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Neue „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“Kuschelblatt für klasse Leute

Die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ ist da. Das Blatt bedient eher Befindlichkeiten als zu informieren. Ob der Ost-Markt dafür groß genug ist?

Verleger Holger Friedrich: Neue Zeitung für ein altes Deutschland Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Anne Fromm
David Muschenich

Aus Berlin und Dresden

Anne Fromm und David Muschenich

Holger Friedrich freut sich. Er, der Ostdeutsche, der Multimillionär, der Zeitungsverleger, hat einen Witz gemacht, auf Kosten von Westdeutschen, und der ganze Saal lacht.

„Ihr haltet uns auf“, hat Friedrich mit ruhiger Stimme gesagt, gerichtet an seinen Gesprächspartner. Sein Gesprächspartner ist Jakob Augstein, ein Kollege, Verleger der Wochenzeitung Freitag, Hamburger – und damit für Friedrich an diesem Abend vor allem eines: der Westdeutsche.

Es ist ein Abend im Januar 2026 im Theater Ost, im Berliner Stadtteil Adlershof. In vier Wochen wird Friedrich sein neuestes Projekt veröffentlichen, die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung. Ein „Leitmedium für den Osten“, wie er es nennt. Viel weiß man an diesem Abend noch nicht über die neue Zeitung, aber im Publikum des Theaters Ost sitzen einige, die große Hoffnung auf sie setzen.

Zu DDR-Zeiten wurde hier die „Aktuelle Kamera“ gedreht, die wichtigste Nachrichtensendung des DDR-Fernsehens. Nun ist das Theater in der Krise, und Friedrich will helfen, also hat er eine Debattenreihe aufgelegt. Erster Gast ist Jakob Augstein, zweiter wird im März Springer-Chef Mathias Döpfner sein. Beide Veranstaltungen sind lange ausverkauft.

„Klasse gut“

Für seinen Wessi-Witz bekommt Holger Friedrich zwar Lacher aus dem Publikum, aber eigentlich, das wird schnell klar, meint Friedrich das ganz ernst. „Niemand hier jammert“, sagt er über die Ostdeutschen. „Uns geht es klasse gut. Uns könnte es noch viel, viel besser gehen“, sagt er – wenn, so etwa geht es weiter, da nicht die Westdeutschen wären.

Und damit ist nicht nur Friedrichs roter Faden für diesen Abend umrissen, sondern auch der publizistische Auftrag seiner neuen Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung (OAZ).

Im Herbst hatte er sie angekündigt, am Freitag ist sie nun erschienen, online und gedruckt. 40.000 Exemplare sollen ausgeliefert worden sein, an 7.000 Verkaufsstellen im ganzen Land. Eine davon ist die Bahnhofsbuchhandlung in Dresden Neustadt, da ist die Zeitung schon am Freitagmittag ausverkauft. Am Bahnhof in Leipzig gibts am Freitagabend noch wenige Restexemplare. Am Bahnhof in Erfurt kam die Zeitung nicht an, wurde aber den Tag über nachgefragt, erzählt ein Mitarbeiter am Telefon.

Die OAZ ist eine Wochenzeitung mit 56 Seiten für 3,90 Euro und damit deutlich günstiger als die Zeit, der Freitag oder die Wochentaz. Es geht darin um Politik im Osten, Wirtschaft im Osten, Kultur, Sport, Essen – alles aus Ostdeutschland.

Eine „Vollendung der Wiedervereinigung“ soll die Zeitung werden, heißt es im „Mission Statement“ der ersten Ausgabe. Die OAZ wolle die ostdeutsche Perspektive „selbstbewusst“ in den deutschen und europäischen Diskurs einbringen. Auf Anregung von ostdeutschen Bürgern und ohne staatliches Geld sei die Zeitung gegründet, schreiben Holger Friedrich und seine Frau Silke. Die OAZ sehen sie als ihren Beitrag zur Demokratieförderung. Die Zeitung solle den Diskurs um eine „vierte Himmelsrichtung“ erweitern, „Perspektivenvielfalt statt Scheinsicherheit“, heißt es in den publizistischen Leitlinien.

Friedrich, der Umstrittene

Das klingt kraftstrotzend. Friedrich gibt sich gerne so. 2019 hat er mit seiner Frau den Berliner Verlag gekauft, seitdem gab es einige Skandale und Aufreger in der Zeitung. Friedrich griff in die Berichterstattung ein, hofierte Egon Krenz und ließ Gastbeiträge des russischen Botschafters veröffentlichen.

Als er im Herbst ankündigte, eine Zeitung für Ostdeutschland zu gründen, stieß das aufgeregte Debatten an. Viele Medien, auch die taz, berichteten, noch lange bevor die Zeitung erschien: über das Logo in Frakturanmutung, über das neue Personal (der Chefredakteur ist Westdeutscher, der Parlamentskorrespondent hat früher für den russischen Propagandasender RT Deutsch gearbeitet, der Chef des Debattenressorts für die Junge Freiheit geschrieben) und darüber, dass die OAZ bei der Konkurrenz gedruckt werden soll.

