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Aufstand in IranDas religiöse Zombie-Regime ist am Ende

Kommentar von

Ali Sadrzadeh

Mullahs und Revolutionsgarde in Iran begehen furchtbare Massaker. Die Bevölkerung will in Frieden und Freiheit leben, der Westen könnte helfen.

„Möge Gott sehr bald das Gefühl des Sieges in den Herzen aller Menschen in Iran verbreiten“, schrieb Irans Führer Chamenei auf X Foto: Office of the Iranian Supreme/reuters

W er ist Massud Peseschkian? Er sei Arzt, Chirurg und Islamgelehrter, sagt er. Und so wie im Krankenhaus oder in einer Vorlesung wolle er auch mit anderen Problemen gewissenhaft und pflichtbewusst umgehen. Sagte er landauf, landab, als er Präsident werden wollte. Das war im Juni 2024. So mobilisierte er die vom Regime Enttäuschten für die „Wahl“. Also jenen Rest, der noch an die Reformierbarkeit der Theokratie glaubte.

Seit den letzten Tagen wissen wir nun, wer dieser Peseschkian wirklich ist. Ein Verbrecher, der die Befehle zu Mord, inzwischen Massenmord, an den Demonstrierenden in iranischen Städten erteilt.

Über Tasnim, die von den Revolutionsgarden kontrollierte Nachrichtenagentur, ließ der Präsident dieser „Islamischen Republik“ verlauten, er habe die Sicherheitskräfte angewiesen, erbarmungslos gegen alle Unruhestifter vorzugehen.

Im staatlichen Fernsehen tobte er dann auch noch live herum. Wortreich und mit religiösem Vokabular geißelte er die zivilen Protestierenden. Alles Terroristen und ausländische Agenten, die man ausmerzen werde. Sein geschäftsführender Vize, Dschafar Ghaem-Panah, hatte wenige Tage zuvor noch behauptet, Präsident Peseschkian habe verfügt, dass es „zu keinem gewaltsamen Vorgehen gegen die protestierende Bevölkerung kommen“ solle. Was für eine Lüge.

Die Turbane des Gemetzels

Über den Telegram-Kanal Vahid Online konnte man dank Starlink – das Internet ist in Iran aktuell blockiert – sehen, was Peseschkians Order nun wirklich bedeutet. Ein Gemetzel an unbewaffneten Zivilistinnen.

Ein zutiefst verstörendes Video zeigt Aufnahmen an der Gerichtsmedizin Kahrizak im Süden Teherans. Unzählige tote Menschen liegen dort in Leichensäcken, um sie herum weinende und verängstigte Menschen, die nach ihren Angehörigen suchen.

Wie viel Rückhalt haben sie noch? Wandgemälde mit Chamenei, Revolutionsgarde und Chomeini in Teheran, 24. Juni 2025 Foto: Majid Asgaripour

Von bis zu 250 Toten allein in Kahrizak war schon bis Donnerstag, 8. Januar, die Rede. Und das nur in einem einzigen Teheraner Stadtteil. Man kann sich ausrechnen, was seither und auch an anderen Orten dieses großen Landes noch geschehen ist.

„Selbst wenn nur ein Teil dieser Berichte stimmt, sprechen wir von Massakern: begangen im Schutz der Dunkelheit, während das Internet abgeschaltet war, zudem fortgesetzt durch die Geiselnahme an den Leichnamen und die systematische Demütigung der Hinterbliebenen“, schreibt Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi auf ihrem Telegram-Kanal.

Floskeln der Anteilnahme genügen nicht

Unmittelbar nach dem Interview mit Peseschkian zeigt das staatliche TV einen Bericht, in dem zahlreiche Leichen zu sehen sind. Und das Regime ist so dreist, die Demonstrierenden als die Mörder auszugeben. Eine kurze Momentaufnahme, in der die Weltöffentlichkeit das Ausmaß der Brutalitätsmaschine erahnen könnte, die seit 47 Jahren über Iran herrscht.

In den Medien zirkuliert die Zahl von über 500 Ermordeten. Es werden wohl sehr viel mehr sein. Viele Politiker der westlichen Welt flüchteten sich angesichts der brutalen Ereignisse in Teheran in diplomatische Floskeln von Bestürzung und Abscheu.

US-Präsident Donald Trump erklärte allerdings, die Islamische Republik sei dabei, durch die Massaker die von ihr ausgerufene „rote Linie“ zu überschreiten. Das US-Militär prüfe Optionen für ein Eingreifen. Er sagte: „Menschen sind getötet worden, die nicht hätten getötet werden dürfen. Die Führer Irans – wenn man sie überhaupt Führer nennen kann – sind gewalttätige Menschen, die ausschließlich mit Gewalt regieren. Wir prüfen diese Angelegenheit sehr ernsthaft, und uns stehen starke Optionen zur Verfügung.“

Das Ausmaß der Brutalitätsmaschine: Getötete Demonstranten in Leichensäcken vor der Gerichtsmedizin Kahrizak in Teheran, Screenshots vom 11. 1. 2026 Foto: Social Media via reuters

Inzwischen sagte Trump jedoch, die iranischen Führer hätten bei ihm angerufen, um zu verhandeln. Ein Treffen werde vorbereitet. Angesichts dessen, was in Iran passiere, müssten die USA allerdings eventuell sofort handeln.

Der Ruf nach Schah und Übergang

Auf den Straßen Irans ertönt indessen immer wieder der Ruf nach der Rückkehr des Sohns des bis 1979 regierenden Schahs. Reza Pahlewi ist die Symbolfigur des erhofften Übergangs von der Theokratie zu einer demokratischen Gesellschaftsordnung. Der im amerikanischen Exil lebende Reza Pahlewi ist in der Tat die einzige Person aus der Opposition, die über die Autorität verfügt, den Übergang zu einer laizistischen Ordnung zu moderieren.

Seit letzter Woche Donnerstag ist das Internet vollständig abgeschaltet, das Land quasi von der Außenwelt abgeschnitten. Auch Starlink ist nur sehr eingeschränkt nutzbar, per eingeschmuggelter Technik. Es soll um die 50.000 Nut­ze­r:in­nen geben.

Die von Peseschkian ausgerufene Gangart hatte Ajatollah Ali Chamenei am Samstag auch auf seinem X-Account bekräftigt: „So Gott will, möge Gott sehr bald das Gefühl des Sieges in den Herzen aller Menschen in Iran verbreiten.“

Der britische Telegraph zitiert einen hochrangigen Beamten, der Führer habe den Revolutionsgarden befohlen, in höchster Alarmbereitschaft zu bleiben. Sein Schicksal habe er den Revolutionsgarden anvertraut.

Der Schlächter Vahidi hat viele Tote zu verantworten

Die Ernennung von Ahmad Vahidi zum stellvertretenden Kommandeur der Garden gilt als weiteres Warnsignal. Denn Vahidi ist kein gewöhnlicher Militär oder Bürokrat. Er ist ein absoluter Hardliner der ersten Stunde, einer der langjährigen Architekten der Repression.

Vahidi war der erste Kommandant der sogenannten Quds-Brigaden, der Einheit für die Auslandseinsätze der Revolutionsgarden. Gegen ihn liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Nach Einschätzung argentinischer Er­mitt­le­r:in­nen ist Vahidi auch der Drahtzieher des schweren Bombenanschlags, der 1994 auf das jüdische Gemeindezentrum Amia in Buenos Aires verübt wurde und bei dem 85 Menschen ums Leben kamen.

