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Sexismus-Vorwürfe gegen Stefan GelbhaarGrauzone Macht

Lilly Schröder

Kommentar von

Lilly Schröder

Der Fall des Grünen-Politikers Stefan Gelbhaar wurde vorschnell als Intrige abgetan. Neue Chats werfen Fragen nach Grenzüberschreitungen auf.

Stefan Gelbhaar: Unschuldig oder nicht? Foto: Michael Kappeler/dpa

E r schickt ihr Komplimente, lodernde Flammen- und Herzaugen-Emojis zu freizügigen Fotos, darunter ein Badeanzug-Bild, und verlangt eine „Kompensation“, nachdem sie ihm auf Instagram längere Zeit nicht antwortet. Sie stellt Fragen zu einem Praktikum, will sich in seinem Büro treffen, er schlägt ein „Date“ vor.

Strafrechtlich relevant? Nein. Moralisch verwerflich? Ja. Denn diese Chats sollen sich zwischen dem Pankower Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar und einer 29-jährigen Frau ereignet haben, die sich für ein Praktikum bei ihm interessiert habe – bevor sie gewarnt worden sei, bei Gelbhaar lieber kein Praktikum zu machen. Zum Zeitpunkt der Chatverläufe zwischen 2018 und 2021 war die Frau demnach 22 bis 25 Jahre alt, Gelbhaar 20 Jahre älter. Die neu veröffentlichten Chats liegen dem Tagesspiegel vor, der zuerst berichtete.

Stefan Gelbhaar wurde zum Jahreswechsel 2024/25 vorgeworfen, Frauen sexuell belästigt zu haben. Nachdem eine Grünen-Politikerin im Namen anderer Vorwürfe erhoben hatte, gingen bei der Ombudsstelle der Partei über ein Dutzend Vorwürfe ein. Der RBB machte mit seinen Recherchen die Vorwürfe öffentlich. Der damalige Bundestagsabgeordnete stritt alles ab, zog jedoch seine Kandidatur für die Landesliste zurück. Später stellte sich heraus, dass ein Teil der Vorwürfe fingiert war. Andere blieben jedoch bestehen. Nach Angaben der Partei hielten zunächst sechs Frauen weiterhin an ihren Anschuldigungen fest; erst nach Einsatz einer internen Kommission, entschieden sie sich, diese nicht weiter zu verfolgen.

Sieben Frauen hielten weiterhin an ihren Anschuldigungen fest

Trotzdem stellten sich Medien und Po­li­ti­ke­r*in­nen schnell schützend vor den Verkehrspolitiker. Er sei Opfer einer Intrige geworden, er gehöre rehabilitiert. Die Süddeutsche Zeitung sprach von „Fake News beim RBB“. Die feministische Bewegung wurde als Ganze diskreditiert, #MeToo sei zu einer Waffe der Frauen geworden.

„Believe the Women“

Das offenbart die gesellschaftliche Grundhaltung, die weiterhin partriarchal und misogyn ist: trotz #MeToo und dem Wissen um strukturellen Machtmissbrauch wird Frauen weiterhin zu wenig Glauben geschenkt. Dabei bedeutet „Believe the Women“ nicht, dass die Unschuldsvermutung aufgehoben werden sollte. „Glaubt den Frauen“ heißt, dass nicht alle Vorwürfe entkräftet werden dürfen, nur weil sich einige als fingiert erweisen.

Doch der Umgang der Partei mit Missbrauchsvorwürfen ließ zu wünschen übrig: Gegen Gelbhaar hatte es bereits 2021 und 2023 Verfahren bei der Ombudsstelle wegen als unangebracht empfundenen Äußerungen und Nachrichten gegeben. Konsequenzen blieben in allen Fällen aus. Eine interne Kommission kritisierte später, die Strukturen der Partei bei Belästigungsvorwürfen hätten „erhebliche rechtsstaatliche Defizite“. Die Grünen kündigten daraufhin eine Überarbeitung an. Für eine Partei, die sich als feministisch versteht, ist das das Mindeste.

Doch auch gesellschaftlich fehlt die Fähigkeit, Grauzonen anzuerkennen. Die gängige Logik lautet: Entweder eine Frau wurde vergewaltigt – oder gar nichts. Diese Dichotomie ist falsch. Machtmissbrauch findet oft im Dazwischen statt. Auch die neu veröffentlichten Chats liefern keine Wahrheit im Sinne von schuldig oder unschuldig.

Die gängige Logik lautet: Entweder eine Frau wurde vergewaltigt – oder gar nichts

Die Frau sagte laut Tagesspiegel, sie bereue die Chats heute. Lange sei sie naiv gewesen, bis ihr bewusst wurde, dass Gelbhaar sich ihr gegenüber in seiner Rolle als Abgeordneter unangemessen verhalten habe. Der Grünen-Politiker und seine Anwälte hingegen meinen, die Kommunikation dokumentiere kein Fehlverhalten. Es sei abwegig, darin in Teilen ein „Bedrängen“ durch Gelbhaar zu erkennen. „Es handelt sich um eine unverfängliche, wechselseitige und gleichberechtigte Kommunikation.“

Doch diese Bewertung ignoriert das strukturelle Machtungleichgewicht, in dem die Kommunikation stattfand. Gelbhaar schrieb aus einer übergeordneten Position heraus; die junge Frau wandte sich an ihn als einen Mandatsträger, der über ihre beruflichen Chancen entscheiden konnte. Dass sie flirtete, Lachsmileys und Herz-Emojis schickte, gehört zur Realität solcher Abhängigkeitsverhältnisse. Und die ist: Männer missbrauchen weiterhin ihre Macht – und Frauen, die sich dagegen wehren, werden diskreditiert.

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Lilly Schröder
Redakteurin für Feminismus & Gesellschaft im Berlin-Ressort Schreibt über intersektionalen Feminismus, Popkultur und gesellschaftliche Themen in Berlin. Studium der Soziologie und Politik.
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136 Kommentare

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  • Vorschnell als Intrige abgetan?



    Ein frei erfundenene eidesstattliche Erklärung, verbreitet von einem ÖR Sender ist demnach völlig normal? In Rahmen unserer gesellschaftlichen und rechtlichen Ordnung?

    Wer zu solchen Mitteln greift, vergeht sich am Rechtsstaat.



    Da hat auch die sogenannte vierte Gewalt ihren Job nicht gemacht und Gerüchte als Tatsachen verkauft.

    Dass die absolut verständliche Reaktion darauf Herrn Gelbhaar in ein besseres Licht gerückt hat, als er möglicherweise verdient gehabt hätte, ist nicht schön, aber diesem Fall nur zu verständlich.

    Die ihm nun zur Last gelegten Verfehlungen sind unanständig, aber nicht strafrechtlich relevant, im Gegensatz zum Inhalt der "eidesstattlichen Erklärung".

  • Kurz und knapp: Zwei Personen verhalten sich "flirtig" - beide haben jeweils die Möglichkeit, sich anders zu entscheiden.



    Empfinde es, im beruflichen Kontext, beidseitig als unangemessen - Erwachsenheit geht anders.



    Und feministisch ist es schon gar nicht, sich immer in der Opferrolle zu gefallen - feministisch wäre es, sich selbst zu ermächtigen! Dazu gehörte auch, selbstreflexiv die eigenen Ambivalenzen zu erkennen.



    Zumindest im Nachhinein.

  • Erhellend sind auch diese beiden Entscheidungen des LG Hamburg im Fall Gelbhaar, einmal gegen die Berliner Grünen-Abgeordnete Klara Schedlich und einmal gegen den RBB:

    www.landesrecht-ha...ment/NJRE001603973



    www.landesrecht-ha...ment/NJRE001600019

  • Dank für d konstruktive Debatte 😊 dennoch muss ich was loswerden. Mich wurmt diese grundsätzliche Bigotterie mit der hier nach 2-Maß gemessen wird, völlig außer Acht lassend, wer die Rahmenbedingungen geschaffen hat. Es sind männliche Spielregeln, in einem toxischen Patriarchat, die Männern fast uneingeschränkte Handlungsvollmacht & Deutungshoheit einräumt. Umso widerlicher finde ich den Vorwurf an die junge unerfahrene Frau, die NACH dem Cyber Groming des alten Mannes überlegte, des Mannes Spiel mitzuspielen… sich aber wohlweislich dagegen entschied. Dennoch überschlagen sich hier die Vorwürfe gegen sie & wird Gelbhaar weiterhin als Opfer verklärt, obwohl WEITERHIN Vorwürfe ANDERER Frauen gegen ihn bestehen. Und jetzt mal klargestellt, was passiert wenn Frau sich nicht einlässt auf männliche Grenzüberschreitung & Verlassen professionellen Terrains, die nicht nur bei Gelbhaar Methode haben: Anekdotische Evidenz, aber sicherlich bin ich nicht die Einzige… Da ich schon MEHRFACH in der Probezeit rausgeflogen bin, so bald einem Vorgesetzten klar war, dass ich mich nicht flachlegen lasse oder ein nicht zum Zuge gekommener Kollege intrigierte. Danke für euer Verständnis Jungs, 6 setzen!

    • @Lou Andreas-Salomé:

      Liebe Forist:in



      Ich bin zwar im Grundsatz anderer Ansicht als Sie, dennoch finde ich es bewundernswert, wie Sie hartnäckig und klar, aber in einer sehr konstruktiven und nachvollziehbaren Sprache Ihre Standpunkte darlegen.



      Für Ihre Erfahrungen schäme ich mich übrigens als Mann fremd.



      Schönes Wochenende!

  • "Die gängige Logik lautet: Entweder eine Frau wurde vergewaltigt – oder gar nichts"

    IMO schlicht völliger Quatsch. Sexuelle Belästigung ist ein eigener Straftatbestand, und ich denke mal, 99% aller Bürger dieses Landes wissen das, und wissen das sehr wohl von Vergewaltigung abzugrenzen.

    "Doch diese Bewertung ignoriert das strukturelle Machtungleichgewicht, in dem die Kommunikation stattfand."

    Interessant. Wie war eigentlich das Machtgleichgewicht beim von Gelbhaar angestrengten Verfahren, als die halbe grüne Politprominenz Berlins gemeinsam mit Schedlich bei Gericht erschien? Zu dem Verfahren, der den Eilantrag Gelbhaars gegen Schedlich bestätigte. Für mich lautet die Message, die die anwesenden Berliner Polit-Promis der Grünen senden wollten: "Mir egal wie das Urteil lautet, Du bist in unseren Augen schuldig."

    " Dabei bedeutet „Believe the Women“ nicht, dass die Unschuldsvermutung aufgehoben werden sollte"

    Aha. Wie steht es denn aktuell um die Karriere von Herrn Gelbhaar?

    • @Kaboom:

      Der Kommentar ignoriert halt das strukturelle Machtungleichgewicht, in dem die anschließende Kommunikation mit der Presse stattfand.

  • Vielen Dank für den wichtigen Kommentar und volle Zustimmung! Große Erschütterung hingegen über viele (leider zu erwartende) Kommentare hier, die den Kommentar oben in allen Punkten bestätigen! Und immer wieder so frustrierend, dass sich bei solchen Themen die Kommentare hier nicht groß von den Kommentaren der Walters und Dieters bei der Welt unterscheiden.

