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Bericht über wachsende Ungleichheit Rassismus als Ablenkungsmanöver

Simon Poelchau

Kommentar von

Simon Poelchau

Vor einem Jahr löste Friedrich Merz die Stadtbild-Debatte aus. Dabei ist die Migration kein Problem. Die Gesellschaft leidet an etwas anderem.

E in Jahr ist es her, da löste Friedrich Merz mit seinen rassistischen Aussagen die Stadtbild-Debatte aus. In die gleiche Kerbe hauen Unionspolitiker derzeit, wenn sie nach den Ausschreitungen am Rande der Gen-Z-Proteste das „migrantische Millieu“ problematisieren. Dabei ist nicht die Migration das Problem, an dem die Gesellschaft krankt, und das überall in Deutschlands Städten immer sichtbarer wird. Stattdessen ist es die immer maßloser werdende Kluft zwischen Armut und Reichtum, die überall ins Auge springt.

Hier Menschen, die Flaschen sammeln, um nicht obdachlos zu werden oder weil sie es bereits sind, dort teure Boutiquen und schicke Restaurants, in denen die Flasche Wein schon mal mehrere Hundert Euro kostet. Dazwischen oft nur ein paar Meter und eine öffentliche Infrastruktur, die immer mehr einer Dauerbaustelle gleicht.

Wie sehr die Gesellschaft auseinander driftet, zeigt der aktuelle Verteilungsbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Demnach ist die Ungleichheit bei den verfügbaren Einkommen in den vergangenen Jahren erneut gestiegen und erreicht nun das zweithöchste Niveau seit dem Jahr 1992.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Laut dem Bericht stieg der Anteil der Haushalte, die in Armut leben, seit Anfang der 90er-Jahre von unter 12 auf über 17 Prozent. Der Anteil jener, die in „strenger Armut“ leben, verdoppelte sich sogar fast von 5,9 auf 10,4 Prozent. Das sind etwa Alleinstehende, die mit weniger als 13.061 Euro im Jahr zurechtkommen müssen. Gleichzeitig ist der Anteil der Reichen zwar relativ konstant geblieben, ihre Einkommen stiegen aber viel schneller als die der restlichen Bevölkerung.

Statt also einmal auch die wachsende Ungleichheit als Ursache sozialer Proteste zu benennen, zeigen die Konservativen mal wieder auf junge Migrant*innen. Es ist nicht das erste Mal, dass sie auf Rassismus setzen, um von sozialen Problemen abzulenken. Denn ansonsten müssten sie diese Probleme ja angehen, statt sie mit ihrer Politik weiter zu verschärfen.

Simon Poelchau

Simon Poelchau Redakteur

ist für Ökonomie im taz-Ressort Wirtschaft und Umwelt zuständig.
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36 Kommentare

  • Auweiowei

    Simon Poelchaus Artikel (bitte den Titel beim Wort nehmen) und die meisten Kommentare weisen eigentlich in die richtige Richtung: Wer immer noch im Rassismus den gesellschaftlichen Knackpunkt sieht, liegt zunehmend falsch - obwohl die AfD alles tut, um ihn den Leuten schmackhaft zu machen, und mit ihrer Rattenfänger-Strategie vorläufig noch Zuwachsraten zu verzeichnen hat.



    Im Grunde befinden wir uns zunehmend in heftigen Verteilungskämpfen: Das (Ab-)Wahlspektakel in USA zeigt an, dass die Leute sich nicht länger von den Tech-Bros wie zu rupfende Hühnerhaufen behandeln lassen wollen. Selbst wenn es in der nachhinkenden EU noch dauern wird, bis alle 'Blinden' und 'Gerupften' die rechtsextremen Heilsbringer in die Wüste schicken werden -



    die Zeichen stehen auf Sturm. Zu groß sind inzwischen die zum Himmel schreienden sozialökonomischen Ungleichheiten zwischen der Klasse der maßlos Besitzenden und den - noch gegeneinander 'Ausgespielten' (oder Klassen der loser) geworden.

