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Digitale SicherheitDer Microsoft-Teufelskreis

Kommentar von

Svenja Bergt

Wenn Schulen digitaler werden wollen, setzen sie meist auf Microsoft-Produkte. Das ist in vielerlei Hinsicht ein Problem.

A ls zu Beginn der Pandemie eine Berliner Schule Microsoft Teams für Videokonferenzen einsetzen wollte und die Aufsichtsbehörde auf die Beschwerde eines Elternteils hin die Schule verwarnte, gab es einen Shitstorm. Dessen Tenor: Immer diese Datenschutz-Verhinderer, Lernen sei doch wichtiger als die Frage, ob bei Microsofts Umgang mit den Daten der Schü­le­r:in­nen alles in Ordnung sei.

Tatsächlich waren damals viele Schulen unter Druck: Sie mussten von heute auf morgen funktionierende Wege fürs Fernlernen finden und anbieten. Und wozu greifen also die Ent­schei­de­r:in­nen in den Schulen? Zu dem Anbieter, den sie selbst kennen und nutzen – und der den Schulleitungen angesichts latent klammer Kassen ein derart attraktives Angebot macht, dass man es kaum ablehnen kann: Microsoft.

Zwar wird digitale Souveränität – vor allem als Schlagwort – gerade politisch hoch gehandelt. Unabhängiger von den Tech-Unternehmen in den USA will man werden, vom erratischen US-Präsidenten und den ausufernden Befugnissen der dortigen Geheimdienste, die auf in Europa gespeicherte Daten zugreifen dürfen. Hinzu kommt, dass Trump US-Konzernen untersagen kann, ihre Dienste in bestimmten Regionen oder Ländern anzubieten – der gefürchtete Kill Switch.

Aber wenn es dann darauf ankommt, fällt oft genug doch die Entscheidung für ein Big-Tech-Produkt. Diese Wechselmüdigkeit hat einen Grund. Und der ist anscheinend mächtiger als die Angst vor Donald Trump und seinem Kill Switch und auch größer als die Sorge um mangelnden Schutz der Privatsphäre von Kindern: Gewohnheit.

Die Alternativen zu Microsoft sind kaum bekannt

Wer etwa in der Schule einen Wechsel anregen will, kann zum Beispiel sagen: Lasst uns doch OpenDesk nutzen. Oder eine der vielen Linux-Distributionen und da packen wir dann selbst so was wie LibreOffice, Thunderbird, OpenTalk und Firefox drauf. Wenn man dann Glück hat, weiß eine einzige weitere Person in einer vollbesetzten Schulaula, was damit gemeint ist. Das ist kein Wunder: Microsoft setzt seit Jahren alles daran, zum unverzichtbaren Bestandteil des Schulalltags zu werden.

Das beginnt damit, dass der Konzern Schulen sein Paket Office 365 Education kostenlos zur Verfügung stellt. Office 365 Education enthält unter anderem Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, die Anwendung für Videokonferenzen und einen KI-Chatbot – und zwar alles als Webversion. Das heißt: Die Anwendungen laufen im Browser, die Daten liegen in der Cloud, nicht lokal auf dem Rechner. Sollte Trump von seinem Kill Switch Gebrauch machen und Deutschland betroffen sein – dann wären die Daten weg.

Abgesehen davon sind in der Cloud gespeicherte unverschlüsselte Daten einer Überwachung leicht zugänglich, während das bei lokal gespeicherten deutlich schwieriger ist. Zu Office 365 Education gibt es auch gleich eine Fülle an kostenlosen Fortbildungen, vor allem online. Über 300 alleine für Lehrende der Grund- und Oberschule listet die Datenbank von Microsoft auf.

Natürlich steckt hinter der ganzen Kostenlosigkeit eine massive unternehmensinterne Quersubventionierung. Welche Firma, die Open-Source-Software samt Support anbietet, wäre wirtschaftlich in der Lage, das nachzumachen? Eben. Was eines der Probleme zeigt, die die marktbeherrschende Stellung eines Unternehmens verursacht.

Nutzung von Microsoft ähneln einem Lock-in-Effekt

Argumentativ haben es der Konzern und seine Fans nicht schwer. Windows ist in Deutschland immer noch das am weitesten verbreitete Betriebssystem, vorinstalliert auf den meisten Rechnern. In der Arbeitswelt sieht es ähnlich aus, außer in der Kreativbranche, wo wohl macOS am verbreitetsten ist, und in der IT dürften Linux-Desktops einen ganz guten Anteil haben.

Aber das grundsätzliche Argument: Microsoft in der Schule bereitet Kinder und Jugendliche auf das vor, was sie eh später auf ihrem Arbeitsrechner haben werden – dieses Argument ist gleichermaßen richtig wie gefährlich.

Denn hier dreht sich der Teufelskreis perfekt weiter: Wer nur Microsoft aus der Schule kennt, kommt natürlich auch später, ob zu Hause, in der Firma oder Behörde, nicht auf die Idee, etwas anderes in Erwägung zu ziehen. Wer Microsoft aus dem Berufsleben kennt, findet es gut, wenn die Kids es in der Schule nutzen – schließlich werden sie es später brauchen. Damit wird der Lock-in-Effekt perfektioniert: Alle stecken drin, und je mehr und je tiefer, desto schwieriger das Aussteigen.

Und der Grundstein für die nächste Produktabhängigkeit wird gerade gelegt. Microsofts KI-Chatbot Copilot ist ebenfalls in den kostenlosen Schullizenzen dabei, es gibt kostenlose Fortbildungen für Leh­re­r:in­nen zur Nutzung.

