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Neue Grundsicherung und Jobcenter„Es gibt viele Wege, sich zu entziehen“

Harte Sanktionen nützen kaum, wenn jemand gar nicht arbeiten will. Aber sie könnten die Falschen treffen, sagt Jana Sieberg, Jobcenter-Personalrätin.

Für eine bessere Vermittlung in die Arbeit braucht es ausreichendes Personal Foto: Dominik Asbach/laif
Barbara Dribbusch

Interview von

Barbara Dribbusch

taz: Am 1. Juli soll das neue Gesetz zur Grundsicherung in Kraft treten. Begrüßen die Mit­ar­bei­te­r:in­nen in den Jobcentern die neuen Regelungen oder nicht?

Jana Sieberg: Die Reaktionen sind gemischt. Klar ist aber, dass sich wieder die Rechtsgrundlage ändert, was zu Mehrarbeit bei den Beschäftigten im Jobcenter führen wird. Das Gesetz sieht unter anderem strengere Mitwirkungspflichten und mehr Sanktionen vor. Wir müssen voraussichtlich mehr Termine machen, und der Verwaltungsaufwand wird ebenso steigen. Aber wir bekommen nicht mehr Personal. Wir haben Kolleg:innen, die betreuen 400 bis 500 Kund:innen. Die schaffen das gar nicht, die Menschen häufiger einzuladen.

taz: Künftig soll es schon möglich sein, 30 Prozent vom Regelsatz zu streichen, wenn eine Kli­en­t:in zweimal nicht zum Termin erschienen ist. Kommt er oder sie auch zum dritten Mal nicht, kann der Regelsatz ganz gestrichen werden und nach einem weiteren Monat des Nichterscheinens wird keine Miete mehr gezahlt vom Jobcenter. Welche Folgen erwarten Sie?

Sieberg: Für unsere Arbeit bedeutet das einen verwaltungstechnischen Mehraufwand. Wir kennen diese kompletten Streichungen noch von früher, bei den unter 25-Jährigen. Wenn die mehrfach nicht im Jobcenter erschienen sind und nicht kooperierten, ist alles gestrichen worden, auch die Miete. Am Ende ist es darauf hinausgelaufen, dass manche Menschen wohnungslos wurden.

Bild: privat
Im Interview: Jana Sieberg

Jana Sieberg, 45, ist stellvertretende Vorsitzende der Jobcenter-Personalräte. Sie hat viele Jahre als Fallmanagerin gearbeitet und ist am Jobcenter Märkischer Kreis in Iserlohn, Nordrhein-Westfalen, beschäftigt.

taz: Befürworter des neuen Gesetzes sagen, dass die verschärften Sanktionen womöglich präventiv wirken könnten, also einige Menschen dann eine Arbeit aufnehmen, weil sie Kürzungen befürchten.

Sieberg: Das kann sein. Ob es durch diesen Druck zu langfristigen Arbeitsaufnahmen kommt, wage ich allerdings zu bezweifeln. Die Gefahr besteht, dass die Sanktionen die Falschen treffen. Wer heute schon eine Arbeit nicht annehmen will, der stellt sich ja nicht hin und sagt der Sach­be­ar­bei­te­r:in im Jobcenter, die ihn auf Stellenanzeigen in der Zeitarbeit hingewiesen hat: „Ich verweigere die Aufnahme dieser Arbeit!“ Diese Verweigerung dürfte so kaum vorkommen. Wer nicht will, der kann sich auf andere Weise entziehen. Wer aber nicht kann, könnte durch die Sanktionen weitere Schwierigkeiten bekommen.

taz: In den sozialen Netzwerken liest man Tipps, wie man sich ungünstig präsentiert, wenn man einen Job nicht will – etwa indem man im Bewerbungsgespräch die eigenen Depressionen oder Krankschreibungen erwähnt. Um eine nachweisliche Arbeitsverweigerung der Be­wer­be­r:in handelt es sich dann nicht.

Sieberg: Wenn jemand nicht will, gibt es viele Möglichkeiten, sich zu entziehen, daran wird auch das neue Gesetz mit den strengeren Regeln nichts ändern. Nur sieht die Realität in den Jobcentern eben ganz anders aus, als in der Politik häufig dargestellt. Die meisten Kun­d:in­nen dort haben mehrere Vermittlungshemmnisse, sie besitzen keine oder nur geringe Qualifikationen, haben gesundheitliche Einschränkungen, können nicht ausreichend Deutsch, sind schon älter. Ich würde sagen, bei einer Vielzahl der arbeitslosen Menschen in den Jobcentern besteht ein besonderer Handlungsbedarf. Darum geht es erst mal, bevor es um die Integration in Arbeit geht. Eine bessere Integrationsarbeit und somit auch die Vermittlung in Arbeit kann aber nur mit ausreichendem Personal und entsprechender finanzieller Ausstattung der Jobcenter funktionieren.

taz: Das klingt, als hätten die Sach­be­ar­bei­te­r:in­nen auch eine soziale Aufgabe …

Sieberg: Wir sind auch Sozialarbeiter:innen. Es gibt viele, die unsere Unterstützung brauchen und diese auch annehmen, und die sind dann auch dankbar, wenn sie eine Ar­beit­ge­be­r:in finden, die ihnen eine Chance gibt. Denn das gehört auch zur Wahrheit dazu: Es muss auch den passenden Arbeitsmarkt geben.

taz: Werden die Mit­ar­bei­te­r:in­nen in den Jobcentern denn Hausbesuche machen, bevor sie Leistungen streichen? Um zu sehen, ob jemand vielleicht in einer zu schlechten Verfassung oder psychisch zu krank ist, um auf eine Einladung zu reagieren?

Sieberg: Für Hausbesuche in solchen Fällen der Terminversäumnisse ist bisher kein Personal vorgesehen. Es gibt Jobcenter, die haben einen sozialen Dienst, der könnte das machen. Aber in der Regel gibt es dafür keine Kapazitäten.

taz: Im Gesetz steht, die Jobcenter sollen Rücksicht nehmen, wenn Menschen psychisch erkrankt sind. Wie soll das denn umgesetzt werden?

Sieberg: Es gibt Schulungen zum Thema der psychischen Erkrankungen, aber auch hier ist es so, dass die Mit­ar­bei­te­r:in­nen in der Regel viel zu viele Kun­d:in­nen haben, um individuell auf sie eingehen zu können. Die Kol­le­g:in­nen verlassen sich dann eher auf ärztliche Atteste, die eine psychische Erkrankung dokumentieren.

taz: Gibt es eigentlich auch Sachbearbeiter:innen, die verschärfte Sanktionen gutheißen, weil sie sich über unwillige Kli­en­t:in­nen ärgern?

Sieberg: Ja, die gibt es auch. Wir hatten durchaus Kun­d:in­nen im Bürgergeld, die der Sach­be­ar­bei­te­r:in ins Gesicht gesagt haben: „Du kannst mir gar nichts!“ Einige Sach­be­ar­bei­te­r:in­nen haben Enttäuschungen erlebt, weil die Haltung im Bürgergeld von einigen Kun­d:in­nen ausgenutzt wurde. Solche negativen Beispiele bleiben im Kopf mehr hängen als die positiven Fälle, obwohl sie in der Minderzahl sind.

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90 Kommentare

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  • "Harte Sanktionen nützen kaum, wenn jemand gar nicht arbeiten will."