    Als Pioniere dieser Entwicklung können in Europa wohl die Briten gelten, denn dort scheint der racism schon weitgehend vom classism abgelöst worden zu sein - Farage taugt bald nicht mehr zum Klassen-Kämpfer, usw.

  • Maxim_Sassnitz

    Rein mit Zahlen zu argumentieren hilft uns hier leider mal wieder nicht weiter ohne diese genauer zu analysieren und die Hintergründe zu erfassen. In den letzten Jahren kamen viele Menschen zu uns die "bei 0" gestartet sind. Diese benötigen i.d.R Zeit zur Ankunft und um hier Fuß zu fassen, werden aber sofort in die Statistiken mit einbezogen und haben natürlich massiven Einfluss darauf. Auf der anderen Seite sollten wir zwischen realisiertem und "Buch" Reichtum unterscheiden, denn nur weil sich der Marktwert einer Eigentumswohnung verdoppelt hat bedeutet das nicht dass sich der Verkäufer jetzt vom Gewinn zwei Stück kaufen kann. Und nur weil sich der Aktienkurs verdoppelt hat heißt das nicht dass sich dann auch Käufer finden die das bezahlen (wie wir an Vonovia sehen wo eine Aktie im Juli 2020 noch 60€ gekostet hat und jetzt 16€ - VW von 238€ auf 70€) Musk, Bezos und Co sind zwar auf dem Papier unglaublich reich aber "erstmal haben und ein Stück mit weg sein" wie Opa immer sagt. Vielmehr sollten wir uns Gedanken machen wie wir verhindern können bzw. was die Gründe dafür sind dass manche Menschen dauerhaft in diesem Milieu verbleiben und hier aktiv gegensteuern.

  • DidiBerlin

    Wenn über die letzten 10-15 Jahre betrachtet sehr viele Menschen nach Deutschland kommen, die sogar im Vergleich zu den "einheimischen Durchschnittsverdienern" wenig bis gar nichts haben, auch nicht über nennenswerte Sprachkenntnisse oder eine Ausbildung verfügen (kein Vorwurf, lediglich eine Feststellung), die es ihnen ermöglicht, schnell und mit überdurchschnittlichen Gehältern am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, begünstigt das dann nicht automatisch, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland größer wird? Hat die vom Autor beklagte Entwicklung im Gegensatz zu seiner Behauptung dann nicht zumindest auch etwas mit der Migration nach Deutschland zu tun?

    • Dr. McSchreck

      @DidiBerlin:

      so ist es. Meine Eltern sind auch mit "nichts" geflohen und mussten sich hier alles neu erarbeiten.

      Sie haben uns allerdings vermittelt, wie man aufsteigen kann, nämlich mit Bildung. Mit Straftaten bleibt man eher unten. Das könnte man den Randalierern vielleicht auch mal vermitteln, die ja auch diejenigen waren, auf die sich die Stadtbild-Debatte bezug. Junge Leute, die gern auch schon zu Schulzeiten an Plätzen herumlungern, Leute anpöbeln und Ärger suchen.

      • Janix

        @Dr. McSchreck:

        Wächst sich bei denjenigen aus.



        Und wächst mit den nächsten jungen Männern nach.

        "Halbstarken"-Randale Schwabing damals - alles eingesessene Münchner. Die jetzt friedlich die Seniorenresidenz aussuchen.

        Mit Straftaten baut man Imperien - Trump, Facebook, Musk, Epstein, ... Leider. Schreibt ein Bildungseuphoriker.

  • Janix

    Gerechtigkeit, Solidarität, Brüderlichkeit, früher hätte eine CDU solche Wörter nicht im Fremdwörterlexikon nachschlagen müssen (ohne das Früher verklären zu wollen).

    Merz ist in den neoliberalen 1990ern steckengeblieben, das tut mir Leid für ihn, aber das ist ggf. durch Rücktritt änderbar. Denn wir brauchen einen funktionierenden sozialen Bundesstaat.

