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Abkommen zwischen den USA und Iran Die Mullahs haben gewonnen

Lisa Schneider

Kommentar von

Lisa Schneider

In jedem einzelnen Punkt konnte sich die Islamische Republik durchsetzen. Trump, der den Krieg angezettelt hat, interessiert der genaue Inhalt des Abkommens eh nicht.

M an muss dem Regime der Islamischen Republik Iran eigentlich gratulieren. Die von den USA und Iran unterzeichnete Absichtserklärung, die Präsident Massud Peseschkian nun auf dem Nachrichtendienst X veröffentlicht hat, ist eine Kapitulation der USA. Die damit nicht nur sich selbst in den Staub zu Füßen Teherans werfen, sondern auch gleich die westlich orientierten Staaten der gesamten Region mitziehen.

In jedem einzelnen Punkt konnte sich die Islamische Republik durchsetzen: Kontrolle über die Straße von Hormus? Sofort nach Unterzeichnung müssen die USA mit dem Abbau ihrer Seeblockade beginnen, Iran aber lediglich „Arrangements“ treffen zur „sicheren Passage von Handelsschiffen“, ohne dafür Gebühren zu verlangen. Allerdings nur für 60 Tage, so steht es explizit im Abkommen. Das heißt im Umkehrschluss wohl: Ab Mitte August darf Teheran dafür Gebühren kassieren.

Nächster Punkt: der Wiederaufbau. Die Islamische Republik hat in den benachbarten arabischen Golfstaaten in diesem Krieg ordentlich gewütet – und neben menschlichem Leid auch hohen wirtschaftlichen Schaden angerichtet: Auf über 200 Milliarden US-Dollar beziffert sich dieser wohl, und diese Schätzung stammt noch aus dem April. Muss Teheran dafür aufkommen? Natürlich nicht. Die USA und ihre „regionalen Partner“ sollen wiederum mindestens 300 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau und die ökonomische Entwicklung“ Irans aufbringen, so steht es in der Absichtserklärung.

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Who cares?

Und die Sanktionen gegen Iran? Die werden ohne Gegenleistung gestrichen – wie schnell, soll noch besprochen werden. Ausnahmegenehmigungen für den Export von Öl und auf Öl basierenden Gütern werden sofort ausgestellt. Was überhaupt nicht in der Absichtserklärung vorkommt, sind die von Iran unterstützten Milizen im Libanon, Jemen, in den palästinensischen Gebieten und im Irak, außerdem das Raketenprogramm, das die Nachbarstaaten bedroht – wie eindrücklich in diesem Krieg bewiesen wurde. Who cares? Der US-Präsident jedenfalls nicht. Selbst der Passus zum Atomprogramm fällt äußerst mager aus: Iran werde keine Atombombe „produzieren oder entwickeln“. Das soll ausreichen.

Als Iran und die USA im November 2013 das Interimsabkommen zum Atomdeal unterzeichneten, twitterte Trump: „Was für ein mieser Deal, den wir mit dem Iran abgeschlossen haben. Wir bekommen nichts (außer Spott über unsere Dummheit). Die bekommen alles, einschließlich Aufschub und jede Menge Geld.“ Hätte Trump doch nur auf Trump gehört.

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Lisa Schneider

Lisa Schneider Redakteurin für Nahost

Redakteurin für Westasien & Nordafrika. Studium in Beirut, Mainz und Paris. Alumna des Ernst Cramer & Teddy Kollek Programms (IJP) bei Times of Israel.
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51 Kommentare

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  • Die lapidare Zusage Irans, Atomwaffen nicht zu entwickeln und zu bauen, bleibt meilenweit hinter dem detaillierten Regelungen Regelungen des alten Atomabkommens zurück, das Trump in seiner ersten Amtszeit aufkündigte. Sein Handeln ist rein destruktiv, er verschlechtert die Welt und dem Stand der USA an allen Stellen. Das ist eine Supermacht im Absturz, die Planlosigkeit ist erschreckend und die ideologische Verblendung furchterreend- zusammen mit dem Militärpotential macht das Angst.

