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SPD in der KoalitionPartei für Lobbyinteressen

Die SPD trägt die Kürzungen beim Sozialen und bei demokratischen Rechten mit. Bezeichnend ist, dass es aus der Partei keinen Widerstand gibt.

Z u den Lieblingswörtern von Lars Klingbeil gehört neuerdings „pragmatisch“. Wohl kaum einen anderen Begriff hat der SPD-Vorsitzende in den Interviews der vergangenen Tage öfter benutzt. Diese Rhetorik hat eine konkrete Funktion: Sie soll verschleiern, dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands endgültig den Anspruch aufgegeben hat, eine Partei für die arbeitende Bevölkerung zu sein. Eine Partei für Menschen, die angestellt arbeiten, die in Mietwohnungen leben, die keine Vermögen haben und die auf einen funktionierenden Staat angewiesen sind, der nicht Korruption, sondern Transparenz fördert. Die SPD von heute ist, man kann es nicht anders sagen, in großen Teilen eine Partei für Vermögende, Unternehmen und Lobbyinteressen.

So hat die SPD gemeinsam mit CDU und CSU angekündigt, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) zu „reformieren“ – ein Euphemismus dafür, dass die Koalition dieses Gesetz faktisch abschafft. Durch die neuen Hürden wird es in der Praxis wertlos sein. Machtkontrolle und Transparenz sind eine unbedingte Voraussetzung für jeden demokratischen Staat – in einem Machtapparat, der nicht kontrolliert wird, werden Korruption und Machtmissbrauch zwangsläufig systemisch. Darunter leidet in erster Linie die Bevölkerung; man kennt es aus jedem autoritären Staat: Einzel- und Lobbyinteressen werden strukturell über die Interessen der Gesellschaft gestellt.

Journalist:innen, Zivilgesellschaft und Individuen haben dank des Gesetzes das Recht auf Einblick in staatliche Dokumente. Mithilfe von IFG-Anfragen konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Korruptionsaffären wie der Maskenskandal von Jens Spahn aufgedeckt werden. Das soll in Zukunft nicht mehr möglich sein. So weit ist bisher nicht einmal Trumps Regierung gegangen. Wer in der SPD in Zukunft noch davon sprechen möchte, auf der Seite der Demokratie oder gar der Bevölkerung zu stehen, sollte davon besser Abstand nehmen.

Ein weiteres Beispiel ist das Vorhaben der Koalition, dass Ar­beit­neh­me­r:in­nen in Zukunft – insofern es keine anderen unternehmensinternen Regeln gibt – bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzeigen müssen. Auch die telefonische Krankschreibung, die mit der Coronapandemie eingeführt wurde, soll nicht mehr möglich sein.

Die Prämisse dieser Beschlüsse, dass Deutsche besonders häufig krank seien oder die telefonische Krankschreibung missbraucht werde, ist haltlos. Oder anders: eine Lüge. Die Barmer Krankenkasse erklärt in einem ausgiebigen Faktencheck, dass die durchschnittlichen Krankheitstage in Deutschland im internationalen Vergleich weder besonders hoch sind, noch dass die telefonische Krankschreibung etwas mit dem Krankheitsstand zu tun hat. Sie macht nämlich nur 0,8 bis 1,2 Prozent der Krankschreibungen aus.

Das Signal, das die Koalition mit ihrem Beschluss senden will, ist ein anderes: Wir stärken Unternehmen, indem wir Angestellten Rechte entziehen. Die Behauptung von SPD-Vertreter:innen wie Lars Klingbeil, man habe damit nur größere Härten für Angestellte abgewendet, ist ein offensichtliches Ablenkungsmanöver.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Ein weiterer Beschluss: das geplante Verbot der Vergesellschaftung von Wohnungen großer Immobilienkonzerne. Dieses Gesetz kann als eine Lex Berlin verstanden werden: Dort haben 2021 fast 60 Prozent der Wäh­le­r:in­nen in einem Volksentscheid für eine solche Vergesellschaftung gestimmt. Die schwarz-rote Landesregierung hat dieses Votum schlicht ignoriert, nun übernimmt der Bund. Lobbyvereinigungen der Immobilienbranche warnen vor einer Vergesellschaftung, weil sie den Neubau behindern würde.

Auch SPD, CDU und CSU führen das als Begründung für das Verbot an. Dabei ist es ein Mythos, dass Neubau zu niedrigeren Mieten führen würde. Aber genau darauf zielen Vergesellschaftungspläne ab: Mieten für die allgemeine Bevölkerung bezahlbar zu machen. Selbst wenn die SPD der Vergesellschaftung kritisch gegenüber steht – Kritik wäre auch möglich, ohne sich komplett an den Interessen der Immobilienlobby zu orientieren.

Interessant ist bei alldem, mit welchem Selbstbewusstsein Lars Klingbeil trotz aller dieser Maßnahmen behauptet, die SPD diene der arbeitenden Bevölkerung. Er betont dabei besonders gern, dass durch die geplante Reform der Einkommensteuer Familien dank der SPD um 600 Euro im Jahr entlastet würden. Selbst wenn diese Entlastungen standhielten und nicht durch andere Belastungen, zum Beispiel steigende Sozialversicherungsbeiträge, aufgefressen würden – 600 Euro im Jahr ändern nichts an den grundlegenden Problemen, die Menschen in diesem Land haben.

