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Grüne-Jugend-Chef zum grünen Wahlsieg„Uns hat niemand gezwungen, die Klappe zu halten“

Der Sprecher der Grünen Jugend, Luis Bobga, stellt trotz Kritik weiterhin öffentlich Forderungen an Cem Özdemir. Der dürfe sich gern mal bei ihm melden.

Will das progressive Lager an sich vergrößern: Luis Bobga, Bundessprecher der Grünen Jugend Foto: Hanna Wiedemann/laif
Tobias Schulze

Interview von

Tobias Schulze

taz: Herr Bobga, seit Sonntag um 18 Uhr können Sie wieder frei sprechen. Wie fühlt es sich an?

Luis Bobga: Gut. Aber uns hat auch vorher niemand gezwungen, die Klappe zu halten. Cem wollte seinen Wahlkampf alleine führen und das haben wir ihn machen lassen. Wir haben die Grüne Jugend Baden-Württemberg unterstützt. Ihre Kampagne hat dazu beigetragen, dass die Grünen bei jungen Menschen wieder stärkste Kraft geworden sind. Das freut uns.

taz: Dass dem Spitzenkandidaten im Wahlkampf niemand dazwischenfunkt, war also eher ein stilles Übereinkommen als eine formelle Vereinbarung?

Im Interview: Luis Bobga

23, ist seit Oktober 2025 gemeinsam mit Henriette Held Bundessprecher der Grünen Jugend. Als Beisitzer saß er schon seit 2024 im Vorstand. Zuvor war er kommunalpolitisch aktiv: Mit 17 Jahren wurde er für Bündnis 90/Die Grünen in den Stadtrat von Emsdetten (Nordrhein-Westfalen) gewählt.

Bobga: Wir mussten nichts unterschreiben. Hätten wir auch nicht gemacht.

taz: Leicht kann es Ihnen aber nicht gefallen sein, wochenlang zu schweigen?

Bobga: Mir ist so einiges durch den Kopf gegangen, als Boris Palmer im Wahlkampf auftauchte oder als Cem mir in einem Interview vorgeworfen hat, ich würde Menschen mit dem Hintern ins Gesicht springen. Am Ende sind wir aber immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass er seinen Wahlkampf führen soll und wir alles Weitere danach klären.

taz: Noch am Wahlabend haben Sie ihn dann öffentlich kritisiert und ihm einen Forderungskatalog für die Koalitionsverhandlungen geschickt. Das kam in der Partei nicht gut an.

Bobga: Wir haben bewiesen, dass wir mit der Partei zusammenarbeiten können. Sie darf für sich eigene Strategien entwickeln. Am Ende muss man aber kritisch prüfen, ob die Strategie richtig war. Einige Punkte konnten wir nicht unwidersprochen stehen lassen, weil uns junge Menschen innerhalb und außerhalb des Verbands immer wieder gefragt haben: „Leute, was geht eigentlich ab?! Ich erkenne hier die Grünen nicht wieder.“

taz: Den Ärger über Ihre Kritik können Sie nicht verstehen?

Bobga: Wir waren verwundert darüber, wie viele sich über uns beschweren und sagen, der Wahlabend sei für den Jubel reserviert. Damit kann ich nicht viel anfangen. Ein gutes Wahlergebnis ist kein Wert für sich. Natürlich freut uns ein starkes grünes Ergebnis, aber es muss auch in eine Politik übertragen werden, die den Menschen nützt. Schauen wir uns an, warum Cem Özdemir Ministerpräsident wird: Im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Manuel Hagel haben sich in den letzten Tagen vor allem progressive Wählerinnen und Wähler von Linken und SPD hinter ihm versammelt. Daraus ergibt sich ein Auftrag.

taz: Welcher?

Bobga: Cem sagt selbst, dass er eine Regierung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs führen möchte. Das ist gut. Was ist deren Interesse? Beispielsweise eine Vermögenssteuer. Dafür gibt es in Umfragen eine Zustimmung von 70 Prozent und das könnte man im Bundesrat vorantreiben. Das führt uns auch zur Frage von 2029.

taz: Die wäre?

Bobga: Reicht es uns mit Blick auf die nächste Bundestagswahl, dass sich das progressive Lager hinter den Grünen versammelt, oder müssen wir nicht das progressive Lager an sich vergrößern? Ich bin bei Letzterem. Sonst streiten sich weiter nur CDU und AfD um den ersten Platz.

taz: Wie wollen Sie neue Gruppen ansprechen?

Bobga: Man traut den Grünen nachweislich nicht zu, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Uns wählen vor allem Menschen, denen es wirtschaftlich gut geht. Das gilt es zu ändern.

taz: Gewonnen hat Özdemir doch auch, weil er mehr konservative Wäh­le­r*in­nen gebunden hat als die Grünen im Bund. Lässt sich daraus gar nichts lernen?