Die OAZ selbst hielt die Aufmerksamkeit hoch, mit aggressivem Marketing und Ostdeutschtümelei in den sozialen Medien. In jeder ehemaligen DDR-Bezirkshauptstadt wollte man eine Redaktion aufbauen – die erste Ausgabe ist nun vor allem in dem Büro in Dresden enstanden. Gegenüber anderen Medien hingegen gab sich das Team verschlossen. Ein Gespräch mit der taz sagte der neue Geschäftsführer des Ostdeutschen Verlags erst zu, dann wieder ab. Auch andere Redaktionsmitglieder wollten nicht reden.

In die Welt geht die erste Ausgabe nun mit dem Titelthema Meinungsfreiheit. Die sieht das Team der OAZ bedroht, vor allem von links und aus der Politik. „Deutschland verstummt“ heißt es im dazugehörigen Essay, eine Mehrheit der Deutschen traue sich nicht mehr ihre Meinung zu sagen, der Diskurs müsse wieder geöffnet werden. Für welche Argumente und Perspektiven genau, sagt der Autor nicht.

Nichts Neues vom Ministerpräsidenten

Ein ausführliches Interview mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fügt sich ebenfalls in die Linie der Friedrichs. Der CDU-Politiker sagt, die neuen Bundesländer seien „politische Seismografen“.

Frage um Frage darf Kretschmer darstellen, dass seine Minderheitsregierung in Sachsen funktioniere, dass der Freistaat auf einem guten Weg sei und weshalb er eine „Brandmauer“ zur AfD nicht für zielführend halte. Ob er mit Chrupalla einen Kaffee trinken würde? Er sagt viel, aber die eigentliche Frage lässt er unbeantwortet.

Mit dem Gespräch setzt die OAZ noch einen anderen Fokus: Russland. Das sei nicht auf dem Schlachtfeld besiegbar, deshalb brauche es Gespräche, sagt Kretschmer. Man kennt das von ihm, übrigens auch aus westdeutschen Zeitungen. Nichts Neues also. Nach dem Ende des Krieges solle Deutschland wieder mit Russland Handel treiben. Kritische Nachfragen gibt es von der OAZ nicht.

Kretschmer ist nicht der Einzige, der in der Ausgabe über Russland spricht. Der zurückgetretene Staatschef Bulgariens fordert in einem weiteren Interview: „Wir müssen mit Russland reden.“ Ein Kolumnist schreibt von der „herbeifantasierten Gefahr durch Russland“.

Der Osten, die Avantgarde

Auf zwei Seiten der ersten Ausgabe porträtiert die OAZ AfD-Chef Tino Chrupalla als den „Mann hinter den Zuschreibungen“. Im Titelbild lehnt er lässig an einem Simson-Moped.

Im Text geht es um seine Liebe zum Osten, um seine Armbanduhr und seinen Stil, „den man genauso gut in der Supermarktschlange tragen könnte“. Der gelernte Maler sei ganz anders als die Klischee-Politiker, die sonst im Berliner Parlament sitzen. Sein politisches Programm oder das seiner Partei spielen in dem Text keine Rolle. Es ist ein zärtliches Porträt, das mit der Erkenntnis endet, dass Ostdeutsche die AfD wählen, weil sie nicht ausgegrenzt werden möchten.

Das Grundrauschen der Texte ist Friedrichs Satz aus dem Theater: Wir, der Osten, sind Avantgarde. Der Geschäftsführer des Ostdeutschen Verlags Dirk Jehlmich schreibt ein Gedicht über Ostdeutschland als „Europas Powerhouse für Großinvestitionen“ und „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ im Stil des DDR-Klassikers „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Und auch ein Westdeutscher bezeugt, warum die DDR trotz Diktatur ein gerechterer Staat war.

Im Aboshop der Zeitung verkaufen sie Taschen mit dem Aufdruck „Ostablishment“ und Pullover mit dem Aufdruck „Ostbeauftragte:r“. Damit umarmt die OAZ eine Entwicklung, die auch Soziologen zuletzt festgestellt haben: In Ostdeutschland wächst selbst unter jungen Leuten wieder eine ostdeutsche Identität. AfD und BSW wissen sie politisch zu bewirtschaften, die OAZ erschließt sie jetzt publizistisch.

Wahrer Kern der Kritik

Friedrich bespielt eine Marktlücke – wenn auch mit Größenwahn. Im Jahr 2026 eine Zeitung zu gründen, noch dazu im Osten, wo die Abokurven schneller sinken als im Westen, mag nicht nach einer klugen Geschäftsidee klingen. Aber Holger Friedrich gibt sich gern als jemand, der allen Widerständen trotzt, und das mit ausgestrecktem Mittelfinger.

Und er kennt die Schwachstellen seiner ostdeutschen Konkurrenz. Wer die Webseiten mancher Lokalzeitungen liest, für den ist die OAZ eine Erholung. Sie sieht gut aus, sowohl gedruckt als auch im Internet: einfaches Layout, großzügige Fotos – für die Optik sind die Kollegen aus der Berliner Zeitung zuständig.

