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US-Debatten zum IrankriegWie Donald Trump sich selbst ins Abseits bombt

Was wollen die USA mit Iran und warum? Der US-Präsident verheddert sich immer mehr im Widerspruch zwischen seinen eigenen außenpolitischen Zielen.

US-Vizepräsident J.D. Vance und „Kriegsminister“ Pete Hegseth salutieren einem toten US-Soldaten, Delaware am 8. März Foto: Kylie Cooper/reuters
Sebastian Moll

Aus New York

Sebastian Moll

Es gehört zu den goldenen Regeln der US-Politik, dass das Land sich hinter seinen Präsidenten stellt, wenn die USA in den Krieg ziehen. Das stimmte im Zweiten Weltkrieg, das traf anfangs für Vietnam zu, erst recht 2001 für Afghanistan und sogar 2003 für Irak.

An dieser Geschichte gemessen, ist Trumps Irankrieg die unpopulärste US-Militäraktion, seit es Meinungsforschung gibt. Die große Mehrheit der US-Amerikaner hielt das Bombardement von Teheran vom ersten Tag an für einen Fehler. Mehr als 60 Prozent waren dagegen. 77 Prozent der Republikaner standen zwar hinter Trump, doch auch innerhalb seiner Partei gibt es Risse.

Mit dem Schließen der Straße von Hormus und explodierenden Benzinpreisen, mit enormen Kosten von etwa einer Milliarde Dollar pro Tag und mit der Machtübernahme des Sohnes von Ayatollah Chamenei wird es für Trump immer schwieriger, sein Engagement plausibel zu machen.

Am Montag behauptete der US-Präsident, der Krieg nähere sich seinem Ende, obwohl alle Nachrichten das Gegenteil nahelegen. Zudem hatte sein Verteidigungsminister Pete Hegseth in seiner Feuerrede am Tag zuvor Iran ein endloses Höllenfeuer versprochen und gesagt, dies sei „erst der Anfang“.

Planlos in den Krieg hineingestolpert

Es war nur das jüngste Kapitel des Kommunikations-Chaos seit dem ersten Angriff am 28. Februar. Da hatte Trump von Vergeltung für Jahrzehnte „schlechten Betragens“ durch Iran gesprochen, von der Befreiung des iranischen Volkes und von der Ausschaltung der nuklearen Gefahr, die von Iran ausgehe – von der er zuvor behauptet hatte, er hätte sie bereits im letzten Krieg im Juni 2025 beseitigt.

Dann hatte Hegseth gesagt, dies sei keine Operation mit dem Ziel eines Regimewechsels, prahlte aber gleichzeitig, man habe das Regime bereits ausgetauscht. Von der Nachfolge des Ayatollah Ali Chamenei durch dessen Sohn wusste er da noch nicht. Schließlich sprach Außenminister Rubio davon, dass man der iranischen Reaktion auf einen bevorstehenden israelischen Angriff vorgreifen wollte.

Keine 24 Stunden später sagte Trump, die Attacke sei alleine seine Entscheidung gewesen und habe nichts mit Israel zu tun. Bevor Trump am Montag sagte, der Krieg sei praktisch vorbei, hatte er am Freitag getönt, dass der Konflikt erst mit einer bedingungslosen Kapitulation Irans zu Ende sei.

Mittlerweile dämmert es allen außer den verblendetsten Trump-Anhängern, dass der Präsident planlos in das iranische Abenteuer gestolpert ist. Offene Kritik aus den eigenen Reihen ist, bislang zumindest, noch rar. Im Repräsentantenhaus stimmten nur zwei republikanische Abgeordnete für eine Resolution, welche die verfassungsgemäße Zustimmung des Kongresses zu einem Krieg forderte. Und in seinem Kabinett machten anti-interventionistische Stimmen wie J.D. Vance und Marco Rubio eine Kehrtwende, nachdem die ersten Bomben gefallen waren.

Anfang von Trumps politischem Ende?

Außerhalb der Machtzirkel von Washington war die Kritik aus der rechten Ecke deutlich prononcierter. Der ehemalige Fox-News-Moderator Tucker Carlson, der sich als Präsidentschaftskandidat für 2028 in Stellung bringt, nannte die Angriffe „ekelhaft und böse.“ Trumps Intervention sei ein direkter Weg in einen Atomkrieg. Schon im Juni vergangenen Jahres hatte Carlson die US-Bombenangriffe auf die Atomanlagen in Natanz scharf kritisiert. Für Putins Krieg gegen die Ukraine hat Carlson deutlich mehr Verständnis.