    • @Schnauz2:

      👍

    • @Schnauz2:

      P.S.:Walter und Dieter willkürlich gewählte Namen, sollen nur Beispiele sein, könnte auch Wolfgang, Norbert, Thomas, Günther, Klaus, Thorsten etc sein

      • @Schnauz2:

        … oder Rin Tin Tin, Rex und Schnauz2.

  • @Schmetterling

    Schrödingers Feministin: gleichzeitig autonomes Subjekt, dass aktiv Entscheidungen treffen kann, und passives Opfer des Patriarchats, dessen Handlungen allein aus äußeren Zwängen motiviert sind und das deswegen auch nicht für ihr Handeln verantwortlich ist. Welcher der beiden Zustände Eintritt ist abhängig davon, ob die Handlung von der Rezipientin als moralisch gerechtfertigt angesehen wird oder nicht.

    👍 Der beste Post zu diesem Thema, Danke!

  • DASS hier ein Verhalten innerhalb einer übergriffigen "Grauzone" anzunehmen ist lässt sich schwerlich leugnen. Es kommt aber meinem Empfinden nach doch auch sehr auf die Art und Weise - also die Details an, wenn man jetzt ein Urteil über die politische Tragfähigkeit/das Anstandsgefühl von Herrn Gelbhaar fällt (und tun wir das nicht alle?). Daher finde ich es für alle Seiten sehr unbefriedigend, wie hier eine Bezahlschranke seitens des Tagesspiegels genutz wird. Urteil und Teaser - danach Abo notwendig. Das ist zwar nachvollziehbar, bei einer sochen Fallhöhe für einen Menschen und einem Verhalten im weiten Feld zwischen moralischem Anspruch und Straffälligkeit (Grauzone) doch aber eher fragwürdig. Ich würde mir wünschen, dass eine solche Praxis in der Berichterstattung mal überdacht würde. Hier im Forum möchten scheinbar viele mitreden, aber nur wenige waren vermutlich bereit, das Abo abzuschließen. So hat dann am Ende jeder sein eigenes Bild vor Augen, wie so eine Kommunikation dann wohl abgelaufen ist, wer wem Bilder geschickt hat usw., je nach Vorprägung/Erfahrungen und man diskutiert (wieder einmal) gekonnt aneinander vorbei. PS: Ich habe kein TSP-Abo - habe ich etwas verpasst?

    • @drum:

      Geht so.



      Wenn es unter den Fingernägeln brennt vielleicht mal bei Reddit schauen, da gibt es bei entsprechenden Threads archivierte *hust* Versionen des tsp Artikels.

      • @Genosse Luzifer:

        Vielen Dank. Tja, die Versuchung war doch zu groß.

  • A propos Macht, ist das nicht auch ein kleines Gefälle zwischen einer reichweitenstarken Journalistin und einem bereits öffentlich demontierten, entmachteten Politiker?

    Bei allem Positiven, dass ich an #MeToo finde, irritiert mich doch regelmäßig die Gnadenlosigkeit, mit der vermeintlich Täter verfolgt werden, nachdem sie einmal ins Visier geraten sind.

    Im Fall von Stefan Gelbhaar sind zwei Dinge klar: Es wurden schwerwiegende Vorwürfe fingiert, und als Konsequenz war seine politische Karriere effektiv beendet. Weiterhin spricht einiges dafür, dass Herr Gelbhaar einen Mangel an professioneller Distanz zum weiblichen Teil seines beruflichen Umfeld an den Tag gelegt hat. Aber selbst wenn man sein Verhalten als strafwürdig empfindet, ist die bereits erhaltene Strafe nicht ausreichend?

    • @Fairchild670:

      Naja, bei allen derartigen Fällen die ich bisher beobachtet habe waren die männlichen Täter oft ein paar Jahre später schon wieder fest im Sattel und den Opfern ging es eher nicht so gut.

      • @schnarchnase:

        Ich will ja überhaupt nicht leugnen, dass es viel zu viele Fälle gibt, die nahezu oder gar völlig konsequenzlos bleiben. Aber mal ganz direkt gefragt: Wie sieht das angemessene jeweils Strafmaß aus? Es kann einfach nicht jedem Fall die lebenslange soziale und berufliche Ächtung sein.

        Um noch einmal konkret auf den Fall Gelbhaar zurückzukommen: Vorausgesetzt er verhält sich mittlerweile und auch in Zukunkt korrekt - was ich zugegebenermaßen nicht weiß, aber für mich gilt die Unschuldsvermutung - wie viele Artikel dieser Sorte hat er zusätzlich zum Ende seiner politischen Karriere noch verdient?

  • Ach ja, „Grauzone Macht“ – der intellektuelle Schleier, mit dem die taz diesmal um eine Affäre gewickelt wird, die in Wahrheit ein rechtsstaatliches Lehrstück ist. Statt klar zu benennen, was passiert ist, jongliert man zwischen „Intrige“ und „moralisch verwerflich“, bis die Leserschaft schwindlig wird. Dass ein Teil der ursprünglichen, schwerwiegenden Vorwürfe sich als offensichtlich falsch herausgestellt hat und Medien wie der rbb deswegen sogar personelle Konsequenzen trafen, wird kleinlaut erwähnt



    taz.de



    . Gleichzeitig sollen nun angebliche Chats aus dem Kontext gerissen als „Sexismus“ durchgehen? Bitte! Für jeden, der nicht in #metoo-Sprech gehüllt ist, wirkt das wie das übliche mediale Chaos: Ein Mann wird vorverurteilt, einer Partei wird strukturelles Versagen nachgesagt, obwohl viele Fakten bislang unklar sind. Wenn „Grauzone“ der neue Standard für pauschale Schuldzuweisungen sein soll, dann gute Nacht, Unschuldsvermutung. Wer Journalismus will, der differenziert statt vorverurteilt, sollte sich was Besseres suchen.

    • @Zippism:

      Es ist doch klar was gelaufen ist wenn man die Chats liest. Ein älterer Mann in einer Macht position macht sich an junge Frauen heran und versucht sie zu manipulieren. Ist ja jetzt nichts neues wo man sich nicht sicher sein kann was passiert ist. Klar ist das nicht strafbar. Aber würden Sie wollen dass ihrer Freundin/Frau/Tochter irgendwelche beruflichen Versprechungen gemacht werden nur um dann mit sexuellen Avancen konfrontiert zu sein?

  • Erhellend (auch bestürzend) wie viele Kommentare Argumentationen anhängen, eine Frau sei selbst schuld. Habe durch leichte Bekleidung geradezu darum gebettelt...sei sowieso hysterisch oder überempfindlich.



    ...wobei dann gleich die Phantasie zum Fakt wird, die betroffene Frau habe sich im Bikini um ein Praktikum beworben.



    Was frei erfunden ist - aber in die Tradition solcher Haltung und Erzählweise, Lebenspraxis passt.

    Tradition, die offenbar eine andere Frau auf die Idee brachte, einen fraglos strafrechtlichen relevanten Vorwurf zu erfinden, um die versagenden Beschwerde- und Compliance-Strukturen der Partei endlich zum handeln zu zwingen.



    Erfundener Vorwurf, der sich zwar auf die zahlreichen Beschwerdeführerinnen bezog, aber von den Betroffenen weder in die Welt gesetzt, noch verantwortet wird noch wurde.



    Was die Tradition wiederum für sich zielführend ignoriert, um in der Folge eine Verschwörung hysterisch lügender Frauen /Betroffener zu erfinden , die angeblich gemeinsame verschwörerische Sache mit der Frau machen, die eine fraglos strafrechtlich relevanten Vorwurf erfand. Aber mit den Beschwerdeführerinnen gar nicht identisch ist.

    Informelle Männerquote at its best.

    • @Elise Hampel:

      Die Kommentatoren kennen wohl Instagram nicht. So wie ich das verstehe hat gelbhaar Fotos und Stories kommentiert. Es handelt sich wohl hauptsächlich nicht um Bilder die für ihn gedacht waren.

    • @Elise Hampel:

      🎩🙏🏻 Danke ebenfalls messerscharf und gut akzentuiert auf den Punkt gebracht.

  • Mich macht das Verhalten der jungen Dame eher nachdenklich. Ist es nicht so, dass man mit seinem Verhalten dem anderen auch suggeriert, was geht und was nicht? Oder schlechter: wie man sich die Beziehung vorstellt?



    Was für eine Message kommt dann rüber, wenn ich flirte, um ein Praktikum zu kriegen? Das Schlimme ist, es geht nicht nur um diese eine junge Dame allein. Da verschiebt sich evtl. was für alle andern Menschen, die ein Praktikum wollen. Der verschiebt sich dann etwas.



    Kriegt man am Ende keins mehr, weil man sich ganz sachlich darum bewirbt? Hätte ein Mann dann gar keine Chance mehr? Auch die weibliche Konkurrenz, die sich ohne Flirten bewirbt, kegelt man so natürlich aus dem Rennen. Natürlich völlig ungewollt, nehme ich an.

    • @Helene10:

      Leider fehlen dem obigen Artikel die nennenswerten Details, die das Vorgefallene korrekt wiedergeben:

      Gelbhaar hat den privaten Insta-Account der Betroffenen aufgesucht, als diese noch minderjährig war, ist dort auf (vermutlich) Urlaubfotos gestoßen, bei denen dann eben auch mal ein Bikinifoto dabei war & hat diese Bilder anzüglich bewertet. Im Lauf der Zeit, hatte sie mal nach den Möglichkeiten eines Praktikums gefragt, wohingegen er, immer wieder sexuell konnotiert das Gespräch auf die Bewertung Ihres Körpers reduzierte. Als sie widerholt versuchte, den Chat konstruktiver & professioneller in Richtung Jobchance zu lenken, schlug er ein „Date“ vor… das dass nicht das erste Mal übergriffiges Verhalten vornehmlich sehr jungen Frauen gegenüber war, belegen Spiegel und Campact Artikel

      www.campact.de/blo...uelle-uebergriffe/

      www.spiegel.de/pol...-ae1a-f4af1ffee58c

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Der campact-Beitrag ist im konkreten Fall wenig ergiebig und beschränkt sich im wesentlich auf eine Wiedergabe der SZ-Recherchen. Das Landgericht Hamburg, das über eine Klage Gelbhaars gegen die SZ zu entscheiden hatte, sprach hier von einem "grenzüberschreitenden und übergriffigen Verhaltens des Antragstellers gegenüber einer Mehrzahl jüngerer Frauen" www.tagesspiegel.d...tung-13555507.html Kann man wohl so festhalten.



        Der Spiegel-Bericht bezieht sich auf einen Beitrag des Tagesspiegels, der aber hinter der Bezahlschranke liegt. Immerhin erfährt man aber, dass der Kontakt von 2011 bis mindestens 2021 bestand und ab 2018 wohl "intensiv wurde".



        Also ein Kontakt über 10 Jahre, um ein Praktikum zu bekommen? Ich glaub' ja manches, aber die Geschichte ist kaum vollständig.

    • @Helene10:

      Ich hätte zwei Anmerkungen dazu:



      1. Eine Person in einer Machtposition hat eine Pflicht, damit verantwortungsvoll und beruflich professionell umzugehen. In dieser Situation liegt diese Verantwortung viel mehr bei Gelbhaar (bekannter Politiker statt Berufsanfängerin), der klar professionelle Grenzen überschreitet.



