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AfD-Kranz bei NS-Gedenken Mach mit, wirf's weg

Kommentar von

Klaus Hillenbrand

Die AfD instrumentalisiert das Gedenken an das Hitler-Attentat, Tobias Korenke wollte ihr das nicht durchgehen lassen. Dafür gebührt ihm unser Dank.

E in Eklat! So schreiben es die Medien, so berichtet das Fernsehen. Tobias Korenke, Großneffe des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, hat es gewagt, einen Kranz entfernen zu wollen, gestiftet von der AfD anlässlich der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Hitler-Attentats am 20. Juli 1944. Sein Ansinnen wurde von Bundespolizisten verhindert, er selbst von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Fragt sich nur: Wo ist der Eklat? Ist es nicht vielmehr so, dass der Kranz der AfD, einer in Teilen rechtsextremen Partei, auf einer Versammlung zu Ehren der Widerstandskämpfer absolut nichts zu suchen hat? Ist entsprechend nicht Korenkes Aktion der Eklat, sondern die Tatsache, dass diese Partei den Kranz überhaupt ablegen darf? Und hat sich die Bundespolizei nicht zum Büttel der rechten Geschichtslügner gemacht?

Genau so ist es. Ein Kranz ist nämlich nicht bloß ein bisschen Grün, mit einer Schleife versehen. Er steht für eine Ehrenbezeugung. Sein Stifter bekennt sich damit, in einer Traditionslinie mit dem Widerstand zu stehen.

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Das darf man der AfD nicht durchgehen lassen. Die Frauen und Männer des 20. Juli 1944 einte über alle gegensätzlichen politischen Positionen der Wille, einen Massenmörder und Staatschef zur Strecke bringen zu wollen. Unter ihnen befanden sich konservative Militärs wie überzeugte Sozialdemokraten.

Dietrich Bonhoeffer war evangelischer Theologe. Er wurde im KZ Flossenbürg ermordet. Die AfD bemüht sich schon lange, sich in eine Linie mit dem Widerstand des 20. Juli zu platzieren. Von Stauffenberg bis Anne Frank: Kein Toter ist vor ihrer geistigen Umarmung sicher. Zugleich ist die Partei ein Meister darin, Gegensätze zwischen faschistischer Diktatur und demokratischem Rechtsstaat zu verwischen, um umso einfältiger gegen die Regierenden zu agitieren.

Tobias Korenke gebührt für seine Aktion unser Dank. Er hat die Verhältnisse wieder zurechtrücken wollen. Eine Ehrenbezeugung der AfD gehört nicht auf eine Veranstaltung zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Kränze dieser Partei haben an einem Ort, wo Nazi-Gegner erschossen wurden, nichts zu suchen. Solche Kränze gehören auf den Müll. Ende.

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Klaus Hillenbrand taz-Autor

Jahrgang 1957, ist Mitarbeiter der taz und Buchautor. Seine Themenschwerpunkte sind Zeitgeschichte und der Nahe Osten. Hillenbrand ist Autor mehrerer Bücher zur NS-Geschichte und Judenverfolgung. Zuletzt erschien von ihm: "Die geschützte Insel. Das jüdische Auerbach'sche Waisenhaus in Berlin", Hentrich & Hentrich 2024
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51 Kommentare

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  • In nicht wenigen Kommentaren hierunter wird Stauffenberg kritisiert und als Mitläufer bezeichnet. Das mag so gewesen sein, doch ER HAT ETWAS GETAN, zu dem sich die meisten eben nicht entschließen wollten. DAS ist entscheidend.

  • Man kann sich ausmalen, wie viele Morddrohungen und Beleidigungen Herr Korenke von Anhängern der AfD schon erhalten hat....

  • Einen Angehörigen der zu ehrenden Opfer von der Veranstaltung auszuschließen, - wie tief sinkt das Niveau noch? Dass jemandem die Hutschnur reißt, wenn Leugner und Relativierer von Menschenrechtsverbrechen, Folter und Mord mit Gedenkkränzen kommen, ist sehr verständlich. Noch mehr, da letzteres einfach so hingenommen wird. Rechtsextremes Gedankengut (auch durch die Hinterherrutscherei demokratischer Parteien nach rechts) immer normaler, - "salonfähig" wird. Die AfD ist KEINE Partei wie alle anderen, sie dürfte in Deutschland nicht zur Wahl stehen. Zumindest den Versuch, das zu unterbinden sollte der Staat machen. Mehr Schutz und Unterstützung für die heutigen Opfer von rechter Repression und Gewalt wäre ebenfalls nicht schlecht. Vielleicht reißen sonst bald auch anderen die Hutschnüre, bevor sie zu Opfern oder Angehörigen von Opfern gemacht werden.

