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SPD in der KoalitionPartei für Lobbyinteressen

Die SPD trägt die Kürzungen beim Sozialen und bei demokratischen Rechten mit. Bezeichnend ist, dass es aus der Partei keinen Widerstand gibt.

Z u den Lieblingswörtern von Lars Klingbeil gehört neuerdings „pragmatisch“. Wohl kaum einen anderen Begriff hat der SPD-Vorsitzende in den Interviews der vergangenen Tage öfter benutzt. Diese Rhetorik hat eine konkrete Funktion: Sie soll verschleiern, dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands endgültig den Anspruch aufgegeben hat, eine Partei für die arbeitende Bevölkerung zu sein. Eine Partei für Menschen, die angestellt arbeiten, die in Mietwohnungen leben, die keine Vermögen haben und die auf einen funktionierenden Staat angewiesen sind, der nicht Korruption, sondern Transparenz fördert. Die SPD von heute ist, man kann es nicht anders sagen, in großen Teilen eine Partei für Vermögende, Unternehmen und Lobbyinteressen.

So hat die SPD gemeinsam mit CDU und CSU angekündigt, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) zu „reformieren“ – ein Euphemismus dafür, dass die Koalition dieses Gesetz faktisch abschafft. Durch die neuen Hürden wird es in der Praxis wertlos sein. Machtkontrolle und Transparenz sind eine unbedingte Voraussetzung für jeden demokratischen Staat – in einem Machtapparat, der nicht kontrolliert wird, werden Korruption und Machtmissbrauch zwangsläufig systemisch. Darunter leidet in erster Linie die Bevölkerung; man kennt es aus jedem autoritären Staat: Einzel- und Lobbyinteressen werden strukturell über die Interessen der Gesellschaft gestellt.

Journalist:innen, Zivilgesellschaft und Individuen haben dank des Gesetzes das Recht auf Einblick in staatliche Dokumente. Mithilfe von IFG-Anfragen konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Korruptionsaffären wie der Maskenskandal von Jens Spahn aufgedeckt werden. Das soll in Zukunft nicht mehr möglich sein. So weit ist bisher nicht einmal Trumps Regierung gegangen. Wer in der SPD in Zukunft noch davon sprechen möchte, auf der Seite der Demokratie oder gar der Bevölkerung zu stehen, sollte davon besser Abstand nehmen.

Ein weiteres Beispiel ist das Vorhaben der Koalition, dass Ar­beit­neh­me­r:in­nen in Zukunft – insofern es keine anderen unternehmensinternen Regeln gibt – bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzeigen müssen. Auch die telefonische Krankschreibung, die mit der Coronapandemie eingeführt wurde, soll nicht mehr möglich sein.

Die Prämisse dieser Beschlüsse, dass Deutsche besonders häufig krank seien oder die telefonische Krankschreibung missbraucht werde, ist haltlos. Oder anders: eine Lüge. Die Barmer Krankenkasse erklärt in einem ausgiebigen Faktencheck, dass die durchschnittlichen Krankheitstage in Deutschland im internationalen Vergleich weder besonders hoch sind, noch dass die telefonische Krankschreibung etwas mit dem Krankheitsstand zu tun hat. Sie macht nämlich nur 0,8 bis 1,2 Prozent der Krankschreibungen aus.

Das Signal, das die Koalition mit ihrem Beschluss senden will, ist ein anderes: Wir stärken Unternehmen, indem wir Angestellten Rechte entziehen. Die Behauptung von SPD-Vertreter:innen wie Lars Klingbeil, man habe damit nur größere Härten für Angestellte abgewendet, ist ein offensichtliches Ablenkungsmanöver.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Ein weiterer Beschluss: das geplante Verbot der Vergesellschaftung von Wohnungen großer Immobilienkonzerne. Dieses Gesetz kann als eine Lex Berlin verstanden werden: Dort haben 2021 fast 60 Prozent der Wäh­le­r:in­nen in einem Volksentscheid für eine solche Vergesellschaftung gestimmt. Die schwarz-rote Landesregierung hat dieses Votum schlicht ignoriert, nun übernimmt der Bund. Lobbyvereinigungen der Immobilienbranche warnen vor einer Vergesellschaftung, weil sie den Neubau behindern würde.