    Ja, und harte Strafen für Raser nützen kaum, wenn jemand gern schnell fahren will... Also abschaffen?

  • Repression hilft auch hier nicht wirklich, die rechte Ideologie befriedigt zwar damit kleinbürgerliche Rachegelüste. Dennoch muss man das Thema anders angehen, die Leute sinnvoll zu fördern und so neue Chancen zu eröffnen war eigentlich ein richtiger Ansatz der Ampel.



    Jetzt auch hier mal wieder alles zurück, back to the Nineties, bringt zwar nichts aber was tut man nicht alles für das rechte Seelenheil.

  • 2005 kam traten die neuen Hartz4 Reformen in Kraft. Diese wurden durch SPD/Grüne beschlossen. Dazu gehörte das bei Meldversäumnisen beim ersten mal 10 % gekürzt wird, beim zweiten mal 30 % und beim dritten mal die Leistungen eingestellt wurden. Zu den Reformen gehörte auch die "Zwangsarbeit" Das waren die 1 € Jobs. Die Union und SPD führen das nur weiter.

    taz.de/Ein-Euro-Jo...ckmittel/!6045500/



    Sie waren seit ihrer Einführung im Zuge der Hartz-Reform 2005 sehr umstritten, eben weil sie Zwangscharakter hatten.

    www.spiegel.de/pol...urch-a-270168.html



    Rot-Grün drückt beide Hartz-Gesetze durch

  • Ich denke, viel von dem Gesagten entspricht so der Realität. Viele Jobcenter-Angestellte stehen auf der Seite der Bedürftigen.



    Merz und seine rechtspopulistische Gruppe müssen da noch lernen. Aktuell gibt es in den Jobcentern viel zu wenig Angestellte und deshalb kommt es zu den Verzögerungen und Fehlern wie unten beschrieben. Ich hoffe, dass sich nicht noch mehr wegbewerben in Reaktion auf Merz und Bas.

    • @Land of plenty:

      "Ich denke, viel von dem Gesagten entspricht so der Realität. Viele Jobcenter-Angestellte stehen auf der Seite der Bedürftigen."

      Das mag schon sein. Aber es gibt keinen sinnvollen Grund diesen Leuten die Macht zu geben, Menschen zu vernichten, wenn sie eben mal NICHT auf deren Seite stehen.

  • Leider hat das Interview mit der Realität im Jobcenter nichts zu tun, die taz macht sich zum Sprachrohr der JC PR



    JC Mitarbeiter, sondern das genaue Gegenteil.



    Die immer wieder beklagten "Vermittlungshemmnisse" produzieren sie selbst.



    So fehlen manchmal in den Bescheiden die Bescheinigungen für die Freistellung von den Rundfunkbeiträgen, trotz mehrmaliger Aufforderung schickt das Jobcenter diese nicht zu. Im Gespräch mit dem Sachbearbeiter heißt es "Ist in Arbeit". Viele ALG II Empfänger rutschen so ins Mahnverfahren, Inkasso, Gerichtsvollzieher, Kontopfändung. Die "GEZ" akzeptiert keine Kopie oder selbst den Originalbescheid, wenn eben die letzte Seite fehlt.



    Dann wird völlig willkürlich nicht nur sanktioniert, sondern alle Leistungen werden auf einmal eingestellt, z.B. wenn die Stromkosten zu gering sind, weil unterstellt wird, man würde sich nicht hauptsächlich in der eigenen Wohnung aufhalten.



    Sind die Stromkosten zu hoch, wird einem "unwirtschaftliches Verhalten" vorgeworfen, übrigens ist der voll vom Regelsatz zu bezahlen. Der deckt schon jetzt nur 2/3 der realen Kosten. Der Regelsatz ist nicht existenzsichernd.



    Nur Schikane

  • Menschen werden also Folge dieser Maßnahme sterben, sich das Leben nehmen. Das weiß ich, weil ich es erlebt habe. Viele Menschen, die psychische Unterstützung bräuchten, werden so aufs allerhärteste bestraft, indem man ihnen ganz wortwörtlich die Lebensgrundlage nimmt. Wer Depressionen hat öffnet keine Briefe. Und hat trotzdem ein Recht zu Leben und eine Würde!



    Unsere Politik tut alles um die Kosten der 'Zeitenwende', den demographischen Wandel, die Gefahren für den Jobmarkt bei auf die untere Hälfte der Bevölkerung abzuwälzen, während stinkreiche Aasgeier, zu Säulen der Gesellschaft verklärt werden.

    • @Sav:

      Und was ist die Lösung? Zahlen?



      Macht das das Leben dieser Menschen gut?

      Das bezweifle ich stark.



      Wer Briefe nicht mehr öffnet ist mit dem Gang zum Supermarkt und zur Bank genauso überfordert. Diese Menschen benötigen Hilfe. Abgesehen davon, dass es genug stark depressive gibt, die ihr Leben aus eigener Kraft meistern, sich am Abgrund noch eine Therapie besorgen bevor die nächste Welle zuschlägt. Ich habe 2 dieser starken Menschen im Freundeskreis. Beide regelmäßig stationär für Wochen in der Klinik, im Wechsel zu ambulanter Therapie und „normalen Leben mit Freunden und vollzeitarbeit ink Ausbildung “.



      Meine Mutter hat zeitlebens jede Hilfe verweigert und ist am Ende an deppresionen zugrunde gegangen. Kurze Lichtblicke gab es nur durch eine heftigen Schuss vor den bug und kontra. Liebe, Unterstützung, das hat nichts gebracht.

      Daher: bei kranken Unterstützung. Pauschal Geld drauf schmeißen hilft ihnen nicht. Am Ende kann man niemanden zu seinem Glück zwingen, es gibt Menschen die nicht rauskommen. Für mich war diese Einsicht die Befreiung, weil sie selbst verantwortlich war. Nicht ich. Nicht mein Vater. Co-Abhängigkeit ist ein Problem, was zu unbetrachtet ist.

      • @Lio:

        "Pauschal Geld drauf schmeißen hilft ihnen nicht. Am Ende kann man niemanden zu seinem Glück zwingen, es gibt Menschen die nicht rauskommen."



        Groteske Verknüpfung. Inwieweit ist "Geld draufschmeißen" gleichbedeutend mit "jemandem zu seinem Glück zwingen"??



        Hier mal der Stand der Forschung bezüglich pauschaler Geldzahlungen: bge-rheinmain.org/...chische-gesundheit

  • Ich muss der Dame in einem Punkt widersprechen:



    Jobcenterbeschäftigte sind NICHT automatisch Sozialarbeiter:innen, weil sie Menschen bei Problemen unterstützen.



    Ich würde soweit gehen zu sagen, dass unter den Rahmenbedingungen in den Jobcentern/der Gesetzgebung keine professionelle Soziale Arbeit möglich ist - selbst wenn Mitarbeitende dort flächendeckend entsprechend ausgebildet wären.

    Gut finde ich aber den Hinweis auf die strukturellen Bedingungen von Personalmangel und Arbeitsmarkt.

  • Also ganz ehrlich jetzt, ich verstehe dieses sich auf ein Jobcenter verlassen, bei der Suche nach einer Beschäftigung, überhaupt nicht. Was steckt denn da für eine Mentalität hinter ? Meine Generation, Anfang 60er Jahre geboren, scheint da etwas selbstständiger im handeln zu sein. Die Firmen, Arbeitgeber mit initiativ Bewerbungen anschrieben, heutzutage doch wohl kein zu großes Problem mehr, seine Unterlagen per Internet zu versenden. Unsere inzwischen erwachsen Kinder sind alle direkt von der Universität in Beschäftigung gekommen. Was ist da nur los, oder besser - nicht los - bei einigen Mitmenschen ? Können Eltern ihren Nachwuchs nicht mehr zur Selbständigkeit heran-/ aufziehen ?