  • Das Einzige, was nun noch fehlte, war, dass Trump da noch "jetzt ganz günstige" Gebetsteppiche gekauft hätte ...



    Er hat sich von Israel wie vom Iran vorführen lassen. Das Material wäre in anderen Ecken des Globus besser aufgehoben gewesen.

  • So groß scheint der Unterschied zwischen dem jetzt angestrebten Abkommen und dem vorherigen, von Trump aufgekündigtem, Abkommen nicht zu sein. Trump hat aber die Chance genutzt, sich auf der ganzen Welt lächerlich zu machen, weil er nichts erreicht hat und unbewusst die militärischen Grenzen der USA aufgezeigt hat.

  • Trump hält die ganze Welt zum Narren und die meisten europäischen Staatschefs buckeln wie vor einem absolutistischen Herrscher

    • @Oliver Wagner:

      Oder Trump wird hier zim Narren gehalten, von den iranischen Machthabern. Nur er und seine glühendsten MAGA-Anhänger merken es nicht.

      • @Abdurchdiemitte:

        M.E. ist sein Gehabe Absicht.

        Er will staatliche Institutionen der Lächerlich preisgeben und die meisten europäischen Staatsmänner folgen wie einst die Ratten zu Hameln

  • "Angezettelt" hat Netanyahu den Krieg und er ist es auch, der das Ende verhindert. Trump ist ein Schwächling, der sich, nach dem Staatsstreich in Venezuela unbesiegbar fühlte. Er hat sich da hineinziehen lassen. Das nimmt nichts von der Verantwortung weg, aber wer in der Region der Kriegstreiber ist, sollte man schon zur Kenntnis nehmen.

  • Der Iran gewinnt: Menschenrechtsverbrechen gehen weiter.



    Die USA gewinnt: Menschenrechtsverbrechen gehen weiter.

    Dieser Konflikt war eine Win-Win-Situation für alle mit dickem Geldbeutel.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Korrelationen

      Zitat @Troll Eulenspiegel: Der Iran gewinnt: Menschenrechtsverbrechen gehen weiter. Die USA gewinnt: Menschenrechtsverbrechen gehen weiter. Dieser Konflikt war eine Win-Win-Situation für alle mit dickem Geldbeutel.“

      Eine bemerkenswerte Korrelation zwischen Menschenrechtsverbrechen und dickem Geldbeutel, die hier gesehen wird.

      Das erinnert an Balzac: "Le secret des grandes fortunes sans cause apparente est un crime." ( Le Père Goriot)

  • Tatsächlich ist das Abkommen in vielen Punkten die Rückkehr zu völkerrechtlichen Standards.

    Zur Erinnerung:

    Die Sanktionen werden Aufgehoben und dafür verzichtet der Iran dauerhaft auf eine Atombombe und verbleibt dauerhaft im Atromwaffensperrvertrag war eine UN-Vereinbahrung und Vertrag.



    Nebst IAEA-Überwachung und Beschränkung der Anreicherung.

    Das war der Joint Plan of Action den Trump ca. 2017 "völkerrechtswidrig" gekündigt hatte und der Iran sich danach nicht mehr daran gehalten.

    Wird im weiteren also auch wider IAEA-Überwachung und Beschränkung der Anreicherung geregelt wird de-facto der Joint Plan of Action wider in Kraft gesetzt also zu völkerrechtlichen vereinbarungen zurückgekehrt.

    Der Angriff der USA auf den Iran war eine völkerrechtswidrige Agression die enorme Schäden angerichtet hat.

    Dagegen durfte sich der Iran verteidigen.



    Selbst wenn nicht jeder Angriff gegen Nachbarsatten welche den USA Basen für die Angriffe gestellt haben voll berechtig war.

    Warum sollte das "Opfer" von Agression den "Mittätern" Reperationen zahlen?

    Fordern wir nicht sonst auch das das Opfer von Agression entschädigt werden muss? -- also hier der Iran.

