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US-israelischer Krieg in IranDie unerträgliche Arroganz der Macht

Gastkommentar von

Bahman Nirumand

Alle Szenarien für die Zukunft Irans sind zutiefst beunruhigend. Die Kriegstreiber haben nicht das Volk im Blick, sondern einzig eigene Interessen.

Die Idee, man könnte die Islamische Republik schnell in die Knie zwingen, hat sich als Trugschluss erwiesen, Teheran 17.3.2026 Foto: Majid Asgaripour/WANA/reuters

F ast ein halbes Jahrhundert Unterdrückung und Gewalt. Wie viel Hass und Wut muss sich bei den Menschen in Iran gegen das Regime der Mullahs aufgestaut haben, dass sie einen militärischen Angriff gegen ihr Land bejubeln, hoffend, dass dieser Angriff zu einem Regimewechsel und zu Freiheit und Demokratie führt. Doch diese Wünsche und Hoffnungen sind von der Realität weit entfernt. Der Glaube, die USA und Israel würden aus humanitären Gründen und zur Unterstützung des iranischen Widerstands bombardieren, ist ein unverzeihlicher Irrtum. Beide Staaten haben oft genug deutlich erklärt, dass es nicht ihr Ziel sei, Freiheit und Demokratie für das iranische Volk zu erkämpfen.

Israel geht es darum, wie Präsident Benjamin Netanjahu sinngemäß sagte, Iran so zu schwächen, dass das Land über Jahrzehnte nicht mehr in der Lage sein werde, sich als eine Regionalmacht zu behaupten. Seit 45 Jahren warte er auf den Moment, zuschlagen zu können und die vermeintliche iranische Gefahr für immer auszuschließen. Die Lage könne nicht günstiger sein: Iran sei ökonomisch, militärisch, politisch stark geschwächt. Diese Chance dürfe nicht verpasst werden. Tatsächlich führt Israel gerade einen Vernichtungskrieg gegen Iran.

Bild: imagao/Horst Galuschka
Bahman Nirumand

wurde 1936 in Teheran geboren. Er ist Publizist, war in der Studentenbewegung von 1968 aktiv und erlebte die iranische Revolution 1979 vor Ort. 2022 erschien sein Buch „Der mühsame Weg in die Freiheit. Iran zwischen Gottesstaat und Republik“, in dem er die aktuelle iranische Protestbewegung im historischen Kontext analysiert.

Beim US-Präsidenten Donald Trump ist das Ziel so genau nicht zu definieren. Vieles scheint von seiner augenblicklichen Laune abzuhängen. Zunächst war es nicht klar, ob sich die USA für einen Angriff gegen Iran entscheiden würden. Die Verhandlungen machten Fortschritte, die Erfolgsaussichten waren nicht gering. Trump betonte immer wieder, dass er eine diplomatische Lösung bevorzuge. Doch dann kam, völlig überraschend, der Sinneswandel und Trump gab dem Druck aus Tel Aviv nach. Auch ihn kümmern Demokratie und Menschenrechte nicht.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Er will erreichen, dass Iran sein Atomprogramm vollständig aufgibt, sein Raketenprogramm einschränkt, keine bewaffneten Gruppen mehr in der Region unterstützt. Ihm geht es nicht, wie zuvor angekündigt, um einen Regime Change. Inzwischen verlangt er von den Islamisten eine vollständige Kapitulation. Das wird es mit der Islamischen Republik aber nicht geben. Sie hat zwar ihre Führung verloren und erhebliche Verluste ihrer Infrastruktur hinnehmen müssen, sich aber auch gewehrt. Und scheint weiterhin in der Lage zu sein, die Funktionsfähigkeit des Staates aufrechtzuerhalten.

Ein Regimewechsel erweist sich als äußerst schwierig, insbesondere kurzfristig

Die Vorstellung, man könnte die Islamische Republik mit einem Blitzkrieg in die Knie zwingen, hat sich als Trugschluss erwiesen. Das Regime ist nicht eine normale Diktatur, die zerfällt, sobald man den Diktator beseitigt. Es ist ein religiös verbrämtes, ideologisch verfestigtes, gut organisiertes Gebilde, das seit 46 Jahren die Macht innehat. Selbst wenn nur 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung diesen Staat unterstützen, wären es 14 bis 18 Millionen Menschen, die die Basis der klerikalen Diktatur bilden. Damit erweist sich ein Regimewechsel zumindest kurzfristig als äußerst schwierig.

Noch gibt es in Iran keine ernstzunehmende Alternative zur bestehenden Macht. Der Sohn des gestürzten Schahs, Reza Pahlawi, hat zwar Anhänger im In- und Ausland, aber keine organisierte Basis im Land. Und ist nicht in der Lage, einen Aufstand zu organisieren, um den bewaffneten Kräften des Regimes die Stirn zu bieten. Sein letzter Versuch scheiterte, weil er Menschen aufforderte, Polizeistationen, Behörden und Städte zu erobern. Hilfe sei unterwegs, versprach er. Wie erwartet schlugen die Schergen der Islamischen Republik, die zu jedem Verbrechen bereit waren, brutal zurück und töteten mehrere Tausend Menschen.