Bobga: Man kann seinen Kurs nicht auf die Bundesebene ummünzen. Franziska Brantner spricht davon, dass man aus der Wahl den Pragmatismus mitnehmen müsse. Dafür bin ich grundsätzlich offen, aber ich verstehe darunter etwas Anderes als sie: Wenn sich Menschen in diesem Land den Einkauf nicht mehr leisten können, müssen wir dafür sorgen, dass ihr Leben wieder bezahlbar wird. Das geht nicht, indem man einfach nur den Mindestlohn um 30 Cent erhöht oder die Mietpreisbremse verlängert. Es braucht gravierende Lösungen. Was ist eigentlich mit einem Mietendeckel und warum stehen wir Grüne dafür noch nicht bundesweit ein?

taz: Cem Özdemir hat mit der Mietpreisbremse Wahlkampf gemacht, dem moderateren Instrument also. Das hat mittige Wäh­le­r*in­nen offenbar nicht verschreckt und linke Wäh­le­r*in­nen trotzdem angesprochen.

Bobga: Befragungen zufolge haben 50 Prozent wegen des Kandidaten Özdemir die Grünen gewählt. Daraus können wir vor allem mitnehmen, dass Personalisierung in Wahlkämpfen nützt. Das hat am Sonntag genauso in München funktioniert, wo der grüne Kandidat Dominik Krause bei der Oberbürgermeisterwahl mit 30 Prozent sehr erfolgreich in die Stichwahl gekommen ist – gerade im Bereich Mieten mit deutlich klareren Forderungen. Wenn die Inhalte zur Person passen, funktioniert Personalisierung also auch mit linkeren Kandidaten.

taz: Der Mietendeckel steht auch in Ihrem Forderungskatalog an Cem Özdemir vom Sonntag. Ist das für Sie der wichtigste Punkt?

Bobga: Es gibt da keine Rangfolge. Mich hat am Sonntag aber stark beschäftigt, dass sich die AfD in Baden-Württemberg im Vergleich zur letzten Wahl fast verdoppelt hat. In all den Wahlbewertungen aus unserer Partei kommt das nicht vor und das finde ich fahrlässig.

taz: Im Papier fordern Sie konkret, Baden-Württemberg müsse „zum Motor für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens im Bundesrat werden“.

Bobga: Da haben die Grünen in Rheinland-Pfalz in ihrem Landtagswahlkampf, der gerade noch läuft, einen wahnsinnig guten Job gemacht. Sie sagen: Für uns ist das eine Koalitionsbedingung. Cem Özdemir wäre gut beraten, das auch mit in seine Koalitionsverhandlungen zu nehmen. Die andere Ebene sind für mich die Wählerinnen und Wähler der AfD. Es gibt Gründe, warum sie anderen Parteien nicht mehr vertrauen. Und das führt wieder zu den materiellen Fragen: Sie haben oft das Gefühl, dass sie sich ihr Leben nicht mehr leisten können und der Staat für sie nicht funktioniert.

taz: Eine Gegenthese: Dass die Grünen gewinnen konnten und die AfD unter den eigenen Erwartungen blieb, hatte auch damit zu tun, dass Migration nicht im Zentrum des Wahlkampfs stand. Cem Özdemir hat seinen Kontrahenten keine Angriffsfläche geboten, weil er sich bei dem Thema rechts der eigenen Partei positioniert hat.

Bobga: Ich glaube nicht, dass es mit der fehlenden Angriffsfläche zu tun hat. Es liegt eher daran, dass sich Cem bewusst auf Themen fokussiert hat, die er einbringen wollte, und selbstbewusst bei diesen Themen geblieben ist, auch wenn Markus Frohnmaier und Manuel Hagel in Diskussionsrunden die Migrationspolitik aufgemacht haben. Das war ein Unterschied zum Bundestagswahlkampf, wo Robert Habeck dem Druck rechter Narrative nicht standhielt.

taz: Sie spielen auf den Zehn-Punkte-Plan zur Sicherheitspolitik an, in dem Robert Habeck 2025 kurz vor der Wahl mehr Abschiebungen forderte. Was war für Sie schwerer zu ertragen: dieser Plan damals oder Cem Özdemirs Auftritte mit Boris Palmer?

Bobga: Robert Habeck hat bewährte und gut begründete inhaltliche Positionen der Partei verschoben. Das ist noch mal ein Unterschied zu Boris Palmer, der als einzelne Person auftritt. Intern erlebe ich in der Partei eine sehr große Einigkeit darüber, dass für ihn kein Platz ist – schon gar nicht in einem Regierungsamt. Fragwürdig finde ich, dass sich die Parteispitze dazu öffentlich nicht klar positioniert.

taz: Finden Sie es richtig, dass Mitglieder der Grünen Jugend Boris Palmer angeblich von der Wahlparty in Stuttgart werfen wollten?

Bobga: Ich wüsste nicht, warum Boris Palmer auf einer Grünen-Party herumlaufen sollte. Daher finde ich es legitim, falls das vor Ort auch so ausgesprochen wurde.

taz: Zu Ihrer Forderung, Palmer keinen Posten zu geben, hat Cem Özdemir im SWR gesagt: „Das entscheiden die nicht. Punkt. Ende der Durchsage.“ Vielleicht war Ihr Forderungskatalog ein Eigentor und in Stuttgart heißt es: jetzt erst recht.

Bobga: Von einem Ministerpräsidenten erwarte ich so viel Charakterstärke, dass er sich nicht davon leiten lässt, ob die Grüne Jugend recht bekommt – sondern dass er tatsächlich tut, was im Interesse der Bürgerinnen und Bürger ist. Ein Ministerposten für Boris Palmer, der wiederholt mit rassistischen Aussagen aufgefallen ist, gehört meines Erachtens nicht dazu.

taz: Freut es Sie zumindest, dass mit Cem Özdemir erstmals ein Politiker aus einer türkischen Einwandererfamilie Ministerpräsident wird?