Mit seiner Kritik am ostdeutschen Zeitungsmarkt trifft Holger Friedrich durchaus einen wahren Kern: Die ostdeutschen Lokalzeitungen gehören ausschließlich westdeutschen Verlagen, ihre überregionale Berichterstattung beziehen sie aus Berlin oder den Konzernzentralen. In Thüringen dominiert der Essener Funke-Verlag, in Sachsen die Verlagsgruppe Madsack aus Hannover. Die hat ihren Regionalzeitungen in Ostdeutschland, zu denen unter anderem die Leipziger Volkszeitung gehört, zusätzlich zum Lokalteil gerade eine wöchentliche Ostdeutschland-Seite verpasst.

Die Zeit, die seit Jahren von ihrem Leipziger Büro aus drei Extraseiten „Zeit im Osten“ produziert, strukturiert just in dieser Woche ihr Ressort um. Das Büro und drei Redakteure bleiben in Leipzig, aber aus den bisher drei wöchentlichen Seiten werden nur noch zwei, die überregionale Berichterstattung aus Leipzig wird künftig vom Politikressort verantwortet.

Als Schwächung der Ostberichterstattung will Martin Machowecz, stellvertretender Chefredakteur der Zeit, das im Gespräch mit der taz allerdings nicht verstanden wissen, im Gegenteil. Die Berichterstattung über Ostdeutschland sei inzwischen für das ganze Haus wichtig, sodass sie künftig noch stärker überregional abgebildet werden soll.

Das alles trifft in Ostdeutschland auf eine ausgeprägte Medienskepsis. Laut dem letzten Sachsen-Monitor trauen 45 Prozent der Menschen in Sachsen den Medien nicht mehr, ähnliche Werte gibt es in den anderen ostdeutschen Bundesländern.

Nur: Kaufen diese Menschen die Ostdeutsche Allgemeine? So, dass sie sich wirtschaftlich trägt?

Eine Zeitung für die „Community“

Friedrich lässt sich bei der Frage wohl von seinen Erfahrungen bei der Berliner Zeitung leiten. Der gehe es gut, sagt er an jenem Januarabend im Theater Ost. Seit zwei Jahren mache der Verlag Profit. Überprüfen lässt sich das nicht, Friedrich weist keine offiziellen Zahlen aus, aus der öffentlichen Auflagenstatistik hat er die Berliner Zeitung abgemeldet.

Schätzungen gehen davon aus, dass Holger Friedrich in jeder größeren ostdeutschen Stadt 5.000 Abon­nen­t:in­nen bräuchte, damit sich die kleine Redaktion trägt. Langfristig, sagt Friedrich im Theater Ost, wolle er die Berliner Zeitung und die Ostdeutsche Allgemeine profitabel machen und an die ostdeutsche Community übergeben.

Nach zwei Stunden Diskussion, über Russland, die Nato, den Journalismus und den Osten, steht im Theater Ost ein Mann im Publikum auf und hat noch eine Frage. Ob die OAZ denn eine Zeitung für ganz Deutschland werden könne? So was wie die Frankfurter Allgemeine? Holger Friedrich überlegt nicht lange. Mit ironischem Tonfall setzt er an: Er würde diese Frage jetzt gern nicht beantworten, sagt er. „Weil – das ist natürlich der heimliche Plan.“ Das Publikum lacht. Friedrich hat wieder einen Witz gemacht. Vielleicht.

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57 Kommentare

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  • Die deutschen Lokalzeitungen moderieren leider auch im Osten ihren qualitativen Abstieg, um alte zweistellige Renditen anzustreben, natürlich bleiben da Lücken.



    Doch ist Ost-Kommerz mit scheinbar unbegrenzten Finanzquellen woher auch immer die Lösung? Die Schlagzeile oben scheint "Junge Freiheit" abgreifen zu wollen, die beschriebenen Inhalte wirken wie von Putin, und Meinungsfreiheit jenseits der Meinung von Friedrich scheint mir da auch nicht ganz sicher.



    Dann lieber Katapult und letzte gute Lokalredaktionen.

  • "Das Grundrauschen der Texte ist Friedrichs Satz aus dem Theater: Wir, der Osten, sind Avantgarde."



    2020 sueddeutsche.de:



    "30 Jahre nach der Wende gibt es nur wenige Ostdeutsche in Spitzenpositionen. Der Leipziger Olaf Jacobs nennt mögliche Gründe"



    DAX-Vorstände sind nur eine Kategorie, Entscheider*innen sind auf anderen Ebenen ebenso unterrepräsentiert.



    "Olaf Jacobs: Das hat mehrere Gründe. Zum einen hat nach 1990 aus gutem Grund ein weitgehender Elitenaustausch stattgefunden. Westdeutsche haben in Ostdeutschland entscheidende Positionen übernommen. Im Osten greifen bis heute westdeutsche Netzwerke, in Westdeutschland sowieso."



