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Inflation durch den IrankriegIndexmietverträge gehören abgeschafft

Eva Fischer

Kommentar von

Eva Fischer

An die Inflation gebundene neue Mietverträge sind für Immobilienbesitzer enorm lukrativ. Vielen droht nun erneut eine gravierende Mieterhöhung.

Mietendemo in München: Der Irankrieg treibt die Preise – und auch die Mieten Foto: Lennart Preiss/dpa

D as Problem ist mal wieder der FDP zuzuschreiben. Als die Deutschen 2022 infolge der Corona-Pandemie und des russischen Angriffs auf die Ukraine erstmals seit über zwei Jahrzehnten wieder mit einer gravierenden Inflation konfrontiert waren, sahen Vermieter direkt eine Chance auf noch viel üppigere Mieteinnahmen. Denn es gibt so etwas wie Indexmietverträge.

Durch sie können Vermieter die Kaltmiete an die Entwicklung der Verbraucherpreise anpassen. Ergo: Wenn alles teurer wird – weil zum Beispiel Energie teurer wird – kann der Vermieter nochmal zusätzlich die Kassen klingeln lassen, obwohl er selbst gar nicht unbedingt höhere Kosten hat. Bis 2022 hatten wohl die meisten Menschen das Wort Indexmietvertrag noch nie gehört. Solche Mietverträge waren bis dahin eine Randerscheinung im vorderen einstelligen Prozentbereich. Durch andere Vertragsarten war für Vermieter nämlich mehr zu holen.

Dann beobachteten Mieterschutzvereine einen deutlichen Anstieg neu abgeschlossener Indexmietverträge. Allein 2022 wurde in Metropolen rund ein Drittel aller neuen Wohnungsmietverträge an die Inflation gekoppelt, in Berlin sogar bis zu 70 Prozent. Der Wohnungsriese Vonovia warb damals in einer Geschäftspräsentation damit, welch enormes Potenzial für eine Profitmaximierung in Indexmieten stecke. Trotzdem sah der damalige Justizminister der FDP, Marco Buschmann, keinen Handlungsbedarf.

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Buschmann bezeichnete Indexmieten als Randphänomen, die zudem lange Zeit deutlich langsamer gestiegen seien als reguläre Mieten. Dabei ignorierte er komplett, dass das große Problem gerade erst in der Entstehung war. Vielen Wohnungssuchenden wurde nämlich nur noch ein solcher Vertrag vorgelegt. Ganz abgesehen davon, dass die neuen Indexmieten den Mietpreisspiegel noch weiter nach oben treiben – und damit die Mieten für alle.

Der Krieg treibt die Preise hoch

Nun kommt es infolge des Irankriegs, der Blockade der Straße von Hormus, aber auch durch eine konservative Energie- und Verkehrspolitik erneut zu einer hohen Inflation. Im März stiegen die Preise im Durchschnitt um 2,7 Prozent, Energie verteuerte sich um 7,2 Prozent. Unternehmen werden die höheren Kosten an die Verbraucher weitergeben, ergo werden sich die Lebenshaltungskosten erneut stark erhöhen. Viele Mieten dürften dementsprechend ansteigen.

Justizminister Buschmann ist glücklicherweise Geschichte. Die Indexmieten sind es seinetwegen leider nicht. Immerhin: Die jetzige Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat den Handlungsbedarf erkannt. Im Frühjahr legte sie einen Gesetzesentwurf vor, der die jährlichen Steigerungen der Indexmieten auf 3,5 Prozent begrenzen soll. Das ist schon mal erfreulich, aber nicht genug. Indexmieten müssen komplett verboten werden. Denn sie sind einzig und allein im Interesse von Vermietern, deren Vermögen damit gesichert werden soll, wohingegen die Mieter immer nur verlieren.

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Eva Fischer
Chefin vom Dienst
Jahrgang 1989; seit Anfang 2025 bei der taz, derzeit als Nachrichtenchefin und Chefin vom Dienst bei taz.de. Vorherige Stationen: u.a. EU-Korrespondentin in Brüssel beim Handelsblatt, Redakteurin für Internationale Politik beim Tagesspiegel, Redakteurin bei der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Wirtschaftspsychologie-Studium mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie und dem Nebenfach Politikwissenschaft, Besuch der Holtzbrinck-Journalistenschule, gelernte Medienkauffrau Digital und Print beim Spiegel-Verlag.
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71 Kommentare

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  • Im Studium für Immobilienwirtschaft erklären sämtliche Dozenten dass im Neubau oder nach Kernsanierung nichts anderes als ein Indexmietvertrag in Frage kommt. Falls das Gebäude älter ist und Renovierung braucht, dann normaler Mietvertrag.