Keinerlei Bezug zu den Lebensrealitäten

Weder daran, dass sich Menschen die horrenden Mieten in Städten nicht leisten können, noch daran, dass Eigentumserwerb durch hohe Kaufpreise und hohe Zinsen für die meisten Menschen praktisch unmöglich ist. Sie ändern nichts daran, dass Zehntausende Lehrkräfte fehlen und Schulen baufällig sind, dass Pflege unbezahlbar ist, dass die Lebenshaltungskosten steigen und steigen, dass 30 bis 40 Prozent der Menschen keinerlei Spareinlagen haben. Die Liste ist endlos. Die Chuzpe, 600 Euro – die am Ende vermutlich nicht einmal übrigbleiben – als Entlastung zu bezeichnen, zeigt, dass der SPD-Vorsitzende und seine Partei keinerlei Bezug zum Großteil der Menschen in Deutschland haben.

Auffällig ist außerdem, dass es aus der SPD keinen nennenswerten Widerstand gibt. Bisher hat die Partei zumindest in Teilen noch mit sich gerungen, Verschlechterungen für die arbeitende Bevölkerung mitzumachen. Das ist vorbei. Die jüngsten Beschlüsse der Koalition legen nahe, dass diejenigen, die eine Sozialdemokratie bewahren wollten, den Kampf gegen die Selbstaufgabe der Partei verloren haben.

Für Menschen, die nicht vermögend sind, gibt es kaum noch Gründe, die Sozialdemokratie zu wählen. Und so scheint es, dass der eingeschlagene Weg der Partei in deren Niedergang führen muss. Zumindest bleibt die Hoffnung, dass dadurch Neues entstehen kann.

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Gilda Sahebi

Gilda Sahebi

Ausgebildet als Ärztin und Politikwissenschaftlerin, dann den Weg in den Journalismus gefunden. Beschäftigt sich mit Rassismus, Antisemitismus, Medizin und Wissenschaft, Naher Osten.
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57 Kommentare

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  • Die SPD hat durch ihr "ja" zum Beitragsstabilisierungsgesetz dazu beigetragen, dass die Psychotherapie, insbesondere im Erwachsenenbereich, vernichtet wird. Dass im Rahmen des kurzfristig in den Gesetzesentwurf geschleusten Änderungsantrags § 87 Absatz 2c Satz 8 SGB V sowie § 87b Absatz 2 Satz 4 SGB V gestrichen wurden, welche auf jahrelanger verfassungsrechtlich (!!!) begründeter BSG-Rechtsprechung (Schutz vor staatlicher Willkür) beruhen, macht mich fassungslos: bvvp.de/wp-content...esetz_b_public.pdf Damit hat die SPD eine Regelung geschaffen, die einer AFD würdig wäre: zum einen durch die völlige Missachtung psychischen Leidens, zum anderen durch das bewusste Ignorierung verfassungsrechtlich relevanter Tatsachen. Wollte man vor einigen Jahren noch einen Umbau des Rechtsstaat nach polnischem Vorbild verhindern, scheint man nun selbst nicht viel davon zu halten. Beide Regierungsparteien - die eine aktiv (Spahn), die andere als williger Mitläufer (SPD) - ebnen gerade den Rechten den Weg.

    • @Katia Reinhardt:

      ""Damit hat die SPD eine Regelung geschaffen, die einer AFD würdig wäre:.....""



      ==



      Nur Sachlichkeit bietet Lösungen in der Finanzierungsfrage -



      den schwarzen Peter zu verteilen ohne zu beschreiben wer die Kürzungen eingetütet hat ist mit Sicherheit keine Lösung.



      =



      Die Kürzungen der Honorare wurden vom Erweiterten Bewertungsausschuss (E-BA) beschlossen. Dieses Gremium entscheidet über die Vergütung vertragsärztlicher Leistungen und besteht aus Vertretern der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) und der Ärzte bzw. Psychotherapeuten (Kassenärztliche Bundesvereinigung).



      =



      Die konkreten Kürzungen wurden maßgeblich auf Betreiben des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) durchgesetzt, gegen die Stimmen der Therapeutenvertreter. Die Krankenkassen begründeten dies mit einem zuvor STÄRKEREN Honorarwachstum im Vergleich zu anderen medizinischen Fachbereichen

  • Zitat Sahebi : ""Keinerlei Bezug zu den Lebensrealitäten""(gemeint ist der Koalitionspartner der CDU in der Regeierung.)



    =



    Eines von vielen Beispielen der SPD ausgleichende Gerechtigkeit in Realpolitik umzusetzen: Das Bundesfinanzministerium und das Bundesjustizministerium gehen stärker gegen Steuerhinterziehung vor. Dafür haben Bundesfinanzminister Klingbeil (SPD) und Bundesjustizministerin Hubig (SPD) einen neuen Aktionsplan vorgelegt. Darin schlagen sie unter anderem vor, Steuerhinterziehung wieder als Verbrechen und nicht nur als Vergehen zu ahnden und keine Straffreiheit bei Selbstanzeigen mehr zu gewähren.



    =



    »Die wenigen, die betrügen, schaden allen, die ehrlich ihre Steuern zahlen«, heißt es in dem SPD Papier. Ziel sei es, so Hubig und Klingbeil, Steuergerechtigkeit zu verstärken und Verstöße stärker zu ahnden.



    =



    Wer den Bezug zu Lebensrealitäten von Politikern lediglich eindimensional einfordert sollte in der Argumentation differenzieren lernen wenn "Er "oder "Sie" ernst genommen werden möchte.

  • Das Problem ist dass Klingbeil und Konsorten



    keinerlei politische Überzeugung haben.



    Es sind reine Funktionäre mit Machtwillen .



    Kaum zu glauben , dass früher im Grundsatz-



    programm der SPD der demokratische Sozialismus



    verankert war , wurde von Scholz gestrichen.



    In Schweden hat der demokratische Sozialismus ziemlich lange funktioniert.