    • @Alex_der_Wunderer:

      Ja, ist ja super, dass Sie und Ihre studierten Kinder kein Problem mit Bewerbungsunterlagen, Bewerbungen sowie Erfolge haben, einen Job Ihrer Wahl zu bekommen. Viele können das aber nicht und das hat sehr Unterschied,ich Gründe: keine Ausbildung, brüchige Erwerbsgeschichte, Krankheiten.....

      • @Haberwu:

        @Haberwu



        Im Grunde geben Sie sich die Antworten doch schon selber vor.



        - Keine Ausbildung,



        also Interessen, Fähigkeiten erkennen, Ziele setzen & dementsprechend den Weg einer Aus-/ Weiterbildung einschlagen.



        - Krankheit, entweder Rehabilitationsmaßnahmen oder Arbeitsunfähigkeitsrente beantragen.



        - Erwerbsbiographien mit Unterbrechungen sind doch keine Seltenheit mehr. Neu organisieren, neu orientieren, den Neubeginn als Chancen sehen und für die eigene Entwicklung nutzen. Neugierig auf neue Erfahrungen bleiben, Kreativität weiterentwickeln.

        • @Alex_der_Wunderer:

          "entweder Rehabilitationsmaßnahmen oder Arbeitsunfähigkeitsrente beantragen."

          Als wenn es so einfach wäre, eine bescheinigte Arbeitsunfähigkeit zu erlangen.



          .



          Die Hürden sind enorm und es gibt viele, die zwar faktisch arbeitsunfähig sind aber keine solche Bescheinigung bekommen können.



          .



          Für eine Ausbildung muss man zumindest noch jung und fit genug sein.



          .



          Und für Menschen mit nicht ausreichenden Sprachkenntnissen wäre Finanzierung von Sprachkurse sicher hilfreich.



          .



          Fazit: Es gibt Menschen, die wirklich Hilfe vom Jobcenter brauchen oder eigentlich sogar noch zusätzliche Unterstützung bräuchten (oder schlicht arbeitsunfähig sind). Und es gibt Menschen, die nicht arbeiten möchten.



          .



          Bei keiner von diesen Gruppen helfen härtere Sanktionen.

          • @sociajizzm:

            @ sociajizzm



            &



            @BlackCoffeeCat



            Also ich bin weder für Sanktionen, & schon gar nicht für härtere Sanktionen. Habe ich auch wohl nicht in meinen Kommentaren je so verlauten lassen.



            Zu Depressionen in den verschiedensten Formen hier nur soviel, Berührungen und Erfahrungen, sowohl im Familien-/ wie Freundeskreis, als auch sonst, sowohl beruflich und im Umfeld durchaus leider vorhanden. Mega tragisch und oftmals gesellschaftlich sehr unterschätzt. Wohl mit eine mit der fiesesten Erkrankungen überhaupt. Aber unsere Mediziner und Psychologen stehen ja nicht mehr ganz am Anfang, wenn wir uns die Zeiten in Deutschland diesbezüglich noch vor 50 - 80 Jahren vor Augen halten.



            Da gibt es sicher noch viel für unsere Wissenschaftler zu erforschen / zu erarbeiten.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Wenn man unter Depressionen leidet, dann ist " Neu organisieren, neu orientieren, den Neubeginn als Chancen sehen und für die eigene Entwicklung nutzen. Neugierig auf neue Erfahrungen bleiben, Kreativität weiterentwickeln." schwierig.



          Sie können gerne Mal auf Wikipedia nachlesen, was Depressionen bedeutet. Nahelegen kann ich Ihnen auch den Podcast "Psychologie to go" - da lernen sie dann auch noch andere psychische Krankheiten kennen und können hoffentlich auch nachvollziehen, dass das für manche Leute nicht so einfach ist.



          Vor allem nicht, wenn sie auch noch Existenzangst wegen Sanktionen bekommen. Die nimmt übrigens auch psychisch, gesunden Menschen die Kreativität.



          Habe ich selbst bei einem Verwandten mitbekommen, der 1947 geboren ist, und trotz Fleiß in der Arbeitslosigkeit 2005 vom Amt gebrochen wurde., weil er da schlecht behandelt wurde.



          Im übrigen war er nicht der einzige. Da wurde sogar versucht ein Mann mit Herzproblemen als Lagermitarbeiter zu vermitteln - der zuständige Sachbearbeiter meinte nämlich, er sähe doch ganz fit aus. Wie käme der Arzt nur darauf, er wäre krank?



          Ich lege Ihnen nahe, sich mehr zu informieren, statt nur von der eigenen Perspektive auszugehen.

          • @BlackCoffeeCat:

            Ich glaube, Ihr letzter Satz erklärt vieles.



            Auch so einige Aussagen aus anderen Kommentaren, z. B. bezüglich Heizungsbauern.

          • @BlackCoffeeCat:

            Wenn jemand so krank ist das er nicht mehr arbeiten kann ist das Jobcenter gar nicht mehr zuständig, sondern das Sozialamt. Und die Leistungen sind exakt genauso hoch wie beim Jobcenter.

            Ich habe auch Herzprobleme, ein Lungenödem, und Diabetes, konnte aber weiter arbeiten. Auch schwere körperliche Arbeit. Manchmal fahre ich abends noch mit dem Rad um meine Muskeln zu entspannen

  • Wäre ich Arbeitgeber, das Jobcenter wäre die allerletzte Stelle, der ich offene Stellen melden würde.

    • @Johann63:

      @Johann63



      Nun, wenn Sie als Arbeitgeber günstig eine Arbeitskraft für einfache Arbeiten brauchen, sind Sie beim Jobcenter an der besten Adresse. Sie bekommen quasi für 20 % der sonstigen Lohnkosten eine Arbeitskraft. Die restlichen 80 % finanzieren Ihnen Ihre Mitmenschen durch Ihre Steuergelder. Voll Prima !

      • @Alex_der_Wunderer:

        Ja, aber nur in Ausnahmefällen,und nur für Langzeitsarbeitslose. Und bei vorzeitiger Kündigung muss der Arbeitgeber die Zuschüsse zurück zahlen. Und bei Zb. einem Alleinstehenden Bürgergeldempfänger entfallen ca. 1300 € Kosten. Bei einem Paar ca. 2000 Kosten.

  • Ich finde das hier mal wieder schwachen Journalismus.

    Erstens kann man den Ausdruck "kooperieren" nicht unkommentiert stehen lassen, wenn eigentlich "gehorchen" gemeint ist. (Orwell I)



    Zweitens ist auch der Ausdruck "Kund*in" völlig abartig und euphemistisch (Orwell II).

    Drittens fehlt jede Reflexion zum Thema "Arbeit". Ist Erwerbsarbeit überhaupt per se sinnvoll (und damit die Zielsetzung der ganzen Veranstaltung)? Und warum soll Erwerbsarbeit per se sinnvoller sein als die unbezahlte Arbeit, die Menschen eh machen, wenn man sie lässt (Care, Demokratiearbeit, bürgerschaftliches Engagement jeder Art)?

