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Grüne-Jugend-Chef vs. Markus SöderMit lieben Grüßen an den „H****sohn“

Der Grüne-Jugend-Chef Luis Bobga rappt auf Instagram, CSU-Chef Söder fühlt sich beleidigt. Springer und Union greifen die Affäre genüsslich auf.

Die Grüne Jugend hat einen neuen Chef und alte Probleme: Luis Bobga sorgte mit einem Instagram-Post über CSU-Chef Söder für Kritik Foto: Revierfoto/imago

Sein Ziel sei es, sagte der Grüne-Jugend-Chef Luis Bobga, da war die Sache bereits aus dem Ruder gelaufen, „junge Menschen zu erreichen und ihr Interesse an Politik wecken und stützen“. Was Bobga in jedem Fall erreicht hat: dass sich rechtskonservative Kom­men­ta­to­r:in­nen und Po­li­ti­ke­r:in­nen mal wieder für die Grüne Jugend interessieren. Und das heißt eigentlich nie etwas Gutes, wir erinnern uns an den Krawall um Bobgas Vorgängerin Jette Nietzard („All Cops are Bastards“-Pulli im Bundestag).

Aber von vorn: Luis Bobga, seit Oktober zusammen mit Henriette Held Bundessprecher der Grünen Jugend, hatte am Freitag auf Instagram ein Video veröffentlicht, in dem er zu einem Song des Rappers Haftbefehl textet: „dass du ein h****sohn bist, hatten wir schon mal“. Eingeblendet wird dazu ein Bild von CSU-Chef Markus Söder, „mit lieben Grüßen nach Bayern“, schreibt Bobga unter den Beitrag. Der kurze Clip, so erschließt sich beim weiteren Zuhören, ist offenbar eine Kritik an Söders Vorstoß vergangene Woche, die Zahl der Bundesländer zu reduzieren.

Bobga, gebürtig in Münster, Studium der Migrationsgeschichte in Osnabrück, hat mal Kommunalpolitik gemacht, er saß im Stadtrat im westfälischen Emsdetten. Vielleicht hat ihn Söders Bundesländer-Nonsens irgendwie getriggert. Jedenfalls ließ der Shitstorm nicht lange auf sich warten, und die CSU-Spitze machte es denn auch nicht unter der obligatorischen Rücktrittsforderung: „Wer so etwas sagt, ist nicht länger tragbar“, sagte Landesgruppenchef Alexander Hoffmann der Bild am Sonntag.

Generalsekretär Martin Huber sekundierte, die Grünen-Parteispitze müsse sich entschuldigen und überhaupt – ab hier frei paraphrasiert – ihrem linksversifften Nachwuchs mal ein paar Manieren beibringen. Nietzard hatte Söder immerhin nur als „Hundesohn“ beschimpft.

Entschuldigung „gut und richtig“

Am Samstag hat Bobga sich in einer Erklärung entschuldigt, er bedaure im Übrigen, dass das Video offenbar von einer thematischen Beschäftigung mit dem Bundesländervorstoß abgelenkt habe. Grünen-Chef Felix Banaszak fand Bobgas Entschuldigung laut dpa „gut und richtig“.

Ob hypothetische Föderalismusreformen die „jungen Menschen“, die Bobga für die Grünen gewinnen will, nun so wahnsinnig elektrisieren, wurde bisher nicht klar. Das Video hatte am Sonntag rund 3.500 Likes.

Klar wurde, welchen Spin die Bild am Sonntag und die Union versuchten, der ganzen Affäre zu geben: „Wenn Demokraten so miteinander umgehen, dann können wir der AfD gleich die Schlüssel geben.“ Das sagte ausgerechnet Union-Fraktionschef Jens Spahn, der immerhin die Wahl einer Verfassungsrichterin spektakulär in den Sand setzte, weil er seine Leute nicht hinter der SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf versammeln konnte. Die AfD lachte sich damals ins Fäustchen.

