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Protest bei Harry Potter Store-Eröffnung Wie viel Blut klebt am Zauberstab?

Konstantin Nowotny

Kommentar von

Konstantin Nowotny

Die Eröffnung eines Harry-Potter-Ladens in London wird zum Fan-Spektakel. Protest gegen J.K. Rowlings transfeindliche Aktivitäten erstickt im Konsumrausch.

D ie Rufe sind bereits von Weitem zu hören: „Trans rights are human rights“, „Transrechte sind Menschenrechte“, oder „How many people have to die?“, „Wie viele Menschen müssen noch sterben?“

Eine Gruppe von sieben Menschen steht auf der belebten Einkaufsstraße Oxford Street im Zentrum Londons, ausgestattet mit Schildern, rosa-blau-weißen Fahnen und einem Megafon. Ihnen gegenüber stehen einige Hundert, manche in Kostümen: Hexenhüte, Zauberstäbe, bunte Schals.

Am Mittwochmorgen wurde hier Großbritanniens größter Harry-Potter-Laden eröffnet. Auf zwei Etagen finden Fans der beliebten Romanreihe von Autorin Joanne Rowling allerhand Artikel aus dem Romankosmos: eine meterhohe Kollektion an Zauberstäben, Textilien mit den Emblemen der verschiedenen Hogwarts-Häuser und allerhand Süßigkeiten, von „Bertie Botts Bohnen“ jeder Geschmacksrichtung bis hin zu Schokofröschen.

Stunden vor der Eröffnung fanden sich bereits etliche Fans vor dem Laden ein. Viele von ihnen sind Touristen, einige sogar extra für die Ladeneröffnung nach London gereist. In ihrer Wartezeit erhielten sie weitere Lektionen von den Protestierenden: „Die Erschafferin dieses Franchises hat sich dafür entschieden, ihr Geld in Fanatismus und Hass zu investieren.“ Die Gruppe spielt darauf an, dass Rowling im Jahr 2024 70.000 Pfund an eine Ak­ti­vis­t*in­nen­grup­pe spendete, um ein Verfahren am obersten britischen Gericht zu unterstützen.

2025 gab der britische Supreme Court der Gruppe, und damit auch Rowling, recht: Geurteilt wurde, dass die Begriffe „Mann“ und „Frau“ nur für das „biologische Geschlecht“ gelten sollen und demnach etwa Trans-Frauen rechtlich nicht als Frauen gelten. Diese Gesetzgebung koste Menschenleben, so die Demonstrierenden vor dem Harry-Potter-Store. „Schämt euch!“, ruft die Gruppe.

Die Trennung von Kunst und Sexualität

Zwei junge deutsche Männer, die während ihres Londonaufenthalts zufällig von der Ladeneröffnung erfahren haben und in der Schlange stehen, zeigen sich irritiert. Sie haben den Eindruck, dass hier trans Personen streiken würden. „Vielleicht wegen J. K. Rowlings transphoben Äußerungen?“ So richtig sicher ist man sich nicht: „Das will man natürlich nicht supporten. Aber ich trenne Kunst von Sexualität, wir sind selber auch ein Paar.“ Andere in der Schlange diskutieren ähnlich über den Protest.

Spätestens im Laden verstummen die Rufe von draußen, es übernimmt der Sound des Konsumrauschs. Ein Durchkommen gelingt nur mit einigen „Excuse me“ und sanften Rempeleien. Die untere Etage ist der magischen Einkaufspassage „Winkelgasse“ aus den Rowling-Romanen nachempfunden. In der Getränkebar „Zum tropfenden Kessel“ kostet das „Butterbier“ umgerechnet 11,40 Euro – und damit sogar ein wenig mehr als ein echtes Bier im Pub nebenan. Das Getränk schmeckt wie ein alkoholfreies Weizen und hat eine Krone aus fettig-süßem, marshmallowhaftem Schaum.