Er gilt als enger Vertrauter von Chameneis Sohn Mojtaba, der von vielen als Nachfolger seines greisen Vaters betrachtet wird.

Die von Vahidi mitbegründete Quds-Brigade, die acht Jahre lang unter der Führung von Ghassem Soleimani in Syrien wütete und gemeinsam mit Diktator Assads Schergen für 500.000 Tote verantwortlich zeichnet, ist nun nach Hause zurückgekehrt – in eine erschöpfte und wütende Gesellschaft mit schwindender Hoffnung. Währungszerfall, Korruption, politische Willkür bestimmen den Alltag. Auf Massenproteste kennen Leute wie Vahidi nur eine Antwort: Gewalt.

Der Mörder Radan als Polizeichef

Neben Vahidi, der nun die gesamte Revolutionsgarde als stellvertretender Kommandeur befehligt, steht der gefürchtete Ahmad Reza Radan als Oberbefehlshaber einer Armee namens فراجا – Faraja – „Kommando der Strafverfolgungsbehörden der Islamischen Republik Iran“. Der 1963 in Isfahan geborene Hardliner hat eine sehr blutige Karriere hinter sich.

Bei Revolutionsbeginn 16 Jahre alt, schloss er sich den paramilitärischen islamistischen Basidsch-Milizen an. Er stieg in der Revolutionsgarde auf und half in der iranischen Region Kurdistan, die dortigen Aufstände gegen das Regime niederzuschlagen. Bis 1997 kommandierte er verschiedene Einheiten der Garden, wurde Polizeichef in verschiedenen Provinzen. 2006 wurde er zum Chef der Polizei von Teheran ernannt. Während der Unruhen 2022 stieg er zum Kommandeur der gesamten iranischen Polizei auf.

Die sogenannten Erschad-Patrouillen, die das Tragen des Hidschabs in der Öffentlichkeit überwachen, wurden in seiner Zeit gegründet. Er befehligt eine hochgerüstete Bürgerkriegsarmee mit eigenem Geheimdienst und Gefängnis zur Bekämpfung städtischer Unruhen. Er betrachtet die aktuellen Proteste als Fortsetzung des Zwölftagekriegs mit Israel im vergangenen Juni, die Demonstrierenden als ausländische Agenten.

„Wir kennen alle Unruhestifter, und wir werden alle verhaften“, drohte Radan schon gleich zu Beginn der jetzigen Proteste. Damit liegt er ganz auf der Linie Chameneis.

Tiefe Kluft in der iranischen Gesellschaft

„Eine verkommene Schicht von Messerstechern und Rowdys, Unkraut, das ausgerissen, niedergemäht und weggeworfen werden muss“, hatte dieser einst gesagt, als sich am 10. Juni 1992 die Menschen in seiner Heimatstadt Maschhad zum Protest erhoben. Wegen der Tötung eines Schülers durch die Sicherheitskräfte, unweit der Gasse mit Chameneis Geburtshaus.

33 Jahre später richtet sich der Blick erneut auf Maschhad, die ideologisch-religiöse Hochburg, die eng mit Chameneis Laufbahn verbunden ist. Die Stadt ist dieser Tage erneut einer der Schauplätze der größten Proteste gegen seine „Republik“.

Der Aufruhr auch in religiösen Zentren wie Qom und Maschhad verdeutlicht die Dimension der tiefen Kluft in der iranischen Gesellschaft.

Auf die Proteste in Maschhad im Jahr 1992 folgte die Studentenbewegung von 1999. Darauf die Grüne Bewegung 2009, die Proteste im Januar 2018, der Aufstand im November 2019 und schließlich die „Frau, Leben, Freiheit “-Bewegung 2022. Jedes Mal hat sich das frömmelnde Regime nur durch größtmögliche kriminelle Brutalität retten können. Das alte Muster der Gewalt kommt aktuell erneut zum Einsatz.

Regime kann Versprechen nicht halten

Doch dieses Mal bilden das Ausmaß des wirtschaftlichen Zusammenbruchs sowie die katastrophale Niederlage im zwölftägigen Krieg mit Israel einen neuen, veränderten Hintergrund. Sie haben verdeutlicht: Dieses Regime kann Versprechen elementarster wirtschaftlicher Sicherheit und militärischer Behauptungen nicht im Ansatz einlösen.

Warum weiterhin diejenigen dulden, die sich allein bereichern und komplett unfähig sind, einen funktionstüchtigen Staat zu garantieren?

Die Islamische Republik ist in den Augen vieler zu einem reinen „Zombie-Regime“ verkommen. Sie verfügt in der Breite der Bevölkerung über keinerlei Legitimität mehr. Viele ihrer wichtigsten aggressiven Führungspersonen sind ihr bereits abhandengekommen. Oder sind im Sterben begriffen.

Die jetzige Politik der Massaker macht alles nur noch schlimmer. Die Gewalt wird auf ihre Verursacher zurückfallen.

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77 Kommentare

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  • Untertitel: "...der Westen könnte helfen."

    Schade, dass der Artikel diese Feststellung aber nicht aufgreift: Wie denn könnte der Westen helfen?

    Vielleicht lässt sich Text um diese entscheidende Lücke noch ergänzen

  • Ich hoffe inständig, dass Trump ein Mal etwas Gutes tut und - wenn es nach mir geht - die bisherige Führung absetzt. Es ist egal was dann kommt, das weiß ja keiner mit Sicherheit, aber wenn die USA das machen dann ist es ja auch ein deutliches Zeichen, welches mörderische Verhalten etwaigen neuen Machthabern NICHT gestattet ist und ebenfalls an Anhänger, sich nicht mehr sicher fühlen zu können und von der Beteiligung an weiteren Untaten - in der Hoffnung auf Schonung - abzusehen.

    Das Argument "es könnte ja schlimmer werden" ist OFT nichts Wert. Denn die Zukunft ist eben unbekannt, aber die Gegenwart im Iran ist menschenrechtlich untragbar. Zunächst diesen Zustand zu brechen ist immerhin eine Möglichkeit, dass das endet oder deutlich besser wird. Das geht nur gegen das häufige Argument "Nichtstun, weil es schlimmer werden könnte". Das ist oft wie gesagt nicht tragfähig.

  • “ US-Präsident Donald Trump erklärte allerdings, die Islamische Republik sei dabei, durch die Massaker die von ihr ausgerufene „rote Linie“ zu überschreiten. Das US-Militär prüfe Optionen für ein Eingreifen. Er sagte: „Menschen sind getötet worden, die nicht hätten getötet werden dürfen.”

    Eine solch gewissenhafte und Menschenleben wertschätzende US-Außenpolitik, von der Palästinenser träumen können! Selektives amerikanisches Mitgefühl at it’s best!

    In Gaza wurden als Bestrafung mit aktiver politischer u. militärischer Unterstützung der USA 10tausende unschuldige Zivilisten, größtenteils Kinder und Frauen getötet! Dort ist das Töten erklär- u. relativierbar und notwendig? Und nun sollen im Iran ein paar hundert Tote eine „rote Linie“ überschreiten?



    Lächerlich!

    In beiden Fällen will eine Macht mit brutaler Gewalt ein Volk unterdrücken u. kontrollieren. Entweder gilt das Prinzip, dass ziviles Leben unantastbar ist überall oder man sollte aufhören, sich als moralische Instanz aufzuspielen. Alles andere ist keine Wertepolitik, sondern Machtpolitik: Was geopolitisch passt, wird betrauert – der Rest wird verpackt in „Anti-Terror-Kampf“, Sicherheitssansprüche und Selbstverteidigung!