  • Alex_der_Wunderer

    Ablenkung auch von der jetzt anstehenden Wahl des Bundespräsidenten / -.in



    Was läuft da denn ab, eine geschlechtliche Bevorzugung der Kandidaten - von Friedrich Merz, Favoriten sind nicht Männer , nein - nicht Diverse - nein eine Frau möchte unser Bundeskanzler



    " demokratisch " gewählt haben. So stellt sich der Sauerländer wohl seine gebastelte Scheindemokratie also vor, oder erinnert BlackRocky an seine " demokratische " Kühlung im zweiten Wahvon unseren Lurch uns im Vertrauen legitimierten Parlamentarier ⁉️



    Wir sagen ganz deutlich, NEIN, unser Vertrauen gilt nicht Ilse Aigner ❗️

    • Encantado

      @Alex_der_Wunderer:

      "Favoriten sind nicht Männer , nein - nicht Diverse - nein eine Frau möchte unser Bundeskanzler "



      Fairerweise sei angemerkt, dass diese geschlechtliche Vorauswahl nicht nur vom Kanzler betrieben wird, sondern auch von seinen linkeren politischen Protagonisten. Dort sogar eher ausgeprägter.

      • Alex_der_Wunderer

        @Encantado:

        @ Encantado



        Aber bestimmt wird von sich aus von Grünen und Linken keine völlig unhumanistische Ilse Aigner als Bundespräsidentin favorisiert, die nur dem Söder aus dem Weg geräumt werden soll. Einem Bundeskanzler der nicht sein Volk vertritt und die Gesellschaft eher noch mehr spaltet, soll jetzt ausgerechnet eine Ilse - niemand willse se' , helfen unser Volk zu einigen und unser Land nach außen vertreten.



        Wenn ich mir die Bevölkerung so anschaue, die brauchen was zum Lachen, daher wäre doch Kanzlers Einklatscher, der Philipp Amthor der wesentlich spaßige Narr fürs Volk...

    • Alex_der_Wunderer

      @Alex_der_Wunderer:

      Fix die Autokorektur nach justieren "



      Kühlung = Kürung



      Lurch = durch



      Oh man 🙃

  • Karl Heinz

    Arm ist nicht automatisch gut oder gar migrantisch und reich ist nicht automatisch schlecht und biodeutsch.

  • DiMa

    Die "Kluft zwischen Armut und Reichtum" und "Migration" sind doch ein und das selbe Paar Schuhe; zumindest im Falle der Armutsmigration.

    Der Aufbau eines Vermögens braucht in der Regel mindestens drei Generationen. Dabei ist die Abzahl der Kinder und des Zeitpunktes der Schwangerschaft sorgfältig zu bedenken. Wenn dann arme Menschen mehr Kinder bei höherer Kadenz bekommen, dann ist die beschriebene Kluft logische Folge. Migration ist dabei ein wesentlicher Faktor.

    • Janix

      @DiMa:

      Sie denken womöglich in früheren Zahlen. Die aufstiegsfreundlichen 1970er ff.



      Heute ist das Vermögen vor allem von dem der Eltern abhängig, und das sollte nicht sein.

      Ein womöglich abschätziges Die-sind-doch-selber-schuld-die-Rammelkaninchen bringt uns weniger weiter als tatsächliche Chancengleichheit, von der wir uns leider entfernt haben.

      PS: Die fünf Töchter des Oberarztes oder Biotechnikmanagers bekommen dann wieder Beifall.

      • DiMa

        @Janix:

        "Heute ist das Vermögen vor allem von dem der Eltern abhängig, und das sollte nicht sein."

        Und warum sollte das nicht sein? Das ist doch ein ganz normaler Prozess, dass jede Generation versucht, seinen Nachfolgern etwas - und damit ist auch Vermögen gemeint - zu hinterlassen.

        Und es ist auch relativ normal, dass gut Situierte eher später und eher weniger Kinder bekommen als weniger gut Situierte.

        Wenn es dann über Jahrzehnte eine nennenswerte Armutseinwanderung in eine Gesellschaft gibt, dann ist die hier kritisierte Kluft zwischen Armut und Reichtum eine unvermeidbare Folge.

        Und ich für meinen Teil kenne sowohl Oberärzte als auch Biotechmanager, nur dabei keinen einzigen, der fünf Kinder hätte.