Eine ernstzunehmende Alternative ist in Iran derzeit schwer zu erkennen. Die Existenz von nach Autonomie strebender Ethnien, die zahlreichen Strömungen von extrem links bis extrem rechts und die erfolgreiche Verhinderung jeglicher Organisation der Opposition bis hin zum Verbot unabhängiger Gewerkschaften und Verbände haben dazu geführt, dass bislang alle landesweiten Demonstrationen niedergeschlagen wurden. Solange das so bleibt, solange der Machtapparat funktioniert und das Gebilde des Islamischen Staats zusammenhält, wird es keinen Regimewechsel geben, auch nicht durch eine Bombardierung der Infrastruktur. Selbst wenn die USA sich zu einer Bodenoffensive entscheiden würden, würde es einen langen Atem brauchen und hohe Verluste bedeuten, um das Regime zur Kapitulation zu zwingen.

Erst wenn der Druck von innen zu stark wird und das Gebilde Risse bekommt, öffnen sich Möglichkeiten, die aber bedauerlicherweise auch nicht so rosig erscheinen. Im Falle eines Regimesturzes würde ein Machtvakuum entstehen – mit der Folge eines langjährigen Bürgerkrieges, bei dem hunderttausende bewaffnete Anhänger des Regimes, Monarchisten, verschiedene Ethnien und Splittergruppen um die Macht ringen würden. Oder es würde zu einer von Israel angestrebten Balkanisierung kommen, eine Zerstückelung des Landes in kleinere und am besten zerstrittene politische Einheiten.

Das würde die gesamte bisherige Staatenordnung im Nahen und Mittleren Osten durcheinanderbringen. Schließlich könnte die Spaltung des Regimes dazu führen, dass ein Teil der Machtelite, namentlich die Revolutionsgarden, den Klerus entmachtet, eine mehr oder weniger säkulare Militärdiktatur errichtet und sich mit Washington arrangiert. Sie könnte im Gegenzug zu einer möglichen Aufhebung von Sanktionen den iranischen Markt für die USA öffnen und ihr lukrative Angebote bereiten. Das wäre durchaus in Trumps Sinne. Für das iranische Volk hingegen bedeutete das noch mehr Repression und Unterdrückung.

Wie auch immer, die USA und Israel haben mit ihrer Intervention nicht nur Iran und der gesamten Region einen ungeheuren Schaden zugefügt, sondern auch gezeigt, dass das Gerede vom Völkerrecht und Bekenntnisse zu Menschenrechten nichts anderes sind als Phrasen. Eigentlich müsste es über diese Willkür, diese unerträgliche Arroganz der Macht, überall auf der Welt einen Aufschrei geben. Aber die Welt schaut zu – und die Geschichte geht weiter.

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62 Kommentare

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  • An anderer Stelle habe ich zu diesem Thema soeben einen Artikel gelesen, der das Wort 'eliminiert' enthält. Meiner Meinung eine widerliche Wortwahl. Nein,



    das geht gar nicht - man sollte diesen Begriff niemals verwenden, wenn es um Menschen geht: stattdessen wäre das Wort 'töten' angebracht.

  • Ja, diese Millionen fanatischen Regime-Unterstützer und Schergen wie die Basidsch Milizen sind ein großes Problem.



    B. Nirumand schreibt: "Tatsächlich führt Israel gerade einen Vernichtungskrieg gegen Iran."



    Das ist nicht wahr. Im Gegenteil: wie Sie hier lesen können:



    taz.de/Mahtab-Qolizadeh/!a160336/"

    • @Land of plenty:

      Welchen Artikel von Mahtab Qolizadeh meinen Sie?

    • @Land of plenty:

      Das Wort "Vernichtungskrieg" ist unglücklich gewählt, weil damit gemeinhin die Vernichtung der Bevölkerung gemeint ist, während Nirumand damit ausdrücken will, dass Israel auf eine Zerstörung der Staatlichkeit und auf eine Balkanisierung Irans abzielt, was unter anderen aus der Auswahl der Ziele hervorgeht. Der Artikel von Qolizadeh widerlegt das nicht, denn erstens ist er Recht selektiv in der Auswahl der Stimmen, die zu Wort kommen, und zweitens sind die Hoffnungen der Iraner, über die er spricht, eben nicht notwendig deckungsgleich mit den Plänen der Angreifer (es wäre ja nicht das erste Mal in der Geschichte, dass man sich über die Ansichten der angeblichen Befreier getäuscht hat).

  • Trump ist rechtsradikal und verfolgt seine Interessen, und neben den egomanischen auch die der Fossilokraten Charles Koch Industries, Peabody, Ölkonzerne und entsprechende sorgen in Europa für die Fortsetzung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern- genau eine solche Regierung wurde gerade erst gewählt. Benzinpreise: selbst schuld.



    Was man zu Iran auch sagen kann ist:



    die Akteure in Deutschland sind leider sehr sehr langsam damit, das Islamische Zentrum Hamburg zu stoppen zu schließen, oder die Hisbollah zu verbieten oder die Pasdaran (IRGC) auf die Terrorlisten zu setzen. Schnell sind sie dabei innenpolitisch linke Grüppchen anzugreifen.



    Diese Außenarme des iranischen Regimes zu cutten hat quasi Israel und hiesige Gruppen z.B. American Jewish Committee Berlin/ Ramer Institut jedes Mal erzwungen.



    Gut, besser, dass Dt. bei diesem Anti-Regime-Krieg außen vor bleibt, aber ich bitte auch zu sehen, wie die Menschen in und aus Iran dazu stehen.



    Allgemein wünsche ich mir eine viel größere Aufmerksamkeit für alles was in den östlichen und südöstlichen Regionen der Welt vor sich geht. Also alles von Stettin bis Karatschi, von Witebsk, Bukowina bis Dar es-Salam. Schöne Sprachen...