Zahlreiche republikanische Kongressabgeordnete sagten dem Portal Politico anonym, dass für sie die Iran-Intervention zu weit gehe. Curt Mills, Chefredakteur des Magazins The American Conservative, ist sich sicher, dass der Iran-Krieg der Anfang vom politischen Ende Trumps ist. Tucker Carlsons Vorpreschen sei nur die erste Breitseite.

Seit 2016 wiederholt Trump unermüdlich, dass er die USA auf keinen Fall mehr in einen „Endlos-Krieg“ verwickeln werde. Die neue Nationale Sicherheitsstrategie seiner Regierung betont, dass die USA sich militärisch nur noch engagieren, wenn US-Interessen unmittelbar betroffen sind. Die sind in Iran jedoch nicht erkennbar, die Kosten sind dem Wähler nicht mehr vermittelbar. Wie die Trump-Abtrünnige Marjorie Taylor Green es ausdrückte: Iran ist ein Verrat an „America First“.

Warum Trump sich trotzdem hat in den Konflikt hineinziehen lassen, liegt laut Mills alleine an „seiner Persönlichkeit.“ Den immer noch zahlreichen „Hawks“ – traditionelle Konservative, die eine interventionistische Außenpolitik befürworten – könne er einfach nicht Nein sagen.

Kampf innerhalb des Maga-Lagers

Und natürlich könne Trump auch Benjamin Netanjahu nicht Nein sagen. Mills beschreibt den Grad des Einflusses des israelischen Regierungschefs in den USA als „ekelhaft“. Jede PolitikerIn oder Person des öffentlichen Lebens, die sich offen gegen Israel stelle, müsse wegen der Macht israelischer Lobbygruppen um ihre Karriere fürchten. Trump habe bei seinen Wahlkämpfen von eben diesen Gruppen enorme Spenden angenommen.

Schon die Nationale Sicherheitsstrategie nennt die Sicherheit Israels und die Verhinderung einer Atommacht Iran als explizite Ausnahmen von „America First“. Sollte sich Trump an diesem Widerspruch aufreiben, würde er, so Mills, im Vergleich zu Rechten wie Carlson oder auch Vance als unentschlossene, moderate Übergangsfigur dastehen. Was man daran gesehen habe, dass er sich dem Protest gegen die ICE-Aktionen in Minnesota gebeugt habe. Kritiker haben dafür den Begriff „Taco“ geprägt – „Trump always chickens out“.

Ob die härtere Maga-Fraktion sich durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Zunächst einmal dürfte die abstürzende Popularität Trumps sich in den Zwischenwahlen im November für die Demokraten positiv auswirken. In neuesten Umfragen stehen die Chancen der Oppositionspartei auf eine Kongressmehrheit sechs Prozent besser als die der Republikaner.

Um zu sehen, in welche Richtung der innerrepublikanische Kampf tendiert, wird eine republikanische Vorwahl in Kentucky im Mai besonders aufschlussreich. Hier tritt der Abgeordnete Thomas Massie wieder an, der Trumps Irankrieg scharf kritisiert. Der republikanisch-jüdische „Victory Fund“ beschimpfte ihn deshalb bereits als Linksradikalen und Freund der Mullahs. Trump unterstützt einen Gegenkandidaten, und das war jahrelang sein effektivstes Machtinstrument, um Kritik im Keim zu ersticken. Wie diese Vorwahl ausgeht, wird zeigen, ob das noch funktioniert.

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58 Kommentare

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  • Wäre wirklich schön, wenn das Trump-Gefolge sich angesichts seiner aktuellen Taten deutlich verkleinern würde.

    Trotzdem bin ich noch sehr skeptisch. Wenn man auf einschlägigen Youtube-Videos die Kommentare durchforstet, sieht man, wie erschreckend loyal die Trump-Anhängerschaft z. T. ist. Da wird alles gerechtfertigt und kein Infragestellen zugelassen, der noch so befremdlichste Zweck heiligt die krudesten Mittel, und der grobe Umgangston tut sein Übriges. Sicherlich sind da auch Trolle dabei, aber nicht alle.