    • @Edda:

      Nagut, ich gebe ihnen den Unterschied der Haltung der USA zu Gaza mit nahezu uneingeschränkter Zustimmung (nahezu, denn die Hamas hat den letzten Krieg eben auch heraufbeschworen und man kann auch nicht sagen, dass die Palästinenser in Gaza stets frei sind, ihren politischen Willen zu äußern - sehr vorsichtig formuliert; insofern gibt es im Gazafall auch Faktoren, die eine gewisse Andersbehandlung - keinen Massenmord, keine Kriegsverbrechen, keine herbeigeführte Hungersnot und keinen Genozid! - rechtfertigen).

      ABER: Im Falle Irans reicht es völlig aus, es zu begrüßen, wenn die USA militärisch effektiv aktiv werden, denn wenn von zwei Übeln eines endet, ist das gut. Gaza ist ein anderer Fall der hoffentlich irgendwann sich bessert.

  • Man kann nun einmal seine eigenes Bevölkerung nicht unbegrenzt unterdrücken. Das klappt nicht von rechts, nicht von links und auch nicht "von Gott"...

    Man sollte nur hoffen, dass alles, was danach kommt, weniger korrupt und ausbeuterisch ist. Die islamische Revolution war einmal in den Augen der Menschen genau dies, verglichen mit einem nicht weniger von Unterdrückung gezeichneten Regime des Schah.

  • Man sollte vielleicht auf erwähnen, dass die Folgen des Klimawandels ihren Anteil an den Veränderungen haben. Iran leidet unter sehr großem Wassermangel. Die Menschen sind auch deshalb verzweifelt. Ich wünschen der Bevölkerung dort einen friedlichen Übergang hin zu einer anderen Regierungsform, die aber gerade deshalb ebenfalls scheitern wird. Eine solch massive Krise befördert eigentlich radikale Elemente. Ausländische Dienste, die ihre Marionetten installieren wollen, tun ihr übriges.

  • Alles Gute dem iranischen Volk.

  • Das Regime ist politisch-moralisch-ideologisch am Ende, aber das heißt nicht das es fällt. Staaten können jahre oder jahrzehntelang scheitern ohne unterzugehen siehe Somalia. Auch Assad hielt sich noch Jahrelang an der Macht auch wenn sein Staat komplett kollabiert und de-legitimiert war.

    • @Machiavelli:

      Ja so ist es. Aber ich glaube, die USA hätten (!) die Möglichkeit, das Regime in ein paar Tagen zu beseitigen. Und die hätten sie auch im Falle Assads gehabt. Sie machen eben oft nicht was möglich wäre, worüber wir in anderen Fällen auch dankbar sein dürfen. Denn sie könnten auch Verbündete verraten oder im Stich lassen und wenn es nützt Demokratien stürzen, so wie es sich bei Trump ja gerade mehr und mehr anbahnt. Hier im Fall Iran fände ich es sehr gut, wenn die USA die Führung beseitigen - sei es durch Gefangennahme oder härtere Mittel. Die iranische Regierung und die religiösen Fanatiker haben so viel gemordet und hören wie wir sehen ja auch nicht auf damit.

      • @JK83:

        Sie sollten und sie könnten, aber man muss halt sehen das es danach Instabilität geben wird nicht nur im Iran sondern auch im Iraq, Libanon und Potenziell Afghanistan und Yemen. Ohne Boots on the Ground wird das schwierig.

  • Es macht ehrlich gesagt traurig zu sehen, wie sich solche Gruppen in Ego‑Gefechten verlieren, während draußen echte Menschen von den Folgen betroffen sind. Statt politischer Haltung bleibt nur ein Spiel mit Gefahr und Aufmerksamkeit. Am Ende wirkt das alles eher wie Orientierungslosigkeit als Widerstand.

  • >Sie verfügt in der Breite der Bevölkerung über keinerlei Legitimität mehr.<

    Das sind Religiöse. Die haben ihren Zombie-Gott und sind mit diesem Zombie-Gott im Reinen. Was die ungläubige Restbevölkerung denkt, interessiert die nur am Rande. Der Widerstand der nicht genug gläubigen Restbevölkerung ist eine Prüfung des Zombie-Gotts und da müssen sie durch.

    Es gibt da durchaus Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen.

    • @A. Müllermilch:

      Ich sehe da keine Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen, sondern ich sehe, da eher Gemeinsamkeiten mit anderen fundamentalistischen Extremisten!

      Ihr Kommentar hört sich an, als ob irgendeine übergeordnete Zombie Instanz, die armen, nicht selbst denkfähigen Mullahs steuert. Die werden aber von nichts anderem als von ihrer primitiven Macht. Gehe gesteuert. Das hat nichts mit Gott oder Glauben zu tun würde es das beides nicht geben wäre es halt etwas anderes als Gewand, was eben passend interpretiert werden würde, um den Machtanspruch eines Regimes mit Notwendigkeit zu begründen. Sowie in China oder Myanmar.



      Macht Trump nicht anders, nur viel weniger brutal, aber nicht rechtsstaatlicher!

      Ab davon geht es hier nicht um den Glauben oder um Ungläubige, sondern es geht um eine extremistische Regierung, die im Namen ihrer eigenen Interpretation von Religion Politik machen will, um dadurch die Legitimation zu Machterhalt zu begründen. Für solch extreme Ansprüche braucht es nun mal auch extreme Erklärungen dafür. Das ist Extremismus. Der Großteil der Menschen im Iran sind sehr wohl gläubig, aber sie sind nicht extremistisch, das ist ein Unterschied, den sie unbedingt betrachten sollten.

      • @Edda:

        >Das hat nichts mit Gott oder Glauben zu tun.<

        Das sehe ich anders. Das ist das Gleiche wie spanische Inquisition oder orthodoxe Siedler.

        Ich nehme den Mullahs, dem Inquisitor und den Siedlern ab, dass sie wirklich an ihren jeweiligen Gott glauben und dass sie jeweils überzeugt sind, dass das eigentliche Problem die gegen Gott gerichteten Ungläubigen sind.

        Dadurch wird es natürlich nicht besser. Für jeden, der nicht in gleicher Weise an ihren Gott glaubt sind es schlicht Verbrecher.

        >Der Großteil der Menschen im Iran sind sehr wohl gläubig.<

        Das ist das Problem warum sie sich eine Mullah-Regierung eingehandelt haben und eine laizistische Regierung für dieses Land nicht absehbar ist.

        • @A. Müllermilch:

          im übrigen ist Ihr letzter Satz falsch, denn Sie implizieren, dass religiöser Glaube im Widerspruch zum Anspruch an eine laizistische, säkulare Verfassung und Politik stünde. Was in Anbetracht der globalen Realität, mit Verlaub, Blödsinn ist. Der Großteil der Menschheit glaubt an irgendeine Religion und der gleiche Großteil der Menschheit hat keinen Bock auf religiöse Extremisten-Herrscher. Wo immer die herrschen, ist das Volk unterdrückt und es geht um brutalen Machterhalt einiger gut vernetzter größenwahnsinniger und reicher Warlords, die sich an die Macht festgekrallt haben und nicht loslassen wollen. Von Putin über Bibi und Erdo bis XiJinping und Trump das Gleiche. Zweimal mit, zweimal ohne Religion, aber immer gleiche Mechanismen.



          Und wenn Sie es speziell unbedingt auf den Islam bezogen sehen wollen, dann s. Türkei und zwar nicht erst repräsentiert durch Erdogone, sondern die türkische Verfassung, die Gründungsgeschichte, der zu 98% muslimischen Türkei. Ebenso gibt es viele andere muslimische Länder, die in ihrer Verfassung ganz klar säkular sind trotz einer großteils gläubigen Bevölkerung. Ich würde Ihnen dringend empfehlen, Ihre Vorurteile durch Wissen zu ersetzen!