  • Der Kommentar enthält mehrere Aussagen, die man so nicht stehen lassen kann. Bahman Nirumand behauptet: "Die Verhandlungen machten Fortschritte, die Erfolgsaussichten waren nicht gering."

    Fakt ist, dass Donald Trump selbst immer wieder großes Interesse an einem Deal mit dem iranischen Regime bekundet hat. Sein isolationistischer Vize JD Vance hat ihn massiv dazu gedrängt und hatte wohl auch wochenlang Trumps Ohr. Ähnliche Ratschläge bekam Trump von den Golfstaaten und Recep Tayyip Erdoğan, der neben Netanjahu als Trumps anderer Best Buddy gilt. Dass es mit den Verhandlungen am Ende doch nicht geklappt hat, liegt v.a. am iranischen Regime, dass auf eine Verzögerungs- und Hinhaltetaktik gesetzt hat. Der starrsinnige Greis Chamenei hat außenpolitisch letztlich genauso inflexibel agiert wie innenpolitisch.

    Im Übrigen malt Nirumand für den Fall eines Regimesturzes jedes mögliche Horrorszenario an die Wand bis hin zu "säkularer Militärdiktatur" . Die islamistische Ideologie gehört aber zum Markenkern der Basidschi, die weit mehr Mitglieder haben als die übrige Revolutionsgarde. Eine "säkulare" Militärdiktatur, wie sie Nirumand befürchtet, wäre da sowieso kaum denkbar.

    • @Grübler:

      Sie glauben wirklich, dass Sie besser über den Iran informiert sind als Bahman Niroumand?

      • @Francesco:

        Und Sie glauben, dass keine seiner Aussagen hinterfragt werden darf?

        In den 70er Jahren gab es allgemein eine Tendenz unter iranischen Linken, die Idee des Antiimperialismus über alles zu stellen und die Gefahren zu ignorieren, die von religiösem Fanatismus ausgingen. Man hat das Gefühl, dass nicht alle umfänglich die historischen Lehren aus dieser Fehleinschätzung gezogen haben.

        Im Übrigen treten bei dem Thema viele Menschen mit Fachwissen und persönlichem Bezug zu den Ereignissen im Iran auf, vertreten aber sehr unterschiedliche Einschätzungen und Standpunkte. Das ist Teil einer offenen Debatte, dass alle Meinungen diskutiert und hinterfragt werden können.

  • Ich habe Respekt vor dem Gastkommentator. Der kennt das Land, hat es sehr sehr lange begleitet und er argumentiert bei den Szenarien in gewisser Weise utilitaristisch - also mit dem größten Nutzen bzw. hier in dem Fall dem größten Übel und das im Hinblick auf Lebensbedingungen und Frieden.



    Die traurige wahrscheinliche Wahrheit ist diese: So sehr das Regime auch abgewirtschaftet und delegitimiert ist, kann der krieg mit leichtigkeit eine noch schlimmere Zukunft hervorbringen - mit oder ohne Regime.



    Und nur darum darf es verantwortungsvoller Politik im sinne Max Webers gehen. Und von der Warte aus gesehen sind alle Unterstützer des Regime Change aus meiner Sicht nur wenig gerechtfertigt in dieser Gutheißung. Denn auch wenn keiner die Zukunft kennt, sind die möglichen Szenarien altbekannt und das eine - eine deutlich bessere Regierung und Frieden im Inneren ohne starke individuelle Unfreiheit - sehr sehr unwahrscheinlich.



    und also auch aus diesem Grund - und nicht nur aus dem Grund Völkerrecht - ist der Krieg abzulehnen.



    Das ist die Struktur des Arguments von Herr Nirumand und das ist für mich völlig überzeugend.

  • Das Regime ist sehr geschwächt, es könnte auch implodieren, wenn sich eine neue Protestbewegung bildet.



    Aber es kann auch einen Bürgerkrieg geben.



    Ich glaube indes nicht, dass die Kurden und Belutschen in einen Krieg ziehen würden, wenn sie ihre Unabhängigkeit oder Autonomie erhalten. Sie würden wahrscheinlich stabile quasi-staatliche Gebilde hervorbringen.



    Das liegt m.M. an ihrem sunnitischen Islam, denn das macht sie zu Bürgern 2. und 3. Klasse, sie sind oftmals wie Fremde im eigenen Land. Und sie haben Organisationen und Parteien, es gab und gibt immer für sie Wege in den Iran und raus, sie sind geübt darin, gefährliche Situationen auszuhalten.



    Ansonsten stimme ich Bahman Nirmund zu, dieser Krieg erweist sich immer mehr als Bärendienst, nichts wird kurzfristig besser, aber es gibt immer mehr Opfer und Ruinen.



    Intelligent ist die politische Elite des Landes auch nicht, je länger das andauert, desto schwächer werden sie und damit steigt m.M. aber auch die Gefahr eines Bürgerkriegs:



    Islamistische Anhänger des Systems gegen den Rest der Bevölkerung.



    Iran hat jahrelang Erdöl- und Erdgas exportiert, das Regime hat sich selbst ganz gut ausgestattet, sprich es kann lange dauern.

  • Der Iran hat die Hamas finanziert, die im Oktober 2022 gezielt jüdische Frauen und Mädchen vergewaltigt, entführt und ermordet haben.



    Kann man das nicht als Kriegsgrund sehen?

    • @Peter Schütt:

      Nochmal zur Genauigkeit: Es war der 7. Oktober 2023.