    Aber: Schon nach dem Sturm auf das Kapitol sind ja doch ein paar MAGA-Menschen aufgewacht, was zumindest zeigt, dass auch diese Menschen sich ändern können. Ein bisschen Hoffnung muss sein!

  • Jedes Imperium geht zugrunde auch das Trumpsche. Es wird keine dritte Amtszeit geben, da kann der Orangene raunen wie er will. Und spätestens nach den Midterms wird die Legislative ihm nicht mehr aus der Hand fressen, die Zeit als Lame Duck wird anbrechen, wie immer am Ende der zweiten Amtszeit.

    • @FtznFrtz:

      J D Vance ist noch schlimmer! Trump ist mit seinem IQ doch etwas eingeschränkt, Vance hat mehr drauf und das macht ihn gefährlicher!

      • @Perkele:

        Aber Vance ist ein falscher Fuffziger und hat nicht das Showmastertalent Trumps.



        Da kann er einen IQ von 190 haben, auf Cleverness kommt es doch nun wirklich nicht an.

  • Trump will Chinas Öl Liferanten ausschalten.



    Wenn China kein Öl mehr aus dem Iran geliefert bekommt müssen sich die Chinesen mit Trump an einen Tisch setzen...



    Menschenleben interessieren Trump nicht.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Klappt das würde das aber eine Invasion Taiwans verhindern und Millionen Menschenleben vor Mord, Verschleppung und Folter retten.

      • @Machiavelli:

        @ Machiavelli



        Sie wollen uns jetzt doch nicht ernsthaft, Trump als Friedensengel von Taiwan verkaufen wollen...

        • @Alex_der_Wunderer:

          Trump hat weder Moral noch Verstand trotzdem können seine Handlungen positive Konsequenzen haben.

  • Danke für diese interessanten Einblicke!



    Sicher ist trump objektiv unberechenbar und in erster Linie ein Maulheld. Seine bisher in Aussicht gestellten Erfolge erweisen sich zunehmend als Mißerfolge.



    Allerdings ist Objektivität in diesem Fall nicht das Maß der Dinge.



    Ansonsten hätte es schon gar keine zweite Amtszeit trumps geben dürfen.



    Es muss berücksichtigt werden, dass sich die MAGA die Wahrheit so zurecht biegt, dass Alles passt.



    Das erscheint schwer nachvollziehbar. Doch es ist ja ein weltweiter Trend, dass Einzelentscheider scheinbar die bessere Lösung bieten. Gerade haben Senat und Kongress ihre eigene Einspruchsmöglichkeiten bzgl. Iran ausgeschlagen. Sie haben sich also freiwillig "gleichgeschaltet". Da kann ich keine positive Entwicklung erkennen.



    Auch Merz und Wadephul sind, peinlicherweise, trumps Argumentation gefolgt. Nachdem die Welt den USA bereits einmal aufgrund falscher Behauptungen eines Bombenarsenals gefolgt ist, macht unser Möchtegern Kanzler das zwischen zwölf und Mittag. Immerhin ist die Mehrheit der Deutschen schlauer und lehnt den Krieg gegen Iran ab.



    Merz hingegen baut Luftschlösser und meint, wenn er nur nach trumps Pfeife tanzt, wird Alles wieder gut...

  • Vielleicht geht Trump raus und erklärt den Sieg. Die Mullahs erklären dann auch den Sieg. Es hat sich nicht viel verändert, nur am Auf und Ab der Ölpreise haben einige verdient. Und manche sind dafür gestorben.

    • @Kohlrabi:

      Zitat: "Vielleicht geht Trump raus und erklärt den Sieg ..."

      Kaum, solange Netanyahu noch drin ist. Und der hat seit dem vergangenen Jahr gelernt, daß ihm bei den Mullahs halbe Sachen nichts bringen.

  • Zur Erinnerung: Vor sieben Jahren, einige Monate vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, wollte John Bolton genau dasselbe machen, was Trump jetzt tut: Venezuelas Machthaber stürzen und den Iran angreifen.



    www.bernerzeitung....krieg-236471350809



    Damals wollte Trump das nicht. Inzwischen ist er mit Bolton verfeindet und tut genau das, was der ihm damals riet. Wie positioniert sich John Bolton heute?

  • Mich überrascht immer wieder diese Denkweise der Amis:



    Damit kommen wir durch!