    Eine Herausforderung zur engagierten Diskussion.



    2019 bei noz.de:



    "Nahezu alle Spitzenposten der deutschen Streitkräfte sind auch heute noch von Westdeutschen besetzt. Linken-Abgeordneter Matthias Höhn sagt: "Die Bundeswehr liegt in westdeutschen Händen".



    Das sind Entwicklungen über Generationen hinweg, nicht unbemerkt und wahrscheinlich auch nicht zufällig.



    Vielleicht wirft die OAZ ein neues Licht auf manche Hintergründe und ihre Auswirkungen.



    Man darf neugierig sein.

  • Die taz gibt sich ja einige Mühe mit der neuen Zeitung 😊

    Dabei ist doch das eigentliche Problem, dass so ein Blatt von Rechts kommt, weil Mitte/Links dort mehrere Jahrzehnte lang ein Loch hinterlassen haben. Und von Medien, die ohne wirkliche Ortskenntnis über den Osten berichten wie über eine exotische Landschaft auf einem anderen Kontinent, haben viele Menschen dort die Nase voll.

    Also weniger über die Aktivitäten von Herrn Friedrich schimpfen und mehr machen...

  • Für jemand der nicht rumheulen will, heult er ganz viel rum.

    Wenn man Westdeutsch und Ostdeutsch immer gegenüberstellt, als seinen es zwei gleiche Teile, der lässt voll außer Blick das Ostdeutschland eine Bevölkerung hat die kleiner als Bayern ist, nur etwas mehr als BaWü.

  • Der Begriff "Russophobie" geht auf den sowjetischen Mathematiker und Dissidenten Igor Schafarewitsch zurück, dem in anderem Zusammenhang Antisemitismus vorgeworfen wurde (letzteres vermag ich nicht zu beurteilen, da ich ihn nicht gelesen habe).

    Vielleicht sollte man den Ausdruck deshalb tatsächlich vermeiden. Ich habe ihn aber einfach im Sinne einer undifferenzierten, irrationalen und angsterfüllten Ablehnung verwendet. Parallel zu dem Ausdruck "Islamophobie". Und ich würde schon unterscheiden wollen zwischen einer realistischen & kritischen Sicht auf das heutige Russland (zu der auch eine realistische Einschätzung seiner sehr begrenzten Möglichkeiten gehört) ... und einer irrationalen & fanatischen Überhöhung, die einen dann evtl. dazu führt, tagtäglich redundante Kommentare über das "faschistische Russland" ins Internet zu stellen.

    • @Kohlrabi:

      Redundant wahr halt.

      Es ist gut, wenn sich die Menschen an diese Wahrheit nicht gewöhnen. Wenn es nervt dann wirken Wahrheiten noch u d Menschen sind nicht abgestumpft.

    • @Kohlrabi:

      Russland erfüllt nun wirklich alle Merkmale eines faschistischen Systems. Wer das in vermeintlicher Besonnenheit relativiert, der macht sich zu dem, was der russische Geheimdienst seit über hundert Jahren als nützlichen Idioten bezeichnet. Aber vielleicht ist das Motiv dafür insgeheim auch Angst - man redet sich halt ein, dass das Kopf-in-den-Sand-stecken einfach nur “Rationalität” und “Ruhe” sei, weil die Alternative, die Gefahr anzuerkennen, zu beängstigend wäre.

  • Hui, 40.000 Exemplare OAZ auf 7.000 Verkaufstellen- macht 5 - 6 Zeitungen pro Verkaufsstelle. Da waren echt am Freitagnachmittag schon alle Ausgaben in der Bahnhofsbuchhandlung Dresden Neustadt vergriffen 🤣 😂 😅 🤣



    Inhaltlich sollte man als Herausgeber einer Zeitung auch unbedingt schreiben, wo die Käufer sich in ihrer Unkenntnis bestätigt fühlen, könnte also eine Erfolgsstory werden, datt OAZ - is wohl so als eine



    " O"stdeutsche "A"fD "Z"eitung einzuordnen. Unser Verfassungsschutz wird bestimmt schon ein Abo haben 😉

  • Als altmodischer Freund des bedruckten Papiers habe ich heute im gut sortierten Zeitungsladen die OAZ-Ausgabe erstanden. (Die taz muss nicht eifersüchtig sein, sie wird auch regelmäßig angeschafft. Man sollte ja mehrere Info-Quellen haben.)

    Mein erster Eindruck ist, dass der vordere Teil samt dem Geopolitik-Ressort sehr der Sonntagsausgabe der Berliner Zeitung nachgestaltet ist, während im hinteren Teil (Kultur und Lifestyle) eben ostdeutsche statt Berliner Themen präsent sind.

    Jedes Blatt hat seine spezifischen Stärken. Im internationalen Bereich liegt die der taz m.E. unter anderem in der Hintergrundberichterstattung zu Ländern und Regionen des globalen Südens, in der Berliner Zeitung ist dagegen u.a. die China-Berichterstattung sehr umfassend.