Auf der oberen Etage können Fans im Rahmen einer Licht- und Soundeffektzeremonie ihre Zugehörigkeit zu einem der Zauberschulenhäuser erfahren. Viele der hier angebotenen Merchandise-Artikel gibt es auch anderswo. Zu den exklusiven Highlights zählen eine originalgetreue Nachbildung des magischen Busses „Fahrender Ritter“ und eine imposante Figuration des „Ukrainischen Eisenbauchs“, eines Drachens.

„Irgendwann müssen sie doch auch mal was trinken oder so“, sagt ein genervter Sicherheitsmitarbeiter im Laden. Es scheint nicht so: Auch Stunden nach der Eröffnung schallen noch immer die Rufe der kleinen Pro-trans-Protestgruppe vor dem Laden. An der Begeisterung für das Harry-Potter-Franchise scheinen die politischen Aktionen J. K. Rowlings nichts geändert zu haben. Längst hat die Zauberwelt eine Anziehungskraft entwickelt, die ihre Erschafferin überstrahlt – und wohl noch lange überstrahlen wird.

Konstantin Nowotny

Konstantin Nowotny Autor

Seit 2013 freier Journalist, seit 2022 bei der taz. IJP-Fellow (Tel Aviv, 2021). DAAD-Stipendiat (New York City, 2016/17). Themen u.a.: Pop & Punk, Kapitalismus & Kultur, Rechte & Linke. Berlin/Leipzig
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54 Kommentare

  • Retsudo

    Viele der Kommentatoren echauffieren sich über mangelnde Solidarität der Fans, ich habe mit HP nie was am Hut gehabt noch mit der Autorin, kann man sich nicht einfach vorstellen das es einen nicht tangiert welche Probleme eine Randgruppe hat.

    Ich bin nicht transphob, mich interessiert das Thema gendern usw einfach nicht, beim Sprachgebrauch halte ich es so wie es in der Schule gelehrt wurde. Das ist mittlerweile ein Viertel Jahrhundert her, kann mir jemand sagen warum ich mich damit auseinander setzen soll?

  • Jochen Laun

    Wie viel Blut am Zauberstab klebt? Nicht ein Tröpfchen. Was ist denn das für eine Wortwahl?

    • Gondor

      @Jochen Laun:

      Ja. Vielleicht sollte die taz mal darüber nachdenken was für eine Sprache bzw. journalistische? "Kultur" sie da unterstützt bzw. fördert.



      Sind linke Medien die sich nicht entblöden eine Clickbaitsprache zu benutzen wirklich "nötig" bzw. bei den Rezipienten zielführend.



      Ich denke nicht.



      ...und hoffe das wird in den Redaktionen irgendwann mal reflektiert und sie konzentrieren sich auch bei den Titeln eher auf den Inhalt.

  • Querbeet

    Wenn ich den Artikel recht verstehe, müsste man auch gegen das Urteil des Supreme Court protestieren.



    Tötet also der Supreme Court?

  • Black & White

    "Wie viel Blut klebt am Zauberstab?"

    Leider wird auf den Hintergrund und der Sinn dieser provokanten Frage im Verlauf des weiteren Artikels nicht eingagangen. Klingt für mich wie clickbait.

    Auch die angeblichen "transfeindliche Aktivitäten" werden im Artikel nicht bewiesen. Oder ist es denn schon transphob, wenn man eine andere Meinung vertritt?

    Ich habe den Eindruck, dass eine prominente Person an den Pranger gestellt wird, um sich als unterdrückte Minderheit darzustellen. Wenn man deutlich machen möchte, dass Trans-Menschen diskriminiert werden, sollte man überzeugendere Beispiele wählen.

  • Axel Schäfer

    „Wie viele Menschen müssen noch sterben?“ Wäre ja mal schön, wenn man das konkretisieren könnte, von einer hohen Zahl von trans- und queerfeindlichen Hassverbrechen in Britannien habe ich gehört, aber von Morden dieses Jahr noch nichts.