    Ich befürchte, es ist nur eine Frage der Zeit, wann wieder tausende Amerikaner auf einmal in Ihrem eigenem Land massakriert werden.



    Wodurch auch immer.

    Das lässt sich doch keine fundamentalistische, reaktionäre, religiöse Gemeinschaft gefallen, was da gerade passiert.

    Es wäre eine Sensation für die Welt, wenn die Beiden vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag landen würden eines Tages.



    Und vermutlich eine Genugtuung. Es passiert aber nicht, aber ich stelle es mir gern vor.

  • Mal sehen, ob es die Midterms in einer regulären, vertretbaren Form noch geben wird. Erste Schüsse dagegen kann mensch ja schon mit dem SAVE Act sehen.

  • Bin ich entsetzt, dass die Mullahs ordentlich was eingeschenkt bekommen? Natürlich nicht. Aber ich bin entsetzt, dass ein Irrer das veranstaltet hat, und dass damit die Welt noch irrer geworden ist, als sie vorher war.

  • Ich befürchte, am Ende sitzen die Mullahs fester im Sattel als vorher.

    • @Peter Rabe:

      "am Ende sitzen die Mullahs fester im Sattel"

      Die Mullahs sitzen vermutlich einstweilen u. vielleicht dauerhaft wohl bevorzugt im Tiefbunker hinter meterdicken Wänden:



      "Neuer Staatschef steht wohl fest



      Trump: Chamenei-Nachfolger ohne US-Zustimmung "bleibt nicht lang im Amt"



      b. n-tv.de



      /



      tagesspiegel.de gestern:



      "Mit Spannung wurde auf den ersten öffentlichen Auftritt des Sohns von Ajatollah Ali Chamenei gewartet, der zu Beginn des Iran-Kriegs bei einem Bombenangriff getötet wurde. Israel und auch US-Präsident Donald Trump haben dem 56-jährigen neuen Staatschef bereits gedroht, auch er sei seines Lebens nicht sicher."



      !Das ist sicherlich keine leere Drohung...



      Die israelischen Einsatzkräfte sind offensichtlich mit ihrem Auftrag noch nicht durch:



      10.3.26 n-tv.de



      "Der israelische Ministerpräsident hat sich in einer Botschaft direkt an das iranische Volk gewandt und angekündigt, den Druck auf die Führung in Teheran weiter zu erhöhen. In einem Post Netanjahus auf der Plattform X heißt es, Israel werde gemeinsam mit den USA "mit wachsender Stärke gegen die Tyrannen vorgehen", die das iranische Volk seit Jahrzehnten unterdrückten."



      "Netanjahu ruft Iraner zum Sturz des Mullah-Regimes auf"

      • @Martin Rees:

        Die sitzen so lange im



        Bunker bis Trump das Interesse verliert. Die Frage ist, ob die „Fußsoldaten“ das Volk in Schach halten können. Und danach sieht es noch aus.

    • @Peter Rabe:

      Genau das sehe ich auch. Vor allem bin ich gespannt, wie Trump jetzt seinen Kopf aus der Netanyahu-Schlinge ziehen will und wie er es seinen Anhängern erklärt.



      Fest steht, dass Israel dank der militärischen Unterstützung der USA nie die Waffen und die Munition ausgehen werden, um solche Kriege führen zu können. Und es auch immer mit einer schützenden Hand vor dem UN-Sicherheitsrat rechnen kann.



      Es bleibt die Hoffnung, dass eine andere politische Führung (nach Netanyahu) zu der Einsicht kommt, dass es so auch für Israel nicht weitergehen kann. Und dass es auf diesem eingeschlagenen Weg sein eigener Feind wird

      • @Abdurchdiemitte:

        Zitat. "Und es auch immer mit einer schützenden Hand vor dem UN-Sicherheitsrat rechnen kann."

        Der Sicherheitsrat ist jetzt nicht so das Problem, solange da ein Nebensja sitzt, mit einem Lawrow im Hintergrund, die zu jeder Aggression als Bestätigung des eigenen Chefs applaudieren möchten.

    • @Peter Rabe:

      Dann, so fürchte ich, wird der Regimechef Trump zu härteren Maßnahmen greifen. Er hat zu Beginn seiner ersten Amtszeit gefragt, warum man denn Nuklearwaffen nicht nutzt - wenn man sie doch hat.....

