Protest gegen Coronamaßnahmen in Berlin: Absurdes Nebeneinander

Tausende CoronaskeptikerInnen kamen nach Berlin, darunter viele Rechte. Die Polizei stoppte ihre Demo, gewährte aber die Kundgebung.

Mann mit Mund/Nasenmaske, wobei der Mund durch ein aufgerissenes Loch in der Maske schaut - in ihm steckt eine Zigarette

Irgendwie in keine Richtung konsequent – Mund- und Nasenschutz à la Coronaskeptiker Foto: dpa

BERLIN taz | Um 15.33 Uhr ist es dann so weit. Michael Ballweg, der Anführer der CoronaskeptikerInnen, steht auf der Bühne vor der Berliner Siegessäule und eröffnet seine Kundgebung. Vor dem Stuttgarter stehen zehntausende Gleichgesinnte, die Schar zieht sich bis zum Brandenburger Tor. „Wir fordern die sofortige Aufhebung der Coronamaßnahmen und die Abdankung der Bundesregierung“, ruft Ballweg. Und die Menge johlt und klatscht.

Es ist eine denkbar bunte Masse, die hier jubelt. Familien, Rentner, Esoteriker, Impfgegner. Unter ihnen aber auch Reichsbürger und Rechtsextreme. Sie alle eint, dass sie die derzeitigen Infektionsschutzregeln ablehnen. Pace-Fahnen wehen, Gandhi-Bilder werden hochgehalten, daneben flattern aber auch schwarz-weiß-rote Reichsfahnen. „Frieden, Freiheit, Liebe“, steht auf Shirts. „Meine Freiheit matters.“ Und wieder: „Volle Souveränität jetzt.“ Es wird meditiert und gesungen. „Corona, ciao, ciao, ciao.“ Und daneben ertönen „Merkel muss weg“- oder „Lügenpresse“-Rufe, wie man sie von Pegida kennt.

Es ist ein teils absurdes Nebeneinander. Die CoronaskeptikerInnen aber feiern ihre Großdemonstration am Samstag als Erfolg, als neuen Höhepunkt ihres Protests. Ein Redner jubelt über einen „historischen Tag“. Es ist aber auch ein neuer Höhepunkt der Unvernunft.

Denn Masken trägt von den Coronademonstrierenden am Samstag so gut wie niemand. Im Gegenteil werden diese strikt abgelehnt, vorbehalten für die „Schlafschafe“, wie es heißt. Wer sie, wie etwa JournalistInnen, dennoch trägt, erntet abschätzige Blicke. „Masken machen krank“, heißt es auf Schildern. Und auch Abstände werden auf der Kundgebung nur sporadisch eingehalten. Einige Demonstranten begrüßen sich mit Küsschen, auf einer Bühne stehen zwischendrin Redner Arm in Arm und schunkeln. Es sind Szenen, die eigentlich durch die Auflagen der Versammlungsbehörde verboten sind. Und die zu erwarten waren.

Bis zum Schluss war über die Demonstration vor Gericht gestritten worden. Am Mittwoch hatte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) den Aufzug zunächst verboten – mit Verweis auf den Infektionsschutz und das massenweise Ignorieren von Auflagen bereits bei der ersten Großdemo der Corona-SkeptikerInnen am 1. August in Berlin. Das Berliner Verwaltungsgericht aber kippte das Verbot, in der Nacht zum Samstag räumte auch das Oberverwaltungsgericht die Beschwerde der Versammlungsbehörde ab und erlaubte die Kundgebung und eine Demonstration unter Auflagen.

Am Nachmittag nun steht Anmelder Michael Ballweg, mit Wuschelhaar und weißem „Querdenken“-Shirt, triumphierend auf der Bühne. „Geisel ist eine Geißel der Demokratie“, wettert er gegen den Innensenator. Der SPD-Mann müsse „sofort“ sein Amt abgeben und mit ihm Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. „Beide treten die Grundrechte aller Menschen mit Füßen.“ Und wieder brandet Applaus auf.

Geisel selbst wird später am Abend vor die Presse treten und Zahlen nennen. Rund 38.000 Menschen sollen insgesamt nach Schätzungen der Polizei am Protest gegen die Coronamaßnahmen teilgenommen haben.