  • Deep South

    Mal ab von Rowling fällt mir eins immer wieder auf. Wenn man im Netz über eine Diskussion zwischen Feministen und Trans-Aktivisten stolpert, dann gehts da oft extrem spinnefeind und verhärtet zur Sache und eskaliert schnell.

    Und bei Rowling fand ich ihre Aussagen anfangs sogar ziemlich verständlich und die Angriffe daneben. Aber irgendwann wurde das auch bei ihr immer radikaler.

    Ich glaube, dass radikale, identitätspolitische Aktivisten einfach kaum gegenseitiges Verständnis aufbringen können oder wollen.

  • Katharina Reichenhall

    Ist bekannt, wie viele beschämte Sünder durch das Wirken dieser tapferen Heroen zur reuigen Umkehr gebracht wurden?



    Ich glaube ja, dass sehr hilfreich ist, Leute zu beschimpfen, die man überzeugen möchte. Vor allem, wenn diese einfach nur ein Geschäft besuchen wollen, in dem es Franchise-Produkte einer sehr erfolgreichen Fantasy-Reihe zu kaufen gibt.



    Ich kann fanatischen Aktivisten einfach nichts abgewinnen.

  • ImInternet

    Bewusster Konsum ist selten, es sind sowieso immer nur die anderen, die die Schuld an allem tragen. Niemand sieht die eigene Verantwortung.

    Ein besonderer "Zauber" dieser Werke war ja auch, wie gut geschrieben die Bösewichte waren. Vielleicht braucht es etwas genau so menschenverachtendes in einem, um genau so zu schreiben. Klassismus ist ein großes Thema der Bücher. Und die Leute feiern das, sie gruppieren sich gern ein.

    • Janix

      @ImInternet:

      Wir sind alle Engelchen wie Teufelchen. Und in den HP-Büchern sehen Sie in der zunehmenden Differenzierung der Charaktere durch Rowling wie ein lesendes heranwachsendes Kind, dass Schwarz-Weiß einem genaueren Dunkel-/Hell-Grau durchaus weichen kann. Siehe Snape wie noch ganz andere.

      Einer Autorin einen Strick aus ihren Buchcharakteren zu drehen, wenn ich Sie denn da gerade richtig verstehe, das finde ich übrigens arg dunkelgrau.

  • Janix

    Gut, dass der Punkt des Gerichtshofs zumindest erwähnt wurde. So ganz aus der Welt ist dann Rowlings Punkt vielleicht auch nicht. Zumindest kann auch der wohl in den Diskurs einfließen.

    Empörung ist fein dosiert besser. Es gibt da noch Stufen und nicht immer nur den großen Hammer.

    (Und ich habe die Bücher nur gelesen und nicht als Glaubensbekenntnis.)

    • Davin_112

      @Janix:

      Der Punkt ist, dass Frau Rowling einen grossen Hammer benutzt, und damit auch realen Schaden anrichtet. Eine Dosierung der Empörung schließt ja die Möglichkeit nicht aus, sie dennoch hoch anzusetzen

      • Normalo

        @Davin_112:

        Worauf @Janix richtig hinweist: Der "Hammer" war wohl, bei der Finanzierung zu helfen, einen Fall vor den britische Obersten Gerichtshof zu bringen, der DANN unabhängig entschieden hat. Das mag ein schweres Geschütz sein, aber er ist völlig legitim: Für sowas sind oberste Gerichte da (auch wenn ihre Urteile naturgemäß der jeweils unterlegenen Partei in aller Regel zutiefst missfallen).