      • @Perkele:

        Den Tabubruch traue ich Trump noch nicht zu. Zumal ihm die Zerlegung des Raketenprogramms und des Atomprogramms sicher reichen werden.

    • @Peter Rabe:

      Naja sie müssen jetzt ihre Macht sichern mit weniger Leuten, weniger Ressourcen und nachdem ihr Prestige massiv geschädigt wurde.

      • @Machiavelli:

        Es sind immer noch genug da, die ob ihrer Pfründe und Verbrechen kein anderes als das derzeitige Regime gebrauchen können.

        • @dtx:

          Ja nur die mit Pfründen bemannen keine Straßenspeeren die jetzt von israelischen Drohnen zerlegt werden (im wahrsten Sinne des Wortes) oder gehen in Straßenkampf wenn die Demonstranten an Waffen kommen. Die sitzen in ihren Palästen und hauen im Zweifelsfall ab.

          • @Machiavelli:

            Quelle? Ich sehe Bombenangriffe auf diverse Ziele. Aber noch nie habe ich einen Angriff auf eine Straßensperre vernommen.

            • @Peter Rabe:

              Seit Gestern, Selbst Fars News hat schon davon berichtet.

  • Wie die „most trusted journalist of the Daily Show“ zeigen, steht auch die Jubelmedia noch hinter ihm: „he has the guts, he has the balls“ um den Kriegszug zu unterstützen.

    Und dann kommen noch die Evangelikalen, die ihn als von „Jesus gesalbten“ ansehen und damit ist alles was er macht richtig.

    Das Land ist tief zerrissen und so gibt es immer noch genügend Unterstützer, die über vieles einfach hinwegsehen.

    • @fly:

      Vergessen:



      Sie stehen hinter ihm, solange die Spritpreise nicht steigen.



      Deshalb auch die neue Ankündigung, dass der Krieg bald endet und schon sinken die Preise wieder (und vielleicht hat der Klan auch genug Aktien gekauft, als die Börsen abrutschten und macht jetzt Kasse).

      • @fly:

        Religiösen Eiferern dürfte es dich egal sein, wie hoch die Spritpreise noch klettern, wenn sie nur ihrem Armageddon ein Stückchen näher kommen.



        Das gilt übrigens in allen Ländern der Welt mit ausgesprochen eschatologisch orientierten Religionen (Heilserwartung), nicht bloß für die Schiiten im Iran, auch für die Evangelikalen in den Staaten.



        Insofern wird Trump von seinen religiösen Anhängern möglicherweise weniger als der „Gesalbte“ betrachtet - denn das müsste auch in den Ohren Evangelikaler wie Blasphemie klingen - sondern eher als „Vollstrecker“ des göttlichen Willens.

  • Man(n) hätte es eigentlich wissen müssen. Warum sollte ausgerechnet im Iran das klappen was desaströs in Afghanistan, Irak und Libyen gescheitert ist. Und auch in Syrien sieht es nicht nach "Demokratie" aus. Ob die jetzigen Herrscher dort besser sind als Assad muss sich erst noch beweisen.



    Ergo: Ziellos, planlos ergibt gescheitert.

    • @Pico :

      Naja der Blutzoll von Assads Familien Herrschaft war so hoch, da können die neuen Herrscher viel falsch machen und trotzdem besser sein.

      • @Machiavelli:

        Es kommt auf die lange Strecke an, was die Entwicklungen in Syrien betrifft. Ich bin pessimistisch, obwohl ich dem syrischen Volk die Aussicht auf Demokratie von Herzen wünsche. Dann aber auch allen Syrern, nicht nur den „Rechtgläubigen“, sondern auch den Kurden, Alawiten und Drusen

      • @Machiavelli:

        Die bemühen sich derzeit nach Kräften den Assad in allen Belangen zu überholen. Dabei "herrschen" sie gerade nur auf einem Bruchteil dessen was einst Syrien ausmachte. Das ist also keine Besserung, aber bestimmt deutlich schlechter. Warum sollte dies anders sein als in Afghanistan, Irak oder Libyen? Wo die USA eingreift, wird nichts anderes dabei rauskommen.

        • @Pico :

          Sie sind falsch informiert. Die Regierung kontrolliert das ganze Land abgesehen von den israelisch besetzen Gebieten, es leben auch viel mehr Menschen in Syrien als zuvor unter Assad da Flüchtlinge zurückkehren. Und selbst wenn man alle Toten der Regierung anlastet könnte diese Regierung so die nächsten 100 Jahre weitermachen und würde trotzdem weniger Menschen töten als die Assads die mehrere hundertausend Syrer getötet haben (dazu noch tausende bis zehntausende im Libanon).