Die Union kann also in bewährt-bigotter Manier das demokratische Lager diskreditieren – und die Grüne Jugend liefert ihr dafür mal wieder eine Steilvorlage. Was bleibt da noch zu bemerken, wenn sich schon die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Föderalismus nicht lohnt?

Vielleicht, dass Hurensohn nicht zuletzt eine frauenfeindliche Beleidigung ist. Irgendwie hatte man gehofft, die Jugend – Bobga ist 23 Jahre alt, Themenschwerpunkte: Soziales und Antirassismus – sei weiter als ein sexistischer, alternder Offenbacher Rapper mit offensichtlichem Koksproblem.

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73 Kommentare

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  • Er hat sich wohl einfach in der Partei geirrt. Mit solch derben Sprüchen würde er besser mit Blasmusik und einer anderen Zielperson zum „Politischen Aschermittwoch“ der Münchner Söderia passen.

  • Also wenn jetzt die Huren der Welt - auf die Barrikaden gehen sollten, wundern sollten wir uns nicht.

  • Wer zu oft lügt, versteht keine Metaphern mehr. Beleidigungen hat man sich oft verdient.

  • Na echt mal. Was kann denn die Frau Söder für ihren misratenen Bengel (Meinung)?



    Der ist ja nicht erst seit gestern aus dem Haus.

  • Fäkalsprache und Beleidigungen sind kein gutes Omen in der Politik. Das sollten auch Jugendliche wissen.



    Dennoch: Trump macht es vor und alle Populisten nach.



    Für die GRÜNEN: Vielleicht wäre jemand anderes geeigneter ?!

  • "Die Union kann also in bewährt-bigotter Manier das demokratische Lager diskreditieren"

    Bewährt-bigott ist eher der Stil dieses Artikels, der zwar nebenbei milde Kritik an Herrn Bogba durchklingen lässt, aber sich letztendlich hauptsächlich an den Reaktionen der Union und Bild abarbeitet. Gekrönt wird das ganze noch mit einer Formulierung, die die Union in Kontrast zu dem "demokratischen Lager" stellt.

    Nicht falsch verstehen, es gibt keinen Politiker, der mich schon so lange so sehr nervt wie Markus Söder, und die CSU ist mir als Nicht-Bayer ein Dorn im Auge. Aber das Diskursverständnis, das Herr Bobga hier an den Tag legt, diskreditiert das sogenannte "demokratische Lager" von selbst - ganz ohne Kritik vermeintlich undemokratischer, konservativer Seite.

  • Was mich an diesem Kommentar stört?



    Herr Bobga kommt viel zu gut dabei weg!



    Was soll das? Er beleidigt einen Ministerpräsidenten und dann wird was von einer "frauenfeindlichen Beleidigung" fabuliert? Dazu noch, dass das Ganze nun von Springer und Union über die Maße ausgeschlachtet wird.



    Zurecht kann man nur sagen. Herr Bobga denkt offensichtlich genauso wenig über seine Posts nach bevor er sie verbreitet, wie seine Vorgängerin Nietzard. Das sind Erwachsene Menschen die genau das machen, gegen das sie ständig predigen. Hassrede und Beleidigungen verbreiten und sich dann über den Gegenwind wundern?



    Man kann vom Bundessprecher der Grünen schon eine gewisse Reife erwarten. Eigentlich.



    Vielleicht muss man sich mal bei der Grünen Jugend über das Auswahlverfahren der Bundesvorsitzenden Gedanken machen.

    • @si tacuisses:

      Wer - wie Söder - austeilt, sollte auch einstecken können. Ich finds mega-peinlich, dass der Oberpöbler (u.a. Vergleich von Steffi Lemke mit Margot Honecker) nun das Mimöschen gibt.

      • @Kaboom:

        Letztlich sind es aber deutlich stärker die linken Parteien und die Grünen, die permanent über "Hassrede" klagen und alles möglich tun möchten, um diese zu unterbinden. Dann sollte man sich allerdings selbst mit Hassrede zurückhalten.