    Hier wäre es auch möglich gewesen , es fehlte



    aber der politische Wille .

  • Zu dem Themenbereich Mieten/Wohnkosten/Immobilienlobby ist gerade ein sehr lesenswerter Artikel von Scott Santens erschienen, ich werde ihn mal irgendwann ins Deutsche übertragen:



    The Land Dividend: How a Land Value Tax Can Fund a UBI



    Why taxing the value of land is potentially the best tax for universal basic income by making housing cheaper, taxing AI indirectly, and pushing rents down instead of up



    scottsantens.subst...e-tax-dividend-ubi

    Es gehört auch zur Tragik der SPD und der Linken, dass grundsätzlich kaum Interesse an intelligenten Lösungen bzw. lösungsbezogenem Denken besteht.



    Sogar die Teile, die nicht einfach korrupt oder resigniert sind, begnügen sich meist mit einem "gut gemeint" statt es wenigstens zu versuchen auch gut zu machen.

  • Früher hätte ich mir Sorgen gemacht aufgrund des Niedergangs der alten Volksparteien, insbesondere der SPD.

    Schließlich bin ich in einer Zeit aufgewachsen, als die Sozialdemokratie gewissermaßen "gewonnen" zu haben schien. Dabei zeigten sich damals wohl bereits, in guter Dialektik, die ersten Zeichen des Kommenden. Aber niemand schenkte ihnen Aufmerksamkeit.

    Heute, wo die alten Staatsparteien Union und SPD gemeinsam in den Umfragen um die 35% erreichen und kein Ende des Abstiegs in Sicht ist, sind die Sorgen um sie unbegründet.

    Es geht nicht mehr darum, OB sie untergehen werden, sondern WAS nach ihnen kommt. Welche Strukturen, welche Demokratie, welches Maß an kollektiver sozialer Absicherung.

    Wir alle spüren die Nervosität einer Gesellschaft, die spürt, dass das Alte geht, aber noch nicht weiß, wohin sie als nächstes gehen wird. Ist es eine interessante Zwischenzeit? Der Beginn etwas ganz Anderen?

    Die Herausforderung unserer Zeit ist es, dass sie in viele Richtungen offen ist. Wir sollten uns weniger damit beschäftigen, das Alte zu bekämpfen als damit, das Neue zu bauen. Und vor allem was das sein kann.

  • Es ist schon interessant,



    mit wieviel Verve sich selbsternannte Linke an der SPD abarbeiten.



    Kein Widerstand?



    Die derzeitigen Reformen enthalten eben NICHT die Abkehr vom 8Stunden Tag.



    Die Sozialpartner sind hier gefragt.



    Trotz gegenteiliger Behauptung der CSU werden Reiche eben doch höher besteuert,



    Und das ganz ohne dass der Soli abgeschafft wird, wie Spahn es forderte.



    Der derzeitige Soli ist übrigens immer noch eine von der SPD veränderte nur noch für Reiche geltende Steuer, die dem Staat 12 Mrd. € pro Jahr einbringt.



    Trotz Kürzungen bleibt es bei der zugesagten Rentensituation bis 2030.



    Es dürfte eigentlich deutlich geworden sein, dass der Staat wegen der Wirtschaftsflaute weniger Geld zu verteilen hat.



    Dennoch wird diese Tatsache schlicht geleugnet und das Wort Sparen ungern realisiert.



    Dennoch stehen für im Text angegebene Mängel u.B. an Schulen Milliarden im Sondervermögen bereit.



    Ich finde ja, dass es die „afd“ ist, die unser Land bedroht.



    Es wäre schön, wenn die Energie sich auf die Verhinderung des Faschismus hierzulande konzentrieren würde.

    • @Philippo1000:

      Es wäre v.a. schön, wenn man dem Faschismus durch umsichtige & sozial absichernde Politik einen Großteil seines strukturellen Nährbodens nimmt, um die Argumentation "Fremde, Schwache und Bedürftige kosten Geld --> Alles wird teurer, Geld ist knapp und es ist tabu, es bei den Reichen zu holen --> die, die Geld kosten, müssen weg" zu durchbrechen. Das muss dann aber im Alltag der Menschen spürbar mal über Jahre konsequent durchgehalten werden, dass Leute spüren, das ihr Leben wieder besser wird (Mieten, Preise, Infrastruktur).



      Die AfD saugt doch die Unzufriedenheit & über Jahrzehnte von Neoliberalismus gewachsenen schlechten Erfahrungen der einfachen Menschen nebst (sehr begründeten) Zukunftsängsten auf wie ein Schwamm.



      Weniger Geld zu verteilen zu haben, ist eine Sache. Wem man aber was wegnimmt, die andere - politische, eben. Der Staat ist kein Unternehmen und kein Privathaushalt, auch das ist Tatsache. Er kann z. B. über Steuern gesamtgesellschaftlich generierten Wohlstand besteuern.

  • Die niederschmetternden, teils vernichtenden Kommentare zum Zustand der SPD sind ja alle zutreffend, leider. In fast jedem Kommentar zur SPD hebt zwar auch das immerwährende, nicht ernstzunehmende Verratsgeschrei an, werden von rechter wie linker Seite Krokodilstränen (der Heuchelei) vergossen, aber dieses Mal scheint es wirklich ernst zu sein.



    Nur ‚letzte Mohikaner‘ wie hier in der Kommune z.B. @zartbitter können dem Wirken der SPD noch etwas Gutes abgewinnen.



    Also halten wir fest: der Absfieg der SPD in die politische Bedeutungslosigkeit ist besiegelt, ob man dafür nun Klingbeil höchstpersönlich verantwortlich macht oder nicht. Die Lücke jedoch, die das reißt, wird nicht mehr gestopft werden können. Ganz schlecht für die Demokratie.