  • Trump ist auf Einflüsterer angewiesen, um erfolgreich zu sein. Zu diesen gehört Lindsey Graham, der auch schon frühere US-Regierungen auf einen Kurs zugunsten der radikalen Rechten in Israel zu bringen, indem er seit Jahren insbesondere die Auslöschung des Iran als Kriegsziel auch einer US-Regierung propagiert. Nun ist Trump diesem Weg in die Sackgasse gefolgt und ist neben Putin und Netanyahu zu einem Kriegsverbrecher aufgestiegen und das, ohne den Versuch, über den Kongress zumindest den Anschein einer demokratischen 'Legitimierung' zu erwecken. Auch wenn die Folgen dieser militärischen Eskalation in Bezug auf die ökonomischen Krisen überhaupt noch nicht absehbar sind, sollten sich demokratisch wähnende ('westliche') Regierungen von diesen Regimes um Trump und Netanyahu maximal distanzieren, allein schon um der Bevölkerung Israels und der USA Willen, damit zumindest Hoffnungen auf einen Wandel zugunsten einer Demokratie erhalten bleiben. Wie lange haben Allierte seinerzeit dem Treiben der Nationalsozialisten zugeschaut ? Wehret....

  • Trump, Hegseth, Vance, Rubio usw.: Das kommt davon, wenn man eine Laienspieltruppe an die Spitze eines Staates stellt.

    Eine Methode, die auch bei AFD-Wählern hierzulande verfängt: Angeblich politisch unverbrauchtes und unverdorbenes Personal soll für frischen Wind sorgen. Dabei würde doch niemand, der einigermaßen klar bei Verstand ist, für eine größere Feier Köche engagieren, die ausser Teewasser noch nie was gekocht haben. Und dazu Musikanten, die noch nie ein Instrument in der Hand gehabt haben.

    • @Josef 123:

      Wieso? Trump hat aus seiner ersten Amtszeit gelernt, wie man es als Einäugiger anstellt, König zu bleiben. Alle paar Tage einen Minister feuern, war offenbar weder lustig noch zielführend. Da nahm er dann doch lieber gleich Leute, die ihm garantiert nicht in die Parade fahren.

    • @Josef 123:

      Word.

  • Trump führt einen imperialistischen Krieg gegen den Iran, es geht um langfristige Konstellationen in der Region, es geht darum, die militärischen Möglichkeiten des Iran zu zerstören und zwar vollständig.



    Der 'Regime'-Change der ist gar nicht zwingen notwendig, aber die militärischen Möglichkeiten des Landes müssen reduziert und im Bereich A-Waffen und Raketen/Drohnen auch beseitigt werden.



    Dafür ist €1 Mrd pro Tag nicht besonders teuer.



    Allerdings hat Trump das mal anders versprochen.



    Das ist jetzt sein Problem. Aber es wird nicht dazu führen, dass er jetzt alles verliert.



    Vermutlich wird Trump sowieso eine Ausnahme bleiben, ein sonderbarer Mensch mit geringem politischen Kenntnissen, der aber Weltpolitik aufs Härteste macht.



    Ich denke, jetzt kommt, was sowieso passieren musste, die Anhänger von Trump erkennen seine Austauschbarkeit, seine Begrenztheit und den Unterschied von medialen Aussagen und der Realpolitik.



    Schlimm ist es für die vielen Iraner, deren Diktatur möglicherweise noch fester, nocht härter wird. Trump kann nicht alle Schergen des Regimes töten.



    Von Aufgabe ist auch keine Rede, im Gegenteil die Anhänger scheinen sich erstrecht zu schließen und zu verbünden ...

    • @Andreas_2020:

      Zitat. "Der 'Regime'-Change der ist gar nicht zwingen notwendig, ..."

      Ach so? Das sehen die Leute, deren Angehörige auf der Straße hingerichtet wurden bzw. noch auf den Henker warten, womöglich etwas anders.

