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Vor Landtagswahlen in OstdeutschlandCampact sammelt 2,5 Millionen Euro Spenden gegen die AfD

In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bekommt die AfD Gegenwind: Eine Spendenkampagne geht durch die Decke, vor Ort formieren sich Bündnisse.

In Umfragen kommt die AfD in Sachsen-Anhalt weiter auf 41 Prozent – nah an einer absoluten Mehrheit. Und auch in Mecklenburg-Vorpommern liegt die Partei bei 36 Prozent. Doch inzwischen formieren sich massive Kampagnen gegen die Partei. Nach taz-Informationen überschritt nun eine Spendenkampagne der NGO Campact die Marke von 2,5 Millionen Euro. Es ist damit die größte Spendenaktion gegen die AfD in Deutschland.

Laut Campact haben inzwischen mehr als 60.000 Menschen für den „NoAfD-Fonds“ gespendet. Die Summe von 2,5 Millionen Euro überschreitet nun deutlich das Budget, mit dem die AfD nach eigenen Angaben für ihren Wahlkampf in Sachsen-Anhalt plante: 1,5 Millionen Euro. Campact startete seine Spendenkampagne im vergangenen Oktober, nachdem die rechtsextreme Partei diese Summe bekannt gegeben hatte.

Campact-Kampagnenleiterin Luise Neumann-Cosel erklärte: „Die AfD mag Millionen in ihren Wahlkampf stecken, doch ihr steht eine starke demokratische Zivilgesellschaft gegenüber.“ Die Spenden von Zehntausenden Menschen seien ein deutliches Zeichen. „Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind nicht braun, sondern bunt und demokratisch.“

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„Täglich erreichen uns neue Anfragen“

Die Spenden, die im „NoAfD-Fonds“ eingehen, nutzt Campact zur Hälfte für eigene Aktionen. Mit der anderen Hälfte werden Demokratieprojekte in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern finanziell unterstützt. Aktuell sind das rund 40 Projekte: Demokratiebildung an Schulen, Plakataktionen, Demonstrationen oder Kulturveranstaltungen auf dem Land.

Louise Kaufmann, bei Campact verantwortlich für den „NoAfD-Fonds“, erklärt, der Bedarf nach der Unterstützung sei hoch. „Täglich erreichen uns neue Anfragen. Wir wollen, dass kein Projekt am Geld scheitert.“ Und Kaufmann betont: „Die Leute vor Ort wissen am besten, wo die Probleme liegen und wie man mit den Menschen ins Gespräch kommt.“ Schon zu Beginn hatte Campact als Ziel eine Summe von 2,5 Millionen Euro ausgegeben. Damals sei man sich aber unsicher gewesen, ob das nicht etwas zu hoch sei, erzählt Kaufmannn. Doch die Spenden und Rückmeldungen seien enorm. „Viele Menschen fühlen sich machtlos und wollen etwas tun, auch wenn sie nicht in den Bundesländern leben.“

Und Campact ist nicht allein. Auch der Verein „Kein Bock auf Nazis“ wird im Wahlkampf mitmischen. Er buchte Hunderte Plakatwände in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, um dort Botschaften gegen Rechtsextremismus zu platzieren. Dazu werden knapp eine Million Flyer, Sticker und Poster an Initiativen und soziokulturelle Zentren verschickt. Am 3. und 4. September soll es zudem Konzerte mit der Punkband ZSK und lokalen Bands geben, im Jugendzentrum Komplex in Schwerin und im Hausprojekt Reil78 in Halle. „Da geht es darum, allen Leuten noch mal Mut zu machen, sie zusammenzubringen und einen guten Abend zu verbringen“, sagte Organisator und ZSK-Sänger Joshi der taz.

Bündnisse formieren sich auch vor Ort

Zudem formieren sich auch vor Ort in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern breite Bündnisse. So umfasst das Netzwerk „Zusammen bewegen“ in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen mehr als 1.000 Gruppen und Einzelpersonen – bei „Sachsen-Anhalt weltoffen“ sind es nicht weniger. Schon jetzt veranstalten Gruppen aus den Bündnissen Aktionen in verschiedenen Städten und Dörfern. Am Ende des Wahlkampfs wollen sie mit großen Kundgebungen auf die Straße gehen: am 5. September in Magdeburg, am 12. September in Rostock und am 18. September in Schwerin.