      2. Die Frau war Anfang 20 und Berufseinsteigerin. Ich finde es sehr nachvollziehbar, dass man in dieser Situation unsicher ist und nicht sofort erkennt, wo die Grenzen sein sollten.



      3. Leider werden Jobs so oft vergeben aus anderen Gründen als „beste, 100% professionelle Bewerbung“ - sollte nicht so sein, Arbeitgeber sollten Prozesse schaffen, um das zu verhindern… Aber ist leider oft so. Da jetzt in den Raum zu stellen, dass Männer plötzlich im Nachteil sein könnten, wenn über Jahrhunderte „Old Boys“-Netzwerke („oh, der war auch in meinem Ruderclub!“ u.ä.) sich Jobs zugeschoben haben und noch zuschieben, finde ich… am Kernproblem vorbei gedacht.

      • @Hier ist einen kreativen Nutzernamen einfügen:

        Ja, es sind immer noch weit überwiegend boys clubs die entscheiden wer eingestellt und vor allem gefördert wird. Das Frauen oder andere Minderheiten da inzwischen Vorteile haben sollen ist ein rechtes Märchen. Tatsächlich ist es auch bei Männern so dass da die Nase dem Vorgedetzen/Chef gefallen muss damit man weiter kommt. Je nach Branche/Position ist die Qualifikation da völlig irrelevant, was ja auch dann oft bei Pleiten sichtbar wird. Da landen völlig inkompetente Leute auf verantwortungsvollen Posten weil halt sehr oft Sympathie bzw Männer-Netzerke den Ton abgeben die ihre Pfründe sichern wollen. Und die reißen dann oft alle in den Abgrund.

  • Einfach nur viel Spekulation und heisse Luft.

    Ohne Detailwissen (welches öffentlich nicht vorliegt,) lassen sich die Fälle nicht beurteilen. Auch hirnrissige Sprüche a la "Believe the Women", die dann doch nicht so gemeint sein wollen, (wegen der speziellen feministischen Bedeutung, abweichend vom allgemeinen Verständnis,) helfen nicht weiter.

    Was sollen solche substanzlosen Artikel?

    • @Black & White:

      Ihre Frage ist vollauf gerechtfertigt!

  • Welche "Macht" soll denn jemand haben, bei dem mal lose vor Jahren angefragt wurde, ob man bei ihm ein Praktikum machen könnte?

    • @Dr. McSchreck:

      Die gleiche "Macht", die irgendein Rockmusiker über seine Fans hat.

      • @Moby Dick:

        okay, das verstehe ich - ist dann aber schwierig für die betreffenden (statt bisher leicht), Frauen näher kennen zu lernen. Am Anfang ist dann immer ein Machtgefälle.

        • @Dr. McSchreck:

          Das besteht bei heterosexuellen Beziehungen fast immer da wir im Patriarchat leben. Es wäre ja auch seltsam wenn die 15-jährige Schülerin in einer Machtposition gegenüber einem erwachsenen Polit-Profi wäre.

          • @schnarchnase:

            Es gab anscheinend keine schrägen Kommentare zur 15-Jährigen, nur zur 22er-Version.

  • "Der Fall des Grünen-Politikers Stefan Gelbhaar wurde vorschnell als Intrige abgetan."

    Wurde er überhaupt nicht.

    "Nicht alle Vorwürfe, über die wir berichtet haben, sind damit automatisch nichtig – ein wesentlicher Vorwurf allerdings schon"

    (Richtigstellung des rbb vom 17.01.25)

    Die strafrechtlich relevanten Hauptvorwürfe, bei denen es um sexuelle Gewalt ging, waren nachweislich frei erfunden. Das war eine ganz klare Intrige, die weit über die aktuellen Vorwürfe hinausgingen. Man kann diese Posts als unangemessen, übergriffig und peinlich betrachten. Und wenns dafür Kosequenzen gibt, wirds sich kaum jemand beschweren.



    Aber mal eben die zurecht klaren Grenzen zwischen solchem Verhalten und sexueller Gewalt insbesondere einer schweren Straftat wie Vergewaltigung zu verwischen, ist exakt das Gegenteil davon "Grauzonen zu erkennen".

  • taz "Andere blieben jedoch bestehen – nach Angaben der Partei hielten sieben Frauen weiterhin an ihren Anschuldigungen fest".

    Zitat RBB von vor einem Jahr

    "Sieben Frauen halten nach Angaben der Bundesparteivorsitzenden der Grünen Meldungen aufrecht, die sie bei der Ombudsstelle der Partei gegen den Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar erhoben hatten. Die Frauen haben das auf Nachfrage der Ombudsstelle mitgeteilt, sagte der Bundesparteivorsitzende der Grünen, Felix Banaszak".

    Stehen die von der taz zitierten Vorwürfe von sieben Frauen immer noch im Raum, oder wurden sie nach der Neuorganisation der Ombudsstelle der Grünen bereits mit einem Ergebnis bearbeitet?

    Wollen die betroffenen Frauen mit dem Ergebnis vielleicht nicht in die Öffentlichkeit, weil sie Angst vor juristischen Schritten von Gelbhaar haben? Merkwürdige Grauzone?

  • "Das offenbart die gesellschaftliche Grundhaltung, die weiterhin partriarchal und misogyn ist: trotz #MeToo und dem Wissen um strukturellen Machtmissbrauch wird Frauen weiterhin zu wenig Glauben geschenkt."



    Hat man nicht sogar erfundenen Frauen zu viel Glauben geschenkt?



    Und mal abgesehen von Gelbhaar schrägem Verhalten: Wer bewirbt sich um ein Praktikum mit einem privaten Profil mit Bikinibildern?

    • @Genosse Luzifer:

      Wo steht das sie sich mit ihrem Profil beworben hat?

      • @Andreas J:

        Überall dort wo man darüber liest, dass die sich über Facebook/ Insta ausgetauscht haben. Von einer formalen Bewerbung ist tatsächlich nirgendwo die Rede.

  • Ich habe mein ganzes Leben grün gewählt. Den Rest meines Lebens dann eben nicht mehr. Hier wird bei den Gruenen persoenliche, feministische Moral ueber Recht und Gesetz gestellt. Es werden Existenzen zerstoert wegen „Grenzueberschreitungen“. Existenzen von Menschen, die Grosses fuer die Ziele der Gruenen erreicht haben. Und das geschieht international:

    Frankreich: www.radiofrance.fr...vrier-2025-3112932 (Rufmordkampagne und Abszetzung gegen Parteichef durch seine Ex und die restliche Parteispitze, trotz nachgewiesener Unschuld)

    Oesterreich; www.handelsblatt.c...ich/100040473.html (Rufmordkampagne durch die EU-Spitzenkandidatin trotz nachgewiesener Unschuld des Bescholtenen, Partei erklaert das alles fuer „privat“)

    und eben Gelbhaar in D: voellige Verkehrung zwischen nachgewiesener Straftaeterin und Opfer, nachgewiesen unrecht-staatliche Behandlung durch die Parteispitze, gebilligt durch Mehrheit des Kreisverbandes, die noch vor gut einem Jahr Gelbhaar mit 98,4% gewaehlt hatte

    Schade ...

  • "Das offenbart die gesellschaftliche Grundhaltung, die weiterhin partriarchal und misogyn ist: trotz #MeToo und dem Wissen um strukturellen Machtmissbrauch wird Frauen weiterhin zu wenig Glauben geschenkt. Dabei bedeutet „Believe the Women“ nicht, dass die Unschuldsvermutung aufgehoben werden sollte. „Glaubt den Frauen“ heißt, dass nicht alle Vorwürfe entkräftet werden dürfen, nur weil sich einer als fingiert erweist."



    Nein das offenbart das zwei alte Sprichwörter ihre Berechtigung haben.



    1. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.



    Übertragen: Herr Gelbhaar wurde bewiesenermaßen Opfer einer Verleumdung. Das verschafft ihm für zukünftige Anschuldigungen einen Vorabbonus.



    Believe the women wird natürlich nachhaltig torpediert, wenn dreiste Lügengeschichten wie die um Herr Gelbhaar ans Licht kommen.



    2. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.



    Übertragen: selbst wenn die Person Gelbhaar sich Frauen gegenüber unsittlich verhalten hat, war die Verleumdung der absolut falsche Weg.

    • @Saskia Brehn:

      Darauf möchte ich mit einem weiteren Sprichwort antworten.

      Wo Rauch ist, ist auch Feuer.

      Und genau das scheint ja der Fall zu sein. Nur weil ein Vorwurf fingiert war, bedeutet das nicht, dass damit alle Vorwürfe vom Tisch sind.

      "Gegen Gelbhaar hatte es bereits 2009 und 2021 Verfahren bei der Ombudsstelle wegen als unangebracht empfundenen Äußerungen und Nachrichten gegeben."

      Auch wenn diese Vorwürfe strafrechtlich nicht relevant sind, so äußert sich doch in der Wiederholung über einen mehrjährigen Zeitraum, dass es Herrn Gelbhaar zumindest am Vermögen zur Selbstreflektion mangelt.

      • @Klabauta:

        Bin ich ganz bei Ihnen. Was aber in Konsequenz dafür spricht, dass er moralisch ungeeignet ist, nicht aber strafrechtlich.

  • Grauzone trifft es vermutlich auch hier.



    Am besten auf beiden Seiten etwas Abstand davon halten.

  • Wer Anstand im Leib hat und im Kopf ein wenig Verständnis von Machtmissbrauch, baggert seine Praktikantin nicht an, auch nicht die potenzielle. Es gibt zwischen Chef und Praktikantin eine Hierarchie, ein Machtgefälle. Er hat im Arbeitsbereich Macht über die Praktikantin, nicht umgekehrt. Das gilt im Prinzip auch schon im Bewerbungsverfahren. Wenn sie Sex haben ist die Sache mit der Einvernehmlichkeit nicht so leicht zu beurteilen. Denn das Machtgefälle bleibt bestehen und es ist gut möglich, dass die Frau zum Sex nicht bereit wäre, wenn sie keine Nachteile im Job befürchten müsste bzw. sich keine Vorteile davon erhoffen würde. Wenn der Mann darauf spekuliert oder seine Macht gezielt dafür einsetzt, dass die (potenzielle) Praktikantin aus solchen Gründen mit ihm in's Bett geht, ist das Machtmissbrauch. Natürlich kann man zurecht auf die Selbstverantwortung der Frau hinweisen, aber die weitaus größere Verantwortung hat in dieser Konstellation der Mann. Die Verantwortung einen Machtmissbrauch auszuschließen. Da es eigentlich genug Möglichkeiten gibt, Sex auf Augenhöhe zu haben, liegt der Verdacht nahe, dass es einigen Männern dabei auch um Machtausübung geht.

    • @Peta Parka:

      Genau das! Ich finde es erschreckend, wie wenige Menschen immer noch diese Dynamik zu verstehen scheinen.

    • @Peta Parka:

      Es ist aller Ehren wert, dass sie hier auf der Ebene des Anstands argumentieren. Etwas mehr davon würde unserer Gesellschaft sicher gut tun.



