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Karin Prien über „Demokratie leben“„Vielfalt sehe ich nicht als staatliches Förderziel“

Familienministerin Prien (CDU) verteidigt den Umbau des Programms „Demokratie leben“. Die geförderten Projekte zielten zu sehr aufs „linksliberale Milieu“.

Karin Prien strich 200 Projekten die Demokratieförderung, will aber von einem Generalverdacht gegenüber Linken nichts wissen Foto: Jens Gyarmaty

taz: Frau Prien, gerade hat die AfD bei den Landtagswahlen im Südwesten Rekordergebnisse erzielt. Im Herbst könnte sie in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ganz vorn liegen. Und jetzt verkünden Sie, das Programm „Demokratie leben“ umzubauen und rund 200 Projekte nicht mehr zu fördern. Schlechtes Timing, oder?

Karin Prien: Das finde ich nicht. Aus meiner Sicht ist es Zeit, dass wir neue Strategien finden, mit dieser Vertrauenskrise umzugehen. Wie es besser gelingt, diejenigen zu erreichen, die auf der Kippe stehen, die uns in der Mitte der Gesellschaft verloren gehen.

taz: Und das schafft man, indem man Demokratieprojekte beendet?

Prien: Da gibt es viele Missverständnisse. Um es klar zu sagen: Wir setzen das Programm „Demokratie leben“ fort, Demokratiebildung und Extremismusprävention sind in diesen Zeiten unverzichtbar. Es geht mir heute nicht um Kürzungen, sondern darum, dass wir andere Schwerpunkte setzen: mehr Pluralismus, mehr Transparenz, demokratische Legitimation.

Im Interview: Karin Prien

ist seit Mai 2025 Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

taz: Es wird keine Kürzungen geben?

Prien: Wir sind ganz am Anfang der Haushaltsberatungen. Das Bundesfamilienministerium wird 2027 insgesamt 170 Millionen Euro einsparen müssen. Das könnte auch in geringem Maße „Demokratie leben“ betreffen. Die Mittel sind in den vergangenen Jahren aber auch nicht in vollem Umfang ausgeschöpft worden. Zunächst werden wir Bewährtes fortsetzen; was sich nicht bewährt hat, stellen wir ein und Reformbedürftiges stellen wir neu auf.

taz: Was genau wollen Sie bei „Demokratie leben“ umbauen?

Prien: Wir müssen mehr auf die Mitte der Gesellschaft zielen. Wir brauchen bessere Demokratiebildung an Kitas, Schulen und Berufsschulen, in Betrieben und Gewerkschaften. Wir müssen in die Breite kommen, dahin, wo die Menschen sind. Und wir wollen uns aufs Internet konzentrieren, weil sich dort junge Leute informieren und zu viele leider auch radikalisieren.

taz: Sie wollen mehr Mitte, weniger Vielfaltsförderung: Was soll das konkret heißen?

Prien: Zu einer liberalen Demokratie gehört zentral natürlich die Verteidigung von Minderheitenrechten. Gesellschaftliche Vielfalt ist grundsätzlich positiv – aber als staatliches Förderziel sehe ich das nicht.

taz: Es geht doch darum, diskriminierte Gruppen zu stärken. Haben Sie keine Sorge, dass Sie die Betroffenen vor den Kopf stoßen?

Prien: Es ist nicht meine Absicht, aber ich kann das nicht ausschließen. Es ist aber trotzdem richtig, den Schwerpunkt anders zu setzen.

taz: Wie denn?

Prien: Die Partnerschaften für Demokratie, der größte Pfeiler des Programms, werden ausgebaut. Noch in diesem Jahr werden wir 30 zusätzliche Partnerschaften haben. Das halte ich für sinnvoll: vor Ort die Menschen zusammenzubringen, die zum Teil verlernt haben, miteinander ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus fördern wir weiterhin die Landesdemokratiezentren und die erfolgreiche Extremismusprävention im Strafvollzug. Was nun wegfällt, sind die Innovationsprojekte und die bundeszentrale Infrastruktur.

taz: Zu den Trägern, deren Projekte beendet werden sollen, gehören der Zentralrat der Juden, die Amadeu-Antonio-Stiftung oder der BUND. Haben die sich nicht bewährt?

Prien: Darum geht es gar nicht. All diese Organisationen können sich neu bewerben, wenn sie bereit sind, Projekte aufzulegen, die den zukünftigen präzisierten Förderzwecken entsprechen. Es gibt niemanden, den wir von vornherein ausschließen.

taz: Riskieren Sie nicht, dass jahrelang aufgebaute Expertise verloren geht?

Prien: Natürlich werden wir uns auch weiter auf die Expertise, die sich bewährt hat, verlassen wollen.

taz: Eine andere Organisation, deren Projekt beendet wird, ist HateAid. Die Initiative kämpft gegen digitale Gewalt, unterstützt auch Collien Fernandes, deren Fall gerade breit diskutiert wird. Ist diese Arbeit nicht unterstützenswert?

Prien: Ich betone immer wieder: Ein Schwerpunkt des neuen Programms wird die digitale Welt sein, die Extremismusprävention, der Einsatz gegen Antisemitimus, Frauenfeindlichkeit und Rassismus und andere Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Netz. Auch HateAid hat die Möglichkeit, sich auf das neue Programm zu bewerben.

taz: Sie wollen die Innovationsprojekte einstellen. Aber genau dieser Programmbereich hatte das Ziel, das Sie nun vorgeben: neue Wege zu erproben, wie Menschen erreicht werden können. Das ist doch widersprüchlich.

Prien: Wir haben uns die Wirksamkeit des Programms angeschaut und sichern die Ergebnisse der bisherigen Arbeit. Klar ist: Geförderte Projekte müssen den gesetzten Zielen entsprechen – es geht nicht nur darum, neue Schwerpunkte zu setzen, sondern auch die Haushaltsmittel effizient einzusetzen.

taz: Es läuft gerade eine Evaluation des Programms. Warum haben Sie deren Ergebnis nicht abgewartet?

Prien: Es läuft eine Dauerevaluation. Wir haben Ergebnisse von früheren Prüfungen, auch vom Bundesrechnungshof, wir haben viele Gespräche mit den Trägern und vielen Experten geführt. Damit wir in dieser Legislaturperiode etwas bewegen, musste ich handeln. Mit den bisherigen Maßnahmen haben wir es nicht geschafft, eine höhere Akzeptanz für das Programm zu erreichen. Wir sehen ja auch das Problem, dass sich immer mehr Menschen von der Demokratie abwenden.

taz: Sie wollen mehr in die Schulen, Vereine oder Feuerwehren gehen und dort Demokratieprojekte fördern. Klingt sinnvoll. Aber glauben Sie, die können das leisten? Es sind doch gerade Schulen und Vereine, die bei extremistischen Vorfällen die Ex­per­t*in­nen aus der Zivilgesellschaft um Rat fragen.