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In Magdeburg werden auf dem Domplatz auch prominente Redner erwartet, darunter die Publizistin Caroline Emcke oder die Holocaust-Überlebende Henriette Kretz. Musik soll vom Popstar Berq und der Indieband Provinz kommen. Die Aktion solle ein „Ausrufezeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt in Sachsen-Anhalt und für Deutschland“ sein, erklärt das Bündnis. „Wir sind viele und wir stehen für eine offene, solidarische Gesellschaft.“

Und zumindest in Mecklenburg-Vorpommern gibt es inzwischen eine realistische Option, die AfD von der Macht fernzuhalten. Nach einer aktuellen infratest dimap-Umfrage im Auftrag des NDR wäre dort nun knapp eine rot-rot-grüne Mehrheit möglich. Der Grund ist, dass die SPD um zwei Prozentpunkte auf 29 Prozent zulegte und auch die Grünen um einen Prozentpunkt auf 5 Prozent hochkletterten und damit wieder in den Landtag einziehen würden.

Zusammen mit der Linken, 12 Prozent, käme Rot-Rot-Grün auf eine knappe Mehrheit von 46 Prozent. Die SPD mit Spitzenkandidatin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte zuletzt eine „Aufholjagd“ gegenüber der AfD angekündigt. Die Umfragezahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, weil sie einer Schwankungsbreite von zwei bis drei Prozentpunkten unterliegen.

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29 Kommentare

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  • Wie kommt überhaupt diese seltsame Verteilung, dass der jeweilige Amtsinhaber an zweiter Stelle liegt und die andere "Volkspartei" bei unter 10% ist? Ein Zweiparteiensystem wäre ja nichts ungewöhnliches, aber wenn die eine Partei jeweils eine ganz andere ist, das wirkt als wäre die jeweilige Opposition völlig abwesend.

  • Bitte erzählt mir warum ich euch - trotzalledem - wählen soll. Welche Partei ich nicht wählen sollte, da habe ich für alle Parteien mehr als genug Gründe.



    Campact hat 2,5 Millionen gesammelt. Leider nicht gemeinnützig, Steuerbefreit wären das 3 Millionen und bei Parteispenden legt der Staat nochmal soviel drauf. Das sind 6 Millionen Euro. Wo bleibt die Alternative zur Alternative?

  • Wie heißt es nochmal in der polnischen Nationalhymne: "Noch ist Polen nicht verloren" - In Anlehnung daran sage ich: Noch ist Sachsen-Anhalt nicht verloren! Ich hege immer noch die Hoffnung, dass der AfD der Durchmarsch nicht gelingt.

    • @Il_Leopardo:

      Also einfach auch spenden...

    • @Il_Leopardo:

      Schlimmer als ein Wahlsieg der Afd wäre ein knapper Wahlsieg von CDU und Linken plus dem Rest, so eine Art SED2.0. Dann klappt nichts mehr, kann sich irgendwer vorstellen, dass CDU und Linke ordentlich zusammen arbeiten können? Mir fehlt die Fantasie.

  • Bleibt die Frage, ob der ostdeutsche AfD Wähler sich nach diesen Veranstaltungen/Kundgebungen für die Wahl einer anderen Partei entscheidet.

    • @sneaker:

      Eher im Gegenteil, die sehen das sich eine NGO mit viel Geld von außen einmischt und sehen alle ihre Vorurteile bestätigt. Die Aktionen von Campact waren ja schon bei den letzten Jahren kontraproduktiv.

    • @sneaker:

      Wer nichts tut kann auch nichts erwarten.



      Ob es reicht sieht man nach der Wahl.

  • Ob das einen entscheidenden Einfluss aufs Wahlergebnis hat, bleibt abzuwarten. Aber vielleicht entwickelt sich so ja wieder mehr parteiübergreifendes bürgerschaftliches Engagement. Im besten Fall sogar ohne Subventionen von außerhalb. Das ist wohl überall der beste Schutz gegen radikale Mehrheitsführer.