    Die Linke kann es programmatisch nicht, obwohl sie derzeit die richtigen Antworten auf die sozialen Fragen dieser Zeit findet. Das Projekt BSW, eine Art konservative Law-and-Order-SPD, kann als gescheitert betrachtet werden. Eine Sahra Wagenknecht ist eben kein Helmut Schmidt.



    Und die Grünen? ‚Millieutechnisch‘ liegen Welten zwischen deren Klientel und dem der SPD. Ich fürchte, auch hier wird eher die AfD vom Nachlass der SPD profitieren.

    • @Abdurchdiemitte:

      ""Der‚letzte Mohikaner‘ und die die richtigen Antworten auf die sozialen Fragen in der Bedeutungslosigkeit""



      ==



      Leider haben sie vergessen zu beschreiben woher die Finanzierung der sozialen Fragen künftig kommen soll. Desweiteren haben sie vergessen das die Sozialdemokraten



      derzeit den wirksamen Bremsklotz in der Regierung abgeben Kürzungen der Finanzierung der sozialen Fragen zu begrenzen aber trotzdem für einen ausgeglichenen Haushalt sorgen.



      =



      Ansonsten -- für sie persönlich folgendes sozialdemokratisches Beispiel: - Manuela Schwesig (SPD) kämpft bei der anstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September mit Erfolg um den Sieg -



      im September 2025 mit 19% gestartete liegt Schwesig im Juli 2026 in den Umfragen bei knapp 30%.



      =



      Das sie das als bedeutungslos empfinden ist irgendwie seltsam - auf jeden Fall steckt keine linke politische Haltung dahinter wenn Erfolge der SPD die agd von der politischen Macht fern zu halten diskreditiert werden.



      =

      • @zartbitter:

        Manuela Schwesig. Gerade da erwischen Sie mich auf dem falschen Fuß bzw. stecken mich in die falsche Schublade.



        Mehrfach schon habe ich, in Zusammenhang mit den Wahlen in Meck-Pom, darauf hingewiesen, dass eine starke SPD dort ein Beitrag sein kann, die AfD auszubremsen. Den Wahlsieg Frau Schwesigs in Schwerin wünsche ich der SPD daher also von Herzen. Ebenso den Wahlsieg Herrn Schulzes und seiner CDU in Magdeburg.



        Würde ich das wohl tun, wenn ich die CDU für eine faschistische Partei oder Sozialdemokraten für eine Art Sozialfaschisten halten würde (wie das die KPD fälschlicherweise in der Weimarer Republik getan hat)?



        Warum mein Herz derzeit dennoch mehr für Die Linke schlägt, habe ich hier auch schon mehrfach erläutert.

      • @zartbitter:

        Geld steht nur in begrenztem Umfang zur Verfügung, das sollte hoffentlich allen klar sein. Selbst wenn man die Super-Reichen intensiver zur Kasse bittet, wie es Die Linke fordert, löst das nicht alle Probleme der Finanzierung eines Sozialstaates, der diesen Namen auch wirklich verdient. Auch das ist klar.



        Aber ich unterstütze gerne alle Vorschläge, die zumindest in die richtige Richtung weisen. Nur was die Bundesregierung da plant, gehört definitiv nicht dazu.



        Wir hatten doch neulich hier in der taz ein vielfach kommentiertes Streitgespräch zwischen den Militärexperten Masala und Mutschler. Darin ging es u.a. um die richtigen Antworten angesichts der von Russland ausgehenden Bedrohung sowie eine intelligente Finanzierung vor dem Hintergrund moderner hochtechnologischer, drohnenbasierter Kriegsführung (mit der wir es im Kriegsfall wahrscheinlich zu tun bekommen).



        So wie man akzeptieren muss, dass künftig mehr über Verteidigung gesprochen wird, so muss man auch akzeptieren, dass die weitgehende Einplanierung des Sozialstaates eine echte Gefahr für die Demokratie bedeutet.



        Massiv steigende Rüstungsausgaben werden dann zum Problem, wenn auf der soziale Seite nicht gegengesteuert wird

        • @Abdurchdiemitte:

          ""Die Linke fordert, löst das nicht alle Probleme der Finanzierung eines Sozialstaates, der diesen Namen auch wirklich verdient.""



          ==



          1.. Ein Sozialstaat funktioniert nur bei Sicherheit, Schutz und wirksamer Abschreckung vor äußeren Feinden.



          2.. Wer keinen Krieg möchte sollte auch erklären können wie er einen Krieg verhindern möchte. Einseitige Gesprächsbereitschaft reicht bei weitem nicht.

    • @Abdurchdiemitte:

      Ich glaube, Sie haben Recht. Und das Ende der SPD als wichtiger politischer Kraft (und mittelfristig auch der Union) ist die eigentliche "Zeitenwende".

      Die Frage bleibt, wie das Land nach der Phase des Übergangs seine Zukunft gestaltet. Und eigentlich schon bereits jetzt.

  • Dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen. Und es ist leider nur zu wahr, dass die SPD das Verständnis für die Armen und hart arbeitenden "Normalos", natürlich meist ohne Tarifbindung, verloren hat.



    So traut sich die SPD in Hannover nicht, sich vom Totengräber der Partei, Ex-Bundeskanzler Schröder, loszusagen. Zu tief sitzt die Kumpanei. Und für zu viele ist in dieser Stadt die SPD nur ein Mittel zur Karriere. Wie abgehoben das daher kommen kann zeigt z.B. die Reaktion des unterlegenen SPD-Kandidaten bei der letzten Oberbürgermeisterwahl: er war vom Wahlverhalten der Bürger sehr enttäuscht. In Hannover könnte man problemlos noch einige ähnlich merkwürdiger Fälle benennen. Hannover als Hochburg der SPD wird tüchtig heruntergewirtschaftet.