Andere KI-Anbieter für Schulen besser geeignet

Copilot zu pushen, dürfte besonders im Interesse von Microsoft sein, schließlich ist der Markt an KI-Chatbots – noch – recht breit. Darunter sind auch welche, die erst mal als geeigneter für eine Nutzung im Bildungskontext für Kinder und Jugendliche erscheinen: Solche aus Europa, etwa Mistral aus Frankreich oder das Open-Source-Modell Apertus aus der Schweiz. Oder Perplexity, das zwar aus den USA kommt, aber immerhin die verwendeten Quellen offensiver kommuniziert und stärker auf wissenschaftliches Arbeiten und Recherche ausgelegt ist.

Dass es natürlich auch ohne Microsoft geht, zeigen einzelne Schulen, die schon jetzt Open-Source-Software nutzen. Dahinter stehen meist einzelne engagierte Leh­re­r:in­nen oder Schulleiter:innen, die zudem die Rückendeckung von den politischen Ebenen darüber brauchen, damit der Wechsel klappt.

Dabei müsste es andersherum sein: Von der politischen Ebene – also von den Ländern und Kommunen – braucht es Initiativen und Verantwortung. Es braucht offene Software und Dienste, die die Schulen einsetzen können, Fortbildungen für das pädagogische Personal und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Ja, das kostet erst mal mehr und ist aufwändiger als die Gratislizenz von Microsoft. Dafür bezahlt niemand mit den eigenen Daten und persönlichen Abhängigkeiten. Es wäre eine echte Investition in die Zukunft. Denn zu verschenken hat auch Microsoft nichts.

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Svenja Bergt Redakteurin für Wirtschaft und Umwelt

schreibt über vernetzte Welten, digitale Wirtschaft und lange Wörter (Datenschutz-Grundverordnung, Plattformökonomie, Nutzungsbedingungen). Manchmal und wenn es die Saison zulässt, auch über alte Apfelsorten. Bevor sie zur taz kam, hat sie unter anderem für den MDR als Multimedia-Redakteurin gearbeitet. Autorin der Kolumne Digitalozän.
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59 Kommentare

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  • Semesterende, wieder Praxisbericht: computerisierte Prüfung mit 250 Studierenden (vermutlich keine taz-Leser:innen, eher so Instagramzielgruppe). Neue Beobachtung: Die jungen Leute wissen nicht mehr, wie man eine Datei von einem Anwendungsprogramm aus öffnet. Sie können immerhin noch die Maus bedienen, also Doppelklick, aber eckige Klammern sind ne echte Challenge.

    Will sagen: die Digitalisierung des Bildungswesens hat volle Fahrt aufgenommen – und zwar im Rückwärtsgang.

    MS vs Linux macht da auch keinen Unterschied. Unter Linux sieht noch immer jedes Programm anders aus. Und das Mausrad, geht das jetzt endlich unter Firefox?

  • Wir leben in einer Staatengemeinschaft. Mir erschließt sich bis heute nicht warum die EU nicht eigene Alternativen koordiniert und die feindlichen Akteure aus den USA und China stark einschränkt und reguliert. Das bezieht sich auf Software sowie aber auch soziale Medien.

    • @Okti:

      Sind die USA jetzt unser Feind? Haben wir die Fähigkeiten dazu? Wäre es ökonomisch sinnvoll einen wahrscheinlich dreistelligen Milliardenbetrag auf dem Gebiet zu investieren? Und für soziale Medien gibt es nun wirklich genügend Alternativen zu X - nur müssten Sie dazu "die Abstimmung mit den Füßen" verbieten.

    • @Okti:

      Ganz einfach deshalb weil das Schaffen von mindestens gleichwertigen Alternativen mutmaßlich die Billionengrenze übersteigen und 15-20 Jahre dauern dürfte. Der Vorsprung der da einzuholen ist, ist inzwischen derart groß, dass das auch mit vereinten Kräften der EU-Staaten ein recht heftiger Kraftakt wäre.

  • Die Hinweise auf den ach so problematischen Datenschutz bei MS Produkten setzen voraus, dass sich irgendjemand für die persönlichen Daten von Herrn oder Frau Niemand interessiert. Klar, wenn man der Bundeskanzler ist oder eine High-Tech Firma sollte man seine Daten vielleicht nicht im OneDrive ablegen. Aber für Normalos fehlen MS und der NSA deutlich die Motivation sich mit ihrer Steuererklärung oder den Schulnoten ihrer Kinder zu beschäftigen. Abgesehen davon würde ein Abschalten durch Trump das Geschäftsmodell von MS nachträglich zerstören. Darüber hinaus kann man seine OneDrive Daten auch mit einem lokalen Speicher synchronisieren. Das Thema Informationssicherheit ist aufgrund der automatischen Updates weitgehend Geschichte, zumindest für den Privatnutzer. Die Nerds im Forum argumentieren immer mit ihrem 10 Jahre PC zum Email schreiben. Ok wenn das die Anwendung ist, bitte. Aber wenn Sie aufgrund einer großen Mitarbeiterzahl ein zentrales IT-Mgmt benötigen ist MS ganz vorne. Seit ich MS 365 nutze bin ich tatsächlich nur noch Nutzer - einschalten, geht. Ein Niemand zu sein hat eben auch Vorteile.

    • @Nachtsonne:

      "Aber für Normalos fehlen MS und der NSA deutlich die Motivation sich mit ihrer Steuererklärung oder den Schulnoten ihrer Kinder zu beschäftigen."

      MS ist hier nicht das Problem. Und über die Motivation der NSA wissen Sie gar nichts.

      "Aber wenn Sie aufgrund einer großen Mitarbeiterzahl ein zentrales IT-Mgmt benötigen ist MS ganz vorne."