  • Das klingt aber sehr nach dem Pfeifen im Wald. Einfach zu behaupten: Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind nicht braun, sondern bunt und demokratisch geht wohl an der politischen Realität vorbei. Beide Bundesländer sind fest in rechter Hand, da helfen auch alle Solidaritätserklärungen nichts.

    • @FraMa:

      Lt. Umfragen liegt die AfD bei ca. 41%. Das ist erschreckend viel, aber eine Mehrheit würde die AfD nicht wählen. Das Land ist also (noch) nicht fest in rechter Hand. Man kann noch etwas tun...

  • Und wieviel davon geht fuer die eigene verwaltung drauf? 🤑

    • @Hannes Petersen:

      Und wieviel davon geht fuer die eigene verwaltung drauf?



      -----



      Campact ist doch kein "Träger der Sozialarbeit" bei dem 90% der "Förderung" in der Verwaltung & Lohnen versickern & nur der Rest im Projekt landen!



      Ps. Wer "googeln" kann, (alle suchmaschinen sind gemeint) ist klar im Vorteil! Guckste hier:



      www.campact.de/ueb...und-ausgaben-2022/



      oder hier:



      www.campact.de/wp-...nzbericht-2024.pdf

    • @Hannes Petersen:

      Das ist alles was Ihnen dazu einfällt? Wie sieht denn Ihr Engagement aus?

    • @Hannes Petersen:

      Ich bin ebenfalls sehr erfreut über die enorme Spendenbereitschaft und habe Ihren Beitrag als Aufruf verstanden, ebenfalls zu spenden.

      Erledigt.

      Aktueller Stand: 2.828.056 €

      • @Lahmarsch:

        Wie gut, dass jeder selber über sein geld entscheiden kann. 🙂



        Gibts eigentlich noch ne spendenbescheinigung?

        • @Hannes Petersen:

          Ein CDU Minister hat die Gemeinnützigkeit aberkannt 😉

          Rüstungslobbyisten sind natürlich weiter gemeinnützig...

        • @Hannes Petersen:

          Wer spenden möchte, oder das bereits getan hat, wird das sicherlich in Erfahrung bringen können.

  • Auftrag an



    Bundesrat,



    Bundestag



    und oder



    Bundesregierung:



    AFD-VERBOT JETZT!



    Wir sind das Volk

    • @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

      Volle Unterstützung.

    • @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

      So ist das. Gründe für ein Verbotsverfahren gibt es mehr als genut.

      • @aujau:

        Ob es Gründe sind die dafür ausreichen, entscheidet allein Karlsruhe - bei aller Vorfreude sollten sie das nie vergessen

    • @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

      Grüne, SPD und Linke haben jederzeit die notwendigen Stimmen einen Verbotsantrag zu stellen.



      Fragen sie gerne ihren zuständigen Volksvertreter, warum die das seit Jahren vor sich herschieben 🤷

      • @Astrid Sehnefeld:

        Nö, haben Sie nicht, ohne die cdU gibt es weder im Bundestag noch im Bundesrat die nötige Mehrheit. Das ist übrigens nicht das erste Mal, dass ich diese schlichte Falschbehauptung hier in den Kommentaren korrigiere, sie scheint in der rechten Medienwelt ziemlich verbreitet zu sein.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Grüne, SPD und Linke haben ....

        Ja, die Frage stellt sich wirklich.

    • @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

      Diese Weigerung ist vor allem so absurd, weil doch klar ist, dass die AgD - einmal an der Macht - keine Sekunde zögern würde, alle anderen Parteien verbieten zu lassen, nachdem sie das Bundesverfassungsgericht nach ihrem Gusto hat besetzen lassen.

      • @PeterArt:

        Isso.

      • @PeterArt:

        Ach, kann und will sie das?



        Selbst wenn sie es wollte, wäre das kaum möglich.



        Etwas mehr Vertrauen in unsere Demokratie täte gut.



        Wir haben weder 1933 noch ist die AfD die NSDAP.

      • @PeterArt:

        Inwiefern ist das klar?