Weltwetterorganisation warnt vor El Niño : Mit Vollgas in die nächste Tragödie
Das Wetterphänomen El Niño kommt – ganz sicher und mit aller Härte. Ohne mehr Klimaschutz wird es immer so weiter gehen. Wann wird die Menschheit endlich klug?
I st man hinterher wirklich immer schlauer? Seit mehr als einem Vierteljahrhundert warnt die Wissenschaft vor den Folgen der Klimaerhitzung, beispielsweise, dass in einer wärmer werdenden Welt die Hochgebirge ihren Kitt verlieren – den nie auftauenden Permafrost. Allein in diesem August gab es ein halbes Dutzend Felsstürze in den Alpen, etwa am Matterhorn auf 3.900 Höhenmetern. Dabei hätte spätestens der Felssturz von Blatten, der im Wallis 2025 ein ganzes Bergdorf verschüttete, schon klarmachen müssen: Ohne Klimaschutz werden apokalyptische Ereignisse häufiger.
Und aktuell der Felssturz im Himalaya, nach dem bislang 1.270 Leichen geborgen wurden. Fast 5.000 Menschen gelten als vermisst, das Tal in Nepal ist unbewohnbar geworden. Wir könnten diesmal vorher schon schlauer sein: Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat an diesem Donnerstag vor dem heftigsten El-Niño-Ereignis gewarnt, das mit „nahezu 100 Prozent“ bis Februar über die Welt hereinbricht. Diese Prozentzahl ist bemerkenswert, denn Wissenschaft ist sich in der Regel nie zu 100 Prozent sicher – jedes entschlüsselte Phänomen stellt sie vor neue Fragen.
Mit ungewohnter Dramatik forderte die WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo „außergewöhnliche Vorbereitungs- und Reaktionsmaßnahmen“. Dieses El-Niño-Ereignis habe das Potenzial, Gesellschaften und Volkswirtschaften auf der ganzen Welt einen massiven Schlag zu versetzen. Eine ganze Reihe von Wissenschaftlern warnt, dass unterlassener Klimaschutz El Niño immer heftiger ausfallen lassen wird.
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Kohleausstieg, Tempolimit, Veggie-Day, Verbrenner-Aus – doch anstatt ernsthaft den Klimaschutz voranzutreiben, torpediert die Bundesregierung, angeführt von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, jetzt den Ausbau der Erneuerbaren. Die Gesellschaft diskutiert über Anpassung, anstatt die Reduktion von Treibhausgasen zu fordern. Um nach dem nächsten Bergsturz, der nächsten Ahrtalflut, dem nächsten Hitzesommer dann wieder zu behaupten: Hinterher ist man immer schlauer.
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