    • @Jörg Heinrich:

      Israel da nicht vergessen, beim Iran, beim Libanon und bei den palästinensischen Gebieten. Das sollten Bibi und Sarah Netanyahu alles persönlich zahlen müssen.

      • @Janix:

        Zu der Frage gitb es mit dem 2024er ICJ /IGH -Gutachten (höchstes UN-Gericht) eine verbindliche völkerechtliche Bewertung.

        Kurz das wichtigste Punkt:

        Die israelische Besatzung des Staates Palästina (1967er Grenzen) ist insgesamt völkerrechtswidrig.

        Israel ist verprlicht den Staat Palästina und alle Personen zu Entschädingen die dadurch Nachteile erlitten haben.



        Eingeschlossen Entschädigung für die illegale Nutzun von Resourcen (vor allem Wasser) aus dem illegal besetzten Palästina.

  • Kaum ein anderes Land hat derartig viele Geheimdienste, Think-Tanks, Institute, Experten - zum Iran.



    Das Drollige ist, dass es Donald Trump egal ist, er gibt einen Scheiß auf wissenschaftliche Expertise und das ist nun das Ergebnis: Die iranische Führung führen die USA vor, sie können sie immer wieder unter Druck setzen und Schachzüge machen.



    Die Iraner haben die Weltwirtschaft in der Hand, weil sie die Straße von Hormus kontrollieren. Die USA hatten bei Anfang der Angriffe keine Ahnung, wie sie diese Meeresenge kontrollieren könnten.



    Das hat sich jetzt gerächt.



    Das Schlimmste ist, dass die Islamische Republik radikalisiert wird, die Revolutionsgardisten werden das Regime jetzt von den Mullahs zu einem ideologisierten Milizenstaat umwandeln. Es wird radikaler, repressiver und ärmer, weil der Krieg den Iran zurückgeworfen hat. Die iranische Bevölkerung muss sich warm anziehen.



    Hätte man das alles vorher wissen können?



    Ja, ganz klar. Man hätte, aber wenn jemand wie Donald Trump seine eigene Unfähigkeit anderen als Macht unterjubeln will, dann gibt es Saures. Die Iraner haben den Europäern vorgemacht, wie man mit Trump umgehen muss, auflaufen, bloß stellen - abwerten ... gewinnen.

  • Inkohärente Reaktionen

    Die gesamte öffentliche Reaktion auf den Deal und die Empörung über Trump (die Netanjahu bezeichnenderweise ausnimmt!) - auch in diesen Kommentarspalten - leiden an einem Grundwiderspruch: Gilt der Zorn der Tatsache, daß beide diesen Krieg verloren oder ihn begonnen haben?



    • @Reinhardt Gutsche:

      Wenn man sich sicher* gewesen wäre, dass die Fliehkräfte im Regime in Iran so groß sind, dass es sich auflöst und zumindest Teile aufgeben, wenn es massiv angegriffen wird, dann wäre der Beginn des Krieges um dem Schrecken ein Ende zu setzen sinnvoll gewesen und hätte ein klares Ziel gehabt, andernfalls hätte man massiv Bodentruppen einsetzen müssen. Da allerdings ein infantiler Kasper sich der Sache angenommen hat, habe ich mich von Anfang an gefragt wer denn dort Bodentruppen hin schicken sollte. Daher hatte ich nur wenig Hoffnung auf ein gutes Ende, also die Absetzung des Regimes. Was jetzt eingetreten ist, ist der schlimmste Fall, die psychotischen religiösen Hardliner, die auf ein Weltende mit Wiederkehr des verborgenen Imam hinarbeiten gewinnen die Oberhand.



      Die Hoffnungen der iranischen Verwandten sind verschwunden, das Geld ist nichts mehr wert und abends demonstrieren die Regimlinge, die von Milizionären aus Irak und Afghanistan unterstützt werden.



      Israel wird auch ohne Trumps Hilfe und auch ohne Netanjahu weitermachen müssen, so lange in Teheran der Wahn grassiert.