      Andererseits muss man leider auch festhalten, dass Herrn Gelbhaar mit dieser frei erfundenen "eidesstattlichen Erklärung" Unrecht angetan wurde. Das war nicht nur kriminell, sondern auch eine Riesendummheit, weil dadurch in eine moralisch schwerer angreifbare Opferrolle gedrängt wurde.

    • @Peta Parka:

      Danke, danke, danke 🙏🏻💐 es ist so beruhigend zu lesen, wenn der gefühlte Werteverfall hier und da noch brandet an den Felsen der Vernunft und Wahrhaftigkeit. Ist es schon Gaslighting wenn wirklich viel zu viel männliche Foristen die Privilegien die sie zeitlebens genießen verkennen, die Männer-bevorzugenden Strukturen ableugnen und dann erzählen wollen, dass männlicher Machtmissbrauch lediglich auf Einbildung der Frauen beruht? Ich meine ja… umso perfider, wenn sich in den Kommentaren die Bestätigung findet für das, was der Artikel unmissverständlich und zu Recht anklagt.

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Der Witz ist doch: Die wenigsten Männer genießen das Privileg mit der Praktikantin anzubandeln, trotzdem verteidigt die Männerwelt so etwas, denn man könnte ja irgendwann mal in der Position dazu sein (was sehr wahrscheinlich nicht passieren wird) und dann will man sich alle Optionen offen halten. Das ist wie mit der Ablehnung von Erbschaftssteuer für Multimillionäre vom Durchschnittdplebs, wo man sich auch in Rollen hineinimaginiert, die man zu 99,9% nicht ausfüllen wird.

        • @FancyBeard:

          Korrekt, die Buddy Cultur ist dahingehend ziemlich wirkmächtig, im nacheilendem Gehorsam wird Individuen beigestanden, die manN nicht wirklich kennt. Hauptsache männliche, zusammenphantasierte Machtansprüche werden nicht angegriffen… so lange bis mal der eigenen Tochter, Schwester, Mutter was passiert. Ich würde mir einfach mehr Reflektion auch von vielen Foristen hier wünschen, warum wird reflexhaft in Abwehr gegangen, welche Intentionen stehen dahinter, sehr vielen würde ggfs. bewusst werden, dass sie sich somit – ohne jemals wirklich Täter geworden zu sein – dennoch zu einem Teil des Problems machen. Das sieht man ja schon bei der MeToo Debatte die vermeintlich ein „Rachewerkzeug“ der Frauen sei, dabei wird komplett negiert, dass es sich um Opfer von Übergriffen handelt & dass Frauen nicht mehr schweigend jeden Dreck hinnehmen. Bei Männern scheints nur die verquere Logik zu füttern, da sind Frauen die wollen Karrieren zerstören, dabei zeigt ein täterschützendes System, dass das selten passiert & selbst wenn, fallen die Männer erstaunlich oft wieder auf die Füße (oder ins Weiße Haus) während die Opfer zeitlebens leiden oder Suizid begehen (Virginia Giuffre).

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Ich finde es auch auffällig, dass sich bei jedem feministischen taz-Artikel, haufenweise männliche oder männlich gelesene 😉 Foristen aufgerufen fühlen, patriarchalische, frauenfeindliche Machtstrukturen zu relativieren und zu verteidigen.

        • @Peta Parka:

          Liebe Peta Parka und liebe Lou! Danke! Vielen Dank für Eure guten und wichtigen Kommentare! Ohne Euch würde ich mich echt fragen, ob ich hier wirklich noch bei der TAZ im Kommentarbereich bin... Danke für Euren Einsatz!

        • @Peta Parka:

          Gruselig oder??? Ganzjährig Halloween in entsprechenden Kommentarspalten 👻🎃🧟

  • Wann wird man in Deutschland eigentlich volljährig?



    Wer mit 22 Badeanzugbilder verschickt, sollte eigentlich wissen, was sie tut. Aufgrund welcher Qualifikation wollte sie eigentlich den Job?



    Klar ist die Sache peinlich. Für alle Seiten. Allerdings sieht doch unsere Rechtsordnung vor, dass Volljährige miteinander Vereinbarungen treffen dürfen, so lange diese nicht geltendes Recht brechen. Warum soll das hier anders sein?



    Der schwerwiegendste Rechtsverstoss war aus meiner Sicht immer noch, dass ÖFFENTLICH finanzierter Rundfunk eine Kampagne aufgrund einer frei erfundenen "eidesstattlichen Versicherung" verbreitet hat. In diesem Fall ist Herr Gelbhaar eindeutig Opfer. Dafür muss er in anderen Dingen noch längst kein Heiliger sein.

    • @Carsten S.:

      „Wer mit 22 Badeanzugbilder verschickt, sollte eigentlich wissen, was sie tut.“

      Sie hat die Bilder nicht verschickt, sie befanden sich auf Ihrem privaten Insta-Account und wurden von Hr. Gelbhaar bereits sexuell konnotiert bewertet, als sie noch minderjährig war. Das nennt sich übrigens Cyber Grooming = beschreibt die Methode, bei der Täter das Internet (soziale Medien, Chatrooms, Online-Spiele) nutzen, um das Vertrauen von Minderjährigen zu gewinnen, sie emotional zu manipulieren und sie auf sexuelle Handlungen vorzubereiten. Es ist eine Form des sexuellen Missbrauchs – und war in dem Zusammenhang durchaus eine strafbare Handlung zumindest bis sie 18 war. Man kann sagen, zu seinem Glück !!! hat sie sich nie zu diesem Date, bei dem er vermeintlich über ihre berufliche Chancen unter seinen Fittichen „ sprechen“ wollte, überreden lassen. Kurz: Hr. Gelbhaar ist bedingt Opfer, wer jahrelang die Grenzen des moralischen Anstands austestet bekommt dann halt auch die Quittung, im Grunde genommen hat er die Rampe gebaut auf der andere ihn dann zum Abschuss freigegeben haben. Vorwürfe anderer Frauen bestehen weiterhin!

    • @Carsten S.:

      Herr Gelbhaar hätte sofort antworten müssen, dass mit Blick auf die Art der Bewerbung zum Schutz aller Beteiligten keinesfalls ein Praktikumsvertrag zustande kommen kann und er darum aufgrund einer fehlenden Grundlage, jede weitere Kommunikation einstellt.

      • @My Sharona:

        Es kam doch auch nie ein Praktikumsvertrag zustande und damit nie ein Arbeitgeber/Arbeitnehmer Verhältnis. Weswegen auch kein Machtgefälle vorliegt, weil Gelbhaar Ihr gegenüber in keiner Machtposition stand.

        • @Walterismus:

          Aber die Kommunikation wurde doch nicht eingestellt oder ist das körperbezogene Kommentieren von Fotos nichts?

        • @Walterismus:

          Was Sie sich hartnäckig weigern (an-) zu erkennen: Ein Mann hat gegenüber einer Frau IMMER eine Machtposition inne! Wenn nicht strukturell als Arbeitgeber, Chef oder Vorgesetzter, so immer noch als körperlich Überlegener… wenn er also partout etwas will, nimmt er es sich und das nicht selten auch ohne Einwilligung des Gegenübers – wie sonst erklären Sie sich zig Schutzgesetze für Frauen ua. das ILO-Übereinkommen 190 gegen Belästigung am Arbeitsplatz? Und spätestens bei der Gegenüberstellung von Aussagen hat der Mann aufgrund strukturellen Täterschutzes eine Machtposition inne, weil Frauen nicht geglaubt wird, ihnen Rufmord und sonstige bösartige Absichten unterstellt werden… wie Sie selbst so eindrucksvoll hier unter Beweis stellen 😉

          • @Lou Andreas-Salomé:

            Also ist die Frau das schwache Geschlecht und kann nicht stark sein? Dass lese ich aus der Argumentation heraus.

            Ich finde es traurig, dass heute immer noch sowas geglaubt wird.



            Sowas ist eine selbsterfüllende Prophezeiung und eine Frau die das verinnerlicht, wird sich immer schwach fühlen !

            Ich fühle mich stark und biete Männern die Stirn, ich sehe mich da nicht in einem



            Machtgefälle, nur weil mein gegenüber einen P*** hat. Ich habe männliche Untergebene, einen männlichen Chef. Und es ist in keine Seite ein Problem.



            Ich habe Kampfsport gemacht und kann auch einem großen Kerl ordentlich was auf die Mütze geben.

            Nur wer an sich glaubt , und an seine stärke, kann stark sein. Also lasst den Quatsch mit: Frau ist IMMER unterlegen!

            Den dann ist des auch immer unterlegen.

            Wir haben klare Nachteile, aber die dürfen uns doch nicht abhalten?!

            • @Lio:

              Das habe ich zu keinem Zeitpunkt gesagt & Sie sehr viel hineininterpretiert 😉 Dröseln wir‘s auf: Wir alle wissen, dass Frauen das stärkere, ausdauerndere Geschlecht sind (Endometriose, Geburtsschmerzen…), ändert aber nichts an der körperlichen Überlegenheit des Mannes. Bei gleichen Bedingen (Größe, Muskulatur, Trainingsstand) hat der Mann aus evolutionsbiologischen Gründen eine stärkere Armkraft, da er das angreifende & verteidigende Individuum in der Gruppe war, während die Frau stärkere Oberschenkel hat, da sie neben dem eigene Gewicht knapp 10 Monate den Nachwuchs in, danach außerhalb ihres Körpers durch die Savanne trug. Im Lauf der Sesshaftigkeit wurden Frauen kleiner, schmaler & mit der Geburtenexplosion weniger wehrhaft. Das ist ein biologischer Fakt, der dennoch nicht herhalten darf für das repetitive Argument der schwächeren Frauen, wenn es Ihnen zuwider läuft warum tradieren Sie es dann? Selbst Betroffene arbeite ich regelmäßig (Traumabewältigung) mit Gewaltopfern, ich kann Ihnen versichern wir sind alle starke Frauen aber gegen 2 oder mehr Männer bringt kein Kampfsport irgendwas & bei Ko-Tropfen im Drink nutzt auch kein Glauben an sich selbst.

              • @Lou Andreas-Salomé:

                Zitat von ihnen

                „ Ein Mann hat gegenüber einer Frau IMMER eine Machtposition inne! Wenn nicht strukturell als Arbeitgeber, Chef oder Vorgesetzter, so immer noch als körperlich Überlegener…“

                Nix hineininterpretiert .



                Das steht so in Ihrem Text. Und dem widerspreche ich .

                Wenn der Mann immer der starke (Machtposition) ist, ist die Frau immer die schwache.

                Ich tradiere es nicht, ich widerspreche dem vom ersten Satz, was sie hier schreiben.

                Bei 2 Männern ist es eine anderes Situation. Übrigens auch bei 1 Mann und 2 Frauen. Da gehts aber um Mehrzahl und nicht Geschlecht. Als Argument also ad absurdum.

                Und auch KO-Tropfen als Argument anzuführen ist in dem Zusammenhang abwegig. Ich beziehe mich auf Job , normalen Alltag. Sie versuchen immer wieder Situationen zu kreieren, in denen die Frau keine Chance hat.