    Der Indexvertrag macht es lediglich einfacher eine Mieterhöhung zu begründen. Man verweist auf den Index und fertig. Steigende Inflation wirkt sich immer auf Mieten aus. Index abzuschaffen ist so wenig wirkungsvoll wie die Erhöhung vom Benzinpreis auf einmal am Tag zu limitieren. Diesel war heute bei wieviel, 2.55?

  • Noch sind ca. 65 % der Wohnungen im Bestand von Kleinvermietern. Diese sind meist harmoniebedürftiger und erhöhen die Miete unterdurchschnittlich.

    Für Kleinvermieter sind Indexmieten, wichtig da sie eine faire Grundlage bieten und auch für den Mieter gut abschätzbar sind.

    Wenn Preise steigen, steigen die Preise für Instandhaltungen mit. Instandhaltungen und Reparaturen (ausser Kleinstreparaturen) dürfen laut Gesetz nicht auf die Miete umgelegt werden im Wohnraum und sind auch im Gewerbebereich nur eingeschränkt umlegbar. Das bedeutet: Wenn wir wollen, das Handwerker ordentlich entlohnt werden - ein bischen Solidarität mit der arbeitenden Bevölkerung, wenn man sich schon als links definiert - wäre nett, steigen die Preise auch hier.

    Im Regelfall müssen diese Beträge angespart werden - eine Dachreparatur geht locker in die zehn bis hunderttausende. Heizungen sind alle 10-15 Jahre dran, Dächer ca alle 30 Jahre. Zäune, Garagen, ggf. Elektrik kosten auch. Was macht der Hauseigentümer der zu wenig Miete bekommt: er spart an den Rücklagen und wenn dann das dicke Ende kommt verkauft er an den Großinvestor - wer die Indexmiete angereift fördert die Heuschrecken.

  • Aus Sicht der Mieter ist das natürlich toll gedacht. Keine Steigerung der Miete bei entsprechender Inflation.



    Es ist auch richtig, dass die Kosten (insbesondere der aufgenommene Kredit) für die Wohnung nicht wirklich steigen, da die Nebenkosten in den ganz wesentlichen Teilen von den Mietern getragen werden.

    Aus der Sicht der Vermieter ist dies aber verkehrt. Warum sollen die erzielten Einkünfte in Form der Netto-Kalt-Miete nominell gleich bleiben, real durch die Inflation aber weniger wert sind. Häufig lebt der Vermieter von diesen Einkünften (61% aller Vermieter sind Kleinvermieter).



    Im Übrigen sind diese Indexklauseln schon lange üblich, allerdings eher im professionellen Bereiche (Gewerbe, Büro etc.) und in ähnlicher Form auch bei Wohnungsmieten. Dort unter dem Begriff Staffelmiete bekannt.

  • Das ist doch die fairste Art , eine Miete anzupassen. Ist die Inflation wie in den 15 Jahren vor Corona niedrig, ist es die Mieterhöhung auch.

  • Es gibt Preisanstiege. Die betreffen ein ganz bestimmtes, knapp gewordenes Gut. Aktuell waren es Kakao und Kaffee, vor einigen Jahren Kartoffeln. Inflation ist etwas anderes. In der Inflation sinkt bei im großen und ganzen gleichbleibendem Preisgefüge der Geldwert und nominal wird alles gleichmäßig teurer.



    Nominal gleichbleibende Mieten trotz Inflation bedeuten de facto eine laufende Mietsenkung. Die Mieteinnahmen fallen, die Kosten für Handwerker, kommunale Gebühren, Verwaltung und alle anderen Vermieterpflichten steigen jedoch.



    Damit wird auch klar wer sich für die permanente Mietensenkung relativ zu allen anderen Kosten und zum Tariflohn einsetzt. In erster Linie sind es von Verdi vertretene alteingesessene Angestellte öffentlicher, d.h. zum guten Teil steuerfinanzierter, Betriebe. Junge Leute, die sich gerade einen Studienplatz oder eine Stelle in der Privatwirtschaft erkämpft haben und jetzt dringend in Berlin eine Bleibe suchen, sind es eher nicht.

    • @Axel Berger:

      Was hält auch nicht steigt, trotz Inflation, sind die Löhne.



      Ich habe kürzlich eine mit Indexmiete begründete Mieterhöhung auf meine bereits über dem Mietspiegel liegende Miete erhalten (Mietpreisbremse ließ sich wegen des gesetzlichen Schlupflochs nicht weiter anwenden) und zahle nun mehr als 50% meines Einkommens für die Miete. MfG

      • @J. H.:

        Die Löhne steigen im Schnitt stärker als die Inflation. Deshalb steigen übrigens auch die Renten in den letztren Jahren stärker als die Inflation.