  • In kaum einer Zeit ist sozialdemokratische Politik wichtiger gewesen als heute, umso bitterer dass sich die Sozis machtgierigen, wirbellosen Opportunisten wie Klingbeil ausliefern, die fürs eigene Pöstchen auch das Willy-Brandt-Haus verpfänden würden.



    Alle Missstände, die heute zu beklagen sind, sind das Ergebnis von SPD-Politik, seit 1998 waren die Sozis nur vier Jahre nicht in der Regierung. Krise am Mietmarkt, verfallende Infrastruktur, überbordende Bürokratie, ein unübersichtlicher und kaum zielgenauer Sozialstaat, dazu eine beschämende Flüchtlingspolitik und Politik zulasten der Schwachen in der Gesellschaft. Systematischer kann man die eigene Abwicklung kaum betreiben.

    • @FtznFrtz:

      Die Sozis sind Ihre eigenen Totengräber .



      Aber die SPD hat schon seit 1913 ihre eigenen Parteiprogramme , in der Regierungsverantwortung ,seit 1919, meist



      gründlich misachtet.



      Das ist eine alte SPD- Tration .

  • Mich wundert eher, das die Lücke, die von der SPD hinterlassen wurde, kaum gefüllt wird. Da ist nur die Linkspartei. Doch die kann vielleicht mal wirklich nur den ganz linken Rand dieser Lücke abdecken.

    Ansonsten stimme ich dem Verfasser des Artikels voll und ganz zu. Die SPD ist meilenweit von dem entfernt, was noch unter Brand und Schmidt vorgelebt wurde. Und ich denke nicht, dass sie eines Tages dorthin zurück finden wird. Für mich persönlich war der Tiefpunkt lange nach Schröder, als Arbeitsministerin Angela Nahles allen Ernstes das Hartz 4 für Alleinerziehende kürzen wollte, weil die Kinder ja hin und wieder beim anderen Elternteil sind und dafür ausgerechnet vom Amtsvorgängerin Ursula von der Leyen (!) massiv kritisiert wurde. Schon da war mir klar, dass diese Partei sehr bald schon in die Bedeutungslosigkeit verschwinden wird.

    • @Arafna:

      Weder Sie können Ihre, noch ich könnte meine folgende Aussage belegen:



      Wären Schmidt oder Brandt noch am Leben, die wären heute inhaltlich sicher eher auch Linie von Merz und Kubicki. Sicher nicht auf Linie der Jungsozis oder gar Reichineck und Co. Und da bin ich mir aber mal ganz sicher.



      Also gut, dass wir beide das jeweils nicht beweisen können. Derlei Vergleiche sind vergossene Milch.

      • @Tom Farmer:

        Was man aber tatsächlich mit Sicherheit sagen kann: weder Merz liegt auf Linie mit der Merkel-CDU noch Kubicki bzw. die heutige FDP auf Linie mit der damaligen sozialliberalen FDP. Genschers Anliegen war es immerhin noch, alle Strömungen des politischen Liberalismus in die FDP zu integrieren, trotz Abkehr von der sozialliberalen Koalition.



        Unter Kubicki steht sogar zu befürchten, dass die FDP eines Tages mit der rechtsextremistischen AfD fusioniert.

  • Diese ominösen 600 € "Entlastung" ist Augenwischerei, die rühren weitgehend von der Anhebung des steuerfreien Existenzminimums, die verfassungsrechtlich ohnehin zwingend ist. Sich dafür feiern zu lassen ist mehr als unangebracht. Oder soll man darüber jubeln, dass die Bundesregierung sich an die Verfassung hält?



    Und eine "Entlastung" ist das schon gar nicht, allenfalls ein Inflationsausgleich....

  • Klingbeil versucht nach Kräften, das zu beenden, was Schröder und seine Agendaritter begonnen haben: die Sozen unter 5 % zu drücken.

    Entweder die SPD entledigt sich der Seeheimer oder die Seeheimer erledigen die SPD.

  • Gesetzlich festgeschriebenen Transparenz, Lobbyregister -



    und die SPD



    ==



    Auf Betreiben der SPD wurde trotz anfänglichen Widerstands der CDU das Deutsche Lobbyregister eingeführt. Dieses verpflichtet Interessenvertreter offenzulegen, in wessen Auftrag sie agieren. Die Regeln wurden durch die Ampel-Koalition weiter verschärft, sodass Lobbyisten nun angeben müssen, auf welche konkreten Gesetzesvorhaben sie abzielen und welches die Kernpunkte ihrer Forderungen sind.

  • Die SPD glaubt offenbar noch immer, dass der Wandel des politischen Klimas, der zum Abschmelzen dieses einstigen Riesengletschers in der politischen Landschaft von 40,8% in 1998 bis auf unter 14% in 2026 geführt hat, nicht von ihren Menschen gemacht sei, sondern auf "natürliche Ursachen" (Demografie, wirtschaftliche Konjunktur, Weltlage) zurückzuführen sei.



    Rezepte, wie man diese Art von "Klimakrise" bekämpfen könnte, fehlen...