Prien: Wir fördern bereits viele Demokratieprojekte in Schulen und Vereinen. Und dort höre ich in vielen Gesprächen: Wir könnten deutlich mehr machen. Ich glaube, dass wir über diese leistungsstarken Strukturen – etwa den Jugendsport, die kulturelle Bildung, die Pfadfinder, Jugendfeuerwehren oder Landjugend – viel mehr Kinder und Jugendliche erreichen können als bisher.

taz: Aber was, wenn die Feuerwehr und der Sportverein selbst von Rechtsextremen dominiert sind?

Prien: Wir müssen jeden Versuch unternehmen, wieder ins Gespräch zu kommen.

taz: Kann es nicht beides geben, Förderung von Projekten in Schulen und Vereinen – und von Trägern aus der Zivilgesellschaft?

Prien: Natürlich, das ist kein Gegeneinander. Aber es ist wichtig, dass das Programm pluralistisch aufgestellt ist, damit es eine breite Akzeptanz hat.

taz: Ist das Programm aktuell nicht pluralistisch?

Prien: Den Eindruck kann man bekommen, ja.

taz: Was ist das Programm dann: zu links?

Prien: Mein Ziel ist eine resiliente Bürgergesellschaft – deshalb ist mir Pluralismus wichtig.

taz: Aber es gibt Projekte des Zentralrats der Juden, der Türkischen Gemeinde, vom Kinderhilfswerk oder der Konrad-Adenauer-Stiftung – das sind doch nicht alles linke Initiativen.

Prien: Es ist der Eindruck entstanden, dass das Programm eine Ausrichtung hat, die eher in das linksliberale Milieu hineinreicht. Ich will das Programm aber breit in der Mitte der Gesellschaft aufstellen. Ich will die stille Mitte erreichen, die sich von der Demokratie abzuwenden droht. Da bröckelt etwas, was bisher nicht im Fokus des Programms stand.

taz: Sie wollen künftig mehr Projekte gegen Linksextremismus, Islamismus und Antisemitismus fördern. Wenn es insgesamt nicht mehr Geld gibt, heißt das, dass es weniger Projekte gegen Rechtsextremismus geben wird?

Prien: Das kann ich noch nicht sagen. Wir sind dabei, die Förderrichtlinien zu überarbeiten. Ich werde aber auch nicht müde zu sagen, dass nach wie vor die größte extremistische Bedrohung vom Rechtsextremismus ausgeht.

taz: Gegen „Demokratie leben“ fahren seit Monaten das rechte Krawallportal Nius und die AfD eine Kampagne. Beugen Sie sich dem Druck von rechts außen?

Prien: Nein. Die Kritik zu Legitimation, Wirksamkeit und Transparenz des Programms ist schon viel älter. Und für manchen ganz rechts gelte ich sowieso als „linksradikaler Brückenkopf“.

taz: Willkommen im Klub.

Prien: (lacht) Mein Ziel ist, wie wir jene erreichen, die noch erreichbar sind für die freiheitliche Demokratie.

taz: Die AfD hat einen Leitfaden erstellt, um „Demokratie leben“ in den Kommunen auszubremsen. Sie nutzt dabei eine Neuregelung aus Ihrem Haus, dass Kommunalparlamente den Partnerschaften für Demokratie zustimmen müssen. Wie gehen Sie damit um? Gerade im Osten sind die Parlamente oft von der AfD dominiert.

Prien: Es ist wichtig, dass die Programme vor Ort eine demokratische Legitimation haben. Ich finde es auch ein legitimes Anliegen, dass wir wissen wollen, wer genau in den Kommunen unsere Mittel bekommt – das tut das Ministerium bisher nämlich nicht. Beides haben wir jetzt geändert. Und wir machen uns Gedanken, wie wir Demokratieprojekte dort fördern können, wo Kommunen das nicht mehr wollen.

taz: Aber das passiert ja heute schon.

Prien: Es wird die Möglichkeit geben, Förderanträge zu stellen, die nicht von der Kommune unterstützt werden.

taz: Vor einem Jahr hat die Union im Bundestag die berühmten 551 Fragen zu zivilgesellschaftlichen Projekten gestellt. Einige der Organisationen, die dort genannt wurden, sind nun unter denen, deren Förderung beendet wird. Gibt es da einen Zusammenhang?

Prien: Nein. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich die 551 Fragen für einen Fehler gehalten habe. Aber es gibt seit vielen Jahren Kritik aus Teilen der Bürgergesellschaft und der Union.

taz: Aber der Eindruck ist: Erst nimmt die Union kritische Initiativen ins Visier, jetzt wird ihnen die Förderung entzogen. Kulturstaatsminister Weimer lässt linke Buchläden vom Verfassungsschutz prüfen und streicht sie von einer Preisträgerliste. Innenminister Dobrindt stoppt die Förderung für die „Radikalen Töchter“, die zuvor Merz kritisiert hatten. Was passiert da gerade – ein autoritärer Angriff?

Prien: Das ist eine Unterstellung, die ich für meinen Bereich in keiner Weise erkennen kann. Kritische Institutionen haben natürlich bei „Demokratie leben“ ihren Platz. Ganz klar: Das Programm muss pluralistischer werden. Aber ich will es selbstverständlich nicht einseitig nach rechts ausrichten.

taz: Sie haben nach Ihrem Amtsantritt in der Unionsfraktion angekündigt, bei den Demokratieprojekten eine „breit angelegte Verfassungsschutzprüfung im Haber-Verfahren“ vorzunehmen. Wie viele Initiativen haben Sie überprüft?

Prien: Wir überprüfen alle, die einen neuen Förderantrag bei uns stellen. Erst mal mit öffentlich zugänglichen Quellen wie den Verfassungsschutzberichten. Das war übrigens schon immer so. Nur dann, wenn es eine Veranlassung gibt, bitten wir den Verfassungsschutz, auf diese Fälle zu schauen.

taz: Und wie oft hat der Verfassungsschutz das getan?

Prien: In diesem Jahr kein einziges Mal.

taz: Das heißt, die Ankündigung war vor allem Rhetorik?