  • Ein einmal mehr ekelhafter Vorgang, die "Fliegenschiss"-Partei, die die SS nicht per als böse qualifizieren will, wanzt sich an die Angehörigen der Widerstandskämpfer ran.



    Nazis legen Kränze für Naziwiderständler ab, vermutlich geht es um die eigene Melonisierung.

  • Danke, Herr Korekte, für Ihr Aufstehen gegen die Heuchelei der AfD. Sie dafür von der Veranstaltugn auszuschließen, wirft ien schlechtes Licht auf die Veranstalter, die dort das Hausrecht hatten.

    • @ja wirklich?:

      Das Herr Korekte ausgeschlossen wurde,



      Ist der eigentliche Skandal.



      Die AFD schreckt vor nicht zurück .



      Die Aktion ist die reinste Verhöhnung.

    • @ja wirklich?:

      Zur Info: Hausrecht übte das Protokoll Inland des BMI (Alexander Dobrindt) aus. Der Ausschluss von Herrn Korenke von der Veranstaltung wurde hier bzw durch den Sicherheitsmitarbeiter entschieden

  • So sieht Zivilcourage aus! Hier wird ein Kranz gewaltsam entfernt und die AfD rastet aus. Bitte mehr solcher Aktionen! Wir müssen der AfD und seinen Wählern zeigen, dass ihr Gedankengut bei uns unerwünscht ist!

  • Stauffenberg war bestimmt kein demokratischer Musterknabe, sondern Elitarist und wohl auch autokratisch geprägt, aber immerhin jemand, der seine persönliche Einstellung ernst genug nahm, um sich aktiv unter Einsatz des eigenen Lebens gegen ein als zerstörerisch erkanntes Regime zu wenden.

    Darüber, ob es nach einem Gelingen der "Operation Walküre" in Deutschland wesentlich besser und gerechter geworden wäre, kann man nur spekulieren. Linke und Kommunisten wären aber wohl sicherlich kaum in signifikanter Zahl rehabilitiert worden.

    • @Metallkopf:

      Staufenberg hatte sicher Ansichten, die man heute bei Reichsbürgern oder in der AfD findet. Aber das sagt nicht viel aus. Zeiten und Menschen ändern sich.

      Sicher ist nur, dass er keinen Widerstand der ersten Stunde betrieb, sondern erst den Wahnsinn des totalen Krieges bis in den Untergang ablehnte. Der persönliche Mut, sich mit einem Terrorregime anzulegen, ist dabei unbenommen. Aber von 1933 bis 1944 ist er, wie viele andere auch, mitgelaufen. Ob mit Faust in der Tasche, wissen wir nicht.

    • @Metallkopf:

      In den Umsturzplänen sollte Julius Leber Innenminister werden. Auch soll er zu Stauffenberg einen guten Draht gehabt haben. Manche wollten Leber sogar zum Kanzler machen. Also waren auch Sozialdemokraten in der neuen Regierung vorgesehen. Allerdings keine Stalinlisten. Was die für einen Staat wollten konnte man ab 1949 bewundern. Hohenschönhausen, diese Gedenkstätte zeugt von deren Menschlichkeit.

  • An Claus Schenk Graf von Stauffenberg gibt es aus historischer und politischer Sicht deutliche Kritik. Obwohl er in Deutschland oft als Held des Widerstands gefeiert wird, betonen Historiker und Kritiker heute vermehrt seine problematischen Seiten.



    Später Bruch mit dem NS-Regime:



    Er unterstützte den Nationalsozialismus anfangs und begrüßte etwa die Aufhebung des Versailler Vertrages. Zum entschiedenen Gegner Hitlers wurde er erst ab 1942 angesichts der drohenden militärischen Niederlage.