  • Es mag ja das bashing der alten Tante SPD en vogue sein, aber sie muss sich als Regierungspartei er Realität stellen, inhaltlich und angesichts der Tatsache, dass es in Deutschland eine nahezu 60%tige Mehrheit gegen Links gibt und die Ideen wie mehr Umverteilung daran scheitern werden. Sie kann sich aus dem Staub machen, dann gibt es über kurz oder lang eine CDU/AFD Regierung oder aber mitgestalten. Letzteres tut sie verantwortungsvoll angesichts der Tatsache, dass dieAusgaben die Einnahmen seit Jahren übersteigen.

  • SPD? Höhö.



    Wohl eher ExPD

    Ich sage ja: Die heutigen Granden dieser Partei haben einfach den altehrwürdigen Namen "SPD" gehijackt und machen jetzt unter diesem Label eine ganz andere Politik.



    Mit ganz anderen Zielen.

    Aber sie segeln weiter unter diesem bekannten und einstmals gut beläumundeten Label.

    Und die Menschen glauben hinter dem Begriff "SPD" auf dem Wahlzettel verbirgt sich noch immer diese Partei der Arbeiter, des kleinen Mannes und der Familien.



    Abe in Wahrheit': Flötepiepen !

  • "Wer in der SPD in Zukunft noch davon sprechen möchte, auf der Seite der Demokratie oder gar der Bevölkerung zu stehen, sollte davon besser Abstand nehmen." (???)



    =



    In der aktuellen Regierungspolitik setzt die SPD auf einen klaren Fokus: soziale Gerechtigkeit und finanzielle Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen. Dies zeigt sich in den umfassenden Reformpaketen und in den weitreichende Anpassungen in den Bereichen Steuern, Rente & Arbeitsmarkt.



    =



    Die SPD verteidigt hart erkämpfte soziale Standards. Bei Renten & in der Pflege setzt sich die SPD für stabile Systeme ein, die auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Generationengerechtigkeit und Sicherheit garantieren.



    =



    Die SPD fordert einen starken Schutz vor überhöhten Mieten u& hat hierzu Mietrechtspakete auf den Weg gebracht. Im Fokus stehen dabei die Begrenzung von Indexmieten sowie das Schließen von Schlupflöchern bei möbliertem Wohnen und Kurzzeitvermietungen, um die Mietpreisbremse zu sichern.



    =



    Die SPD befürwortet, dass die öffentliche Hand aktiv am Wohnungsmarkt agiert. Landeseigene Grundstücke sollen verbilligt für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt und der gemeinnützige Wohnungsbau gefördert werden.

  • Ich finde, dass das IFG speziell in Behörden erhebliche Kapazitäten beansprucht, die sich auf die eigentliche Aufgabenerfüllung konzentrieren könnten.

    Nahezu jeder entsprechende Antrag hierzu, den ich bislang sah, kam von einem querulatorisch veranlagten Wutbürger, der sich außerstande sah, eine nicht 1:1 seinem Willen entsprechenden Entscheidung hinzunehmen.

    • @Metallkopf:

      Soso, ich bin also "ein querulatorisch veranlagten Wutbürger" wenn ich z.B. wissen will was bei der letzten Lebensmittelkontrolle der Pizzaria um die Ecke rausgekommen ist ?



      Wo doch die Pizzaria plötzlich für drei Wochen schliessen musste ...

      Also ich würde vorschlagen dass sie bei der Recherche nach IFG-Anfragen einfach mal aus ihrer Bubble rauskommen ...

      • @Bolzkopf:

        Ich hatte ja geschrieben: "nahezu", nicht alle. Aber ja, wenn Krethi und Plethi das Gesundheitsamt mit Aktenanfragen auslasten, dann machen die dort mit der Materie befassten Menschen erst einmal fast nur noch das. Anstatt, ihre Arbeit zu tun, nämlich Kontrollen durchzuführen.

        Und spätestens beim nächsten Skandal kommt dann die Empörung: "Warum wird so ein Laden nicht geschlossen?!"

        Antwort: "Weil wir IFG-Anfragen beantworten, statt Lebensmittelkontrollen durchzuführen!"

    • @Metallkopf:

      Dann muss Behördenhandeln eben schlanker und nachvollziehbarer werden. Dann kann es auch schneller vermittelt und offengelegt werden.



      Es geht nicht an dass Behörden mit dieser Argumentation nicht rechenschaftspflichtig sein sollen den BürgerInnen gegenüber.



      Es ist im übrigen ganz im Gegenteil ein Alarmsignal sofern nur besonders motivierte Einzelne Abfragen vornehmen: Für "normale" Menschen ist Behördenhandeln auch mit dem IFG schwer nachvollziehbar und letzten Endes frustrierend, weil: "Die da oben machen doch eh was sie wollen".

      Das müsste ALLES solange verschlankt und vereinfacht werden bis Abfragen nach dem IFG eine alltägliche und von Behörden einfach zu bearbeitende Routine sind!

      • @V. Ohneland:

        Ich pflichte Ihnen bei. Behörden müssen transparent und nachvollziehbar arbeiten. Aber dafür hat der Gesetzgeber die Beteiligtenrechte und die Klagebefugnis geschaffen. Damit jeder Bürger, den eine Sache auch wirklich unmittelbar persönlich betrifft, Möglichkeiten zur Kontrolle hat.

        Das Problem sind Leute, denen entweder langweilig ist, die ohnehin Beef mit Behörden haben, oder sich als eine Art Günther Wallraff bei Temu bestellt wähnen.

  • Warum kein Widerstand mehr aus der spd?



    Weil diese Mitglieder (so wie ich!) bereits ausgetreten sind, nachdem scholz- obwohl Bundeskanzler- nicht die Leitlinien der Politik bestimmen wollte- u.a. weil die lindner fdp ihn erpresste, aber auch weil es ihm an Rückgrat und einer Vision für das Land fehlte.



