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Gespräche übers überflüssige GeschlechtAls echte Feministin musst du eigentlich Single bleiben

Bei einem ist auf Männer Verlass: Ihre Versprechen werden sie brechen. Wie also umgehen damit, hetero zu sein? Das ist die Frage der Stunde.

Hauptsache, sie können eine Sache unfallfrei in der linken Hand halten: Idealmänner bei einer Mister-Germany-Wahl Foto: Jens Büttner/dpa

I ch bin endlich dieser Frau entfolgt, die ständig ihren Typen postet!“, sagt die junge Frau am Nebentisch zu ihren Freundinnen und schüttelt den Kopf.

„War der so ugly?“ „Nee, aber das ist doch oberpeinlich, dass sie sich darüber wichtig macht. Kann sie nicht alleine glänzen?!“ „Stimmt, ich erzähl meist nicht mal, wenn ich Samstagabend mit meinem Boy abhänge, ich sag dann eher, ich mach Me-Time.“

„Wofür genau braucht man eigentlich noch einen Mann?!“ „Zum schwere Sachen tragen, Sex.“ „Akuter Hot Take: Als echte Feministin musst du eigentlich Single bleiben.“

Es ist halt alles tief verankert

„Weil Modemagazine das jetzt schreiben?“ „Nee, aber ist was dran, jeder Typ, egal wie cute, könnte es früher oder später sexistisch an die Wand fahren, was Cringes machen, und dann wissen alle, du hast mit dem geschlafen!“

„Ist jeder Mann irgendwie ein Schläfer in Sachen Peinlichkeit?“ „Die können ja nicht aus ihrer Haut, alles tief verankert, wird noch Generationen dauern, bis das auf allen Ebenen relativiert ist.“ „Ein Mann ist ein Mann.“ „Und wir sind hetero.“ „Shit happens.“ „Die Frage der Stunde ist, was man draus macht.“

„Solang das Patriarchat vorherrscht, kannste Straight Culture nicht lässig genießen.“ „Der Mann könnte vorm ersten Date versprechen, dass er stets bereit bleibt, an sich zu arbeiten, seine patriarchalen Muster reflektiert und abbaut.“ „Was versprechen und brechen, das ist ihr Klassiker, auf Männer kann man sich nicht verlassen.“

„Der Erste, der mich geghosted hat, war mein Vater.“ „Ohne Vertrauen kein genießbarer Kitsch.“ „Kitsch war schon immer heteropatriarchale Propaganda.“ „Die Leute müssen wieder Bock auf hetero kriegen und mit Leute meine ich Frauen.“

Den klassischen Gatten braucht kein Mensch mehr

„Für Frauen ist das zu lange ein Megascheißdeal gewesen.“ „Und die Transformation hat gerade erst begonnen.“ „Könnte der Mann nicht bis auf Weiteres ein sexy Statussymbol sein?“ „Not all man are sexy.“ „Die Single Cat-Lady ist das neue Sexy!“ „Deshalb posten auch so viele Typen halbnackt Cat-Content.“

„Den klassischen Gatten braucht kein Mensch mehr.“ „Das ist so obercrazycringe, dass der mal als Lebensziel für Frauen galt.“ „Aber kommt, Frauen, wir leben doll in der Großstadtemanzenblase!“ „Progressiv by Augenaufschlag.“ „Emanze ist das neue Independent-Royal-Hotness!“

„Aber da gibt’s ja schon auch so ’ne, ich sag mal, republikanischere Welle.“ „Ja, diese Frauen, die ihrem Mann dienen wollen.“ „Ich denk ja aus meiner Verwirrung heraus immer: Die haben da nur so ’nen Fetisch.“

Gibt es politisch unkorrekte Liebe?