    Keine demokratischen Ziele:



    Stauffenberg und viele Mitverschwörer lehnten die parlamentarische Demokratie ab. Sie strebten nach dem Umsturz ein autoritäres, nationalkonservatives System unter Führung von Eliten an.



    Nationalistische und antisemitische Äußerungen:



    Besonders in Polen steht er scharf in der Kritik. In einem Brief von 1939 bezeichnete er die polnische Bevölkerung als „unglaublichen Pöbel“ und äußerte sich abfällig über jüdische Bürger.

    • @Philipp Lobinger:

      .... Staufenberg war Opurtunist.



      Sicherlich kein Demokrat aber Antisemit .



      Sein neues Deutschland hätte sich vom



      Dritten Reich nicht wesentlich unterschieden .



      Es gibt über ihn ein sehr hörenswertes Radiofeature vom NDR .

    • @Philipp Lobinger:

      "Stauffenberg und viele Mitverschwörer lehnten die parlamentarische Demokratie ab. Sie strebten nach dem Umsturz ein autoritäres, nationalkonservatives System unter Führung von Eliten an."



      Und ist es nicht genau das, wo die AfD hin will?



      So gesehen macht die Kranzniederlegung viel Sinn. Und der Versuch, diesen Kranz zu entfernen? Eher nicht. Eher könnte man endlich mal anfangen, von Stauffenberg und seine Mitverschwörer kritischer zu betrachten.

    • @Philipp Lobinger:

      Das ist alles richtig, und auch ich fände es an der Zeit, dass der Blick auf den Widerstand gegen Hitler bzw. den Nationalsozialismus sich weniger stark auf den 20. Juli fokussiert, als es trotz neuerer Forschungen in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch der Fall ist.



      Ein erster Schritt war die Einrichtung der begleitenden Ausstellung, die sich mit ihrem Ausbau 1989 zur Gedenk- und Bildungsstätte für den gesamten deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus weiterentwickelte.

      Das alles ändert aber nichts an der Tatsache, dass es empörend ist, wenn die AfD sich als in der Tradition des Widerstands stehend zu profilieren sucht.



      Vielleicht konnten die anwesenden und sicher in der Situation überforderten Bundespolizisten nicht anders handeln, aber dass ein Nachfahre eines Widerständlers des Geländes verwiesen wurde, ist ein Skandal.

      Ich hoffe sehr, dass irgendjemand den Mut aufbringt, den Kranz doch noch zu entfernen, und wenn es der Hausmeister ist.

  • Das Problem ist, dass dieser Geschichtsrevisionismus der AfD – denn genau das ist er – von einem großen Teil der Bevölkerung kaum noch als solcher wahrgenommen wird. Man hat den Eindruck, dass das kollektive Gedächtnis immer weiter verblasst.



    Ich empfehle die Reaktionen der Bild, des Focus....

    Und auch die Staatsmacht hat einmal mehr gezeigt, wo sie steht.



    Mein Respekt an Tobias Korenke. Well done.

    Von den konservativen Parteien – Prien war schließlich anwesend – hört man hingegen nichts.



    Immerhin war die Zentrumspartei an der Inthronisierung Hitlers durch das Ermächtigungsgesetz maßgeblich beteiligt.



    Dabei war es gerade der Widerstand aus nationalkonservativen und bürgerlichen Kreisen gegen Ende des Krieges, auf den sich die Union jahrzehntelang berufen hat.



    Dieses historische Erbe, was konserative Kreise für sich beanspruchen können (und viel gibt es davon nicht), hat sie der AfD weitgehend kampflos überlassen.



    Und damit auch ein Teil dessen, was heute als "Brandmauer" verkauft wird.



    Nun ja, sie bleiben damit einfach ihrer "Tradition" treu.

  • Der gescheiterte Putsch von 1944 steht für sich.

    Aber: wer darf sich mit diesem Andenken denn überhaupt schmücken? Alle Deutschen? Lebende Nachkommen (der Verschwörer)? Verdiente Antifaschisten? Politische Vermächtnisse sind so eine Sache.

    Dass man der AfD ein Recht auf dieses Gedenken abspricht, mag irgendwie (aktual)politisch herleitbar sein. So ganz richtig fühlt es sich trotzdem nicht an. Die AfD ist je schließlich nicht die NSDAP oder irgendwie Hitler-Erbe. Nachkommen der damaligen NSDAP-Mitglieder sind vermutlich nicht exklusiv in dieser Partei.

