, dann steigen wieder viele aufs Auto um.

      • @Martin Sauer:

        Also Rushhour im Ruhrgebiet macht doch auch als Autofahrer wenig Spaß oder?

    • @Axel Berger:

      Ich wohne im Pott in einer Großstadt und arbeite in der direkt benachbarten Großstadt, sind ca25km . Der Weg zur Arbeit ist mit öffentlichen quasi kaum stemmbar. Liegt nicht an der Verbindung, sondern daran, dass die Bahn chronisch zu spät ist und es auch keine Infos am Bahnsteig gibt. Fahrzeit immer 1,5-2 fache der angegebenen Zeit.

      2 Wochen Bahn gefahren und keine Tag halbwegs pünktlich angekommen. Wenn man Termine hat, daher schlicht nicht machbar. Und wenn ich dann noch die Kids in die Kita bringen müsste, gute Nacht . Da wäre ich hier morgens schon 2 h unterwegs wenn alles klappt statt 45 Minuten…. Als 4 h Fahrzeit zzgl. Verspätung. Da könnte ich arbeiten direkt vergessen

      Wenn die Bahn fährt, wäre das pendeln kein Thema. Aber so bin ich nach 1 Monat DTicket wieder zum Auto.

      Mein Kollege musste regelmäßig umkehren weil irgendwas auf der Strecke war … er wohnte ebenfalls in einer anderen Großstadt . Den Luxus mal eben spontan HO zu machen haben aber auch bei weitem nicht alle.

      • @Lio:

        "in der direkt benachbarten Großstadt... ca 25km"

        Da liegt das Problem. Wir sind seit Jahrzehnten gedanklich so fest gefahren, dass wir dank viel zu billiger Autonutzung der Meinung sind, 25km wäre neben an.

        "Fahrn wer ma schnell rübber"

    • @Axel Berger:

      Etwas zu kurz gedacht:



      "wer so weit pendelt [25 km,] wohnt oft gerade nicht so, daß er auf das Auto verzichten könnte."

      Vor 35 Jahren hätte ich dieser Aussage noch zugestimmt. Aber heutzutage bestimmt der Wohnungsmarkt den Wohnort und nicht der Arbeitsplatz.

      In den letzten Jahren bleibt man bei einem Arbeitsplatzwechsel in der Region meist in seiner Mietwohnung, statt 20 oder 30 km weiter zu ziehen, um näher am Arbeitsplatz zu wohnen. Weil



      1. es meist schon schwierig ist, dort eine passende Wohnung zu finden und



      2. diese dann 30 bis 100% mehr kostet als die alte.

      Selbst bei einem überregionalen Arbeitsplatzwechsel oder Berufseinstieg sind viele Leute inzwischen genötigt, eine Wohnung 40 bis 50 km vom Arbeitsplatz anzumieten, weil auf dem Wohnungsmarkt am Arbeitsort nichts (erschwingliches) zu bekommen ist.

    • @Axel Berger:

      Oder halt nicht verzichten möchte. Und dies sollte man dem/der einzelnen auch zugestehen.



      Obwohl ich nur etwa fünf Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz habe, werde ich nicht auf das Auto verzichten. Öffis fahren zwar alle 15 Minuten, aber benötigen für diese Distanz etwa 45 Minuten mehr. Ohne den Weg zur Haltestelle, der auch noch einmal mit 10 Minuten hinzu kommt. Und ob ich mal das Rad nehme (weil diese Bevormundung bestimmt gleich wieder kommt), entscheide ich alleine und niemals irgendjemand anderes, egal aus welchen gründen. Und die Ehefrau benötigt auch ein Auto, da sie entgegen dem Trend aus der Stadt zu ihrem Arbeitgeber in eine nahegelegene Kleinstadt (18 Kilometer entfernt) muss, die zeitlich in Betracht kommenden Busse von dort aber morgens nur in die Stadt als Schulbusse und Nachmittags wieder aus der Stadt ins Umland (wieder als reine Schulbusse) verkehren. Also werden die beiden Pkw (noch mindestens drei Jahre Verbrenner) auch weiterhin täglich genutzt, egal wie günstig das ÖPNV-Ticket ist.

      • @Oleg Fedotov:

        5km schaffe ich mit dem E-Roller in 7,5min (ohne Vollgas) und auch 18km wären damit grundsätzlich nicht zu weit.

        Benzin ist halt einfach noch zu billig und sollte nur gefördert werden bei Haushalten, die finanziell am Limit sind. Wer es sich leisten kann, sollte mehr bezahlen oder wie in Ihrem Fall ev. doch noch die Lust am Rad entdecken ;-).

        • @sociajizzm:

          Haben Sie nicht aufgepasst? 45(!) Minuten mehr für fünf(!!) Kilometer!

          Bei mir ist es ähnlich. Mit dem Auto fahre ich die 47 km zur Arbeit in ca. 35-45 Minuten. Mit dem ÖPNV würde ich gut 85 Minuten brauchen und zweimal umsteigen müssen. Meine Frau benutzt ÖPNV oder Fahrrad (weshalb wir dort wohnen, wo wir wohnen) und ärgert sich regelmäßig über ausfallende oder verspätete Bahnen. Sie braucht fast eine halbe Stunde für 10 km Entfernung.