Auch SPD, CDU und CSU führen das als Begründung für das Verbot an. Dabei ist es ein Mythos, dass Neubau zu niedrigeren Mieten führen würde. Aber genau darauf zielen Vergesellschaftungspläne ab: Mieten für die allgemeine Bevölkerung bezahlbar zu machen. Selbst wenn die SPD der Vergesellschaftung kritisch gegenüber steht – Kritik wäre auch möglich, ohne sich komplett an den Interessen der Immobilienlobby zu orientieren.

Interessant ist bei alldem, mit welchem Selbstbewusstsein Lars Klingbeil trotz aller dieser Maßnahmen behauptet, die SPD diene der arbeitenden Bevölkerung. Er betont dabei besonders gern, dass durch die geplante Reform der Einkommensteuer Familien dank der SPD um 600 Euro im Jahr entlastet würden. Selbst wenn diese Entlastungen standhielten und nicht durch andere Belastungen, zum Beispiel steigende Sozialversicherungsbeiträge, aufgefressen würden – 600 Euro im Jahr ändern nichts an den grundlegenden Problemen, die Menschen in diesem Land haben.

Keinerlei Bezug zu den Lebensrealitäten

Weder daran, dass sich Menschen die horrenden Mieten in Städten nicht leisten können, noch daran, dass Eigentumserwerb durch hohe Kaufpreise und hohe Zinsen für die meisten Menschen praktisch unmöglich ist. Sie ändern nichts daran, dass Zehntausende Lehrkräfte fehlen und Schulen baufällig sind, dass Pflege unbezahlbar ist, dass die Lebenshaltungskosten steigen und steigen, dass 30 bis 40 Prozent der Menschen keinerlei Spareinlagen haben. Die Liste ist endlos. Die Chuzpe, 600 Euro – die am Ende vermutlich nicht einmal übrigbleiben – als Entlastung zu bezeichnen, zeigt, dass der SPD-Vorsitzende und seine Partei keinerlei Bezug zum Großteil der Menschen in Deutschland haben.

Auffällig ist außerdem, dass es aus der SPD keinen nennenswerten Widerstand gibt. Bisher hat die Partei zumindest in Teilen noch mit sich gerungen, Verschlechterungen für die arbeitende Bevölkerung mitzumachen. Das ist vorbei. Die jüngsten Beschlüsse der Koalition legen nahe, dass diejenigen, die eine Sozialdemokratie bewahren wollten, den Kampf gegen die Selbstaufgabe der Partei verloren haben.

Für Menschen, die nicht vermögend sind, gibt es kaum noch Gründe, die Sozialdemokratie zu wählen. Und so scheint es, dass der eingeschlagene Weg der Partei in deren Niedergang führen muss. Zumindest bleibt die Hoffnung, dass dadurch Neues entstehen kann.

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Gilda Sahebi

Gilda Sahebi

Ausgebildet als Ärztin und Politikwissenschaftlerin, dann den Weg in den Journalismus gefunden. Beschäftigt sich mit Rassismus, Antisemitismus, Medizin und Wissenschaft, Naher Osten.
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36 Kommentare

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  • Früher hätte ich mir Sorgen gemacht aufgrund des Niedergangs der alten Volksparteien, insbesondere der SPD.

    Schließlich bin ich in einer Zeit aufgewachsen, als die Sozialdemokratie gewissermaßen "gewonnen" zu haben schien. Dabei zeigten sich damals wohl bereits, in guter Dialektik, die ersten Zeichen des Kommenden. Aber niemand schenkte ihnen Aufmerksamkeit.

    Heute, wo die alten Staatsparteien Union und SPD gemeinsam in den Umfragen um die 35% erreichen und kein Ende des Abstiegs in Sicht ist, sind die Sorgen um sie unbegründet.

    Es geht nicht mehr darum, OB sie untergehen werden, sondern WAS nach ihnen kommt. Welche Strukturen, welche Demokratie, welches Maß an kollektiver sozialer Absicherung.

    Wir alle spüren die Nervosität einer Gesellschaft, die spürt, dass das Alte geht, aber noch nicht weiß, wohin sie als nächstes gehen wird. Ist es eine interessante Zwischenzeit? Der Beginn etwas ganz Anderen?