„Tradwife-Dasein als sexuelle Vorliebe, quasi als permanentes Vorspiel?“ „Auch Frauen sind mal grundversaut.“ „Glaub, so bizarr einfach ist das leider nicht.“ „Aber Liebe ist nicht Unterwerfung.“ „Heteropessimismus und Fatalismus hin oder her, manchmal verliebt man sich eben.“

„Liebe kann nicht politisch unkorrekt sein, oder?“ „Auf jeden Fall manipulativ, und schwupps: Hat man einen manfriend an der Backe.“ „No risk no fun.“ „Man sollte ihn einfach rechtzeitig fragen, wer seine männlichen Vorbilder sind oder waren.“

„Und was wäre da adäquat?“

„Hm …“

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Jasmin Ramadan
Jasmin Ramadan ist Schriftstellerin in Hamburg. Ihr neuer Roman Roman „Auf Wiedersehen“ ist im April 2023 im Weissbooks Verlag erschienen. 2020 war sie für den Bachmann-Preis nominiert. In der taz verdichtet sie im Zwei-Wochen-Takt tatsächlich Erlebtes literarisch.
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72 Kommentare

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  • Dieswer Bericht ist mMn ziemlich platt und pauschal.



    Welches Versprechen eigentlich? Die Treue? Ich finde, es wird Zeit, dass auch Fauen nicht mehr pauschal als Schlampe bezeichnet werden, nur weil man fürher nicht sicher war, von wem nun das Kind ist, das da plötzlich wächst.



    Jede Frau, die sich den nächst besten Typen anlacht, den sie mit in die Kiste nimmt und dann überrascht tut, dass er zwar einen coolen Look hat und einen guten Duft, muss sich nicht wundern, wenn der Typ gerade mal ein Spiegelei zubereiten kann. Auch nicht, das so ein attraktiver Mensch auch bei anderen Damen gut ankommt und nimmt was ihm angeboten wird. Hat man sich zuvor gemeinsam darüber unterhalten?



    Wir leben in der Zeit, in der wir das Privileg haben, selbst zu reflektieren.



    Frage an die Weiblichkeit: Nennt bitte, was ihr von einem Mann in der heutigen Zeit erwartet.

    "Gut" aussehen?



    Stark sein?



    Einkaufen?



    Kochen?



    Putzen?



    Die Welt verstehen?



    Die Kinder in Wollwindeln wickeln?



    Waschen / die Wäsche machen?



    Gutes Geld nach Hause bringen?



    Die Kinder erziehen können?

    ich glaube, da macht sich's manche Dame etwas einfach. Also?

  • "Bei einem ist auf Männer Verlass: Ihre Versprechen werden sie brechen."



    Nur gut, dass das bei Frauen ja to-tal anders ist.



    Wie sexistisch soll's denn noch werden?

  • Schon wieder! Es wird wirklich langsam langweilig.

    Dann schaffen wir uns eben ab. Ohne Männer gäb‘s auch die anderen, perfekten Menschen nicht.

    Man muss deren Vervielfältigung im Modus einer Spinnenhochzeit ja nicht zustimmen. Geht auch ohne. Kein Verlust.

  • Ich finde Bonnie Blue und Lily Philipps ja sehr inspirierend für uns Frauen.

  • Seit dem es wunderbare Silikon- oder TPE-Puppen (w,m,d) für den einfachen Sex gibt, braucht Mensch eigentlich dafür auf jeden Fall keine* Partner*in mehr. Einige Männer brauchen Sex mit Menschen unbedingt für ihr Ego bzw. zur Selbstbestätigung ("Ich hab sie rumgekriegt...";-) . Bleibt dann nur noch der Beziehungsstress auf den ich als glückliche Single schon lange verzichtet habe. Ja und was ist mit der Liebe? Dafür reicht dann auch ein Rosamunde Pilcher Roman.

    • @anarchotaoist*in:

      Wenn Sie Beziehungen ernsthaft durch Sex(puppen) und Romane (mit heterosexuellen Beziehungs-) Themen ersetzen wollen, haben Sie für mein Empfinden ein emotionales Problem. Auf jeden Fall aber einen deutlich zu engen Horizont.



      Meine Tochter meint ja, das Frauen unter sich auch sehr intime aber asexuelle Beziehungen haben können.



      Wäre das eine Option?



      Komplett auf Beziehungen zu verzichten wäre (für mich) jedenfalls keine Option.