Marco, Karina und ein AfD-Abgeordneter

Dabei steht der Protest schon gleich am Anfang kurz vor dem Abbruch. Bereits am Vormittag wollen die CoronaskeptikerInnen mit einem Demonstrationszug von Torstraße Ecke Friedrichstraße aus durch die Innenstadt ziehen. Doch die Polizei blockiert den Weg. Der Grund: Die Infektionsschutz-Auflagen werden flächendeckend nicht eingehalten. Zwei Stunden steckt der Demonstrationszug fest. Um 13 Uhr dann kommt die Durchsage der Polizei: Der Aufzug soll aufgelöst werden.

Markus Haintz vom „Querdenken Anwaltsteam“ stellt sich auf einen Lautsprecherwagen und fordert die Menge auf, trotzdem durchzuhalten, einfach sitzenzubleiben. Die ganze Welt schaue heute auf Berlin. „Sprecht die Bürger in Uniform an“, ruft er. „Verweigert diesen rechtswidrigen Befehl!“ Immer wieder skandiert die Menge in Richtung Polizei: „Schließt euch an!“ Die Stimmung ist aufgeheizt, aber friedlich.

Einer, der sich ganz vorne in der Menge bewegt, ist Harald Laatsch, AfD-Fraktionsmitglied im Berliner Abgeordnetenhaus. Der Politiker ist mit Hemd und Jackett unterwegs, filmt das Geschehen, scherzt mit einer Demonstrantin. An die Organisatoren auf dem Lautsprecherwagen wendet er sich immer wieder. Einmal nennt er ihnen den Namen des Einsatzleiters, den er den „Erfüllungsgehilfen“ von Herrn Geisel nennt.

Spricht man mit einzelnen Demonstrierenden, ergibt sich ein schwer zu fassendes Bild. Der 36-jährige Marco aus Stuttgart sagt, er sei ein Krisengewinner. Wegen der globalen Lieferengpässe, erhalte seine Firma viele neue Aufträge. Trotzdem sei er hier, weil er gegen Waffenexporte sei. Was das mit der Demonstration zu tun habe? „Die Leute hier sind für die weltweite Völkerverständigung auf der Straße“, meint er. Und tatsächlich, wenig später zieht eine Gruppe PolInnen mit riesigen rot-weißen Flaggen über die Friedrichstraße. Fragt man sie, wogegen sie demonstrieren, sagen sie: „das Coronavirus, Bill Gates und die Weltverschwörung“.

Große Menschenmenge auf der Straße des 17. Juni, im Hintergrund das Brandenburger Tor und das Rote Rathaus

Von Liebe wird hier zwar auch teilweise gesprochen – aber dies ist nicht Love Parade Foto: dpa

Karina aus Regensburg scheint eine der Vernünftigeren zu sein. Die 40-Jährige arbeitet in der Kundenberatung in einem Pflegeheim. Sie musste mitansehen, wie Angehörige ihre Eltern über Monate nicht besuchen konnten. Insgesamt fehle ihr eine Diskussion über die Kosten-Nutzen-Rechnung der Maßnahmen, sagt sie. Von einer neuen Normalität sieht sie sich noch weit entfernt. Ihr Sohn müsse jetzt die erste Klasse wiederholen, weil er im zweiten Halbjahr kaum Unterricht hatte.

Niemand stört sich an Reichsbürgern und Rechtsextremen

Der Demonstrationszug löst sich schließlich langsam auf, die Menge wandert Richtung Siegessäule ab, zur Bühne von Michael Ballwegs Truppe Querdenken 711. Am Brandenburger Tor, vor der nahe gelegenen russischen Botschaft und vor dem Bundestag haben sich da schon dutzende Reichsbürger versammelt. Sie schwenken Fahnen und halten Banner, die Deutschland für besetzt erklären. Andere tragen Shirts der Identitären oder eines „Berserker Clans“. Der rechtsextreme „Volkslehrer“ Nikolai Nehrling ist vor Ort, auch Neonazis der Splitterpartei „Die Rechte“ oder des III. Wegs. Ein Demonstrant fordert Solidarität mit der inhaftierten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck.