    • @Andreas_2020:

      ".. aber die militärischen Möglichkeiten des Landes müssen reduziert und im Bereich A-Waffen und Raketen/Drohnen auch beseitigt werden"

      Dann kann man ja nur hoffen, dass nicht auch andere Länder einmal auf die Idee kommen diese Praxis anzuwenden und anfangen "die militärischen Möglichkeiten" anderer Staaten willkürlich zu reduzieren.

      Es wird garantiert auch Länder auf dieser Erde geben, denen Merz selbsterklärtes Ziel, Deutschland zur größten Militärmacht in Europa zu machen nicht behagt.

      Da wäre dann nach ihrer Auffassung die Option lieber gleich präventiv tätig zu werden und deutsche "Bomben und Drohnen zu beseitigen" für diese Länder auch die richtige Wahl. Und damit Deutschland gar nicht erst nach Atomwaffen strebt wird Gronau gleich mit "beseitigt".

      Lässt sich alles militärisch lösen solange es die Richtigen trifft. Ist dann nur die Frage, wer wen als den richtigen einstuft.

      • @Sam Spade:

        Sie vergleichen Deutschland, bei allen Mängeln, mit dem islamistischen, die eigene Bevölkerung abschlachtenden Iran?

        Also. Der Mord am eigenen Volk und dauerbedrohung (verbal der obersten Führung klar geäußert) ist für mich ein klarer Indikator wer "der richtige" ist.

        Daher hinkt ihr Vergleich für mich klar.

  • "Für Putins Krieg gegen die Ukraine hat Carlson deutlich mehr Verständnis."



    Dafür hat jeder, der sich das genauer anschaut, mehr Verständnis.



    Immerhin liegt der Ukrainekrieg aus etlichen Gründen (insbesondere der Verhinderung der NATO-Mitgliedschaft einer Ukraine, mit der Russland im Territorialkonflikt um die Krim ist) selbst mit dem langen Kriegsverlauf klar in Russlands Interesse, während der Irankrieg ein enormes Risiko darstellt und mit einem langen Kriegsverlauf keinesfalls im US-Interesse und eigentlich auch nicht im israelischen Interesse ist. Der Irankrieg ist eine Entscheidung, die von verblendeten Politikern, insbesondere Netanjahu und Trump, getroffen wurde, die sich vermutlich schwer verkalkuliert haben. Der Rest der Welt kann nur hoffen, dass da nicht seitens Israel oder den USA Atombomben auf den Iran geworfen werden, um doch noch einen schnellen Sieg zu erzwingen. Und wir in Deutschland müssen zudem darauf hoffen, dass nicht noch die NATO zu Hilfe gerufen wird.

    • @XXX:

      Zitat: "... während der Irankrieg ein enormes Risiko darstellt und mit einem langen Kriegsverlauf keinesfalls im US-Interesse und eigentlich auch nicht im israelischen Interesse ist. ..."

      Das weiß man halt erst, wenn es womöglich zu spät ist. Der Grad der Urananreicherung durch die Mullahs, die Masse an Material und die Frage, für wieviel Sprengköpfe das Zeug taugt, ist nun ausnahmsweise mal nicht eine Erfindung der USA. Und die Einschätzung, daß das iranische Volk das Problem eher nicht in nächster Zeit auf eigene Faust gelöst bekommen würde, auch nicht. Wenn man da etwas kritisiert, dann wohl am ehesten Trumps vormalige Entscheidung, das Vertragswerk mit dem Iran zerrissen zu haben. Aber es mußte ja alles auf den Kopf gestellt werden, was Obama ins Werk gesetzt hatte.

    • @XXX:

      Ich sehe einen Völker-Rechtsbruch der Russen sowie der Amerikaner, deswegen habe ich für niemanden Verständnis.

      Zu Ihrer Erinnerung der von Ihnen sogenannte Territorialkonflikt ist erst seitdem zugange, seit dem Janukowitsch aus Kiew in einer Nacht und Nebelaktion nach Moskau geflohen ist.

      Der Iran und seine Proxys hingegen haben sehr viel Terror gesät in ihrem Einflussbereich.

      Ihr Verständnis das wie von ihnen behauptet auf genauem anschauen beruht, ist mindestens fragwürdig. Ich empfehle einen neuen Optiker.

      • @Retsudo:

        Bezüglich Völkerrecht finde ich Meinungen, dass es lediglich die Super-Schurken schützt, immer überlegenswerter.

        • @Erfahrungssammler:

          "Bezüglich Völkerrecht finde ich Meinungen, dass es lediglich die Super-Schurken schützt, immer überlegenswerter."