Prien: Mitnichten! Vielmehr sorgen wir für Legitimation der Organisationen, die sich gegen Extremismus engagieren – sie müssen fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Alles andere macht keinen Sinn, und deshalb gibt es dieses Verfahren. Ich wundere mich ein bisschen darüber, dass das jetzt so eine Prominenz hat.

taz: Das haben Sie Ihrem Kabinettskollegen Wolfram Weimer zu verdanken.

Prien: Ich will das mal sehr deutlich sagen: Alle Überprüfungen laufen nach einem rechtsstaatlichen Verfahren. Das nehmen wir jetzt vielleicht ein bisschen ernster, als es in der Vergangenheit gehandhabt wurde.

taz: Rechtsstaatlich, nun ja: Die Projekte wissen ja gar nicht, dass sie überprüft wurden und was gegen sie vorliegt – und sie können sich damit gegen eine verweigerte Förderung auch nicht rechtlich wehren.

Prien: Was im Verfassungsschutzbericht steht, ist ja bekannt. Und eine Förderung ist immer eine Ermessensentscheidung. Das gilt für jeden Antrag, über den entschieden wird.

taz: Viele Organisationen fühlen sich einem Generalverdacht ausgesetzt.

Prien: Ich höre das immer wieder, aber ich kann es nicht nachvollziehen. Es geht nicht darum, ob man sich engagieren darf, sondern ob man dafür staatliche Subventionen bekommt. Darauf gibt es keinen Anspruch per se. Und da kann ich keinen Generalverdacht erkennen.

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64 Kommentare

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  • Es ist doch erstaunlich, wie so ziemlich jeder pflichtbewusste Verteidiger der Demokratie über Weimers Stöckchen springt. Fällt euch denn gar nicht auf, dass ihr hier gerade die Legitimationsgrundlage der politischen Instrumentalisierung des Verfassungsschutzes gegen "rechts" angreift, die seit Jahren mühsam aufgebaut wurden? Mir soll es ja egal sein, ich habe dazu schon immer die selbe Einstellung gehabt, wie diejenigen, die auf einmal die Problematik des BfV erkennen, aber es ist schon erstaunlich, dass das niemand mitbekommt und die naivsten sich sogar hinstellen und sagen, für Rechte gälten halt andere Regeln. Wahnsinn!

  • taz: *Familienministerin Prien (CDU) verteidigt den Umbau des Programms „Demokratie leben“. Die geförderten Projekte zielten zu sehr aufs „linksliberale Milieu“.*

    So etwas geht für die Union (CDU/CSU) natürlich auch nicht. Da dreht man den Kopf dann lieber nach rechts und lächelt nett.

    • @Ricky-13:

      @Ricky-13



      Mal schauen, wann die jetzige Regierung unserer Wahlrecht reformiert und dieses lästige " Wählen " gänzlich einstellt. Da braucht's auch keine Demokratieförderung mehr. Dann können die Autokraten aus den Unionsparteien mit ihrer Schwesternpartei der AfD ganz ungehindert die Bevölkerung unterdrücken.

  • Die Antworten von Frau Prien erwecken in Teilen den Eindruck eines Grades von Naivität, den ich der Ministerin schlicht nicht abkaufe.



    Es wird gerade NACHWEISLICH auf breitester Front von dieser Regierung gegen linke und linksliberale (bzw. CDU-kritische) Organisationen / Initiativen etc. vorgegangen, und Frau Prien hält das für eine Unterstellung? Projekte u. a. der Anne-Frank-Stiftung, und der Amadeu-Antonio-Stiftung sind betroffen, und Frau Prien meint lakonisch, die könnten sich ja neu bewerben? Und nach der demonstrativen Ankündigung der geheimdienstlichen Überprüfung von Organisationen (die schon lange gängige Praxis ist), kann sie einen Generalverdacht nicht nachvollziehen?

    Aber wo wir gerade bei Förderung sind: Wie ist das eigentlich, ist - sagen wir mal - dem "Verein Gedächtnisstätte" (und ja, mir ist klar, dass es vorher um andere Arten der Förderung ging),

    de.wikipedia.org/w...4chtnisst%C3%A4tte

    inzwischen die Gemeinnützigkeit entzogen worden? Oder ist das jetzt nicht so im Fokus bei der Ausrichtung der Förderungen in Richtung "Mitte"?

    • @Kaboom:

      Die obsessive Neigung von Konservativen, die deutsche Geschichte vom Makel der zwölfjährigen Nazi-Herrschaft reinwaschen zu wollen, sticht schon ins Auge. Der erste bedeutsame Versuch dazu war der sogenannte Historikerstreit Mitte der Achtzigerjahre.



      Und jetzt wird es über die Angriffe auf die Erinnerungskultur und die sie tragenden Initiativen und Vereine versucht. Und es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, dass es dabei zu einer Art Arbeitsteilung zwischen Union (an der Regierung) und AfD (in der Opposition) kommt.



      Bemerkt Frau Prien diesen Zusammenhang eigentlich nicht oder ignoriert sie ihn wissentlich? Weil es in Sachen Erinnerungspolitik möglicherweise mehr Übereinstimmungen zwischen Konservativen und Völkisch-Nationalen von der AfD gibt, als den „Liberalen“ in der CDU (zu denen ich Frau Prien immer zählte) lieb sein kann?



      Von der rechten Mitte bis zum rechtsextremistischen Rand wird der NS als eine Art Schandfleck betrachtet, den es auszumerzen gilt.



      Dazu passt beides: innenpolitisch die Angriffe auf die Erinnerungskultur, außenpolitisch die zögerliche Haltung, Israel für seine Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen und Völkerrechtsverstöße zu verurteilen.

  • Die, die selbst gern „über'n Zaun fressen, (© Volkes Mund)" empfehlen den blöden Schafen, sie mögen bitte in die abgegraste Mitte gehen...

    • @Mondschaf26:

      🚣‍♀️ oder weisen gern die Ruderbänke zu -



      Un stürn kunns liggers ook nich - wi ook?🙀👎

  • Viele hier in den Kommentaren sollten nochmal nachlesen was Demokratie bedeutet!

    Demokratie ist nicht so einseitig wie viele denken und hoffen

  • Die "Mitte", auf die die neue Ausrichtung des Programms zielen soll und die der Demokratie droht, verloren zu gehen, kann man durch politische Maßnahmen erreichen, die ihr Leben verbessert. Allein dafür fehlt Einsicht und Mut (und besonders Mitte/Rechts ist man besonders blank in dieser Hinsicht). "Demokratie Leben" war anders ausgerichtet.

  • Es ist schon erstaunlich, wie eiskalt und abgebrüht sie antwortet, ausweicht und sich amüsiert.