Die Mitdemonstrierenden scheinen sich nicht weiter daran zu stören. Auch die Polizei lässt sie zunächst gewähren. Dafür sind es einige hundert Antifa-AktivistInnen, die in Demonähe ihren Protest gegen die Rechtsextremen ausdrücken. Die Polizei aber drängt sie schnell ab, hält sie von den CoronaskeptikerInnen fern.

Zu Gewalt kommt es dann aber vor der russischen Botschaft, wo sich die Reichsbürger festsetzen. Die Stimmung dort droht zu kippen, der Polizei wird „Wir sind das Volk!“ und „Widerstand!“ entgegengeschrien. Aus der Menge fliegen Glasflaschen, die Polizei setzt vereinzelt Pfefferspray ein und nimmt immer wieder Demonstrierende fest. „Keine Gewalt!“, schreien die Demonstrierenden.

Gegen 17 Uhr ist es wieder ruhig, die Menschenmenge vor der russischen Botschaft soll aufgelöst werden. Die Durchsagen der Polizei quittieren die Demonstrierenden mit „Wir bleiben hier!“ und „Hinsetzen!“-Rufen. Anstatt zu gehen, lassen sie sich lieber von der Polizei mitnehmen. Die Pose des Märtyrers, sie gefällt hier vielen.

Auch vor dem Bundestag, wo der nach rechts abgedriftete Vegankoch Attila Hildmann auftritt, werfen laut Polizei einzelne Teilnehmer Absperrgitter um, dringen in den gesperrten Bereich ein. Auch sie werden von der Polizei gestoppt. Später wird Hildmann vor der russischen Botschaft festgenommmen, wie auch 200 weitere Personen. Zu den genauen Hintergründen der Festnahme des Kochs will sich Innensenator Geisel auf seiner abendlichen Pressekonferenz aber nicht äußern.

Einige Demonstrierende haben Zelte dabei

Als prominenten Gast kündigt Querdenken 711 auf der Kundgebung an der Siegessäule den US-Rechtsanwalt, Umweltaktivisten und Impfgegner Robert Francis Kennedy junior an. Der Neffe des US-Präsidenten John F. Kennedy wendet sich in seiner Rede vor den DemonstrantInnen gegen den Aufbau des neuen 5G-Mobilfunknetzes, warnt vor einer Totalüberwachung und attackiert in diesem Zusammenhang unter anderem Microsoft-Gründer Bill Gates.

Demo-Anmelder Michael Ballweg selbst geht auf der Bühne nicht auf die tumultartigen Szenen vor der russischen Botschaft ein. „Rechtsextremismus und Linksextremismus haben in unserer Bewegung keinen Platz“, erklärt er. Und raunt von „bezahlten Aggressoren“, die in den Protest eingeschleust würden. Dennoch geben sich etliche Sprechchöre und Banner wenig friedfertig. Gleich gegenüber der Bühne heißt es bezogen auf die Regierung: „Sperrt sie endlich weg!“ Auf Schildern werden der Virologe Drosten, Kanzlerin Merkel und andere Politiker in Sträflingskleidung gezeigt, zusammen mit dem Slogan „Schuldig“. Andere Schilder fordern: „Stoppt den Putsch des Merkel-Regimes.“

Und Ballweg schlägt sogar noch die Brücke zu Reichsbürgern. Das Grundgesetz sei ausgehöhlt, sagt auch er. Nicht der Bundestag, sondern der Souverän – also sie selbst – müssten wieder die Macht übernehmen. Deshalb wolle man in den nächsten Tagen auch „an einer neuen Verfassung arbeiten“, hier vor Ort auf dem Kundgebungsgelände.

Schon im Vorfeld hatte Ballweg und sein Querdenken 711 angekündigt, diesmal nicht nur zu demonstrieren, sondern zu bleiben – mit einem Protestcamp vor den Brandenburger Tor. Eine dafür angemeldete Dauerkundgebung erlaubte das Oberverwaltungsgericht letztlich ebenfalls. Tatsächlich haben einige Demonstrierende Zelte dabei, die Kundgebung zieht sich bis in den Abend. Und sie wird wieder für Diskussionen sorgen. So viel ist sicher.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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