        • @A. Müllermilch:

          Sie verstehen nicht den Unterschied zwischen Glauben und religiösen Fundamentalismus. Das ist schade aber ich kann nichts dem hinzufügen, was ich vorher schrieb, wenn Sie der Meinung sind, dass sich die Menschen die Regierung eingehandelt haben, weil sie gläubig sind. Es sind universelle Mechanismen in verschiedenen Kleidern, die aber immer gleich bedient werden, wie Extremisten an die Macht kommen. Und Sie nutzen immer ein vorhandenes Vakuum. Warum Menschen Extremisten wählen, obwohl sie deren Extremismus nicht unbedingt wollen, s. Deutschland, hatte damals wie heute nichts mit Glaube zu tun! Wenn nächste Legislaturperiode AfD, die Kanzlerin stellt, sagen Sie dann, Deutsche haben sich Nazis gewählt, weil sie alle Nazis sind? Nein. Da wird dann die ganze Palette vom abgehängten unzufriedenen, Ängste- und sorgenvollen Bürgers ausgepackt. Die Iraner wollten kein Mullah-Regime! Religiöser Glaube erklärt nicht die Wahl von Extremisten.



          In vielen Ländern wurden Parteien gewählt, die sich als moderat, religiös oder moralisch präsentierten u. nach und nach durch Machtkonzentration, Ausschaltung von Opposition u. schleichende Radikalisierung, extremistisch wurden.



          Mit oder ohne Religion!

          • @Edda:

            >Die Iraner wollten kein Mullah-Regime!<

            Das halte ich für eine Mindermeinung. Wikipedia/Komeni:

            Am 1. Februar 1979 um 9.39 Uhr Ortszeit betrat Chomeini zum ersten Mal seit über 14 Jahren wieder iranischen Boden.[65] Der Empfang auf dem Flughafengelände Mehrabad durch Kleriker, Politiker und Journalisten wurde von den Massen abgetrennt, die Landung selbst live im Fernsehen übertragen. Der erste Weg führte Chomeini vom Flughafen zum Friedhof Behescht-e Zahra, dem Zentralfriedhof von Teheran. Der Weg dorthin war von einem Millionenpublikum, das die Straßen blockierte, abgesperrt.

            Die Iraner wollten ein Mullah-Regime und haben sich dieses Mullah-Regime in einer Revolution gegen den Schah regelrecht erkämpft. Allerdings haben sie sich die Segnungen Gottes für ihr frommes Leben wohl anders vorgestellt.

            Das ist das Problem aller Religiösen, dass sie nicht in der Lage sind, aus der Realität vernünftige Schlüsse bezüglich ihres Glaubens zu ziehen.

  • Es gibt übrigens eine einfache Sache, mit der den Menschen im Iran geholfen werden kann:

    "Möglich macht das ein Projekt namens Snowflake aus dem Umfeld des Tor Project. Die Idee dahinter ist erstaunlich simpel. Menschen in Ländern mit freiem Internet stellen einen kleinen Teil ihrer eigenen Internetverbindung zur Verfügung. Menschen in Ländern mit Zensur – etwa im Iran – nutzen diese Verbindung als Zwischenstation, um gesperrte Webseiten oder Messenger zu erreichen. Snowflake arbeitet nicht mit zentralen Servern, sondern mit tausenden privaten Anschlüssen weltweit. Genau das macht es für autoritäre Regime so schwer, das System vollständig zu blockieren."

    www.ruhrbarone.de/...ach-helfen/254697/

    Für Firefox kann man Snowflake hier runterladen:

    addons.mozilla.org...project-snowflake/

    • @Jim Hawkins:

      Klingt spannend, aber als türkischer Staatsbürger hätte ich da jetzt schon wieder Bedenken, ob sich das mir nicht um den eigenen Hals wickeln kann. Irgendwie. Was Internetsperren angeht, ist Erdogone da ja auch nicht ein Kind eines so anderen Geistes… und ich kenne mich einfach mit den technischen Möglichkeiten, auch der Nachverfolgung nicht aus. Aber wenn es eine solche Möglichkeit gibt, dann sollten das alle Staatsbürger freier Demokratien unbedingt nutzen.

    • @Jim Hawkins:

      Eine andere Sache, mit der den Menschen im Iran geholfen werden kann, wäre eine Garantie schneller, unkomplizierter und sicherer Aufnahme in Deutschland für alle, die sich oder ihre Lieben der lebensgefährlichen Repression entziehen müssen.

      • @My Sharona:

        Nein, damit ist nicht den Menschen geholfen, sondern damit ist dem Regime geholfen, mit den eigenen Fans weiter an der Macht bleiben zu können und alle unliebsamen zu vertreiben

    • @Jim Hawkins:

      Gemacht.

    • @Jim Hawkins:

      Die stellen das einfach ab, d.h. Null Bandbreite, die blockieren jetzt nicht einfach einzelne Seiten.

  • Wenn das Erfolg hat, wird auch der im Islam verbreitete Antisemitismus geschwächt.

    Früher waren das mehr oder weniger kommunistische Iran und Israel enge Verbündete. Das war erfolgsversprechend: Es gab Frauenrechte, ein moderner Lebensstil, Demokratie, Tourismus und FremdenFREUNDLICHkeit. Alles zunichte gemacht durch Islamfaschisten Ende der 70er Jahre. Mit einem Regimewechsel wird es vielleicht auch endlich wieder eine Freundschaft zwischen Muslimen und Juden geben.

    Hier seht ihr es: Nicht Amerika rettet den Iran. Auch keine Regimewechsel, erst recht nicht Wirtschaftshilfen. Nein, einzig die Bevölkerung ist in der Lage, ihre Peiniger zu stürzen. Wir drücken die Daumen!

    • @Troll Eulenspiegel:

      „Früher waren das mehr oder weniger kommunistische Iran und Israel enge Verbündete.“



      Zwischen dem „kommunistischen“ Premier Mossadegh - der versuchte, den Iran aus der ökonomischen Umklammerung der USA zu befreien und der letztlich mit Unterstützung des CIA (und nicht zu vergessen der britischen Geheimdienste) gestürzt wurde - und der Machtergreifung der Mullahs lagen noch einige Jahrzehnte repressiver Schah-Herrschaft.



      Auch diesmal steht zu befürchten, dass sich Trump in imperialistischer Manier sein Stück Kuchen herausschneiden bzw. gleich den ganzen iranischen Kuchen verspeisen will - BEVOR das iranische Volk souverän über seine eigene politische Zukunft (ohne Mullah-Herrschaft) entscheiden kann.



      Kann ein in den Iran zurückkehrender Schah-Sohn wirklich einen demokratischen Prozess moderieren oder wird es auf kurz oder lang wieder ein repressives Regime werden, diesmal wieder von US-Gnaden?



      Was meinen die geschätzten Mitforisten?



      Dass es nur vernünftig ist, wenn zwischen Israel und dem Iran wieder zivilisierte Beziehungen inklusive wirtschaftlicher Zusammenarbeit eintreten würden, liegt doch wohl auf der Hand.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Wann bitte war der Iran "mehr oder weniger kommunistisch"? Unter Schah Mohammad Reza Pahlavi?

      • @Schalamow:

        Die „Weiße Revolution“ des Schahs hatte schon deutlich sozialdemokratische, ja fast schon sozialistische Züge, das war kein schlechtes Reformprogramm.