    Noch was zu Russland. Im deutschsprachigen Mainstream hat sich m.E. immer mehr eine gefährliche Verschiebung hin zu einem sehr einseitigen russophoben Tenor ergeben (FAZ unlängst mit "russischen Unmenschen" auf der Titelseite). Da freue ich mich über ausgewogenere Positionierungen. Und dass "man mit Russland reden muss", sollte doch eigentlich eine Binsenweisheit sein. (Siehe den parallelen, m.E. sehr guten Beitrag von Marc Saxer.)

    • @Kohlrabi:

      “Russophob” ist ein Kampfbegriff der russischen Propaganda.

      Es hat nichts mit einer Phobie zu tun, das faschistische Russland unter Putin, das seit vier Jahren einen wahnsinnigen Krieg gegen die Ukrainer führt und auch uns direkt bedroht, nicht zu mögen. Das ist keine irrationale Angst, sondern Realismus.

      • @Suryo:

        @ Suryo



        Putin ist doch inzwischen " nur " ein Handlanger von China geworden. Aber unsere Politiker aus Deutschland versuchen alles, um uns Bürger von ihrem eigen, jahrzehntelangem Vollversagen in der Weltpolitik abzulenken. Empörung über Putin & Trump ist alles, was unsere Jungs und Mädels aus unserem Parlament da drauf haben.



        Hinzu kommen jetzt noch die Frechheiten von Friedrich Merz und seiner Schwesternpartei der CSU, uns Bürgern eine Mitschuld der Entwicklung Deutschlands geben zu wollen, indem durch ständige Indoktrination bezüglich innenpolitischen Arbeitsmarktreformen, wie längere Arbeitszeiten, Mehrleistung, Verzicht auf soziale Errungenschaften, versucht wird vom politischen Vollversagen abzulenken. Unser Zorn sollte sich auf die Verantwortlichen & Entscheidungsträger in Deutschland richten und nicht auf die über 190 anderen Staaten dieser Welt ❗️

        • @Alex_der_Wunderer:

          Nun sind wir aber eine Demokratie, die es schwer macht, gegen die überwältigende Mehrheit des Volkes zu regieren.



          Tatsache ist, dass jene Politiker, die vielleicht nicht ganz so blauäugig mit Russland umgegangen wären (einschließlich, bei der wetterunabhängigen Energieerzeugung erstmal nach Alternativen zu Gas statt zu Atom zu suchen) und der Bundeswehr eine zum Freischwimmen von den USA ausreichende Budget-Priorität eingeräumt hätten, sogar über 2014 hinaus bei Medien und Wählern KEINEN Stein im Brett hatten. Die Nation war andersweitig beschäftigt und teilte zu Russland überwiegend jene Meinung, die (bis auf AfD und BSW) NACH dem russischen Einmarsch in der Ukraine dann einen schnellen Tod starb.



          Im Nachhinein lässt sich kräftig kümen, was "die da oben" Alles hätten besser wissen und anders machen müssen. Aber bevor man da den Finger ausstreckt, sollte man sich ehrlich fragen, was man selbst seinerzeit dazu gesagt hätte. Wer 10, 15 Jahren meinte "Die Bundeswehr braucht dringend ein paar zig Milliarden pro Jahr mehr, und wir sollten keine neuen Lieferverträge mehr mit Gazprom & Co. abschließen (geschweige denn Pipelines durch die Ostsee bauen)!", der werfe den ersten Stein...

        • @Alex_der_Wunderer:

          Was meinen Sie mit "Vollversagen in der Weltpolitik"?



          Die Weltpolitik lief in der Zeit vor Trump im wesentlichen koordiniert ab und die Zusammenarbeit mit den USA funktionierte im wesentlichen gut.

          Als was für einen und wie agierenden Staat hätten Sie Deutschland gerne gesehen? Als einen Hero Staat, der sein eigenes Ding durchzieht?

          Und in wessen Namen reden Sie von "unserem Zorn"? Wer sind die politischen Gruppen für die Sie sprechen, die den Politikern Deutschlands ein jahrzehntelanges Vollversagen vorwerfen?

    • @Kohlrabi:

      Mehrere Informationsquellen sind dann gut, wenn sie eindeutig unterscheidbar sind. Die taz hat dieses Prädikat lange verloren. Sie ist für mich weder anders imformativ, noch in Sachen Befindlichkeit und Nestwärme "schenkend".



      Ich finde, man kann sie sich heute schenken.

      • @Bartleby der Schreiber:

        Traurig, aber wahr.



        Aber -



        Sucht bleibt Sucht

        • @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

          Und wieso komme ich hier gerade auf Tom Pauls und die Schwarze Rose? Auf der Freilichtbühne beim Kloster Banz ...



          Sucht? Sehnsucht ist die schlimmste Sucht!

        • @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

          Wer die „Wahrheit" sucht....

          • @Mondschaf26:

            ...findet sie,



            oder auch nicht.



            Gruß an den Dackel!