    Sehr lesenswert ist auch der folgende Text von Prof. Stefan Sell vom 22.1.26:



    Vom „Florida“- zum „Totalverweigerer-Rolf“ und dem Einfluss von Einzel- und Kunstfiguren auf die sozialpolitische Gesetzgebung



    aktuelle-sozialpol...lverweigerer-rolf/

    • @Eric Manneschmidt:

      @Eric Mannesschmidt



      Interessanter, informativer Link. Dankeschön dafür.

    • @Eric Manneschmidt:

      Nicht jeder kann sich so eine intellektuelle Mittelschichtsdebatte leisten.

      • @Suryo:

        Stimmt, und das ist ein Problem.



        Denn aus verschiedenen Gründen müssen wir uns Debatten über Sinn und Unsinn der Art und Weise wie wir unsere Gesellschaft und Arbeitswelt organisieren, "leisten". Mit Blick auf die Demokratie, aber auch mit Blick auf die Möglichkeit für alle Menschen, ein gutes Leben zu haben.

    • @Eric Manneschmidt:

      Danke, sehr interessant!

    • @Eric Manneschmidt:

      "Ist Erwerbsarbeit überhaupt per se sinnvoll?"



      Es steht Ihnen und allen anderen völlig frei, es ohne zu versuchen.



      Dann natürlich auch ohne staatliche Leistungen.



      Berichten Sie doch mal von Ihren Erfahrungen.

      • @Frauke Z:

        Frauke Z. , wäre es nicht wesentlich sinnvoller, statt tausende JC - abhängige mit tausenden von "Sach"Bearbeitern zu drangsalieren, um EVENTUELL 100 Millionen zu sparen, mal wirklich weitaus mehr Anstrengungen zu unternehmen, die über 100 Milliarden hinterzogene Steuern wieder reinzuholen, incl. Knast !

        CUM-EX funktioniert immer noch ! (staatlich unterstützter Betrug !

      • @Frauke Z:

        Sehr gerne. (Warum eigentlich ohne staatliche Leistungen?)



        Einerseits fühlt es sich richtig und gut an, das zu tun, was sinnvoll und notwendig ist - nicht das, wofür man bezahlt wird. Von manchen Leuten kriegt man auch (viel) Wertschätzung dafür.



        Andererseits ist man in den Augen anderer (des Mainstreams?) eine Art Volkschädling, der eigentlich weg muss, dem entweder gar kein Existenzrecht zugestanden wird oder nur das eines erbärmlichen Hungerleiders. Das fühlt sich dann weniger gut an und ist auch nicht gerade gesundheitsförderlich (was übrigens dazu beiträgt, dass sich genau dieses Verfahren volkswirtschaftlich mit Sicherheit kein bisschen rechnet).

        Ich hatte gerade eine interessante Diskussion dazu bei der ZEIT: www.zeit.de/politi...ndtag#cid-79878597

        • @Eric Manneschmidt:

          @Eric Mannesschmidt



          Auch echt krass, der Münte...



          Ich sehe ja unsere größte Aufgabe darin, bei der Sozialisierung unseres Nachwuchses, den jungen Menschen zu vermitteln, die persönliche Identität nicht auszuschließlich nur auf die Erwerbstätigkeit zu beschränken. Wichtig sind die Aspekte der Entwicklung der persönlichen Kreativität und die Intessensbildung für Kunst. Literatur, Musik nicht außer Acht zulassen. Perfekt kann es sein, seinen Beruf aufgrund seiner Berufung zu verwirklichen.



          Die Verantwortung, seinen Lebensunterhalt selbständig zu bewerkstelligen gehört selbständig auch zu einer guten Aufziehung dazu. Wer kreativ ist, wird von sich aus schon ein Bedürfnis nach Selbstverwirklichung entwickeln und wohl kaum ohne Beschäftigung sein können.

          • @Alex_der_Wunderer:

            Sozialisierung "unseres" Nachwuchses - ja, das wäre erstrebenswert......

          • @Alex_der_Wunderer:

            Nach der Lektüre ihres letzten Absatzes fühle ich mich ein bisschen wie in "Das Leben des Brian".



            Kreativität und Selbstverwirklichung sind tolle Sachen, (sinnvolle) "Beschäftigung" auch.



            Nur hat das nichts mit "Lebensunterhalt" zu tun. Das sind einfach vollständig getrennte Dimensionen...

            Es ist nachgerade fatal und wird zur Recht angeprangert, wenn Leute ihre Kreativität einsetzen, um (möglichst viel) Geld rauszuholen. Man denke an CumEx und CumCum, an Maskendeals, an Trumps diverse "Geschäfte" usw.



            Bei den alten Griechen ging es den Vollbürgern nicht um finanzielle Gewinne (der Lebensunterhalt war gesichert), sondern um die Beförderung des Gemeinwesens (schauen Sie mal "Chrematistik" nach).



            Es wäre schön - und aus meiner Sicht dringend notwendig - wenn wir davon mehr kriegen könnten (und natürlich nicht nur für eine "Elite").

            • @Eric Manneschmidt:

              @Eric Mannesschmidt



              Danke für die guten Inspirationen.



              Ja, ich hatte gerade die Tage über die Römer und deren militärische Philosophie gelesen. Die Ausgedienten hatten ja auch zum Ziel der gesellschaftlichen Anerkennung, sich dem Gemeinwohl nützlich einzubringen. Also, da finanziell Abgesichert, sich quasi durch Ehrenämter für die Gesellschaft einzubringen.



              Bezüglich der von mir erwähnten Kreativität, war nicht unbedingt die Kreativität bezügöich kriminellen Energien gedacht.



              Zu Ihrer Anmerkung : " Kreativität und Selbstverwirklichung sind tolle Sachen , ( sinnvolle )



              " Beschäftigung " auch.



              Nur hat das nichts mit Lebensunterhalt zu tun. Das sind einfach verschiedene Dimensionen.... "



              Dem möchte ch aber vehement widersprechen, und ausdrücklich auf Berufe wie, z. B. Architekten, Designer, Maler, Kunsthistoriker / Restaurator aufmerksam machen. Auch Schauspieler & Tänzer, Sänger sowie Musiker, bestreiten mit ihrer Kreativität ihren Lebensunterhalt.

              • @Alex_der_Wunderer:

                Nun ja. Es gibt Künstler/Kreative die von ihrer Tätigkeit leben können. Die meisten aber nicht oder kaum. Und das erzielte Markteinkommen sagt wenig aus über die Qualität der Kunst, vergleichen Sie z.B. mal Vincent van Gogh mit Dieter Bohlen...

                Deshalb haben die Iren übrigens ein "Grundeinkommen für die Künste" eingeführt, siehe dazu:



                www.bbc.com/news/articles/cx2yp1ewwq5o



                t3n.de/news/irland...kuenstler-1713683/



                basicincome.org/ne...-in-ireland-pilot/

                Dasselbe Problem haben wir auch in anderen Bereichen. Ich bin der Überzeugung, dass da draußen viele politische engagierte Leute unbezahlt unterwegs sind, die viel mehr zum Gemeinwohl beitragen als die meisten unserer (gut) bezahlten Berufspolitiker (wir hatten schon das Beispiel Jens Spahn...).