      *) der Grad der Infiltration durch Israel lies Anfangs ja vieles möglich erscheinen.

  • also erstmal, glaubt hier irgendjemand dass der Iran sich an irgendwelche Verpflichtungen halten wird die Iin Bereichen die unter iranischer Kontrolle stehen (Uran-Anreicherung, Unterstützung der Proxys, usw) ? Also ich nicht, die werden sagen was die anderen hören wollen und weitermachen wie bisher. Nur die Europäer scheinen so naiv zu sein und zu glauben was die Mullahs sagen, haben halt von "taqiyya" noch niie gehört. Ausserdem, einen "Regime change" der nicht von der iranischen Bevölkerung getragen wird kann man nicht herbeiführen und wenn man es trotzdem macht, siehe Irak oder Libyen dann ist das Ergebnis eine Katastophe. Trump scheint sich daran zu erinnern, viele Politiker, Journalisten und Foristen hier nicht. Mal sehen wie die ganze Geschichte in 60 Tagen weitergeht. Auf Trump übt jetzt die amerikanische Öffentlichkeit Druck aus so dass er den Mullahs härtere Bedingungen stellen muss oder besser kannn als vorher, vielleicht wollte er das ja auch? Jedenfalls, man sollte Trump nicht unter- und sich selbst überschätzen...

  • „System Change Rebell“

    Er wird zunächst dafür kritisiert, was er tut, und anschließend erneut dafür, dass er sein geplantes Ziel nicht erreicht hat. Willkommen in der parteipolitischen Landschaft Deutschlands.

    Die Ahnungslosen sagten: „Er macht für uns die Drecksarbeit.“ Eine vermeintlich proeuropäische Gruppierung – Frauen ohne Kopftuch – im Iran sah im Sohn des Schahs offenbar einen künftigen Präsidenten.

    Die Beendigung des Krieges scheint niemanden mehr wirklich zu interessieren – zumindest nicht innerhalb eines 60-Tage-Zeitrahmens, der für weitere Verhandlungen eingeräumt wird.



    Deutschland und Europa sollten ihre eigenen Probleme lösen und endlich aufhören, mit Doppelstandards zu arbeiten, etwa bei Flüchtlingen aus der Ukraine: Registrierung und Bürgergeldantrag hier – und andere landen in der Abschiebepraxis.

    Etwas schneller, Deutschland – der Weg ist doch nicht so weit.

  • >Man muss dem Regime der Islamischen Republik Iran eigentlich gratulieren.<

    Warum auch nicht. Der Iran hat dem verbrecherischen Angriff standgehalten. Ein Sieg der usa wäre für die Welt schlimmer gewesen.

    • @test_name:

      Solche Solidaritätsbekundungen mit Islamisten sind natürlich keine große Sache, wenn man niemals in deren Einflussbereich wird leben müssen. Es ist auch irgendwo ein unterschwelliger Rassismus. Individuelle Freiheit ist nur was für westliche Menschen, iranischen Frauen steht sowas nicht zu, die sollen sich ruhig weiter unterdrücken, misshandeln und umbringen lassen, sind ja keine weißen Europäerinnen.

      • @WT Sherman:

        Die Lebensweise >weißer Europäerinnen<

        als Maß aller Dinge für Musliminnen?

        Als Ungläubiger stimme ich Ihnen natürlich zu. Allerdings habe ich auch Verständnis dafür, dass gläubige Muslime das anders sehen.

  • "The art of the deal".



    Armes iranisches Volk:



    Wer sich auf Trump verlässt, der ist verlassen.

  • Es geht Trump nur um Trump. Und da Trumps Realität das ist, was Trump sagt, passt alles.

    Was wirklich passiert interessiert ihn nicht und anscheinend seine Wähler und MAGA Anhänger auch nicht.

    Das einzige was Autokraten letztendlich gut können, ist das eigene Land in den Untergang führen und alle jubeln beim Untergehen.