      • @Sonntagssegler:

        Ja, ich habe ein emotionales Problem, insbesondere mit solchen verletzenden Kommentaren. Jeder Mensch hat das Recht alleine zu leben und seine Sexualität auszuleben ohne dabei jemand zu schaden. Es ist traurig wie diese heteronormative Gesellschaft Menschen die alleine leben diskriminiert oder allzu oft in die Nähe von Incels rückt. Incel bedeutet unfreiwillig. Diese Männer machen Frauen für ihr Alleinsein verantwortlich. Ich sehe mich eher als ein Vocel, einen voluntary celibatory non-binären Mensch, es ist meine freie Entscheidung und mein gutes Recht allein zu leben. In der Frauenbewegung in den 70er Jahren haben Frauen ihre Sexualität unter anderem auch durch Masturbation neu kennengelernt. Es wäre schön wenn wenn auch Männer dieses mal lernen könnten und sich von der mittelalterlichen oft religiös geprägten pseudolinken Sexualmoral befreien würden. Das Gleiche gilt auch für die diskriminierende Verurteilung von freiwillig alleinlebenden Menschen und ihrer Sexualität. Daher ist dieser Artikel goldrichtig, ist aber leider zu kurz. Das Thema ist wesentlich komplexer.

    • @anarchotaoist*in:

      Silikonpuppen sind aber auch nur eine Machtausübung, die besonders Incel nutzen müssen, um ihr gekränktes, chauvinistisches Ego zu befriedigen.

      Das zerstört den Patriarchismus und den Chauvinismus nicht, sondern verlagert nur das Problem. Und es liegt doch auch in deinem Interesse, Menschenfeindlichkeit aller Art von der Welt zu schaffen?

      • @Troll Eulenspiegel:

        Interessant. Könnten Sie dies bitte näher ausführen? Stellen wir uns eine entsexualisiertere Gesellschaft vor, in der diesbezügliche Machtausübung eine gerngere Rolle spielt

        Wie übe ich Macht aus, wenn ich im realen Leben keinen sexuellen Kontakt mehr zu Personen aufnehme und mich mit mir selbst beschäftige? Wie kann ich mich gegenüber einem Gegenstand chauvinistisch verhalten? Gelten Ihre Aussagen auch, wenn ich mich gegenüber der Silikonpuppe nicht abwertend verhalte, sondern diese bewusst verwende, um im realen Leben keine Probleme zu schaffen?

      • @Troll Eulenspiegel:

        Dann gilt dasselbe auch für Vibratoren und Dildos bei weiblich gelesenen Personen.

        • @Reinero66:

          Männliche und Weibliche Ideen sind differenziert zu betrachten. Frauen wurden in den letzten Jahrhunderten versklavt, sexualisiert, unterdrückt und allen Rechten beraubt.



          Um es ganz einfach zu machen: Die dürfen das. Als Ausgleich, was ihnen angetan wurde.

  • Mich wundert, wie ernsthaft das hier kommentiert und noch verbissener gegenkommentiert wird. Ich verstehe das als schlaue Persiflage, was sofort klar wird, wenn man den Text mit männlichem Vorzeichen gegenliest: Geile Maulhelden im Schutz des Stammtischtresens, die daheim nichts mehr zu melden haben.

    Vielen Dank, Frau Ramadan. Ich habe mich köstlich amüsiert.

    • @Josef 123:

      "Ich verstehe das als schlaue Persiflage"



      Ein Witz ist das in jedem Fall, da haben Sie zweifellos Recht.



      Vor den Hintergrund der beständigen Geschlechterdiskurse die so laufen, stelle ich allerdings das Schlaue dabei sehr in Frage.

    • @Josef 123:

      „Als Gott den lieben Mond erschuf,



      gab er ihm folgenden Beruf:



      --



      Beim Zu-sowohl wie beim Abnehmen



      sich deutschen Lesern zu bequemen,



      --



      ein A formierend und ein Z --



      daß keiner groß zu denken hätt'.



      --



      Befolgend dies ward der Trabant



      ein völlig deutscher Gegenstand."