    Und: In den politischen Ansichten waren die damaligen Verschwörer vermutlich der AfD näher als z.B. den heutigen Linken …

    • @Leo Onlin:

      "Die AfD ist ja schließlich nicht die NSDAP oder irgendwie Hitler-Erbe."

      Och. Und man fragt sich spontan, warum die AfD-Bundestagsfraktion sich IN GÄNZE vor ein paar Jahren mit der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck solidarisiert hat.



      Oder warum diverse militante Neonazis als Mitarbeiter von Abgeordneten des BT und diverser LT beschäftigt sind. Oder warum sie ausgezeichnete Beziehungen zu diversen rechtsradikalen Vereinen unterhält. Oder warum die Führung der AfD "das freundliche Gesicht des NS" unterstützt

    • @Leo Onlin:

      Wenn es ein ernsthaftes Bekenntnis wäre, hätte niemand ein Problem. Aber die AfD will damit dokumentieren, dass sie alle um den Finger wickeln kann, dass niemand ihre Strategie der Machtergreifung durchschaut und wenn, dann nicht verhindern kann. Den Opfern raunt sie dabei zwischen den Zeilen zu: Wir sind ganz nah. Du wirst uns nicht los. Wir haben schon deinen Großvater umgebracht, und nächstes Jahr bist du dran, niemand wird dir dann mehr helfen! Das ist der Skandal und das Widerwärtige, was die Antifa-Leute hier auf die Palme bringt. Und ich kann sie sehr gut verstehen.

      • @hedele:

        Klingt ein bißchen nach Paranoia.

        Und "Wir haben schon deinen Großvater umgebracht, und nächstes Jahr bist du dran ..." ist nahe an übler Nachrede. Ich bin mir nicht sicher, ob solche Unterstellungen hilfreich sind. Wenn man sein Gegenüber zum Monster macht, geht jedenfalls kein Miteinander mehr.

  • Ganz lieben Dank für diesen Artikel und noch größeren Dank an Tobias Korenke für sein Handeln und seinen Mut. Es ist so unerträglich, wie gelähmt gerade unsere Gesellschaft in Nicht-Erscheinung tritt. Wir haben so viele Herausforderungen zu meistern, aber wir haben zugleich auch so viel Gutes auf das wir bauen können, zum Beispiel unsere Demokratie, zum Beispiel unsere in großen Teilen gute Infrastruktur, vor allem unsere Sicherheit, unseren Frieden innerhalb unseres Landes. Ich kann es kaum fassen, dass wir nicht massenweise auf die Straße gehen, um für eine gute Zukunft, also eine klimafreundliche, offene, bunte Gesellschaft, einen starken Sozialstaat, weniger Vermögenskonzentration einzutreten.



    Beides muss jetzt passieren: Rechtsextreme müssen auf friedliche Weise in ihre kleine Ecke verwiesen werden, beispielsweise durch so mutige Aktionen, und wir brauchen endlich politische Akteure, die Lust auf gute Zukunft haben. Wake up!!!

  • Die Afd ist nicht "in teilen rechtsextrem", sondern völlig rechtsradikal von A-Z. "in teilen" war sie das bis 2017!

  • Der Eklat im Bendlerblock – das Abdrängen von Tobias Korenke (Großneffe Dietrich Bonhoeffers) beim Versuch, einen AfD-Kranz zu entfernen – entlarvt das Scheitern der Heuss’schen Entpolitisierungsstrategie von 1954. Indem Heuss den Widerstand damals zur privaten, moralischen „Gewissensfrage“ erhob, zivilen NS-Widerstand, dem die meisten NS Ofer 1933-1945 auferlegt wurden, marginalisierte, legte er die Basis für die heutige Ohnmacht. Das staatliche Gedenken verharrt in formal-bürokratischer Logik: Weil die AfD eine gewählte Fraktion ist, sichert ihr das Protokoll das Recht auf Kranzniederlegung. Hier kollidiert Bürokratie mit der ethischen Substanz des Ortes. Der Sicherheitsapparat schützt das protokollarische Recht einer geschichtsrevisionistischen Partei, während der Nachfahre des realen Widerstands gehen muss. Korenkes Tat war gelebte „Innere Führung“ im zivilen Raum. Er vollzog jenes unbequeme, regelwidrige Handeln aus einer moralischen Grenzsituation heraus, das Heuss theoretisch adelte. Der Vorfall zeigt ein strukturelles Defizit: Da zivile Abwehrwerkzeuge fehlen, wird Schutz gegen Demokratiefeinde zur Privatsache des Einzelnen abgestuft, statt vom Staat legitimiert zu sein