      • @Schalamow:

        Nein davor. Der Vater von Reza Pahlewi, Reza Khan, putschte 1921 gegen die kurzlebige sowjetische Räterepublik Iran.

        • @rakader:

          Das war eine Miniprovinz, dass ist ungefähr so als wenn sich bei uns ein Landkreis zur "sozialistischen Sowjetrepublik" erklärt und das Sowjet = Räte war ja schon 1917 im Prinzip kassiert worden.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Alles richtig, bis auf Fremdenfreundlichkeit. Die gibt es bis heute. Nur gibt es wenig Gelegenheiten, diese unter Beweis zu stellen.

    • @Troll Eulenspiegel:

      "Wir drücken die Daumen!" - vielleicht können Sie sogar konkreter helfen, etwa per Installation der TOR-Browser Erweiterung Snowflake



      .



      www.instagram.com/...h=d3NjNHUwaWlpaDhp



      .



      Die gegen die Internetsperre des iranischen Regimes wirkt.

      • @ke1ner:

        Und hier



        .



        www.change.org/p/f...-von-erfan-soltani



        .



        können Sie - und auch sonst jede*r - eine Petition unterschreiben und teilen, um die Hinrichtung von Erfan Soltani zu verhindern!

  • Die Revolutionsgarden und die Vertreter des Regimes sind noch da. Wenn man nicht anfängt Ihnen Angebote für einen Übergang zu machen, besteht das Risiko eines jahrelangen Bürgerkriegs: sie müssen ein Weg gezeigt bekommen, raus aus der Position mit dem Rücken zur Wand, von wo aus man nur noch kämpfen kann. Wenn die Islamische Republik fällt, wird sie nicht durch einen demokratischen Staat ersetzt werden, aber vielleicht durch ein weniger gewaltvolles Regime als das jetzige.

    • @My Sharona:

      Und dieses Regime wird dann aber gewaltvoller, wenn sich über die Zeit herausstellt, dass die sozialen und ökonomischen Hoffnungen der iranischen Bevölkerung nicht erfüllt werden, sondern die Ressourcen (Öl) des Iran wieder einmal in die Hände ausländischer Konzerns oder einer kleinen einheimischen, kleptomanischen Oligarchie fallen (wie es unter dem Schah war und wie es unter den Mullahs jetzt ist).



      Möglicher Ausweg: intensive wirtschaftliche Kooperation in der Region (idealerweise auch mit Israel, man muss nicht gleich „beste Freunde“ werden). Möglicherweise muss das diplomatisch initiiert und begleitet werden (z.B. von der EU) unter Ausschluss von Akteuren, die wie Putin (der aber in dieser Region weitgehend ausgebootet ist) oder Trump, die überwiegend imperialistische Machtinteressen verfolgen.



      Mit anderen Worten: ich traue dem Schah-Sohn nicht zu, dass er etwas anderes als eine US-Marionette sein kann.

      • @Abdurchdiemitte:

        Zustimmung: eine neue Friedens- und Wirtschaftsordnung (eher KSZE + ASEAN) auch unter Einbeziehung Israels wäre ein sehr anstrebenswertes diplomatisches Ziel. Leider sind - global gesehen und in der Region besonders ausgeprägt - andere (anti-institunionelle, uni-laterale, dominanzorientierte) Neuordnungsstrategien populärer.



        Und die Klarstellung: mit dem weniger gewaltvollen Regime meinte ich nicht Reza Pahlavi, obwohl ihn unterstützende Kräfte wahrscheinlich auch einen Platz in einem Übergangsregime haben werden.

      • @Abdurchdiemitte:

        Tolle Ideen. Aber WIE wollen Sie Trump und Russland konkret raushalten? WER in der EU soll denn die diplomatische Federführung übernehmen? WIE soll selbst in der EU Einigkeit über eine faktische strukturelle Stärkung Israels hergestellt werden, wenn selbst Regierungschef (z.B. Sanchez) mit der BDS Bewegung kuschelt. Ich bin diese idealistische Besserwisserei so leid, die immer genau was was, warum genau das falsche wäre und natürlich auch die konkretesten Folgen kennt, sich aber bei „Gegenvorschlägen“ in Plattitüden verrennt, die anscheinend kein praktisches Durchdenken brauchen…



        Oh und Sie mögen den Schah-Sohn nicht. Haben wir jetzt verstanden. Da Sie sich mit iranischer Innenpolitik und Diaspora-Politik, Geschichte und Zukunft so gut auskennen… Eine Frage an Sie: Welcher iranische Akteur wäre denn Ihrer Meinung nach dazu geignet nach einer Revolution (hoffentlich) einen Übergang zu gestalten? Welche Partei? Welche Organisation? Welche Personen? Oder erheben sich diese spontan aus der Masse? Anstatt dass sich aus dem bisherigen Repressionsapperat Gruppierungen bilden? Oder vllt ein Modell wie in Syrien? Jemanden aus einer islamistischen Gruppierung vllt? Bin gespannt!

        • @Maxime Musterfrau:

          Das es wie in Syrien läuft ist sehr unwahrscheinlich.

          In Syrien wurde ein Alawitischer Diktator in einem kleptokratischen jedoch laizistischen Staat von islamistischen Aufständischen gestürzt.



          Im Iran ist es eher anders herum, hier sind 60% der Bevölkerung garnicht muslimisch gläubig.

          Eine Lösung könnte also eine Übergangsregierung mit Beteilung der Monarchisten sein.

          Dem Sohn des Schah sollte möglichst wenige politische Macht und direkte Internationale Unterstützung zugeteilt werden.

          Bis dahin sollten alle Seiten gegen den gemeinsamen Feind kämpfen.

          Spätestens nach dem Sieg über die Mullahs muss es massive internationale Unterstützung geben, denn das Land hat auch abgesehen von der aktuellen faschistischen Regierung MASSIVE Probleme.

          • @sociajizzm:

            Und wieder in erster Linie Plattitüden, wie es denen sein sollte ohne zu erklären wie der ach so tolle Plan denn umgesetzt werden soll. Pahlavi soll also möglichst wenig Macht haben und die Monarchisten sollen am Übergang „beteiligt“ werden… warum sollten sie das tun, wenn bereits zu Beginn eine ihrer Kernforderungen, nämlich die Reinstitutionaöisierung der Monarchie vom Tisch ist? Einfach für die Sache? Warum akzeptieren die anti-Monarchisten dann für die Sache nicht potenziell eine konstitutionelle Demokratie? Und auch Sie nennen keinen einzigen Akteur, der eine Übergangsregierung stellen könnte? Zersprengte Revolutionsgarden vllt? Ja alle sollten gegen den gemeinsamen Feind kämpfen, aber das bedeutet auch von allen Kräften eine gewisse Kompromissbereitschaft in der Frage der zukünftigen Staatsgestaltung. Sie können nicht erwarten, dass es ohne geht und verschiedene politische Gruppen auf ihre Interessen komplett verzichten nur, weil Sie das besser fänden. Ich möchte nicht immer diese „so sollte es laufen“ Kommentare sehn. Die sind am Ende einfach nur denkfaul.

