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19.06.2026 , 00:27 Uhr
Mal Hand aufs Herz - was würden Sie sagen, wenn umgekehrt der Iran hier in Deutschland zum Umsturz aufrufen würde, und Leute auf der Straße wahllos auf Passanten und Polizisten feuern? Wären das dann in Ihren Augen auch "mutige Menschen"? Ich gehe jedenfalls davon aus, dass auch hierzulande die Sicherheitskräfte in einem solchen Falle von der Waffe Gebrauch machen würden. Im Übrigen gab es im Iran - anders als im Westen vielfach berichtet - bei den Unruhen tausende, und nicht zehntausende, Todesopfer.
zum Beitrag18.06.2026 , 20:34 Uhr
Verschleiern muss sich niemand, in Deutschland außerhalb des Hochsommers übliche Straßenkleidung plus ein Kopftuch welches zumindest einen Teil des Haars bedeckt genügt. Es zeugt von Weltoffenheit, kulturelle Unterschiede in anderen Ländern zu akzeptieren - Iraner hätten sonst auch allen Grund, an den Sitten hierzulande Anstoß zu nehmen.
zum Beitrag18.06.2026 , 20:32 Uhr
Im Iran sind viele Frauen, deren Jugend in die Zeit der Schah-Diktatur gefallen ist, funktionale Analphabeten. Berichtet wird, was politisch opportun ist. Zur letzten Frage: derzeit ist es für eine Iranerin einfacher, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen als für einen Deutschen im Iran unter all den "Sanktionen", mehr Gründe braucht es nicht.
zum Beitrag17.06.2026 , 19:00 Uhr
Nach dieser Logik hat der Iran genauso das Recht, Sanktionen etwa gegen die EU oder die USA zu verhängen, weil er deren Politik verurteilt. Eine solche Sanktion kann etwa sein, die Straße von Hormus (sowie über die befreundeten Huthi die Straße von Bab al-Mandab) für Schiffe von dort zu schließen. Dann ist die EU beziehungsweise die USA frei, die Politik, die vom Iran mit Sanktionen belegt wird, zu ändern. Und bezüglich Urananreicherung: weshalb reichern denn die USA Uran über den Grad der Anreicherung hinaus an, der nötig ist für den Betrieb von Kernkraftwerken? Ist das vielleicht kein Grund für Sanktionen?
zum Beitrag16.06.2026 , 19:57 Uhr
(Fortsetzung) Meine Frau hingegen, die das Glück hatte, nach der Revolution geboren zu sein, konnte nicht nur einen Schulabschluss machen, sondern außerdem studieren und sogar promovieren. Sie vergleicht manchmal die Rechte der Frauen in ihrer Heimat mit den Rechten der Frauen hier - und dieser Vergleich fällt auf keinen Fall zugunsten Deutschlands aus. So kann etwa eine Frau im Iran arbeiten wenn sie möchte, muss es aber nicht. Denn im Iran ist grundsätzlich allein der Mann für den Lebensunterhalt zuständig, selbst dann wenn die Frau verdient - während in Deutschland Frauen genauso arbeiten und zahlen müssen als seien sie Männer.
zum Beitrag16.06.2026 , 19:56 Uhr
(Fortsetzung:) Die bezüglich der Straße von Hormus angedachten Gebührensätze - ich habe von ungefähr einem Dollar pro Barrel Rohöl gehört - sind zudem äußerst moderat, insbesondere im Vergleich mit den Sätzen der Trump'schen Strafzölle. Wenn diese Mautgebühren nennenswerten Einfluss auf die Ölpreise haben, dann nur durch Spekulanten.
Als Rechtfertigung für die "Sanktionen" und die Angriffe wird häufig die Behauptung angeführt, das Land sei keine Demokratie, und die Regierung unterdrücke die Bevölkerung und insbesondere die Frauen. Nun - meine Frau ist Iranerin. Ihre Mutter, deren Jugend in die Zeit der Schah-Diktatur gefallen ist, hatte nicht einmal die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen und lesen und schreiben zu lernen. (F.f.)
zum Beitrag16.06.2026 , 19:53 Uhr
Nun, die USA und das Regime in Tel Aviv haben den Iran völkerrechtswidrig angegriffen und
- das Staatsoberhaupt und
- viele weitere wichtige Politiker, Wissenschaftler, etc. im Lande ermordet,
- tausende Zivilisten umgebracht durch das Anheizen der Unruhen zu Beginn dieses Jahres, durch den Raketenangriff auf die Schule von Minab (allein hier 168 Tote), und unzählige Luftangriffe während des Krieges im März und April, und
- flächendeckend im ganzen Land gewaltige Schäden an der Infrastruktur, an wichtigen Universitäten, an historisch bedeutsamen Bauten, etc., etc. angerichtet, sowie
- die Wirtschaft des Landes und die Bevölkerung mit jahrzehntelangen "Sanktionen" massiv geschädigt und drangsaliert.
Angesichts dessen denke ich, ein 1:0 für Teheran sähe deutlich anders aus, selbst wenn der Iran alles das bekommen sollte, was im Abkommen zugesichert wird. Eine Aufhebung der "Sanktionen", eine Rückgabe der gestohlenen Auslandsvermögen und eine dauerhafte Einstellung sämtlicher Angriffe an allen Fronten sind pure Selbstverständlichkeiten - und die wirtschaftliche Nutzung der Straße von Hormus kann lediglich ein kleiner Teil einer Wiedergutmachung der Kriegsschäden sein. (F.f.)
zum Beitrag