        • Janix

          @DiMa:

          Denen würden Sie aber schon Kinder gönnen? Den anderen auch?



          Es sind nicht alles Töchter, doch beides ist aus dem realen Leben, bei aller Zurückhaltung bei anekdotischer Evidenz.

          Wer ein Leistungsprinzip hochhält, kann kaum krasse Auswirkungen von Erben (oder gar sonstigen Schiebereien) wollen.



          Ohne irgendeine neoliberale Abstumpfung bzw. Weltbildverschiebung kann das kaum als "normal" oder gerecht empfunden werden.



          Ohne Einwanderung gäbe es kein Arm und Reich? Gucken wir doch wieder hin.

      • Ahnungsloser

        @Janix:

        Ich habe im Bekanntenkreis einige Migranten (2. oder 3. Generation) die es durch Gastronomie oder Handwerk geschafft habe, einen gewissen Reichtum aufzubauen. Interessanterweise sind das die Bereiche, auf die immer weniger Bio-Deutsche Lust haben, weil es viel Schweiß und Arbeit erfordert.

        • Dr. McSchreck

          @Ahnungsloser:

          Exakt meine Erfahrung. Das ist für diejenigen, die nicht für ein Studium qualifiziert wird, oft ein (harter) Weg, es auch zu Wohlstand zu bringen. Sie übernehmen einen Supermarkt, später vielleicht noch 1 oder 2 dazu, einen McDonalds oder ein Fitness-Studio - oder eben ein Franchise in einem anderen Bereich. Auch die meisten Handwerker, die wir gelegentlich brauchen, werden von Menschen mit Namen geführt, die eher nach Jovanovic als nach Müller klingen. Die Müllers geben ihre Betriebe gerade ab und gehen in Rente.

  • Elite123

    Das Wählervotum ist in der Hinsicht relativ eindeutig.

  • Sonnenhaus

    Da sind sich die Konservativen eben einig mit den Reichen. Besser von anstrengender Arbeit ablenken, und Arme für sich arbeiten lassen. Christlich und Sozial - was sonst!

    • Dr. McSchreck

      @Sonnenhaus:

      Es steht Ihnen frei, morgen einen Betrieb zu eröffnen, zum Beispiel einen kleinen Kiosk. Aber die meisten Deutschen schimpfen lieber auf Arbeitgeber (=Ausbeuter) und gehen in den öffentlichen Dienst.

  • Gerhard Krause

    Die Menschen haben die permanente Unsicherheit satt, während der Leistungsgedanke pervertiert.

  • Josef König

    Moin,



    man sollte weder beides gegeneinander aufrechnen noch das eine duch das andere verleugnen. Beides ist der Fall, sowohl die wirtschaftliche Kluft, die größer wird, wie die berechtigte Frage, welche Millieus zur Eskalation der zunächst friedlichen Proteste beigetragen haben, und auch die Frage, wie da der Zusammenhang zu sehen ist. So wie Sie den Beitrag schreiben, bleiben keine Grautöne mehr übrig, und der Eindruck verfestigt sich, dass Sie Whataboutism betreiben. Etwas mehr Differenzierung trägt zur Glaubwürdikeit bei.

  • Desdur Nahe

    Wenn man es so aufzieht, dann ist jedes benannte Problem, das nicht dem "eigenen" Problem entspricht, ein "Ablenkungsmanöver".



    "Dabei ist die Migration kein Problem"



    Eine differenziertere Aussage zu diesem Thema wird es von links nicht mehr geben können. Warum?



    Blick nach Berlin: 51% der Stimmen für die Linke kam von muslimischen Wählenden, die lediglich einen Anteil von 8% an der Wählerschaft haben. Ohne diese Stimmen hätte die Linke bei etwas über 12% gelegen, weit hinter CDU, AfD und Grünen.



    Und bevor man sich über einen "Linksruck" freut, zur Erinnerung die damalige Wahl in der Türkei: Je nach Stadt haben bis zu 80% der Wählenden für Erdogan gestimmt. Nein, nicht in der Türkei. In Deutschland.