  • Warum wird hier der BUND bedauert das er nicht mehr gefördert wird ? Eine Organisation die zu den größten Grundbesitzern in Deutschland gehört, eine Organisation die Millionen Euro Agrarsubventionen erhält hat genügend finanzieller Mittel um sich für die Demokratie einzusetzen !

    • @Günter Witte:

      Der BUND besitzt hier in NRW 38 Ha Land. Wo besitzt die Organisation denn so viel Land, dass sie "zu den größten Grundbesitzern in Deutschland gehört"?

  • Klappe halten ist nicht sein Ding - der Zentralrat der Juden verteidigt Karin Prien.



    =



    Die sich aus der postkolonialen Denkschule speisende These, Israel sei,(..), »ein Kolonialstaat weißer Siedler« ist eine groteske Verzerrung (..). Diese Aussage ist so bösartig, (..) – doch sie bereitet den Boden für den Hass und die antisemitischen Übergriffe, die in den letzten Wochen (..)zugenommen haben.(..)



    =



    Wer heute das Leid der Palästinenser für sich reklamieren will, muss eben einen Weg finden, die Schoa zu relativieren oder in seine Erzählung einzubinden.



    =



    Und so wird die Schoa zur Fortsetzung kolonialer Praktiken. Diese perfide Argumentation entkleidet den industriellen Massenmord an 6 Millionen Juden (..) seiner Singularität.



    =



    www.juedische-allg...atsache-des-heute/



    =



    Frau Prien besitzt den Mut, auf die Entwicklungen der letzten Jahre – die Entwicklungen seit dem 7. Oktober – zu reagieren. Wenn der Antisemitismus sich auf einem Höchststand verfestigt, ist es richtig, dass Politik sich hinterfragt.



    =



    Wer kulturtechnisch auf der Höhe der Zeit sein möchte ist das Lesen Schusters Vortrag ein Muss.

    • @zartbitter:

      Haben Sie vielleicht auch irgendwo einen Link, der zu Schusters Solidaritätsadresse mit der Bildungsstätte Anne Frank führt, deren Förderung von Frau Prien auch kurzerhand gestrichen wurde? Nein? Sollten Sie mal drüber nachdenken



      Ein kurzes Gespräch mit Meron Mendel über die Folgen finden Sie in der 3sat-Kulturzeit vom 27.03.

      • @Klabauta:

        Antwort an Mendel siehe .... www.juedische-allg...ratie/.......Autor ist ehemaliger Antisemitismusbeauftragter von Hamburg und Mitglied der Jüdischen Gemeinde Hamburg.



        ==



        2.. Kulturzeit gehört auch zu meinem Programm.



        =



        3..Wie die taz auch (Interview taz - Prien) vertrete



        ich die Auffassung das der Staat entscheiden können muss wen er unterstützt und wen nicht.



        =



        4.. Das Prien Unterstützungszusagen nicht einhält die an



        geförderte Organisationen abgegeben wurden geht gar nicht - weil mehrjährige Programme dieser Organisationen nicht mehr durchführbar sind.



        =



        5.. Die Nagelprobe ist für mich die endgültige Entscheidung zu "" hateaid"". Sollte diese Organisation kein Geld mehr bekommen fällt das ganze Demokratiegefasel in meinen Augen in sich zusammen.

    • @zartbitter:

      Eigentlich liesse sich der Antwort von @Mustardmaster auf Ihren Kommentar nicht viel hinzufügen. Vielleicht doch noch so viel: wie wäre es damit, zu verstehen, dass die Gründung des Staates Israel BEIDES sein kann. Ein emanzipatorischer Akt, der den Juden endlich (!) die Eigenstaatlichkeit und damit die Möglichkeit nationaler jüdischer Selbstbestimmung sowie eine sichere Heimstätte für alle in der Diaspora lebenden Juden brachte.



      Aber der aus palästinensischer Perspektive ein koloniales Projekt darstellt, das die palästinensische Selbstbestimmung und Eigenstaatlichkeit eben blockierte.



      Ich sehe durchaus, dass es ein relativ starkes Argument ist, zu sagen, dass die anfangs durchaus gegebene Chance auf einen palästinensischen Staat von arabischer/palästinensischer Seite selbst torpediert wurde, weil man das GANZE Land wollte und die Existenz eines jüdischen Staates nie akzeptiert hat.



      Allerdings war und ist auch der unter israelischen Juden politisch immer stärker dominierende revisionistische Zionismus nicht zu Kompromissen bereit, auch er will das GANZE Land (erster Likud-Wahlsieg 1977, Ermordung Rabins und damit Beginn des Endes des Oslo-Prozesses 1995).

      • @Abdurchdiemitte:

        "....stärker dominierende revisionistische Zionismus nicht zu Kompromissen bereit,""



        ==



        Trotzdem ich einige Ihrer Argumente unterschreibe bildet der oben zitierte Satz den Mittelpunkt des linken Problems. Was ist ein revisionistischer Zionismus? Die Begründung des Zionismus leitet sich aus diesem Satz von Herzl ab: : ""....Bedrohung des Antisemitismus trotz den Versuchen, sich der Umgebung zu assimilieren, sei die einzige Lösung der Judenfrage die Gründung eines "Judenstaates"...."" - wobei die Gegner von Herzl orthodoxe Juden und auch Teile von assimilierten Juden waren.



        Was heute Zionismus bedeutet mag ihnen dieser Umstand erklären: Knapp 80% der Israelis sind für den Krieg gegen den Iran - aber die Koalition Netanjahu kommt auf 50 Sitze und die Opposition auf 61. Netanjahu wird verantwortlich gemacht für das Versagen des Schutzes am 7.Oktober und die Israelis sind für den Krieg weil der Iran eine existenzielle Bedrohung Israels darstellt.



        =



        Das aus der Sicht der Nachfahren der Mörder mit 1977 &1995 zu bestreiten geht nicht - weil am 7.10. Israelis ermordet wurden die propalästinensisch gewählt & gehandelt haben & wir von den atomaren Absichten erst seit 2004 wissen.

    • @zartbitter:

      Schusters Vortrag enthält die gewohnte bedingungslose Nibelungentreue zu Israel. und lässt sich ganz einfach zusammenfassen: Kritik an Israel = Antisemitismus.



      Da werden so einige Fakten sehr subjektiv dargestellt oder gleich ausgeblendet. Die Berufung auf die "biblische Tradition Israels" ist übrigens ein zweischneidiges Schwert. Schließlich ist die Eroberung des Gelobten Landes durch die Israeliten, wie sie im Alten Testament geschildert wird, eindeutig ein Völkermord nach heutigen Maßstäben. Auf den die Schreiber sogar stolz sind. Insofern knüpft das neuzeitliche Israel an alte Traditionen an...