        Wenn damals die Gegenseite sich aus Kostengründen aus dem Verfahren hätte zurückziehen müssen und es so zum Obsiegen der von Rowling unterstützten klagenden NGO kraft finanzieller Überlegenheit gekommen wäre, dann könnte man vielleicht von einem unfairen Eingriff reden. Der Gegner war aber die schottische Regierung und hatte mithin NOCH tiefere Taschen, als selbst eine Milliardärin gewährleisten könnte. Wenn überhaupt, hat Rowling also für "Waffengleichheit" gesorgt.

    • Dr. McSchreck

      @Janix:

      Wobei durchaus erklärungsbedürftig wäre, wie diese Entscheidung zu Toten geführt haben soll. Wirklich verstehen kann ich das nicht.

  • fly

    Gar nüchtern betrachtet, wird eine Entscheidung des Supreme Courts kritisiert.



    Auffälliger ist aber das Missverhältnis zwischen der sehr kleinen Gruppe der Aktivisten und der anscheinend sehr großen Gruppe der Fans, die selbst wenn sie darauf angesprochen werden, keine Änderung ihres Verhaltens vornehmen. Kurz, wie am Ende des Artikels erwähnt, der Zauber ist wohl viel stärker als die Kritik. Was bedeutet das gesellschaftlich?

    • uwe

      @fly:

      Mglw. hat Rowlings mehr Fans als die Trans-Fangemeinde.

      Das geht natürlich gar nicht.



      Folglich: wir sind weniger - aber lauter.

      • Sonderzeichen

        @uwe:

        Ja, das habe ich mir auch gedacht: zu fünft gegen 500 anschreien, da muss man dann schon eine gewisse Lautstärke und eine stabile Überzeugung haben :D



        Gesellschaftlich wird das nicht viel bedeuten. Die Leute mögen einfach die Geschichten. Man kann und muss nicht immer alles gegeneinander aufwiegen in einem "entweder oder". Das muss man sowieso schon oft genug...

  • Mr. Hello

    Sweet. Gibt bereits eine ganze Menge an „Harry Potter-Orten“ in London, die man besuchen kann. Jetzt kommt also noch ein weiterer hinzu. Kommt auf jeden Fall auf die Liste!

  • Troll Eulenspiegel

    Künstler und Werk sollte niemals voneinander getrennt werden, da ich sonst einen Künstler finanziell unterstütze, der wie in diesem Fall transphob ist.

    Auch sollte der Boykott erfolgen aus Gründen, die Hanno Homie hier geschildert hat: Angriffe auf Kinder wegen Copyright und Ähnlichem gehen einfach garnicht.

    Macht einfach mit, es ist nicht schwer.

    • Querbeet

      @Troll Eulenspiegel:

      Wenn ich beim Geschlecht nur Mann und Frau sehe und das auch nur biologisch bestimmt, dann bin ich nicht unbedingt transphob. Würde ja bedeuten ich hätte eine Phobie aka Angststörung. Davon pauschal auszugehen ist mir viel zu platt.

    • rero

      @Troll Eulenspiegel:

      Jeder Künstler hat mehr Facetten als sein Werk.

      Er ist ein Mensch. Er kann auch irren.

  • Gondor

    Realitätsflucht treibt seltsame Blüten.



    Es ist das Eine die Fantasie und Kreativität von Kindern anzuregen und sie im Grunde so spielerisch ihren "Platz" und sich selbst! (in der Gesellschaft) zu finden.



    Es ist das Andere daraus Kapital zu schlagen und eben das zu benutzen um einem "nicht genehme" Ansichten und Lebensarten zu diskriminieren und aktiv zu bekämpfen.



    Erwachsene die sich der Aktionen der Autorin bewusst sind und sie TROTZDEM durch Käufe unterstützen kann ich einfach nicht verstehen. HP Bände gibt es mittlerweile auch in Bibliotheken, denke ich. Und eines der Dinge die Kinder lernen sollten ist, sich nicht von anderen sagen zu lassen wo ihr Platz ist und wie sie zu sein/leben haben.



    Eine der Aufgaben von Erwachsenen/Eltern ist es doch auch solche Widersprüche (Autorin/Geschichten) für ihre Kinder "aufzulösen", oder.