                • @Eric Manneschmidt:

                  Hey, da haben sich die Irländer doch auf den richtigen Weg gemacht - sehr dem Fortschritt zugewandt, könnte man sagen 👍



                  Hier in Deutschland gibt's ja zumindest die Möglichkeit eines Stipendium. Alternativ ist es ja auch möglich, unter der Prämisse der Weiterbildung, auch für Kunstschaffende, sich den Lebensunterhalt etwas zu sichern. Oder es muss halt ein liquider Mäzen her 😁



                  Zu " unseren " Volksvertretern denke ich mal, Politiker sollten meiner Ansicht nach in erster Linie aufgrund nachgewiesenen sozialen Kompetenzen, eine parlamentarische Aufgabe übernehmen dürfen. Auch das Berufsbild des Berufspolitiker sollte unbedingt einer Reform unterzogen werden.

  • Grundsätzlich ist jede Verschwendung von Steuergeldern zu verhindern.



    Das gilt aber nicht nur für Arbeitssuchende. Dennoch wird dieses Thema extrabreit hochgezogen. Ich plädiere für mehr Aufmerksamkeit für alle Formen des Leistungsmissbrauchs, der Verschwendung (Maskenaffäre, Mautaffäre) und vor allem auch der Steuerhinterziehung.



    Gerade zu letzterem Thema lese ich sehr wenig Vorstöße aus der Regierung, speziell der Union und ihren Angliederungen.



    Es gibt garantiert Leute, die es schaffen, jede Bewerbung zu vermasseln oder in der Probezeit gravierende Fehler zu machen, ohne dass das Jobcenter das kapiert. Manche dieser gut belesene Kunden mit viel Routine erklären sogar dem Sachbearbeiter, was alles bewilligt werden muss. Genau diese Kunden werden garantiert nie sanktioniert. Es wird voraussichtlich überwiegend die falschen Kunden treffen, die schwächsten, die dann am Ende auf der Straße stehen und das wird dann wesentlich teurer als vorher. Ich bin sicher, es wird fast gar nichts eingespart werden, weil es an anderer Stelle wieder ausgegeben werden muss. Profitieren werden dann die privaten Anbieter von Notunterkünften.

    • @Achsachbloß:

      Vor allem werden Daumenschrauben angelegt, Sündenböcke gesucht, von enormen Einsparungen geredet - aber nicht das Personal aufgestockt! Genau das wäre die Basis, um überhaupt mehr erreichen zu können.

    • @Achsachbloß:

      @Achsachbloß



      Hat Jens Spahn denn inzwischen den von ihm zu verantwortenen Schaden, bezüglich der Maskendeals aus seiner Tasche bezahlt, oder sind da gegenüber unserem Bundeshaushalt noch ein paar Millionen



      Euro oder waren es Milliarden Euro offen ?

      • @Alex_der_Wunderer:

        nee, würdest dich schlapplachen, wenn es nicht zu traurig wäre....: es müssen schon Millionen (oder sogar Milliarden ....) Masken teuer "entsorgt" werden.....: Ablauf des Verfallsdatums !

      • @Alex_der_Wunderer:

        Spahn lässt Scheuer bei der Flurschadenbereinigung den Vortritt.

        • @Erfahrungssammler:

          @ Erfahrungssammler



          Dabei könnten die beiden



          " Finanzexperten " sich doch gut gegenseitig ein A....tritt geben....



          Mal etwas sinnvolles auf den Weg bringen, sozusagen.

          • @Alex_der_Wunderer:

            Ersetzen Sie "Finanzexperten" durch "Krähen", und die Augen sind in absoluter Sicherheit.

  • Die Jobcenter sollen in Arbeit vermitteln, das muss nicht nachhaltig und von Dauer sein. Da liegt der Fehler Nr. 1.



    Dann müssen Jobcenter fürs Existenzminimum sorgen, das wird gerade Fehler Nr. 2., weil das sanktionierbar werden soll.



    Dann sollen Jobcenter Problemlagen auffassen und einschätzen können. Das ist eigentlich Fehler Nr. 3, weil viele Mitarbeiter es nicht schaffen/können.



    Insgesamt ist eine Vermittlung in Arbeit auch gegen Widerstand und gegen Präferenzen von Arbeitslosen kaum von Dauer und somit kontraproduktiv.



    Dann ist ein Existenzminimum eben genau das, mit Sanktionen hier rein zu gehen, zerstört für Fehler Nr. 1 restlos alles, was sowieso kaum da war.



    Und Problemlagen, gut, manche bearbeiten das, manche nicht, im Grunde sieht das Gesetz diese Problemlagen gar nicht vor, sondern es soll eine Vermittlung stattfinden.



    Das bedeutet für mich: Jobcenter arbeiten an den 'Kunden' grundsätzlich vorbei.



    Und vor Armut schützt SGB II nicht, das dann zu kürzen, macht das Ganze noch aggressiver und fehlgesteuert.



    Jobcenter sollten mit den Menschen arbeiten, nicht gegen sie.

    = Es war ein Fehler Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe und teilw. Arbeitslosengeld zusammen zu legen.

    • @Andreas_2020:

      ja. Ich habe in dem System - im Osten von D - gearbeitet. Das System war ein Fehler. Die Mitarbeiter waren nicht gut geschult, woher auch? Wie sollten sie in der Lage sein "Ermessen" auszuüben bei ihren Entscheidungen? Die Softwareprogramme waren unzuverlässig. Die Berechnungen kompliziert. Die Sachbearbeiter waren nicht sicher und viele reagierten feindselig den Rat- und Arbeitsuchenden gegenüber. Viele kannten die Menschen, die da vor ihnen am Schreibtisch vorsprachen. Viele von ihnen waren auch feindselig. Die Regelung für die unter 25jährigen war fatal in ihren Auswirkungen. Die mussten bei Mami und Papi zu Hause hocken und sich von da aus bewerben... Miete bekamen sie nur finanziert, wenn Kind da bzw fast da war. Was war wohl die Folge?

  • Mag mein Gedächnis mich täuschen aber irgendwie wurde doch die Änderung seinerzeit durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts angestossen, nach dem Kürzungen nur bis zum lebensnotwendigen Minimum hin vorgenommen werden dürfen.

    Aber vllt erinner eich mich ja auch falsch.

    Ich finde, bis das gelöst ist, also zur Finanzierung der Übergangszeit, sollte man die Entschädigungsgelder der korrumpierten Politiker verwenden die seinerzeit ihre Dutzfreunde mit Coranadeals reich gemacht haben.

    • @Bolzkopf:

      ceterum censeo => Ich bin für Taschenpfändung bei J.Spahn.

      • @Bin’s nicht:

        Jap

  • Das Problem liegt ganz wo anders. Man kann dauerarbeitslos sein und nebenher schwarz arbeiten. Das geht z. B. als Handwerker und auch in anderen Lehrberufen wie z. B. Steuerfachangestellter wunderbar. Jobangebote begegnet man dann mit einem entsprechend provokanten Auftreten und vermeidet sie und Sanktionen.

    • @Esther Montanus:

      Die unvorhersehbaren Termine und die damit möglichen Sanktionen der Arbeitsagenturen sind ja gerade eine Maßnahmen, um das Modell so schwer wie möglich zu machen.

    • @Esther Montanus:

      Natürlich. Man kann auch Banken überfallen. Wäre auch ein Problem.

      Ist aber eine andere Baustelle. Schwarzarbeit führt zu saftigen Rückzahlungen, wenn man erwischt wird. Also muss man die Schwarzarbeiter erwischen, statt einfach mal allen pauschal das Leben schwer zu machen...

