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Mögliche Steinmeier-NachfolgerinnenEine Bundespräsidentin könnte das Land verändern

Lukas Wallraff

Kommentar von

Lukas Wallraff

Im Januar wird ein neuer Bundespräsident gewählt. Oder zum ersten Mal eine Bundespräsidentin. Zeit für eine Frau ist es in jedem Fall.

Bundespräsidentin? Ilse Aigner von der CSU ist schon mal gut aufgestellt, was die Wahl von Frauen betrifft Foto: Daniel Löb/dpa

S tell dir vor, ein Bundespräsident spricht und alle hören zu. Dafür fehlt den meisten inzwischen wohl die Vorstellungskraft. Wer das höchste Amt im Land bekleidet, scheint für viele irrelevant zu sein. Das liegt aber nicht an diesem Amt, sondern an seinem derzeitigen Inhaber, der seit neun Jahren alles dafür getan hat, dass es in Vergessenheit geraten ist.

Wohlwollend könnte man sagen, dass Frank-Verwalter Steinmeier nicht zur Polarisierung der Gesellschaft beigetragen hat. Mit seinen stets ausgewogenen Reden bemüht er sich redlich, für den Erhalt der Demokratie zu werben und den kleinsten gemeinsamen Nenner zu formulieren. Leider führt das aber nur dazu, dass alle brav nicken, wenn sie nicht vorher schon eingenickt sind. Eine neue Debatte hat Steinmeier noch nie entfacht.

Wer mit dem netten Moderator im Schloss Bellevue zufrieden ist, mag sich einen ähnlichen Schutzherrn des Status quo als Nachfolger wünschen. Und natürlich gibt es gerade drängendere Probleme als die Frage, an wen ein politisch eher machtloser Posten im nächsten Januar vergeben wird. Aber es gibt auch die Macht des Wortes – und frühere Bundespräsidenten haben sie durchaus genutzt, um für einen Erkenntnisgewinn zu sorgen. Manchen gelang es sogar, ja, man glaubt es kaum, die Gesellschaft zu verändern.

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Die Älteren werden sich an Richard von Weizsäcker erinnern, der mit seiner Bezeichnung des 8. Mai 1945 als „Tag der Befreiung“ den Blick auf die NS-Zeit nachhaltig geprägt hat, weil das vor ihm kein Unionspolitiker zu sagen gewagt hatte. Mutig war auch Christian Wulff, der zum Entsetzen vieler Parteifreunde feststellte: „Der Islam gehört zu Deutschland.“ Das war schön deutlich und gut. Beim Blick auf die Liste der zwölf bisherigen Repräsentanten der Republik könnte man allerdings den Eindruck gewinnen, dass Frauen nicht zu Deutschland gehören.

Dass es also höchste Zeit für die erste Bundespräsidentin wird, ist jetzt auch der Union aufgefallen – weshalb derzeit nur Kandidatinnen ins Gespräch gebracht werden. Eine stille Parteisoldatin wäre aber kein großer Fortschritt. Deshalb wird es nun spannend, ob die liberale CDU-Kulturpolitikerin Monika Grütters wirklich Chancen hat, die ihrem Parteichef Friedrich Merz eventuell manchmal widersprechen könnte. Noch interessanter ist die Aspirantin Ilse Aigner, weil eine Bundespräsidentin von der CSU die Kanzlerambitionen von CSU-Chef Markus Söder wohl endgültig begraben würde. Aber da geht noch mehr. Wer sich wünscht, dass die nächste Präsidentin eindrucksvoller als Steinmeier wird, muss sich rechtzeitig einmischen und Druck machen.

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Lukas Wallraff
taz.eins- und Seite-1-Redakteur
seit 1999 bei der taz, zunächst im Inland und im Parlamentsbüro, jetzt in der Zentrale. Besondere Interessen: Politik, Fußball und andere tragikomische Aspekte des Weltgeschehens
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52 Kommentare

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  • Frau allein ist keine Qualifikation. Was mensch für viele andere Facetten sagen kann.



    Es kann dabei auch nicht sein, dass Keine-Frau, Kein-ausländischer-Akzent, kein ... die alleinige Qualifikation ist, wie das auch häufig der Fall zu sein scheint.