  • Und genau hier liegt das Problem:



    Rechte Straftaten, rechtes Gedankengut, rechtes Handeln wird sogar noch beschützt!



    Aber linker Widerstand gerät in die Justizmühlen !

    Symbolisch gesprochen:



    Wehrt euch - werft mehr Kränze weg!

    Danke für die mutige Tat...!

    • @Juhmandra:

      Welche Straftat wurde denn durch das Ablegen des AfD Kranzes begangen?

  • Danke Herr Hillenbrand

  • Eklat?



    Zivilcourage!

  • Dieser Meinung möchte ich mich anschließen...vielen Dank Herr Korenke.

  • "Ein Kranz ist nämlich nicht bloß ein bisschen Grün, mit einer Schleife versehen. Er steht für eine Ehrenbezeugung. Sein Stifter bekennt sich damit, in einer Traditionslinie mit dem Widerstand zu stehen."



    Ich gehe größtenteils mit dem Artikel mit, aber wenns danach geht wer im Widerstand war, dann dürften auch weder Union noch SPD einen Kranz niederlegen...



    Dann dürfte ehrlich gesagt fast keiner einen Kranz niederlegen.

    • @Astrid Sehnefeld:

      "ber wenns danach geht wer im Widerstand war, dann dürften auch weder Union noch SPD einen Kranz niederlegen..."

      Vielleicht bemühen Sie einfach ein Geschichtsbuch, um sich Basiskenntnisse zum Thema anzulesen.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Das bitte mal bitte im Bezug auf die SPD erläutern.



      So ganz unkritisch sehe ich die Attentäter von damals auch nicht, die wollten den Diktator loswerden und haben es wenigsten versucht, aber waren sicher nicht alle Freunde einer freiheitlichen Demokratie.

      • @Axel Schäfer:

        "Das bitte mal bitte im Bezug auf die SPD erläutern."



        EU Außenlager, Scholz Gerierung als Abschiebekanzler, etc...



        Mir ging es um die Traditionslinie, die heutige SPD, nicht um die SPD von damals.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Ach so.



          Die "Traditionslinie" ist in dieser Hinsicht schon länger unterbrochen.

    • @Astrid Sehnefeld:

      "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht" Zitat Otto Wels, Vorsitzender der Sozialdemokraten 1933.

      Ich weiß nicht, woher Sie Ihre Informationen beziehen.



      Vielleicht lesen Sie mal bei der Bundeszentrale für politische Bildung nach.



      Dann würden Sie erfahren, dass die Sozialdemokraten, als einzige Fraktion im Reichstag, geschlossen gegen das Ermäßigungsgesetz gestimmt hat.



      Die Rede von Otto Wels war ein Meilenstein im Kampf für die Demokratie und gegen Rechtsextremismus.



      Zu dem Zeitpunkt waren viele Mitglieder des Reichstages bereits ihrer Rechte entzogen oder verhaftet worden. Das anfängliche Zitat war also bittere Realität und Sozialdemokraten kamen wie Mitglieder anderer mißliebiger politischer Parteien in der Folge ins KZ.

      • @Philippo1000:

        Otto Wels dürfte immer einen Kranz niederlegen.



        Meine Kritik bezog sich im Hinblick auf das Wort "Traditionslinie".



        Wenn ich mir die heutige Politik von SPD (Außenlager, Scholz Wahlkampf als Abschiebekanzler) und Union (widerrechtliche Grenzkontrollen, etc) anschaue, dann fällt es mir schwer da die Traditionslinie zu erkennen.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Plumper geht wohl nicht. Im Gegensatz zur AfD werden in CDU und SPD keine Hitlerverehrer und Nazis geduldet, bei der AfD ist das hingegen Kern des Programms. Die antidemokratische Haltung der AfD als Widerstand zu bezeichnen ist einfach nur lächerlich .