  • Die Überschrift suggeriert und bestätigt (die Klischees) Arbeitslose sind allesamt faule Unwillig.



    Aber ich denke Frau Dribbusch meint etwas anderes. Sie meint vielleicht ein System kann, weil es Schwachstellen hat, ausgetrickst werden. Soviel dazu.



    Aus eigener Erfahrung, ich habe viele Sachbearbeiter kennengelernt, es gibt "Die Guten und die weniger Guten ". Übrigens nennt man sie Kundenberater. Wie dem auch sei, diese Menschen sind mit Macht ausgestattet, sie können sowohl Sanktionen als auch Maßnahmen anordnen, sie können Druck erzeugen oder helfen. Sie stehen selbst unter Druck, sie müssen liefern d.h in Arbeit bringen.



    Dazu kommt viele haben Zeitverträge, also selbst von Arbeitslosigkeit bedroht, und viel sind Fachfremd, einer meiner Ansprechpartner war Elektriker, das ist völlig absurd , dies sind Indizien für mangelnden Willen seitens des Staates für die Betroffenen da zu sein. Sie sind ein zu wirksames Druckmittel. Frau Sieberg behauptet es gäbe Schulungen und es gibt "Rache",was meine Behauptung bestätigt. Der Umgang,das System Fördern und Fordern" ist Reformbedürftig,wenn man den wirklich helfen wollte.



    Es fühlt sich alles so falsch an.

    • @Flemming:

      Ja.,falsch , undals erniedrigend wird es von den Klienten empfunden.

  • Es geht um eine marginale Anzahl von Leistungsbeziehern, die unser Sozialsystem missbrauchen, von unserer aktuellen Regierung werden diese Randerscheinungen aber permanent als Argumentation vorgeschoben, um unser ganzes Sozialsystem in Frage zu stellen. Im übrigen finanziert von unseren Steuern, auch Grundsicherungbezieher zahlen Steuern. Was die aktuellen Regierenden zur Zeit aber anstreben ist die Entziehung einer adäquaten Beteidigung von Unternehmen an unserem Sozialsystem durch Steuersenkung für Unternehmen. Statt Mehrwertsteuer senken !



    Im übrigen gibt es überall Missbrauch, auf unseren Autobahnen und Straßen werden auch von einigen wenigen Verkehrsteilnehmern, Verkehrsregeln & Gesetze nicht eingehalten, ändern wir da rigoros die Verkehrsregeln, Fahrverbot für alle Autofahrer wäre da ja die folgende Konsequenz.



    Mit dieser Argumentation, durch Anführung / Hervorhebung von Regelbrechern, will unsere aktuelle Regierung politische Entscheidungen verkaufen / rechtfertigen.



    Mit " blau " machenden Arbeitnehmern, wobei es auch einige Arbeitgeber oder Politiker geben soll, die in Situationen, in denen Sie maßgeblich gebraucht werden, eher auf dem Tennisplatz anzutreffen sind.

  • 8G
    846224 (Profil gelöscht)

    Die Lösung wäre doch ganz einfach.



    Schickt all die wenigen Menschen, die nicht arbeiten wollen und die viel größere Zahl derer, die aufgrund der psychosozialen Situation nicht arbeiten können, einfch zu den Arbeitgebern der MIT.

  • Wann begreifen die Leute - auch die Journalisten - endlich einmal, dass es nicht um die Bürgergeldempfänger geht. Es geht nur darum, den Arbeitnehmern mit den Bürgergeld-Verschärfungen große Angst vor einer Arbeitslosigkeit zu machen, damit sie keine Forderungen (bessere Arbeitsbedingungen, mehr Lohn etc.) stellen.

    In einer Welt voller Maschinen, Computer, Automaten, Regelungstechnik, Roboter und Künstliche Intelligenz (KI), wird der Mensch als Arbeitskraft überflüssig werden. Außerdem sieht der Kapitalismus den Arbeitnehmer schon lange nur noch als Kostenfaktor an - und dieser "Kostenfaktor" wird von Jahr zu Jahr immer mehr eliminiert.

    Die Arbeitsagenturen, die mit einem unglaublichen Bürokratismus und ca. 100.000 Mitarbeitern einen egozentrischen Aufwand betreiben, der in gar keinem Verhältnis zu den Vermittlungserfolgen steht, kosten den Steuerzahlern übrigens jährlich einige Milliarden Euro (JC-Gebäude, Löhne etc.). Viel Geld, das man besser anlegen könnte, wenn man sich z.B. mal unsere heruntergekommenen Schulen anschaut, die alle dringend saniert werden müssten. Aber ohne Jobcenter könnte man ja keine Angst vor Arbeitslosigkeit mehr aufbauen (siehe meinen ersten Absatz).

    • @Ricky-13:

      Ja.

  • "Die meisten Kun­d:in­nen dort haben mehrere Vermittlungshemmnisse, sie besitzen keine oder nur geringe Qualifikationen, haben gesundheitliche Einschränkungen, können nicht ausreichend Deutsch, sind schon älter. "



    Und genau die sind ja gar nicht von Kürzungen betroffen, da sie gar kein Arbeitsangebot bekommen werden und daher auch keins ablehnen können.

    • @PeterArt:

      Doch, auch Menschen mit sog. Vermittlungshemmnissen bekommen Jobangebote und / oder werden in Maßnahmen vermittelt..

  • „Harte Sanktionen nützen kaum, wenn jemand gar nicht arbeiten will.“



    Und als Konsequenz schaffen wir dann alle Sanktionen ab ? Ist das die Lösung ?



    Die Erwartung ist, dass jemand der Geld von der Gemeinschaft bekommt Termine zur Beratung wahr nimmt. Ist das wirklich Zuviel verlangt ?



    Auch wer nicht arbeitsfähig ist kann doch in der Regel zu einem Termin erscheinen auch wenn das in der Konsequenz kaum zu einem Arbeitsverhältnis führen wird.



    Und ja, es gibt Menschen mit psychischen Problemen - dafür ist die Medizin zuständig, ggf. mit einer Krankschreibung.

    Und ganz generell:



    Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur sind keine Sozialarbeiter auch wenn sie soziale Aufgaben übertragen bekommen. Ich werde auch nicht gleich zum Arzt wenn ich Blutdruck messen kann.

    • @M_Kli:

      "Und als Konsequenz schaffen wir dann alle Sanktionen ab ? Ist das die Lösung ?"



      Ja, natürlich ist das die Lösung.



      Mit der Durchsetzung des Privateigentums wurde uns Menschen die Möglichkeit genommen, einfach das zu nehmen was wir brauchen um satt zu werden. Hat vorher abertausende Jahre gut funktioniert und funktioniert in den verbliebenen indigenen Gemeinschaften immer noch. Privateigentum kann man machen, aber nur in Kombination mit einer progressiven Vermögenssteuer und einem Grundeinkommen für alle, so dass weiterhin alle Menschen leben können - immer.



      Das lässt sich sehr gut aus dem GG ableiten, Art. 2 "Recht auf Leben", Art. 1 "Menschenwürde", Art. 20 "Sozialstaatsgebot".



      Menschen nicht sozial abzusichern führt unvermeidlich zu hochgradig destruktivem Verhalten und zerschiesst uns absehbar das bisschen an Demokratie, was wir haben. Und auch die natürlichen Lebensgrundlagen usw.

      Eine saubere und fehlerfreie Unterscheidung von Menschen in "arbeitsfähig" und "arbeitsunfähig" ist übrigens in der Realität unmöglich.