  • Im Iran als Petroregime fehlt die Haltung eine Schabowski, der auch einmal nachgeben konnte und die Grenzöffnung sofort gelten ließ. Es fehlen MfS-Offiziere, welche die Waffen in Leipzig trotz Existenzbedrohung des Regimes einfach schweigen lassen konnten. Es fehlen die Möglichkeit runder Tische und wirkmächtige Träume revolutionstreuer Alternativdenker, die dann nachher doch zu Staub zerfallen könnten. Stattdessen wird sofort und überall, vielleicht nicht ganz zu Unrecht, der Einfluss des Mossad und des CIA gewittert, der Verlust der Petropfründe der Revolutionsgarden steht im Raum, und das Schlachten wird dementsprechend völlig scham- und gnadenlos. Kompromisse oder irgendein freier bürgerlicher Gedanke sind in solcher Atmosphäre gar nicht möglich. Es gibt keine Mauer, in deren Schatten man noch ruhig denken könnte.

    • @hedele:

      Ihre Analogie zur DDR 1989 ist steil, darin aber tatsächlich nicht ganz abwegig.



      Das Problem im Iran scheint weiterhin das Fehlen einer zentralen, Partikularinteressen bündelnden Oppositionskraft zu sein, die in der iranischen Bevölkerung verwurzelt UND mit der iranischen Community im Exil bestens vernetzt ist.



      Der Schah-Sohn verfügt möglicherweise über diese Diaspora-Vernetzung, die Bevölkerung im Iran projiziert alle möglichen Wünsche und Hioffnungen auf ihn (in Ermangelung einer echten Opposition im Land), aber wahrscheinlich werden ihn die Amis „einfliegen“ müssen, während oder nach einer Umsturzphase. Und wir wissen spätestens nach der Venezuela-Aktion im Grunde ganz genau, worauf Trump dabei eigentlich hinaus will.



      Gute Voraussetzungen für einen demokratischen Neuanfang im Iran unter einem von den USA angekarrten Schah-Sohn? Und was ist, wenn die in 45 Jahren Mullah-Herrschaft aufgebauten Repressionsapparate sich als stabiler erweisen?

    • @hedele:

      Die iranischen Sicherheitskräfte haben so viele Menschen getötet, gefoltert und gebrochen, dass sie zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Deswegen kämpfen die zum letzten Schuss. Der Schah hat seine Gegner verfolgt und unterdrückt, bei den Mullahs gingen die Zahlen steil nach oben.

  • Die Frage ist, wie geht es weiter?



    Truppen vom Ausland sind eher unwahrscheinlich. Die religiösen Fanatiker aus der Unterschicht, die Basidsch sind über Generationen indoktriniert, die werden bis zur letzten Patrone kämpfen, auch wenn die Profis von den Revolutionsgarden schon mit dem geklauten Geld abgehauen sind. Wer würde kämpfen und mit welchen Mitteln?



    Was ist, wenn es weitergeht wie in Syrien?

    • @Axel Schäfer:

      Wegen der spezifischen ethnischen und religiösen Situation in Syrien (Sunniten, Alewiten, Christen, Drusen, alle mit ausgeprägter eigener konfessioneller Identität) ist die Lage im konfessionell weitgehend homogenen schiitischen Iran (Ausnahme: vielleicht die iranischen Kurden) doch etwas anders einzuschätzen, auch im Fall des Sturzes des Mullah-Regimes.



      Das vereinfacht einerseits (und im Vergleich mit Syrien) zwar die Pläne für einen Regime Change (von außen), andererseits müsste bei einer Intervention von außen äußerst behutsam vorgegangen werden, da die nationale Identität im Iran stark ausgeprägt und Eingriffe/Angriffe von außen immer auch als Angriffe auf eben diese nationale Identität wahrgenommen und von den Mullahs entsprechend instrumentalisiert wurden. Auch so kann die Bevölkerung, zumindest teilweise, bei der Stange gehalten werden.



      Nun ist das Zwangssystem der Mullahs dermaßen repressiv und kaputt, dass sich die Menschen selbst nach einem Schah-Sohn sehnen.



      Dennoch Vorsicht bei Einmischungen hinsichtlich eines Regimewechsels. Am besten wäre es, die Iraner könnten sich aus eigener Kraft von diesem Regime befreien.

  • Bei aller (berechtigten) Kritik an unseren Politiker*Innen und unserem System, bin ich doch unheimlich dankbar hier leben zu dürfen.



    Der Iran lebt nach unserem Maßstab zu Teilen noch im Mittelalter. Macht ist nie gleichmäßig verteilt und ich halte die westlichen Demokratien in gewissem Maße auch für Augenwischerei und sehe auch nicht die Macht beim Volk. Aber es gibt da auch noch Diktaturen, in denen die Macht über hunderte Millionen Menschen in den Händen einiger weniger liegt. Und ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr Macht doch korrumpiert. Wie sehr sich Menschen für den Machterhalt die Welt zu recht biegen, schlimmste Verbrechen begehen und trotzdem noch glauben, im Guten zu handeln.

  • Die Mullahs hatten von 1979 bis 1990 einen Rückhalt in der Bevölkerung. Der ist seither gesunken und umfasst heute vielleicht 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung.



    Das ist den Herrschenden nicht entgangen und sie haben daher Repression in allen Formen genutzt, um an der Macht zu bleiben. Die Verkrustung von Regierungs- und Machtstrukturen hat gleichzeitig eine bodenlose Korruption erschaffen, die Verarmung ausgelöst hat. Eine wichtige soziale Basis des Regimes waren Bazaris, Handwerker und das lokale Scharnier zur Geistlichkeit, religiöse Zirkel und Bruderschaften.



    Gleichzeitig hat das Regime gezielt aus der armen Bevölkerung immer wieder Menschen gekauft, das heißt über Basij und Pasdaran befördert und (militarisierte) Loyalitäten geschaffen.



    Für die Opppostion spricht heute nur, dass der Bazar und Handwerker anscheinend nicht mehr hinter der Regierung stehen. Ansonsten fehlt der Opposition eine Partei, eine Stimme und es könnte sein, dass auch dieser Aufstand im Defaitismus endet.



    Das wäre aber nur ein Etappensieg des Regimes, denn dieses Mal ist anders. Die soziale Basis, die 10-20 Prozent könnten zu fünf Prozent werden. Ähnlich wie beim Shah, der am Ende allein war.

  • Wenn die Bevölkerung hinter einem repressiven Regime steht, hilft auch ein Regime-Wechsel nicht. Ich habe den Eindruck, dass das im Iran deutlich anders ist. Zumindest heute. Das religiöse Terror-Regime der Mullahs ist weit verbreitet gehasst. Dort könnte es den Menschen wirklich helfen, es zu beseitigen. Von außen ist das unzulässig nach dem Völkerrecht. Aber das heißt nicht, dass externe Regierungen, z.B. unsere, die Bevölkerung dort mehr unterstützen könnte/sollte/müsste! als mit den warmen Worten eines F. Merz.

    Das Abschlachten muss gestoppt werden. Leider hat auch unsere "wertebasierte feministische" Außenministerin Baerbock da nicht weiter gebracht. Als die Frauenproteste im Iran anfingen und eskalierten, hat man von ihr nicht viel gehört. Wer wird jetzt etwas zun?

  • Das Mullah-Regime endet wie schon das Shah-Regime geendet hat. Was kommt danach? Kommen nun Demokratie und Freiheit? Kommt eine neue Autokratie - gar ein neuer Shah, von dem machen aber nicht alle träumen? Das schon eher, denn Autokraten sind gute Geschäftspartner. Der Shah war es auch. Sie sorgen für Ruhe und Stabilität und erlauben Zugriff auf den Reichtum des Landes - auf das Öl. Und was ist dann mit der Freiheit? Die interessiert niemanden!