        • @T-Rom:

          Das ist mal wieder nette Zahlentrickserei. Der Median der Gehälter bezogen auf die Kaufkraft ist 2025 nach Jahren der Verluste grade wieder auf dem Niveau von 2019. Das sehr hohe Gehälter gerne überproportional steigen sagt nichts über die Kaufkraft der meisten Menschen in diesem Land aus. Die Mieten sind in genau dieser Zeit stark gestiegen und machen nun einen höheren Anteil am Haushaltseinkommen aus… Ich gönne den Rentnern, aber die Berechnungsformel ist gegenüber 50% der Erwerbstätigen mal wieder eher fragwürdig und erst recht im Mieterhöhungen schön zu rechnen.

  • Bei Indexmieten einfach ebenfalls eine Mietpreisbremse ziehen. Kann meinetwegen automatisch steigen, aber nicht über die lokal gültige Kappungsgrenze für Mieterhöhungen hinaus (20% binnen 3 Jahren bzw. 15% in Orten mit amtlich festgestelltem "angespannten Wohnungsmarkt").



    Eva Fischers bisher nicht vorhandene Argumentation, warum die vorgeschlagene Kappung auf maximal 3,5% pro Jahr "nicht genug" sei, würde mich schon mal interessieren...

    • @Kawabunga:

      Das stimmt leider nicht. Ich habe nach Mietvertragsabschluss die Mietpreisebremse angewendet. Danach war meine Miete etwas weniger teuer, aber immer noch über dem Mietspiegel, da der Vormieter schon zuviel gezahlt hatte (und von der Mietpreisbremse nichts wusste).



      Jetzt mit der Indexmiete begründeten Erhöhung von 17% (in Berlin), liegt meine Miete fast wieder bei der ursprünglichen Höhe. Rechtsberatung des Mietervereins sagt ich kann dagegen rechtlich nichts tun.

      Max. 3,5% pro Jahr würde den Schaden begrenzen. Aber mein Lohn steigt ja auch nicht um 3,5% pro Jahr. Viele Menschen arbeiten fast nur noch für die Miete...

  • Jegliche Preisbindung an Indizes ist schlecht und muss letztlich verboten werden. Warum? Wenn Preise sich an Indizes binden, die ja alle die Entwicklung der Vergangenheit darstellen. Dann werden diese Änderzng bei der folgenden Preisanpassung auf-oder abgeschlagen. Nun wird diese Preisänderung am Markt umgesetzt und wirkt sich bei der nächsten Indexberechnung exakt wieder so aus, also exakt wieder die gleiche Steigerung/Abschlag in %.



    Eine Endlossprirale die wenn alle sich an Indizes halten würden, nie wieder zu stoppen ist. Antimarktwirtschaftlich und extrem schädlich! Preisfindung durch Angebot und Nachfrage werden komplett ausgehebelt durch einen Preismechanismus aus der Vergangenheit.

    • @Tom Farmer:

      Das stimmt so nur bedingt, da die Miete in Ihrem Modell ja immer nur der Entwicklung hinterherhinkt. Im Übrigen gibt es bei der Wohnungsmietpreisfindung kein jährliches Angebot, da ja die Miete nicht jährlich neu ausgehandelt wird. Dies geschieht immer nur bei Mieterwechsel.

    • @Tom Farmer:

      So ist das aber auch richtig. Wenn die Inflation hoch ist, fordern auch Gewerkschaften höhere Gehälter.

    • @Tom Farmer:

      Im Prinzip haben Sie recht, für normale Preise auf jeden Fall. Kartoffeln und Hemden kaufe ich nicht im Abonnement sondern von Fall zu Fall und vergleiche Angebot und Preise jedes Mal neu. Bei der Miete ist es anders. Der Vertrag wird einmal geschlossen und besteht dann im Idealfall über Jahrzehnte. Eine Anpassung an die laufende Geldentwertung ist unausweichlich, beim Taz-Abonnement übrigens ebenso. Wie also soll man das regeln? Soll der skrupel- und rücksichtsloseste Vermieter belohnt werden zu Lasten des Handwerkers mit zwei oder drei Wohnungen als Alterssicherung? Soll es allein die Witwe mit kleiner Rente treffen, den gutvernetzten Anwalt in der Altbauwohnung aber nicht? In diesem speziellen Fall erscheint mir die Bindung an ein objektivierbares Vergleichskriterium nicht verkehrt.

  • Ich wäre mit der Forderung nach Abschaffung von Indexmietverträgen vorsichtig. Die Mieterhöhungen nach dem Verbraucherpreisindex fallen i. d. R. geringer aus als die max. 15% in drei Jahren, die man die Miete anheben darf, wenn die Miete unterhalb des Mietspiegels liegt.

    • @Aurego:

      Ich bin gerade in einer größeren Stadt auf Suche. Was mir dabei sauer aufstößt: Index- oder Staffelmiete gepaart mit einer Startmiete, die gerade noch zulässig über dem Mietspiegel liegt. Scheint leider insbesondere bei privaten Vermieter*innen beliebt zu sein. An der Stelle könnte man gesetzlich schon mal die Ansage machen, dass wenn schon Index- oder Staffelmiete, dann wenigstens maximal Mietspiegel zu Beginn.