      Zweitens: Einen Teil der Behauptungen - die absichtsvollen, systematischen Vergewaltigungen (bei ihnen "gezielt") - konnte nicht nachgewiesen werden. Dazu gibt es große Quellensammlungen auf Wikipedia zu Propaganda beider Seiten in diesem Konflikt. Dort ist sehr deutlich ersichtlich, dass Israel sehr viel mehr "hoax" wie sie in den USA sagen, produziert hat zum Beispiel auch über Greueltaten der Hamas an Babys.



      Damit ist der 7. Oktober weder gerechtfertigt noch relativiert (für mich auch: genozidale Züge), aber in der Politik, wo mit Falschassagen Hass und Wut für Kriege und mobilisiert wird und Menschlichkeit für andere Zwecke aufs Abstellgleis gestellt wird, sind die genauen Fakten wichtig.

    • @Peter Schütt:

      Es geht hier nicht um die Frage eine sGrundes, Gründe findet jeder wie er will. Das ist nicht mal polemisch gemeint!



      Es geht bei Politik darum, was man anrichtet, also was heraus kommt. Und da kann es leider sein, dass das was herauskommt zum Beispiel utilitaristisch betrachtet noch furchtbarer ist als das Regime. Und dies ist eben ziemlich wahrscheinlich, was der Autor begründet.



      Wer also mit den Menschen im Iran argumentiert, muss konsequenterweise dann an dem Resultat für diese Menschen gemessen werden. Wenn nicht, ist solche Argumentation schlicht zynisch.

    • @Peter Schütt:

      Was Sie sehen wollen, werden Sie womöglich sehen.



      Wenn Sie sich zu ius ad bellum einlesen wollen, werden Sie es tun.



      Ansonsten: nein. Der einzig theoretisch begehbare Pfad zum Krieg, den Netanyahu und Salman aus rein egoistischen Motiven führen lassen, wäre ein anderer. Auch das werden Sie finden.

    • @Peter Schütt:

      Selbst wenn man so etwas als "Kriegsgrund" betrachten sollte, dann ist es immer noch nicht in Ordnung einfach so andere zu bombardieren und zu töten. Es gibt seit der Aufklärung eine gewachsene Zivilisation, die Gesetze formuliert hat und eine Istitution schuf, die UN, die solch wichtige Entscheidungen wie einen Krieg im Konsenz treffen sollte. Es war im Mittelalter vielleicht möglich, dass irgendwer entschieden hat, heute darf das nicht Einzelnen überlassen bleiben, das kann gar nicht gerecht sein.

  • Was soll ich nur zu der Theorie der sich freuenden Massen sagen?! Nicht der Iran hat diesen Krieg angefangen, und wenn die Bürger Schulen und Infrastruktur bombardiert sehen, sind sie erst einmal Iraner und erst danach systemkritisch.

    Und wie der Autor schreibt, es gibt sicher genug Systemanhänger um das System zu tragen. Reicht, in die eigene Geschichte zu gucken.

    Mein Onkel hat mit 18 Jahren am 31.12.1942, während die 6. Armee in Stalingrad eingekesselt war, die Mitgliedschaft in der NSDAP beantragt. Was er wohl dachte, als er das tat?!

    Es dauerte bis 1985 und der Rede von Bundespräsident Richard von Weizsäcker (der am mörderischen Kessel von Leningrad als Offizier teilgenommen hatte), bis die Niederlage vom 8. Mai 1945 in eine "Befreiung" umgedeutet wurde. 40 Jahre!

    • @Deutschfranzose:

      Nun ist der deutsche Fall aber gerade ein Beispiel für einen erfolgreich abgeschlossenen Regime-Change-Krieg. Er zeigt halt nur, dass die Kosten dafür sehr hoch sind.

      • @Grübler:

        Das war kein Regime-Change-Krieg, sondern ein Verteidigungskrieg gegen ein Land, dass praktisch ganz Europa angegriffen und besetzt und dabei Millionen Menschen getötet hat. Der Regime-Change war nur ein Nebeneffekt des Siegs der Alliierten

        • @Francesco:

          In der Konferenz von Casablanca im Januar 1943 wurde die bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands von den Alliierten zum offiziellen Kriegsziel erklärt. Spätestens ab da kann man sehr wohl von einem Regime-Change-Krieg sprechen.

    • @Deutschfranzose:

      Das ist ja sehr interessant was sie hier bekennen. Nur ein bisschen geschichtsrevisionistisch.



      Also antifaschistische Kräfte feiern bis heute international den 8. Mai als Befreiung.



      Also ich finde diese Artikel von Mahtab Qolizadeh informativ:



      taz.de/Mahtab-Qolizadeh/!a160336/

      • @Land of plenty:

        Daß man in Deutschland lange gebraucht hat, um den 8. Mai als Tag der Befreiung, nicht der Niederlage zu verstehen, ist nicht "geschichtsrevisionistisch", sondern Allgemeinwissen. Antifaschistische Kreise mögen das anders gesehen haben, aber die waren in der mit Altnazis durchsetzten Bundesrepublik der Nachkriegsjahre sicher nicht tonangebend.

  • Leider teile ich diese Lageeinschätzung.



    Hinzuzufügen wäre noch, daß den Revolutionsgarden der größte Teil der Wirtschaft unterliegt..auch das ein riesiger Machtfaktor..oder mit anderen Worten: für eine Neuordnung müßten auch die bewaffneten RGs enteignet werden, wie soll das gehen.?







    All das dürften sowohl die israelischen, wie amerikanischen Sicherheitsdienste gewußt haben. Von daher war das ganze Gerede von der "Befreiung des Iranischen Volkes" von Anfang an eine dreiste Lüge. Und die Welt-weit verbreitete Hoffnung auf ein Ende des Terrorregimes hat sich bereits jetzt als Trugschluss erwiesen.