      Hmm. Ich hab das in der Firma vor ein paar Monaten wieder erlebt. Eine Telefonie-Software von MS kostete plötzlich. Lizenzgebühren für Software werden massiv erhöht. Für Exchange bietet MS für On-Prem keine aktuellen Schnittstellen mehr an. Das Verhältnis von Kunden in D zu MS ist dasselbe wie von Junkies zu Drogenbossen.

      "Seit ich MS 365 nutze bin ich tatsächlich nur noch Nutzer - einschalten, geht."

      Offen gesagt: Naiv.



      MS muss, wie alle US-Unternehmen, die Daten an US-Geheimdienste weiterreichen. Und mit allen Daten aller US-Konzerne kann eine KI heute wunderbar und ohne Probleme Profile erstellen.



      Davon abgesehen ist "einschalten, geht" nun wirklich bei jedem Office-Paket seit 30 Jahren gegeben. Wenn man damit umgehen kann.

    • @Nachtsonne:

      Ihre Haltung ist ähnlich der "wer nichts zu verbergen hat..."



      Sobald sich jemand für Sie interessiert und es dabei nicht gut meit - und wenn es nur Ihr Chef ist - sind Sie einfach kein Niemand mehr.

      • @Nansen:

        In der Informationssicherheit gibt es kein schwarz/weiß. Die Frage welchen Schutzbedarf ihre Daten haben bestimmt die Maßnahmen und die sich ergebenden Kosten. Mein Chef hat recht sicher keinen Zugang zu meinem privaten Netzlaufwerk bei MS. Wie kommen Sie auf so eine Idee? Eine Lücke in der Informationssicherheit der MS Netzlaufwerke wäre für MS übrigens ein geschäftlicher Supergau. Von daher dürfen wir von einem hohen Aufwand auf Seiten MS zur Sicherstellung der Informationssicherheit ausgehen. Außerdem hindert Sie MS nicht daran ihre Daten selbst zusätzlich zu verschluesseln. In der Informationssicherheit gibt es kein schwarz/weiß. Fraglich ist ob MS für Dienst in den USA Hintertüren eingebaut hat und inwieweit MS ihre Daten auf dem Netzlaufwerk verwenden darf. Wenn Sie davor keineAngst haben ist MS eine gute Lösung. Aber klar, es gibt auch andere.

    • @Nachtsonne:

      Zu behaupten, niemand würde sich für persönliche Daten von "normalen" Personen interessieren, erfordert einen sehr selektiven Blick auf die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts.

  • Ich benutze seit über 25 Jahren in meinem Büro ausschließlich Linux. Einschränkungen musste ich in dieser Zeit nur bei Treibern für sehr veraltete Multifunktionsgeräte und anfänglich auch bei meiner hobbymäßig eingesetzten DAW hinnehmen. Seit Android, das genetisch eng mit OpenSUSE verwandt ist, zum führenden Betriebssystem aufgestiegen ist, werden aber auch Rarissime-Anwendungen immer besser gepflegt.



    Mittlerweile ist es bei mir so, dass ich an fremden Rechnern ständig fluche, weil viele Anwendungen und Erleichterungen, die ich als Linuxer selbstverständlich täglich nutze (mittlere Maustaste für Cut&Paste, multifunktionale Screenshots, Kurzbefehle z.B. zur QR-Code-Erzeugung oder PDF-Bearbeitung im Terminal) unter Windows einfach nicht laufen. Man fühlt sich in die 80er Jahre zurückversetzt und brutal entmündigt, insbesondere durch den Zwang zur Nutzung der Windows-Cloud. Nichts ist dann mehr da, wo man es erwartet oder braucht (z.B. zum Teilen oder Sicherheitsspeichern).

    • @hedele:

      Mich würde interessieren, was Sie unter Linux vor 25 Jahren Benutzt haben? Welches Office Packet haben Sie da genutzt?

      Der erste brauchbare Desktop war KDE 2.2.2 und der kam erst 2002. Brauchbar, aber selbst Win 3.1 war brauchbarer.

    • @hedele:

      Das geht jedem so, der plötzlich mit einem anders eingerichteten Rechner arbeiten muss, auch jemanden, der umgekehrt von MS auf Linux wechselt. Man muss halt erstmal ein bißchen suchen und sich umgewöhnen. Erst recht, wenn man 25 Jahre mit derselben Umgebung gearbeitet hat.

  • Auf einem lahmen, alten PC sollte man Linux installieren, um es erst einmal kennen zu lernen. LUbuntu ist z.B. ideal bei alter Hardware.

    • @Klartext:

      Da haben Sie das Problem: Das gros der Mitarbeitenden haben kein Interesee daran Zeit zu investieren, Die wollen funktionierende Systeme ohne Zusatzaufwand. Das geht nur durch die Großunternehmen, weil beim Rest muss man sich selber kümmern. Daher geht eine Veränderung in dem Bereich nur durch die Länder, ehrlicherweise nur durch den Bund. Wir reden hier über 24h Support etc.

  • Nicht dass ich den Rest des chinesischen Modells gerne hätte, aber das Land zeigte, dass lokale Champions bei großen Märkten aufzubauen sind.



    Sie sollten halt für raschen Kundenstammaufbau angestupst werden und mit besserer Leistung in der Breite punkten - im Gegensatz zu MS jetzt nicht unmöglich.