Bobga: Ich erkenne an, dass das für viele Menschen mit Migrationsgeschichte ein wichtiges Zeichen ist und sie berührt. Doch Repräsentation allein reicht nicht, wenn Häuser wie die Staatskanzlei nach wie vor vor allem von unterbezahlten migrantischen Frauen gereinigt werden.

taz: Im SWR hat Özdemir auch beklagt, dass es viele junge Wäh­le­r*in­nen gebe, die die Grünen gut finden, aber nicht selbst eintreten, da sie den linken Kurs der Grünen Jugend ablehnen.

Bobga: Damit stößt er den Hunderten Mitgliedern der Grünen Jugend Baden-Württemberg vor den Kopf, die Tag und Nacht für ihn auf der Straße waren. Ohne ihre Unterstützung hätte er die Wahl nicht gewonnen, dafür war sein Vorsprung zu knapp.

taz: Es gibt junge Grüne, die sich in der Grünen Jugend nicht wiederfinden und stattdessen eigene Treffen abhalten. Warum integrieren Sie die nicht?

Bobga: Wir sind offen für alle jungen Menschen, die zu den Grünen kommen. Wir sind basisdemokratisch organisiert. Auf unserem Bundeskongress kann jedes Mitglied Anträge einbringen und kandidieren. Die Mehrheiten im Verband sind aber, wie sie sind.

taz: Franziska Brantner sagt, sie wünsche sich, dass Cem Özdemir als Ministerpräsident auch bundespolitisch mitmischt. Teilen Sie das?

Bobga: Weil sich Cem richtigerweise um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg kümmern möchte, halten sich meine Sorgen in Grenzen, dass wir ihn oft in Berlin sehen werden.

taz: Wie oft tauschen Sie sich denn mit ihm aus?

Bobga: Noch nie.

taz: Wie bitte?

Bobga: Cem Özdemir ist bisher nicht auf uns zugetreten. Unsere Grüne Jugend vor Ort ist regelmäßig mit ihm im Austausch. Das ist so auch normale Praxis. Wenn ich zu allen grünen Landesvorsitzenden, Ministerpräsidenten und Stellvertretern Kontakt halte, käme ich nicht zu meiner Hauptaufgabe, mich um meinen Verband zu kümmern. Mit unseren Bundesvorsitzenden sowie der Bundestagsfraktion sind wir im ständigen Austausch.

taz: Der designierte Ministerpräsident von Baden-Württemberg dürfte sich aber bei Ihnen melden?

Bobga: Immer.

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68 Kommentare

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  • Wenn grüne Politik umgesetzt werden soll braucht sie Mehrheiten in der Mitte.

    • @drusus:

      Herr Bogba würde wahrscheinlich antworten, dass das, womit Özdemir besagte Mehrheiten in der Mitte zu begeistern versucht, zwar Politik von "Grünen" ist, aber keine grüne Politik. Fundi-Denkweise sieht bei Kompromissen nur den Teil, den man NICHT durchsetzen konnte.

  • Palmer wirde mehrfach zum OB gewählt. Welches die Leistungen von Hernn Bogba sind, die es ihm erlauben würden, die Klappe so aufzureissen, erschliesst sich mir nicht.



    und wer den politischen Gegner als hurensohn betitelt, bewegt sich sowieso auf AFD Niveau.

  • Was für ein unsympathischer Typ!

    Woher nimmt er eigentlich sein Selbstbewusstsein und seinen Anspruch hier mitreden zu können? Bobga hat noch nichts geleistet im Leben, Cem Özdemir ist seit Jahrzehnten erfolgreich in der Politik aktiv und hat eine Landtagswahl gewonnen.

    • @Tom T.:

      Nur weil Einer seit Jahrzehnten immer wieder hohe Ämter in Partei und Fraktion innehatte und jetzt gerade auch mit Ach und Krach tatsächlich mal eine große Wahl gewonnen hat, heißt das noch lange nicht, dass er immer Recht hat. Das würden sie im Zweifel je auch nicht von, sagen wir, Friedrich Merz sagen, oder?



      Auch umgekehrt muss man wohl den gegen die Realpolitik der "Erwachsenen" ankämpfenden Rumpelstilzchen in den Jugendorganisationen ein wenig Präpotenz durchgehen lassen. Zum Einen kommt das schonmal so rüber, wenn man so überzeugt ist, die einzig wahre Wahrheit zu vertreten, zum Zweiten haben die es auch nicht leicht, gegen die Bräsigkeit der alten, parkettsicheren Hasen anzukommen, und zum Dritten ist anmaßendes Auftreten in der Sache KEINE Abwertung der Inhalte, für die so jemand steht.

      • @Normalo:

        Wenn man mal zusammenfasst was von der Grünen Jugend die letzten Jahre so kommt, dann ist das schon Präpotenz auf ganz hohem Level

    • @Tom T.:

      Jaaa, aber..., neee, Sie haben bestimmt Unrecht.

  • "Uns hat niemand gezwungen, die Klappe zu halten"

    Nicht mal eine Entschuldigung haben Sie dafür.