      • @Mustardmaster:

        ""Kritik an Israel = Antisemitismus."



        =



        Lesen sie israelische Zeitungen - in denen wird Israel und die Regierung sehr viel stärker und offener kritisiert als sie es offenbar wahr haben wollen.



        =



        2..Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) betont, dass zwischen dem säkularen Staat Israel und dem „Land als Gnadengabe Gottes“ zu unterscheiden ist; der Bibel seien keine Grenzverläufe des Verheißungslandes zu entnehmen und keine Organisationsform des Wohnens Israels in seinem Land. Christlicher Zionismus wird explizit abgelehnt. Andererseits respektiert die EKD den Stellenwert des Landes für jüdisches Selbstverständnis: „Wenn Christen für das Lebensrecht des jüdischen Volkes im Land der Väter eintreten, respektieren sie, dass die Verbindung von Volk und Land für das Judentum unabdingbar ist.“

      • @Mustardmaster:

        Ein wichtiger Punkt, den Sie da bringen. Eine Landnahme, die auf Gewalt und Vertreibung anderer einheimischer Gruppen setzt - ob die nun für sich reklamieren, autochthon zu sein oder selbst einst einwanderten, ist dabei egal -, auf der kann kein Segen liegen.



        Ein Großteil dieser Aggression liegt m.E. in dem ständigen Rekurs auf einen gewalttätigen, rachsüchtigen und archaischen Stammesgott namens Jahwe. Und bevor mir das als antisemitisch ausgelegt wird, füge ich hinzu, dass sich auch die anderen Vertreter der monophysitisch-abrahamitischen Religion - also Christen und Muslime - mit dieser Gewaltgeschichte auseinanderzusetzen haben.



        Momentan passiert leider das Gegenteil: religiöse Fanatiker (eng verbunden mit Rechtsextremisten) auf dem Vormarsch, wohin man schaut. Ob in Israel, der islamischen „Welt“, den USA oder bei uns in Europa.



        Christliche und jüdische Islamkritiker scheinen nicht ansatzweise zu verstehen, was sie mit den von ihnen Kritisierten eigentlich verbindet: eine Geschichte von Verfolgung, Gewalt und Ausrottung Andersdenkender.



        Sie haben lediglich das Argument der hauchdünnen Tünche von Humanismus und Aufklärung im sogenannten christlichen Abendland.

  • Zählt Frau Prien sich noch- als zu den Demokraten verordnet ?



    Ich habe nach diesem Statement so meine Zwiefel.



    Darum , mehr Demokratie in unserem Land und mehr Fördergelder für mehr Demokratieverständnis bei Bevölkerung und erst recht bei Parlamentariern, die für uns Wähler & unsere Interessen einstehen sollten.



    www.mehr-demokratie.de

    • @Alex_der_Wunderer:

      Sie haben da was vergessen - Fördergelder für mehr Demokratieverständnis für Gruppen die sich für Demokratie einsetzen - okay - aber Initiaven die postkoloniale Theorie einsetzen um Antisemitismus zu verbreiten gehören nicht dazu.

  • „In die Mitte geh'n" (Ein Wagen von der Linie 8 - Weiss Ferdl):



    www.youtube.com/watch?v=KFexQI4r2Sc

  • Mich würde wirklich mal der Unterschied zwischen Pluralismus und Diversität interessieren, den die Frau da aufmacht. Außerdem: Das genannte "Haber-Verfahren" bedeutet: Man fragt den VS, ob es "Erkenntnisse" über X bei denen gibt. Sagen die ja, wird empfohlen, X nicht zu fördern. Ja, das ist alles. Es muss nicht einmal gezeigt werden, was da überhaupt vorliegt. Betroffene haben keine Möglichkeit, etwas zu den Vorwürfen zu sagen, weil ihnen diese nicht einmal mitgeteilt werden. Es muss ihnen nicht einmal gesagt werden, dass sie wegen dieser Anfrage keine Zusage bekommen haben. In welchem Universum ist das bitte rechtsstaatlich? Diese Regierung betreibt ganz offensichtlich eine konservative Wende. Das wäre ja erstmal auch ihr gutes Recht als konservative Partei. Aber zu behaupten, es wäre eben keine konservative Wende, ist so unendlich verlogen. Und es ist nicht einmal so, als würde sie große Wirkung zeigen. Die Zahlen der AfD sind weiterhin gut, oder werden besser. Aber Hauptsache, man hat am Ende gerade so keine AfD Poltik nachgebaut.

    • @Daniel Schmeer:

      Der Unterschied ist: Diversity bezeichnet neben einer Anerkennung realer Vielfalt auch ein Ideal, das soziokulturelle Vielfalt als Wert an sich begreift - also je mehr Vielfalt, desto besser. Das kann man so sehen, ist aber erstmal nicht per se überzeugend, denn zu hohe Komplexität erschwert gesellschaftliche Integration und Kohäsion.

      Pluralität bezeichnet vor dem Hintergrund eine Vielzahl an unterschiedlichen Deutungszugängen und Wertekonstellationen, dazu gehören auch solche, die von Diversity-Anhängern gerne vormodern oder anti-progressiv bezeichnet werden, aber ebenso zur realen gesellschaftlichen Vielfalt gehören. Sofern also Diversity-orientierte Programme dazu beitragen reale Pluralität anzugreifen und zu polarisieren - und das trifft für einige der geförderten Programme zu, die bspw. dem Selbstverständnis nach "demokratische Gegenkräfte" fördern und organisieren, um Strukturen zu bekämpfen, die Diversity nicht als oberste Legitmitationsgrundlage setzen. Mit Steuergeldern geförderte Programme müssen in dieser Hinsicht ausgewogen gestaltet sein und müssen die reale Pluralität an Weltanschauungen abbilden (sofern auf dem Boden des Grundgesetzes und nicht staatsfeindlich).

    • @Daniel Schmeer:

      @Daniel Schmeer



      " Aber Hauptsache, man hat am Ende gerade so keine...."



      Da empfehle ich Ihnen nochmals einen Blick in das Parteiprogramm der Rechtsextremisten zu riskieren, was dort zu NGO's vermerkt ist...

  • Ein durchaus bedenkenswerter Ansatz - wenn die Ministerin es nicht nur wirklich so meint, wie sie sagt. Und wenn die Ministerialbürokratie tatsächlich das dann auch daraus machen sollte.