    • @Janix:

      Es ist ja nicht so, dass es solche Anstuppsungen nicht gäbe, da kommen dann halt so Sachen wie Gaia X oder RISC-V raus, nette Nischenprodukte mit eher begrenzter Durchschlagskraft im echten Markt. Aber wenn das Ziel ernsthaft sein soll eine Alternative zu MS zu schaffen die nicht nur gleichwertig ist, sondern auch noch "mit besserer Leistung in der Breite" kommt ist es mit ein paar hundert Milliönchen eben nicht getan, sondern braucht schon ein paar Nullen mehr, weil man praktisch blank anfängt, technologisch erstmal 10-15 Jahre aufholen und dann überholen muss, während ja auch das Original weiter entwickelt wird weil sich Big Tech wohl kaum untätig aus dem Geschäft drängen lassen wird.



      Wenn man das mit einem Zeithorizont von 10-20 Jahren angeht ist das kein völlig unmögliches Unterfangen, setzt aber voraus, dass man bereit wäre die nötigen Summen zu investieren und die nötigen Voraussetzungen und Strukturen zu schaffen und nicht wieder bloß eine teure aber wirkungslose PR-Aktion veranstaltet.

      • @Ingo Bernable:

        Was ich nicht explizit schrieb: Die Chinesen haben den bestehenden Anbietern Paroli geboten und denen das Leben schwer gemacht. Zumindest von denen Rechtstreue, Wettbewerb und Datenschutz wirklich einzufordern wäre da schon etwas, was mehr wiegt als Geld allein.

  • "Denn hier dreht sich der Teufelskreis perfekt weiter: Wer nur Microsoft aus der Schule kennt, kommt natürlich auch später, ob zu Hause, in der Firma oder Behörde, nicht auf die Idee, etwas anderes in Erwägung zu ziehen. "

    Also üblicherweise stellt der Arbeitgeber die Infrastruktur bereit und es liegt nicht in der Hand des Angestellten, auf einem Betriebsrechner ein anderes Betriebssystem zu installieren, aller Ideen zum Trotz.

    Privat sieht das anders aus: ich nutze z.B. ausschließlich "OpenOffice" Programme, einfach weil sie gut sind und keine Lizenzgebühren verlangt werden.

  • Wie der Artikel passend darstellt:



    Der Umsatz ist vom Werbeaufwand abhängig. Fertig.



    Und da freie Software kaum Werbung macht kennen sie nur wenige.



    Und wenn man den Lobbyismus der Großkonzerne noch hinzunimmt ist alles geritzt.

    Aber diese Abhängigkeit ist Peanuts gemessen an der Abhängigkeit beim Bezahlen an der Ladenkasse, beim Tanken und sogar in der Landwirtschaft in der auf Knopfdruck alle Traktoren stehen bleiben.

    Schöne neue Welt.

    • @Bolzkopf:

      Dass sich Linux auf dem Desktop nicht durchgesetzt hat, hat andere Gründe als fehlende Werbung: Das liegt an der Aversion der Kommandozeilenfetischisten unter den frühen Linux-Propagandisten gegen ordentliche grafische Nutzeroberflächen. Benutzbare GUIs kamen zu spät und waren ungenügend. Ordentliche Treiber für Peripheriegeräte (Drucker etc.) waren ebenfalls lange Zeit Mangelware. So hat sich halt als wesentliche Linux-Variante inzwischen nur Android flächendeckend durchgesetzt. Apple OS ist eher eine Unix-Variante.

      • @Aurego:

        Wir könnten das hier Jahrhunderte lang diskutieren.



        Seit mindestens fünfzehn Jahren sind diese Probleme überwunden und bei entsprechendem Werbeetat hätte freie Software sich auch auf dem Desktop durchgesetzt.



        Um Serverbereich und in der Wissenschaft ist das schon seit Jahren so - was natürlich auch daran liegt dass dort Fachleute am Ruder sind (also im Management) und nicht irgendwelche HiWiWi's die sich im Wortsinne ein X für ein V vormachen lassen.

        • @Bolzkopf:

          Freie Software hat nicht genug Geld erwirtschaftet, um größere Summen für Werbung ausgeben zu können.



          Der Sozialismus funktioniert halt einfach nicht ...

          Was die Wissenschaft betrifft: Solange MS-Word native kein LaTeX abspeichert, wird es ein Nischendasein fristen.



          Windows Server sind jetzt aber auch gar nicht so selten und in Zukunft wird noch mehr Zeug in irgendwelchen Clouds laufen. Microsoft macht vor, wie es geht. Ansonsten hat Microsoft ein derart großes Patent-Portfolio, dass wir uns an seinen Technologien noch lange erfreuen können.

          • @Aurego:

            Ich finde das sehr lustig.



            Seit rund vierzig Jahren rede ich über OpenSource und noch immer wird das Thema in die Linke Ecke geschoben.

            Wie das wohl kommt ?

            Und dass der Kapitalismus nicht funktioniert sehen wir tägtäglich an den Klimakurven, den Todeszahlen durch Hunger, und die Kriege.

            • @Bolzkopf:

              Ich habe einige der Early Adopter kennengelernt und natürlich waren viele sehr ideologisch unterwegs. Da spielte die Idee einer Art von IT-Kommunismus eine wichtige Rolle. Schon vor 40 Jahren war man energisch gegen große Firmen wie Microsoft, obwohl es ohne diese den IT-Boom der letzten 45 Jahre überhaupt nicht gegeben hätte.

              Wenn man den letzten Satz Ihres Beitrags liest, ist linker Antikapitalismus ja anscheinend immer noch sehr lebendig.

        • @Bolzkopf:

          Datacenter und HPC sind ja ein völlig anderer Kontext. Die Systeme da sind ja generell headless, werden über PXE, Terraform, Ansible, etc. verwaltet und laufen idR als Hypervisor, Cluster oder Supercomputer. Daraus eine Eignung für Enduser abzuleiten ist so ähnlich als würde man jemanden der gern einen Kleinwagen hätte ins Cockpit einer A380 setzen wollen.