  • Ach. Der 'hurensohn' dude. Naja. Wer mit solch niveau unterwegs ist, sollte wohl kaum damit rechnen, dass die 'grossen' mit ihm spielen wollen.. 😅



    Faszinierende selbstüberschätzung.

  • Als Grüner brauche ich keinen Boris Palmer, aber noch weniger die Grüne Jugend. Wenn doch bloß die Linke oder Frau Wagenknecht diese Organisation adoptieren würde, wenn die Hälfte eh schon diese Parteien wählt.



    Kürzlich reihte sich das GJ-Logo auf einem Plakat gegen die Wehrpflicht ein neben Spartakus, Kommunisten und der in Westdeutschland verbotenen FDJ. Unerträglich.

    • @KaosKatte:

      Ich sach mal so: Eine Partei, die NICHT regelmäßig ihre Jugendorganisation für durchgeknallt hält und irgendwelchen Extremen an den Hals wünscht, sollte kritisch hinterfragen ob sie nicht insgesamt zu ideologisch aufgestellt ist. Denn diese "Facepalm-Momente" haben alle gemäßigten Parteien (AUCH die Union), wenn die ihren jungen Heißspornen bei Schwadronieren lauschen.

      Umgekehrt ist es dass Privileg und die Aufgabe dieser Heißsporne, den "altersmilden" Realpolitiker der Mutterpartei unverfroren zu erklären, dass so ein Kreis bloß zwei Paar simple Ecken braucht, um zum Quadrat zu werden und die Wähler nicht so wichtig sind, wenn es um die "richtige" Politik geht. Ohne diese Tritte in den ach so wohlgeerdeten Allerwertesten ist nämlich deren Versuchung zu groß, Realpolitik nicht mehr als "Kunst des Machbaren" sondern als "Machen des Bequemen" zu betreiben.

      • @Normalo:

        Mag sein. Aber wenn diese "jungen Wilden" Wähler abschrecken, ist das bedenklich!

        • @Eulennest:

          Aber sie sind nunmal der Parteinachwuchs und ticken so. Das zu unterdrücken, damit nur ja keiner merkt, dass Özdemir Teil einer Partei ist, die im ideologischen eigentlich etwas ganz Anderes will, als er verspricht, wäre unehrlich (niemand hat gesagt, dass Ehrlichkeit zwangsläufig Wähler begeistert...).

  • Die Aussage, dass die Grünen die Wahl nur durch die Unterstützung der Grünen Jugend gewonnen hat, glaubt er doch wohl selbst nicht. Eher haben sie den Grünen geschadet. Wähler hat man nur rechts verloren und von links nur ein paar SPD-Wähler abgeholt, die die Grünen nur gewählt haben, um einen CDU-Ministerpräsident zu verhindern.

  • Die Grünen sind doch eine FDP, die ökologisch angestrebert tut. Unsoziale Partei ohne Gefühl für Armut. Beamte, Lehrer und öffentlicher Dienst sind ihr Hauptwahlklientel. Da hat die Grüne Jugend leider recht. Özdemir, Palmer, die blasse Frau Brandner und Herrn Banaszek sehe ich auch hoch kritisch. Suchen alle selbst hochdotierte Jobs im Staatsbereich. Die sollten mal dafür sorgen, dass Politiker und neue Beamte endlich auch in die Rentenkasse einzahlen. Das wäre gerecht und solidarisch.

  • Warum wäre Herr Bobga bei den Grünen, wenn er nicht für einen Wahlkampfeinsatz der Grünen Jugend für Cem Özedemir sprechen würde? Wie groß kann der Profilierungsdrang sein?

  • Herr Bobga scheint ein sehr unangenehmer Mensch zu sein. Schade eigentlich, dass er seine Aussagen erst nach der Wahl in BW tätigt...ansonsten hätte das den Grünen einige Stimmen kosten können.

  • Zum Titel sage ich nur: Too bad. Je weniger man von den der Grünen Jugend hört desto besser für die Grünen.

  • Spätestens nach diesem Interview bin ich überzeugt davon, dass sich Bobga die falsche Partei ausgesucht hat. Eigentlich läuft für ihn bei den Grünen inhaltlich alles falsch, keine Person ist die richtige, zumindest habe ich keinen Hinweis darauf gefunden, was gut bei den Grünen läuft, bzw. warum er überhaupt Mitglied bei ihnen ist. Denke, bei den Linken wäre er deutlich besser aufgehoben und würde ihm daher dringend die entsprechenden Konsequenzen empfehlen.

    • @Demokratischer Segler:

      Da hast du was grundsätzliches falsch verstanden.



      Jugendverbände sind fast immer radikaler als ihre Mutterparteien, sie müssen sich nicht um Kompromisse oder Koalitionen kümmern.



      Und sie verstehen sich als Korrektiv für die Mutterpartei.

      Ohne die Grüne Jugend wären die Grünen noch mehr in die Mitte gerückt als sie es sowieso schon sind.



      Es braucht ein Gegengewicht zu diesen Strömungen.

      • @Nicolas Blume:

        Der Markenkern Ökologie ist bei der Grünen Jugend nur noch verschwommen zu erkennen. Für Luis Bogda ist das Thema so unwichtig, dass es nichtmal in seinem Wikipedia-Artikel erwähnt wird. Das ist nicht mehr Grün, sondern der Versuch eine Linke ohne SED-Vergangenheit aufzubauen.