    • @Gnutellabrot Merz:

      Vermutlich ist jetzt auch in MAGA-Land jetzt wieder alles in Ordnung. Schließlich hat Trump ja den Krieg beendet. Und hätte er ihn nicht angefangen, dann hätte er ihn ja jetzt auch nicht beenden können!

      Alles Gut. In Brawndo steckt, was Pflanzen schmeckt - es hat Elektrolyte!

      • @Metallkopf:

        Wasser? Etwa das Zeug aus der Toilette?

  • Der Artikel schweigt sich über den wirtschaftlichen Schaden im Iran aus, da haben auch einige Helden „ordentlich gewütet“.



    Allein die krebserregenden Ölregen über Teheran dürften Einiges ausmachen.

  • So wird das nichts mit "Make America Great Again".

  • Menschenrechte ade!

    • @snowgoose:

      Casus belli

      Zitat @snowgoose: „Menschenrechte ade!“

      Seit wann ist die Wahrung der Menschenrechte ein völkerrechtlich legitimer casus belli?

  • Zahlen Israel und die USA eigentlich für die angerichteten Schäden? Also doch auch billig weggekommen.

    Auch die Schäden an der iranischen Opposition, der palästinensischen und libanesischen Souveränität und Unversehrtheit sind gemeint.

    • @Janix:

      Auch wenn die Angriffe der USA und Israels äußerst kontraproduktiv waren.



      Ist der Iran ist für die o.g. Schäden nicht verantwortlich? Zahlt der Iran für die Schäden in Israel und den arabischen Staaten? Und dafür dass Israel eine sehr teure Luftverteidigung aufbauen musste, da der Iran das Existenzrecht Israels offen bedroht seit Jahrzehnten?

      • @T-Rom:

        Nein, laut Trumps abkommen muss der Iran tatsächlich wohl nichts zahlen.



        It's the art of the deal

      • @T-Rom:

        Dieser Krieg ging von Netanyahu aus bekannten opportunistischen Motiven aus, bevor das in Vergessenheit geraten sein sollte. Und wurde immer wieder verlängert.

        Israel hat seit jeher eine teure, von den USA mitgetragene Abwehr, da machte 1979 keinen besonderen Unterschied.

        Aber um ins Konsensfeld einzubiegen: Natürlich sollte Iran die kaputten Anlagen am Golf wiederaufbauen müssen und die paar Schäden in Israel auch. Israel, teils USA aber die so manchen klar zivilen Schäden eben auch. Ja, und aus dem Libanon wie aus den besetzten Gebieten raus, nach Widerherstellung der Infrastruktur.



        Den Schaden, den die vielleicht bewusst "verbrannte" Opposition in Iran und Palästina davontrug, gar nicht gerechnet.

        • @Janix:

          "Dieser Krieg ging von Netanyahu aus bekannten opportunistischen Motiven aus, ..."

          Nein.

          Das tat er nicht.

          Dieser Krieg ist eine Folge des 7.10.

          Netanjahu hat die Hamas nicht besiegt.

          Gegen die Hisbollah war er nicht wirklich erfolgreich.

          Auch die schmeißen immer noch Raketen.

          Schließlich hat er sich erfolglos am Kopf der Gruppe versucht.

          Ohne den 7.10. hätte es diesen Krieg nicht gegeben.

  • "Die Mullahs haben gewonnen"



    Puh, also der Blutzoll und Braindrain war schon heftig, oder?



    Der oberste Geistliche, die Hälfte aller Topgeneräle, fast alle aus dem höchsten politischen Zirkel - der Iran mag finanziell besser dastehen, führungstechnisch seh ich die hart angeschlagen.



    Ich denke da ein bisschen weiter. War es wirklich das Ziel das Regime wegzubekommen?



    Das kann eigtl Israel und die USA nicht wollen. Ein Bürgerkrieg, ein instabiler Iran, ein Flächenbrand. Da reicht schon Gaza...



