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Hamburgs neue Abitur-OrdnungKulturelle Bildung wird zum „Nice to have“

Hamburgs Schulbehörde will die Fächer Kunst, Musik und Theater in der Oberstufe ausdünnen. Kunstverbände wehren sich dagegen – mit viel Unterstützung.

Ganze 45 Institutionen vom Ohnsorg-Theater bis zur Landeshochschulkonferenz haben einen offenen Brief an Hamburgs Schulsenatorin Ksenja Bekeris (SPD) unterzeichnet, in dem sie sie darum bitten, den Status der Fächer Kunst, Musik und Theater zu erhalten. „Die Fächer werden zerschnitten“, sagt Nina Rippel, Vorsitzende des Fachverbands für Kunstpädagogik BDK Hamburg, mit Blick auf die neue „Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Allgemeine Hochschulreife“ (APO AH), die jetzt als Entwurf vorliegt.

Seit 18 Jahren ist es in Hamburg üblich, dass Schüler in den vier Semestern ihrer Oberstufenzeit durchgehend eines der drei ästhetischen Fächer belegen: Kunst, Musik oder Theater. Das soll sich ändern. Nach einem Schuljahr können, so sieht es der Entwurf der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung vor, die Schüler künftig wechseln, von Kunst zu Theater oder Musik und umgekehrt oder zum neu geschaffenen musikpraktischen Kurs, wie Chor oder Big Band.

„Dieses Abwahlrecht betrifft ausschließlich die ästhetischen Fächer“, kritisieren die Fachverbände für Kunst, Theater und Musik. „Das halten wir für einen erheblichen Eingriff in den fachlichen Bildungsanspruch unseres Unterrichts.“ Die Erfüllung der Lehrpläne und die ansonsten geforderte „fachliche Tiefe“ wäre in diesen Fächern nicht mehr möglich. Außerdem fragt sich Rippel, ob die neu angedachten musikpraktischen Kurse nicht in den Musikunterricht integriert werden könnten.

Grüne fordern mehr Innovation

Dass die Ausbildungs- und Prüfungsordnung überhaupt geändert wird, liegt an neuen Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK). Schüler müssen künftig 36 Kursnoten in ihren Abiturschnitt einbringen. Bisher waren es nur 32, was es leichter machte, schlechte Kursnoten auszuklammern.

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Bildung der Hamburger Grünen hatte vorab in einem Papier hohe Erwartungen an die Reform geknüpft und vermisst nun eine „bildungspolitische Vision“. Schulsenatorin Bekeris habe die Chance vertan, die Oberstufe konzeptionell weiterzuentwickeln, heißt es in einer Stellungnahme, die die LAG an Bildungsgremien schickte.

Die Bildungsgruppe der Grünen stößt sich zum Beispiel daran, dass die sogenannten Kernfächer Deutsch, Mathe und Fremdsprache mit vier Stunden die Woche großen Raum einnehmen. Auch sei so eine Novelle der Ausbildungs- und Prüfungsordnung nicht sinnvoll, ohne gleichzeitig die Bildungspläne zu überarbeiten.

Die LAG wünscht sich zudem, dass Hamburg – wie Niedersachsen dies plane – klassische Klausuren auf die Prüfungsfächer beschränkt. Ersetze man diese in den anderen Fächern durch „lernförderliche Rückmeldeformate“ wie Portfolioarbeit, entlaste dies Schüler und Lehrkräfte.

Ein wichtiger Punkt ist auch die vierte Prüfung im Abitur. Bisher war es möglich, dass Schüler statt mündlich geprüft zu werden, einen zehnminütigen Vortrag halten, über den sie anschließend mit den Prüfern ein Fachgespräch führen. Diese „Präsentation“ soll nun gestrichen werden. Eine Begründung: Die Form verführe zur Inanspruchnahme fremder Hilfe sowie zuletzt „verstärkt einem unreflektierten Einsatz künstlicher Intelligenz“, den schwächere Schüler „weder beurteilen noch verantworten“ könnten.

Schulleiter vermissen Debatte

Die Grünen sehen das etwas anders. „Die Art der Prüfung wirkt auf die Lernkultur“, schreibt die LAG. Statt aus Sorge vor KI diese Präsentationsprüfung zu streichen, sollten andere Formate ermöglicht werden, die sich an Lernprozessen der künftigen Arbeitswelt orientieren. Dafür gebe es rechtlich sichere Beispiele, wie die Teamprüfung in Form eines Fachgesprächs zur Reflexion und Kontexteinordnung eines von Schülern erstellten Produkts.