      • @Kaboom:

        Auch wieder wahr, allerdings ist die Wortwahl des Vorsitzenden der grünen Jugend unüberlegt, unpassend und kontraproduktiv

    • @si tacuisses:

      Naja in Zeiten von Trump und Merz ist das aber auch ein dünnes Eis mit der "Reife"...

  • Wer nicht beleidigt, wird zum Realo. Realos haben das Land noch nie vorwärts getrieben. In Ba-Wü gibt es sogar Rückschritte.

    Der macht es wenigstens richtig.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Beleidigungen als "Fortschritt" zu lobpreisen hat natürlich auch einen gewissen Charme :D

    • @Troll Eulenspiegel:

      Echt jetzt? Sie finden so etwas in Ordnung?



      Dann kann ich nur sagen: Gute Nacht!

      • @si tacuisses:

        Taten sprechen lauter als Worte

      • @si tacuisses:

        Natürlich, soll ich etwa Majestätsbeleidigung falsch finden? Sowas ist immerhin von der Meinungs- und Pressefreiheit gedeckt.

        Söder und andere, die nach unten treten, auch die Schwächsten und Ärmsten in der Gesellschaft fühlen sich wie Könige. Wahre Gleichberechtigung des Menschen bedeutet, dass der Schwächere in der Gesellschaft nach oben treten darf. Als verbale Notwehr.

        • @Troll Eulenspiegel:

          Das Argument verdreht Meinungsfreiheit zur moralischen Einbahnstraße. Meinungs- und Pressefreiheit gelten für alle, nicht nur „nach unten“ oder „nach oben“. Wer Beleidigungen als „verbale Notwehr“ rechtfertigt, ersetzt Recht durch Gesinnung und öffnet Willkür Tür und Tor. Gleichberechtigung heißt nicht, dass Herkunft oder Machtposition bestimmen, wer beleidigt werden darf, sondern dass für alle dieselben Regeln gelten. Kritik an Mächtigen ist legitim, Schmähung bleibt Schmähung – egal in welche Richtung. Wer Respekt nur selektiv einfordert, verteidigt nicht Demokratie, sondern Doppelmoral.

        • @Troll Eulenspiegel:

          Seit wann sind Beleidigungen, wie "Hurensohn" durch die Meinungsfreiheit gedeckt? Oder müssen sich Politiker, Stichwort "Majestätsbeleidigung", mehr gefallen lassen als "gewöhnliche Sterbliche"?

          Herr Bogba hat sich vermutlich schon einige rassistische Beleidigungen anhören müssen, leider. Aber er gehört sicher nicht zu den "Schwächsten und Ärmsten der Gesellschaft" und worin da die "verbale Notwehr" besteht, wissen vermutlich nur Sie.

          Normalerweise sind es doch eher die Rechten, die Menschen, die sie nicht leiden können, zu Menschen zweiter Klasse degradieren. Aber offenbar können das auch selbst ernannte "Rächer der Enterbten" bei den Linken.

  • Ich schätze die Grünen, weil diese sich noch am meisten dem Populismus und den Hassreden verweigern.,



    In der grünen Jugend scheint eine Generation von Politikern und Politikerinnen heran zu wachsen, die das ablegt und auf plumpen Populismus setzt.

    Will man so die heutzutage AfD oder Linkspartei wählenden Jugendlichen abfischen. Funktionieren wird das nicht. Es wird immer das populistische Original gewinnen.

  • Es ist völlig daneben, aber solange er nicht in Notsituationen erst mal eine Runde Tennis spielt ...

  • So etwas als Beleidigung ist altmodisch. Es ist ja keine. Seine Eltern sucht sich niemand aus, (und es gibt einige produktive Menschen in der Weltgeschichte aus solchem Mutterhause), nebenbei bemerkt.



    Das Einkassieren war also das Mindeste.

    Söder würde ich als "Söder" beschimpfen, viel schlimmer innerhalb des demokratischen Sektors der Parteienlandschaft geht ja kaum. PR und Ablenkungstiraden wie aus der USA importiert, wenn die persönliche Bilanz zu jämmerlich ausfällt. Er ist auf dem absteigenden Ast und rettet sich mit PR-Routinen über die Legislaturperiode.