    Die Herausforderung unserer Zeit ist es, dass sie in viele Richtungen offen ist. Wir sollten uns weniger damit beschäftigen, das Alte zu bekämpfen als damit, das Neue zu bauen. Und vor allem was das sein kann.

  • Es ist schon interessant,



    mit wieviel Verve sich selbsternannte Linke an der SPD abarbeiten.



    Kein Widerstand?



    Die derzeitigen Reformen enthalten eben NICHT die Abkehr vom 8Stunden Tag.



    Die Sozialpartner sind hier gefragt.



    Trotz gegenteiliger Behauptung der CSU werden Reiche eben doch höher besteuert,



    Und das ganz ohne dass der Soli abgeschafft wird, wie Spahn es forderte.



    Der derzeitige Soli ist übrigens immer noch eine von der SPD veränderte nur noch für Reiche geltende Steuer, die dem Staat 12 Mrd. € pro Jahr einbringt.



    Trotz Kürzungen bleibt es bei der zugesagten Rentensituation bis 2030.



    Es dürfte eigentlich deutlich geworden sein, dass der Staat wegen der Wirtschaftsflaute weniger Geld zu verteilen hat.



    Dennoch wird diese Tatsache schlicht geleugnet und das Wort Sparen ungern realisiert.



    Dennoch stehen für im Text angegebene Mängel u.B. an Schulen Milliarden im Sondervermögen bereit.



    Ich finde ja, dass es die „afd“ ist, die unser Land bedroht.



    Es wäre schön, wenn die Energie sich auf die Verhinderung des Faschismus hierzulande konzentrieren würde.

  • Die niederschmetternden, teils vernichtenden Kommentare zum Zustand der SPD sind ja alle zutreffend, leider. In fast jedem Kommentar zur SPD hebt zwar auch das immerwährende, nicht ernstzunehmende Verratsgeschrei an, werden von rechter wie linker Seite Krokodilstränen (der Heuchelei) vergossen, aber dieses Mal scheint es wirklich ernst zu sein.



    Nur ‚letzte Mohikaner‘ wie hier in der Kommune z.B. @zartbitter können dem Wirken der SPD noch etwas Gutes abgewinnen.



    Also halten wir fest: der Absfieg der SPD in die politische Bedeutungslosigkeit ist besiegelt, ob man dafür nun Klingbeil höchstpersönlich verantwortlich macht oder nicht. Die Lücke jedoch, die das reißt, wird nicht mehr gestopft werden können. Ganz schlecht für die Demokratie.



    Die Linke kann es programmatisch nicht, obwohl sie derzeit die richtigen Antworten auf die sozialen Fragen dieser Zeit findet. Das Projekt BSW, eine Art konservative Law-and-Order-SPD, kann als gescheitert betrachtet werden. Eine Sahra Wagenknecht ist eben kein Helmut Schmidt.



    Und die Grünen? ‚Millieutechnisch‘ liegen Welten zwischen deren Klientel und dem der SPD. Ich fürchte, auch hier wird eher die AfD vom Nachlass der SPD profitieren.

  • Dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen. Und es ist leider nur zu wahr, dass die SPD das Verständnis für die Armen und hart arbeitenden "Normalos", natürlich meist ohne Tarifbindung, verloren hat.



    So traut sich die SPD in Hannover nicht, sich vom Totengräber der Partei, Ex-Bundeskanzler Schröder, loszusagen. Zu tief sitzt die Kumpanei. Und für zu viele ist in dieser Stadt die SPD nur ein Mittel zur Karriere. Wie abgehoben das daher kommen kann zeigt z.B. die Reaktion des unterlegenen SPD-Kandidaten bei der letzten Oberbürgermeisterwahl: er war vom Wahlverhalten der Bürger sehr enttäuscht. In Hannover könnte man problemlos noch einige ähnlich merkwürdiger Fälle benennen. Hannover als Hochburg der SPD wird tüchtig heruntergewirtschaftet.

  • In kaum einer Zeit ist sozialdemokratische Politik wichtiger gewesen als heute, umso bitterer dass sich die Sozis machtgierigen, wirbellosen Opportunisten wie Klingbeil ausliefern, die fürs eigene Pöstchen auch das Willy-Brandt-Haus verpfänden würden.