    Gerade mit einer eher wenig intellektuell belichteten Person an der Spitze des Kanzleramts wäre jemand sinnvoll, der/die/das analysieren, denken und das auch rednerisch ausdrücken kann. Gerne auch mal ohne wabrige Kirchentagsrhetorik, sondern à la Heinemann und Weizsäcker.



    Grütters wäre vielleicht noch unter den besseren Lösungen, die die heutige Union zu bieten hat, und für die ganz andere Idee Habeck ist es ein wenig früh und für Lammert ein wenig spät, doch wäre sie schon überzeugend? Da könnte man doch kostensparend eher noch Wulff wieder ins Spielfeld bringen.

  • Bundespräsident ist so ziemlich der überflüssigste Posten überhaupt, der letzte an den ich mich erinnere ist Roman Herzog und das auch nur wegen der Kochshow seiner Frau.



    Steinmeier hat Murat Kurnaz im Stich gelassen, ist mir völlig egal was der jetzt auf Sonntagsreden erzählt.

  • Die Irritation bezüglich des vorliegenden Kommentars ist angesichts der vorherrschenden Meinung innerhalb der sogenannten "Progressiven" gegeben, die stets auf den Aspekt verweisen, dass mitnichten "Sex" als biologisches Geschlecht, sondern lediglich "Gender" als sogenanntes "soziales Geschlecht" ausschlaggebend sei, das allerdings mit Wallraffs Plädoyer, eine Frau für das Amt des Bundespräsidenten auszuwählen, kollidiert!

  • Kompetenz ist gefragt, nicht Geschlecht.



    Idealerweise versammelt sich die höchste Kompetenz hinter einer Frau, ist aber kein Muss.

  • Warum für dieses Amt überhaupt einen extra Posten? Für protokollarische Aufgaben und die paar laut GG vorgesehenen Tasks wie Gesetze abnicken wenn sie halbwegs ok sind - das könnten auch die Landesfürsten. Einfach jeder mal der Reihe nach, alle 6 Monate wird gewechselt.

  • "Deshalb wird es nun spannend, ob die liberale CDU-Kulturpolitikerin Monika Grütters wirklich Chancen hat, die ihrem Parteichef Friedrich Merz eventuell manchmal widersprechen könnte."



    Als Kind derselben Heimatstadt wie die Genannte bin ich ein erklärter Fan der Idee dieser Besetzung, soweit die CDU hier die Hosen anhat.



    Aber Zurückhaltung wäre geboten, denn zu viele Namen werden zu früh genannt u. sind am Ende dann verbrannt.



    Das Extrem dieser Ausprägung steht allerdings nicht zu befürchten:



    "Erst von Söder zu früh nominiert, dann klettern Aktivisten aufs Scheunendach



    Radikale Tierschützer sind auf seinen Hof eingedrungen, nun verzichtet Bauernfunktionär Günther Felßner auf ein Berliner Ministeramt. Markus Söders Personalie war allerdings auch in der CSU umstritten."



    spiegel.de



    /



    Aber Haltung bewies sie schon:



    "Die aus Münster stammende, aber in Berlin zur CDU-Landeschefin aufgestiegene Grütters stimmte auch nicht mit, als Merz noch als Oppositionsführer eine Bundestagsmehrheit in der Migrationspolitik mit Rechtsaußen in Kauf nahm. „Ich ertrage diese Nähe zur AfD nicht“, sagte Monika Grütters damals."



    Bei tagesspiegel.de



    Hier im Pott sagt man Glückauf!



    (Liberal & CDU, geht das?)

  • Monika Grütters hat beste Voraussetzungen: „Sie wurde von 1983 bis 1988 als Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung gefördert."



    de.wikipedia.org/w...rs#Leben_und_Beruf

    • @Mondschaf26:

      Sie sagen es: Sie hat offensichtlich mächtige Freund:innen und wahrscheinlich ein tadellos funktionierendes Netzwerk.



      Und das beinhaltet auch, dass sie sich immer eine eigene Meinung bilden und öffentlich auch leisten kann.



      Vermutlich ist sie für sehr viele anschlussfähig, ganz sicher nicht allein Merkelianer:innen oder die 'Frauen Union''.