    Er war daher (für wahrscheinlich lange Zeit!) der letzte spd-Kanzler, der die Chance auf positive Reformen des Landes hatte, aber er hat sie nicht genutzt, sondern die Interessen der Arbeiter verraten (siehe die Nichtbekämpfung von (legalem und illegalem) Steuerdiebstahl durch Reiche, Mega-Erben und Multinationale Konzerne). Der einzige, der wirklich positive Veränderungen anstrebte in scholz' Kabinett, war Robert Habeck.



    Seine Erfolge (und seine positive Utopie für Deutschland!) werden jetzt unter merz alle rückabgewickelt (fossiler roll-back).



    Kein Wunder, dass Deutschland jetzt in einer Depressionsstarre verharrt.



    Die Noch-Mitglieder der Rest-spd sind nicht zu beneiden.

    • @So,so:

      Glaube nicht dass es noch viele "Rest"-SPDler gibt.



      Der größte Teil wird "Neu"-SPDler sein die sich voll und ganz mit der jetztigen SPD identifizieren. Wer weiß - veilleicht sind das ja ehemalige FDP'er.



      Die SPD sollte ehrlicher Weise den Namen ablegen (andere Parteien haben das ja auch geschafft) und sich vielleicht in RPD "Reichen Partei Deutschland" umbenennen oder auch in CPD (selbsterklärend)



      (wobei ich beide Namen zufällig gewählt habe und jedwede Ähnlichkeit mit existierenden oder einst existierenden Strukturen rein zufälltig wäre)

  • Die TAZ begleitet seit längerer Zeit sachlich und rechnerisch richtig den Abstieg der SPD, dafür gebührt ihr Dank. Echt : SPD. Man glaubt es nicht.

  • Der Tazbeitrag und alle Kommentare treffen es auf den Punkt.



    Seit Schröder heisst es also wieder:



    Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!!!

  • Welche Partei bedient eigentlich keine Lobbyinteressen? Letztendlich sind Parteien Interessensvertreter auch wenn die Ansprüche andere sind.

    • @FraMa:

      Es ist halt nur ein Unterschied ob das Wohl des Volkes an erster Stelle steht oder Partikularinteressen von Lobbyisten. Bei den meisten Parteien im Bundestag gilt letzteres, aber so äußert sich halt eine Oligarchie.

    • @FraMa:

      Kein dummer Kommentar! Aber welche Interessen sollte die SPD wohl nach Meinung ihrer Stammwähler bedienen?

    • @FraMa:

      Kritisiert wird in dem Artikel nicht, dass die SPD überhaupt Lobbyinteressen vertritt, sondern dass sie die Interessen der "falschen" Lobby verträte. Würde man erkennen, wenn man den ganzen Artikel und nicht nur die Überschrift läse.

    • @FraMa:

      " Letztendlich sind Parteien Interessensvertreter auch wenn die Ansprüche andere sind."



      Völlig richtig. Deshalb ist der Kritikpunkt eigentlich, dass die SPD nicht (mehr) die Interessen ihrer Klientel vertritt...

  • taz-Foto: *Das SPD-Präsidium vor der Statue von Willy Brandt in der Parteizentrale in Berlin*

    Die soziale SPD von Willy Brandt ist schon lange tot und wird auch nicht mehr auferstehen.

    Die SPD macht seit Gerhard Schröder nur noch neoliberale Politik für die Reichen und Mächtigen. Und jetzt mit Lars Klingbeil hat die SPD die kleinen Bürger endgültig an die Konservativen und Neoliberalen verkauft, anstatt sich endlich mal gemeinsam mit 'Die Linke' und den 'Grünen' diesem kapitalistischen Wahnsinn (der das Klima zerstört und Menschen/Natur ausbeutet) entgegenzustellen.

    Die jetzige (S)PD ist nur noch der Steigbügelhalter von Friedrich-"BlackRock"-Merz und wird in absehbarer Zeit sicherlich keine Rolle in der Politik mehr spielen.

    • @Ricky-13:

      @ Ricky-13



      Die CDU / CSU brauchen doch in vielen Entscheidungen nur eine einfache Mehrheit, mit ner' Prise AfD immer machbar. Was soll die SPD da ausrichten ?

      • @Alex_der_Wunderer:

        Wie ich schon einmal in der taz geschrieben hatte: "Zwischen der Merz-Union und der AfD passt jetzt schon kein Blatt Papier mehr."

        Leider ist die soziale SPD von Willy Brandt schon lange tot und wird auch nicht mehr auferstehen. Bei Willy Brandt und auch bei Helmut Schmidt hätte es so eine unsoziale CDU/CSU-Politik mit der SPD jedenfalls nicht gegeben. Aber seit Gerhard Schröder steht das "S" in SPD ja bekanntlich nur noch für Sozialabbau - und seitdem wird die AfD auch immer größer.

        Und die Klingbeil-(S)PD - die immer noch das "neoliberale Schröder-Virus" in sich hat - fungiert heute 'nur noch' als Steigbügelhalter für den "BlackRock-Kanzler" und will ohnehin nichts Soziales mehr für die kleinen Bürger ausrichten.

        • @Ricky-13:

          @Ricky-13



          Ich bin sehr für eine Verfassungsrechtlich Überprüfung der Unionsparteien, der AfD & selbstredend der FDF.



          Nach dem vermutlichen Parteienverbot dieser Parteien, Erstattung des rausgeschmissenen Steuergeld - unverzügliche Neuwahlen.

  • Ich teile die Kritik in weiten Teilen, aber: Gegen die Änderungen beim IGF gibt es sehr wohl parteiinternen Widerstand! Auch seitens der Abgeordneten!