    Alle Missstände, die heute zu beklagen sind, sind das Ergebnis von SPD-Politik, seit 1998 waren die Sozis nur vier Jahre nicht in der Regierung. Krise am Mietmarkt, verfallende Infrastruktur, überbordende Bürokratie, ein unübersichtlicher und kaum zielgenauer Sozialstaat, dazu eine beschämende Flüchtlingspolitik und Politik zulasten der Schwachen in der Gesellschaft. Systematischer kann man die eigene Abwicklung kaum betreiben.

  • Mich wundert eher, das die Lücke, die von der SPD hinterlassen wurde, kaum gefüllt wird. Da ist nur die Linkspartei. Doch die kann vielleicht mal wirklich nur den ganz linken Rand dieser Lücke abdecken.

    Ansonsten stimme ich dem Verfasser des Artikels voll und ganz zu. Die SPD ist meilenweit von dem entfernt, was noch unter Brand und Schmidt vorgelebt wurde. Und ich denke nicht, dass sie eines Tages dorthin zurück finden wird. Für mich persönlich war der Tiefpunkt lange nach Schröder, als Arbeitsministerin Angela Nahles allen Ernstes das Hartz 4 für Alleinerziehende kürzen wollte, weil die Kinder ja hin und wieder beim anderen Elternteil sind und dafür ausgerechnet vom Amtsvorgängerin Ursula von der Leyen (!) massiv kritisiert wurde. Schon da war mir klar, dass diese Partei sehr bald schon in die Bedeutungslosigkeit verschwinden wird.

    • @Arafna:

      Weder Sie können Ihre, noch ich könnte meine folgende Aussage belegen:



      Wären Schmidt oder Brandt noch am Leben, die wären heute inhaltlich sicher eher auch Linie von Merz und Kubicki. Sicher nicht auf Linie der Jungsozis oder gar Reichineck und Co. Und da bin ich mir aber mal ganz sicher.



      Also gut, dass wir beide das jeweils nicht beweisen können. Derlei Vergleiche sind vergossene Milch.

  • Diese ominösen 600 € "Entlastung" ist Augenwischerei, die rühren weitgehend von der Anhebung des steuerfreien Existenzminimums, die verfassungsrechtlich ohnehin zwingend ist. Sich dafür feiern zu lassen ist mehr als unangebracht. Oder soll man darüber jubeln, dass die Bundesregierung sich an die Verfassung hält?



    Und eine "Entlastung" ist das schon gar nicht, allenfalls ein Inflationsausgleich....

  • Klingbeil versucht nach Kräften, das zu beenden, was Schröder und seine Agendaritter begonnen haben: die Sozen unter 5 % zu drücken.

    Entweder die SPD entledigt sich der Seeheimer oder die Seeheimer erledigen die SPD.

  • Gesetzlich festgeschriebenen Transparenz, Lobbyregister -



    und die SPD



    ==



    Auf Betreiben der SPD wurde trotz anfänglichen Widerstands der CDU das Deutsche Lobbyregister eingeführt. Dieses verpflichtet Interessenvertreter offenzulegen, in wessen Auftrag sie agieren. Die Regeln wurden durch die Ampel-Koalition weiter verschärft, sodass Lobbyisten nun angeben müssen, auf welche konkreten Gesetzesvorhaben sie abzielen und welches die Kernpunkte ihrer Forderungen sind.

  • Die SPD glaubt offenbar noch immer, dass der Wandel des politischen Klimas, der zum Abschmelzen dieses einstigen Riesengletschers in der politischen Landschaft von 40,8% in 1998 bis auf unter 14% in 2026 geführt hat, nicht von ihren Menschen gemacht sei, sondern auf "natürliche Ursachen" (Demografie, wirtschaftliche Konjunktur, Weltlage) zurückzuführen sei.



    Rezepte, wie man diese Art von "Klimakrise" bekämpfen könnte, fehlen...

  • Es mag ja das bashing der alten Tante SPD en vogue sein, aber sie muss sich als Regierungspartei er Realität stellen, inhaltlich und angesichts der Tatsache, dass es in Deutschland eine nahezu 60%tige Mehrheit gegen Links gibt und die Ideen wie mehr Umverteilung daran scheitern werden. Sie kann sich aus dem Staub machen, dann gibt es über kurz oder lang eine CDU/AFD Regierung oder aber mitgestalten. Letzteres tut sie verantwortungsvoll angesichts der Tatsache, dass dieAusgaben die Einnahmen seit Jahren übersteigen.