      • @Flix:

        Na, nicht so stürmisch mit den Pferden!



        Natürlich kann man auch eine Relation zu heutigen Verhaltensweisen und vor allem zur Politik ziehen.



        Konnte man schon nach dem Krieg mit Adenauer/Gehlen , das zog sich hin bis in die 68er und noch später, insbesondere in der Justiz, Polizei, Verfassungsschutz, Militär.



        Die Duldung von Nazis hat also Tradition.



        Die heutige Politik der großen Koalition in Asylfragen und deren Rechtsbeugung mit Dobrindt führt da nahtlos weiter.

        • @Stefan Schmitt:

          Ja, natürlich gab es Gehlen, Kiesinger oder Filbinger. Nur ist das Vergangenheit und nicht Kern der heutigen Partei. Viele der Gleichgesinnten, z.B Gauland sind auch zur AfD gewechselt. Die Politik von Merz und Dobrindt ist die Umsetzung von AfD-Politik, zweifellos. Dennoch gibt es in SPD und Union auch Anständige, in der AfD fehlen diese zu einhundert Prozent.

  • Dass die AfD beim Gedenken an den 20. Juli einen Kranz am Bendlerblock ablegt, ist eine unfassbare, unerträgliche Geschichtsfälschung. Eine Partei, deren Führungskader die NS-Diktatur öffentlich als „Fliegenschiss der Geschichte“ verharmlosen und völkische Vertreibungsfantasien pflegen, hat an der Gedenkstätte des antifaschistischen Widerstands schlicht nichts verloren.



    ​Hier legen genau diejenigen Blumen nieder, deren rechtsextremistisches Gedankengut nahtlos an den Ungeist anknüpft, gegen den Stauffenberg und seine Mitstreiter ihr Leben gaben. Es ist die pure, durchtriebene Heuchelei: Man missbraucht die Helden des Widerstands als bürgerliche Kulisse für die eigene Entlastung, während man gleichzeitig Schritt für Schritt eben jenen Rechtsstaat zersetzt. Dass Widerstandsnachkommen am Bendlerblock wütend einschreiten, ist die einzig würdige Reaktion. Wer diesen völkischen Umstürzlern ein Gedenken an den Anti-Hitler-Widerstand gestattet, macht sich zum Gehilfen einer geschichtsvergessenen Farce.

  • Die AfD-Fraktion lässt aber jedes Jahr dort einen Kranz niederlegen. Warum regt man sich erst jetzt darüber auf?

  • Dass ein Verwandter des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer von der Veranstaltung ausgeschlossen wurde, ist auch ein Skandal.

  • Eine sehr mutige, geniale Aktion gegen diese widerlich verlogene AfD!



    Hut ab und großen Dank an Tobias Korenke!!

    Die Reaktion der Bundespolizei ist nicht mehr nachvollziehbar.

    Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Wagner, sagte der „Rheinischen Post“, aus seiner Sicht habe der Mann einen Preis für Zivilcourage verdient.

  • Diese Krankniederlegung besagter Partei ist Hohn und Spott!!

  • Genau So ist es!



    Sehr geehrter Herr Korenke, danke!



    Danke, dass Sie diese Lüge aufgedeckt haben.



    Im Andenken an Bonhoeffer gehören den Veranstaltern des Gedenkens die Leviten gelesen!



    Es ist skandalös, dass es einer, „ in Teilen als gesichert rechtsextremer“ Partei erlaubt wird, mit einer Kranzniederlegung die Geschichte zu verfälschen.



    Das Andenken Derjenigen, die Hitler bekämpft haben, wird durch die Anwesenheit der „afd“ beschmutzt.



    Es wäre das Mindeste, dass Bundesbildungsministerin Prien an dieser Stelle die Verhältnisse zurecht rückt.



    Wer in diesem Zusammenhang die Aktion gegen die „afd“ als „Störung der Veranstaltung“ stehen lässt, sollte sich einen anderen Job suchen.



    Wer in Deutschland an dieser Stelle nicht differenzieren kann und das auch laut ausspricht, hat die Grundlagen der Bildung der Bundesrepublik Deutschland nicht verstanden.