      --



      (Christian Morgenstern zum deutschen Wesen) 🌛🌟

  • Namen sind Schall und Rauch. Was spricht gegen Manfred?

  • Ja wie?



    “Gespräche übers überflüssige Geschlecht



    Als echte Feministin musst du eigentlich Single bleiben.“ & Vice versa - wa! Newahr



    &



    Spätestens da - baby - müßte equal goes it loos - ganz genderneutral - klar sein -



    💡 Hell wie Osram!



    Hier wird dünnflott der unterschranksten Sorte geschaufelt! Gellewelle&Wollnichtwoll



    & damit - wa!



    Back to sender •



    Normal

    unterm——



    Sage das mit napp über 80 Lenzen -



    Zwei Ehen - vier Kindern - etlichen kurz & langen Beziehungen - ein totes Kind nasciturus & zwei Abtreibungen - aber keine Sekunde geneigt - ähnliches wie Sie infantin über ehra Geschlechtsgenossinen von mir zu geben ala



    “Wir sind das bessere Geschlecht!“ 🙀👎🥳🧐

    Rad ab - ist solches gelinde gesprochen.



    "Manntje, Manntje, Timpe Te" - get it?!



    Un tonn Schluss sitzte werr in diin Pißpott.



    vel



    “Wer lange siebt - siebt Kaff!“



    Unsere alte Dame*04 - die mir Mouder war!;)



    & logo aber auch:



    Wer‘s beliebet - eben!



    Fährt halt als Einspanner durchs Leben •

    kurz - Conclusio tonn En’ :



    "Na, jetzt hat er seine Ruh!



    Ratsch! Man zieht den Vorhang zu!".



    Short cut - mehr braucht es wahrlich nicht



    (ps Dank geht an den Märchenschatz der Welt



    Und wiedermal an den Alten aus Wiedensahl;)💐

    • @Lowandorder:

      Mit über achzig Lenzen sollte man dann aber irgendwann auch in der Lage sein Humor ohne fremde Hilfe zu erkennen Herr Hoppenstedt...

      • @Samvim:

        Ach was! Vagel Bülow



        Hoffe gern wir irren beide -



        Herr Hoppenstedt! Woll



        &



        Auf dem Balkon müssmer nur klären



        Wer’den Statler Wer’den Waldorf gibt



        Statler: „Bist du bereit für den Weltuntergang?“ - Waldorf: „Ja. Schlimmer als diese Show kann er nicht sein.“

        always at your servíce - 🥳🤣

        • @Lowandorder:

          Gerne, auch wenn ich das Alter bisher nur in sentit erreicht habe. Bei der Rollenverteilung bin ich flexibel

          Statler: „Ich mochte die letzte Nummer“ - Waldorf: „Was mochtest du daran?“ - Statler: „Dass es die Letzte war!“

      • @Samvim:

        Ist das so? Ist ja eigentlich eine Strategie der Rechten, einfach mal um sich zu schlagen und dann zu behaupten, es wäre Satire.

    • @Lowandorder:

      Danke, stimme ihn völlig zu. War nach der Lektüre etwas ratlos. Aber es gilt - leider auch in der taz immer öfter: si tacuisses philosophus mansisses

  • ...& echte Machos müssten dann in der Konsequenz nur noch Machos lieben, oder was soll die These über echte Feministinnen jetze ?

    • @Alex_der_Wunderer:

      Tun sie doch. Der Typus des "echten Matchos", ist medizinisch gesehen doch einfach nur einer mit narzistischer Persönlichkeitsstörung. Typen wie Trump oder Epstein sind bzw waren welche...

  • „Ist jeder Mann irgendwie ein Schläfer in Sachen Peinlichkeit?“

    Nur die Selbstoptmiertenn ohne Kanten, Ecken und Brüche sind nie peinlich. Die funktionieren immer und auch auf Abruf . Da gibt es keine Flachwitze und jeder Satz wurde dreimal qualitätskontrolliert. Die einzige Bedingung ist, dass auch die Frau gleiches bieten muss.

  • Als echte Feministin musst du gar nichts, sondern machst, was du für richtig hältst.