  • SPD? Höhö.



    Wohl eher ExPD

    Ich sage ja: Die heutigen Granden dieser Partei haben einfach den altehrwürdigen Namen "SPD" gehijackt und machen jetzt unter diesem Label eine ganz andere Politik.



    Mit ganz anderen Zielen.

    Aber sie segeln weiter unter diesem bekannten und einstmals gut beläumundeten Label.

    Und die Menschen glauben hinter dem Begriff "SPD" auf dem Wahlzettel verbirgt sich noch immer diese Partei der Arbeiter, des kleinen Mannes und der Familien.



    Abe in Wahrheit': Flötepiepen !

  • "Wer in der SPD in Zukunft noch davon sprechen möchte, auf der Seite der Demokratie oder gar der Bevölkerung zu stehen, sollte davon besser Abstand nehmen." (???)



    =



    In der aktuellen Regierungspolitik setzt die SPD auf einen klaren Fokus: soziale Gerechtigkeit und finanzielle Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen. Dies zeigt sich in den umfassenden Reformpaketen und in den weitreichende Anpassungen in den Bereichen Steuern, Rente & Arbeitsmarkt.



    =



    Die SPD verteidigt hart erkämpfte soziale Standards. Bei Renten & in der Pflege setzt sich die SPD für stabile Systeme ein, die auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Generationengerechtigkeit und Sicherheit garantieren.



    =



    Die SPD fordert einen starken Schutz vor überhöhten Mieten u& hat hierzu Mietrechtspakete auf den Weg gebracht. Im Fokus stehen dabei die Begrenzung von Indexmieten sowie das Schließen von Schlupflöchern bei möbliertem Wohnen und Kurzzeitvermietungen, um die Mietpreisbremse zu sichern.



    =



    Die SPD befürwortet, dass die öffentliche Hand aktiv am Wohnungsmarkt agiert. Landeseigene Grundstücke sollen verbilligt für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt und der gemeinnützige Wohnungsbau gefördert werden.

  • Ich finde, dass das IFG speziell in Behörden erhebliche Kapazitäten beansprucht, die sich auf die eigentliche Aufgabenerfüllung konzentrieren könnten.

    Nahezu jeder entsprechende Antrag hierzu, den ich bislang sah, kam von einem querulatorisch veranlagten Wutbürger, der sich außerstande sah, eine nicht 1:1 seinem Willen entsprechenden Entscheidung hinzunehmen.

    • @Metallkopf:

      Dann muss Behördenhandeln eben schlanker und nachvollziehbarer werden. Dann kann es auch schneller vermittelt und offengelegt werden.



      Es geht nicht an dass Behörden mit dieser Argumentation nicht rechenschaftspflichtig sein sollen den BürgerInnen gegenüber.



      Es ist im übrigen ganz im Gegenteil ein Alarmsignal sofern nur besonders motivierte Einzelne Abfragen vornehmen: Für "normale" Menschen ist Behördenhandeln auch mit dem IFG schwer nachvollziehbar und letzten Endes frustrierend, weil: "Die da oben machen doch eh was sie wollen".

      Das müsste ALLES solange verschlankt und vereinfacht werden bis Abfragen nach dem IFG eine alltägliche und von Behörden einfach zu bearbeitende Routine sind!

  • Warum kein Widerstand mehr aus der spd?



    Weil diese Mitglieder (so wie ich!) bereits ausgetreten sind, nachdem scholz- obwohl Bundeskanzler- nicht die Leitlinien der Politik bestimmen wollte- u.a. weil die lindner fdp ihn erpresste, aber auch weil es ihm an Rückgrat und einer Vision für das Land fehlte.



    Er war daher (für wahrscheinlich lange Zeit!) der letzte spd-Kanzler, der die Chance auf positive Reformen des Landes hatte, aber er hat sie nicht genutzt, sondern die Interessen der Arbeiter verraten (siehe die Nichtbekämpfung von (legalem und illegalem) Steuerdiebstahl durch Reiche, Mega-Erben und Multinationale Konzerne). Der einzige, der wirklich positive Veränderungen anstrebte in scholz' Kabinett, war Robert Habeck.