    • @Janix:

      Da sind Sie nicht aktuell informiert.

      " Hurensohn" als Beleidigung ist gerade Jugendsprache.

      Gerne auch im Migrationskontext.

      Deshalb benutzt es Bogba ja.

      Seine Begriffswahl ist zielgruppenadäquat.

    • @Janix:

      Mannomann - wat‘n Larm inne Boa!



      För son Shit?!



      &



      …anschließe mich

      unterm——



      Münsterländer & Sprache - 🎤 is ja das eine!



      Aber - diese anhaltende Ansammlung der



      Scheinheiligen, hat doch nichts als ein



      Homerisches Gelächter 🤭 verdient! Woll

      & für den Deliquenten



      „τέκνον ἐμόν, ποῖόν σε ἔπος φύγεν ἕρκος ὀδόντων



      “Mein Kind, welch Wort entfloh dem Gehege deiner Zähne?“ geflügelt a familie 🙀🤭🥳



      ——



      🤖…aus der Homerischen Odyssee,



      …Göttervater Zeus seine Tochter Athene anspricht, …sie sich heimlich in die Angelegenheiten der Menschen einmischt: „Mein Kind, welch Wort entfloh dem Gehege deiner Zähne?“



      Es ist ein Ausdruck, der in der antiken Literatur häufig vorkommt, um ein überraschendes, unbedachtes oder unerwartetes Gesagtes zu erfragen, und bedeutet sinngemäß, welches Wort aus dem "Gefängnis" des Mundes entwischt ist, das nicht hätte gesagt werden sollen oder das Zeus erstaunt hat.



      Kontext in der Odyssee: Zeus ist verwundert, dass Athene sich so sehr für Odysseus einsetzt und fragt sie, welches Wort sie dazu veranlasst hat, sich so direkt einzumischen.



      Bedeutung: "Gehege deiner Zähne" ist eine Metapher für den Mund, das "Gefängnis" der Zähne, aus dem die Sprache entweicht.“ 🧐

    • @Janix:

      "So etwas als Beleidigung ist altmodisch."

      Sein Vater kommt aus Kamerun. Vielleicht ist es dort etwas weiter verbreitet, Mütter von Menschen, die man nicht schätzt, als Huren zu bezeichnen. Aus meiner Sicht ist das, besonders bei einem so jungen Mann, äußerst bedenklich. Sein Frauenbild scheint übel zu sein. Andere Männer zu beleidigen, indem man ihre Mütter als Huren bezeichnet, sollten wir überwunden haben.

      Die Mutter von Herrn Söder starb bereits vor einigen Jahren relativ jung (sie hat übrigens auch nicht als Prostituierte gearbeitet), aber ob Herr Bobga sich bei ihr entschuldigt hätte, bezweifle ich.

      (Ich lehne und werte den Beruf von Prostituierten m/w/d nicht ab, sofern er freiwillig ausgeübt wird.) Wenn sich Prostituierte selbst als Huren bezeichnen, finde ich das in Ordnung, aber nicht, wenn man fremde Frauen, egal welchen Beruf sie ausüben, als Huren bezeichnet.)

      • @*Sabine*:

        Das ist nun wiederum rassistisch - woher der Vater eines in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Menschen kommt, hat wohl kaum etwas damit zu tun, welche deutschen Beleidigungen er verwendet. Die Bezeichnung kennt man wohl eher aus Hollywoodfilmen. Und in Fußballstadien ist sie offensichtlich auch noch weit verbreitet, ohne dass da viele einen Migrationshintergrund hätten.

        • @NoMeansNo:

          "Das ist nun wiederum rassistisch - "

          Ich habe mich verkürzt ausgedrückt und Sie haben - teilweise - Recht. In einem anderen Kommentar, in dem der Migrationshintergrund von Herrn Bobga jun. angesprochen wurde, habe ich das besser und genauer erläutert.