    • @Budzylein:

      Als echte Feministin darf man sich auch wieder für die Rolle als Mutter und Hausfrau entscheiden. Aber der Weg dahin ist steinig.

      • @Rudolf Fissner:

        Als echter, emanzipierter Mann darfst dann auch dein Fell ablegen & die Keule liegen lassen...

  • Hm…irgendwie ist mir dieses ganze Gespräch da zu cisnormativ, denn scheinbar gibts für diese jungen Frauen da wohl nur die Zweigeschlechtigkeit gaaanz alter Schule…was ist mit Transmenschen, Nonbinären, Agender, Pansexualität usw.?

    • @Saile:

      Hier geht es ganz klar um hetero-Beziehungen. Du gehst ja auch nicht zum einem Fussballspiel und beschwerst dich dann daß die dort kein Tennis spielen.

      Transmenschen gehören idR trotzdem einem der beiden Geschlechter an. Nonbinär und Agender sind genaugenommen keine eigenen Geschlechter, sondern ordnen sich - per Definition - ja gezielt ausserhalb der binären Geschlechterordnung ein. Pansexualität ist eine Sexualität, kein Geschlecht.

    • @Saile:

      Da gibt es nie Peinlichkeiten und nur politisch korrekte Liebe Also auch nicht die besprochenen Probleme.

  • Schon der erste Satz ist einfach falsch: es muss "Menschen" heißen.

  • ... „und schwupps: Hat man einen manfriend an der Backe.“



    „Und was wäre da adäquat?“



    „Hm …“



    ----



    Tja, XX absolut wird doch wohl langweilig! No Risk no Fun!

    Doch auf Dauer ist es wohl die Lösung, die DAS größte Problem unseres Planeten wohl lösen wird! :-)

  • Hm... the new genderworld...



    Dann bleibt frau eben allein, fühlt sich stark, richtig und wichtig. Frauen sind die neuen Männer... (ist ein Lied von den Prinzen")



    Manchmal hab ich das Gefühl, vor lauter Feminismus und Emanzipation haben wir die Achtung vor "typisch weiblichen" Tugenden gleich mit über Bord gekippt.



    Mitfühlen, wirklich anpacken, mal zugunsten anderer bewusst verzichten, und sich von Herzen freuen zu können über glücklich tobende Kinder...



    Das stirbt irgendwie aus.



    Ich bin eine (berufstätige) mittelalte Mutter von mehreren Kindern mit demselben alten unperfekten Mann und hab ein buntes anstrengendes, abwechslungsreiches, lustiges, manchmal sorgenvolles und niemals langweiliges Leben... das Patriarchat schwächelt oft nach einem langen Arbeitstag... wir nehmens mit Gelassenheit und Humor.

    • @Nudel:

      Das Patriarchat schwächelt nicht. Es holt nur Popcorn.

  • Erstaunlich wie ernst der Text genommen wird, spätestens bei „Progressiv by Augenaufschlag“ konnte ich das nicht mehr. Mein männlich geprägter Eindruck ist, dass er, indem er Klischees aufgreift, nach beiden Seiten austeilt.

    • @Michael:

      Ich fand das auch ganz großartig. Das ist der einzige wirklich erhellende Zugang zum Thema.

  • Alberta Cuon, gestern, 15:15 Uhr:



    "Schwer zu translaten und dann sind auch noch errors aufgetreten."

    xD Hast mir echt literally die answer aus dem mouth genommen!

  • Ich, 25, seit 6 Jahren verheiratet (ja, richtig gelesen), finde diesen Artikel einfach nur beleidigend. Ihr habt wohl einfach nicht die richtigen Männer kennengelernt. Ich habe meine Ehe zu einem Mann nicht einen Tag bereut, er ist der treueste und freundlichste Mann den es gibt. Ich komme aus einem christlichen Kontext, viele Paare heiraten hier jung und ich kenne in meinem ganzen großen Freundeskreis keine unglückliche Ehe. Und das, obwohl (oder gerade?) die meisten eher „traditionell“ leben.