    • @NormalNull:

      Ich fürchte auch, dass hier eine Despotie (die der Mullahs) durch neue autokratische Verhältnisse (Schah-Sohn) abgelöst werden soll, um an das begehrte iranische Öl zu kommen. Aus Trumps Sicht sicherlich ein größerer Coup als die Intervention in Venezuela.



      In Venezuela sehen wir überhaupt, dass die US-Administration an Fragen von Demokratie und Menschenrechten herzlich wenig interessiert ist (s. die Bereitschaft, mit der Maduro-Nachfolgerin Rodriguez hinsichtlich der Verteilung des Öls zu kooperieren).



      Andererseits weiß man in den Staaten ganz genau, dass man sich bei einer flächendeckenden militärischen Intervention wahrscheinlich eine blutige Nase holen wird, wegen der immer noch vorhandenen Symphatie mit dem Chavismus in Teilen der venezolanischen Bevölkerung und dem dortigen Militär.



      Es geht Trump, also darum, den Ölfluss und die Gewinne daraus zu kontrollieren, ggf. durch Kooperation mit Despoten (wie in den Golfstaaten und Saudi-Arabien).

  • "Viele ihrer wichtigsten aggressiven Führungspersonen sind ihr bereits abhandengekommen. Oder sind im Sterben begriffen."



    Die üblen Delinquenten u. Mörder ihres Volkes wissen auch, dass es Geheimdienste gibt, die sie überall finden werden u. ständig im Fokus haben. Israelische Dienste hatten gezeigt, wo sie wen im benachbarten Ausland verorten können.



    Ein Beispiel, das sich alle eingeprägt haben:



    "Dem getöteten Hamas-Chef Ismail Haniyyeh wurde in Irans Hauptstadt Teheran offenbar ein massives Sicherheitsversagen zum Verhängnis. Wie die »New York Times « berichtet, wurde Haniyyeh am Mittwoch durch die Explosion einer Bombe getötet, die bereits vor Monaten in dem Gästehaus deponiert wurde, in dem sich Haniyyeh im Rahmen eines Iran-Besuchs zur Vereidigung von Präsident Masoud Pezeshkian aufhielt."



    spiegel.de



    Ebda:



    "Die »New York Times« schreibt unter Berufung auf iranische Offizielle von einem »katastrophalen Versagen« und einer »Peinlichkeit« der für den Schutz der Anlage zuständigen Revolutionswächter. Die Revolutionswächter nutzten den Gebäudekomplex demnach auch für Geheimtreffen und immer wieder auch für die Unterbringung prominenter Gäste."



    Revolutionswächter sind Terrorristen!

  • Danke für diesen Beitrag. Ich wünschte mir mehr Artikel in dieser Klarheit in deutschen Leitmedien.

    • @rakader:

      Ja, Kompliment an die taz.

      Die anderen Medien schlafen noch.

  • Das Iraner Regime ist leider noch lange nicht zu Ende. Seit Abschaltung jeglicher Netze vor ein paar Tagen wurden hunderte oder sogar Tausende Demonstranten gezielt getötet.



    Und die Demos sind nicht mehr so stark wie am Anfang, evt. schon erledigt. Hersusgeschmuggelte Aufnahmen sprachen sogar von leeren Straßen. Das Mullah-Regime hat’s noch mal geschafft.

  • Leider wird es wohl ein Ende mit Schrecken,



    aber das ist trotzdem noch besser als ein Schrecken ohne Ende. Möge diese Mullah-Diktatur in den nächsten Tagen ihr Ende finden und das Volk endlich in Freiheit und Frieden leben können. Möge das Blutvergießen nun schnell aufhören.

  • Vor einigen Jahren, während der Zeit der Münchner Sicherheitskonferenz, hatten iranische Regimegegner auf dem Marienplatz eine große Demonstrationsveranstaltung organisiert.

    Es wurden in einer Reihe großformatiger Bilder Aufnahmen aus Iran gezeigt.

    Ich war echt geschockt. Lässt man mal die unterschiedliche Kleidung und Architektur außer Acht, hätten diese Bilder aus Deutschland aus finsterster Nazi-Zeit kommen können. Die gleiche Anmutung, die gleichen Vibes, das gleiche Grauen. Eine unendliche Trostlosigkeit, die Grauheit des Daseins.

    Allein die Bilder verursachten schon Depressionen, zeigen die Essenz von Faschismus. Die Menschen auf dem Marienplatz waren tief betroffen. Bilder, die man in der Tagesschau nie sehen würde. Die Menschen in Deutschland haben keinen blassen Schimmer von dem was im Iran abläuft. Ein Land im Herzen der Finsternis.

    Vielen Dank für den hervorragenden und mutigen Artikel, Herr Sadrzadeh. Hat Seltenheitswert.

    • @shantivanille:

      Ihre Einschätzung dessen was sie gesehen haben sei ihnen ungenommen und die glaube ich ihnen auch. Aber der Nazivergleich passt - bis Barbarossa im Winter erstarrte und dann die Bombardierugen in die Städte kamen - nicht. Die Nazis hatten natürlich überall Fahnen und ihre Truppen aus SA, SS und geheimer Polizei in den Städten, aber diese Städte waren herausgeputzt und viele Menschen ging es in den 30ern verhältnismäßig gut. Es ist klar, dass ich da nicht über Juden oder andere ethische/kulturelle Gruppen spreche, ich spreche über die breite Masse. Und die stand auch deswegen im Schnitt mindestens neutral zur Hitlerdiktatur.

      Da war von Trostlosigkeit und Verfall erstmal wenig zu sehen. Das können sie auch in zahlreichen Dokumentationen und auf Fotos nachvollziehen.

      Man muss nicht alles mit den Nazis gleichsetzen und nicht alles in die Nazizeit hineininterpretieren. Man kann auch bei den geschichtlichen Fakten bleiben.

      • @JK83:

        Sie haben Recht. In der Anfangszeit war Nazi-Deutschland eine recht bunte Angelegenheit.



        Hitler war der Messias, mit Ritualen, Treueschwüren und der Verklärung von Gefallenen als „Religionsstifter“ (Märtyrer), Reichsparteitagen, Fackelzügen und Feiern, eine „neue Volksfrömmigkeit“, Blut-und-Boden-Mythen etc.

        Ab 1941 begann das Regime zu kollabieren. Kürzlich las ich, dass Hitler & Co. ihren Russland-Feldzug aus Geldmangel starteten.

        Konzentrationslager liefen auf Hochtouren, Gestapo und SS machten auf Jagd auf die eigenen Bürger.

        Feindbilder laufen auf Hochtouren. Am beliebtesten natürlich Juden. Hitler hatte sich auch durch die "Protokolle von Zion" zu "Mein Kampf" inspirieren lassen. Lieblingslektüre von Khomeni und Chamenei.

        Deep fascism.

        Bundeszentrale für politsche Bildung:



        "Der Antisemitismus des iranischen Regimes"



        Antijudaismus – Holocaustleugnung – Israelhass



        www.bpb.de/themen/...iranischen-regimes

        und



        Bundeszentrale für politische Bildung:



        "Islamischer Antisemitismus"



        www.bpb.de/themen/...er-antisemitismus/

  • Diesmal könnte Trump endlich mal was sinnvolles tun mit militärischem Eingreifen und nicht bloß mit Cyberattacken!

  • Auch wenn es manche hier nicht gerne lesen. viele Iraner waren sehr dankbar für die israelische Initiative im Sommer. Das war der Beweis für die Verwundbarkeit der verhassten Mullakratie und der Hoffnungsfunke fürs Durchhalten.