Die Abschaffung der Präsentationsprüfung ohne Ersatz durch ein zeitgemäßes Prüfungsformat ist ein Rückschritt für die Prüfungskultur

Christian Gefert, Vereinigung der Leitungen Hamburger Gymnasien und Studienseminare (VLHGS)

„Die Abschaffung der Präsentationsprüfung ohne Ersatz durch ein zeitgemäßes Prüfungsformat ist ein Rückschritt für die Prüfungskultur“, sagt auch Christian Gefert von der Vereinigung der Leitungen Hamburger Gymnasien und Studienseminare (VLHGS). Auch er findet, dass mit dem Entwurf der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung die Chance vertan werde, neue Formate wie die Prüfung als Teamleistung zu ermöglichen. „Nur fehlt leider eine offene Debatte darüber in der Stadt.“

Verabschiedung bis zu den Herbstferien

In der Tat ist der Entwurf, der auch der taz zugespielt wurde, nicht öffentlich. So wie es aussieht, können die Eltern-, Lehrer- und Schülerkammer zwar bis zu den Ferien Stellungnahmen abgeben, entscheiden kann die Sache aber die Schulbehörde allein, weil es seit 2020 keine Schuldeputation mehr gibt.

Laut Behördensprecherin Claudia Pittelkow soll die neue Verordnung „etwa bis zu den Herbstferien vorliegen“. An besagter Präsentationsprüfung, schreibt sie, könne Hamburg angesichts des Risikos des Einsatzes digitaler Hilfsmittel nicht festhalten. Um Vergleichbarkeit und „Prüfungsintegrität“ zu sichern, gebe es stattdessen die einheitliche, standardisierte Einzelprüfung. „Hiermit entspricht die Behörde einem vielfach geäußerten Wunsch der Schulen“, schreibt Pittelkow.

Die Sorge, dass die Künste geschwächt werden, teile die Behörde nicht. Die neue Regelung, die Schülern nach zwei Semestern die Abwahl erlaubt, entspreche vielmehr der Struktur der Oberstufe, die eine individuelle Schwerpunktsetzung „explizit“ verlange.

Immerhin gibt es am Montag, kurz vor Beginn der Sommerferien, einen Termin, bei dem Rippel und die künstlerischen Fachverbände in der Schulbehörde rund 4.000 Unterschriften übergeben werden. Sie wollen dann auch noch einmal ihre Argumente vortragen, warum „Kunst, Musik und Theater ein Must-have!“ sind, wie es im Petitionstitel heißt.

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26 Kommentare

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  • da versteht einer noch die Ansätze der Grünen. Sie beschweren sich dass Mathe, Deutsch und Fremdsprache zu viel Raum einnehmen. Das sin die gleichen Grünen die sich jedes Mal wegen dem schlechten Abschneiden Deutschland in der PISA Studie, der Regierung versagen vorwerfen- Was wird in der PISA Studie getestet? - Mathe . Lesekompetenz und Naturwissenschaften!

    ja und wenn gespart werden muss, dann bietet sich Fächer wie Kunst, Musik und Theater an. d.h. ja nicht dass die Jugendlichen sich nicht mit den Themen beschäftigen - vielleicht nur in einer anderen Form, die heutige Jugendlichen sind mind. so kreativ wie alle Generationen vor Ihnen - Ich gehe sogar noch einen Schritt, weiter wer die aufwendigen Post auf Insta, Tok Tok oder Youtube sieht , kommt nicht sofort auf die Idee das unbedingt mehr Theaterunterricht etc notwendig ist! Wer aber die steigenden Durchfallquoten in den MINT Fächern an der Universitäten betrachtet, wird eher dazu neigen nicht diese Fächer im Abitur zu kürzen. Und wenn kein Geld da ist muss gespart werden!

  • Ist das wirklich ein Problem?

  • Kultur zahlt weniger Steuern.



    Wir haben marode Brücken, es fehlen tausende Kilometer Gleise, Millionen Wohnungen, Software Entwickler, Maschinenbauer, Ingenieure jeglicher Couleur.



    Ohne Basis keine Kultur. Erst muss wieder ein standfestes Fundament her. Die schönen Künste sind gerade nicht der Schuh der drückt.

  • Es scheint nicht so als ob es komplett gestrichen wird und vor 18 Jahren gab es auch ein anderes Schema. War das schlecht? Aber egal, erstmal gegen Änderungen.