    • @Demokratischer Segler:

      Das wurde bei Nietzard schon deutlich.

      Sowohl vom Inhalt als auch vom Stil her sind sie bei der Linken richtig.

  • Ich glaube bei der Grünen Jugend ist spätestens seit 2021 (Sarah-Lee Heinrich) irgendwas gekippt. Seit dem verfolgen Sie eine Position die nicht Regierungskompatibel ist.

    Das passt vielleicht zur Linkspartei, die das privileg hat die letzten 35 Jahre in der Opposition gewesen zu sein und auch jetzt nichts ihrer Politik an der Realität ausrichten tu müssen - aber nicht zu den Grünen.

    Und da seit den konstant ähnliche Vorsitzende (4 Doppelspitzen) gewählt wurden, ist das Problem strukturell.

    Die Grüne Jugend hat auch erst einem Söder das ganze Futter gegenen an dem Sie sich abreagieren konnten.

    Ob es die Grüne Jugend war, die in BW die Stimmen der jungen brachten, bezweifle ich. Hat die grüne Jugend das erstmalig unterdurchschnittliche Wahlergebnis bei den Jungen zur Bundestagswahl als ihre Verantwortung genommen?

    • @Tim Hartmann:

      Ich finde es bedenklich, was da teilweise für Positionen propagiert werden. Ich erinnere nur an die Verbalinjurien, die eine Frau Lee gegen Weiße losgelassen hat. Vieles von dem, was Leite wie Lee oder Nietzard von sich geben wären gespiegelt Fälle für den Verfassungsschutz.

    • @Tim Hartmann:

      Die Jugendorganisationen sind in jeder Partei immer etwas "radikaler" drauf als die arrivierten Politiker, was grundsätzlich auch völlig okay ist.



      Dass eine grüne Jugend soziale und gerechte Politik einfordert und ein Problem mit Boris Palmer hat kann ich gut nachvollziehen.



      Dass am Ende in jeder Partei die Jungen zwar laut, aber meistens eher machtlos sind, gehört auch dazu. Immerhin war ja auch mal Klingbeil ein Juso, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann.



      Und dass die Grünen hart von Söder angegangen werden ist doch gut für sie, Söder als Gegner gehört sich als relevante linke Kraft in Deutschland. Und wetten: sollte Söder mal auf die Grünen angewiesen sein würde er sogar öffentlich Tofuwurst essen, damit sie in Koalitionsgespräche eintreten?

      • @FtznFrtz:

        Die grundsätzliche Funktionsweise einer Jugendorganisation habe ich in meine Abwägung bereits eingezogen.

        Ich sehe dennoch dass die Grüne Jugend hier einen Sonderfall darstellt und inkompatibel ist zu der Funktion die die Grünen in Deutschland als Staatstragender Partei haben.

        Das ganze Vorstände geschlossen aus der Partei austreten, weil Ihnen Realpolitik zu real ist. Oder den zahlreichen Grenzübertretungen von Jette Nietzard.

        Eine ähnliche Dysfunktionalität eines Jugendverbandes (in Relation zur Mutterpartei) gibt es sonst bei keinem anderen Jugendverband einer in Dezutschland relevanten Partei. Im Gegensatz zur AfD oder der Linkspartei sind die Grünen eine Partei die auf Bundesebene bereit sein muss zu regieren. Daher sind Vergleiche mit deren Jugendverbänden irrelevant.

      • @FtznFrtz:

        Zwischen etwas Radikaler als die Mutterpartei und dem Kurs der Grünen Jugend liegen aber Welten.



        Bei den anderen Jugendorganisationen erkennt man noch welche Partei dazu gehört.



        Bei der Grünen Jugend treten die Vorsitzenden ja reihenweise aus, weil sie grundsätzlich nahezu nichts mehr teilen was die Partei die Grünen macht.

        Die Grüne Jugend ist komplett abgedreht und jeder Grünenpolitiker wird sich hüten diese Gruppe ernst zu nehmen!

  • Die Grünen wurden für das gewählt, für das Cem Özdemir angetreten ist.



    Lokal gesehen ist das auch OK für mich, weil es ja anscheinend in den letzten Jahren gemeinsam mit der CDU funktioniert hat.



    Das entspricht nicht dem Standard der grünen Partei aber, so war es vorher auch bei Kretschmann.



    Warum sollten die jetzt die Forderungen der grünen Jugend eingehen? Wäre dann ja Wählertäuschung

    • @Thomas2023:

      Wenns mit der cdu klappt, muss man sich wirklich mal die fragen stellen, wer die grünen sind. 😉

      • @Hannes Petersen:

        CDU-Grüne Koalitionen gibt es in NRW, in SH und in BaWü. Insgesamt leben in diesen drei Bundesländern 33 Millionen Menschen; 40% der Deutschen Bevölkerung.

        Weit mehr als jede andere Kombination. CDU&SPD (Hessen, Berlin & Minderheitsregierung Sachsen) kommen nur auf 14 Million; Rot-Grün (Niedersachsen, Hamburg) nur auf 9,9 Million; hier sind wir schon bei weniger als der CSU-FW in Bayern.

        Die Schwarz/Grün- Regierungen regieren eigentlich recht geräuschlos.

        Die Kombi mag vielleicht in Berlin undenkbar sein, aber CDU & Grüne sind ein Normalfall in Deutschland.