    Aber andererseits bin ich auch kein Elter. Da ist es einfach so zu argumentieren.

    • rero

      @Gondor:

      "Und eines der Dinge die Kinder lernen sollten ist, sich nicht von anderen sagen zu lassen wo ihr Platz ist und wie sie zu sein/leben haben."

      Um das zu vermitteln, sind die Harry-Potter-Bände ja nun ausgerechnet hervorragend geeignet.

      • Gondor

        @rero:

        Wenn ich das richtig in Erinnerung habe ist eine der ersten Aktionen bei Erreichen der Schule die Zuweisung der Aspiranten in ein "Haus" durch einen Hut. 🤨



        Das prägt das gesamte folgende Schulleben sofort durch Einordnung/Abgrenzung in eine Gruppe mit jeweils eigenen Regeln und "Ideologien".



        Ich würde das nicht gerade als Vorbild für ein möglichst selbstbestimmtes Finden einer sich entwickelnden Persönlichkeit bezeichnen.

        • Normalo

          @Gondor:

          Das stimmt. Dieses "Haus-System" ist aber keine Idee Rowlings sondern Teil jener Anlehnung an die Realität in vielen britischen Privatschulen, die das fiktive "Hogwarts" nunmal ist. Die realen Muggelschulen haben natürlich keinen "Sorting Hat" sondern deutlich arbiträrere Einteilungsmethoden für ihre Häuser, aber das Konzept ist insbesondere in Internaten sehr weit verbreitet.

          Rowlings Idee, Magie zu nutzen, um die Einteilung charakterlich homogener zu gestalten, kann man sicher diskutieren. Sie dürfte einerseits die Identifikation der Schüler mit ihrem Haus deutlich erleichtern, was für dessen zentrale Funktion als "Ersatzfamilie" Gold wert sein dürfte (und erkennbar Rowlings Hauptintention war, wenn man sich die heimelige Atmosphäre in den Gryffindor-Räumlichkeiten anschaut). Andererseits erschwert es natürlich die pädagogisch wertvolle Interaktion unterschiedlicher Charaktere, wenn man immer mit gleich Tickenden aufeinander hockt.

          Die Einschätzung des "Sorting" dürfte also zumindest ambivalent ausfallen.

  • Chris McZott

    Das ist ein Thema ganz tief aus dem rabbit hole.

  • Budzylein

    Aus dem Artikel geht hervor, dass die Demonstranten Rowling für angebliche Todesfälle verantwortlich machen, obwohl es doch laut Artikel der Supreme Court war, dessen Urteil "Menschenleben koste", wofür es übrigens nicht den geringsten Beleg gibt. Es ist bezeichnend, dass die Demonstranten nicht gegen das Gericht demonstrieren, sondern gegen eine Frau, die aus ihrem eigenen Vermögen Klagen anderer Frauen finanziert hat, was ihr gutes Recht ist.

    • Davin_112

      @Budzylein:

      Es geht nicht nur um Todesfälle.

  • Garak

    Normalerweise lass ich viel in Richtung Trennung von Kunst und Autor zu. Bei ganz vielen Franchises (furchtbares Wort, betont selbst bei post-scarcity-utopien wie Star Trek den kommerziellen Aspekt) stecken da ganz viele Köpfe dahinter.

    Bei Rowling/Potter ist das was anderes - sie hat alle Fäden in der Hand und verdient vom kleinsten Harry Potter Gummibärchen (Hallo Haribo!) oder Legostein mit und investiert ihr Geld nachweislich in Trans-feindliche Prozesse. Klarer Fall von "She who must not be funded". Nicht einen Cent. Nicht, das sie das jucken würde....

    • Axotono

      @Garak:

      Was sollen denn Trans-feindliche Prozesse sein? Ein hohes Gericht hat abgewogen und festgestellt, das gilt es zu akzeptieren.