          Dass sich Linux im Enduser/Desktop-Segment nicht durchsetzen konnte ist mitnichten eine Frage des Werbebudgets. Welche Werbung könnte auch besser sein als ein kostenloses Produkt? Die großen Elektromärkte haben das ja eine Zeit lang tatsächlich mal versucht und schlussendlich wieder Abstand davon genommen. Dass die Menschen lieber Geld dafür ausgeben sich in einen Walled Garden sperren zu lassen als FLOSS einzusetzen ist absolut nicht irrational, sondern schlicht darin begründet, dass das für ihren Use Case und ihre Bedürfnisse tatsächlich oft die bessere Wahl ist.

          • @Ingo Bernable:

            Hmm. Finde das jetzt sehr tech-sprech aber sei es drum.



            Oder modern gesagt: anyway.

            Die großen E-Märkte wurden massiv unter Drucke gesetzt (wie die Kartellstrafen gegen "die Großen" eindrucksvoll belegen)

            Und es gibt noch ein ganz zentrales Scheinargument:



            Die Sicherheit (bzw. die Angst)



            Man postuliert das sei unsicher gegen Viren, die Systeme seien instabile Hackertools, man bekäme keinen Support.

            Bei SUVs argumentiert man ja auch mit Sicherheit.



            Und bei den IGEL-Leistungen argumentiert man mit der Angst.



            Sie sehen: Das funktioniert vorzüglich.

            Und schauen sie doch mal welche Umsätze völlig überflüssige Produkte erziehlen wie Autopolituren, Mundwasser mit Alkohol, Getränkesprudler , Zahnpasta mit Champangnergeschmack [vulgo "Dreifachschutz"] , Klopapier mit Duft usw usw.

      • @Aurego:

        Die Ursache ist hier weder Propaganda, noch Fetischismus, sondern der Umstand, dass Linux eben nicht wie Windows oder macOS eine standardisierte Lösung aus einem Guss ist, sondern ein jeweils recht spezifisches Agglomerat unterschiedlicher Komponenten die man sich ganz nach Belieben mit unterschiedlichen Kernelversionen, Display-, Desktop- und Window-Managern, Initsystemen, Desktopumgebungen, Kernelmodulen, ... zusammenstöpseln kann. Diese Vielfalt und Anpassbarkeit hat zwar auch viele Vorteile, führt aber auch bis heute dazu, dass es praktisch unmöglich ist eine GUI bereitzustellen die auch weniger versierte Usern in allen Fällen niedrigschwellig an die Hand nimmt. Sobald das erste nicht-triviale Problem auftritt muss man eben doch mit bash und vim irgendwelche config files in /etc anpassen.

        • @Ingo Bernable:

          Wenn man es für "normale" Leute benutzbar machen will, muss man eine Installation zum Download anbieten, bei der man einfach auf einen Knopf drückt, um es zu installieren, die alles Wichtige bereits zur Verfügung stellt und immer gleich aussieht. Irgendetwas zusammenstöpseln zu müssen, kostet zu viel Zeit und ist i. d. R. nicht zielführend.



          Das Problem ist die Arbeitszeit der User. Niemand außer ein paar Nerds hat genug Zeit, um sich mit komplexen Fragen rund ums Betriebssystem zu beschäftigen.

          • @Aurego:

            Genauso ist es seit mehr als zehn Jahren.

            Stick rein, Installieren klicken. Nur die Hälfte der Fragen beantworten die Windows einem vorliegt.



            Fertig.

            • @Bolzkopf:

              Dann können sie mir doch sicher erklären warum sich mein apt regelmäßig so dermaßen verklemmt, dass die einzige Lösung darin besteht das System neu aufzusetzen. Oder warum ich gerade erst letzte Woche eine intel NIC gegen eine Mellanox getauscht habe und das dazu führte, dass KDE nicht mehr startete. Oder warum ich immer mal wieder mit Bugs und Problemen zu tun habe die sich nur durch das Lesen von Kernel-Code identifizieren und evtl. auch beheben lassen. Schon klar, unter Windows kann ich das gar nicht. Muss ich da aber auch nicht.



              Ich bin grundsätzlich wirklich ein Freund und Anhänger von FOSS. Ich bin aber ebenfalls sehr dafür sich in Hinblick auf Vor- und Nachteile ehrlich zu machen und deshalb würde ich jemanden der nicht entweder Profi ist oder wirklich Lust auf Bastelei hat, sondern einfach nur ein funktionierendes System will nicht mit Versprechungen nach Linux locken die heute immer noch genauso unhaltbar sind wie vor 10 oder 20 Jahren.

            • @Bolzkopf:

              Nein, so ist es leider nicht.

  • Also hier in NRW arbeiten Schulen seid Corona fast flächendecken mit Aplles Ipads, diese sind auch verpflichtend. Das hat dafür gesorgt, dass Apple hier an Schulen mitlerweile ein quasi Monopol hat und weil alle Schüler eh ein IPad haben müssen , sind viele Schüler und deren Eltern auch auf Iphones umgestiegen wegen der kompatibilität. Von Microsoft in Schulen habe seitdem ich hier noch überhaupt nichts gehört, ich weiß allerdings auch nicht wie es in anderen Bundesländern ist. Viele ärmere Familien müssen sich deshalb auch verschulden, müssen die Ipdas bei den Schulen mit Ratenzahlung abbezahlen.

    • @PartyChampignons:

      In Bayern ebenfalls, aber hier gibt es für finanziell schwächere Familien schon auch ordentliche Zuschüsse.