      So etwas meine ich als Zusammenschluss mit Geltungsanspruch als Beispiel:



      "Mit unserem Namen wollen wir diesen mutigen Frauen Tribut zollen, die vor 500 Jahren in China die Schrift entwickelt und so trotz fehlender (Bildungs-)Rechte Wissensaustausch und Kommunikation sichergestellt haben. Sie erinnern uns daran, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, umzudenken und Neues aus einem bestehenden System heraus zu kreieren. "



      nǚshū



      Quelle teamnushu.de



      Eine !kluge Frau voran als erstes Frau im Staat, zeichnete sich schon früh ab.



      Wird auch so kommen.

  • Seit wann sagt die Geschlechtlchkeit etwas über die nötige Kompetenz, die Sozialisierung, die humanistische Einstellung & die Eigenschaften, sowie den Charakter eines Lebewesen aus ?



    Ich persönlich würde das Känguru von Marc-Uwe Kling als sehr geeignet, für das Amt des Bundespräsidenten favorisierten.



    Bitte nur nicht wieder so ein Fehlgriff wie bei Julia Klöckner, die bei jeden ihrer Auftritte einen ständigen Affront gegenüber unser zivilisierten Gesellschaft darstellt.

  • Wenn man allzu nachdrücklich eine Frau als Bundespräsidentin fordert, sollte man aufpassen, dass dann am Ende die einzige (weibliche) Kandidatin nicht Alice Weidel heißt.

    Ich bin kein Freund der Devise: "Amt XYZ muss dringend von einer Frau übernommen werden, damit es endlich mal von einer Frau ausgeübt wird". Wenn man eine geeignete Frau hat, soll man sie gerne aufstellen, wenn nicht, sollte man es lassen - sonst hat man am Ende das Äquivalent von Christiane Lambrecht als Verteidigungsministerin, die dieses Amt ja auch u.a. deshalb bekam, damit die Ampel für sich beanspruchen konnte, ein geschlechterparitätisches Kabinett zu haben.

    • @Agarack:

      Geeignete Männer finden sich also immer, während das bei Frauen nicht so ist? Halten Sie eine inkompetente Frau wie Christine Lamprecht für schlimmer als inkompetente Männer wie Jens Spahn oder Andreas Scheuer?



      Gleichberechtigung ist, wenn auch bei der Inkaufnahme von Unfähigkeit das Geschlecht keine Rolle spielt. Insofern müsste das Land auch eine "Frau (Heinrich) Lübke" ertragen können.

    • @Agarack:

      Und vielleicht wäre Habeck ein besserer Kanzler-Darsteller geworden als Scholz.

      • @Oma:

        Sie meinen, wenn er Baerbock zur Seite geschoben und dadurch den Grünen den Sieg beschert hätte?

  • Ich bin für einen Mann, der dieses ehrenvolle Amt ehrenamtlich bekleidet. Das wäre doch mal ein Vorbild für Engagement und Verantwortung. Ansonsten sehe ich keinen besonderen Einfluss.

    • @Momo33:

      Daseist eine super Idee!



      So war es in der Vergangenheit . Es war eine Ehre , die Position zu haben. Kosten musste man selbst decken.



      *ironie*

      Aber dann bitte nicht mosern wenn es nur die mit dem notwendigen Groschen machen

  • Die voraussichtlichen Mehrheitsverhältnisse in der nächstjährigen Bundesversammlung sehen wohl eine Kandidatin der Konservativen vor. Intellektuelle oder Visionäre fehlen anders als in früheren Zeiten in der Politik mittlerweile gänzlich. In allen Geschlechtern. Aus der Menge der vorherrschenden Apparatschiks wäre Monika Grütters sicher nicht die schlechteste Wahl. Der Supergau trüge den Namen Klöckner.

  • Mal abgesehen davon, dass die Auswahlprämisse "Hauptsache eine Frau" der späteren Amtsträgerin schon eine Autoritätshypothek mitgibt: Wäre es nicht jammerschade, eine der sehr wenigen Frauen, die das Prestige, die Energie und die Einstellung haben, die man für eine "aktivierende" Präsidentin voraussetzen müsste, der weit wirkmächtigeren Tagespolitik zu entziehen? Unten schlägt jemand Heidi Reichinnek vor. Wenn ich die Linke wäre, würde ich sagen: Könnte Euch so passen! Die behalten wir.