    Nun, ein anderer Aspekt, die Änderung in Theater Kunst und Musik betreffen die Oberstufe, also zukünftige Operbesucher…rein statistisch. Bei Haupt- und Realschulen wird sowas eh nicht diskutiert, die sollen was Nützliches lernen. Oder?

    Oder muss man es umgekehrt sehen, dass die mögliche Reduktion zur Kritik an der Förderung bürgerlicher Kultur passt? Elbphilharmonie nur noch für Privatschulabsolventinnen.

  • "Nach einem Schuljahr können, so sieht es der Entwurf der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung vor, die Schüler künftig wechseln, von Kunst zu Theater oder Musik und umgekehrt oder zum neu geschaffenen musikpraktischen Kurs, wie Chor oder Big Band."

    Ist doch eine gute Idee. Schließlich können sich die Kinder dann Kenntnisse in verschiedenen Dingen aneignen. Es ist doch nicht gut, wenn sie in eine Richtung festgelegt werden.

  • Ich habe das so verstanden, dass die Schüler in Zukunft in den letzten zwei Schuljahren zwischen Musik, Kunst und Theater auch mal wechseln können und sich nicht mehr für die letzten Semester auf eines der drei künstlerischen Fächer festlegen müssen. Das fände ich gar nicht so schlecht, dann kann man mal auch in ein anderes Fach reinschnuppern. Vor allem, wenn man einen langweiligen Lehrer erwischt hat, der das Interesse an Kultur eher erstickt als weckt, wäre das nicht schlecht.



    Was aus dem Artikel auch nicht klar hervorgeht: inwieweit sind diese Fächer numerus-clausus-relevant? Ändert sich da was?

  • Warum Kultur?

    Ein Beispiel: Die US-amerikanische Firma X (ich nenne absichtlich keine Namen!) produziert Microchips in Deutschland. Dafür braucht die Firma hervorragende Naturwissenschaftler und Ingenieure, die Halbleitertechnik, Physik, Chemie, Informatik, Verfahrenstechnik etc. studiert haben. Es ist also wichtig, die künftigen Ingenieure gut auszubilden und ihnen von der ersten Klasse bis zum Abitur einen guten Unterricht in den MINT-Fächern anzubieten.

    Jetzt wird es interessant: Wofür brauchen wir eigentlich diese ganzen Microchips? Tja, mit ungefähr der Hälfte davon betreiben wir direkt oder indirekt Infotainment: Wir streamen Musik und Videos, speichern Fotos, Videos, Texte. Mit genau diesem von den Kreativen der Welt generierten Content werden auch alle diese netten KI-Modelle trainiert (natürlich meist ohne deren Erlaubnis ...).

    Fazit: Ohne Musiker, Schriftsteller und andere Kunstschaffende (Schauspieler, Regisseure, Autoren, Verlagsmitarbeiter, Kameraleute und andere bildende und darstellende Künstler), würde nur noch die Hälfte der vorher zitierten Microchips benötigt. Die Chipindustrie würde weniger Gewinn machen, der Fortschritt würde sich deutlich verlangsamen.

    • @Aurego:

      Vielleicht würden wir dann auch Opas Klampfe nehmen und Musik machen. Oder einfach singen. Ohne Stromaufwand. Nur Bedarfschaffung ist auch kein Argument.



      Ich bin aus anderen Gründen für ein erfülltes Leben auch durch Musik & Co., und zwar für alle als Angebot.

      • @Janix:

        Opas Klampfe? Sorry, aber ich würde mir ein ordentliches Instrument zulegen. Sie haben jedoch das Thema meines Beitrags ein wenig verfehlt.

    • @Aurego:

      Sie gehen davon aus, dass die gestreamten Künstler an deutschen Gymnasien ausgebildet werden würden...eine krasse Fehleinschätzung zumindest bei Film und Musik.

      Die deutsche Kultur beschränkt sich daher zunehmend auf Rezeption der englischsprachigen Kunst.

      • @Chris McZott:

        Es spielt überhaupt gar keine Rolle, woher die Künstler stammen, deren Werke gestreamt werden.

        Aber auch in Deutschland gibt es Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Julia Fischer, David Garret, Werner Herzog und viele andere.

    • @Aurego:

      Nun fehlt noch die Erklärung, warum Abiturienten deshalb in der Oberstufe 4 Kurse in Kunst, Musik oder DS belegen muss nicht auch 2 reichen würden.