  • In keinem Land der Welt wird außerhalb der staatlichen Schulen zusätzlich so viel Steuergeld für die politische Bildung ausgegeben wie in Deutschland. Das mag nach dem 2. Weltkrieg in dieser (!) Form auch sinnvoll gewesen sein: 16 Landeszentralen und eine Bundeszentrale für politische Bildung, dutzende politische Stiftungen, hunderte Initiativen, Institutionen und Einrichtungen werden mit Millionen von Euro bedacht. Und machen dann "irgendwas".

    Ich halte die Frage für legitim, was bei diesem enormen Mitteleinsatz eigentlich "rumkommt". Denn Fakt und wissenschaftlich-empirisch belegt ist: Die politische und historische Bildung in unserem Land ist miserabel. Das ist auch in anderen europäischen Ländern nicht besser. Nur geben die alle wesentlich weniger Geld aus.

    Im Übrigen ist die Frage zu stellen, über für ein Gemeinwesen und einge gelingende Demokratie andere Institutionen nicht eine größere Bedeutung haben. Mal als These formuliert: Ein Teil der Gelder für politische Bildung wäre besser investiert in Frei- und Hallenbäder, Jugendzentren, Bürgerhäuser und Öffentliche Bibliotheken, und zwar ohne ein dezidiert politisches Angebot und Programm. Als Orte der Begegnung.

    • @Kreisler:

      Wenn nur jeder 3. junge Deutsche weiß, was Auschwitz ist und mit dem Wort Holocaust etwas anfangen kann, geben wir in D definitiv zu wenig Geld für politische Bildung aus.

    • @Kreisler:

      Dann sage dem Zentralrat der Juden, dass Hallenbäder wichtiger sind und es deshalb ab sofort weniger Geld gibt.



      (Weniger Geld gibt es tatsächlich. Aber ich bezweifle, dass es dann mehr Hallenbäder geben wird )

  • Demokratie heißt auch, dass diejenigen, die gewählt wurden auch ihr Programm umsetzen. Wie die CDU zu den bisher geförderten NGOs steht war ja vor der Wahl bekannt.



    Sonst bräuchte man ja nicht zu wählen.

    • @Herbarius Zunichten:

      Tja - das ist der Haken - wennste nicht zB im Hinterzimmer von Oberfichtach rumschwadronierst - sondern gem. Art 20 GG verfassungsgemäß Macht ausübst! Newahr



      Däh! Dann biste - einklagbar! - an den Verfassungsgrundsatz der Gleichbehandlung gebunden (Art 19 GG)!



      Normal Schonn

      Und schon Hermann Heller - der Kronjurist der



      Sozialdemkratie - merkte einst treffend an:



      “Was gibt es materielleres als das Haushaltsgesetz?!“



      …anschließe mich •

  • So ganz versteh ich die Aufregung nicht. Es geht doch um eine Förderung und nicht darum, Projekte erst zu ermöglichen. Da soll doch bitte jede Mehrheit auch ihre eigenen Akzente setzen dürfen. Auch wenn ich deren Ansichten nicht teile, sie sind demokratisch legitimierter als diejenigen, die quasi auf der staatlichen Subventionsliste eine Dauerförderung wollen und fordern und dabei voraussetzen, dass ihr Projekt so wichtig sei, dass man es garnicht erst infrage stellen dürfe.

  • "Zunächst werden wir Bewährtes fortsetzen, was sich nicht bewährt hat, stellen wur ein und reformbedürftiges stellen wir neu auf".



    Das klingt wie ein Zitat aus Harry Potter.



    Dolores Umbrigde hält in Hogwarts eine ganz ähnliche Rede.



    Wie bekannt ist, hatte das keine guten Folgen.



    Leider sieht die Realität ebenfalls düster aus.



    Die Union nähert sich inhaltlich der "afd" an und arbeitet im EU Parlament bereits mit ihr zusammen.



    Das Interview belegt, dass die Union dabei ist, Liberalismus auf allen Ebenen zu bekämpfen.



    Das ist leider nur das Vorspiel für eine dramatischere Entwicklung.



    Wahlgewinne der "afd" stehen ins Haus und die Union nimmt Demokratieschützer*Innen die Mittel aus der Hand.



    Tja, da stellt sich schon die Frage wer in Zukunft die Demokratie verteidigt.



    Müssen wir auf Harry Potter warten?

    • @Philippo1000:

      "Das Interview belegt, dass die Union dabei ist, Liberalismus auf allen Ebenen zu bekämpfen ".

      Wo?

      • @rero:

        Nun, vielleicht LESEN sie einfach mal die taz!



        Suchfunktion "Zusammenarbeit mit der AFD", oder die Lektüreempfehlungen, die ich Ihrem Normalonachbarn im Geiste unten angehängt habe.

    • @Philippo1000:

      Zu Dolores Umbridge sei anzumerken, dass sie genau NICHT von der Revision des Eingefahrenen redet, sondern nur von punktueller Auslese des Unerwünschten und im Übrigen ausschließlich davon, Hergebrachtes "zu erhalten und zu perfektionieren". Nix "Alles kommt auf den Prüfstand und was Wert hat, bleibt auch." - im Gegenteil.



      Was genau sie damit methodisch meinte, stellte sich auch erst später raus und dürfte NICHT so einfach verallgemeinerbar sein - zumal nicht in die Realität. Ich habe selten einen hemmungsloser überzeichneten fiktionalen Charakter erlebt.

      Ansonsten sind Ihre Thesen leere Unterstellungen oder schlicht falsch: Es waren keine Unionsmitglieder, die in Brüssel mit den Rechten kungelten und der Liberalismus steht überhaupt nicht zur Debatte. Es geht um konkrete Demokratieförderung, die in der Tat nicht jedem politischen Projekt per se innewohnt, nur weil es hehre gesellschaftspolitische Ziele verfolgt. Von daher wird sich auch erst herausstellen, ob Priens Ministerium wikrlich Demokratieschützern Mittel aus der Hand nimmt oder nur solchen, die einfach Alles demokratisch finden, was sie tun, ohne dabei wirklich für Demokratie und gegen Extremismus vorzugehen.

  • Also Pluralismus statt Vielfalt. Interessante Wortwahl.



    .



    Die Abwendung von Vielfalt (=Diversity) erinnert stark an die Untaten der DOGE Bros, die DEI zwar nicht definieren können (siehe aktuelle Depositions, gibt zb. eine 404 Media Podcastfolge dazu, A bit fruity hat auch eine), aber alles darunter fallen lassen, was nicht weiß, hetero, männlich, christlich und vermögend ist.



    .