  • Ruhig bleiben

    J.K. Rowling ist irgendwann mal ganz falsch abgebogen und Transphobie ist zu einem Teil ihrer Identität geworden.

    • Katharina Lang

      @Ruhig bleiben:

      Das mag auch daran liegen, dass von einem kleinen extremen Teil der Transcommunity ziemlich extrem und bedrohlich auf ihre anfänglich harmlosen Aussagen reagiert wurde. Diese Dynamik haben wir leider öfter in den polarisierten Debatten dieser Tage.

      • Katharina Reichenhall

        @Katharina Lang:

        Ihre Ausführungen decken sich mit meinen vagen Erinnerungen, die natürlich auch falsch sein können. War es nicht so, dass Rowling einfach nur ein leichtes Befremden über ein gewisses Wording geäußert hatte, woraufhin gleich die ganz große Keule geschwungen wurde? Und das passiert wahrlich häufig.

  • Thomas O´Connolly

    Ich möchte auch an dieser Stelle alle gern einladen sich den Podcast „The Witch Trials of J.K. Rowling“ anzuhören und sich wirklich kritisch mit ihr dort auseinanderzusetzen.



    Ich habe in diesem Podcast einen Menschen erlebt den ich zwar sicher nicht auf eine Säule stellen würde, den ich aber durchaus vor Angriffen der Kleriker, des Mobs oder anderer Hexenjäger verteidigen werde. Egal was ich mir dafür für Beulen einhandle.

    Und ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal auf die großartige Sarah McBride verweisen und darauf, was sie über "Imperfect Allies" und den Kampf gegen Transphobie und Sexismus in der Moderne sagt.

    Wichtig ist, dass wir aufeinander aufpassen und das Patriarchat als beherrschendes Konzept der Menschheit im Sinne der Zukunft und des Fortschritts überwinden.

    Alles andere ist (kontraproduktiver) Quark.

  • Hanno Homie

    Harry Potter und Rowling waren für mich tot, als Ihr Verlag in der Frühzeit des Internet damit begann gegen Fanwebseiten von Kindern vorzugehen.

    Das waren so Webseiten wo Kinder eigene Bilder aus der Harry Potter Welt gemalt oder Besen gebaut hatten oder Geschichten aus dem Harry Potter Universum weiter erzählt haben.

    Der Verlag (und vermutlich auch die Autorin) wollten wohl zu 100% die Verwertungskontrolle behalten und dafür musste man auch die Kreativität von Kindern zensieren.

    Ich hab dann irgendwann, weil das so ein Hype war, den ersten Band gelesen und fand ihn todeslangweilig. Wahrscheinlich hatte ich davor zu viele bessere Bücher/Stories gelesen/gesehen. Ich fand nichts an Harry Potter in irgendeiner Form originell oder neu oder intellektuell anregend: Mir erschien alles einfach nur vorhersehbar, schlecht erzählt und auch ethisch langweilig und dumm.

    Ich habe mich danach über die Jahre noch öfter mit Harry Potter-Fans unterhalten: niemand konnte mir überzeugend erklären, warum man die Bücher lesen sollte.

    Ich denke, es muss irgendein Zauberspruch gewesen sein, den die Marketing-Abteilung damals beherrscht hat und der bei mir nicht gewirkt hat. Ein Rätsel.

    • Katharina Lang

      @Hanno Homie:

      Ich habe alle Bücher jetzt wieder gelesen mit meiner Tochter und finde es sind sehr passende Bücher für Kinder in der heutigen Zeit. Immerhin kämpft eine ziemlich diverse Truppe gegen eine faschistische Ideologie. Man muss natürlich kein Harry Potter Fan sein, schon gar nicht von dem Kommerz. Aber aus oberflächlichen ideologischen Gründen den Kindern diese Geschichte vorzuenthalten, ist sehr kurz gedacht. Aber passt eben zu den oberflächlichen symbolischen Debatten.