  • Meiner Einschätzung nach wäre Linux als Standard-OS an Schulen unter den gegenwärtigen Bedingungen entweder deutlich teurer oder aber weniger sicher als die MS-Produkte, im schlechtesten Fall sogar beides.



    Der Umstand, dass Office 365 Education als reine Web-App läuft bedeutet eben auch, dass sich niemand um Sicherheitsupdates, Domain-Administration oder die Wartung von on-premise Servern kümmern muss. Damit sich halt einfach mal eben ein Linux auf die Schulnotebeooks zu installieren ist es eben längst nicht getan, es müsste auch entsprechende Server-Infrastruktur bereitgestellt werden und vor allem müsste man fähige Domain- und Netzwerkadministratoren einstellen die dafür sorgen, dass das auch alles zuverlässig funktioniert und dauerhaft sicher läuft. Zu erwarten, dass das eine Lehrkraft mal so nebenbei machen könnte ist völlig unrealistisch und bei rund 50.000 Schulen im Land stehen die hier eigentlich benötigten Experten am Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung.

    • @Ingo Bernable:

      Sehen sie: "Kostenlos aber teurer als Windows" - sehen sie die Argumentation ?

      "...bedeutet eben auch, dass sich niemand um Sicherheitsupdates, Domain-Administration oder die Wartung von on-premise Servern kümmern muss."

      Doch. Die Verantwortung bleibt bei ihnen. Der Hersteller haftet nicht.



      Aber bei den "Closed" Produkten hat niemand eine Chance Fehler zu beseitigen. Wenn der Hersteller nicht will dann will er nicht und niemand kann daran was ändern.

      Dann reden sie mal mit den LuL wie gut die sich unterstützt fühlen wenn mal was nicht funtioniert. Es haben nicht alle den "Diamont"- oder "Gold"-Support von Microsoft und dann stehen sie hinten an wie Karl Arsch und keiner hilft ihnen.

      • @Bolzkopf:

        Ja, genau "Kostenlos aber teurer als Windows, das haben sie schon vollkommen richtig verstanden. Die Software bekommen sie zwar gratis, aber die läuft ja nun auch nicht von selbst und die Leute die die Schul-IT mit "three-nines" oder mehr betreiben können bekommt man eben nicht gratis. Maintenance und Bugfixing nicht selbst machen zu können ist für sehr viele kein Problem, sondern Ziel, wenn das zentrale Anliegen ist sich eine Dienstleistung einzukaufen um genau diese Aufwände nicht zu haben. Denn so schön es auch ist sich notfalls auch selbst helfen zu können, dürfte die Zahl der LuLs die in der großen Pause mal eben einen Pull-Request fürs Kernel-Repo commiten realistisch gesehen doch eher überschaubar sein. Für jemanden der nur Kunde und nicht Coder sein will, ist schlechter Support also immer noch besser als gar keiner und die Aussicht den Fehler irgendwo in Millionen Zeilen low-level C selbst beseitigen zu müssen.

    • @Ingo Bernable:

      Wohl wahr...



      --



      Aber bedenket, wo sich Unwetter zusammenbraut. -



      Übl(ich)er Weise in der Cloud.

  • Das was hier als man könnte ja noch dies und das dazu installieren ist bei Microsoft doch genauso. Office ist bei Linux dabei. Viele andere Dinge auch. Der Aufwand hält sich bei beiden Distributionen etwa im glechen Umfang.



    Was linux außer dem Datenschutz so attraktiv macht ist die Updatepolitik und das installieren.



    Kein gegängel. Und viel schneller als bei der Installation von windoof.



    "Alte" Hardware wird viel besser unterstützt und läuft super gut mit Linux.



    Mein alter Laptop mit Intel i5 2.gen läuft mit 2x4k Bildschirmen flüssig zum Büro arbeiten. Win11 kann ich da nicht rauf installieren.



    My2cent

  • Seit 2000 habe ich auf meinen privaten PCs Windows kaum verwendet. Nur einmal musste ich Windows installieren, weil ein Komputerspiel nur unter Windows lief.



    Ich kann mir gut vorstellen, dass Windows oder macOS notwendig werden, wenn man die eine Software braucht, die nur auf dem Betriebsystem läuft. Aber für den durchschnittlichen Gebrauch (WWW inklusive Online-Banking, E-Mail, Messenger, Musik hören, Filme abspielen, Textverarbeitung, ...) finde ich proprietäre Betriebssysteme absolut überflüssig.

    Ich kenne viele nicht IT-affine Menschen, die seit Jahren nur Linux benutzen. Natürlich kostet der Umstieg ein bisschen Zeit, genauso



    wie nachhaltig essen oder fair-produzierte Kleidung kaufen.

  • Das Problem ist nicht, dass die Unternehmen, Behörden und Schule nicht wechseln wollen würden oder einfach bequem sind. Wer mit "LibreOffice Thunderbird und OpenTalk" kommt, hat damit noch nie wirklich produktiv arbeiten oder schlimmer noch, es verwalten müssen.

    Davon abgesehen, dass diese Produkte immer noch funktionieren und aussehen wie Software der späten 1990er, sind sie kaum zentral managebar. Zumindest nicht nach heutigen Anforderungen in größeren Umgebungen.

    Ich setze Linux-Desktops seit Mitte der 1990er ein, erste Distro war Slackware-basiert mit Kernel 1.2.1. Aber "empfehlen" kann ich es für Unternehmen oder gar Schulen kaum. Sobald es um eine integrierte Office-Umgebung geht wird es ganz Zappenduster. OpenDesk hin oder her. Es bleibt Gefrickel und schafft es in Funktion und Komfort nicht mal mit Randprodukten wie Apples Privatkundenangebot iCloud mitzuhalten.