  • Herr Özdemir hat die Grünen möglichst aus seinem Wahlkampf herausgehalten, das war gut so. Er wird sich jetzt daran messen lassen müssen inwieweit er zu seinen Wahlversprechen steht. Die Forderungen der Grünen Jugend werden wohl hinten anstehen müssen.

    • @Filou:

      Ein kleiner Schönheitsfehler: er ist Grüner.

      Er wird Forderungen aus der Partei weitgehend ignorieren, wie vorher Kretschmann. Nur: kann man dann nicht gleich die Schwarzen wählen?

      • @FtznFrtz:

        Bei Bundestagswahlen machen dass die Wähler auch; da wo Sie wissen dass Ihre Stimme in eine Grünen-Fraktion aufgeht, die nicht BW-Grüne ist.

        In Bundestagswahlen holen die Grünen so 15% statt der 30%. Das jetzt auch über mehrere Landtagswahlen/Bundestagswahlen hinweg. Ist immer noch etwas über dem Bundesschnitt, aber ganz weit weg von den Ergebnissen bei Landtagswahlen.

      • @FtznFrtz:

        Ja, man könnte Schwarz wählen. Dann aber mit einem MP der so eloquent ist, dass er den Rehaugenskandal nicht defensiv beendet, sondern aggressiv beantwortet.



        "Das war Mist.", "Meine Frau hat mir den Kopf gewaschen."



        Ich hätte ewartet, dass er sinn gemäß antwortet ...



        "Ja, ich hab die Rehaugen und die braunen Haare erst einmal unterschätzt. Hinterher wusste ich, dass da jemand auf Augenhöhe mit mir diskutiert hat. Fand ich gut. Und zur Aussage, dass es unangenehmer Termine gibt, sthe ich. Gehen Sie mal auf eine Veranstaltung des Kreisbauernverbandes Allgäu-Oberschwaben ... dann wissen Sie von was ich spreche. Da bin ich allein schon im Auftreten mir gegenüber weit aus mehr gefordert ... bruddlige Schwaben ... davon verstehe ich was, ich bin selbst einer."



        Deswegen haben auch Anhänger der CDU noch umgeschwnekt ... und wollten Hagel verhindern.

      • @FtznFrtz:

        Fragen Sie das die Grünen-Wähler in BaWü! Für die gibt es offensichtlich einen Unterschied. Und nur weil Özdemir speziell in den letzten Wochen, als es um die Unentschlossenen ging (die wohl mehr zwischen Schwarz und Grün zu stehen schienen), den "ökosozialen Bürgerschreck" mal so ganz aus dem Rampenlicht haben wollte, heißt nicht, dass er heute ein anderer Mensch wäre als vor dem Wahlkampf: Er war und ist immer Realo reinsten Wasser, aber - nehmen Sie's von einem in der Wolle gefärbten Gelb-Schwarzen - ein CDU-Parteibuch würde nicht zu ihm passen.

      • @FtznFrtz:

        Schau aufs Wahlergebnis, du Wähler wollten Özdemir/Palmer aber mit CDU Background.



        Nirgendwo so offensichtlich wie bei dieser Wahl wo 1. und 2. Stimme so stark unterschiedlich ausfallen!

  • Boris Palmer nervt ohne Ende mit seinen ewigen Provokationen und seinen rassistischen Sprüchen. Er ist auch so undizipliniert und unberechenbar - ohne Frage ein Risiko für die neue Landesregierung.



    Aber andererseits: er hat sehr viel geleistet in Tübingen. Super ökologische Projekte durchgesetzt und umgesetzt. Ich blicke nicht selten mit Neid auf die Tübinger.



    Boris Palmer wäre ohne Frage ein super Verkehrsminister. Der würde was voran bringen.



    Aber er ist leider auch so unberechenbar.

  • "Bobga: Ich wüsste nicht, warum Boris Palmer auf einer Grünen-Party herumlaufen sollte. Daher finde ich es legitim, falls das vor Ort auch so ausgesprochen wurde."

    Ja vielleicht weil Palmer Teil eures Wahlkampfes war und davon auszugehen ist, dass zumindest ein paar der Stimmen, die euch dazu verholfen haben, 0,5% vor der CDU zu landen, auch auf ihn gehen?

    Die Grüne Jugend wollte weder Özdemir, noch Palmer. Wenn man böse wäre, könnte man auch fragen, was wollen die eigentlich auf der Wahlparty?

    • @Deep South:

      Guter Punkt.

    • @Deep South:

      Man stelle sich vor, Palmer wäre zur Union gewechselt. Da hätten die Grünen wahrscheinlich komplett einpacken können, trotz Özdemir.



      Aber die Leute von der Grünen Jugend sind eh meistens suspekt.

    • @Deep South:

      ja.

  • Warum muss Umweltschutz kombiniert sein mit Links in allen anderen Bereichen der Politik? Herr Bobga steht dafür. Özdemir oder Palmer sehen das nicht so eng. Ich sehe einen Gegensatz zwischen Umweltschutz und Sozialpolitik! Umweltschutz macht vieles teurer und komplizierter und deswegen langsamer und teurer. Das müssen dann die Bürger bezahlen. Und deshalb bleibt für Arme weniger übrig.