    Die Kernbehauptung der DOGE Typen ist ja, dass sie sich für Meritokratie einsetzen. Das ist eine offenkundige Lüge. Und "DEI" (diversity, equity, inclusion) widerspräche dem meritokratischen Prinzip. An den Job und ihren Reichtum und ihre Machtposition gekommen sind sie jedoch durch Kontakte und Geld, es ist keineswegs persönlicher Verdienst. Dieser Anspruch auf Macht, weil man weiß, männlich, ultrarechts und reich ist - erbärmlich.



    .



    Prien ist natürlich nicht so schlimm wie DOGE. Sie ist klüger, kompetenter und v.a. demokratisch legitimiert. Aber der politische Wind weht aus genau dieser Richtung.

    • @la suegra:

      Was bei dieser Argumentation unbewusst bleibt:

      Vielfalt ist ja nur als Idee ein Selbstzweck. In der politischen Praxis heißt Vielfalt oft auch mehr Konflikt, siehe Balkan, siehe Syrien bspw. Vielfalt funktioniert nicht einfach so, und schon gar nicht, wenn man sie als politische Norm gegen die reale Vielfalt politischer Überzeugungen und soziokultureller Prägungen "verteidigen" muss.



      Etwas mehr reale Vielfalt und weniger normativ erzwungene Strukturkollisionen sind politisch grundsätzlich wünschenswert,

    • @la suegra:

      Jetzt müssten Sie noch erklären, wo in dem Interview sich Frau Prien für eine Meritokratie ausspricht

  • Schade, hier wurde die Chance auf ein gutes Interview durch herumreiten auf den immer gleichen Punkten verschenkt und durch die Fragen Inhalt geframt.

    Neue Ausrichtung bedeutet neue Bewertung,soweit so richtig. Es bedeutet keinen Ausschluss wie hier immer wieder unterstellt wird.

    Wo stehen wir heute? Was hat das Programm bewirkt? Wie viele Menschen wurden erreicht und sind von rechts / AfD abgewandert ?

    Ich sehe einen Anstieg der rechten und der AfD…



    Es ist richtig und wichtig zu hinterfragen, wie man mit der Summe x den meisten Erfolg erzielt, auch wenn das an einzelne Punkten weh tut.

    Und es ist wichtig, so Mitte und die Breite der Gesellschaft zu erreichen. Nur damit kann ich wirkliche Erfolge erzielen, als wenn ich mich viel mit Minderheitengruppen arbeite. Ja, die sind wichtig. Aber diese Arbeit wird nicht den Effekt erzielen den wir brauchen.

    Man erreicht mit der Förderung und Unterstützung bei Feuerwehr etc eher die Menschen, die man erreichen will und muss.

    Oder wie sieht’s auf dem Dorf aus? Ländliche Regionen?

    • @Lio:

      Dem Zentralrat der Juden werden Zuwendungen gestrichen. Inwiefern hilft das gegen die AfD?

  • Booey - räumt mal den netti⛓️🗄️ aus! Gelle



    Erst 🚧🚧🚧nesien & lame 🦆- wa!

    btw mein Account hängt seit längerem ziemlich nach. Ne 🕰️ würdeste zum 🔔🔔Schuster bringen. Also macht hinne - das nervt •

  • Gutes Interview - von Frau Prien: Fakten und rationale Einordnungen, gegen die es (zumindest soweit ich lesen konnte) nur vorverurteilende Unterstellungen einzuwenden gibt. Darüber kann auch das liebevoll ausgesuchte Bild und die maximal polarisierende Überschrift nicht hinwegtäuschen...

  • Nach CxU-Vorstellung läuft es für zivilgesellschaftliche Organisationen auf



    "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing" raus.



    Die CxU betätigt sich zunehmend als Demokratie -Abrissbirne. Besser kann's für die AfD gar nicht laufen.

    • @DC Fix:

      Am besten läuft des doch, wenn nur Demokratieprojekte für Linke gefördert werden und die AfD sich konkurrenzlos und ungestört um ihre Zielgruppe bewerben kann.

      Als würden vor allem die Gesunden der Arzt brauchen.

      Wenn Sie das "Abrissbirne" nennen, nun gut.

  • Nagel mal nen Pudding an die Wand - wa.

    Sie trägt unverfroren den reaktionären Impetus offen am Beinkleid - alles dreist jenseits von -



    “Stacheldraht in Schmierseife einpacken!“

    kurz - Sie & Kulturbanause Weimer reichen:



    Es wird brutalstmöglich kalt in der Republik •

    • @Lowandorder:

      kann ich nur unterstreichen!!!

    • @Lowandorder:

      unter ________________chen!!

  • "Es ist wichtig, dass die Programme vor Ort eine demokratische Legitimation haben" -> Das ist, selbst wenn ich ihr mal keinen Kulturkampf unterstellen will, ein grundlegendes Missverständnis. Demokratie-fördernde Projekte (wobei Demokratie hier mehr als Mehrheitsdiktatur heißen soll) sind gerade da nötig, wo sie gar keine demokratische Legitimation haben können. Queere, feministische und antirassistische Beratung braucht es gerade da, wo die Mehrheit sie NICHT haben will. (Und ja: Umgekehrt ist es auch richtig, dass konservative Positionen da am ehesten Gehör brauchen, wo sie sonst absolut keine Mehrheit haben. ) Was sie anstrebt führt direkt in einer degenerierte Demokratie, wo problematische Tendenzen noch verstärkt werden.

    • @Corina Strößner:

      „Queere, feministische und antirassistische Beratung braucht es gerade da, wo die Mehrheit siw NICHT haben will.“



      Volle Zustimmung. Ihr Kommentar entspricht auch meinem Verständnis von Demokratie-Förderung.



      Ich kann nicht erkennen, wie Sportvereine, Pfadfinder oder die katholischen Landfrauen eben diese queere, feministische und antirassistische Beratungsarbeit leisten sollen. Da fehlt es mit Verlaub dann doch an Expertise, die die von konservativer Seite ins Visier genommenen Initiativen einfach aufweisen.



      Sportvereine beispielsweise leisten im sportlichen Bereich hervorragende, auch den gesellschaftlichen Zusaammenhalt, Toleranz und Teamgeist fördernde Arbeit, die ich durchaus zu schätzen weiß. Aber sie ersetzen halt keine Antirassismus-Initiativen.



      Daher ist es verdächtig, wenn Frau Prien davon spricht, Vielfalt solle durch Pluralismus ersetzt werden. Wir wissen doch, dass das konservativ-kulturkämpferische Verständnis von Pluralismus lautet: das ist überflüssig, weil es nicht in unser Konzept passt. Daher kann es weg.