    Solange es Europa nicht schafft, selbst eine hochintegrierte Gesamtlösung anzubieten, die fortlaufend aktualisiert wird und den Admins und Supportteams ähnlich einfach von der Hand geht wie M365, Google Workspace & Co., wird das nichts. Hohe Lizenzkosten und "Souveränität"-Forderungen hin oder her.

    • @Irgendwasdazwischen:

      Also mit Thunderbird kann man definitiv produktiv arbeiten. Mache ich seit fast 20 Jahren.

  • Zu erwähnen ist, daß nichts mit den Programmen machbar ist, was nicht mit einem Bleistift und Papier machbar ist.

    Die einzigen Fortschritte, die IT gebracht hat, sind schnelle Kommunikation und unbegrenzte Archivierbarkeit.

    Fortschritte, die durchaus hinterfragbar im Verhältnis zum Aufwand sind.

    • @axiom:

      Auch die Erfindung des Buchdrucks hat ja nichts ermöglicht was nicht auch mit Papier und Bleistift auch schon vorher möglich war, sondern nur die Verbreitung von Information beschleunigt. Trotzdem waren die Auswirkungen auf die Gesellschaft massiv.

      • @Ingo Bernable:

        Das ist eine steile These !



        Dass die Bibel erstmals in Deutsch einer breiten Masse zugänglich war kann man ja nicht einfach ignorieren.

        Und DIESE Informationen war vorher nicht vorhanden bzw nicht zugänglich.

        Der Klerus hat dadurch signifikant Macht eingebüsst weil der "Nomalbürger" selbst prüfen konnte ob der Mann auf der Kanzel die Bibel korrekt zitiert hatte oder eben Lügen verbreitet hat.

  • Hat sich die Autorin mal Apertus angesehen? Mistral kann ich ja als alternativen Lösungsansatz noch nachvollziehen aber Apertus wird noch eine ganze Weile brauchen, um auch nur annähernd auf dem Level der "Großen" zu sein. Man gönnte den Kids ja durchaus aus der ein oder anderen Lernerfolg und der wäre bei Apertus eher: Besser nicht verwenden. Und wenn datenschutzfreundlich müsste das eigentlich lokal laufen oder aber in einer abgesicherten Umgebung speziell für Schüler, aber dafür braucht es leistungsfähige IT und die ist ja bekanntlichermaßen in Schulen eher nicht zu finden. Oder anders formuliert: Das klingt eher nach einer Forderung nach dem Motto: "Deutsche kauft nur deutsche Bananen". Gegenfrage: Welche KI-Lösungen setzt denn die taz ein? Und wofür und in welchen Umfang? Die prinzipielle Überlegung weg von US-Big-Tech ist aber richtig ... Europa tut sich eben noch schwer mit europäischen Alternativen. Außer Mistral fällt mir da nicht viel ein. Aber Suchanfrage via Le Chat von Mistral ist auch nicht datenschutzfreundlich genug im Schülerinteresse.

  • Genau so ist es. Und man sollte nicht übersehen, dass viele es genau so wollen, weil es ja so bequem und modern und gewohnt ist.



    In meiner Erfahrung machen sich Eltern, die lautstark mehr "digital" in der Schule fordern, wenig Gedanken, was ihre Kinder eigentlich lernen und wie, ob man dazu wirklich ein Gerät mit Touchscreen braucht und ob sie im Unterricht Relevantes daran erledigen oder wild herumsurfen. Solche, leider häufigen Eltern sind glücklich und zufrieden, wenn es oberflächlich bei ihren Kindern auf dem Bildschirm so aussieht wie bei ihnen.

  • Ich habe einst meinen Rechner mit Linux ausgerüstet, genau wegen solcher Gedanken. Das ist aber leider gar nicht so einfach. Man sollte schon etwas Grundlagenwissen mitbringen. Die Zeit dazu möchte niemand in der Schule - nebenher - investieren.



    Was aber ohne Probleme geht sind Anwendungen wie Openoffice oder ähnliches. Die sind nahezu identisch zu Microsoft.

  • Von den Bigtechs ist Microsoft noch eine der sympathischeren Firmen. Microsoft hat immer externen Softwareentwicklern die Chance gegeben, Software für seine Betriebssysteme zu entwickeln und nicht auf ein geschlossenes Universum gesetzt wie z. B. Apple.

    Man kann von der Nutzung von Microsoft-Produkten jetzt halten, was man will, aber wenigstens passt alles einigermaßen zusammen, man findet kaum oder keine adäquaten Alternativen und braucht sich nicht einzubilden, kostenlose Open-Source-Lösungen seien wesentlich kostengünstiger.

    Wer aber Zeit und Lust hat, kann ja selbst beginnen, ähnliche Lösungen zu entwickeln.

    • @Aurego:

      Entschuldigung, aber die "bequeme" Lösung MS ist wirklich nur für Leute denen vieles egal ist, wie Datenschutz, Sicherheit und Kosten. Gerade heute morgen bekomme ich auf der Startseite die Mitteilung der IT, das copilot.microsoft.com gesperrt wurde weil es auch Informationen interner Webseiten nach außen übermittelt.



      Es gibt genügend Beispiele für Open Source auch an Schulen und in Verwaltungen.