    Ich kann nur hoffen, dass dieses Gedenken noch nicht beendet ist.

  • Ich habe Herrn Dr. Korenke bereits eine Solidaritätsnachricht geschrieben. Er hat Solidarität bitter nötig! So, wie er jetzt in den entsprechenden Foren angegriffen wird, bekommt man eine Vorstellung, was passieren könnte, wenn die AfD tatsächlich die Macht ergreift.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Das möchte und kann ich mir gar nicht vorstellen. Das, was Union und AfD heute schon aus Angst vor der AfD umsetzen, ist widerwärtig genug.



      Aber machen wir uns nichts vor, die Mitläufer stehen schon in Startlöchern und hinterher will es sowieso niemand gewusst haben, obwohl in den Programmen, Sozialen Medien und Reden kein Hehl daraus gemacht wird.

  • Die AfD besitzt weder Scham- noch Ehrgefühl.



    Eine Partei, die aus Nazis, Holocaustleugnern, Antisemiten und sonstigen Revisionisten besteht, hat beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus nicht, aber auch gar nichts verloren.

  • Ich gebe Klaus Hillenbrand Recht.

    Zugleich ist die langjärige Erinnerungs-Politik (Stichwort: Würdigung des Widerstands) und auch die Tagespolitik (Stichwort: AfD-Verbot) in Deutschland inzwischen unübersichtlicher als es einer ursprünglich antifaschistischen Demokratie in BRDDR lieb sein kann (Stichwort: 551 Fragen der CDU vom März 2025).

  • Aus einem Offenen Brief der Familie Dietrich Bonhoeffers vom Oktober 2024, in dem sie sich klar gegen die Vereinnahmung durch Rechtsextreme stellt:

    "Mit Entsetzen verfolgen wir, wie das Vermächtnis von Dietrich Bonhoeffer zunehmend von rechtsextremen Antidemokraten, Fremdenfeinden und religiösen Hetzern verfälscht und missbraucht wird.



    (...)



    Vor dem Hintergrund der weltweiten Zunahme von Intoleranz, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, von Nationalismus und autoritären Tendenzen ist es uns wichtig, öffentlich klarzustellen: Dietrich Bonhoeffer hat zeit seines Lebens gegen einen Geist der Enge, der Unfreiheit, und der Ausgrenzung gekämpft. Dass die heutigen Feinde der Freiheit Dietrich Bonhoeffers Leben und Werk instrumentalisieren, um ihre Positionen zu rechtfertigen, ist an Zynismus nicht zu überbieten."

    www.morgenpost.de/...effer-berufen.html

  • Meinen Dank kriegt er auch!



    Wahrscheinlich geht es nicht anders, als dass man diese Partei einladen muss, sie sind ja im Bundestag vertreten. Und demnächst an einer/ mehreren Landesregierungen.



    Aber das ist ja das Problem: Sie sind keine normale, demokratische Partei! Sie wollen diese Demokratie abschaffen, einschränken, verbiegen. Da hätte längst im Vorfeld was passieren müssen- was auch immer!

    Hitler ist auch durch demokratische Wahl an die Macht gekommen, was daraus folgte ,ist allgemein bekannt. Wollen wir das oder so etwas Ähnliches nochmal?

  • "Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wir werden Reichstagsabgeordnete, um die Weimarer Gesinnung mit ihrer eigenen Unterstützung lahmzulegen. Wenn die Demokratie so dumm ist, uns für diesen Bärendienst Freifahrkarten und Diäten zu geben, so ist das ihre eigene Sache. Wir zerbrechen uns darüber nicht den Kopf. Uns ist jedes gesetzliche Mittel recht, den Zustand von heute zu revolutionieren. […] Wir kommen nicht als Freunde, auch nicht als Neutrale. Wir kommen als Feinde! Wie der Wolf in die Schafherde einbricht, so kommen wir."

    Das schrieb Goebbels 1928 und offensichtlich haben die Demokraten - oder zumindest viele von denen, die sich als solche Bezeichnen - das immer noch nicht verstanden. Danke, Herr Korenke, für Ihren Mut. Sie sind um keinen Deut kleiner als Bonhoeffer seinerzeit. Danke.