  • Ich bin schon froh, dass die Grüne Jugend dieses Mal den eigenen Kandidaten nicht vor, sondern erst nach der Wahl attackiert. Das ist auch ein wichtiger Lernprozess. Dass ich deren Kritik inhaltlich abwegig und teils anmaßend finde, ist was anderes - aber solange sie damit mal nicht die eigenen Leute sturmreif schießen (siehe Äußerungen der grünen Jugend zu Habeck vor der Bundestagswahl), kann ich damit leben.

  • Zitat:



    „Leute, was geht eigentlich ab?! Ich erkenne hier die Grünen nicht wieder.“

    Dies zusammen mit Boris Palmer hat dann wohl zum Erfolg geführt...

  • Özdemir kann froh sein, daß die CDU keine Kampagne kann.



    Die hätten nur dafür sorgen müssen, daß Herr Bogba in den ihnen nahestehenden Medien ständig zu Wort kommen kann.



    Das hätte Özdemir mehr als das halbe Prozent gekostet, das er letztlich vorne lag.

  • Will das progressive Lager an sich vergrößern - das will ich auch.

  • Ich bin dafür, dass Bobga möglichst schnell Parteivorsitzender wird. Zusammen mit Nietzard würde er ein gutes Duo abgeben. :-D

    • @tbarn:

      Ich wäre mir nicht ganz sicher, ob das Die Linke gut finden würde, weil da ein paar Stimmen dannauf Grün fallen.



      Und ich wäre auch nciht sicher, ob das der Rest der Grünen gut findne würde, weil ich mir gut vorstellen kan, dass dann Grün auch einstellig wird.

    • @tbarn:

      Definitiv.

      Aber bei den Linken.

      Bei den Grünen werden sie nicht glücklich.

    • @tbarn:

      Also, ich bin ja auch kein Riesenfan der Grünen, aber das ginge mir zu weit, ich möchte schon, dass die Grünen weiterhin im Bundestag sitzen.

  • Herr Bogba befindet sich in der Tradition der Selbstüberschätzung der Grünen Jugend.

    • @FraMa:

      Lustig, dass Sie die Selbstüberschätzung nur bei der Grünen Jugend verorten. Wenn ich da an die JU denke, die vor wenigen Wochen versuchte, ihre Vorstellungen durchzusetzen, indem sie drohte, das Rentenpaket zu kippen. Da wollte der Schwanz mit dem Hund wackeln.

      • @Klabauta:

        Ein Hauptuntetschied der JU zur Grünen Jugend ist der, dass in der JU Leute sitzen, die sich seriös mit Politik befassen und in der Lage sind substanzielle Kritik zu äußern. Die GJ hingegen schafft es nur durch Beleidigungen und Polemik wahrgenommen zu werden.

      • @Klabauta:

        Die Jugendorganisationen aller Parteien schlagen über die Strenge. Das ist auch gut so, dass es dort passiert. Die schlimmsten Querköpfe kommen dann nicht in der "echten" Landes- oder Bundespolitik an. Das gilt für alle Parteien.

    • @FraMa:

      Und es es ist ziemlich unanständig, erst nach der Wahl



      massive Kritik an der Zusammenarbeit Özdemir mit Palmer zu



      äußern und den erfolgreichen Wahlhelfer Palmer von der



      Wahlparty auszuschließen. Aber unmoralisch handeln ja nur



      die anderen Parteien.

  • Er hat mit seinen Aussagen kein gutes Bild abgegeben.

    Ich finde so oder so, ein Politiker des Bundes sollte nicht sich über Politik sich einmischen die Ländersache ist. Wir leben in einem Föderalismus und somit Ist Bund und Land zwei unterschiedliche Schuhe

  • Luis Bobga! Den Namen muss man sich merken. Dass sich Özdemir bisher keinmal mit Bobga ausgetauscht hat, schockiert ein wenig.



    Erinnert ein wenig an den Basta-Politiker Schröder.

    • @Lindenberg:

      Und wer ist jetzt Ihrer Meinung nach basta?



      Özdemir oder Bobga?

    • @Lindenberg:

      Herrn Bobga (wie vieles Führungspersonal der Grünen Jugend) in letzter Zeit ist in der Öffentlichkeit bisher vor allem dadurch in Erscheinung getreten, dass er Markus Söder indirekt als (ich zitiere) "Hurensohn" bezeichnet hat. Dass man den nicht unbedingt anruft, wenn man von Leuten über 16 gewählt werden will, finde ich naheliegend.

    • @Lindenberg:

      Und warum sollte sich ein designierter Landes-MP mit einem Bundesverband austauschen? Da wäre doch allenfalls der Landesverband der Grünen Jugend der richtige Ansprechpartner - und oh Wunder "Unsere Grüne Jugend vor Ort ist regelmäßig mit ihm im Austausch. Das ist so auch normale Praxis."

      Möglicherwiese tickt die Grüne Jugend vor Ort auch etwas anders als im Bund.

      Und ja, den Namen Bobga muss man sich bedauerlicherweise wohl merken; genauso wie den Namen Nietzard.

  • "Wir haben bewiesen, dass wir mit der Partei zusammenarbeiten können."

    Diese Aussage sagt doch alles über das inner Gefüge der Grünen Jugend aus. Sie sieht sich nicht mehr als Teil der Partei, sondern irgendwie außenstehend. Herr Bogba führt damit den spalterischen Kurs seiner Vorgängerin unverändert fort.