    • @Ida-Marie Hammel:

      Das liegt vermutlich daran das du einem naiven Ideal verbunden bist, da sieht mensch eben die Widersprüche nicht ... Geht vielen so mit 26 ... Und sieht dann in 10 Jahren auch wieder ganz anders aus ...



      Womit nicht gesagt sein soll das der Artikel selbst mehr hergibt als Fallobst vom geschüttelten Phrasenbaum einer ebenfalls perspektivisch begrenzten Bubbel ... Sowohl Artikel wie auch dein Kommentar vermitteln lediglich triviales Selbstbestätigungs Geraune ...

    • @Ida-Marie Hammel:

      Früher wurde, was schlechte Ehen und häusliche Gewalt etc. betraf, viel geheuchelt. Heutzutage wird einfach ehrlicher und offener darüber geredet. Daher sehe ich glückliche CIS und auch andere Beziehungen, mittlerweile immer seltener. Aber es ist nicht unmöglich und immer wieder schön zu sehen wenn es funktioniert. Daher kann ich dem Artikel voll zustimmen. Nach wie vor ist meine Lieblingsregel: Ausnahmen bestätigen die Regel."



      Wünsche Euch weiterhin viel Glück!

  • Das ist ja eine grauenhafte Sprache! Reden Menschen wirklich so?

    Oder ist das eine ironisch-satirische Attacke auf eine bestimmte Gruppe, die ich nicht kenne?

    Das ist jedenfalls kein Deutsch - eher irgendeine Art Desperanto, oder?

    • @Oliver Korn-Choodee:

      Es ist viel Englisch dabei, weil das einfach moderner ist, so zu sprechen. Die vielen politischen Fachbegriffe sind aber normal in der queerfeministischen Szene. Smalltalk heißt nicht wie hübsch dieses und jenes Kleid ist, sondern dass Fast Fashion die emanzipatorische Freiheit von FLINTA verzerrt, indem subjektiv gut aussehende Kleidung nach zwei Wochen kaputt ist oder einfach out. Und aus 2 Minuten werden 20 Minuten.



      Daraus kann aber auch ein großer Intellekt abgeleitet werden, weil der Smalltalk nicht oberflächlich ist, sondern bereits tiefgreifend ist.

    • @Oliver Korn-Choodee:

      Ja, die reden so und die Gruppe heißt vielleicht "Deutschsprechende unter 50", mit Tendenz zur Vermehrung der Anglizismen je jünger und je mehr involviert in soziale Medien.

  • Kitsch war nie heteropatriarchale Propaganda, sondern ein konstitutives Element der frühen Schwulenbewegung.

    • @Meister Petz:

      Dann ist Kitsch ja was Tolles! Erzähl‘ das bloss nicht meiner Frau!! 😱

  • Kann ja sein, dass manche mich hier für humorlos halten, aber eine Ansammlung von sexistischen "Zitaten" ist, egal in welche Richtung der Sexismus geht, heute wie schon vor 200 Jahren kein Humor. Was soll das sein? Ich als Mann empfinde diesen Text als extrem beleidigend, herabwürdigend und verletzend. Wer dafür kein Verständnis hat, möge sich bitte einen ähnlich gearteten Text, der die gleiche Herabwürdigung von Frauen formuliert, vorstellen. Wäre das Humor? Vor 200 Jahren wäre es das vielleicht gewesen, oder sogar ernst gemeint, aber sind wir nicht inzwischen etwas weiter? Feminismus habe ich anders verstanden, jedenfalls nicht als stupide und niveaulose Rache.

    • @Rolf Stude:

      Ich finde den Artikel als Frau ebenso - ich bin mal nett - „seltsam“ wie Sie.



      Überhaupt beobachte ich hier mehr und mehr recht substanzlose und einseitige Artikel. Schade!

    • @Rolf Stude:

      Was veranlasst Sie zu der Vermutung, das sei Humor?

      • @rero:

        Ist das noch Realsatire?2?? Wie weit darf Realsatire gehen??2?