    • AliceMirrow

      @Hanno Homie:

      Von wem ging das aus, vom Verlag und/oder Autorin?



      Gibt es da noch Quellen dazu?

    • Strolch

      @Hanno Homie:

      Komisch. Gerade der erste Band vermittelt recht deutlich, dass Armut nichts schändliches ist und Reichtum weder erstrebenswert ist noch Menschen zu besseren Menschen macht. Das müsste doch Linken eigentlich gefallen. Der Wert der Freundschaft wird hochgehalten. Aber wahrscheinlich bin ich nur dem Zauberspruch der Marketingabteilung unterworfen und habe keine Ahnung. Die bildliche Sprache, die vielen Einfälle wie die Zauberwelt aussieht, ist ein Grund, warum viele Menschen die Bücher lieben. Muss nicht jedem gefallen. Aber dass die Bücher ethisch dumm sind. Nun gut. Wenn Sie das sagen.

      PS Rowling war auch noch nach Band 1 arm wie eine Kirchenmaus.

    • rero

      @Hanno Homie:

      Hätten sie mal mutig weitergelesen.

      Ab Band 3 wird es politisch. Ab Band 4 ist es eigentlich nur noch politisch.

      "niemand konnte mir überzeugend erklären, warum man die Bücher lesen sollte."

      Heißt das, derjenige hätte Sie begeistern sollen oder hätte es wirklich genügt, dass er die Gründe für seine Begeisterung nachvollziehbar rüberbringt?

      Wir fallen grundsätzlich keine Bücher ein, die man "gelesen haben sollte".

      Man kann auch ein schönes Leben haben und ein guter Mensch sein, wenn man überhaupt keine Bücher liest.

    • Ahnungsloser

      @Hanno Homie:

      Sie meinen, 700 Mio Leser und 1 Mrd Kinogänger lesen und schauen schlechte Bücher/Filme? Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Unabhängig davon, was man von ihr als Person hält

      • Bambuspanda

        @Ahnungsloser:

        Das müsste dann in Ihrem Sinne heißen, dass die



        immer noch Auflagen stärkste Zeitung in diesem Land, die BILD, gar nicht so verblödend und schlecht sein kann, wenn sie tagtäglich immer noch von Millionen gekauft und gelesen wird.



        Alles lediglich nur eine reine "Geschmacksfrage" ist.

        Nicht alles was hinkt, ist bekanntlich ein Vergleich.

        Was ich positiv an der H. Potterreihe fand - es animierte Kinder sehr, Bücher zu lesen.



        Ich musste damals als Wochenenddaddy meiner Tochter vor dem schlafen gehen noch vorlesen.



        Den Job behielt ich aber nicht lange, da sie mir recht schnell kündigte.



        Und das nur, weil ich stets professionell arbeite, also auch vorlas.



        Jede Figur hatte selbstverständlich eine eigene Stimme, die sich je nach Situation und Spannungsbogen entsprechend auch veränderte.



        Das gefiel ihr nicht wirklich.



        Kann mich nicht erinnern, jemals so schnell entlassen worden zu sein.

        Naja, wie Mann es macht, macht Mann es falsch und dann ist das auch noch verkehrt.

      • nihilist

        @Ahnungsloser:

        Das kommt vor. Sarrazin oder Avatar waren ebenfalls sehr erfolgreich.

    • Klabauta

      @Hanno Homie:

      Danke, dass Sie darauf hinweisen. Als ehemalige Buchhändlerin kann ich das nur bestätigen. Auch die Buchhandlungen wurden drangsaliert und mussten sich dem Diktat des bis ins Letzte reglementierten Vertriebs unterwerfen. Als kleine inhabergeführte Buchhandlung konnten wir es uns nicht leisten, uns dem gesteuerten Hype zu verweigern, aber es sorgte dafür, dass ich sowohl gegen die Bücher als auch die Autorin bis heute eine Abneigung hege.