      • @Fairchild670:

        Neuverträge liegen immer über dem Mietspiegel. Das muß so sein und liegt allein an der Berechnung. Die Angabe ist der Median der erhobenen Einzelwerte, immer genau die Hälfte aller Mieten liegt darüber, die andere darunter. Niedrigere Neumieten senken den Spiegelwert, ändern an diesem Zusammenhang aber gar nichts.



        In Zeiten der Inflation und Geldentwertung, bei Fiatgeld also immer, sinken Bestandsmieten real ab. Es ist nicht notwendig so, daß heute teurer vermietet würde. Beim Abschluß lag die vor Jahren vereinbarte Höhe der Altmiete als Kaufkraft gerechnet genauso hoch wie die heute abgeschlossenen.



        Weil es der Median ist und nicht der Mittelwert, spielt es übrigens keinerlei Rolle, wie weit die höchsten und niedrigsten Einzelwerte vom Mietspiegel abweichen. Es wird einfach abgezählt und es kommt allein auf den Bereich an, in dem jeweils die Hälfte der Einzelmieten darüber und darunter liegen.

  • Ich finde Index Mietverträge an sich nicht verwerflich.



    Das Problem ist nicht der Mietvertrag sondern das miet Niveau durch fehlenden Wohnraum.



    Was ist eigentlich der Wunsch der Autoren? Mieten umsonst machen?



    Kann man Mieten nicht wirtschaftlich für alle günstiger machen auf Dauer wie die Baukosten und Instandhaltungskosten sind.



    Wir hatten im Westen früher Mal viel günstigen Wohnraum und vergleichsweise niedrige Mieten.



    Die DDR taugt das eher nicht als Vorbild, denn die Wohnungen waren dann oft einfach Schrott.

    Und wie war das gelungen in der BRD? Viel bauen. Viele Sozialwohnungen um die unteren Schichten zu versorgen, und eine richtige Förderung um sich der Mittelschicht ihre selbstgebaute/selbstgenutzte Immobilie zu ermöglichen. Folge war sehr viel Wohnraum, und die wohlhabenden konkurrieren nicht um Mietwohnraum mit den ärmeren.



    Heute kann sich die Mittelschicht kaum noch eine Wohnung kaufen und sie konkurrieren dann mit Haushalten um knappen Wohnraum mit dem doppelten und dreifachen Gehalt.

  • Viele Vermieter in den Kommentaren. Ich mach mal einen Kompromissvorschlag: Indexmieten sind dann angemessen, sobald es Index-Arbeitsverträge gibt, wo ebenfalls automatisch mit der Inflation das Gehalt steigt. Die gleichen Argumente die die Vermieter bzgl. ihrer Mietentwertung und Gewinnerwartung hier anbringen trifft ja ebenso auf Löhne zu.

    • @Maxime Musterfrau:

      Für alle gibt es das zugegeben nicht, aber die von Verdi vertretenen Angestellten der zum großen Teil steuerfinanzierten Betriebe sind nahe dran.

      • @Axel Berger:

        Nahe dran ist aber nicht gleich Inflationsausgleich. Auch die Tarifverträge des ÖD gehen regelmäßig mit Kaufkraftverlusten einher. Nicht so drastische wie in anderen Branchen, aber dennoch. Und nun sind ja nicht nur ÖD-Angestellte Mieter. Mein Vorschlag bleibt also bestehen.

    • @Maxime Musterfrau:

      Im Prinzip richtig, nur kann man nicht von einer Seite verlangen, ihre eigenen Interessen erst dann durchzusetzen, wenn die andere Seite das auch geschafft hat.

      • @Forist Grump:

        und warum genau kann man das nicht verlangen?

        • @Petros:

          Weil die Menschen selber dafür zuständig sind höhere Löhne zu erstreiten.

  • Die Lösung heißt mehr Wohnraum! Das allein kann gegen steigende Miete in beliebten Gebieten helfen. Aber wer will den heute Vermieter sein? Ich würde mir das nicht antun. Ich verstehe immer nicht, warum sich die Autorin und alle anderen, die Ausbeutung rufen, nicht Geld von der Bank leihen, eine Wohnung kaufen und diese dann fair (was immer darunter verstanden wird) vermieten. Da die raffgierigen Vermieter Kohle ohne Ende scheffeln, muss das doch ganz leicht sein. Den Kredit gibt einem die Bank gerne, wenn das Konzept wirtschaftlich tragfähig ist. Und das scheint ja alles kein Problem zu sein. Also: Nicht jammern: Kredit aufnehmen, Wohnung kaufen, fair vermieten. Wenn es doch nicht so easy ist, vielleicht die Kritik überdenken.

    • @Strolch:

      Wie Sie schon unterschwellig darstellen, wird das nicht klappen.