      Das mit dem "wenigstens passt alles einigermaßen zusammen" stimmte vielleicht vor 10 Jahren noch etwas. Ich bin mit meinem privaten Rechnern vor ein paar Jahren zu Linux gewechselt, ausschlaggebend war hier unter anderem, dass die Installation der Steuersoftware bei der Installation unter Win10 viele Fehlermeldungen anzeigte und nicht lief und ein eher spaßeshalber vorgenommener Installationsversuch unter Linux (mit WINE) sauber durchlief. Als dann noch auf dem Netbook meines Sohnes ein Win10 Update hängenblieb und den Rechner für Win unbrauchbar machte und seitens des Herstellers (Lenovo) mitgeteilte, dass man da nichts ändern könnte, habe ich alles auf Linux umgestellt.

      • @Axel Schäfer:

        Ob man Linux oder Windows privat nutzt, ist relativ egal. In professionellen Umgebungen kommt man an Microsoft kaum vorbei.



        Ich habe bereits jede Windows-Version kennengelernt (auch die allererste) und kann nur sagen, dass damit alles funktioniert, was man braucht. Wenn Updates oder Softwareinstallationen hängenbleiben, liegt es selten an Microsoft, aber es ist schwierig, alle Hardwarekonfigurationen vorherzusehen. Apple hat es da leichter. Bei Linux kann es auch passieren, dass Treiber fehlen oder Updates fehlschlagen.



        Ohne Microsoft wären wir auch bei Linux noch nicht so weit, wie wir sind, denn Microsoft hat die Entwicklung der digitalen Welt gerade in den wichtigen 90er Jahren stärker vorangebracht als jede andere Firma. Ohne Microsoft wäre Apple wohl vom Markt verschwunden, als es in einer schweren Krise war.



        Beim Datenschutz habe ich bei Microsoft wesentlich weniger Bedenken als bei Meta, Alphabet, X oder anderen Unternehmen, die im Wesentlichen von Nutzerdaten leben.



        Ohne die ganzen Entwickler, die mit DOS und Windows aufgewachsen sind (als Linux noch in einem für Nicht-Spezialisten unbenutzbaren Entwicklungsstadium war), sähe die Softwarewelt wohl wesentlich trauriger aus.

        • @Aurego:

          Unix-Workstations mit Fensteroberfläche gab es schon, als MS nur DOS zu bieten hatte.

    • @Aurego:

      Genau.



      Open Source Lösungen sind nicht unbedingt 'billiger' oder 'einfacher'.

      Sie sind jedoch einer der wenigen möglichen und 'anstrengenderen' Wege, sich aus der Abhängigkeit von BigTech und den u. U. kontrollierenden Staaten zu lösen.

      Wer das nicht für erforderrlich hält, kann getrost bei einem oder mehreren der BigTechs bleiben.

      Machs gut.



      Uli

      • @AuchNochEiner:

        "Sie sind jedoch einer der wenigen möglichen und 'anstrengenderen' Wege, sich aus der Abhängigkeit von BigTech und den u. U. kontrollierenden Staaten zu lösen."

        Solange außerhalb BigTech praktisch keine Programme laufen, die europäische bzw.



        europäisch geprägte Schnittstellen wie GAEB, PTNB, KROQI oder sonstige internationale Standards wie ICF oder BCF bedienen, bleibt das ein Wunschtraum, der auf den erweiterten Dunstkreis der Computer-Nerds begrenzt bleibt...

      • @AuchNochEiner:

        Open Source ist spätestens bei der Hardware auf BigTech angewiesen.



        Warum aber sollte ich mich aus der Abhängigkeit von BigTech lösen wollen? Die wird es immer geben und sie werden immer bestimmen, wo es lang geht. Außerdem bin ich ja auch selbst in im Umfeld von BigTech tätig. Mit den quasi sozialistischen Ideen der ersten Linux-Pioniere konnte ich mich damals nicht besonders anfreunden.

  • Logineo als Alternative wurde in NRW nicht gepusht sondern an die Telekom verkauft, oder weitergegeben, und die hat es im Sande verlaufen lassen. Microsofts One Note ist mittlerweile auch aus den Open Source-affinsten gymnasialen Oberstufen nicht mehr wegzudenken. Anbieter wie Iserv werden zu wenig flächendeckend unter Vertrag genommen.



    Der Zug scheint abgefahren zu sein. Alle müssten es wirklich wollen.

  • Diese Argument, Kinder müssen auf MS-Produkten lernen, damit sie später im Arbeitsleben nahtlos weitermachen können, ist grundsätzlich falsch.



    Wenn ich auf einem Opel Corsa Fahrschule mache, dann kann ich anschliessend auch einen Golf oder Toyota fahren. So ähnlich verhält es sich mit einer Textverarbeitung, alle haben eine Unterstreich-Funktion und div. Formatierungsmöglichkeiten, sie befinden sich halt u.U. woanders im Menü, wie ein Blinkerhebel auch.

    • @Sigi Gassner:

      Das mit dem Opel Corsa funktioniert aber auch nur deshalb, weil die Funktionsweise weitgehend normiert wurde.

      Leider hat sich das alte Staroffice über Openoffice oder Libreoffice noch nicht zu einem vollwertigen MS-Office-Ersatz entwickelt. Irgendetwas funktioniert immer noch nicht genau so wie beim Original. Gibt es eigentlich WordPerfect noch?



      Warum also einen Opel Corsa fahren, wenn man auch einen Mercedes haben kann?

      • @Aurego:

        "Gibt es eigentlich WordPerfect noch?"



        Zumindest AmiPro gibt es nicht mehr... 😉🙃

        • @FriedrichHecker:

          www.wordperfect.com/en/



          Gibt´s, aber nicht auf Deutsch.



          Wordstar (1978) gibt´s noch als Abandonware.



          Einführungsprodukt für Apple war eine Tabellenkalkulation (Visicalc, 1979)



          ATARI etc. steht im Museum.