    Für Netanjahu mag hinter diesem Krieg eine gewisse "Logik" stecken. Aber was Trump anbetrifft, kann man nur wiederum (s)eine wahnsinnige Selbstüberschätzung konstatieren. Dieser Mann der es nicht für nötig erachtet, sich mit den realen Gegebenheiten zu beschäftigen, kann nur eines nämlich: CHAOS produzieren.



    Wobei er im Moment das noch viel größere Chaospotenzial der Mullahs übersieht, nämlich den Ölpreis durch Anschläge auf Förderanlagen in astronomische Höhen zu treiben. Das wäre dann wirklich der lange befürchtete *Flächenbrand* in Nah Ost..

    Dieser Krieg muß enden - sofort.!!

  • Die Aussagen von Herrn Nirumand sind in weiten Teilen nachvollziehbar und begründet, aber dass ein 10-Millionen-Einwohnerland wie Israel einen Vernichtungskrieg gegen ein 90-Millionen-Einwohnerland wie den Iran durchführt, ist doch etwas überzogen.

    • @Dirk Osygus:

      Die Bezeichnung des israelischen Krieges gegen den Iran als "Vernichtungskrieg" ist mir auch sauer aufgestoßen. Ansonsten ist der Kommentar aber hellsichtig. Möglicherweise muss man das einfach sprachlich erklären: B. meint, dass das Ziel Netanjahus die Vernichtung des iranischen Staates ist (er will eine Zersplitterung und Balkanisierung des Landes unter Inkaufnahme eines Bürgerkriegs erreichen). Das ist auch eine Art von "Vernichtung", auch wenn es nicht der uns geläufigen Definition von "Vernichtungskrieg" am Beispiel des deutschen Krieges gegen die Sowjetunion entspricht. Andererseits gibt es auch ukrainefreundliche Akteure, die Putins Krieg gegen die Ukraine als Vernichtungskrieg bezeichnen, weil er die ukrainische Staatlichkeit vernichten will. Das ist ähnlich unpassend und in anderem Sinne dann doch passend wie hier.

    • @Dirk Osygus:

      Wieso benutzen Sie so ein Wort wie "Vernichtungskrieg"? Das ist betreff Iran nirgends zu sehen. Wieso nennen Sie nur Israel?



      Ich frage mich zunehmend, was hinter derlei Statements wie Ihrem steckt. Man liest diese einseitige Dramatisierung mittlerweile ständig.

      • @Tom Farmer:

        Sprechen Sie Dirk Osygus oder den Autor des Artikels an? Das Wort "Vernichtungskrieg" ist ein Zitat aus dem Artikel.

      • @Tom Farmer:

        Die unsägliche Behauptung, Israel führe einen "Vernichtungskrieg" gegen den Iran, steht im Kommentar von Bahman Nirumand, und ich habe Dirk Osygus so verstanden, dass er diese Behauptung kritisieren wollte.

        • @Budzylein:

          Akzeptiert! Lag ich wahrscheinlich dann daneben. Sorry, @Dirk Osygus

      • @Tom Farmer:

        Pardon, aber der Kommentar von @Dirk Osygus bezog sich sicher auf den Text, unter dem er steht.

    • @Dirk Osygus:

      Schon mal was vom japanischen Vernichtungskrieg gegen das chinesische Volk gehört, oder vom Genozid an Millionen indigenen Südamerikanern durch eine Handvoll spanischer Invasoren? Das Zahlenverhältnis dürfte noch viel eindeutiger zugunsten der jeweils Angegriffenen gewesen sein. Wenn man überlegene Waffen und ausreichend Skrupellosigkeit mitbringt ist 1:9 kein Hindernis. Außerdem fehlen in Ihrer Gleichung knapp 350 Mio. US-Amerikaner, und eine leicht schwankende Zahl an Europäern, die die IDF mit allem versorgen, was die sich so wünschen.

      • @Residente:

        Der Genozid an den Indigenen in Amerika fand vorwiegend in Nordamerika statt und war ein Werk der angelsächsischen Kolonisatoren. Im spanischen Kolonialreich gab es auch einzelne Genozide an bestimmten Volksgruppen, aber sicher keinen generellen Völkermord an Indigenen. Das ist eine Geschichtsfälschung, die zudem in Großen Teilen auf die antihispanische Ideologie der angelsächsischen Großmächte im 19. Jh. zurückgeht, also gerade auch der USA selbst (denken Sie an die Propagandakampagne im Vorfeld von 1898). Diesen Move als "Glashaus" zu beschreiben, ist noch zu wenig!

  • Pervers und nicht Zielführend.



    Hat nach dem zweiten Weltkrieg je ein Krieg der USA dazu geführt., dass es den Menschen nachher dauerhaft besser ging? Nein. In Afghanistan ist fast schon wieder alles beim alten, Männer dürfen Frauen schlagen, so lange sie ihnen nicht die Knochen brechen. Im Irak herrscht Chaos und die Macht der Stärkeren, die Armut ist schlimmer als früher.



    Nur wenn ein Volk sich ihrer Tyrannen selbst entledigt, wird es ein freies Volk werden. Trump und Netanjahu sind keine Befreier.



    Gerade beantragt Kriegsminister Pete Hegseth 200 Milliarden Dollar für den Irankrieg, so viel die die gesamte Entwicklungshilfe Weltweit.

  • Das Erschreckende an diesem Artikel ist die Ausichtslosigkeit, es ist keine Lösung sichtbar..