  • Selbstredend gestaltet sich eine heterosexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau schwierig, da Männer und Frauen aufgrund der anderweitigen Gehirnstruktur (siehe die Bücher "Das weibliche Gehirn - Warum Frauen anders sind als Männer" sowie "Das männliche Gehirn - Warum Männer anders sind als Frauen" der US-Neurowissenschaftlerin Louann Brizendine) im Grunde genommen keine Kompatibilität auf geistig-spritueller Ebene aufweisen; das einzig verbindende Element ist (temporär) der Sexualtrieb, das natürlich eine schwierig zu verarbeitende Erkenntnis ist; trotzdem sind Mann sowie Frau füreinander bestimmt, das bedeutet, dass eine heterosexuelle Beziehung (dauerhaft) funktionieren kann, wenn beide Geschlechter die natürlichen Unterschiede des anderen Geschlechts, die jeweils geschlechtsspezifische Verhaltensweisen zeitigen, tolerieren, das bedeutet, dass sie lernen, damit umzugehen, sprich jene nicht als wesensfremd abwerten!

    • @Martin Kienzle:

      Bei mir auf dem Dorf haben sie kürzlich eine alte Telefonzelle in ein Büchertauschregal umfunktioniert. Dort habe ich ähnliche Literatur vorgefunden.

    • @Martin Kienzle:

      Nein, das würde nur heißen, dass Männer und Frauen es schaffen, sich fortzupflanzen zwecks Arterhaltung. Ob sie darüber hinaus dazu "bestimmt" bzw. in der Lage sind, dauerhaft zusammenzuleben, ist eher moralisch beantwortet - gesellschaftliches Wunschbild. Es gibt genug Beispiele in der Tierwelt, die nur für Paarung zusammenkommen oder in großen Gruppen zusammenleben, aber nicht in Zweierpärchen. Könnte man ja mal drüber nachdenken, ob der Mensch auch dazugehört.

      • @blutorange:

        "Es gibt genug Beispiele in der Tierwelt, die nur für Paarung zusammenkommen oder in großen Gruppen zusammenleben, aber nicht in Zweierpärchen. Könnte man ja mal drüber nachdenken, ob der Mensch auch dazugehört."

        Es gibt R- und K-Strategen. => Google

        Rein biologisch würde dem Mann reichen, sich zu paaren und dann abzuhauen, wie es ja auch viele machen.



        Aber aus der sozialen Sicht, ist eine intensive Nachwuchspflege wichtig. Der Häuptling/König/xy erbt und vererbt von und an sein Blut. Da mag auch viel Sexualmoral (für die Frauen!) herkommen.

  • Wenn unsere Schwestern jetzt noch lernen, dass ihnen die Heterosexualität auch nur durch das Patriachat ansozialisiert wurde....

    Ich hab mich ja schon immer gefragt, was heteros an Männern finden, dass sie nicht auch von Frauen und Enbys haben können. Penise? Gibts auch an anderen geschlechtern und Strap-Ons existieren ja auch.



    Vielleicht müssen unsere hetero-Schwestern auch mal ihre patriachalen Vorlieben reflektieren.

    • @Notyourgirl:

      Wenn die Sexuelle Orientierung als "ansozialisiert" bezeichnet wird, bekomme ich Angst.

      Das ist Wasser auf die Mühlen von Leuten, die Lesben und Schwule zur Umerziehung schicken wollen.



      Also bitte nicht weiter solche merkwürdigen Beiträge veröffentlichen. Ich fühle mich nämlich sehr wohl damit, auf Frauen zu stehen. Zwangssex mit Männern möchte ich nicht.

    • @Notyourgirl:

      "Wenn unsere Schwestern jetzt noch lernen, dass ihnen die Heterosexualität auch nur durch das Patriachat ansozialisiert wurde...."

      Vorsicht. Dementsprechend wäre wohl auch Homosexualität "therapierbar". Ich dachte, den Mythos hätten wir hinter uns.

    • @Notyourgirl:

      Absolut bei Ihnen. Hoffe, die Schwestern beeilen sich mal mit der Erkenntnis. Deren Freuden könnten sich potenzieren...

  • Schwer zu translaten und dann sind auch noch errors aufgetreten.