                • @Lio:

                  Es entbehrt nicht einer gewissen Herausforderung mit Ihnen zu debattieren wenn Sie Rosinenpickerei betreiben 😉 Wenn Sie (bisher) keinerlei Nachteile im Job & gemeinschaftlichen Leben erfahren haben, dadurch dass Sie eine Frau sind… nicht belästigt wurden & auch sonst keine schlechten Erfahrungen gemacht haben, dann fein 🎆 Sind Sie aber eine Ausnahme. Ko-Tropfen halte ich nicht für abwegig gerade da es aktuell Trend ist & zig Vergewaltiger Netzwerke sich diesbezüglich Infos, Tips, Videos zuschachern & das ist nur ein der vielen Abarten, mit denen sich Männer den Frauen bemächtigen. Das in Abrede zu stellen, egal wieviel Kampfsport Sie machen ist bestenfalls naiv, damit negieren Sie sämtliche Opfer & deren traumatische Erfahrungen. Ich habe zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass Frauen schwach sind & das wissen Sie auch. Aber Frauen sind vielfältig gesellschaftlich im Nachteil & körperlich unterlegen, diesen Fakt können Sie gern verleugnen & ich hoffe & wünsche Ihnen, dass Sie damit soweit kommen wie möglich 🙏🏻💮 Aber es ist nicht die Realität so vieler Frauen & das dürfen Sie mir glauben, ich arbeite im Opferschutzbereich. Abgesehen davon gibt den 25.11. nicht umsonst…

  • "Lange sei sie naiv gewesen, bis ihr bewusst wurde, dass Gelbhaar sich ihr gegenüber in seiner Rolle als Abgeordneter unangemessen verhalten habe."

    Wie soll man das interpretieren? Hat sie sich zu den Zeitpunkt unwohl gefühlt in der Kommunikation. Würde ich so nicht herauslesen.



    Fand sie es okay und erst 5 Jahre später stellt sie fest, dass es nicht gut war, dann hat er ja keine Grenzen überschritten.



    Sie schickt Badeanzugbilder?

    Naja, und wenn es direkt so negiert worden wäre von allen Seiten, dann warum hat er sich von der Liste nehmen lassen?

    Warum nicht den schlimmen Vorwurf nennen der damals vorgeworfen wurde und der sich als Lüge rausstellte. Noch dazu gab es damals außer den anderen Vorwürfen überhaupt nichts was nachweisbar war. Es gab Gerüchte und das wars.

    Und sowohl Mann als auch Frau kann ihre Mittel wählen um ihr Ziel zu erreichen und nicht alle Mittel sind ehrenwert.

    • @Hitchhiker:

      Doch ich denke schon, dass vor allem ein an Jahren reifer und erfahrener Mann jahrelang einer jungen Frau das Gefühl geben kann, dass sie ihm viel bedeutet, bis ihr irgendwann bewusst wird, dass dem nicht so ist. War ihr die Kommunikation dann im Nachhinein unangenehm? Klar, denn dann ist ihr das Ausmaß des Ausnutzens und Missbrauches bewusst geworden worden. Eine Grenzverletzung bleibt es dennoch, auch wenn sie erst fünf Jahre später bemerkt wird. Sonst wäre nach Ihrer Logik jahrelang vergewaltigten Kindern kein Schaden zugefügt worden, weil sie erst mit der Reife und dem richtigen Wortschatz Jahre später über erlebtes Trauma sprechen können. Bitte etwas differenzierter mit Verantwortung von Tätern umgehen. Nur weil LoveScaming und sonstige wohlmeinende Umwerbungstaktiken stattfinden, ist die ursächliche Intention des Missbrauchs nicht in Abrede zu stellen. Das passiert Männern wie Frauen und muß nicht verleugnet werden zumal hier auch die Komponente Machtmissbrauch eines Vorgesetzten reinspielt.

      • @Lou Andreas-Salomé:

        @ Lou Andreas-Salome



        Eins interessiert mich bei diesem, ihrem Ansatz.



        Wie stehen Sie zu den Scheidungen/Ehen von Gerhard Schröder und Joschka Fischer (deren Frauen waren/sind erheblich jünger), die könnten nach ihrer obigen Erklärung ebenfalls ausgenutzt worden sein (Altersunterschied/Machtgefälle)?

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Ihrer generellen Ausführung stimme ich zu. Bei dem Fall jedoch finde ich es etwas konstruiert. Aufgrund der Informationen auch unglaubwürdig und ja, er hätte die Bikinibilder nicht liken sollen, schon alleine weil es unprofessionell ist. Genau so wie es unprofessionell ist Bikinibilder als Vorteil zu verwenden.



        Als Aufmacher oder Aufreger dürfte der fällt nicht dienen, bei sovielen wirklichen Fällen.



        Und auch da darf man, wenn man mag differenzieren.

        • @Hitchhiker:

          Nochmal etwas eingelesen in den Fall, offenbar war es eine lose Chatbekanntschaft, ein etwaiges Arbeitsverhältnis stand erst im Raum, nachdem er monatelang ihren Körper und ihre Bilder auf ihrem PRIVATEN Insta-Account bewertet hat. Ich stimme zu, dass Unprofessionalität auf beiden Seiten vorliegt aber da Sie bereits in anderen Beiträgen hier so sehr an der Schuldfrage festhalten bitte ich auch hier zu differenzieren: inwiefern man einer jungen unerfahrenen Frau die lediglich reagierte, dieselbe Schuld zuweisen möchte wie einem 20 Jahre älteren Abgeordneten, der aktiv und definitiv sexuell konnotiert auf sie zutrat bzw. mit ihr chattete. Aktion, Reaktion, Alter, Wissen, Erfahrungen und schließlich gesellschaftliche Strukturen dürfen dann eben gern in die Differenzierung einfließen und wenn ich mir die Komponenten ansehe, dann war er ihr immer noch weit mehr im Vorteil, versuchte die Situation zu manipulieren und für sich den größtmöglichen Vorteil herauszuziehen… für mich bleibts der versuchte Machtmissbrauch. Sorry… eben auch aus eigener Erfahrung und den geschilderten Erlebnissen vieler Frauen, mit denen ich zT. in der Traumabewältigung arbeite.

      • @Lou Andreas-Salomé:

        👍🙏🏽

      • @Lou Andreas-Salomé:

        "... jahrelang einer jungen Frau das Gefühl geben kann, dass sie ihm viel bedeutet, bis ihr irgendwann bewusst wird..."



        Öffentliche Verurteilungen und Konsequenzen sollen demnach an den Gefühlen einer Partei hängen? Ein bißchen dünn, finden Sie nicht?

        • @Encantado:

          Davon ausgehend dass Sie (in dem Zusammenhang etwas irreführend) als Partei jetzt nicht von den Grünen sondern Hr. Gelbhaar persönlich sprechen… Nein, natürlich nicht. Öffentliche Verurteilung können, Konsequenzen müssen von dem Fehlverhalten der tätlichen Partei – in dem Fall Gelbhaar – abhängen. Immerhin sind da sieben Frauen die nach wie vor am Vorwurf übergriffigigem (ggfs. strafrechtlich relevanten) Verhaltens Gelbhaars festhalten. Genauso kann öffentlich verurteilt und strafrechtlich relevant verfolgt werden, die Verleumdung der Frau(en ?) die keinen Schaden erlitten, sondern Rufmord betrieben haben. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass es wohl doch mindestens sieben Opfer seines Verhaltens gab… das find ich mal nicht eben dünne und Hr. Gelbhaar wird nicht ohne Grund so plötzlich aus dem Amt gestolpert sein.

          • @Lou Andreas-Salomé:

            "Davon ausgehend dass Sie (in dem Zusammenhang etwas irreführend) als Partei jetzt nicht von den Grünen sondern Hr. Gelbhaar persönlich sprechen"



            Stimmt, das war mißverständlich, sorry. Ich meinte die Streitparteien, nicht die politische.



            "Tatsache, dass es wohl doch mindestens sieben Opfer seines Verhaltens gab"



            Nein. Es gibt exakt sieben Personen, die behaupten Opfer zu sein.



            Ja, wo Rauch ist, ist unter Umständen auch Feuer, aber die sieben Frauen sofort und ohne Umschweife als Opfer hinzustellen, ist eben das was ich meine. Eine Vorverurteilung ohne Beweise. Ich weiß auch, dass hier eine Beweisführung schwierig bis unmöglich ist, aber daraus abzuleiten, dass die Frauen grundsätzlich Recht haben, ist eben nicht in Ordnung.



            "...Gelbhaar wird nicht ohne Grund so plötzlich aus dem Amt gestolpert sein."



            Eine mögliche andere Erklärung wäre simpel, dass er die politische Intrige als solche erkannt hat und dachte, ohne Rückhalt in seiner Partei (der ja quasi nicht vorhanden war) wäre sein Verbleiben im Amt nicht mehr für ihn tragbar.



            Ich fürchte endgültig wissen werden wir's nie, zumal wir uns hier in einem Umfeld bewegen, bei der es sehr um nicht belegbare Intentionen und Gefühle geht.

            • @Encantado:

              „7 Frauen sofort und ohne Umschweife als Opfer hinzustellen, ist eben das was ich meine. Eine Vorverurteilung ohne Beweise.“



              Nein das ist es nicht & hier bitte ich den Begriff Opfer von Beweisführung, Strafbarkeit & Recht loszulösen. Wirklich ganz dringender Appell wegen kindlicher Missbrauchsopfer, vergewaltigten Flüchtlingen etc.. Opfer/Betroffene*r ist prinzipiell jede*r die*der Schaden genommen hat & das völlig ohne juristische, geschweige denn Bewertung eines anderen. Ich für mich selbst bestimme, wann & wie ich geschädigt wurde. Schon nur das festzustellen & auszudrücken, misslingt so vielen gerade kindlichen Opfern, weil einher mit dem körperlichen Missbrauch auch die Manipulation, das Gaslighting & sonstige toxische Mechanismen einhergehen, mit denen Täter ihre Opfer quälen. Betroffene bekommen ohnehin viel zu selten im justiziablen Sinne Recht, geschweige denn Entschädigung, sie sollten nicht auch noch um den Begriff streiten müssen! Abgesehen davon machen Sie genau das, was der Artikel beklagt: Opfern ihr Erleben in Abrede stellen & das, obwohl 7 ja mal keine unwesentliche Anzahl ist. Dennoch verklären Sie den einen Täter zum Opfer, das nenn ich männliche Deutungshoheit.

              • @Lou Andreas-Salomé:

                "Ich für mich selbst bestimme, wann & wie ich geschädigt wurde."



                Solange Sie damit nicht andere beschuldigen, ist das auch völlig richtig so. Sobald das aber passiert, wird es schwierig.



                "Dennoch verklären Sie den einen Täter zum Opfer"



                Tue ich nicht. Das ist schlicht unwahr. Ich weise auf mögliche Unsicherheiten und andere Erklärungen hin, die Ihre einseitigen Beschuldigungen zumindest in Zweifel ziehen können.



                "...das nenn ich männliche Deutungshoheit."



                Und aus was ziehen Sie exakt diese Erkenntnis?