    Man kann also durchaus Zweifel daran hegen, dass die vielen Kreuze bei der Linken alle mit dem Wunsch nach linken Zielen übereinstimmen. Außer halt: Siehe oben.

    • Comerade Aardvark

      @Desdur Nahe:

      Mit Verlaub, das stimmt so nicht: laut Exit-Befragung haben 51% der sich als Muslime identifizerenden Befragten für Die Linke gestimmt, was etwas ganz anderes ist als Ihre Behauptung, 51% der Stimmen für Die Linke kämen von Muslimen. Dies ist selbst rechnerisch eine Unmöglichkeit, weil es gar nicht so viele muslimische Wahlberechtigte in Berlin gibt.

      Hinzu kommt, dass Exit Polls nicht immer präzise sind bzw, nicht sein können. Dieser Poll kam zwar von der Forschungsgruppe Wahlen, die sicherlich seriös ist - aber auch von den Effekten einer irgendwie misslungenen Stichprobe sein könnte.

      • Desdur Nahe

        @Comerade Aardvark:

        "Mit Verlaub, das stimmt so nicht"



        Da haben Sie recht, meine Fehlinterpretation.



        Das ändert allerdings wenig daran, dass muslimische Wählende, zumindest in Berlin, eine extrem wichtige Wählendengruppe darstellen. Das ist erstmal weder gut noch schlecht, bedeutet aber eben auch, dass beim Thema Migration kaum noch andere Standpunkte möglich sind als "Migration ist kein Problem", ohne nennenswert Stimmen zu verlieren.



        Das allerdings führt zwingend dazu, dass alles, was im Bezug auf Migration problembehaftet ist, ausschließlich von Parteien weiter rechts gestaltet werden wird. Die Linken nehmen sich da mit "ist doch alles prima" weitgehend selbst aus dem Spiel. Und war das bisher eher nur ein ideologischer Zwang, kommt jetzt eben auch noch der "Stimmenzwang" hinzu.

    • kastameily

      @Desdur Nahe:

      Hmmm,kurz nachgerechnet, ein bisschen gerundet, damit es sich einfacher nachvollziehen lässt:



      Sie schreiben, 50% der Stimmen der Linken kämen von Muslimen. Bei einem Ergebnis der Linken von 25,7 % sind das ungefähr 13% der insgesamt abgegebenen Stimmen. Dass diese aber von einer Bevölkerungsgruppe kommen, die nur einen Anteil von 8% an der Wählerschaft hat, ist schon merkwürdig.



      Kenne ja die Quelle dieser Zahlen nicht und kann nicht nachvollziehen, wo sich hier verrechnet wurde. Oder will hier einer nur blind polemisieren...

      • Comerade Aardvark

        @kastameily:

        Für Sie zur Info: die Quelle ist eine Exit-Befragung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der KNA, und das Ergebnis wurde, genau wie Sie vermuten, falsch wiedergegeben. bei den 51% handelt es sich um den Stimmenanteil von Die Linke unter Muslimen - laut der Stichprobe.

    • ANonnyMouse

      @Desdur Nahe:

      Ja, das ist ein bisschen wie der Brexit, für den erstaunlich viele Expats (wieso nennt man die eigentlich so, und nicht Migranten?) besonders in Spanien und Italien gestimmt haben. Nur dass die türkischen Expats hier es Erdogan verdanken, dass sie überhaupt wählen dürfen. Das dürfte ein Grund fürs Wahlverhalten sein. Der andere ist vermutlich der, dass wir noch die dritte Generation türkischer Einwanderer schlicht nicht hier ankommen lassen. Hübsches Beispiel die doppelte Staatsbürgerschaft - den Briten nach Brexit geradezu hinterhergeworfen, mit bevorzugter Bearbeitung, versteht sich. Den Türken, deren Elteen und Großeltern sich hier den Buckel krumm geschuftet haben, wird sie verwehrt, die sollen sich entscheiden. Und tun das natürlich für die türkische Staatsbürgerschaft, denn deutsch sein lassen wir sie ja nicht, und irgendwo will man ja dazugehören.