    Uns bleibt nur ein Gefühl der Ohnmacht, wie auch bei anderen Konfikten in der Welt, z.B. Kongo, Ukraine ... Herr Nirumand wartet auf eine Aufschrei. Nur, bringt uns das einen Zentimeter näher an eine Lösung für die im Iran lebenden Menschen?



    Und für uns gilt: "Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt



    Aber glaubt mir: das ist nur Zufall. Nichts



    von dem was ich tue, berechtigt mich dazu, mich sattzuessen.



    Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt, bin



    ich verloren)" B.B.

  • Es hat in Afghanistan nicht funktioniert und wird (gerade wenn man keine Bodentruppen schickt) auch nicht im Iran funktionieren.



    Nichtmal in Gaza hat man die Hamas beseitigt. Und das nachdem man 5% der Bevölkerung getötet, die komplette Infrastruktur zerstört und nahezu die gesamte Bevölkerung obdachlos gemacht hat.

  • Es ist das immer gleiche, blutige Schmierentheater: Wenn die USA und Israel die Trommeln für einen Krieg gegen den Iran rühren, wird das Banner der „Menschenrechte“ hochgehalten, während man in Wahrheit längst die Landkarten der Ölfelder und Handelsrouten neu zeichnet. Wer glaubt, es ginge hier um die Befreiung des iranischen Volkes, ist einer gefährlichen Naivität erlegen. In Wahrheit geht es um knallharte geopolitische Vorherrschaft und die Sicherung finanzieller Pfründe in einer Region, die als Tankstelle der Welt fungiert.



    ​Krieg ist hier kein letztes Mittel der Diplomatie, sondern ein lukratives Geschäftsmodell für die Rüstungsindustrie und ein strategisches Instrument zur Ausschaltung eines wirtschaftlichen Konkurrenten. Die Parallelen zu vergangenen „Befreiungskriegen“, die nur verbrannte Erde und destabilisierte Regionen hinterließen, sind unübersehbar. Während das Leid der Zivilbevölkerung als Kollateralschaden verbucht wird, zählen für die Strategen in Washington und Tel Aviv nur die Quartalszahlen der Energiekonzerne und die strategische Kontrolle über den Persischen Golf. Wer von Freiheit spricht, aber Gas und Öl meint, führt keinen gerechten Krieg, sondern einen Raubzu

    • @amigo:

      Stimmt doch überhaupt nicht, die USA wie auch Israel sagen diesmal klipp und klar dass sie nur aus eigenen Interessen handeln (was völlig legitim ist) und keinen ‚Regime Change‘ im Iran selbst aktiv herbeiführen wollen! Sie haben die Iraner sogar deutlich darauf hingewiesen dass diese selbst aktiv werden müssen um das Mullah-Regime zu stürzen.

      • @Saile:

        @Saile einen Angriffskrieg im freiherzig bekundeten Eigeninteresse als legitim zu bezeichnen braucht eine spezielle Weltsicht, die leider gerade wieder sehr in Mode ist.

        • @Outis:

          Richtig! Wir dürfen das nicht unterstützen.

  • Eine sehr gute Analyse.

    • @Rinaldo:

      Auf jeden fall einer der besten artikel die bis jetzt zu diesem thema zu lesen waren

  • Gibt es irgendeinen Krieg, der im Interesse eines Volkes geführt wurde/wird? Ist es nicht immer die Macht-Elite, die damit beginnt? Aber ganz sicher nicht um des Volkes willen.....

  • " US-israelischer Krieg in Iran



    Die unerträgliche Arroganz der Macht"



    Tja... auf wen der drei bezieht die Überschrift? Man weiß es nicht so genau *seufz*

    • @Encantado:

      Auf die Regierung in allen drei Staaten, das wird in dem Artikel doch ziemlich deutlich herausgearbeitet.

  • " ... Die Kriegstreiber ..."

    So, so die Kriegstreiber! Ich dachte bisher, Kriegstreiber wären insbesondere der Iran, der seit Jahrzehnten die Region mit seinen Mörderbanden Hisbollah, den Hamas, Islamischer Staat und weitere, z.b. Russland destabilisiert und terrorisiert. Aber in der taz lerne ich immer wieder, dass Kriegstreiber eben nicht Putin oder der Iran sind ... Kriegstreiber sind immer irgendwie die, die sich gegen Terror und Krieg wehren.

    "... und die vermeintliche iranische Gefahr …"



    Weiter braucht man Ihre Ausführungen nicht zu folgen. Seit der sog. islamischen Revolution ist die Auslöschung Israels bis zum heutigen Tag Staatsdoktrin. Was Sie hier insinuieren, ist journalistisch verantwortungslos. Dass das Kriegsziel der USA und Israels nicht die Freiheit des iranischen Volkes ist, sehe ich genauso, steht aber auf einem ganz anderen Blatt. Den Vorwand für diesen (völkerrechtswidrigen) Angriff der USA und Israel hat allerdings der Iran auf dem Silbertablett geliefert.

    • @Demokratischer Segler:

      Über die Formulierung "... und die vermeintliche iranische Gefahr …" bin ich auch gestolpert und als dann auch über einen "israelischen Vernichtungskrieg" gegen den Iran geschrieben wurde, war ich eigentlich schon so weit, den Artikel beiseite zu legen.

      Allerdings beinhaltet der Artikel dennoch durchaus interessante Aspekte, die sicherlich relevant sind und Gedanken sind, die sich Trump und Netanjahu vielleicht auch vorher hätten stellen sollen.