    • @Reisehank:

      Aber am Ende gibt es keinen SPD-Abgeordneten, der tatsächlich gegen die Abschaffung stimmt.



      Anderes Beispiel: Ausgerechnet das sozialpolitische Aushängeschild der SPD, MdB Heike Heubach, nennt es 'staatspolitische Verantwortung', dass die SPD jetzt den ärmsten in die Taschen greift.

  • "Die SPD von heute ist, man kann es nicht anders sagen, in großen Teilen eine Partei für Vermögende, Unternehmen und Lobbyinteressen."

    Das ist nur ein Aspekt.



    Die SPD von heute ist hauptsächlich eine Partei für Funktionäre der Partei und Karrieristen mit Verbindungen zur Partei.



    Die SPD kann immer weniger Wähler überzeugen, aber ihr Einfluß war noch nie so groß. Gescheiterte SPD-Funktionäre sitzen an der Spitze von DGB und Bundesagentur für Arbeit, die meisten Stellen im Bundesverfassungsgericht werden verteilt über SPD-Ticket, und selbst für Frau Esken hat man noch eine Leitungsfunktion beim Bundesrechnungshof gefunden. Das setzt sich auch in der zweiten Reihe fort, Heiko Maas bekommt ein erkleckliches Zubrot im Beirat der staatlich kontrollierten RAG-Stiftung, und so weiter.







    Solange die Partei noch über 5 Prozent kommt, wird sich daran auch nichts ändern.

  • Auf diesen Artikel kann die taz stolz sein. Es beschreibt das Handeln der SPD und die Positionen des Mainstreams innerhalb der SPD richtig.



    Ich habe noch etwas Hoffnung, dass sich ein paar Abgeordnete der SPD finden werden, die bereit sind, das Richtige zu tun. Das Richtige wäre, all die Kürzungen im Sozialen zu lassen, bei der Rente, der Gesundheitssystem, der Pflege, beim Arbeitsrecht etc. etc. und stattdessen Milliardäre und Superreiche stärker zu besteuern. Denn da liegt die eigentliche Ursache für die Probleme, nicht nur in Deutschland, sondern in vielen anderen westlichen Demokratien. Die Besteuerung von Milliardären und Superreichen ist seit 40 Jahren immer geringer geworden mit der Folge, dass z.B. diese in Deutschland alleine seit 2024 ihr Vermögen um 400 Mrd. $ gestiegen ist. Nicht durch eigene Leistung, sondern weil seit 2008 über 60.000 Mrd.$ von Staaten und Zentralbanken in die Finanzmärkte gepumpt worden sind. Dadurch sind die Aktien enorm gestiegen und damit die, deren Vermögen vor allem aus Aktien gestiegen, überproportional reicher geworden. Und alle anderen knapsen an den Schulden. Nur 30 SPD-Abgeordnete können das ändern. Ich hoffe, es gibt die 30.

  • Bereitet sich die bis zur Unkenntlichkeit entstellte Sozialdemokratie auf eine Parteienfusion mit der Union vor?

    • @Saschas2Cents:

      Die UPD. Das S und CD hat eh keiner mehr erkannt bzw wusste niemand mehr wofür das stand.

  • Volle Zustimmung. Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Die geplante Streichung der Unterhaltsvorzahlung des Staates für Kinder ab 16 Jahren ist letztlich auch eine Sozialkürzung. Suggeriert wird, dass die meisten Väter nicht zahlen wollen, wenn es eigentlich so ist, dass die meisten nicht zahlen können. Für die betroffenen Alleinerziehenden bleibt am Ende viel weniger Geld. Und diese Gruppe kann sich kaum wehren.

    Neu ist das allerdings nicht. Schon Schröder feierte sich dafür, dass Deutschland danks seiner Agenda 2010 den größten Niedriglohnsektor Europas habe. Schröders Regierung war es auch, die die Ein-Euro-Jobs einführte. Eine perfide Idee, die heute noch viele CDUler begeistert.

  • Tschüss SPD, wer so gegen die eigenen Wähler handelt braucht sich über Wahlergebnisse nicht wundern. Die älteste Partei zeigt wie man sich selbst entfernt. Nicht mehr lang und die SPD ist endgültig Geschichte. Sie haben es ja so gewollt.

    • @Rauschebart:

      "...wer so gegen die eigenen Wähler handelt braucht sich über Wahlergebnisse nicht wundern." Sehr wohl sollte man sich als Linke(r) wundern. Wenn man nämlich in Betracht zieht, dass die SPD die meisten Stimmen an CDU und AgD verliert (siehe Bundestagswahl 2025), die sich beide noch weniger an den Interessen der klassischen SPD-Klientel orientieren.

  • Diese SPD hat fertig. Als ehemaliger Sozialdemokrat widert mich diese Partei inzwischen an.



    CDU, FDP und AfD gehen gar nicht.



    Bleiben nur noch die Grünen oder die Linke mit grummeln im Bauch.

  • Die SPD reißt sich und das Land mit ihrem Verhalten immer mehr in den Abgrund. Man möchte die Augen vor dem Niedergang einer einstmals so stolzen Volkspartei verschließen. Wie weit sich die SPD gegenüber der Bevölkerung abschirmt, kann man auch daran erkennen, dass noch nicht einmal Philipp Türmer mehr auf Argumente, die ihm in der innerparteilichen Diskussion geholfen hätten, reagiert. Das musste ich aus eigener Erfahrung erleben.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Der letzte Satz lautet richtig: Das musste ich aus eigenem Erleben erfahren.



      Kommentieren über Smartphone ist eine Kunst für sich; die Texte sind schwieriger zu lesen.