    Mein Vorschlag: Keine Politikerin.

    Übrigens haben in der Geschichte der Bundesrepublik nur in SEHR seltenen Einzelfällen Präsidenten dem Kanzle widersprochen. Die Regel ist doch eher, dass jede Äußerung vorab zwischen Präsidentenei und Bundeswaschmaschine eng abgestimmt wird und die Waschmaschine das letzte Wort hat.

  • Das Amt des Bundespräsidenten war seit der Gründung der BRD immer wieder mit Personen besetzt, die das Amt nicht ausfüllen konnten. Mit Weizäcker und mit Heinemann gab es zwar auch gute Präsidenten, aber die große Menge ist alles andere als repräsentabel. Steinmeier hat einem in Deutschland lebenden Türken in Guantanamo nicht geholfen, obwohl die USA den Mann Murat Kurnaz loswerden wollten. Ich glaube deswegen, dass es einen Mechanismus gibt, bestimmte Menschen zum Präsidenten zu machen und dabei kommen eher mittelmäßige und schwache Leute raus. Auch unser jetziger Präsident Steinmeier war eher ein Zuarbeiter von Gerd Schröder, der dann über den Fall seines Spiritus Rectos weitermachen konnte und durfte, aber eigentlich auch parallel zum Abstieg seiner Partei SPD.



    Und jetzt eine Frau? Das Geschlecht kann dieses Amt aufwerten?



    Nein, die Frau wäre am Ende eine Frau, aber die Mechanismen wären doch gleich. Außerdem könnte das schnell Angela Merkel oder Ursula von der Leyen werden. Die würden auf der Versammlung die nötigen Stimmen kriegen. Es wäre nicht Claudia Roth oder Andrea Nahles, die dort wählbar wären. So viel Ehrlichkeit muss ein.

  • Es gibt nur ein einziges Argument gegen eine Frau in diesem Amt:



    "Es ist Zeit für eine Frau". Wenn wieder mal das zwischen den Beinen wichtiger ist als das zwischen den Ohren: Wie wäre es denn mit Alice Weidel oder Sahra Wagenknecht? Wenn inzwischen sogar die Nazis eine Lesbe auf den Schild heben, kann mir niemand mehr etwas von einer Glasdecke erzählen.



    In Anlehnung an George Orwell: Das beste Argument gegen Feminismus ist die durchschnittliche Feministin.

  • taz: **Eine Bundespräsidentin könnte das Land verändern**

    Eine Bundespräsidentin aus der CDU könnte das Land verändern? Bin ich hier noch in der taz oder doch schon in der CDU-nahen Springer-WELT?

    Warum muss es überhaupt immer jemand aus einer Partei sein? Und warum wird der Souverän - also die Bürger - eigentlich nie gefragt, wen er/sie als Bundespräsident:in haben möchte? Stellt man sich so eine echte Demokratie vor?

  • Letztlich muss sich bei einem Bundespräsidenten (m/w/d) zeigen, dass er in der Lage ist, das Land zusammenzuhalten und überparteilich zu vermitteln. In seltenen Fällen hat der Bundespräsident auch ein Prüfungsrecht bei Gesetzen. Statistisch gesehen, wäre es sicher mal Zeit für eine Frau. Aber wie beim Roulette: Wenn 11x rot kam, ist es nicht wahrscheinlicher das beim 12 x schwarz kommt. Mir wäre daher ein guter männlicher Bundespräsident lieber als eine mäßige weibliche. Noch besser wäre eine gute weibliche Bundespräsidentin - denn es wäre tatsächlich mal Zeit, aber eben nicht um "jeden" Preis.

  • "Eine Bundespräsidentin könnte das Land verändern"

    Nein Könnte er/sie nicht, dazu hat er/sie garnicht die Möglichkeiten....

  • Frau Grütters hat als Kulturstaatsministerin Herrn Weimer in all seiner Kompetenz den Boden bereitet. Ohne diese Vorbereitung wäre die Empörung über seine Zensurambitionen einfach zu groß gewesen. Also bitte, auf jeden Fall keinen Bundespräsidenten mehr, aber bitte eine Demokratin.