    • test_name

      @Desdur Nahe:

      "Dabei ist die Migration kein Problem"







      Rein mathematisch wird das Ungleichgewicht zwischen arm und reich dadurch größer, dass viele bei der Einreise arme Zuwanderer aufgenommen werden.

  • Axel Schäfer

    Die teuren Restaurants, Boutiquen und schicken Einkaufsstraßen gibt es in den nicht ganz so großen Großstädten doch vielerorts nicht mehr. Da fehlt in der Breite das Geld für Konsum über das nötigste hinaus und nur die Verstrahltesten versuchen noch nach unten zu treten. Da wird es bald wie in vielen Städten in den USA aussehen.

    • FancyBeard

      @Axel Schäfer:

      Schauen Sie sich die Entwicklungen der Einkommen un den USA und hier an, insbesondere seid Covid, dann wissen Sie wer hier wem etwas voraus hat. Das es in den USA teilweise aussieht wie es aussieht liegt eher an der Mentalität dort.

  • Agarack

    Man kennt die Leier von der Linken seit Jahrzehnten. Als könnten nicht zwei Dinge gleichzeitig wahr sein: Wachsende Armut und Ungleichheit UND Probleme, die durch ungesteuerte Migration mindestens begünstigt werden. Es gibt nicht "das Problem" - es gibt eine Vielzahl von Problemen unterschiedlicher Schwere und Signifikanz.

    Gleichzeitig ist nicht jede Forderung nach Verschärfung der Migrationspolitik immer "Rassismus" - die Tatsache, dass mit diesem Vorwurf in linken Kreisen mindestens seit 2015 so massiv um sich geworfen wird, hat übrigens massiv dazu beigetragen, dass der Vorwurf des Rassismus bei der tatsächlich rassistischen AfD nicht mehr verfängt, weil er beliebig geworden scheint.

    Man löst Probleme aber nicht durch Verweise auf andere Probleme. Das merkt man schon daran, dass dieser Artikel ohne ein einziges Argument für die These auskommt, dass ungesteuerte Migration kein Problem sei - es wird einfach nur auf die Armut verwiesen und damit ist das Thema erledigt. Probleme wie z.B. Integrationsprobleme mancher Gruppen oder die Überrepräsentation mancher Migranten in der Kriminalitätsstatistik müssen adressiert werden - und zwar von Links, sonst machen es die Rechten allein.

    • Katharina Reichenhall

      @Agarack:

      Vielen herzlichen Dank für Ihren Beitrag, besser kann man es nicht formulieren.



      Ich frage mich immer, ob so etwas manchen einfach nicht bewusst ist oder ob man bestimmte Themen einfach abräumen möchte, um sich mit unangenehmen Wahrheiten nicht befassen zu müssen.

  • Gondor

    Danke.



    Wenigstens einer der mal auf dieses unsägliche, immer wiederkehrende derailing hinweist.



    Und alle machen mit.🙄

  • Stavros

    "It's the economy, stupid."

    Aber der Politik von Union bis SPD fällt nichts weiter ein, als die Resultate einer verfehlten, destruktiven Wirtschafts-, Sozial- und Verteilungspolitik zu individualisieren.

    Mal Grundsicherungsempfängern, mal Migranten, mal Krankgeschriebenen in die Schuhe zu schieben.

    Es ist höchsterfreulich, dass zumindest Teile der jüngeren Generation nach Jahrzehnten politischer Lethargie die Zusammenhänge durchschauen.

  • behr Behr

    Leider sind alle Länderregierungen wenig erfolgreich für eine bessere Bildungspolitik zu sorgen und so Menschen bessere



    Berufschancen und damit höhere Einkommen zu ermöglichen.



    Schulabbrecher haben die schlechtesten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, aber die Schulabbrecherquoten steigen fast überall,



    In manchen Ländern, zB. Bremen und Berlin sind sie 2-stellig.



    Kein Wort darüber zB. in den Sondierungsgesprächen in Berlin,



    volle Konzentration auf Frau Emde, ob sie zur Fraktion gehören soll oder nicht.