          Sozialisation ist wichtig und kann Einfluss auf fast alle Bereiche eines Lebens haben. Ebenso wie ein Alt-Nazi sein Gedankengut an seinen Sohn weitergeben kann, ist es auch möglich, dass ein in Kamerun sozialisierter Vater seinen Blick auf Frauen an seinen Sohn weitergibt. Frauen werden in Kamerun enorm schlecht behandelt und, wie ich annehme, schnell mal als H... bezeichnet.

          Trotzdem haben Sie Recht, grundsätzlich kann es als rassistisch bezeichnet werden, den Migrationshintergrund von Herrn Bobga mit einzubeziehen, wobei ich mich nicht auf Ethnie, Staatsangehörigkeit, Hautfarbe oder andere Dinge beziehe, sondern lediglich auf die Sozialisation von Personen, die in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich sein kann.

      • @*Sabine*:

        Gnädigste - hamses nicht ein bisschen kleiner? son ganz klein -



        Bisschen?



        Dank im Voraus - 🥳 -

  • "Wurstfresser" war doch dann eher an der Wahrheit dran....

  • Ist jetzt Wurstfresser oder Wurstfresse auch eine Beleidigung? Frage für eine*n Freund*in.

    • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

      Wenn jemand eine Wurst frisst ist er wohl ein Wurstfresser, wenn er sich dabei zu unbeholfen anstellt wohl auch temporär eine Wurstfresse.



      Ist doch nix Schlimmes bei.



      Natürlich begrüße ich es auch wenn man seine Rethorik über den Schulhof hinaus entwickelt aber das ist ja nun kein Zwang wie man ständig sieht.



      Für mich ein angemessener Grad an Inklusion.

    • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

      @ Hatespeech_is_not_an_opinion



      Oder fragte Ihr Freund, ob eine Wurst fressende Wurstfresse eine Beleidigung für die Bevölkerung sei ?

  • Man stelle sich mal vor Herr Söder würde Herrn Bobga einen "Hurensohn" nennen. Die Grünen und die TAZ würden sich mit Forderungen nach dem Rücktritt von Hern Söder überschlagen. Mit Recht.

    Das ist doch unterste Schublade was Herr Bobga macht. Damit schadet er den Grünen genauso wie Frau Nietzardt.

    Und Herr Bobga ist Deutscher und in Deutschland geboren. Ich weiß nicht was das wieder mit Migrationshintergrund zu tun hat was er gesagt hat.

  • Als Grünen-Wähler ärgert mich diese wiederkehrende dümmliche Arroganz. Einerseits ist man so überheblich und reibt jedem Gendersternchen, Flugscham und Veganismus unter die Nase (durchaus inhaltlich ja zurecht) und schwadroniert von feministischer Außenpolitik - und dann begibt man sich auf so ein provokatives Kindergartenniveau, das die eigenen Werte und damit die Glaubwürdigkeit massiv untergräbt.

    Ich wünschte mir da oft mehr politischen Pragmatismus bei den Grünen. Weniger Frömmigkeit von anderen fordern - mehr die zentralen Ziele im Auge behalten: Demokratieerhalt und Klimawandel. Habeck war da soooo angenehm.

  • Warum hat er die Mutter vom Söder beleidigt?

    • @Peter Schütt:

      Weil er vergessen hat, dass der Hundesohn eines Vaters auch mit dafür verantwortlich ist, wie seine Eltern Söders Erziehung komplett verkackt haben.

    • @Peter Schütt:

      Wahrscheinlich hätte er "Sohn einer Sexarbeiterin" schreiben müssen....

    • @Peter Schütt:

      Die Grünen sprechen normalerweise eine Sprache, also kann Bobga nur "Hundesohn" gemeint haben. Aber Söders Mutter ist ganz Mensch. Sie wurde beleidigt, Söder muss als CSU-Chef aber durchaus Biss haben. Vielleicht hat sich der Bobga aber bei den Platzhaltersternchen verzählt und meint Heldensohn - für "politischer Sohn von Ministerpräsident Held" - was für eine Ehre wäre das für Söder.