  • Ilse Aigner (csU)???



    Gegenvorschlag: Heidi Reichinnek.



    Dann ginge mal ein linker Ruck durch D.



    😉

    • @Andreas Flaig:

      Gegenvorschlag: Heidi Reichinnek.

      Die würde echt verbinden, dann wären sich so gut wie alle Deutschen einig, oh mein Gott.

    • @Andreas Flaig:

      Jaaaaaaaaaaa! DAS ist mal ein guter Vorschlag. Aber aus dem "Ruck" wird nix, das werden die einschlägigen Medien schon verhindern...

      • @Perkele:

        da haben Sie wohl recht....



        mehr sozialer Zusammenhalt ist mit mit Springer und Co. nicht zu machen....

  • Warum sollte es jetzt eine Frau sein? Gibt es eine Quote zu erfüllen? Die Position des Bundespräsidenten ist eigentlich recht überflüssig, jeder kann den Grüßaugust spielen - aber ich sehe keinen Grund warum das Amt jetzt unbedingt von einer Frau gehalten werden muss.

  • Schön wäre es, wenn Frauen in der Politik sich positiver auswirken würden als Männer, aber ist das so? 16 Jahre Merkel haben Deutschland abgelähmt, uns die völlige Gasabhängigkeit von Russland beschert und einen Investitionstau in Billionenhöhe hinterlassen und die Bundeswehr ruiniert. Was beschert uns gerade Wirtschaftsministerin Katharina Reiche? Was Ministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien? Was Ministerin für Gesundheit: Nina Warken? Und natürlich Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär?! Gibt es von denen irgendwas Positives zu hören, zu lesen, zu sehen. Nein - sie sind alle nur ihrem Parteibuch verpflichtetet, ihrer Ideologie, ihrem Parteivorsitzenden. Eine von alledem unabhängige Frau aber wird es nicht werden.

  • "Eine Bundespräsidentin könnte das Land verändern"



    Ja, genau wie alle männlichen Bundespräsidenten vor ihr.



    Der Kanzler bestimmt die Richtlinien der Politik. Oder die Kanzlerin, in Merkels Fall.

  • Ja, eine weibliche Bundespräsidentin ist überfällig, um die Phalanx der weißen alten Männer im aktuellen Berliner Politbetrieb wenigstens an einer Stelle aufzubrechen.



    Und ja, es wird Zeit für eine profilierte Person, die sich nicht scheut, in politischen Debatten von gesellschaftlicher Tragweite auch mal einzumischen, um endlich die Zeit der Bürger:innenbetäubung durch den aktuellen Bundespräsidenten endlich zu beenden.

    Aber es sollte dann schon eine Person sein, die bekannt ist und auch staatstragend agieren kann. Rita Süsmuth wäre eine gute Wahl gewesen, aber dafür ist es leider viel zu spät.

    Wir brauchen keine Parteisoldatinnen an der Spitze, keinen weiblichen Proporzpopanz und auch keine Politikerin, deren hervorstechende Eignungseigenschaft wäre, Söder auf Bundesebene zu verhindern. Das schafft der Mann nämlich spielend selbst, wenn man in einfach nur reden lässt. So wie einst Stoiber ja auch.

    • @Anne Pipenbrinck:

      "es wird Zeit für eine profilierte Person, die sich nicht scheut, in politischen Debatten von gesellschaftlicher Tragweite auch mal einzumischen"



      Volle Zustimmung.



      Das allerdings ausschließlich einem Geschlecht zuzuschreiben und dort als garantiert vorauszusetzen, halte ich für Unfug.

    • @Anne Pipenbrinck:

      "Ja, eine weibliche Bundespräsidentin ist überfällig, um die Phalanx der weißen alten Männer im aktuellen Berliner Politbetrieb wenigstens an einer Stelle aufzubrechen."

      Kommt Ihnen der Name "Angela Merkel" bekannt vor? Zur Auffrischung: Die war 16 Jahre als Kanzlerin tätig, also sechs Jahre länger, als eine Bundespräsidentin überhaupt amtieren dürfte, und das in einer tatsächlich politischen und machtausübenden Funktion. Wie man da in der Frage weiblicher Teilhabe am Politbetrieb das Präsidentenamt als neuralgischen Punkt verstehen kann, ist mir schleierhaft.