    • @M_Kli:

      "Und als Konsequenz schaffen wir dann alle Sanktionen ab ? Ist das die Lösung ?"

      Ginge es nach der Mehrheit, waere die Antwort klar: Laut dem Deutschlandtrend von Infratest Dimap werden mehr pauschale Auszahlungen von Sozialleistungen von 71 Prozent der Deutschen abgelehnt. Und das bezieht sich nicht auf Ihre Frage, sondern die Empfehlungen der "Sozialstaatreformkommission".

    • @M_Kli:

      Es geht nicht darum, Menschen zu sanktionieren, sondern sie sollen in Arbeit vermittelt werden. Und Deutschland hatte Arbeitslosenhilfe und Arbeitslosengeld vor 2005 und das hat m.M. sehr viel besser funktioniert, gerade auch weil dieser Aspekt Sanktionen da nicht vorgesehen war. Das Gesetz macht die Jobcenter zu unfreiwilligen Sozialstationen. Wenn ein Mensch verarmt und alleinerziehend ist, mit drei Kinder 3,6 und 14 dann wird der nicht in jede Arbeit vermittelbar sein. Spätestens da muss der Mitarbeiter sich überlegen, wie er eine Vermittlung machen soll. Auch wenn das Gesetz ihm sagt, vermittele diesen Menschen. Jedenfalls dann, wenn er diesen Beruf verantwortungsvoll ausüben kann und will. Psychische Probleme existieren auch außerhalb der Psychiatrie und von Therapeuten, auch dies ist im Gesetz nicht wirklich vorgesehen, kommt aber vor.

    • @M_Kli:

      "Und ja, es gibt Menschen mit psychischen Problemen - dafür ist die Medizin zuständig, ggf. mit einer Krankschreibung."



      Bei der medizinischen Versorgung von psychischen Erkrankungen liegt nach wie vor vieles im Argen. Und selbst wenn man einen guten Facharzt gefunden hat, der schreibt einen vielleicht arbeitsunfähig (ist man denn automatisch "arbeitsunfähig", wenn man die Termine beim Jobcenter nicht auf die Reihe bekommt?), aber die Meldung an das Jobcenter übernimmt er nicht.

    • @M_Kli:

      Wer nicht arbeitsfähig ist, wechselt in die Sozialhilfe (SGB XII), da gibt's dann auch keine Sanktionen mehr.

      • @AndreasM:

        Theoretisch, praktisch passiert dies kaum, denn im SG XIII kommt die Kommune für die Kosten auf, im Bürgergeld nur zu einem kleinen Teil, also schreiben die JC Gutachter die Arbeitslosen gesund, selbst wenn sie schwer krank sind.



        Kann ich aus Erfahrungen in der Verwandtschaft bestätigen.

      • @AndreasM:

        Von dem Geld kann mensch nich tleben und nich tsterben. Da dürfte es dann eine Mehrwertsteuer auf Lebensmittel geben - mit dem Geld nach SGB 12 ist irrsinnig schlecht hinzukommen.

      • @AndreasM:

        das ist nicht annähernd so einfach. Wer eine Kniearthrose 3. Grades hat und an der LWS Bandscheibenprobleme mit Spinalkanalbedrängung bleibt meist beim Jobcenter, kann aber genauso häufig nicht realistisch eine Arbeit anfangen, wenn der Bildungsstand nur körperliche Arbeit erlaubt.

        • @larasu:

          Vielleicht ist das System ja genau für solche Personen gedacht und eben nicht für Personen, die sich recht bequem in der Sozialhilfe eingerichtet haben, weil sie der Meinung sind, dass es sich nicht lohnt, arbeiten zu gehen.

          • @Katharina Reichenhall:

            Das System und die Sanktionen sind für Menschen wie Sie gedacht und nicht für Betroffene.

          • @Katharina Reichenhall:

            (Fast) KEINE*R "richtet es sich bequem in der Sozialhilfe ein"!!! Wer Sozialhilfe oder Bürgergeld bezieht ist von Armut betroffen und spürt das auch. Die allermeisten Menschen wollen zur Gesellschaft dazu gehören und einen Beitrag in Form von Arbeit leisten. Sie schämen sich dafür, wenn sie das nicht können. (Manche nehmen auch eine Anti-Haltung ein, die oft nur eine Bewältigungsstrategie für den Umgang mit der Scham ist). Die Scham und das Gefühl von "Eigentlich will ich ja, dann muss ich doch auch können" führt oft genug dazu, dass psychisch beeinträchtigte Menschen, das nicht als Krankheit wahrnehmen (wollen), nicht zum Arzt gehen und ihre Beeinträchtigung dem Jobcenter nicht kundtun. Diese Leute sind in der Hilfe für Arbeitssuchende falsch aufgehoben. Die Aufgabe des Jobcenters wäre es, das zu erkennen und sie in die Sozialhilfe nach SGB XII oder in die Erwerbsminderungsrente zu vermitteln.

        • @larasu:

          ja, das sind genau die Menscen, für die das System überhaupt keine Antwort hat.Und woher haben sie die Kniearthrose? Von irgendeiner unsgesunden, schwer belastenden, monotonen Arbeit, von Übergewicht, vom Rauchen (verschlechtert gravierend die Durchblutung von allem) - von Armut. Es ist ein sich selbst erhaltendes System. - Die Menschen, die arbeiten wollen, bruachen Förderung, brauchen Training.

  • Das Thema passt so ein wenig zu einem Artikel einer anderen Zeitung, wo darauf hingewiesen wird, dass die Autorität der deutschen Polizei beim Bürger sehr gering geworden ist. Ich denke, die Menschen haben oft wenig Respekt vor staatlichen Stellen und Beschäftigten. Menschen, die sich nur einmal in ihrem Leben um eine Stelle beworben haben, als sie in den Öffentlichen Dienst gingen, beraten Erwerbslose, wie man sich um eine Stelle bewirbt und bewerten das. Es gibt unzählige Fälle, wo der Vater der Kinder mit Mutter und Kindern im gleichen Haushalt lebt, aber die Mutter beim Amt angibt, dass sie den Vater nicht kennt, weil das in Deutschland erlaubt ist und sie deshalb staatliche Unterstützung bekommt. Oft ist sie mit dem Vater der Kinder verheiratet, was der deutsche Staat auch nicht weiß, wenn die Ehe nicht in Deutschland geschlossen wurde. Wenn der Staat dann zuschlägt, dann trifft es vermutlich tatsächlich oft die falschen, wie es im Interview heißt.

  • "Harte Sanktionen nützen kaum, wenn jemand gar nicht arbeiten will."



    Sachlich kann das sein, aber emotional nützen harte Sanktionen enorm, da sie denen die die Unterstützung zahlen müssen, ein Gerechtigkeitsgefühl geben.



    Ohne Arbeitsmoral geht gar nichts. Jede soziale Leistung ist nur finanzierbar, wenn andere dafür arbeiten gehen und Abgaben zahlen.



    Unser Sozialstaat kann nur existieren, wenn alle sich solidarisch verhalten, dass heißt, arbeiten wenn sie können und nur Leistungen beanspruchen, wenn sie ihnen zustehen.



    Wie gesagt, sachlich kann es richtig sein das harte Sanktionen wenig bis keinen Nutzen gegen Totalverweigerer haben, in der Konsequenz sind sie dennoch richtig und nötig, um Moral und sozialen Frieden in der Gesellschaft zu sichern.