    So ist der Iran politisch und militärisch kopflos aktuell. Neue Politiker und Generäle werden nachrücken. Ich gehe jede Wette, dass da einige dabei sind, die Israel und die USA auf der Payroll haben.



    Dieser Krieg hat ja eindrucksvoll bewiesen wie tief Israel und die USA den Iran infiltriert hatten.



    Ich glaube die haben aus dem Spiel genommen wer nicht ins Bild passte. Nun sind reichlich Marionetten über. Damit ist der Iran besser unter Kontrolle als vorher.



    Ums Volk gings nie. Kein Netanjahu und kein Trump scheren sich um Iraner und vom Rest der Welt auch kaum einer.



    Wirtschaft und Tankstelle bewegen Gemüter, nicht Iraner.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Iran politisch und militärisch kopflos? Die Straße von Hormus zu sperren zeigt doch eher das Gegenteil. Da war glaube ich jemand anderes hirnlos.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Ihre Infiltrations-These halte ich nicht für ganz abwegig. Wie sonst hätten Israel und die USA derart präzise und effektive Luftschläge ausführen können, die etwa die Hälfte des iranischen Führungspersonals innerhalb kürzester Zeit liquidierten?



      Aber ich halte es für abwegig, jetzt daraus abzuleiten, Israel/USA hätten sich in Teheran quasi ein Marionettenregime herbei gebombt, indem sie die alte Führungsriege ausgeschaltet haben. Denn die neuen Machtgruppierungen im Iran - ob man überhaupt noch von einem einheitlichen Machtzentrum ausgehen kann, ist fraglich - halte ich tatsächlich für viel unberechenbarer, nicht nur für Israel/USA, sondern auch generell bezüglich der Möglichkeiten, auf internationaler Ebene noch zu verlässlichen diplomatischen Vereinbarungen mit dem Iran zu kommen.



      Insofern hat Trump nicht nur sich selbst ein Eigentor geschossen, sondern dem gesamten Nahen Osten und der Welt, weil die Ergebnisse des Krieges zu noch mehr politischer und ökonomischer Instabilität in der Region und global führen werden.



      Können wir uns also darauf einigen, dass es in diesem Konflikt letzten Endes nur Verlierer gibt, der größte Verlierer dabei aber das iranische Volk ist?

  • Das klingt ja wirklich wie Kapitulation.

  • Ein ambitionierter Trottel kommt an die Macht und hinterlässt das komplettes Chaos.



    Völlig konzeptlos in die Vollen.

    Die Halbzeitwahlen im November sollten den Republikanern das Aus bescheren.

    • @Andreas Flaig:

      Schau mer mal, wie es so schön heißt.



      Ne gute WM und schnell sinkende Benzinpreise dürften entscheidende Faktoren in diesem Potpourri sein.



      Bis November ist noch weit und den Demokraten mangelt es nach wie vor an Führungskräften.



      Von Mamdani hört man seit Monaten gar nichts mehr - ziemliche Nebelkerze anscheinend

  • >Hätte Trump doch nur auf Trump gehört.<

    Wie hätten Sie es denn gerne - Trump und Netanjahu bomben die Mullahs in Grund und Boden?

    Der verbrecherische Angriff auf die Mullahs war ein Fehler. Die Beendigung des Krieges ist es nicht.

    Man muss Trump zu Gute halten, dass er seinen Fehler korrigiert und nicht - wie Putin - einen sinnlosen Krieg bis ins unendliche fortführt.

    Mehr war für Trump nicht zu erreichen.

  • So kann das werden, wenn Immobilienhaie meinen sie beherrschen die hohe Kunst der Diplomatie, nur weil sie irgendwann in ihrem Leben große Geschäfte mit Immobilien abgewickelt haben. Der Kommentar deckt eine Vielzahl von Details auf, die in der Absichtserklärung nicht genannt sind. Das kann Versäumnis sein, oder Absicht von der Iranischen Seite, um noch genug Verhandlungsmasse in den nächsten Schritten zu haben.



