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Deutsche BahnLast-Minute-Tickets im Fernverkehr

Künftig sollen Kurzentschlossene günstiger den Fernverkehr nutzen können. Die Tickets werden zu Preisen ab 6,99 Euro angeboten.

Bahnreisende können ab sofort ohne Umstieg von Prag über Berlin nach Kopenhagen fahren Foto: Andreas Richter/dpa

afp/dpa | Die Deutsche Bahn führt im Fernverkehr Last-Minute-Tickets ein. Samstags und sonntags können die Fahrten in Zügen der jeweils kommenden Woche gebucht werden. „Ab dem 9. Mai können unsere Kunden erstmals Last-Minute-Preise buchen“, sagte Fernverkehrsvorstand Michael Peterson den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Angebot gilt demnach zunächst für ein halbes Jahr mit der Option auf Verlängerung.

Die Tickets werden zu Preisen ab 6,99 Euro angeboten. Obendrauf kommt gegebenenfalls der Bahncard-Rabatt. Kinder fahren kostenlos mit.

Peterson sprach von einem „komplett neuen Angebot für die Züge des Fernverkehrs“. Damit werde „Sicherheit und bezahlbare Mobilität“ geboten. „Wir möchten mit dieser Aktion auch neue Kundengruppen ansprechen, die zunächst gar nicht an die Bahn denken und in ihrer Reiseplanung flexibler sind“, fügte er hinzu.

Wie andere Sparpreise seien auch die Last-Minute-Preise kontingentierte Angebote, erklärte Peterson. Damit werde sichergestellt, dass das Angebot nur auf Zügen buchbar ist, die auch noch freie Sitzplätze haben. Die Wahrscheinlichkeit, ein Schnäppchen zu ergattern, ist Peterson zufolge daher abseits der Hauptreisezeiten besonders hoch. Mit diesem Angebot komme die Bahn auch einem bestehenden Wunsch der Reisenden nach. Allen, die länger im Voraus planen können, rät das Unternehmen weiterhin zur frühen Buchung ihrer Tickets.

Neue Verbindung zwischen Prag und Kopenhagen

Die Bahn will zudem das Auslandsangebot verbessern. Zum Beispiel: Bahnreisende können ab sofort ohne Umstieg von Prag über Berlin nach Kopenhagen fahren. Die Züge halten auf ihrer Fahrt unter anderem auch in Dresden und Hamburg, wie auf der Webseite der Deutschen Bahn zu sehen ist.

Zu Beginn des Angebots fährt ein Zug pro Tag pro Richtung mit einer planmäßigen Fahrzeit von rund 13 Stunden. Grund dafür ist die noch nicht abgeschlossene Generalsanierung zwischen Hamburg und Berlin. Die neue internationale Verbindung muss daher wie auch andere Fernverkehrszüge über Stendal und Uelzen umgeleitet werden. Zudem hat der Zug in Hamburg-Altona einen Aufenthalt von rund 80 Minuten.

Mehr Züge pro Tag und Richtung ab Mitte Juni

Nach Abschluss der Generalsanierung soll ab dem 14. Juni der Aufenthalt und die Umleitung wegfallen und ein zweiter Zug pro Tag und Richtung hinzukommen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage erklärte.

Die neue Direktverbindung ist eine Kooperation der Deutschen Bahn mit der Dänischen Staatsbahn DSB und der tschechischen ČD. Die neue Verbindung ist das erste von insgesamt zehn von der Europäischen Kommission unterstützten Pilotprojekten zur Förderung grenzüberschreitender Bahnverbindungen.

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1 Kommentar

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  • Yikes, noch mehr Preischaos! Und ungerecht den armen Tropfen gegenüber, die im Vorfeld buchen. Fairerweise müsste es einen Ultrafrühbucherzeitraum geben, in dem dieselben niedrigen Last-Minute-Preise angeboten werden.