    • @Kohlrabi:

      Na sicher wird man mit Russland reden müssen, nur ist die Frage, mit wem? Erwachsene Menschen mit politischem Sachverstand sind nicht russophob (übrigens ein Begriff, der öfter von Putin und seiner Kamarilla ins Feld geführt wird, als von westlichen Politikern). Verhandlungen mit der Regionalmacht Russland gern - aber auf Augenhöhe. Nachdem es die völkerrechtswidrig annektierten Gebiete geräumt hat. Vorher hilft leider gegenüber Russland nur eines: Vorsicht. Alles Andere ist Augenwischerei.

  • Wie soll gelebt werden - ohne Befindlichkeit?



    Wie soll gearbeitet werden - ohne Befindlichkeit?



    Von daher: klingt spannend, insbesondere, da hier im Westen weder Befindlichkeit noch Informationsbedürfnis bedient werden, sondern hauptsächlich Propagandaauswürfe stattfinden.



    Da muss ich direkt mal schauen, wie ich an eine Nummer rankomme.

    Uralt-Taz-Leser

  • Das Urteil, es gehe v.a. um "Befindlichkeiten", ist von einer einstigen Bewegungszeitung, die Inhalte und Standpunkte aus dem (damals richtig linken) grün-alternativen Milieu aus und für dieses Milieu verbreiten wollte, schon witzig. Ist doch genau das, was Euch mal "groß" (na, ja) gemacht hat. Jedes Milieu hat seine Zeitungen, seit jeher. Es gab im 19. Jh liberale und konservative, monarchistische und viele Zeitungen aus der Arbeiterbewegung, darunter in vielen Europäischen sogar zahlreiche anarchistische Zeitungen. Wo ist hier die Neuigkeit?



    Vielleicht hier: In den letzten Jahrzehnten hat sich ein Einheitsbrei einer weitgehend einigen Mitte in der veröffentlichten Meinung gebildet, wo zwischen FAZ und Taz nur noch ein paar marginale oder ästhetisch-stilistische Unterschiede zu finden sind (Trans- und Gender, Klos für das 3. Geschlecht, Spitzensteuersatz bei 35 (FAZ) oder bei 45 % (TAZ) usw.). In allen wichtigen Fragen ist man einer Meinung. Man hat sich angewöhnt, alles was diesen Konsens in Frage stellt, wütend zu bekämpfen (verschwörungsideologisch, Geschwurbel, Raunen, staatsfeindlich, verfassungswidrig, putinfreundlich, antieuropäisch, Hass, Hetze usw usf).

    • @hannsha:

      Also, gerade FAZ und taz als Teile einer inhaltlich angeblich angeglichen Presselandschaft zu benennen, ist schon schief. Wieso nicht auch noch die Welt?

  • "... aus der öffentlichen Auflagenstatistik hat er die Berliner Zeitung abgemeldet."

    Der Berliner Verlag veröffentlicht Auflagen- und Reichweitendaten auf seiner Internetseite. Demnach lag die Auflage der Berliner Zeitung Ende 2025 bei etwas unter 50.000 Stück. Das ist 30 % weniger als drei Jahre vorher. Für die digitale Reichweite werden ebenfalls gesunkene Zahlen angegeben.

  • Was war denn jetzt der Witz? Das hier etwa? "..... „Ihr haltet uns auf“, hat Friedrich mit ruhiger Stimme gesagt ....."

    • @Axel Schäfer:

      Vllt. wurde „Ihr haltet uns aus“ verstanden. Es ist nicht zum aushalten.

    • @Axel Schäfer:

      Habe ich auch nicht verstanden, ist das was die Ossis für Humor halten, so wie sich eine AfD-Nazi-Landesregierung wählen…was haben wir gelacht.



      Erstaunlich, vor allem, dass Menschen Ossis (also Ex-DDRler) sein wollen, die beim Untergang dieses Staates noch nicht einmal geboren waren. Aber gut, gibt ja auch Reichsbürger…

      Sind schon alle klasse drauf da im Osten.

      • @FtznFrtz:

        Mittlerweile scheinen viele jüngere Linke zu glauben, die DDR sei so eine Art skandinavisch-sozialdemokratisches Land mit ein paar kleinen Umsetzungsschwierigkeiten gewesen. Ich musste neulich einer Mittzwanzigerin erklären, wie es um den Umweltschutz im Sozialismus bestellt war. Die dachte, “links” hieße automatisch Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und achtsamerer Umgang mit der Natur. Sie kam natürlich aus dem Westen und schien in ihrem Leben noch nie etwas von Tagebauen und Bitterfeld gehört zu haben.

        • @Suryo:

          Tja, Geschichtsvergessenheit gibt es also auch da, wirken im nachhinein auch so nett, Pieck, Grotewohl, Ulbricht, Honecker, selbst Mielke. In den Achtzigern hat hatte der Staat auch nicht mehr das mörderisch-diktatatorische Element, hat man Menschen lieber ausgebürgert als im Knast zu Tode gequält oder einfach abgeknallt.