  • Hundesohn, H...nsohn, ACAB, eklige weiße Mehrheitsgesellschaft ... die grünen Nachwuchspolitiker scheinen davon auszugehen, damit Erfolg haben zu können. Nun ja, der junge Mann hat nun die Aufmerksamkeit, die er sich vermutlich gewünscht hat. Vielleicht wurde ihm auch von einem PR-Berater empfohlen, mal ein paar Schlagzeilen zu generieren. Ob es seiner Partei Stimmen bringt, werden wir sehen. Dass er persönlich sein Leben lang damit assoziiert werden wird, sofern er einmal ein öffentliches Amt bekleiden sollte, hat er vorher hoffentlich bedacht.

    Mich hat die Aussage einer seiner Parteikolleginnen, "... eklige, weiße Mehrheitsgesellschaft ..." sehr gekränkt. Und das von einer Frau, die ja auch im Heimatland ihres Vaters leben könnte, in dem es fast keine weißen Menschen gibt. Andere haben diese Wahl nicht.

    • @*Sabine*:

      Kann ich nachvollziehen. Sah ich ähnlich - selbst Migrationshintergrund. Ich wusste auch nicht, was das eigentlich bringen sollte. Ebenso hier - trägt es zur Debatte bei, ist es sachlich oder einfach nur stillos und unter Niveau. Der Studiengang ist natürlich in dem Zusammenhang irgendwie ein Witz ...

  • Es kommt eben doch nicht darauf an, was jemand sagt, sondern nur, wer es sagt. Andere bekamen für Harmloseres Untersuchungshaft und Hausdurchsuchungen zum Sonnenaufgang, aber die "Guten" auf der "richtigen Seite" natürlich nicht.

    • @Axel Berger:

      Darüber muss sich eine Union allerdings nicht gerade aufregen.



      Oder haben Sie die Maskendeals und den Umgang mit Steuerhinterziehern schon vergessen?



      Für ersteres verlieren Andere mindestens ihren Job und bekommen nicht ne weitere Villa gestellt. Nur so als Beispiel.

      • @Das B:

        Diese Abzocker:innen werden doch auch ganz bös beschimpft. Z. B. als „Spezln", „Amigos" usw. Jaha. „Hund san’s scho“

    • @Axel Berger:

      Muss denn hier irgendetwas geklärt werden? Nein.



      Na also. Gern geschehen.

    • @Axel Berger:

      Volltreffer, Danke.

  • Es gibt einfach No-Go Begriffe im zwischenmenschlichen Umgang und ganz besonders wenn man sich verschriftlicht (Posts, Kommentaren, Mails etc.). Wer das nicht versteht und dabei auch noch ein öffentliches Amt bekleidet, zeigt schlicht fehlende Qualifikation. Danke für die frühe Demaskierung.

    • @Flocke:

      Es gibt sowas wie Kunstfreiheit und es ist schade wenn man es nötig hat Meinungen zu verbieten statt durch sein Handeln diese absurdum zu führen.



      Man wird nicht durch Worte zu dem was man ist, sondern durch Taten.

      • @Das B:

        Seit wann sind Beleidigungen eine Meinungsäußerung? Oder sogar Kunst?

        • @FriedrichHecker:

          Seit es Rap gibt ;)

          • @Das B:

            Das würde bedeuten, dass ich JEDE Politikerin und JEDEN Politiker durchweg beleidigen darf, solange es irgendwie in Reimform geschieht. Egal wie unpassend das gerade ist. HIER will aber jemand als Vorsitzender einer politischen Nachwuchsorganisation ernst genommen werden. Wenn ich andersrum eine Grünen-Politikerin als Mitglied zum Beispiel der Jungen Union als "Schlampe", "Hure" oder ähnliches bezeichnen würde: Ich denke, die Reaktionen dieser Zeitung (inklusive in den Kommentaren) wären entsprechend. Also lässt man entweder allen alles durchgehen (dann will ich aber auch kein Gemecker mehr über irgendwelchen Scheiß von der AFD hören), ODER man begibt sich eben nicht auf deren Niveau. ODER man ist Money Boy, steht außerhalb der Politik und findet ALLES witzig. Dann kann ich da ebenfalls mitlachen und dann hat auch so ein Ausdruck gerne seine Berechtigung.