  • "Das geht nicht, indem man einfach nur den Mindestlohn um 30 Cent erhöht oder die Mietpreisbremse verlängert. Es braucht gravierende Lösungen."



    "...Was ist deren Interesse? Beispielsweise eine Vermögenssteuer. Dafür gibt es in Umfragen eine Zustimmung von 70 Prozent ..."



    Zwei Beispiele wie heute Politik gemacht wird. These aufstellen, keiensfalls begründen, und auch keine Lösung bieten!



    Welche gravierende Lösung rauchte denn um alles bezahlbar zunmachen? Wäre dankbar für einen Hinweis.



    Zustimmung 70% als Beweis für was? 100% wollen Weltfrieden, 90% einmal im Monat Freibier.... und nu?



    Das ganze Interview ist voller haltloser Meinung, Vorwürfen, Beschwerden, Kritik an irgendwem oder was.... und kein einziger konkreter Ansatz für irgendein Problem unserer Zeit, nämlich: Klimawandel, Klimawandelanpassung, Sichere Rente und Pflege, Demographischen Wandel bekämpfen.... Schwammig durch vergleichsweise unwichtige Themenfelder zu mäandern ist keine Politik. Mietendeckel oder AfD Verbote als zentrale Botschaft, naja! Ist halt bequem, da man sich über die konkrete Vorschläge bei viel relevanteren Themen hinwegmogeln kann.

    • @Tom Farmer:

      "...Welche gravierende Lösung rauchte denn um alles bezahlbar zunmachen? Wäre dankbar für einen Hinweis..."

      Naja, zwei Punkte wurden im Interview schon mal genannt, die aus Bogbas Sicht auf dem Weg dahin helfen könnten. Vermögenssteuer und Mietendeckel, wobei auch ihm klar sein dürfte, dass das nur Bausteine sind und keine Komplettlösung.







      Und zu "Klimawandel, Klimawandelanpassung, sichere Rente und Pflege, demographischen Wandel hätte er ganz sicher auch gerne etwas gesagt; wenn es denn das Thema das Interviews gewesen oder er danach gefragt worden wäre. Es ist halt ein kurzes Interview und keine zweistündige Podiumsdiskussion.

      Zwei Punkte sollten bei Ihrer Bewertung beachtet werden. Innerhalb der Partei gibt es natürlich wie in jeder anderen auch Strömungen oder "Flügel". Cem Ödzemir und die Grüne Jugend stehen im Meinungsspektrum sicherlich so weit voneinander entfernt, wie es innerhalb dieses Spektrums nur geht. Dafür fand ich seine Formulierungen geradezu zurückhaltend, da haben wir von der Grünen Jugend schon ganz andere Töne gehört.



      Zum anderen ist Jugend nun mal Jugend. Da ist Aufbegehren gegen "die Alten" Normalität und sollte es auch sein.

      • @Sisone:

        Aufbegehren?



        Sie machen mich schmunzeln.... ein derlei geschliffen diplomatisches Interview, Politprofi mit Anfang 20!



        Da wird nicht aufbegehrt, da wird bessergewusst! Ein massiver Unterschied, denn das tut ja nicht weh, so ein bisschen rumdiplomatieren. Außer mir als Leser der Interesse hat mal echte Vorschläge zu hören über die man streiten und entscheiden kann.

    • @Tom Farmer:

      Ich habe schon öfter die Erfahrung gemacht, das ein Interview seine eigene Dynamik hat und es nicht hilfreich ist, wenn man als Leser darin eine vollständige Liste der für den Leser wichtigsten Themen erwartet, am Besten noch in der richtigen Reihenfolge.

      Das Klima ist für den Wahlkampf nicht das entscheidende Thema, denn gutsituierte Klimaschutzbefürworter wählen ohnehin die Grünen. Wichtig sind diejenigen, die Grünen wählen könnten aber noch andere von der Politik zu lösenden Probleme haben, z.B. wo die kommende Miete herkommen soll - falls man überhaupt eine angemessene Wohnung hat.



      Da ist das Hemd näher als der Rock und diese Probleme sind auch wichtig.

      • @Sonntagssegler:

        Günstiger Wohnraum und Umweltschutz sind durchaus gegensätzige Themen. Ich lese oft, dass wichtige Projekte des Wohnungsbau ausgebremst oder verhindert werden, weil seltene Tiere oder wertvolle Bäume nicht abgeräumt werden dürfen. .

      • @Sonntagssegler:

        Sehr richtig. Wie bereits in der TAZ schon einmal formuliert: Vielen Wählern ist das Ende des Monats näher als das Ende der Welt. Heist in der Forgerung, ohne Sozialpolitik ist Klimapolitik nicht möglich.



        Der Auslöser für Massenproteste und Druck aus der Gesellschaft heraus, gibt es immer nur, wenn es ans EIngemachte geht. Brotpreise, Benzinpreise, Wohnungslosigkeit, staatliche Repression, usw. Es geht ums Existenzielle. Auf der Welle können dann Ideologien surfen. Nationalismus, Rassismus, usw. um den Protest zu kapern, greifbare Schuldige zu präsentieren und den Protest emotional aufzuheizen. Das ist am Ende die explosive Mischung, den die staatliche Verwaltung ist zu abstrakt, um sie angreifen zu können.

  • Großartiges Interview, danke, und großartiger Luis Bobga