    • @vieldenker:

      Ich weiß nicht ob sie das waren. Wo haben sie denn solche tragfähigen Zahlen zu Zustimmungswerten der Bevölkerung IM Iran her?

      Aber natürlich bin ich bei ihnen: Diese inhumanen Fundamentalisten gehören abgesetzt und auch wenn dies Trump nicht plötzlich gut macht wäre es eine großartige Tat, wenn er dies deutlich d.h. auch militärisch unterstützt.

      Der "Hoffnungsfunke fürs Durchhalten" aber den sehe ich in den Angriffen des letzten Sommers nicht. Die Proteste der letzten Tage beruhen auf VERZWEIFLUNG ob der unerträglichen Lage und schlechten Entwicklung des Iran. Das wäre schon gut, das zu verstehen.

    • @vieldenker:

      Dem mag so sei, aber Durchhalten bis wann?

  • Ich hoffe, dass die USA und auch Israel bald die Aufständischen im Iran militärisch unterstützen und dabei helfen die Mullahs zu beseitigen.

    Frau, Freiheit, Leben.

    • @Jim Hawkins:

      Iran ist eng verbunden mit Russland. Israel und die USA haben sch Russland die letzte Zeit wenig in den Weg gestellt. Den Flüchtlingen und Aufständischen in Syrien zu Saddats Zeiten hat das Nachbarland Israel gar nicht geholfen. Fas waren insb. die Tütkei und Deutschland. Die USA ist maximal nur Israel verbunden.

    • @Jim Hawkins:

      Wie denn? Mit Bodentruppen sicher nicht, Israel braucht seine Armee im Land und Trump müsste blöd sein auch nur eine Soldaten dort zu opfern, das hat er doch versprochen. Also bleiben Bombardements und vielleicht Waffenlieferungen für eine langen Bürgerkrieg. 90 Millionen, von denen die letzten zwei Generationen nur die islamische Diktatur kennen, das wird schwer. Man bedenke, wie lange es gedauert hat und welchen Aufwand auch die Alliierten dabei hatten um aus den 12 Jahren Naziherrschaft rauszukommen und wieviel braunes Geschmeiß nach 80 Jahren immer noch hervorgekrochen kommt.



      Das kann nur ein langer Weg werden.

    • @Jim Hawkins:

      Das machen doch beide Seiten sicherlich auch schon längst.

    • @Jim Hawkins:

      Etwas zynisch. Oder haben Sie vergessen, wer in den USA und in Israel regiert!

    • @Jim Hawkins:

      Hoffe ich auch.

      Es gilt das Völkerrecht.

      Wiki: "Mittlerweile wird auch der individuelle Mensch zunehmend als partielles Völkerrechtssubjekt anerkannt. Gründe hierfür sind Rechte (insbesondere Menschenrechte) und Pflichten (etwa das Piraterieverbot oder das Verbot des Völkermords), welche sich aus dem Völkerrecht unmittelbar für den Einzelnen ergeben und welche er eigenständig (z. B. im Wege der Individualbeschwerde) geltend machen kann, bzw. für die er persönlich verantwortlich gemacht werden kann (z. B. vor dem internationalen Strafgerichtshof)."

      Tatsächlich haben die Menschen Rechte. Menschenrechte nennt man das, Frauenrechte, Kinderrechte.

      Die Menschen im Iran haben Rechte, so in Venezuela, so in Syrien, so in Palästina (doch das wird die Hamas nie respektieren), so in Russland, China, Nordkorea etc. etc.

      de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerrecht

      • @shantivanille:

        Und Trump, der nicht mal weiß, was Menschenrechts sind, setzt die dann durch?

  • Eines müsste allen Regimes immer klarer werden. Die Unterstützung durch Russland für die Regimes ist in kritischen Momenten nicht da. Vielleicht sollte der Eine oder Andere noch mal überlegen, wie er sich ausrichtet oder ob er, im besten Fall, in ein Moskauer Exil enden möchte.



    Der Westen sollte klar seine Werte vertreten. Dazu gehört auch das er eingesteht, dass der eingesetzte Massstab dehnbar ist. Und nicht alles mit Bomben zu lösen versucht.

    • @fly:

      Der Westen sollte auch endlich mal aufhören, die Länder mit seinen Ölinteressen in Probleme zu stürzen. Die westlichen Werte sind nämlich dadurch in der Region nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Das spielt den Regimen bzw den Reaktionären immer wieder in die Hände.

    • @fly:

      "Die jetzige Politik der Massaker macht alles nur noch schlimmer. Die Gewalt wird auf ihre Verursacher zurückfallen."



      /



      "Der Westen sollte klar seine Werte vertreten."



      /



      Das volle Programm mit Sanktionen, Terrorliste, Vermögenseinzug für terroristischen Kräfte und Mörderbanden.



      20.06.24



      "Neuer rechtlicher Rahmen



      Kanada erklärt iranische Revolutionswächter zur Terrororganisation



      Die kanadische Regierung fordert alle Kanadier auf, Iran zu verlassen. Die iranischen Revolutionswächter stehen nun auf ihrer Liste der Terrorgruppen. Wer diese unterstützt, kann angeklagt werden."



      spiegel.de



      "Klingbeil will iranische Revolutionswächter auf EU-Terrorliste setzen



      Der SPD-Chef kritisiert die Verurteilung einer jungen iranischen Studentin scharf. Er fordert Konsequenzen für Teheran: Wer das eigene Herrschaftssystem mit Gewalt gegen die Zivilgesellschaft stütze, begehe Terror."



      2023 Quelle idem



      u. gestern:



      "Irans Revolutionswächter gehören auf die Terrorliste



      ()



      Der SPIEGEL-Leitartikel von Anna-Sophie Schneider



      Das Regime in Teheran führt einen blutigen Überlebenskampf gegen das eigene Volk. Aus Berlin kommt scharfe Kritik. Dabei hätte Deutschland mehr zu bieten als Worte..."



      Quelle idem



      Avanti!

    • @fly:

      Der Westen vertritt seine Werte mit immer zunehmender Deutlichkeit.

      Gaza, Damaskus, Caracas …

  • Ist immer noch mehr als die Hälfte der Iraner für die Mullahs?

    • @Richie:

      Religiöser Glaube ist ja die Grundvoraussetzung für die Islamische Republik.

      Rund 40% der Bevölkerung sind laut eigener Aussage muslimisch.

      Und von diesen 40% sind nicht alle Schiiten, der maximale potenzielle Rückhalt liegt also bereits bei nur rund 32%.

      Und natürlich sind nicht einmal alle Schiiten auf der Seite der Mullahs.

      Anfang 2025 waren nur rund 20% der Bevölkerung für die Fortführung der islamischen Republik, der Wert dürfte nochmal erheblich gesunken sein.

      • @sociajizzm:

        Haben Sie die Umfrage gemacht? Dort sind über 99% Muslime, davon 95% Schiiten, 4% Sunniten und ein paar andere. Der Religionswechsel wird mit dem Tode bestraft.



        Die 40% die Sie meinen sind dann vielleicht welche, die sich selbst als gläubig betrachten.

  • Ich bin ganz sicher kein Freund von Trump, aber ich hoffe, er lässt sich eine Option einfallen.

    • @Il_Leopardo:

      Bombardement der Atomanlagen wie gehabt oder ein Öl-Deal und er bekommt dazu Kish oder Queshm um dort Golfplätze und hässliche Hotels zu bauen.

      • @Axel Schäfer:

        Das schafft er aber nur, wenn er einen neuen Schah auf den Pfauenthron hievt, der dann von den USA abhängig ist.