      Ein KfW-55-Bau (ohne Grundstück) kostet in Deutschland ca. 4.000 EUR/qm. Wenn ich das zu 100% bei der Bank refinanziere (aktuell 4% Zinsen, 2% Tilgung) sind das pro Monat 20 EUR je Quadratmeter. Das wäre dann der Mietpreis ohne Bildung von Rücklagen für Instandhaltung, wo nochmals ca. 0,5 EUR bis 0,8 EUR je qm empfohlen sind.

      Wir sprechen also mal ganz locker von über EUR 21,00/qm Miete, die man derzeit nehmen müsste.

    • @Strolch:

      Privater Neubau hat in der Regel sehr hohe Mieten.



      Ein Lösungsansatz ist genug Wohnraum in öffentlicher Hand (siehe z.B. Wien).

      Wenn ich das Geld hätte, eine Wohnung zu kaufen, würde ich selbst einziehen.

      Die großen Wohnungskonzerne machen sehr wohl Gewinne, sonst würde es diese nicht geben. Ich kenne Vermieter, die eine Wohnung zu fairen Preisen (= im unteren bis mittleren Bereich des Mietspiegels) vermieten. Diese haben die Wohnung gekauft, als die Preise noch nicht so hoch waren und machen auch Gewinn (200-300€ im Monat). Zusätzlich zu der Geldanlage, die eine Eigentumswohnung immer auch ist.

      In einem selbstverwalteten Haus hatten wir mit einem Mietpreis von 6-7€ pro qm jedes Jahr Überschüsse zum Investieren.

  • "... – kann der Vermieter nochmal zusätzlich die Kassen klingeln lassen, obwohl er selbst gar nicht unbedingt höhere Kosten hat."



    Warum? Bei Inflation wird alles teurer, wo hat da bitte ein Vermieter "nicht unbedingt höhere Kosten"? Beispiele bitte.

    • @Stefan L.:

      Der damalige Kaufpreis oder diemKosten der Renovierung ändert sich ja nicht. Also kann er zusäztlich seine damalige Kalkulation pimpen.



      Für.mich ein logisches Argument.



      Das die variablen Kostem steigen ist unabhängig davon richtig, aber nicht Mietpreisentscheidend.

      • @Tom Farmer:

        Warum soll das nicht mietpreisentscheidend sein?

  • Ich verstehe die Argumentation nicht. Ja, der Vermieter nimmt durch die automatische Anpassung an die Inflation mehr Geld ein. Gleichzeitig wird aber das eingenommene Geld durch die Inflation genau um den gleichen Betrag entwertet. Auf der bereinigten Vermögensseite des Vermieters ändert sich absolut nichts. Bis vor Kurzem waren Indexmietverträge übrigens auf Mieter- und Mieterorganisationsseite eigentlich gern gesehen. Mir ist nicht klar, warum auf diesen Verträgen jetzt herumgehackt wird.

    • @TheBox:

      Die Sache ist relativ einfach. Machen wir einfach folgendes Gedankenexperiment:



      Ich kaufe eine Wohnung für 120.000€ (inklusive Kaufnebenkosten) und nehme zu Beginn eine Nettokaltmiete von 320€ monatlich ein. Abzüglich des nicht umlegbaren Teils des Hausgeldes von ca. 70€ pro Monat bleibt mir als Vermieter eine Rendite vor Steuern von (250€*12)/120.000€)=2,5%.



      Es ist zwar richtig, dass die Einnahmen von 3.000€ durch Inflation im Laufe der Zeit immer weniger Kaufkraft haben, aber dasselbe trifft ja auf meine anfänglich eingesetzten 120.000€ ebenfalls zu. Meine Rendite vor Steuern bleibt also dieselbe, nämlich 2,5%, wenn ich die Miete nicht erhöhe.



      Setze ich jedoch Mieterhöhungen durch, erhöht sich dadurch meine Rendite.



      Als Vermieter bin ich also in der glücklichen Lage, meine Rendite selbst - ohne jegliche äußeren Einflüsse, sondern nur aufgrund der gesetzlichen Lage - regelmäßig erhöhen zu dürfen.



      Erhöhe ich die Miete alle 3 Jahre um je 15% (weil sie bei Kauf weit unter dem Mietspiegel lag), so steigt meine Rendite innerhalb von 10 Jahren von anfänglichen 2,5% auf 3,8%. Bei Indexmietverträgen mit einer Erhöhung von 2% pro Jahr stiege die Rendite in 10 Jahren nur von 2,5% auf 3,05%.

      • @Aurego:

        Als ob die Rendite nur von den Kaufkosten abhängt. Zudem muss man bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung auch noch die Wertsteigerung sehen, Alternative ist ja immer der Verkauf.

      • @Aurego:

        Das ist eine Renditeberechnung auf den Wert der Immobilie nur zu Anschaffungskosten.