                • @Encantado:

                  „Solange Sie damit nicht andere beschuldigen, ist das auch völlig richtig so. Sobald das aber passiert, wird es schwierig.“

                  Bemerken Sie eigentlich noch selbst die absurde Argumentation derer Sie sich bedienen? Ja natürlich gibt es einen Schuldigen, stoß ich mir den Zeh am Tisch, bin je nach eigener Dusseligkeit ich (oder der Tisch 😉) Schuld. Werde ich vergewaltigt ist der Vergewaltiger Täter und Schuldiger. Meine Anklage an ihn macht ihn nicht zu einem Opfer, was sind denn das für skurrile Rechtsanschauungen, sind Sie Anwalt? Selbstredend verklären Sie den eigentlichen Täter, es gibt genug Beweise, Aussagen von SIEBEN Frauen die belästigt wurden, da existieren keinerlei Unsicherheiten dennoch halten Sie an der Verleumdungsthese fest und bedauernd den armen Politiker. Männliche Deutungshoheit?: Na dann schauen Sie sich doch mal Ihre immer seltsameren Argumente an die sich zusammensetzen aus Victim Blaming und (im nacheilenden Gehorsam) Täterschutz.

          • @Lou Andreas-Salomé:

            " Ändert aber nichts an der Tatsache, dass es wohl doch mindestens sieben Opfer seines Verhaltens gab"

            Wohl doch? Ist es immer noch nicht klar. Was ist denn der Stand? Und sollte jemand der beschuldigt wird nicht die Möglichkeit haben sich gegen Vorwürfe zu verteidigen?

            • @Hitchhiker:

              Nein das hat Jette Nietzard doch schon damals klar gemacht.

              „Wir glauben Betroffenen“: Grüne Jugend sieht im Fall Gelbhaar keinen Grund für Unschuldsvermutung"

            • @Hitchhiker:

              Bin ich Ihre Google Trudel? 😀 Machen Sie sich selber schlau. Den Kontakt mit der potenziellen Praktikantin bandelte er bereits mit ihr an, als sie noch minderjährig war. Hinzu kommen Vorwürfe anderer vornehmlich junger Frauen bei den Grünen, die ein reges Bild von irregulärem Verhalten widerspiegeln:



              „Junge weibliche Grüne anflirten, ihnen Komplimente machen, bis manche sich bedrängt fühlen. Nicht jemandes ausgestreckte Hand ergreifen, die zu einem politischen Erfolg gratulieren will, sondern die Frau an sich ziehen und ihr einen Kuss auf den Hals geben. Die Hand auf das Bein einer Sitznachbarin bei einer Parteiveranstaltung legen, weil man über sie hinweg einer anderen Person ein Taschentuch reicht. Auf Instagram spätabends eine Nachricht schreiben mit der Frage: ‚Warum bist du überhaupt noch wach?‘



              Das hat schon Geschmäckle, bewerten Sie das nach Ihren eigenen moralischen Standards gern selbst, meine hab ich nun wiederholt zum Ausdruck gebracht 😉



              www.campact.de/blo...uelle-uebergriffe/



              www.spiegel.de/pol...-ae1a-f4af1ffee58c

  • Was erwachsene Menschen privat chatten, ist deren Privatsphäre. Das geht die Öffentlichkeit nichts an, es sei denn, dass es sich um eine Straftat oder eine Verabredung zu einer Straftat handelt. Das gilt auch für erwachsene Frauen. Wir sind kein Nannystaat.

    • @Helmut Weiß:

      „Wir sind kein Nannystaat.“

      Oh wirklich, warum will mir der Staat dann vorschreiben, was ich mit meiner Gebärmutter anstelle?… also moralische Verfehlungen gegen mich sind egal oder von mir hinzunehmen, aber unter vermeintlich moralischen Aspekten Anspruch auf Teile meines Körpers zu erheben ist staatlicherseits in Ordnung…?

      Back to topic: Wenn ein Vorgesetzter seine Macht missbraucht und zu einem Date, Bikinifotos oder sonstigem auffordert, ist das sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und durchaus eine Straftat.

      @Red: die Weigerung, den Beitrag zu veröffentlichen erklärt sich nicht. Angesichts H.W. Aussage, zum Staat der Erwachsene nicht bevormundet („Nannystaat“), bemühe ich als Argument einen Vergleich: mangelnde staatliche Kontrolle bzw. Schutz der Rechte von Frauen stehen der übergriffigen und durchaus bevormundenden Kontrolle gegenüber, mit der der Staat über weibliche Fortpflanzung verfügen möchte.

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Der Vergleich hinkt nicht, er sitzt im Rollstuhl. Die Frage des §218 oder staatlicher Eingriffe in reproduktive Rechte ist eine verfassungs-, straf- und gesundheitspolitische Debatte – keine argumentative Allzweckwaffe, um jede andere Diskussion moralisch zu überfrachten. Aus „Der Staat reguliert Schwangerschaftsabbrüche“ folgt logisch weder, dass private Chats öffentlich verhandelt werden müssen, noch dass jede unpassende Nachricht automatisch strafbar ist.

        Zum Thema: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist klar definiert – sie setzt eine arbeitsbezogene Situation, Machtmissbrauch und eine eindeutige Grenzverletzung voraus. All das muss nachgewiesen werden, nicht vermutet. „Vorgesetzter“ ist kein magisches Wort, das Privatsphäre aufhebt, und „unangenehm“ ist kein juristischer Tatbestand.

        • @Zippism:

          Ganz im Gegenteil, der Artikel befasst sich mit moralischen Abgründen welche gesellschaftlich gebilligt & bei eintretenden strafbaren Handlungen justiziabel kaum aufgeklärt bzw. geahndet werden, sobald Männer sie beschreiten & begehen. Eingebettet in männerbevorzugende Strukturen & ein täterschützendes Rechtssystem, das Victim Blaming professionell betreibt & zur Kunstform erhoben hat… wie MANNigfaltige (😉 manchmal macht die deutsche Sprache Spaß) Kommentare unschwer erkennen lassen. Dem stelle ich den übermoralisierten Umgang mit Frauen gegenüber, die ein Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper ausüben möchten & das ohne jegliche ethische oder gar justiziable Auf(Be-)wertung dessen. Die jedoch vom patriarchalen Staat bevormundet, Bedingungen oktroyiert bekommen & zu Mörderinnen erklärt, so wie verklagt & weggesperrt werden, wenn sie diese nicht erfüllen. Drehen wird den Spieß einfach um & bestimmen in Zukunft, dass Männer sich nach sexuellen Übergriffen einer Orchiektomie unterziehen müssten… wie stehen Sie zu diesem Eingriff ins Selbstbestimmungsrecht, gekoppelt an ethische Anschauungen die andere treffen & möglicherweise mit den des einzelnen Mannes nicht korrespondieren?

          • @Lou Andreas-Salomé:

            Der rhetorische Kunstgriff ist beeindruckend, ersetzt aber keine Argumente. Wer pauschal von „männerbevorzugenden Strukturen“, „täterschützendem Rechtssystem“ und systematischem Victim Blaming spricht, erklärt die Debatte kurzerhand für beendet – Widerspruch gilt dann als Beweis der Schuld. Das ist bequem, aber unerquicklich.

            Ihr Orchiektomie-Vergleich illustriert das Problem perfekt: Er setzt nachgewiesene Straftaten mit behaupteten moralischen Abgründen gleich und vermischt Strafrecht mit Gesinnungspolitik. Der Rechtsstaat sanktioniert Taten, nicht Zuschreibungen, Stimmungen oder strukturelle Verdachtslagen. Genau deshalb gibt es hohe Beweismaßstäbe – nicht zum Schutz von „Tätern“, sondern zur Vermeidung von Willkür.

            Ironischerweise fordern Sie im Namen von Selbstbestimmung ein System, das diese gerade abschafft: Kollektivschuld, Vorverurteilung und symbolische Strafphantasien. Wer Moral an die Stelle von Recht setzt, schafft kein Mehr an Gerechtigkeit, sondern lediglich neue Ungerechtigkeiten.

  • Ich möchte diesen Typi (den ich mal gewählt habe) nicht unbedingt verteidigen. Einfach, weil es teilweise peinlich ist. Andererseits ist das Vorgehen der Ankläger:innen nicht eben gerechtfertigt. Nachdem alles strafrechlich Relevante sich als Finte, Erfindung und üble Nachrede herausstellte, sollen irgendwo ausgegrabene peinliche Chats ihm den Rest geben? Das ist moralisch so sauber, wie die Chats zum Fremdschämen. Auf beiden Seiten von WhatsApp übrigens. BTW: Als ich meinem letzten Bewerbungsschreiben ein Foto von mir im schicken Borat-Mankini beilegte, wurde ich zwar nicht mit Herzchen Emojis beglückt, aber immerhin eingestellt.

    • @DemianBronsky:

      Und jetzt verraten Sie bitte noch, wohin diese Bewerbung ging.



      Model? Comedian? Persönlicher Assistent? Oder waren Sie der einzige, der noch einen COBOL-Rechner retten konnte?

  • Das Machtverhältnis besteht auch umgekehrt. Gelbhaar war darauf angewiesen, Unterstützer für die Grünen zu gewinnen und stimmberechtigte Parteimitglieder für sich einzunehmen.

  • Richtig so. Sogar wenn es Intrigen sind: So lange weiter recherchieren, bis man irgendwas gefunden hat. Keine ruhigen Nächte für das cis-Patriarchat!

    • @Troll Eulenspiegel:

      "cis-Patriarchat"



      Ich kann mit der Terminologie offenbar nicht mehr Schritt halten. Was gibt es sonst noch an Patriarchien (oder wie immer der Plural lauten mag)?

    • @Troll Eulenspiegel:

      Ich bin bei Ihren Beiträgen teilweise nicht ganz sicher, ob es sich um Satire handelt.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Gehören für Sie auch frei erfundene "eidessattliche Erklärungen" dazu?

  • Oh Wunder, ein paar Einfältige haben die Farbe Grau entdeckt. Vorher gab es nur Einsen und Nullen. Es lebe die Dreifaltigkeit!

  • Wenn ich richtig lese, dann hat sie freizügige Fotos (Badeanzugbild) geschickt. Gehört das auch zu einem Bewerbungsverfahren.



    Ich verstehe die Welt offenbar nicht mehr!

    • @Il_Leopardo:

      Schrödingers Feministin: gleichzeitig autonomes Subjekt, dass aktiv Entscheidungen treffen kann, und passives Opfer des Patriarchats, dessen Handlungen allein aus äußeren Zwängen motiviert sind und das deswegen auch nicht für ihr Handeln verantwortlich ist. Welcher der beiden Zustände Eintritt ist abhängig davon, ob die Handlung von der Rezipientin als moralisch gerechtfertigt angesehen wird oder nicht.

    • @Il_Leopardo:

      Wenn ich richtig gelesen habe, verschickte er Herz und Flammen Emojis, bewertete Ihren Körper (hot), verlange Kompensationen wenn nach eigenem Gutdünken von ihr zu wenig kam und schlug Dates vor… offenbar verstehen wir beide die Welt nicht mehr daher mal zur Einordnung für uns beide:

      Die ersten Arbeitgeberpflichten beinhalten Fürsorge, Gesundheit und Sicherheit des Arbeitnehmers, bei Azubis & Praktikanten gelten besondere Sorgfaltspflichten welche Abwendung von moralischen Gefährdungen beinhaltet. Gleichzeitig ist der Arbeitgeber verpflichtet ein Arbeitsumfeld zu schaffen in dem die Würde als auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung des Arbeitnehmers nicht gefährdet ist. Für weitere Fragen konsultieren Sie bitte das Arbeitnehmerschutzgesetz (ASchG), das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und das Gewalthilfegesetz (GewHG)… ferner empfehle ich mal einen Blick ins ILO-Übereinkommen 190 zur Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt zu werfen:

      file:/C:/Users/jkoss/Do...ds/wcms_729964.pdf

      Das rückt dann auch das Weltverständnis wieder etwas mehr aus der ethischen Grauzone 😉

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Er war aber nicht ihr Arbeitgeber.