          Die DDR hat die Linke zu großen Teilen diskreditiert, nicht nur die Nazis können Diktatur,

        • @Suryo:

          @Suryo



          Die DDR war ein diktatorischer Unrechtstaat !

  • "Das Blatt bedient eher Befindlichkeiten als zu informieren."



    Ja, das ist ja das Entscheidende, um das es bei diesem Eigenlabel und dieser Abgrenzung geht. Um Befindlichkeiten.

  • Das ist aber auch ein Ding. Da erdreistet sich doch tatsächlich ein Ossi den im Osten alles beherrschenden Westverlagen Konkurrenz zu machen. Da kann ja nur der Russe dahinter stecken.

    • @Thomas Müller:

      Der Ossi ist keineswegs repräsentativ für die Ossis, sondern ein Tech-Millionär.

    • @Thomas Müller:

      Was ist denn eigentlich die intellektuelle Quintessenz Ihres "Beitrages"? Der durchaus hochintelligente Holger Friedrich benutzt seine Millionen, um Stimmung zu machen. Ich bin Jahrgang 1955 in der DDR sozialisiert und kann mit diesem Ossi-Kult so gar nichts anfangen. Und mit Leuten wie dem MP Kretschmer mit seinen Dampfplaudereien oder M. Platzeck mit seinem Anbiedern bei Putin schon gar nicht. Die ostdeutschen Wähler der AfD werden ein furchtbares Erwachen erleben. Aber seits drum. Jeder baut sich seine eigene Hölle!

      • @Micha_1955:

        Danke, ich denke, dass es vielen gebürtigen Ostdeutschen (ob sie die DDR noch erlebt haben oder nicht) so geht wie Ihnen. Die weit verbreitete Ossitümelei drückt m. E. eine regressive Sehnsucht nach der (verklärten) DDR aus, wo Vater Staat das Auskommen garantierte und man weitgehend "unter sich", sprich, ohne störende Ausländer, und westliche Überheblichkeit (die ich nicht verleugnen will, die aber von den Ossitümelnden heillos übertrieben wird) behaglich im eigenen Saft schmoren konnte. Die OAZ scheint speziell diese Klintel zu bedienen....

  • Aus den Leitlinien der OAZ:

    "Ein Medium, das erklärt statt lenkt, einordnet statt polarisiert und



    Zukunft nicht behauptet, sondern sichtbar macht."

    Wie das umgesetzt wird, möge Jede*r selbst beurteilen. Hier ein Beispiel:

    „Zu den wesentlichen Unterschieden zwischen Ost und West gehört ein anderes Empfinden gegenüber Russland und seinen Menschen. Verknappt gesagt, stoßen da auf Begegnung gegründete Urteile auf ideologische Vorurteile.



    Die Ostdeutschen haben ihre jahrzehntelangen, gemischten Erfahrungen mit ihren Befreiern und Besatzern, die Westdeutschen ihre eher moralisierenden, medialen Vermittlungen. Da stehen ambivalente Alltagserfahrungen gegen abstrakte Feindbilder.“

    Und weiter:

    "Der Westen weiß, wer recht hat, der Osten will wissen, wie es so weit kommen konnte und wie es beendet werden kann."

    • @Klabauta:

      Auf Begegnung gegründete Urteile? Soweit ich mich erinnere, wurden in der DDR die von der deutschen Bevölkerung abgeschotteten sowjetischen Soldaten arg bemitleidet. Wer sich als privilegierter sozialistischer Funktionär zusammen mit den sorgfältig ausgesuchten linientreuen Kontaktpersonen zusammen die Hucke vollgesoffen hat, mag das natürlich anders sehen, und auch Putin für einen klasse Typen halten ...

      • @Volker Scheunert:

        Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Das ist der Standpunkt der OAZ, nicht meiner.

  • Neue Zeitung für ein altes Deutschland ?



    ----



    Wir leben in einem "kapitalistischem Wirtschaftssystem"!



    Warum wundern wir uns dann, das versucht wird, aus allem, was nach "Gewinn riecht" ein Geschäft zu machen!



    Unabhängig, ohne auch nur einen Blick darauf, was dieses "Geschäft" in der Gesellschaft anrichtet! :-(



    Friedrich ist alles egal, er will verdienen!



    Ihm ist gleich, was er in Ostelbien damit anrichtet, auslösen kann, usw.



    Gewinn ist, nicht nur bei Ihm, der einzige Maßstab, der zählt!



    Der Rest ist egal! :-(

    • @Sikasuu:

      Wie schon im Artikel angedeutet:



      Wenn es das ist, gibt es mindestens 999 Alternativen, die man versuchen könnte und sollte, bevor man eine Zeitung gründet ...

  • "Zu DDR-Zeiten wurde hier (im Theater Ost) die „Aktuelle Kamera“ gedreht, die wichtigste Nachrichtensendung des DDR-Fernsehens."

    Jetzt muss ich mal einhaken, denn diese Formulierung, über die ich mich schon auf journalist.de geärgert habe, und die Ihr sicher genau dort abgeschrieben habt, stimmt so einfach nicht.