        Da diese Immobilie aber im Wert durch die Inflation steigt nach der gängigen Ertragswertmethode, bleibt die Rendite gleich bezogen auf den Zeitwert.

      • @Aurego:

        Das Ganze funktioniert doch nur, wenn man für den Kauf der Wohnung nicht selbst eine Finanzierung braucht.

        Beispiel:

        Kaufpreis: 120.000 €



        Eigenkapital: 30.000 € (25 %)



        Fremdkapital: 90.000 €



        Zinssatz: 4 % p.a.



        Tilgung: 2 % p.a.

        Zinszahlung Jahr 1: 90.000 × 4 % = 3.600 €

        Jahresüberschuss (nach Hausgeld): 3.000 €



        Überschuss nach Zinsen: 3.000 − 3.600 = −600 €



        Rendite auf Eigenkapital: −600 / 30.000 = −2 %

        Ohne Finanzierung entspricht die nominale Rendite einfach Jahresüberschuss / Kaufpreis. Mit Finanzierung hängt die Rendite stark von Eigenkapitalquote, Zinssatz und Tilgung ab.

        Im Übrigen ist der Kaufpreis von 120.000 € für eine Eigentumswohnung unrealistisch niedrig. Bei realistischen Preisen von 250.000 bis 300.000 € sinkt die Rendite auf ca. 1 bis 1,5 % nominal, oder es muss eben eine entsprechend höhere Miete von 600 bis 700 € verlangt werden.

        • @Forist Grump:

          wow, was für eine witzige Kalkulation. Viele Zahlen ohne Sinn und Verstand aneinander reihen hat aber leider nichts mit Mathematik zu tun.



          Es gibt gute Kurse in der Volkshochschule auch für ältere Menschen die Probleme beim Rechnen haben.

          • @Petros:

            Sorry, aber der Forist Gump macht nur die ganz normale Betrachtung professioneller Vermieter.



            Da ich selber zu dieser Gruppe gehöre, erlaube ich mir, Ihnen zu sagen, dass Sie, liebe(r) Petros selber den empfohlenen Volkshochschulkursus besuchen sollten



            Die Rechnung von Forist Gump zeigt perfekt auf, warum in Deutschland keiner mehr baut, um anschließend zu vermieten. Es lohnt sich nicht mehr.

        • @Forist Grump:

          Wenn man sieht, wie Sie Renditen berechnen, wundert man sich über das Gejammere der Kleinvermieter nicht, die behaupten, sie würden mit ihren Immobilien kein Geld verdienen. Gleichzeitig beweisen Sie durch Behauptungen wie "Im Übrigen ist der Kaufpreis von 120.000 € für eine Eigentumswohnung unrealistisch niedrig." Ihre absolute Ahnungslosigkeit.



          Daher zwei Tipps von mir: 1. Beschäftigen Sie sich bitte intensiv mit Grundrechenarten und Prozentrechnung! 2. Recherchieren Sie die aktuellen Preise für kleine Wohnungen in Städten wie Berlin und Leipzig.

        • @Forist Grump:

          Plus Wartung und Modernisierung wo die Kosten teilweise deutlich schneller als bei der normalen Inflation steigen.

          • @Machiavelli:

            Modernisierung darf 1:1 auf den Mieter umgelegt werden. Und nach 11 Jahren hat der Mieter diese bezahlt und danch ist es nur noch Reingewinn. Natürlich für den Vermieter.



            Wartung - also Hausmeisterkosten werden auch umgelegt auf den Mieter.



            Aber schön, dass sie zeigen wie die Belastungen der Mieter unverhältnissmäßig steigen.

            • @Petros:

              Werden auf den Vermieter umgelegt und dementsprechend die Erhöhung auch dann ist ja alles in Ordnung.

  • Als Vermieter muss ich mich auch um den Bestand der Immobolien kümmern. Die Kosten dafür steigen mit der Inflation. Ohne Inflationsausgleich mache ich keinen Mietvertrag mehr. Falls das verboten wird Verkäufe ich die Immobilie, nehme die Wertsteigerung mit und investiere anderweitig. Keine Ahnung wer dann noch Wohnraum zur Vermietung schafft oder zur Verfügung stellt - ich jedenfalls nicht. Kurzsichtiger geht es kaum.

    • @Nachtsonne:

      Ja, bitte verkaufen Sie! Wie freuen uns über jedes Objekt, das wieder auf den Markt kommt.

      Sie wissen hoffentlich, dass die Kosten für Instandhaltung implizit durch die Mieten abgedeckt werden und dass man auch bei normalen Mietverträgen das Recht hat, innerhalb von 3 Jahren eine um 15% höhere Miete zu verlangen, solange diese den Mietspiegel nicht übersteigt.

    • @Nachtsonne:

      Als stünden Mieten noch in irgendeinem Verhältnis zu den Kosten.