    • @Anne Pipenbrinck:

      Statt alter weißer Männer also junge schwarzhaarige Frauen. Ist beides nicht rassistisch oder zumindest unterste Schublade?



      Ja, es wird Zeit für eine profilierte Person. Egal ob männlich oder weiblich. Nur sehe ich in meiner Glaskugel da momentan keinen auch nur bedingt geeigneten Kandidaten oder eine Kandidatin. Bei all den zunehmenden Krisen braucht es nämlich mehr als nur einen Grüßaugust. Eine Identifikationsfigur, welche bindet und zusammenführt ohne jedwede politische Bevorzugung.

    • @Anne Pipenbrinck:

      "eine profilierte Person, die sich nicht scheut, in politischen Debatten von gesellschaftlicher Tragweite auch mal einzumischen"



      Ja schon richtig, aber ich fürchte, dass es mit der Begeisterung für eine solche Person schnell vorbei wäre, wenn diese Person einen von der eigenen Meinung abweichenden Standpunkt vertreten würde. Da wäre dann schnell wieder von notwendiger Überparteilichkeit die Rede und davon, dass ein Bundespräsident das ganze Volk repräsentieren muss und nicht spalten darf.

  • Derlei Positionen, wie auch Bundesverfassungsgerichtsvorsitz, Bundestagspräsi oder auch Kanzler, das gehört letztlich stets abwechselnd zwischen Geschlechtern gewählt.

    • @Tom Farmer:

      "...das gehört letztlich stets abwechselnd zwischen Geschlechtern gewählt."



      Demokratie ist sowieso überbewertet.

      • @Encantado:

        @ Encantado



        Also eine Menge Bürger & auch ich, würden gerne einmal echte Demokratie als Regierungsform für Deutschland ausprobieren.



        Wäre doch mal was anderes als immer nur diese repräsentative Demokratie. Eine Demokratie, wo Bürger in Entscheidungen einbezogen werden.

  • Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird in diesem Fall ja die CDU eine Kandidatin durchdrücken.



    Wäre das dann eine Dame von der Qualität einer Klöckner, Reiche, Warken?



    Davor graust es mich schon jetzt!

  • Zeit für eine Frau ist es in jedem Fall.

    Wieso? Was kann eine Frau, im politischen Geschäft, besser als ein Mann? Es ist doch völlig egal, ob als BuPrä sich ein Alpha-Weibchen oder ein Alpha-Männchen austobt oder auch nichts tut.



    Wir sollten aufhören Politikprofiteure zu Bundespräsidenten zu machen, wie wäre es mit einem Politikopfer? Wie wäre es mit einem Soldaten/in die dabei war, als die Bundeswehr auf Afghanistan schmählich fliehen mußte?



    Als Symbol des Mottos, erst denken und dann handeln.

  • Ilse Aigner als Bundespräsidentin? Alles, was recht ist, aber haben wir keine Frauen von größerem Format? An Monika Grütters kann ich mich überhaupt gar nicht erinnern. Wer ist das?



    Wie wäre es mit Erika Roth?



    Oder sollten wir Gabriele Susanne Kerner wählen, besser bekannt als Nena mit den 99 Luftballons?



    Vielleicht sucht ja Ursula von der Leyen auch nach einem neuen Job.

    • @Aurego:

      Bei Frauen von größerem Format fällt es mir schwer, mir vorzustellen, warum sie sich mit sowas zur Kasperin machen sollten.



      Wenn überhaupt, dann Carmen Geissen, Andrea Kiewel oder Heidi Klum.

    • @Aurego:

      Vielleicht Frau Baerbock - die muss ab Herbst auch irgendwie mit einem neuen Posten versorgt werden. Eine grüne Bundespräsidenten ist aber vermutlich nicht durchzusetzen.

  • Eine Bundespräsidentin - diese Frage stellt sich nicht mehr, sie ist selbstverständlich. Worüber man sich mehr Gedanken machen sollte, ist den kleinsten gemeinsamen Nenner abzulösen, zugunsten großer, klarer Worte, die sich dem Land einbrennen.