      • @Das B:

        Sie wollen so eine Beleidigung als Kunstfreiheit klassifizieren?

        "Man wird nicht durch Worte zu dem was man ist, sondern durch Taten."



        Einen beleidigenden Post abschicken ist auch eine Tat. Und in dem Fall ist das Ganze ja als "Rapvideo" gepostet worden, also Wort und Tat zusammen.

        • @si tacuisses:

          Rap ist Musik, Musik ist Kunst, Kunst ist frei und darf durchaus polarisieren und provozieren.



          Warum sollte einen jucken als was man beschimpft wird, wenn man dies für Jeden offensichtlich in Lebensstil und Taten widerlegt?



          So funktioniert das mit Wort und Tat.



          Deswegen spricht man von getroffenen Hunden.

          • @Das B:

            Polarisieren: Ja



            Provozieren: Auch ok

            Beleidigen: Klares Nein !

  • Ehrlicherweise muss man zugeben, dass Beleidigungen nicht wirklich etwas zum politischen Diskurs beitragen. Und nur weil andere Politiker anderer Parteien gerne mal kräftig austeilen, muss man sich nicht auf deren Niveau begeben.

  • A) Hat "Hurensohn" in der Generation von Herrn Bobga eine andere Bedeutung als in der Generation von Herrn Söder...

    B) Hat sich Herr Bobga umgehend entschuldigt. Söder tut das nie. Merz erst im x-ten Anlauf und dann muss er es von einem Zettel ablesen.

    C) Wen wundert es, dass Springer das aufgreift? Als Jakob Blasel gewählt wurde, war er laut Bild-Titelseite ein "Haustierhasser". Die CSU legte auf ihrem offiziellen X-Account nach und behauptete die Grünen würden den Menschen die Haustiere wegnehmen wollen, inklusive Video von Generalsekretär Huber mit einem Hund. Der Tagesspiegel titelte "Die CSU lügt!"

    www.tagesspiegel.d...lugt-12577853.html

    D) Ist Söder halt auch dünnhäutiger als die Hülle der Würste, die er ständig frisst. Wer, wie er, ständig austeilt, dabei Fakten mindestens verdreht, ignoriert oder glatt lügt, sollte halt auch einstecken können. Aber da heult er und seine Adlaten halt immer gleich rum. Ist halt m.E. ein Trump für Arme...

    • @Holger Kaempf:

      Sie meinen, die Grüne Jugend ist nun auch auf diesem Niveau angekommen und dass das so ok ist?

    • @Holger Kaempf:

      "Ist Söder halt auch dünnhäutiger als die Hülle der Würste, die er ständig frisst"

      Oh da würde mich mal interessieren wie die klagewütigen Politiker der Grünen auf so eine Aussage reagiert hätten .

    • @Holger Kaempf:

      Mindestens Ihre Aussage A) ist schon mal sehr erklärungsbedürftig.



      Und der Rest rechtfertigt noch lange keine öffentlichen Beleidigungen...

      • @Volker Scheunert:

        Söder rechtfertigt dies durch sein Verhalten. Also abseits von Recht im juristischen Sinne.

    • @Holger Kaempf:

      Inwieweit hat "Hurensohn" in der Generation von Herrn Bobga eine andere Bedeutung als in der Generation von Herrn Söder?

      • @Offebacher:

        Und seit wann darf der Angesprochene nicht mehr bestimmen, ob er sich beleidigt fühlt?



        Oder gilt das nur für bestimmte Kategorien von Beleidigungen?

    • @Holger Kaempf:

      Hat Söder eigentlich schon geklagt? Oder ist er gelassener als seine grünen Kollegen?

      • @Donni:

        Herr Söder hat gar nichts dazu gesagt. Der läßt sich auf so ein Niveau gar nicht ein. Das ist auch gut so.