          Die schützt es ja nicht allein, wenn auch 'etablierte Großmächte' mehr davon zu profitieren scheinen.



          Grundsätzlich verhindert das Völkerrecht Kriege (trotz aller Mängel, wo es das dann leider nicht tut). Wer das doof findet, dem ist nicht zu helfen.

    • @XXX:

      Aber sicher doch. Auch die Aufrüstung der NATO, der Beitritt Finnlands und Schwedens, eine Ukraine die - egal in welchen Grenzen - auf ewig aus der Einflusssphäre verschwinden wird, 1,2 Millionen Verluste - das alles ist in Russlands Interesse.

    • @XXX:

      Die Ukraine wäre nie der NATO beigetreten, die Ukraine stellte keine Bedrohung für Russland dar. Und dieser Krieg ist einzig und allein im Interesse von Putin und der großrussischen Imperialisten, der normale Russe hat davon nichts. Der Iran will explizit Israel auslöschen, und arbeitet an diesem Ziel, der Iran bindet enorme Amerikanische Ressourcen und destabilisiert Länder vom Yemen, Iraq, Syrien, Libanon bis nach Azerbaijan. Daneben hat das iranische Regime vor wenigen Wochen zehntausende Bürger abgeschlachtet die ein Ende von Unterdrückung und Korruption wollten.

      • @Machiavelli:

        Ich glaube XXX wollte nur erklären, warum Tucker Carlson diesen Krieg in der Ukraine weniger problematisch sieht...das war nicht seine Meinung!

        • @Isnunmalso:

          @Isnunmalso: Ich habe "Machiavelli" geantwortet, allerdings wurde meine Antwort von der Moderation aus irgendwelchen Gründen blockiert. (Mich interessiert schon seit längerem nicht mehr, warum sie das tun.)

  • Na, hoffentlich verbrennen Hegseth, Trump und die Wendehälse J.D. Vance und Marco Rubio nicht am Endes selbst im endlosen Höllenfeuer, von dem der Herr Kriegsminister in seiner Feuerrede sprach.

    • @Il_Leopardo:

      Das sind die Schlimmsten! Verbrechen und Gewalt im Namen der Religion, egal welcher.



      Wenn es den alten Mann mit dem weißen Bart dort oben gäbe, hätte er Trump die Hand sofort abfaulen lassen, als er sie das erste Mal auf eine Bibel legte.

      • @Erfahrungssammler:

        Die fault doch schon. Einfach mal Bildersuche Trump Hand und voila Gottes Strafe ist unübersehbar.

  • Danke für die Erklärungen und Einordnungen. Aber eine Sache stört mich auch hier wie sie es seit langem schon im Zusammenhang mit Trump tut: Es wird wieder so geschrieben als habe Trump jetzt aber endlich Probleme mit seinen eigenen Leuten. Aber das wurde schon nach zig Aktionen, Krisen, Problemen heraufbeschworen oder nahegelegt, dass es diesmal für ihn das "ende" oder zumindest der "Anfang des Endes" sei. Und bisher hat es nie gestimmt. Es ist Geraune, es ist Wunschdenken, es ist der Versuch, dem ganzen eine Logik, eine Entwicklung, vielleicht einen Ausweg anzudichten. Den sehe ich nicht, die meisten seiner Leute bleiben stumm oder stimmen ihm zu, andere äußern sich nur anonym. Da ist noch nichts angebrannt.

    Auch jetzt mal die Zahl 6 % mitzubekommen ist hilf- und aufschlussreich. Das sieht für mich noch nicht wie eine deutliche Entscheidung für die Midterms aus!. Dass die Reps noch 44% bekommen trotz dem Schlamassel und dass Trumps Reps zu 77% hinter dem Krieg stehen ist für mich auch kein echtes Hoffnungszeichen.

    • @JK83:

      Man muß halt unterscheiden zwischen den Wählern, die so ziemlich alle Versprechen, für die sie ihn hofierten, in heiße Luft aufgelöst sehen und dem Teil seiner Gefolgschaft, deren Karriere von seiner Gnade abhängt.

    • @JK83:

      Nein, aber die Angst (genau das ist es) vor der Autorität des Autokraten schwindet nicht graduell, sondern plötzlich, und der Moment kann genausoplötzlich kommen. Hoffentlich nicht zu spät.