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Er war nie ihr Arbeitgeber.

      • @Lou Andreas-Salomé:

        👍🏻🙏🏽

    • @Il_Leopardo:

      Ich lese es eher so, dass das Badeanzugbild irgendwo bei Instagram zu finden und nicht Teil eines chats war und Gelbhaar dort mit "hot" reagiert hat, was heutzutage ja normal zu sein scheint (ich verstehe die Welt auch nicht mehr so ganz). Ganz davon abgesehen, dass ich prinzipiell als Mittfünfziger die Normalität nicht nachvollziehen kann, dass junge Frauen sich der Weltöffentlichkeit im Badeanzug präsentieren wollen, ist es allerdings aus meiner Sicht moralisch komplett daneben (wenn auch nicht strafbar), wenn sich der Jahrzehnte ältere Politiker Gelbhaar, der einen Praktikumsplatz zu vergeben hat, sich in irgendeiner Art bewertend, selbst als "Kompliment", wie sexy sie doch aussähe, äußert. Und weil das nun ganz offensichtlich kein Einzelfall, sondern ein Verhaltensmuster zu sein scheint, finde ich diesen Typen einfach komplett fehl am Platz.



      Schade, dass diese dummen Falschbeschuldigungen Ihn letztlich gerettet haben.

      • @Sisone:

        D’accord und sieh mal an, das Bild hat er also irgendwo in ihrer digitalen sozialen Präsenz aufgestöbert und seinen Senf dazugegeben. Woanders hatte ich gelesen, er hätte ein Foto gefordert… naja, die Berichterstattung ist dahingehend leider auch immer etwas tendenziös.

    • @Il_Leopardo:

      Dafür fallen mir zwei mögliche Gründe ein. Vielleicht haben Sie nicht genau genug gelesen: Das Badeanzugbild hat sie offensichtlich nicht ihm persönlich geschickt, sondern bei Instagram gepostet. Womöglich sind Sie auch mit der alten, patriarchalen Weltsicht identifiziert und verstehen deswegen die Perspektive nicht, aus der es einen strukturellen Machtmissbrauch des Patriarchats (nicht "der Männer") gibt, der beendet werden muss.

      • @Peta Parka:

        Das mit dem Lesen müssen Sie aber noch üben, wenn Sie das anderen vorwerfen. Denn da steht nicht, dass er das auf Instagram geliked und kommentiert hätte.

        • @Walterismus:

          Danke für die Korrektur. Extra für Sie hab ich nochmal geübt. Und nicht nur Lesen, sondern auch einfache Zusammenhänge herzustellen. Hier das, von meiner Lehrerin für gut befundene Ergebnis: Es steht da vor allem NICHT, dass sie ihm persönlich aktiv ein Bild geschickt hat. Wenn er es kommentiert hat, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Social-Media-Post, der allen oder allen Followern zugänglich ist, und da sie über Instagram Kontakt hatten, ist es naheliegend, dass es ein Post auf dieser Plattform war.

          • @Peta Parka:

            Nein ist es nicht, dass ist Ihre Interpretation er Geschichte, das dem so gewesen sei. Es gibt dafür aber genau keinen Anhaltspunkt, außer Ihrer Theorie. Die beiden waren über 3 Jahre (2018-2021) in Kontakt.



            Deshalb nochmal lesen. Aus dem Text geht das schlicht nicht hervor, dass es auf Instagram passiert ist und nicht evtl. aus Whattsapp oder in einem Privaten Chat auf Instagram geschickt wurde.

            Und selbst wenn, mehr oder weniger ist das der Sinn von Instagram.

            • @Walterismus:

              „Und selbst wenn, mehr oder weniger ist das der Sinn von Instagram.„

              Nein, ganz sicher ist es nicht der Sinn von Instagramm, dass etwaige Chefs in spe private Accounts potenzieller Praktikantinnen ausspähen, unsachgemäße Kommentare bei Urlaubsfotos hinterlassen und sich beschweren, wenn nach eigenem Gutdünken nicht mehr genügend getextet wird … das ist eher Stalking!!! Es grenzt ans Bizarre sich die Realität derart zurecht zu legen, dass das als gültige Verhaltensnorm ausgelegt wird 🤔

          • @Peta Parka:

            😀👏🏼💯

  • Herr Gelbhaar ist Opfer einer Intrige geworden, weshalb der Konjunktiv? Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob einem ein erfundenes strafbares oder nur ein moralisch verwerfliches Verhalten vorgeworfen wird.

    Und natürlich wurde hierdurch die feministische Bewegung diskreditiert und zwar nicht durch die Presse, sondern die Urheberin der erfundenen Vorwürfe.

    Und es gab auch keinen Graubereich. Alle bisher öffentlich bekannt gewordenen Äußerungen waren entweder erfunden oder nicht nachweisbar.

    Das Versagen liegt bei den Grünen, die es nicht geschafft haben, zum richtigen Zeitpunkt einen Standpunkt zu beziehen. Das betrifft sowohl Herrn Gelbhaar als auch mögliche "Opfer".

    • @DiMa:

      Ich würde mir ebenfalls eine Antwort auf Klabautas Frage wünschen, zumal eindeutig aus dem Artikel hervorgeht, dass neben falschen Anschuldigen sieben (!) Frauen weiterhin an Ihren Vorwürfen festhalten. Ohnehin wunderte mich damals sein sofortiger Rücktritt, wenn alles nur fingiert gewesen wäre hätte es dafür kein Grund gegeben. Nur im Wissen wirklich fehlerhaften Verhaltens und um Schaden von der Partei abzuwenden, tritt man dann zurück und siehe da, so ganz unschuldig war der Herr Gelbhaar dann doch nicht. Dass es tatsächlich Opfer Gelbhaars übergriffigen Verhaltens gibt, läßt sich offenbar nur mit befremdlicher männlicher Logik wegrationalisieren 😉

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Wäre er nicht zurückgetreten, dann wäre er wohl unschuldig. Was ist das für eine Argumentation.

        Es gab schon genug Rücktritte wegen Falschbeschuldigungen. Horst Köhler ist zurückgetreten wegen einem kinderauto.

        Ob man aus einem Rücktritt Schuld schließen sollte ist fraglich.

        • @Hitchhiker:

          „Ob man aus einem Rücktritt Schuld schließen sollte ist fraglich.„

          Sicher nicht zwingend, aber es ist ein Indiz. Wenn ich mir nichts vorzuwerfen habe und ohne Tadel bin, warum dann meinen Posten verlassen? Eindeutig war das hier nicht der Fall und wie dem Artikel zu entnehmen ist, gab es bereits seit 2009 (!) Anhaltspunkte bzw. Vorwürfe für schuldhaftes Verhalten.

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Meine Antwort auf Klabautas Frage von gestern 20:50 Uhr ist zwischenzeitlich veröffentlicht (siehe unten stehend, diese kann gerne kommentiert werden). Unbelegte Vorwürfe nicht strafrechtlich relevanter Handlungen ergeben noch lange keine Opfer.

        Der Rücktritt selbst ist wenig aussagekräftig, da er in diesem Zeitpunk ja bereits aussichtsreicher Direktkandidat war und von dieser auch nicht zurück getreten ist. Wie man als Betroffener mitten in einer politischen Intrige kurz vor einer Wahl reagiert kann ich nicht einschätzen.

        Ferner unterbitte ich jegliche Rückschlüsse auf mein Geschlecht, welches ich angesichts eines geänderen Geschlechtseintrages nicht mehr habe.

        • @DiMa:

          Woher Sie die Kenntnis der unbelegten Vorwürfe und nicht strafrechtlicher relevanter Handlungen nehmen, bleibt an dieser Stelle dann eben offen… Ebenso irritiert mich die fragwürdige Weisheit, Opfer lassen sich nur im strafrechtlichen Kontext definieren, was sagt das im Umkehrschluss? Zig, auf Ihrem Fluchtweg vergewaltigte Flüchtlinge sind keine Opfer weil nirgendwo auf ihrem Weg zwischen den Ländern ihre Rechte auf unbescholtene körperliche Sicherheit umgesetzt wurden? Zur Vergewaltigung betäubte Frauen sind auch keine Opfer, solange sie von den Vergewaltigungen nichts wussten und ihr Recht gefordert haben? Wäre man Pelicot beim UpSkirting nicht auf die Schliche gekommen wäre seine Frau nicht Opfer von tausenden Vergewaltigungen gewesen zu denen er hunderte Männer eingeladen hatte? Ich beglückwünsche Sie auf Ihrem und für Ihren Weg zum Sein das Sie empfinden 💮 aber Ihre Logik befremdet weiterhin 🤔

          • @Lou Andreas-Salomé:

            Hää?

            Ich kann doch nur kommentieren und einordnen, wavon ich Kenntnis habe. Und auch der Artikel schreibt ausdrücklich, dass derzeit kein strafbares Verhalten seitens Herrn Gelbhaar vorliegt.

            Und wenn ein Flüchtling irgendwo vergewaltigt werden sollte, dann kommt es für die Bezeichnung als "Opfer" nicht darauf an, ob es zu einer Strafverfolgung kommt oder nicht. Das Eine hat mit dem Anderen nix zu tun (es fehlt jeder Kontext zu Herrn Gelbhaar).

            Betäubte vergewaltigte Frauen sind per strafrechtlicher Definition Geschädgte einer strafbaren Vergewaltigung und damit unabhängig von der Kenntnis Opfer (es fehlt jeder Kontext zu Herrn Gelbhaar).

            Frau Pelicot hat nichts mit Herrn Gelbhaar zu tun.

            Insoweit verstehe ich Ihre Logik nicht wie Sie im Fall Gelbhaar überhaupt auf das Thema Vergewaltigung kommen. Steht doch hier garnicht im Raum.

            • @DiMa:

              Liebe DiMa, bitte nicht ärgern 😊 Ich fand lediglich Ihre Definition von Opfern befremdlich, zur Veranschaulichung nutzte ich Beispiele… ein durchaus gängiges sprachliches Instrument, um Argumente zu bekräftigen. Beispiele können dann eben Vergleiche sein, Analogien, Metaphern ggfs. persönliche Anekdoten die allerdings wenig Evidenzen aufweisen – darüber hinaus nicht zwingend im Kontext zum Inhalt stehen müssen, andernfalls erübrigt sich jede Debatte 😉

    • @DiMa:

      Warum setzen Sie das Wort Opfer in Anführungszeichen?

      • @Klabauta:

        Weil "Opfer" vorraussetzt, dass es eine Straftat gab.



        Ich finde nicht, dass die Sache "dem Feminismus" geschadet hat.



        Aber alle, die nur allzu gerne ohne Prüfung der Fakten auf den antipatriarchalen Zug aufgesprungen sind stehen jetzt schon etwas dumm da. Hauptsächlich also Grüne, Medienhäuser und Internetrevolutionäre. Glücklicherweise hat er ja zumindest noch Flammen an Bikinifotos verteilt - ist zwar kein Dickpick, aber hallo... Flammen!