    Noch nie gab es wohl ein schlechter ausgehandeltes Absichtsabkommen an dem die USA beteiligt war.



    Als Folge davon schleicht Trump die Tage devot auf der G7 Konferenz herum, da allein dieses Bündnis ihm ein wenig Legitimation für dies vollkommen lost-agreement gibt.



    Hoffentlich bemerken nun wieder einige Freunde von Trump welcher Unfähigkeit die ihre Stimme gegeben haben und werden dies in den Wahlen im Herbst hoffentlich mit ihrer Stimmabgabe korrigieren.

  • Es geht nur um Trumps Vorteil.



    Konkret hier, kein Krieg den er mit dem Senat besprechen und von dem Senat bestätigen lassen müsste. Also Faulheit und Besserwissertum, sowie



    Kein Krieg der sich bis zu den Midterms hinzieht, also ihn Stimmen kosten würde, also gehts hier um seine Macht,



    sowie Eitelkeit als Dealmaker.



    Alles andere: Egal, null Interesse.



    Gravierend für die Leute im Iran. Gravierend für alle, die sich global korrekt verhalten und von Trump drangsaliert werden. Die Botschaft ist klar: Du musst und kannst dich gegen Trump wehren. Er knickt dann ein, wenns für ihn schwierig wird. Überraschend schnell geht das!



    Kurzum EU: Zolldeal nochmal checken. Fossile abkaufen, Waffen... alles auf den Prüfstand.

  • Als juristisch versierte Person habe ich auch "den Text zwischen den Zeilen" gelesen und mich nur noch gewundert.

    Falls man überhaupt im Zusammenhang mit Trump von "sinnvoll" sprechen kann, so ergibt die Absichtserklärung nur dann Sinn, wenn Trumps Familie und seine Kamarilla sich in die Prozesse mit einschalten und Geld - viel Geld! - daraus abschöpfen. Außen- und wirtschaftspolitisch betrachtet ist dieses Papier auf jeden Fall völliger Unfug.

  • Wie will er diese Absichtserklärung seinen glühendsten Anhängern in den ländlichen Gegenden der Mitte und des Südens erklären - etwa als Erfolg? Das wird ihm doch nicht einmal das dümmste Huhn glauben.

    • @Il_Leopardo:

      Optimist!

      Wobei in dem Fall tatsächlich anscheinend eine Reihe republikanischer Talking Heads Kritik an dem Memorandum äußern. Bezeichnenderweise scheint in den rechtsextremen Medien die Schuld eher auf JD Vance, Wittkoff und Kushner gerichtet zu werden, die für Trump keine gute Arbeit geleistet hätten...

  • Es ist doch mehr oder weniger eine Rückkehr zum Status quo ante, oder? Wäre nicht jeder andere real mögliche Ausgang schlechter gewesen? Immerhin ist der Iran jetzt kein weiterer gescheiterter Staat in der Region, was zu Beginn durchaus zu befürchten war. ... Am besten wäre es freilich gewesen, dieser Krieg wäre nie begonnen worden, und Trump hätte nicht auf Trump gehört, sondern auf den Schachmeister Savielly Tartakower: "Die Drohung ist stärker als ihre Ausführung."

    • @Kohlrabi:

      Das versteht Trump nicht. Er sieht sich ja als Mann der Tat und des großen Paukenschlags, nicht als Mann der leisen Worte und Diplomatie.

  • Fun fact: Trump hat das MoU in Versailles unterschrieben...

    • @O.F.:

      Da hat ihn Macron aber mal richtig getrollt.

      • @nihilist:

        Und seine Entourage - ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass keinem von Trumps Beratern die historische Reminiszenz aufgefallen ist...

      • @nihilist:

        Tja, Trump hat sich von dem ganzen Glitzer im Versailler Schloss so dermaßen blenden lassen, dass er nicht mitbekommen hat, dass er gerade den "Versailler Vertrag 2.0" unterschreibt. Ich bin überzeugt, dass die iranische Führung sich vor Lachen "gekringelt" hat.