      • @rero:

        Warum sollten sie das nicht tun?



        In unserem Jahrgang war es so, dass die SchülerInnen, die gut in Musik & Kunst waren, auch in Mathematik glänzten und größtenteils Abischnitte im Bereich von 1.x hatten.

        Ganz nebenbei: Es bringt nicht viel, aus 4 Mathestunden 5 zu machen, wenn man keine wirklich guten LehrerInnen hat. Die guten SchülerInnen brauchen das nicht und den schlechten hilft es nicht.

        Was gut wäre, wäre eine starke Ausweitung des Chemie- und Physikunterrichtes, aber das sehe ich nicht.

    • @Aurego:

      Ich habe noch ältere Zahlen in Erinnerung, kann aber nicht beweisen, ob es damals (wie sich das anhört, ist erst 20 oder 25 Jahre her) wirklich so war: Vor Netflix und Co waren die großen Medienanwendungen, zumindest was die heruntergeladenen MBytes angeht, vor allem Pornos. Da könnte man auch das Fazit ziehen, ohne Pornos keine hohen Übertragungsraten :-)

      • @Offebacher:

        Ich habe über "Infotainment" gesprochen, die Inhalte jedoch nicht weiter spezifiziert. Jetzt tragen interessanterweise auch die von Ihnen in Feld geführten Produkte zum BIP bei, egal, wie man es dreht und wendet ...

  • Kunst, Musik und Theater sind (neben Lesen, Sport und Liebe; ok) wohl die CO2-sparsamsten Wege zu Glück, Wirksamkeit, Nachdenken und Highs.

    Das sollten nicht nur die vom Matthias-Claudius-Gymnasium Wandsbek privat mitbekommen, sondern auch die aus Wilhelmsburg und am Mümmelmannsberg, in der Schule. Ein wenig Theater ist in unserer sehr rollenspielenden Welt ohnehin ein hilfreicher Impuls.

    Ich kann den Politikers am Ort keine Entscheidung empfehlen, doch kurzfristige "Nützlichkeit" wird meist von strategischer Befähigung geschlagen, wenn es denn in solchen Kategorien bewertet werden soll.

  • Kunst, Musik und Theater bzw. der Unterricht darüber was das deutsche Bildungsbürgertum dafür hält, sollte schon längst kein Unterrichtsfach mehr sein sondern als AG angeboten werden. Da die Vorbereitung einer Präsentation heute keinerlei Arbeit mehr für SuS darstellt, ist diese Prüfungsform obsolet geworden, auch wenn das die digitalen Analphabeten in deutschen Bildungsministerien erst in 10-20 Jahren verstehen werden.

  • Das Vorhaben ist eine ganz schlechte Idee. Gerade die indirekten Fähigkeiten, die in diesen Fächern erlernt werden, werden immer wichtiger. Und es gibt dazu auch keine Alternative.



    Leider zeigt die Behörde bzw. der Senat damit ein sehr falsches Verständnis von Bildung und ich habe Angst, dass dies dann nur der Anfang ist.

    • @Andreas_2020:

      Welche indirekten Fähigkeiten haben Sie denn z. B. im Musikunterricht erlernt?

      Und würde es nicht auch genügen, wenn Sie die bis zur 10. Klasse lernen?

      In anderen Bundesländern ist das seit Jahrzehnten so.

      Der Anfang vom Untergang des Abendlandes war es nun nicht.

  • Kunst, Literatur, Theater und Musik sollten überhaupt keine Schulfächer sein sondern in AGs angeboten werden in denen Schüler ein Mitbestimmungsrecht haben. Eine der größten Enttäuschungen meiner Schulzeit war der Literaturunterricht: Es wurde ausschließlich Literatur über den 2. Weltkrieg bzw. die Nachkriegszeit behandelt. Weltliteratur oder aktuelle Literatur fiel einfach unter den Tisch.

    • @FraMa:

      Quatsch!

      Wer noch keine Ahnung hat, sollte nicht selbst bestimmen, was im Unterricht zu behandeln ist. Sie oder er kennt ja die Fülle des Materials gar nicht.