      • @Klabauta:

        Bedauerlicherweise wurde meine Antwort nicht veröffentlicht. Ihnen einen schönen Tag.

      • @Klabauta:

        Weil die Urheberin der Vorwürfe kein Opfer war und ist, sich nur lediglich als ein vermeintliches Opfer ausgegeben hat.

      • @Klabauta:

        Das Wort Opfer meint den oder die Geschädigte einer Straftat. Da Herrn Gelbhaar bisher kein strafbares Verhalten vorgeworfen wird, gibt es keine Opfer im eigentlichen Sinne. Dies galt insbesondere in dem Zeitpunkt, in dem von den Grünen unlängst eine Entschuldigung zu erwarten gewesen wäre (worauf sich ja meine Aussage betraf). Auch die Bezeichnung "mutmaßliche Opfer" ohne Anführungszeichen wäre falsch gewesen, da dann ja über ein mutmaßlich strafbares Verhalten spekuliert worden wäre.

        Wenn es dann im Artikel ausdrücklich heißt "Auch die neu veröffentlichten Chats liefern keine Wahrheit im Sinne von schuldig oder unschuldig." werde ich mich sicherlich nicht durch die Bezeichnung "Opfer" (oder alternativ "Geschädigte") ohne entsprechende Anführungszeichen festlegen.

        Im Übrigen geht es hier um die Chatverläufe eines Zeitraumes von drei Jahren. Dabei ist aus dem Artikel vollkommen unklar, zu welchem Zeitpunkt es um ein Praktikum gegangen sein soll und wann irgendwelche Bilder kommentiert worden sind. Angesichts der Dauer der Kommunikation bin ich mir nicht sicher, ob ich hier den Missbrauch eines strukturellen Machtungleichgewichts erkennen kann oder nicht.

        • @DiMa:

          Wenn Sie davon ausgehen, dass man nur Opfer einer Straftat werden kann, dann haben Sie natürlich recht. Aber wie steht es mit Opfern von z.B. Cybermobbing? Auch dort ist nicht jeder Post strafrechtlich relevant und trotzdem kann man zweifellos von Opfern eines Shitstorms sprechen.



          Und ganz offensichtlich war Herrn Gelbhaars Chat-Verhalten gegenüber der jungen Frau zumindest moralisch fragwürdig.

  • "Die feministische Bewegung wurde als Ganze diskreditiert..."

    Ja. Am meisten von den "Feministinnen", die gefälschte Beweise vorgelegt haben. Daran ändert sich auch nichts, wenn jetzt ein Chat zwischen Erwachsenen mit unangebrachten Inhalten auftaucht.

    Die Sache wurde komplett gegen die Wand gefahren und hat dem Kampf für Frauenrechte massiv geschadet. Daran ist nichts mehr zu ändern. Man kann die Schaden durch ständiges Aufwärmen aber durchaus noch vergrößern. Langsam muss man als Frau Angst haben. Nicht nur vor den Akteuren von der rechten Seite.

  • Sicherlich ist Gelbhaars Verhalten peinlich, aber man sollte einer erwachsenen Frau nicht die Mündigkeit absprechen sich entscheiden zu können - Machtgefälle hin- oder her.

    • @Alexander Schulz:

      Soso, die erwachsene mündige dennoch unerfahrene Frau… aber der alternde Stelzbock, Vater von zwei Kindern stellt in Ihren Augen kein moralisches Problem da, außer sich selbst zu entblöden? Ihr macht es euch immer zu einfach, warum auch nicht wenn manN aus privilegierter Perspektive noch nie Erfahrung mit dem mannigfaltig anzüglichem Verhalten männlicher Kollegen / Chefs hatte, die eifrig & regelmäßig, taktierend, zweideutiges & halbseidenes Gebaren gegenüber Kolleginnen, weiblichen Untergebenen & Azubis sowie Praktikantinnen an den Tag legen, denn wer weiß, vielleicht landet manN ja den Coup. In der Masse in der das passiert muss es ja durchaus zum Ziel führen also wird weiter gegraben & gebaggert… & dieser Erfahrungsschatz speist sich aus eigenen wie auch massiven & ungezählten Erfahrungen aller Bekannter. Ein guter Freund erzählte mir mal, dass ihm regelmäßig die Praktikantinnen & Azubinen beigeordnet wurden, weil er der Einzige (!) in seinem Unternehmen ist, dem man die jungen Frauen anvertrauen kann. Ich bin mehr als einmal gegangen worden, weil ich mich dann doch nicht flachlegen ließ… wie praktisch dass es eine Probezeit gibt, in der manN das Zielobjekt abchecken kann…

    • @Alexander Schulz:

      Sicherlich richtig, dass die Frau mündig zu werten ist. Aber es geht doch gar nicht um die Frau im Badeanzug!







      Es geht um Gelbhaar, der offensichtlich jede Gelegenheit nutzte, sich in unangenehmer Weise an um Jahrzehnte jüngere Frauen ranzumachen; und das aus einer Machtposition heraus. Selbst wenn die lange Reihe der "Einzelfälle" einzeln betrachtet alle nicht justiziabel sein sollten, ändert sich nichts daran, dass Gelbhaar mit seiner Grundeinstellung fehl am Platz in einer politischen Partei ist, die sich selbst eine feministische Grundeinstellung zuschreibt.



      Nur weil man Gelbhaar rechtlich nicht verurteilen kann, muss man ihn noch lange nicht verteidigen oder bemitleiden. Sein Verhalten ist einfach inakzeptabel.

      • @Sisone:

        Wo ist das Verhalten inakzeptabel? Er kann flirten mit wem er will, solange er dabei keine Grenzen übertritt. Das hier Grenzen übertreten wurde, steht auch hier nicht im Raum, auch von der Betroffenen nicht.



        Und ja dann kann man auch mit einer 20 Jahre jüngeren flirten, die mit mindestens 22 auch Volljährig war damals.

        • @Walterismus:

          Wenn eine junge Frau nach einer Praktikumsmöglichkeit fragt und Gelbhaar wiederholt ins "Private" abgleitet und auf ein Treffen mit date-Charakter drängt, statt z.B. ein Vorstellungsgespräch im Büro anzubieten, finde ich das persönlich inakzeptabel. Dieses Verhalten deckt sich mit mehreren anderen Schilderungen, die nicht in diesem, aber vielen anderen Artikeln wiedergegeben werden. Und alle Betroffenen als unglaubwürdig abzutun, weil irgendeine Knalltüte eidesstattlich gelogen hat, finde ich gewagt.







          Wo wäre denn bei Ihnen die Grenze übertreten? Erst bei Job gegen Sex?

        • @Walterismus:

          Bedaure, aber ich kann Sisone nur zustimmen. Eindeutig nutzt hier ein Mann eingebettet und geschützt durch patriarchale Strukturen seine Machtposition aus, das können noch so viel kognitive Dissonanz und nacheilender Gehorsam nicht weglamentieren. Zumal sechs weitere Frauen an Vorwürfen festhalten, daher auch nochmal für Sie der Hinweis: sexuelle Belästigung ist kein Flirt… fraugöttin nochmal 😉

          • @Lou Andreas-Salomé:

            [...] Beitrag entfernt. Bitte beachten Sie die Netiquette. Vielen Dank! Die Moderation

            • @Walterismus:

              "Sie war nie Gelbhaars Praktikantin."

              ...hat sich aber um einen Praktikumsplatz beworben. Da sehe ich schon ein Machtungleichgewicht.

            • @Walterismus:

              Flirten ist patriarchal, seitdem wir Frauen endlich mehr Rechte und Freiräume gegeben haben, und zuhören, was ihnen am Herzen liegt. Was Frauen wehtut, was Frauen bereits psychisch kaputt macht.

              Und vielen Menschen mag es vielleicht komisch erscheinen, aber ja es gibt Frauen, die bedingt durch sexuellen Missbrauch, es überhaupt nicht toll finden, dass ein Mann einfach so flirtet. Frauenrechte sollen auch cis-Männer sensibiliseren.

              Das kann man falsch finden, wenn Frauen reden dürfen. Disclaimer hier an der Stelle: Auch -LINTA möchte ich hier inkludieren zum F.

              • @Troll Eulenspiegel:

                „… aber ja es gibt Frauen, die bedingt durch sexuellen Missbrauch, es überhaupt nicht toll finden, dass ein Mann einfach so flirtet.“

                💯 Point und Danke auch für Ihren sensiblen Kommentar. Ich kann das Unverständnis so vieler Männer nicht nachvollziehen, wenn steigende Gewaltzahlen gegen Frauen wöchentlich durch die Nachrichten gejagt werden, dass nicht auch endlich mal ein Bewusstsein dafür heranwächst, wie die Lebensrealitäten von Frauen so aussehen. Dass abends auf der Straße einer Frau hinterherzulaufen ihr schon bedrohlich erscheinen mag, dass Frau im Bus besondere Sitzplätze bevorzugt schlicht aus einem berechtigten Sicherheitsbedürfnis, dass Frau prinzipiell Männer in Gruppen als Bedrohung wahrnimmt… Dass Frau eben auch nicht immer und überall für einen Flirt zur Verfügung stehen muss, der meistens eher in Belästigung gipfelt weil Mann in seinem selbstHERRlichen Bild nicht begreift, dass es kein Gottesgeschenk ist, von ihm mal eben angebaggert zu werden.

                • @Lou Andreas-Salomé:

                  Daraus folgt, dass nur Frauen anbaggern dürfen. Männer haben zu schweigen und müssen aufgefordert werden. Die exakte Umdrehung der bisherigen Verhaltensweisen!



                  Das ist auch nicht besser!

                  Und bei Grünen/Linken von Moral in diesem Fall zu sprechen, ist schon lustig, weil das doch die Argumentation der stramm Rechten ist.

                  • @Reinero66:

                    „Daraus folgt, dass nur Frauen anbaggern dürfen. Männer haben zu schweigen und müssen aufgefordert werden. Die exakte Umdrehung der bisherigen Verhaltensweisen!“

                    Wie kommen Sie darauf und woher nehmen Sie dieses Wissen?

                    „Und bei Grünen/Linken von Moral in diesem Fall zu sprechen, ist schon lustig, weil das doch die Argumentation der stramm Rechten ist.“

                    Ganz sicher ist Moral kein politisch okkupierbarer Kodex, noch ganz viel Potential hat derjenige, der das glaubt.

  • Also wenn mir eine 20 Jahre juengere Bewerberin Herz-Emojis schickt und mit mir flirtet, waere mir die Intention sofort klar und sie laengste Zeit Bewerberin gewesen.

    • @elektrozwerg:

      Sehr zweideutig 🙄

      Wäre sie keine Bewerberin mehr, weil sie den Job hat oder weil sie nicht mehr in Betracht kommt? Und über was für einen Job reden wir? Und was wäre bei einer 19 Jahre jüngeren Bewerberin? Oder einem Bewerber?

      Fragen über Fragen... 😊

  • Tja, das ist halt der berühmte Bärendienst, den Einige da der vermeintlich guten Sache erwiesen haben mittels der offensichtlichen Falschanschuldigungen.