    Seine Erfolge (und seine positive Utopie für Deutschland!) werden jetzt unter merz alle rückabgewickelt (fossiler roll-back).



    Kein Wunder, dass Deutschland jetzt in einer Depressionsstarre verharrt.



    Die Noch-Mitglieder der Rest-spd sind nicht zu beneiden.

  • Die TAZ begleitet seit längerer Zeit sachlich und rechnerisch richtig den Abstieg der SPD, dafür gebührt ihr Dank. Echt : SPD. Man glaubt es nicht.

  • Der Tazbeitrag und alle Kommentare treffen es auf den Punkt.



    Seit Schröder heisst es also wieder:



    Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!!!

  • Welche Partei bedient eigentlich keine Lobbyinteressen? Letztendlich sind Parteien Interessensvertreter auch wenn die Ansprüche andere sind.

    • @FraMa:

      Kein dummer Kommentar! Aber welche Interessen sollte die SPD wohl nach Meinung ihrer Stammwähler bedienen?

    • @FraMa:

      Kritisiert wird in dem Artikel nicht, dass die SPD überhaupt Lobbyinteressen vertritt, sondern dass sie die Interessen der "falschen" Lobby verträte. Würde man erkennen, wenn man den ganzen Artikel und nicht nur die Überschrift läse.

    • @FraMa:

      " Letztendlich sind Parteien Interessensvertreter auch wenn die Ansprüche andere sind."



      Völlig richtig. Deshalb ist der Kritikpunkt eigentlich, dass die SPD nicht (mehr) die Interessen ihrer Klientel vertritt...

  • taz-Foto: *Das SPD-Präsidium vor der Statue von Willy Brandt in der Parteizentrale in Berlin*

    Die soziale SPD von Willy Brandt ist schon lange tot und wird auch nicht mehr auferstehen.

    Die SPD macht seit Gerhard Schröder nur noch neoliberale Politik für die Reichen und Mächtigen. Und jetzt mit Lars Klingbeil hat die SPD die kleinen Bürger endgültig an die Konservativen und Neoliberalen verkauft, anstatt sich endlich mal gemeinsam mit 'Die Linke' und den 'Grünen' diesem kapitalistischen Wahnsinn (der das Klima zerstört und Menschen/Natur ausbeutet) entgegenzustellen.

    Die jetzige (S)PD ist nur noch der Steigbügelhalter von Friedrich-"BlackRock"-Merz und wird in absehbarer Zeit sicherlich keine Rolle in der Politik mehr spielen.

  • Ich teile die Kritik in weiten Teilen, aber: Gegen die Änderungen beim IGF gibt es sehr wohl parteiinternen Widerstand! Auch seitens der Abgeordneten!

    • @Reisehank:

      Aber am Ende gibt es keinen SPD-Abgeordneten, der tatsächlich gegen die Abschaffung stimmt.



      Anderes Beispiel: Ausgerechnet das sozialpolitische Aushängeschild der SPD, MdB Heike Heubach, nennt es 'staatspolitische Verantwortung', dass die SPD jetzt den ärmsten in die Taschen greift.

  • "Die SPD von heute ist, man kann es nicht anders sagen, in großen Teilen eine Partei für Vermögende, Unternehmen und Lobbyinteressen."

    Das ist nur ein Aspekt.



    Die SPD von heute ist hauptsächlich eine Partei für Funktionäre der Partei und Karrieristen mit Verbindungen zur Partei.



    Die SPD kann immer weniger Wähler überzeugen, aber ihr Einfluß war noch nie so groß. Gescheiterte SPD-Funktionäre sitzen an der Spitze von DGB und Bundesagentur für Arbeit, die meisten Stellen im Bundesverfassungsgericht werden verteilt über SPD-Ticket, und selbst für Frau Esken hat man noch eine Leitungsfunktion beim Bundesrechnungshof gefunden. Das setzt sich auch in der zweiten Reihe fort, Heiko Maas bekommt ein erkleckliches Zubrot im Beirat der staatlich kontrollierten RAG-Stiftung, und so weiter.







    Solange die Partei noch über 5 Prozent kommt, wird sich daran auch nichts ändern.