    Da fällt erwähnter Richard von Weizsäcker ein, der die ernsthafte Aufarbeitung der deutschen Schuld eingeleitet haben dürfte, da fällt einem Roman Herzog mit seiner Ruckrede ein, da fällt einem Joachim Gauck als Freiheitspräsident ein, mit seinem seiner oft unbequemen Einmischung in gesellschaftliche Debatten.

    Im Lichte dieser Merkmale wünscht man sich mehr Kandidatinnen. Monika Grütters ist bekannt für ihre Schillerrede, in der sie die Debattenkultur beklagt. Jenseits parteipolitischer Erwägungen ist Ilse Aigner als beim Volk unabhängige Politikerin bekannt, eine der wenigen, die dem allmächtigen Söder schon mal widerspricht und die in der Verteidigung der Demokratie einen Schwerpunkt hat.

    Kürzlich wurde noch die Schriftstellerin Juli Zeh genannt. Für gesellschaftlichen Zusammenhalt ist sie ungeeignet - dafür sind ihre Positionen zu Corona und Ukraine zu strittig.

    Das Feld müsste größer sein. Kein Amt gibt dem Land mehr Orientierung.

    • @rakader:

      Weizsäcker unbestritten, bei Herzog und Gauck bin ich mir nicht sicher, ob sie trotz Reden, die hängen geblieben sind, wirklich auch etwas in Gang gesetzt haben, Veränderungen bewirken konnten. Gerade Herzogs Ruckrede erscheint mir im Nachhinein als ein zwar sehr richtige Analyse, der aber eben kein Ruck gefolgt ist.

  • Welches Geschlecht ist doch egal, dass wichtigste ist das die Person unser Land gut repräsentiert und politisch neutral ist.

    • @Marcelo:

      Exakt.



      Mit der kleinen Einschränkung der Verfassungstreue, wenn ich das mal unter der politischen Verfasstheit setzen darf.

  • Verstehe die Aufforderung hier nicht. In der aktuellen CDU/CSU gibt es einen hart rechten Kurs. Wenn diese Bande eine erträgliche Konservative zur Bundespräsidentin macht, dann nur, um sie machtpolitisch kaltzustellen. Und was soll man sich überhaupt von dem Amt erhoffen? Die historischen Beispiele im Text wirken, als könnte der Bundespräsidentin eine Art kollektive Epiphanie wirken. Das wird nicht passieren.

  • Das weibliche Geschlecht ist kein Wert an sich. Ich hätte auch keinen Bock auf Alice Weidel als Bundespräsidentin. Ich wäre schon zufrieden, wenn ich bei zukünftigen Reden des Bundespräsidenten (oder der Bundespräsidentin) nicht einschlafen würde...

    • @MarsiFuckinMoto:

      Einspruch. Bei diesem Amt und in dieser Historie ist das weibliche Geschlecht ein Wert an sich. Es hätte einen hohen symbolischen Wert, eben, dass die Bundesrepublik sich gesellschaftlich fortentwickelt hat, um es positiv zu formulieren.

      Ich bin sonst ein Gegner von Quotenüberlegungen und -forderungen, aber hier bie diesem Amt würde eine Frau automatisch von Beginn an einen Fokus setzen - allein weil man das von ihr erwarten würde.

      Beim Einschlafen bin ich bei Ihnen. Es braucht jemanden, deren Reden sich einbrennen, die zum Nachdenken anregen. Ich finde es aber ausgesprochen traurig, dass Ihnen bei einer möglichen Bundespräsidentin als erstes der Name Alice Weidel einfällt, nur weil die genannt wurde. Andere Namen kennen Sie nicht?

      • @rakader:

        Bei diesem Amt und in dieser Historie ist das weibliche Geschlecht ein Wert an sich.

        Nein! Frauen sind nicht die besseren Menschen und in der Politik schon garnicht!



        Was konnte Frau Merkel als BK besser als es ein Herr Merkel gekonnt hätte?



        Was kann in der EU eine UvdL besser, was nicht ein Mann könnte?



        Die einzige Politikerin, die besser ist als ihre männlichen Vorgänger, ist die Italienerin. Aber wollen Sie die wirklich als Vorbild?