      • @pumble:

        Natürlich steigen die Kosten mit der Zeit - genau wie die Mieten. Ob Mieten und Kosten im richtigen Verhältnis stehen, kann man nicht pauschal sagen. Das hängt von der Lage ab. Ein Hausgeld von ca. 5 bis 6€/qm ist inzwischen nicht mehr ungewöhnlich. Beim Mieter kommen davon ca. 4€/qm als Betriebskosten an. Der größte Posten sind i. d. R. die Heizkosten. Natürlich war das alles vor 10-15 Jahren günstiger. Das ist aber auch im Rahmen des in dieser Zeit gestiegenen VPI durchaus plausibel.

    • @Nachtsonne:

      Dann verkaufen Sie doch. Meinen Sie irgendjemand ist traurig darüber?

      • @Petros:

        Yippie!



        Am besten an Vonovia & Co.



        Die wissen dann am besten, wie man das Geschäft rentabel betreibt.



        Ein wahrer Segen für die Mieter!

        • @Carsten S.:

          Als jemand, der beruflich mit jeder Menge privaten Kleinstvermietern und großen kommerziellen Vermietungsgesellschaften zu tun hat: ja, bitte. Die meisten Privatvermieter haben vom berühmten Tuten und Blasen keine Ahnung und würden sich selbst und den Mietern tatsächlich einen Gefallen tun, wenn sie ihr Objekt an irgendeine Heuschrecke verkaufen würden.

      • @Petros:

        Zu Petros



        Ja, der Mieter, da der nächste Vermieter die Preise erhöhen kann.



        m,w,d Pumble, die Instandhaltung plus Rücklagen für Renovierung sind mittlerweile immens, schon allein die Kosten für energetische Sanierung sind rapide gestiegen und gar nicht mehr umlegbar.

        • @Reinero66:

          Warum kann der nächste Vermieter die Preise erhöhen? Können Sie mir das erklären?



          Mietrecht kann man heutzutage recht einfach im Internet nachlesen.



          Energetische Sanierung ist ist nicht umlegbar??? Lesen sie mal § 559 BGB.



          Mich ärgern Kommentare die entweder absichtlich falsch sind oder einfach wegen Unwissenheit . So oder so sollte man schon wenigstens die Basics wissen bevor man kommentiert.

          • @Petros:

            Sie vergessen die Deckelung auf 3 Euro (Kappungsgrenze) bzw 50 Cent je qm (Heizungstausch) .

          • @Petros:

            Für das Gebaren der Kapitalgesellschaften -- und der städtischen Gesellschaften für Wohnraum in öffentlicher Hand nicht weniger -- braucht man nur diese Zeitung zu lesen.



            Internetlesen mag unterhaltsam sein, das ist es dann aber auch schon. Einer Bekannten wurden gerade durch Falschabrechnung 150 Euro gestohlen. Die Sachlage ist eindeutig und unzweifelhaft. Sie ist weit über siebzig, und bevor sie sich mit Anwälten einläßt und durch die Mühle der Gerichte drehen läßt, zahlt sie lieber. An Erhalt und Wartung sparen die Gesellschaften, eine große und gut ausgestattete Rechtsabteilung haben sie alle.

  • Es ist noch nicht sehr lange her, da wurden Indexmieten zwecks Mieterschutz gefordert, da die Miete immer nur so stark steigen sollte, wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten.

    Anders als behauptet, verlieren Mieter damit auch nicht zwingend. Es kommt halt auf die Preisentwicklung an.

    • @DiMa:

      Leider steigen die Löhne nicht entsprechend mit.

      Und der Indexmietvertrag hebelt das Mietrecht aus, da die Mieterhöhung damit auch erlaubt ist, wenn die Miete bereits über dem Mietspiegel liegt.

      Ich kann mich übrigens nicht daran erinnern, dass Indexmieten jemals zwecks Mieterschutz bei Wohnraum gefordert wurden. Das wird hier im Forum behauptet - gibt es Belege?

      Meines Wissens kommt das Prinzip der Indexmieten aus der Vermietung von Gewerbeflächen (wo es keinen Mietschutz gibt).

      Und, wann ist die Inflation denn zuletzt gesunken?

      • @J. H.:

        Die Reallohnentwicklung zeigt, dass die Löhne sehr wohl schritthalten.

      • @J. H.:

        Der Indexmietvertrag hebelt das Mietrecht nicht aus sondern ist Teil des Mietrechts; es ist einfach nur eine andere Art der Mietenanpassung.

        Hier ein Belegbeispiel für die damalige Forderung der SPD aus 2018: www.sueddeutsche.d...und-gut-1.4137591?

  • Interessant. Ich könnte mir vorstellen, dass sehr viele MieterInnen glücklich wären, wenn ihre Mieten nur so stark steigen würden wie die Inflation. Das, was rechtlich zugelassen ist für die Miethaie, liegt ja weit jenseits normaler Inflation.

    • @Jalella:

      Ihr Kommentar ist faktisch inkorrekt.