    • @Demokratischer Segler:

      Bevor die Hisbollah Israel angegriffen hat, hat Israel den Libanon angegriffen und insbesondere die von Schiiten bewohnten Gebiete im Südlibanon.

      Kriegstreiber war hier Israel und die Hisbollah war die Antwort darauf.

    • @Demokratischer Segler:

      Insbesondere der Iran???

      Wo haben Sie sich die letzten Jahrzehnte versteckt?



      Da gab es Kriegstreiberei hauptsächlich von anderer Seite.

    • @Demokratischer Segler:

      Einen mentalen Kurswechsel würde ich dringend empfehlen.

      Terror mit Terror bekämpfen hat die Dinge noch nie zum positiven verändert. Die Geschichte ist voller negativer Beispiele. Auch kann es nicht im Sinne der Menschheit sein, zivilisatorisch wieder weit hinter 1945 zurückzufallen. Wird ein derartiges Vorgehen, wie das von Israel und jetzt der USA erstmal Staatenpraxis, dann wird es sehr finster in der Welt werden.

      Von "zur Wehr setzen" kann in diesem Konflikt auch nicht ansatzweise die Rede sein, das können sie den Ukrainern attestieren aber nicht Israel und ganz bestimmt nicht den USA.

      Und by the way. Auch wenn der Iran Israel als illegitimen Staat betrachtet, ist die von ihnen erwähnte Staatsdoktrin eher Ideologie statt eine konkrete Bedrohung für die Existenz Israels.

      Eine Ideologie allein rechtfertigt noch keinen Angriffskrieg. Auch ist eine staatliche Unterstützung und Finanzierung von Stellvertretern, die Konflikte provozieren und ausfechten, kein Alleinstellungsmerkmal des Iran. Das haben die USA Jahrzehnte lang in weitaus größerem Umfang betrieben.

      Und das Recht sich gegen diese Stellvertreter zur Wehr zu setzen, hat Israel ja nun über Gebühr strapaziert.

      • @Sam Spade:

        " ... ist die von ihnen erwähnte Staatsdoktrin eher Ideologie statt eine konkrete Bedrohung für die Existenz Israels ..."



        Aha, Sie meinen also, das ist eher so romantische Folklore oder so ... Mit Ihrer Relativierung liegen Sie ganz auf der



        Linie des Niedersächsischen Parteitags der Linken - ja, auch 'ne Haltung!

        • @Demokratischer Segler:

          Dass der Krieg völkerrechtswidrig ist, haben Sie mitbekommen?? Darüber besteht ein wiss. Konsens!



          Dagegen anzuschreiben, ist blinde Netanjahugefolgschaft ohne Sinn und Verstand im Namen einer emotional vielleicht erbaulichen, aber rational nicht zu verantwortenden "Israelsolidarität", kein schöner Zug. Im Grunde nehmen Sie die Welt in Geiselhaft für Ihre emotionalen Befindlichkeiten, weil Sie um jeden Preis "an der Seite Israels" stehen wollen, nur um sich gut zu fühlen.

          • @Günter Picart:

            "...Dass der Krieg völkerrechtswidrig ist, haben Sie mitbekommen?? …"



            Hätten Sie meinen Beitrag etwas gewissenhafter studiert, und etwas weniger reflexhaft reagiert, dann hätten Sie das in meinem ersten Beitrag genauso lesen können. Ihr Beitrag ist entlarvend!

    • @Demokratischer Segler:

      Vielleicht sollten Sie doch erst den ganzen Artikel lesen, bevor Sie sich ein Urteil erlauben.



      Der Autor hat mit keiner Silbe den Iran in Schutz genommen.

      Zu dem von Ihnen inkriminierten "... und die vermeintliche iranische Gefahr …" :

      Zur Erinnerung: Nach dem sogenannten 12-Tage-Krieg im letzten Jahr behaupteten sowohl Israel als auch die USA, das iranische Nuklearprogramm sei durch die kombinierten Angriffe schwer beschädigt und um Jahre zurückgeworfen worden, und der Mossad-Chef verstieg sich zu der Aussage, “These are historic days for the people of Israel. The Iranian threat, which has endangered our security for decades, has been significantly neutralized, (...) Israel, thanks to this entire security apparatus, today feels like a different country, a safer country, a braver country that is prepared for the future.”

      Ja was denn nun?

  • Ich hoffe sehr dass die Menschen in Persien endlich die Freiheit erhalten, doch habe ich auch große Zweifel dass dieses Regime fällt....wenn nicht jetzt, w es so schwach wie nie zuvor ist, dann leider wohl niemals.

  • "Aber die Welt schaut zu – und die Geschichte geht weiter."

    Die Welt schaut weg und zwar immer dann wenn es ernst wird.

    Das ist nämlich die Voraussetzung dafür das Staaten wie Israel in Gaza, Westjordan und Iran, die USA in Venezuela und Iran und Russland in der Ukraine ihre nationalen Interessen und Hegemonialansprüche mit Gewalt durchzusetzen können, da sie wenig bis gar keine Konsequenzen zu befürchten haben.

    Solange die Welt wegschaut, wird sie weitere Staaten dazu ermuntern, ihre Ansprüche nach dem gleichen Schema durchzusetzen.

    Gerade für Europa gilt es sich bewusst zu werden, das man auch inkauf nimmt notfalls einen hohen Preis zu zahlen, um diese Spirale zu durchbrechen.

    Aber wie an der aktuellen Diskussion ersichtlich, scheitert es schon daran wenn in Deutschland der Benzinpreis um einige Cents ansteigt.