    • @Alberta Cuon:

      Safe! True dem alten buzzword „was der creator nicht kann translaten, kann der Reader nicht relaten!“

  • Das einzige, was am Artikel falsch ist, ist das "eigentlich" in der Überschrift.

    Ansonsten ist es bei den "echten" Feministen, wie bei allen echten "Isten", dass die abtrainierte Kompromissbereitschaft zur vollständigen Beziehungsunfähigkeit führt. Davon haben wir in Berlin ja hinreichend viele.

    Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Autorin nicht noch (bewusst oder versehentlich) fortpflanzt, während sie so obercrazycrinch drauf ist.

    Aber was weiß ich schon als Ismuspessimistischer.

  • Als eher linker Mann (65 seit 30 Jahren verheiratet zwei Kinder zwei Enkel) habe ich herzlich gelacht über diese wunderschöne Ansammlung von irritierten Sätzen wohl eher junger Frauen.

    • @Fabian Lenné:

      Dito, auch ich - als, sozial, humanistisch verordneter, noch 62 jähriger Mann, in dritter Ehe - 2 X verwitwet , 4 Kinder, inzwischen 3 Enkel musste auch echt lachen. Was mich jedoch immer wieder stutzig macht, ist dieses Ausklammern, gerade bei der oft jüngeren Generation, der Aspekte - der Spiritualität & der Wert auf Seelenverwandschaft bei der Thematik der Partnerschaft.



      Bei Seelenverwandschaft fällt ja zumindest auch der Aspekt des verletzen des Partners weg, denn wer verletzt schon sich selbst. Viele profane Diskussionen erübrigen sich auch, denn oftmals sind die Partner eh im Einklang miteinander.



      Eigentlich können einem diese



      " Konsumorientierten " , Partnersuchenden nur Leid tun, aber wer Oberflächlich ist, wird auch nur Oberflächlichkeit bekommen. Wer seine Sinne jedoch sensibilisiert & etwas Geduld übt, wird vom Glück der Liebe eingefangen.



      Alles andere fällt für Intellektuelle eh unter TikTok...

  • Jo genau, spuky!



    Und die Gesellschaftsforschung wundert sich warum es so viele arme Alleinerziehende gibt!

  • Sie machen einen sehr glücklichen und ausgeglichen Eindruck. Frohe Weihnachten!

  • Mit 46 „“ auf den Punkt gebracht!

  • Uff. Was ein kringeliger Beitrag.

    • @Hannes Petersen:

      Antifeminismus ist kringelig.

      Ich finde diesen Artikel mutig. Im Feminismus muss es meiner Ansicht nach schon konsequent zugehen. Solange cis-Männer patriarchalisch erzogen werden, solange sollten heterosexuelle Frauen, die das Patriarchat hassen, lieber Single bleiben.

      • @Troll Eulenspiegel:

        "Ich finde diesen Artikel mutig."



        Tatsächlich? Spannend.



        Welche Konsequenzen hat die Verfasserin zu fürchten, dass sie Mut aufbringen musste, dies zu schreiben und zu veröffentlichen?

        • @Encantado:

          Konsequenzen? Ich sehe hier Ursache und Wirkung vertauscht.

          Mut wird aufgebracht weil Feminismus immernoch als eine stupide Idee angesehen wird, in der viele Frauen die Probleme der cis-Männlichkeit garnicht aussprechen wollen.

          Konsequenzen? Hoffen wir mal keine Femizide. Weil Frau die Probleme angesprochen hat. Aber eher: Der Rückhalt sinkt. Nicht wegen radikalen Ideen, sondern weil eine patriarchale Ordnung Status Quo bleiben muss.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Wer soll denn Männer unpatriachalisch erziehen, wenn nicht Feministinnen?

      • @Troll Eulenspiegel:

        Wer erzieht denn ihrer ansicht nach patriarchalisch?



        Ich sag ja eher obacht bei der maenner wahl. ;-)

        • @Hannes Petersen:

          Immer die Vaterfigur.



          Bei den Mutterfiguren sogenannte "Tradwives", sowie unterdrückte und vom Mann finanziell abhängige Frauen, die das System mit "Humor" oder "Kompromiss" verharmlosen.