    Das war zu DDR-Zeiten das modernste Aufnahme- und Fernsehstudio der DDR. Da wurden X Sendungen aufgezeichnet - darunter, ja, auch die Aktuelle Kamera.



    Indem man es aber so wie Ihr formuliert und wichtige Zusätze weglässt, dem Ganzen also ein politisches Geschmäckle und damit eine Richtung gebt - damit spült Ihr genau das Wasser auf die Friedrichschen Ost-Mühlen, die er sich erhofft:



    Einseitige Westdeutsche, die die DDR-Geschichte verfälschen und ignorant einengen.

    Statt Falsches abzuschreiben, sollte man lieber auf Wiki etc. nachschauen.

    • @Oliver Korn-Choodee:

      Was war denn daran falsch, muss man wenn man einen Ort oder etwas Anderes erwähnt, immer die komplette Geschichte dazu erläutern?

      • @Axel Schäfer:

        Westdeutscher hier. Zu ‚Was war denn daran falsch’: Also wenn das so ist, wie Oliver das behauptet, dann kann das freilich als Manipulation empfunden werden. Klar muss man nicht immer die komplette Geschichte rezitieren, aber einen Grund wird‘s ja geben sich auf genau diesen Aspekt zu beschränken, oder?

  • Solange er dabei nicht nur russische Strohmannfeuer für die AfDDR entzündet, kann er sein Geld meinetwegen auch mit Ostalgie verbrennen.

    • @vieldenker:

      Solange es wirklich nur sein Geld ist…

    • @vieldenker:

      "Aye, there's the rub!"



      -- Shakespeare

  • Huch, da lügt die Schweigespirale schelmisch um die Ecke. Das Ostdeutsche in alter Schrift reicht mental bis nach Königsberg, just sayin'. Und Matze Machowecz hat ja schon länger eines Ausfahrt nach rechtsoffen und normalisieren genommen. Passt alles gut zusammen.

  • „… Meinungsfreiheit … sieht das Team der OAZ bedroht, vor allem von links und aus der Politik. „Deutschland verstummt“ heißt es im dazugehörigen Essay, eine Mehrheit der Deutschen traue sich nicht ….“ Jeder mit solchen Worten auf den Lippen und im Hirn sollte mal dorthin gehen, wo das wirklich so ist (überwiegend dort, wo man empfiehlt, Gespräche zu führen).



    Das hohlste Geschrei begegnet einem in diesem Land (auf der Straße, in der Kneipe, im Internet usw.) doch ständig, ungebremst und unzensiert, in kaum erträglichen Maße.

    • @snowgoose:

      Sehr richtig und seltsamerweise beklagen ausgerechnet die immer fehlende Meinungsfreiheit, die unbehelligt am Lautesten schreien und warme Gefühle für Länder hegen, bei denen ein falsches Wort reicht um vom Balkon zu segeln...

    • @snowgoose:

      Das sehe ich zwar auch so, meine damit aber wahrscheinlich etwas anderes. Und natürlich ist die Meinungsfreiheit bedroht, wenn die Exekutive - im europäischen Rat - strafgleiche Sanktionen gegen Personen verhängt, die Meinungsvergehen (sog. Desinformation) begangen haben. Strafen, gegen die keine wirksamen Rechtsmittel eingelegt werden können, denn wenn der EUGH sie als rechtswidrig verwirft, werden die Begründungen einfach ein wenig angepasst, und schon werden sie verlängert. Das Spiel lässt sich ewig treiben. Aber die da oben, die wissen schon, was sie tun.

    • @snowgoose:

      Hätten Sie gerne Zensur?

      • @Querbeet:

        Behaupten Sie, es gäbe keine Zensur?

        • @nihilist:

          Ja

        • @nihilist:

          Ja, wenn Sie von Deutschland reden. Hier gibt es keine Zensur. Falls Sie mehr wissen, nennen Sie mir konkrete Beispiele.



          Wenn Sie Friedrichs Freunde in Russland meinen mit denen man reden sollte - dort gibt es Zensur pur.

  • Im Erfurter Bahnhofskiosk bekommt man wirklich alles, was das rechtskonservative und deutschnationale Herz begehrt. Das ist urst übel.

  • Warum hat der zurückgetretene Staatschef von Bulgarien während seiner Amtszeit den nicht mit Pution geredet? Was hat ihn gehindert?

  • Absurd, dass manche in Friedrich, diesem Elon Musk für Arme, einen Heilsbringer sehen. Wenn wir aus anderen Ländern hören, dass Multimillionäre oder Milliardäre Zeitungen kaufen und die Inhalte bestimmen, werden wir doch auch hellhörig.

    Und woher kommt denn nun das Geld, um die Berlinskaja Prawda zu finanzieren?

    • @Suryo:

      Das frage ich mich auch, nachdem der Herausgeber in einem Interview in der Kulturzeit v. 20.02. meinte, Geld sei kein Problem.



      Ein Schuft, der Böses dabei denkt...