      Die Indexmiete hebelt das Mietrecht aus, da sie (wie die Staffelmiete) eine Mieterhöhung auch erlaubt, wenn die Miete bereits über dem Mietspiegel liegt.

    • @Jalella:

      Ich kann mitlerweile jeden Kleinvermieter verstehen, der nicht nehr als Miethai beschimpft werden will und seine Mietwohnung einfach dem Markt entzieht, indem er gar nicht mehr vermietet.

      • @Carsten S.:

        Leerstand ist max. für 3 Monate legal.

        "Eigentum verpflichtet" steht im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, genauer in Artikel 14 Absatz 2. Dort heißt es vollständig: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“

        • @J. H.:

          Dann wird die Bude nicht saniert und ist damit unvermietbar. Und dann?

      • @Carsten S.:

        Ich vermiete eine Wohnung in Berlin am Leopoldplatz:



        84m2, 635€. Warm! Nach allen Unkosten (Wohngeld, etc) mache ich trotzdem so 2500 - 3000€ Gewinn im Jahr.



        Und kommen Sie mir jetzt nicht der DDR - das Haus ist in einem guten Zustand.



        Und noch was: es gibt in Deutschland keine Pflicht Kleinvermieter zu sein. Sollen sie doch verkaufen, all die ach so armen Vermieter. Und warum tun sie es nicht? Aus christlicher Nächstenliebe? Oder weil sie doch ohne Arbeit ein gutes Einkommen haben?

        • @Petros:

          Wohngeld als Unkosten?



          Das tönt spannend.

  • Welchen Sinn hat ein Euro-Betrag, der unter anderen Voraussetzungen vereinbart wurde?



    Langfristige Verträge ohne Inflationsanpassung riskieren immer die völlige Unangemessenheit - denn die Euro von letztem Jahr sind nicht mehr die Währung heute. Dass es solche Verträge nicht schon häufiger gibt, lag daran, dass Inflation in den 2010er Jahren (und teilweise davor) ein Randphänomen war.



    Ich weiß nicht, was man sinnvoll gegen eine Inflationsanpassung einwenden kann. Sie ist wirtschaftlich für beide Seiten sachgerecht, objektiv und willkürfrei, da nicht von den Parteien beeinflussbar.



    Es kann sinnvoll sein, Inflationsspitzen über mehrere Jahre zu verteilen. Weshalb jedoch eine Wohnung jedes Jahr real billiger werden sollte, ist nicht zu verstehen.

    • @Frauke Z:

      Dummerweise wird mein Gehalt nicht automatisch an die Inflation angepasst. Im übrigen werden die durch die Inflation gestiegenen Betriebskosten ja ohnehin auf die Mieter umgelegt. Zukünftige Modernisierungskosten steigen durch die Inflation zwar auch - aber auch die werden ja auch auf die Mieter umgelegt. Wo soll die wirtschaftliche Ungerechtigkeit zuungunsten des Vermieters liegen?

      • @pumble:

        Die Reallohnentwicklung zeigt, dass die meisten das hinbekommen. Wenn Sie das nicht schaffen, warum soll der Vermieter sein Einkommen nicht wenigstens auch entsprechend der Inflation anpassen können?

      • @pumble:

        Ich stimme zu.



        Selbst die Grundsteuer wird auf die Mieter umgelegt.

      • @pumble:

        Zu Pumble



        Wir haben nach Abzug der Förderung 106000€ Investiert, auf 15 Jahre gerechnet sind das ca. 7000€ pro Jahr dies geteilt durch 12 ergibt 600€ Mieterhöhung pro Monat, wenn ich das Geld bar hätte, mit Zinsen müsste ich ca.750€ pro Monat aufschlagen, da es sich um zwei Wohneinheiten a 75m2 handelt wären dies pro Mietpartei 375€ bei einer Ersparnis im Jahr von ca. 450 Liter Heizöläquivalent. Also vermiete ich nicht, da mir niemand die Miete zahlen würde (die dann auf Hamburg oder Münchenniveau läge) und der Gesamtaufwand in keinem Verhältnis zu den Einnahmen steht.

        • @Reinero66:

          Also verkaufen Sie mit Gewinn?

        • @Reinero66:

          Lassen Sie die Wohnung leer stehen oder nutzen sie sie selber?



          Warum haben sie die Wohnungen dann überhaupt gekauft?

          • @Petros:

            Ich habe die Wohnungen zusammengelegt (Wanddurchbruch) und bewohne sie mit 2 Personen, hatte das Geld in bar und habe meine Ruhe. Die Öko Heizung (Pellets) war im Februar defekt, mussten 6 Tage auf das Ersatzteil warten, hätte ich da Mieter gehabt, wäre die Jahresmiete für deren Unterbringung drauf gegangen, so hatten nur wir keine warme Dusche und zweilagen Pullover an.