    Mit einer derartigen Einstellung lässt sich nichts zum besseren bewegen und dann bleibt nichts anderes übrig, als vor den USA Männchen zu machen, China zu hofieren und Russland mit Samthandschuhen anzufassen.

    Nur schöne und große Worte über Völkerrecht und Menschenrechte, die kann man noch schwingen. Kostet wenig, bringt aber auch nichts ein.

    • @Sam Spade:

      Schöne Worte über Völkerrecht und billiger Sprit ist doch genau, was die Deutschen erwarten. Geliefert wie bestellt. Da braucht man nun auch nicht das große Wehklagen anfangen, wenn die Fakten von anderen geschaffen werden.

      • @nihilist:

        Ja, scheint so als würde selbst Europa aus Paralellwelten bestehen.

        Während Deutschland noch Dornröschenschlaf hält, wird in Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, Baltikum und bei uns mobil gemacht.

        2026 wurde in Norwegen das Totalforsvarsåret ausgerufen. Grob übersetzt "das Jahr der Verteidigung".

        Die USA werden nicht mehr als verlässlicher Partner angesehen. Und da Murmansk quasi vor unserer Haustür liegt wird umdisponiert bzw sich neu aufgestellt.

        Geht soweit das meiner Verwandtschaft im Norden in einem Enteignungsbrief von der Regierung mitgeteilt wurde, das ihre Fischereiboote im Ernstfall beschlagnahmt und für Logistikzwecke verwendet würden. Inklusive der Auflage seetaugliches Personal für dieses Unternehmen bereitzuhalten. Eine gesetzliche Verpflichtung noch aus Zeiten des Kalten Krieges.

        Wenn ich jetzt in einem Kommentar darauf hinweise, das Europa mental bereit sein muss einen Preis zu bezahlen, um sich derartigen Mächten zu widersetzen und dann eine derartige Antwort erhalte, dann fällt mir nur noch der Satz ein, den eine dänische Soldatin kürzlich im Spiegel Interview geäußert hat "wenn es ernst wird schaut ihr deutschen weg". Könnte ein bitteres Erwachen geben.

  • Ich glaube nicht, dass Trump Bodentruppen einsetzen wird. Dieser Schritt würde das Ende seiner Präsidentschaft einläuten.

    • @Il_Leopardo:

      Haben sie denn noch nicht bemerkt, dass in allen Gazetten seit Jahren immer wieder geraunt wird, dies und jenes könnte für Trump DAS Problem sein über das er stolpert bzw. scheitert. Es ist ein Sport der täglich betrieben wird.

      Das ist eine meiner Beobachtungen, die ich in der Presse (zu erwarten die treiben das ja) aber auch bei Kommentaren noch nirgends gelesen habe. Dabei ist es doch so augenscheinlich. Und deswegen halte ich diese Einschätzungen wonach Trump aber sicher diesmal bei diesem Problem (so wie bei den X Problemen zuvor...) sein Amt verliert nicht mal mehr für Wunschdenken sondern für eine ablenkende Augenwischerei oder eine Ersatzhandlung als Kompensation für Ohnmacht.



      Das wollte ich schon immer mal in den Raum stellen, voila.

    • @Il_Leopardo:

      "Ich glaube nicht, dass Trump Bodentruppen einsetzen wird."



      Ich eigentlich auch nicht, aber eher weil es in sein Verhaltensmuster passt, Dinge nicht durchzuziehen.



      "Dieser Schritt würde das Ende seiner Präsidentschaft einläuten."



      Das wiederum wurde schon zu recht vielen Gelegenheiten gesagt... und bislang ist seine Gefolgschaft zwar im Sinken, aber immer noch erstaunlich stark.

  • Die USA und Israel sind gut im Zerstören, aber aufbauen können (und wollen) sie offensichtlich nicht.



    Wer solche "Verbündete" hat ist verlassen. Ich hege tiefes Mitgefühl mit den Iraner*innen.

    • @Klabauta:

      Sie habe den letzten Satz gut getroffen, er spricht mir aus der Seele. Und ich fürchte - wie könnte es irgendeiner wissen - dass es uns dies nicht so fernen Tages gewaltig auf die Füsse fallen wird.

  • Ja, leider wird auch jetzt erst so richtig klar, dass die Bewegung, die noch 2012 zu einer geeinten Bewegung gegen den Krieg mit den Facebook posts von Iranern + Isrealis " we love you our neigbors!" erfolgreich war, als auch in der EU + Berlin Demonstraten zusammen riefen 1-2-3-4- we dont want another war ! Dann hat Obama das Atom Abkommen gemacht. Danach hätten linke Bewegungen die BDS Kampagne als anti war Kampagne internationalistisch auf beide Kriegs treiber Seiten ausweiten müssen und auch die Iranischen Kriegs Progitöre, bzw. deren potenzielle Netze mit boycottieren müssen. Die EU dazu bringen die Revo Garden zuvorderst die Al Quds Brigaden auf die Terrorismus liste zu bringen und schritt für Schritt die Demokratie Protes Vernetzung als BDS weiter entwickeln müssen, das hätte auch die verdeckten Iranischen Agenten bei uns sichtbar gemacht, die sich gegen so etwas stellen, aber es hätte die Demokratiesierung von Unten unterstützen helfen können und die Linke wäre jetzt nicht so gespalten ob eines Krieges gegen fascho Mullahs,von US Kreuzritter Faschos + Judeosupremazisten, die mensch als linke feministin auch nicht unterstützen kann. Das ist 1 Eiungeständnis linker Fehler