      • @Donni:

        Wann und gegen wen haben die Grünen geklagt? Mal abgesehen davon, dass Klagen immer noch besser ist, als der Populismusbullshit, der von Söder und Co. kommt. Weil hier unabhängige Gerichte entscheiden, was Recht und Unrecht ist und nicht der Mob aufgestachelt wird wie ständig von Söder und Co.

        Aber was Klagen angeht scheint es eine Sache zu geben, die Merz Söder voraus hat...

        www.welt.de/politi...eigener-sache.html

        • @Holger Kaempf:

          Jemanden als H-Sohn zu beleidigen ist immer Unrecht. Dafür braucht es kein Gericht um das feststellen zu können.



          Mal abgesehen von der niederträchtigen Wortwahl ansich.

          Wenn Sie dafür ein Gericht brauchen und das Unrecht hier nicht sehen, dann sind Sie das Problem!

  • beleidigungen sind natürlich nicht zielführend, aber die grünen zeigen nach der absolut notwendigen kritik nietzards einmal mehr dass sie von halbwegs revolutionär zu anbiedernd übergegangen sind, die spd machts vor. so wird die deutsche gesellschaft auch weiterhin eine angsterfüllte, langweilige, fleißige arbeiterschaft bleiben, die denkt, sie hätte lebensglück durch dicke autos und einfamilienhäuser.

    • @naja123:

      Immerhin gut zu wissen, dass es jenen Teil der Linken immer noch gibt, der für sich in Anspruch nimmt, die Interessen der Arbeiterklasse zu vertreten, diese in Wahrheit aber verachtet, weil ihr das nötige revolutionäre Bewusstsein fehlt. Eigentlich glaubte man ja schon, diese Spezies sei Ende der 70er Jahre ausgestorben, als K-Sektler in die Betriebe gingen und die Belegschaften vergebens für den Klassenkampf motivieren wollten.

    • @naja123:

      Wer von sowas beleidigt ist zeigt damit nur das ihn kein anderer Weg bleibt die Gesellschaft vom Gegenteil zu überzeugen.



      Für mich ist das was diese Menschen Politik nennen eine Beleidigung und offensichtlicher Betrug.



      Man hat durch das Genannte vielleicht nicht mehr Glück aber stören tuts auch nicht.



      Nur das diese Punkte heutzutage für den fleißigen Arbeiter eher ein Traum bleiben.



      Die fänden es vermutlich schon ausreichend wenn sie sich nur privat und nicht auch noch in der Politik mit Kindergarten rumschlagen müssten... Der Luis hat den Markus beleidigt und der heult trotz Entschuldigung...

      • @Das B:

        Ihr Kommentar ist eine klassische Täter-Opfer-Umkehr.

        Beleidigungen sollten einfach nicht zum Standardrepertoire von Politikern gehören, da macht es dann keinen Unterschied, ob US-Präsident oder grüner Jungpolitiker.

    • @naja123:

      Nietzard hat auch kritisiert?

      Guck an.

      Mir blieb sie nur in Zusammenhang mit Beleidigungen in Erinnerung.

  • Die Hoffnung, dass mit dem Weggang der Vorgängerin bei der grünen Jugend wieder alles besser wird, ist schnell verpufft. Das Szenario aus Provokation und lauwarmer Entschuldigung ist weiterhin da.

    Merkwürdig auch das Verhalten der taz. Ein Schähgedicht in Sachen Erdogan geht in Ordnung, eine Schwächung im Außenministerium wird kritisiert und kaum geht es um Herrn Söder steht man wieder auf der Seite des Schmähenden.

    • @DiMa:

      Für die Linken ist Söder dasselbe wie einst die Franzosen für die Deutschen des Kaiserreichs (umgekehrt auch), der Erzfeind.

      • @Donni:

        Das mag so sein. Nur dann ist es halt besonders dumm, dem "Erzfeind" so leicht Punkte zu schenken und sich so auf Glatteis führen zu lassen.

        Der längste Absatz des Wikieintrages des Herrn Bobga ist nun das Söderdebakel.