      • Normalo

        @Klabauta:

        Auch an Sie die Frage: War es die Autorin, die diese rigiden Vorstellungen hatte, oder der Verlag?

        Zusätzlich, da nunmal die Wertschöpfungskette viele Glieder hat: Warum haben Sie sich der Drangsalierung gefügt? Vielleicht, weil die Bücher "papiernes Gold" waren, das sich von allein verkaufte, und (auch) Sie auf Ihren Anteil am kommerziellen Potenzial des Phänomens nicht verzichten wollten? Wir dürften uns einig sein, dass die Kernkompetenz einer kleinen inhabergeführten Buchhandlung die Beratung sein sollte und nicht die kettentypisch hochgestapelten Blockbuster im Eingangsbereich, aber verzichten möchte man natürlich auf die auch nicht...

  • Elite123

    Welche Feindlichkeit soll das sein? JK Rowling hat nie zu Gewalt oder Hass aufgerufen. Sie hat lediglich für sich beansprucht, dass sie nicht mitgeht, dass Trans = Frau ist.



    Nicht jede Meinungsverschiedenheit ist Feindschaft.

    • Ruhig bleiben

      @Elite123:

      Bitte mal näher mit der Dame beschäftigen. Das ist alles andere als "Meinungsfreiheit".

      Sie unterstützt z.B. explizit Ant-Trans-Klagen.

      • Normalo

        @Ruhig bleiben:

        ERFOLGREICHE "Anti-Trans-Klagen" (die man auch anders nenn könnte, je nach politischer Sichtweise s. u.), wie es scheint. Wenn das der wesentliche Vorwurf ist, sollte er eher dem entscheidenden Gericht vor die Füße gelegt werden, oder?

      • Budzylein

        @Ruhig bleiben:

        Was ist Ihrer Ansicht nach eine "Anti-Trans-Klage"? Rowling unterstützt Klagen von Frauen, die ihre Rechte als Frauen wahrnehmen.

      • Desti

        @Ruhig bleiben:

        Framing.

        Sie unterstützt klagen zum Schutz von Frauenrechten.

    • Markus Urban

      @Elite123:

      Das ist so pauschal nicht richtig. Seit einigen Jahren macht Rowling Stimmung gegen geschlechtliche Minderheiten und diffamiert trans Frauen oft als Männer und Verbrecher. So bezeichnete sie in einem sarkastischen Twitter-Eintrag eine trans Frau als „penishaltige Person, die dich vergewaltigt hat” und brachte trans Frauen wiederholt mit männlichen Sexualstraftätern in Zusammenhang.

      • Budzylein

        @Markus Urban:

        Der Zusammenhang wurde nicht von Rowling hergestellt, sondern bestand tatsächlich. Sie hat sich hauptsächlich zu konkreten Personen mit Penis geäußert, die wegen Sexualstraftaten verurteilt wurden, behaupteten, Frauen zu sein, und verlangten, im Frauengefängnis inhaftiert zu werden.

    • Herma Huhn

      @Elite123:

      Entscheidend sind wohl eher die Empfänger ihrer teilweise recht üppigen Geldspenden.



      Weswegen auch nicht das Verkleiden oder lesen der Bücher mit Protesten belegt wird, sondern das Finanzieren ihrer Spenden über das noch üppigere Merchandise.

      • Arne Babenhauserheide

        @Herma Huhn:

        Wenn ich mir anschaue, was online passiert, wird das Lesen der Bücher schon auch mit Protesten belegt.

      • Thomas O´Connolly

        @Herma Huhn:

        Zustimmung.



        Kommerz- und Konsumkritik sind auch eher das an was ich hier zwangsläufig denke.

        Wer einen Zauberstab aus dem Harry-Potter-Laden mit dem Copyright der eingetragenen Marke braucht sollte lebenslanges Magie-Verbot bekommen.