  • Auf diesen Artikel kann die taz stolz sein. Es beschreibt das Handeln der SPD und die Positionen des Mainstreams innerhalb der SPD richtig.



    Ich habe noch etwas Hoffnung, dass sich ein paar Abgeordnete der SPD finden werden, die bereit sind, das Richtige zu tun. Das Richtige wäre, all die Kürzungen im Sozialen zu lassen, bei der Rente, der Gesundheitssystem, der Pflege, beim Arbeitsrecht etc. etc. und stattdessen Milliardäre und Superreiche stärker zu besteuern. Denn da liegt die eigentliche Ursache für die Probleme, nicht nur in Deutschland, sondern in vielen anderen westlichen Demokratien. Die Besteuerung von Milliardären und Superreichen ist seit 40 Jahren immer geringer geworden mit der Folge, dass z.B. diese in Deutschland alleine seit 2024 ihr Vermögen um 400 Mrd. $ gestiegen ist. Nicht durch eigene Leistung, sondern weil seit 2008 über 60.000 Mrd.$ von Staaten und Zentralbanken in die Finanzmärkte gepumpt worden sind. Dadurch sind die Aktien enorm gestiegen und damit die, deren Vermögen vor allem aus Aktien gestiegen, überproportional reicher geworden. Und alle anderen knapsen an den Schulden. Nur 30 SPD-Abgeordnete können das ändern. Ich hoffe, es gibt die 30.

  • Bereitet sich die bis zur Unkenntlichkeit entstellte Sozialdemokratie auf eine Parteienfusion mit der Union vor?

    • @Saschas2Cents:

      Die UPD. Das S und CD hat eh keiner mehr erkannt bzw wusste niemand mehr wofür das stand.

  • Volle Zustimmung. Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Die geplante Streichung der Unterhaltsvorzahlung des Staates für Kinder ab 16 Jahren ist letztlich auch eine Sozialkürzung. Suggeriert wird, dass die meisten Väter nicht zahlen wollen, wenn es eigentlich so ist, dass die meisten nicht zahlen können. Für die betroffenen Alleinerziehenden bleibt am Ende viel weniger Geld. Und diese Gruppe kann sich kaum wehren.

    Neu ist das allerdings nicht. Schon Schröder feierte sich dafür, dass Deutschland danks seiner Agenda 2010 den größten Niedriglohnsektor Europas habe. Schröders Regierung war es auch, die die Ein-Euro-Jobs einführte. Eine perfide Idee, die heute noch viele CDUler begeistert.

  • Tschüss SPD, wer so gegen die eigenen Wähler handelt braucht sich über Wahlergebnisse nicht wundern. Die älteste Partei zeigt wie man sich selbst entfernt. Nicht mehr lang und die SPD ist endgültig Geschichte. Sie haben es ja so gewollt.

    • @Rauschebart:

      "...wer so gegen die eigenen Wähler handelt braucht sich über Wahlergebnisse nicht wundern." Sehr wohl sollte man sich als Linke(r) wundern. Wenn man nämlich in Betracht zieht, dass die SPD die meisten Stimmen an CDU und AgD verliert (siehe Bundestagswahl 2025), die sich beide noch weniger an den Interessen der klassischen SPD-Klientel orientieren.

  • Diese SPD hat fertig. Als ehemaliger Sozialdemokrat widert mich diese Partei inzwischen an.



    CDU, FDP und AfD gehen gar nicht.



    Bleiben nur noch die Grünen oder die Linke mit grummeln im Bauch.

  • Die SPD reißt sich und das Land mit ihrem Verhalten immer mehr in den Abgrund. Man möchte die Augen vor dem Niedergang einer einstmals so stolzen Volkspartei verschließen. Wie weit sich die SPD gegenüber der Bevölkerung abschirmt, kann man auch daran erkennen, dass noch nicht einmal Philipp Türmer mehr auf Argumente, die ihm in der innerparteilichen Diskussion geholfen hätten, reagiert. Das musste ich aus eigener Erfahrung erleben.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Der letzte Satz lautet richtig: Das musste ich aus eigenem Erleben erfahren.



      Kommentieren über Smartphone ist eine Kunst für sich; die Texte sind schwieriger zu lesen.