  • Ich kann den autoritären Angriff aufgrund der hier vorgetragenen Fakten ganz eindeutig erkennen. Und genau davor haben zivilgesellschaftliche Initiativen im Vorfeld gewarnt.



    Wenn aus dem linkliberalen Milieu mehr Bürgerengagement entsteht, ist das kein Problem sondern bezeichnend dafür, welche Milieus sich dieser Gesellschaft zugehörig fühlen und an ihr konstruktiv partizipieren.



    Sie sagt doch auch ganz schamlos, das sie es als ihre Aufgabe betrachtet, zivilgesellschaftliches Engagement zu steuern und im Zweifel zu beschneiden, um ein Gleichgewicht herzustellen, um rechten Initiativen den selben Stellenwert einzuräumen, den sich andere Institutionen über Jahre erarbeitet haben.



    Dieses rechte Engagement existiert in den meisten Bereichen gar nicht und dort, wo es existiert, ist es demokratiegefährdend.



    Innovationsprojekte in diesem Zusammenhang, also gesellschaftlich progressive Initiativen, sind per definitionem links, wenn man die einzigen konkreten Definitionen und historische



    Herleitung rechts=konservativ/links=progressiv zugrunde legt.



    Die Union zersetzt und unterwandert den deutschen Staat zugunsten eines oligarchischen Neofeudalismus.

    • @KnorkeM:

      Merkwürdige Logik. Innovationsprojekte sind per definitionem links, weil links = progressiv. Ich sehe links kaum etwas, was ich nicht schon aus meiner Jugend kennen würde, und die ist schon etwas länger her. Rechts ist in den letzten Jahren deutlich mehr passiert. Heißt jetzt nicht, dass mir das gefallen würde.

  • Überzeugender Auftritt der Ministerin. Ich bin überzeugt, dass die neuen Förderrichtlinien unsere Demokratie stärken werden. Die Steuergelder werden zielorientierter und wirksamer eingesetzt.

    • @Ruhrpott:

      Nur ums klarzustellen: "Ruhrpott" und ich sind nicht derselbe User.



      Insb. die zwei vorherigen Kommentare kämen so von mir nicht.

  • Die CSU/CDU versucht mit rechten Themen den Rechten Stimmen abzujagen und ignoriert, dass sie damit, als AFD light, nur der AFD noch mehr Stimmen zuschanzt.

  • Solange die Grüne Jugend in ihrem Impressum noch den Hinweise hat: "Diese Internetpräsenz wird anteilig durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert." läuft mit diesem Programm ganz gewaltig etwas schief. (Quelle: gruene-jugend.de/impressum/).

    Parteien (die Grüne Jugend ist halt Teil einer Partei) sollten über solche Programme nicht gefördert werden. Im Zweifel sollte das Programm bis zum Abschluss einer Neuausrichtung ganz eingestellt werden.

    Ich bin auch maximal irritiert über die Überschrift. Eine solche Selbstverständlichkeit sollte nicht auch noch benannt werden müssen. Wr kommt den auf die Idee, dass Vielfalt ein Saatsziel sein könnte?

    • @DiMa:

      Wie man auf die Idee kommt, das Vielfalt ein Staatsziel sein könnte? Man kann aus den Erfahrungen Deutschlands lernen. Man kann sich ansehen, welche Ergebnisse misstrauisch es Beäugen von Abweichungen (aka Vielfalt) bringt. Drittes Reich, DDR ...

      Noch ein Punkt: das Schiff Deutschland wird ohne Einwanderung sinken. Einwanderung bedeutet per se Vielfalt.

      • @abraxas:

        Na, dann wollen wir mal aus den Erfahrungen lernen.

        Die AfD hat eine lesbische Chefin, die mit einer dunkelhäutigen Frau verheiratet ist.

        Bei der Romeo-Umfrage im letzten Jahr erhielt sie 27,9 %.

        Zudem umwarb sie im gleichen Jahr den Erdoğan-Fanclub.

        Im NRW-Landtag war die AfD 2022 die Partei mit der prozentual höchsten Migrantenquote.

        In ihren Reihen findet man Schwarze, Russlanddeutsche aus Mittelasien, Menschen ostasiatischer Herkunft, Albaner, Rumänen, ...

        Es gibt dort Muslime wie Christen und Atheisten.

        Die Partei ist in Ost wie West gut verwurzelt.

        Eine Arbeiterpartei mit Mitgliedern aus allen Schichten, die die Jugend sehr gut anspricht.

        Sie bemüht sich auf internationaler Bühne um Networking mit Russland, China, den USA sowie mit mehreren Partein in EU-Mitgliedsstaaten.

        Staatsziel Vielfalt erreicht, dann kann man sich jetzt entspannt zurücklehnen, oder wie?

    • @DiMa:

      Die Vielfalt ist da und beständig minderheitsfeindlichen Strukturen ausgesetzt, wodurch der Gleichheitsgrundsatz verletzt wird. Man ist schon ganz tief im rechten Sumpf, wenn man glaubt Vielfalt würde gefördert, also quasi künstlich hergestellt. Förderung von Vielfalt heißt, allen Lebensläufen, die Rechte zukommen zu lassen, die ihnen theoretisch zustehen, aber nicht tatsächlich zugestanden werden. Es geht um das Heben von Freiheitspotenzialen. Das stärkt die Zugehörigkeit zur Gesellschaft und damit Teilhabe und Demokratie, wenn es nicht zum Objekt eines spalterischen Kulturkampfes von Rechts gemacht wird.

  • In dieser Regierung braucht sich niemand dem Druck von Rechtsaußen zu beugen. Sehr große Teile der csdU liegen vor denen längst auf den Knien. Das ist zukunftsorientiert: man wird eher früher als später eine Koalition mit den Faschos eingehen - auf Landesebene und auch im Bund, die Vorzeichen sind unübersehbar.

    • @Perkele:

      Karin Prien scheint mir nun wirklich eine der letzten zu sein, die sich der AfD anbiedern. Vielmehr zeigte sie schon als Bildungsministerin in S-H und auch jetzt als Bundesministerin die Bereitschaft, selbstständig zu denken und entsprechend zu handeln. Wenn schon CDU, dann bitte mit ihr.

      • @HaKaU:

        „Wenn schon CDU, dann bitte mit ihr."



        Welch ein Satz. Es gibt Personen, die sitzen im falschen Zug und erwarten, dass der umkehrt. Nein. Der kehrt nicht um. Es gilt immer „Letzter Halt - Brilon-Wald © @LOVNDO"