      Wenn Ihre LehrerInnen in der Schulzeit keinen Schiller und Goethe mit Ihnen behandelt haben, lag es wahrscheinlich nicht an den Lehrplänen. Außerdem hätte Sie sich die entsprechenden Texte selbst besorgen und lesen können. Auch ohne Internet wäre es ein Leichtes gewesen, Reclamausgaben z. B. von Götz von Berlichingen, Die Räuber, Hamlet, Le Malade Immaginaire und De Officiis in den Buchhandlungen oder der Stadtbibliothek zu finden. Faust hätte man sich sogar im Theater anschauen, für Aida oder den Freischütz in die Oper oder für Beethovens Fünfte in ein Konzert gehen und sich Werke von Van Gogh, Rembrandt und Richter im Museum anschauen können.



      Natürlich könnte man nebenbei auch ein Musikinstrument oder mit Pinsel und Farbe umzugehen lernen.

      Wenn man diese Dinge jedoch im Schulunterricht durchnimmt, sind alle dabei, nicht nur die, deren Eltern Wert auf literarische und musische Bildung legen.

      Musische und literarische Bildung regt die Phantasie an und bildet den Grundstock für spätere Kreativität.

      • @Aurego:

        "Wer noch keine Ahnung hat, sollte nicht selbst bestimmen, was im Unterricht zu behandeln ist. Sie oder er kennt ja die Fülle des Materials gar nicht." Klar für Klassen 5–8, aber ab dann sollten Schüler zunehmend Mitspracherrechte bekommen. Man kann ja trotztem Standard wahren, bspw. zu Beginn dürfen die Schüler aus dem Werk von Goethe auswählen. aber von oben oktroyierte Kultur und Kunst haben keinen Wert.

        • @Machiavelli:

          Die Schüler sollen "aus dem Werk von Goethe auswählen"? Ernsthaft jetzt?



          Ich habe die Jubiläumsausgabe von 1883 im Regal stehen: ziemlich viele Seiten.



          Es hat schon gewisse Gründe, dass es eine Art Literaturkanon gibt, also Werke, von denen alle bis zum Ende ihrer Schulzeit mal gehört haben sollten. Es ist sowieso de facto unmöglich, alles zu kennen. Haben Sie z. B. schon einmal Grimmelshausens Simplicissimus gelesen oder das Nibelungenlied oder Wallenstein? Sollte eigentlich jeder kennen. Dennoch kann man die SchülerInnen lediglich auf diese Werke aufmerksam machen und hoffen, ein wenig Interesse zu wecken.

    • @FraMa:

      Literatur darauf zu reduzieren wäre nicht gut. Und sie Kindern zu vermiesen, indem mensch sie aufdrückt, ist schon eine "Leistung".



      Es gibt dabei große Literatur, die sich des ja auch zentralen Themas Nazizeit, Krieg, Elend annimmt. Der frühe Böll, Vonnegut, Brecht, Orwell, der späte Thomas Mann, Mulischs Aanslag, das ist wohl zugleich Weltliteratur.



      "Haftbefehl" dagegen eher nur kurz ist schon okay.



      Doch Hauptsache: begeistern statt vermiesen.

    • @FraMa:

      Da kann ich Ihnen zustimmen, zumindest ab Klasse 7 oder 8.



      Aber dann verpflichtend (zumindest eine aus den dreien), und zusätzlich zum normalen Unterricht. In den dann freien Stunden der Woche können nämlich andere Fächer eingeplant werden, welche anscheinend bitter notwendig sind, wie Deutsch oder Mathe.

  • Kulturelle Bildung wird zum „Nice to have“

    Hamburgs Schulbehörde will die Fächer Kunst, Musik und Theater in der Oberstufe ausdünnen. Kunstverbände wehren sich dagegen – mit viel Unterstützung.



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    Ist das Kultur oder kann das WEG?



    Was die "Hamburger" (Doppeldeutigkeit ist erwünscht) da planen kann ich verstehen!



    In Zeiten übervoller Klassen, vergammelter Schulen, fehlender Lehren usw. ... müssen halt Abstriche gemacht werden.



    Da MUSS aus alles verzichtet werden, das "direkt kein Geld bringt"!



    Bildung gar im Bereich "Kultur usw. ist da total Nebensache, kann also weg!



    Btw. "Und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt!" (c)Geier Sturzflug.



    Das der "Pfeffersack" Senat von HH diesem Song folgt, kann ich verstehen! :-(



    Ps. Last uns für ein Denkmal sammeln, vor dem Rathaus oder als Ersatz für den "Bismark"! Arbeitstitel:



    "Ein Geier der auf einen Pfeffersack sitzt"



    Pps. Ein neuner Kriegsnamen für den Senat wäre auch nicht schlecht:



    "Kultur Stutz- oder Sturzflug" böte sich da an! :-(