    • @Antje1971:

      Sie sprechen von Arbeitsmoral, Gerechtigkeit, Solidarität und sozialem Frieden.



      Diese vier werden an allererster Stelle durch die wahnwitzigen Einkommensunterschiede beschädigt. Eine Stunde Arbeit wird mit 15,- oder 150,- oder 1500,- oder 15000,- oder 150000,- ...usw. entlohnt. Dafür gibt es keinerlei Entsprechung in der menschlichen Leistung. Jemand der für Mindestlohn arbeitet, geht am Abend erschöpft nach Hause. Die anderen sollen in Ihrer Arbeit und in ihrer Ausbildung das zehnfache, hundertfache, tausendfache, zehntausendfache,... leisten und geleistet haben? Ein Witz.



      Wem Arbeitsmoral, Gerechtigkeit, Solidarität und sozialer Frieden wichtig ist, sollte sich an allererster Stelle dafür einsetzen, die Einkommensunterschiede drastisch zu verringern. Ich bin mir sicher, dass dann auch die sogenannte Arbeitsverweigerung ein absolut vernachlässigbares Randphänomen sein wird.

    • @Antje1971:

      Ja, auch richtig. - Und die Trickser rausfinden: Es gibt Menschen, die melden sich woanders an, damit die Mutter ihrer Kinder den Alleinerziehendenzuschlag bekommt. Es gibt viele, die schwarz arbeiten - da spielen eben auch Unternehmer mit.

    • @Antje1971:

      Ich verstehe jedoch das Interview so, dass die sog. "Totalverweigerer" von den Sanktionen gar nicht getroffen werden. Sondern eben in der Regel die Falschen, die eigentlich Hilfe bräuchten. Da ist dann schon die Frage, ob das gerecht und moralisch okay ist.

      • @sàmi2:

        Antje meint ja sinngemäß: "Es ist völlig egal, ob zusätzliche Sanktionen in der Praxis nur Schäden anrichten. Die Sanktionen sind nicht für die Arbeitslosen, sondern für die Ruhigstellung der Arbeitenden."

        Das ist beim Rechtssystem Recht ähnlich, da geht es theoretisch um Resozialisierung, faktisch jedoch um Rache.

    • @Antje1971:

      "Gerechtigkeitsgefühl"



      Hm, als Rhetorische Figur is des ne Tautologie, sowohl das eine wie das andere sind individuell. Und ich Individuum denke, daß es genug gibt hier in D sodaß kein Mensch betteln muss (und wenns um den Umweg Pfandflaschen ist, die sollten dann doch den Kids vorbehalten sein, die sich davon hofentlich keine Fluppen kaufen*lol*), weder "direkt und unbürokratisch" noch beim Staat.

  • Die Verwaltungskosten pro Bürgergeldempfänger sind doch jetzt schon sehr hoch und das Amt ist einfach unfähig dazu Menschen wieder in Arbeit vermitteln. Die beste Reform wäre es nur noch Auszahlungen wie bei einem Bürgergeld vorzunehmen und den ganzen Overhead loszuwerden. Wenn der Großteil der Bürgergeldempfänger ja doch nicht arbeiten kann, stellt diese Kandidaten doch bitte auf eine Rente um und fertig.

    • @Šarru-kīnu:

      Die muss dann ausreichend sein. Bislang sind die Erwerbsunfähigkeitsrenten. bei vielen so schlecht, dass sie sich mit der Erklärung, sie könnten mehr als drei Stunden täglich arbeiten, und dem Bezug von Jobcentergeld besser stehen.

  • Was wäre denn die Alternative zu Sanktionen? Einfach darauf hoffen, dass Menschen die das System ausnutzen plötzlich eine Läuterung erfahren und sich eine Arbeit suchen? Ein Riesenproblem ist auch die Schwarzarbeit. Viele Langzeitarbeitslose lassen sich über das Bürgergeld sozial absichern und gehen einer Tätigkeit nach ohne Sozialabgaben zu leisten. Wer einmal versucht hat eine Putzkraft oder jemanden für Gartenarbeit zu finden, kann davon ein Lied singen.

    • @FraMa:

      Yes. Und auch sehr reputierliche Menschen profitieren davon, zB der Chef eines Wohlfahrtsverbandes, ich sage jetzt nicht wo, der einen Schwarzarbeiter für die Pflege seines Anwesens beschäftigt.

    • @FraMa:

      Sanktionen, die Menschen, die das System ausnutzen, nicht treffen, sind jedenfalls völlig untauglich. Und genau so sehen die Ideen der Regierung aus. Populistischer Unfug, der Handeln simulieren soll und die Falschen Trifft.

      Übrigens. Wenn sie so viele Schwarzarbeiter kennen, zeigen sie sie an. Das würde helfen...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Jedem Tierchen sein Plaisierchen...

        Die Überschrift des Artikels ("Es gibt viele Wege, sich zu entziehen") würde übrigens auch 1:1über einen Artikel zum Thema Vermögenssteuer passen. Ist die dann auch "populistischer Unfug" und "Handeln simulieren" - nur aus einer anderen politischen Richtung? 😇

        • @FriedrichHecker:

          Bei den eine ist was zu holen, auch wenn es Schlupflöcher gibt, bei den anderen geht es um sinnlose Schikane zur Befriedigung der Mehrheitsgesellschaft.

          Zusätzliche Steuerfahnder:innen wären deutlich besser angelegtes 💰.

          • @sociajizzm:

            Sie unterschlagen jeweils die Gruppe derer, denen man nicht "ordentlich" etwas beweisen kann.



            Bei den einen die, denen man nicht nachweisen kann, dass sie nur pro forma eine Arbeit suchen und bei den anderen die, bei denen sich die Vermögenshöhe nicht unanfechtbar und korrekt ermitteln und damit auch kein Steuerbescheid erstellen lässt.



            Nicht registrierte und/oder schwer taxierbare Anlagegegenstände (vom Goldbarren über Kunstwerke bis zu Oldtimern) sind ja nicht erst seit gestern begehrt. Wie man bei Kunst selbst dann noch behumpsen kann, wenn diese nachvollziehbar im Inland gekauft und gelagert wird, weiß man ja nicht erst seit der Affaire Achenbach.



            Es braucht keine Steuerfahndenden, sondern Fachleute für Wertgutachten in diversesten Fachgebieten und Spitzel (auch und gerade solche, die sich im Ausland betätigen). Von einem hiesigen Unternehmer geht die Rede, dass der so ungefähr alle 14 Tage mit einem Bargeldbetrag unterhalb der Meldepflichten nach Österreich fährt. Einen Teil davon verjubelt er im Casino in Bregenz, für den Rest kauft er Goldbarren, die in einem Tresor in Österreich gelagert werden. Viel Spaß dabei, nachzuweisen, mit wie viel Geld der das Casino verlässt...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        ja. Ist aber mühsam. Wenn sie in der eigenen Gemeinde tätig sind, wenn man sie kennt, dann droht einem ja vielleicht Rache.

        • @ja wirklich?:

          Wenn man sich über etwas beschwert, muss man auch den A... in der Hose haben, etwas zu unternehmen. Sonst ist es nur leeres Gequatsche.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Hilft nicht. Weil auch Polizei und Zoll massiv unterbesetzt sind. Und die da gar nicht groß ermitteln.

        • @ToMuch:

          Genau da liegt das Problem. Sinnvolle Maßnahmen werden nicht ergriffen.