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Geplante Extra-Abgabe auf Softdrinks Zuckersteuer auf Limonaden ist nicht unsozial – im Gegenteil

Kommentar von

Jost Maurin

Wer armen Menschen helfen will, sollte gezuckerte Getränke nicht künstlich billig halten. Die Abgabe kann gesundheitliche Ungleichheit verringern.

D ie nun vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte Zuckersteuer auf Erfrischungsgetränke treffe besonders Menschen mit wenig Geld, sagen Kritiker. Das Argument gegen die Abgabe klingt sozial – ist es aber nicht.

Tatsächlich nehmen sozial benachteiligte Gruppen im Mittel mehr mit Zucker gesüßte Getränke zu sich als besser gestellte. Das trägt dazu bei, dass gerade Menschen mit niedrigem Bildungsstatus überdurchschnittlich häufig von Adipositas und Typ-2-Diabetes betroffen sind. Eine Zuckersteuer auf Softdrinks kann helfen, diese gesundheitliche Ungleichheit zu verringern.

Die Steuer wirkt dabei auf zwei Wegen: Wenn mit Zucker gesüßte Limonaden teurer werden, kaufen die Menschen tendenziell weniger davon. Davon kann ihre Gesundheit profitieren.

Außerdem ist die Abgabe nach den Plänen der Bundesregierung gestaffelt: Unter 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter fällt sie gar nicht an, ab 5 Gramm sind es 26 Cent je Liter, ab 8 Gramm 32 Cent. Das gibt den Herstellern einen Anreiz, den Zuckeranteil zu senken, und die Verbraucher zahlen dann oft kaum mehr. In Großbritannien, wo die Industrie seit 2018 eine ähnlich gestaffelte Abgabe entrichten muss, sank der Zuckergehalt der betroffenen Getränke bis 2024 im Schnitt um fast die Hälfte. Der größte Teil der Umstellung geschah schon nach der Ankündigung.

Getränke ohne Nutzen für die Ernährung

Davon profitieren auch Menschen, die ihren Zuckerkonsum bisher nicht bewusst reduzieren. Das ist sozialer, als ungesunde Produkte billig zu halten, die aus medizinischer Sicht niemand für die Ernährung braucht. Kein Mensch ist auf diese Zuckerbomben angewiesen, um seinen Durst zu löschen oder sich mit notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Wasser und ungesüßter Tee erfüllen diese Funktionen genauso gut oder besser – ohne die zusätzliche, oft schädliche Kalorienzufuhr.

Jost Maurin Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

Jahrgang 1974. Er schreibt vor allem zu Ernährungsfragen – etwa über Agrarpolitik, Gentechnik und die Lebensmittelindustrie. 2026 nominiert für den Wächterpreis. Journalistenpreis "Faire Milch" 2024 des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter. 2018, 2017 und 2014 gewann er den Preis "Grüne Reportage" des Verbands Deutscher Agrarjournalisten. 2015 "Bester Zweiter" beim Deutschen Journalistenpreis. 2025 nominiert für den Deutschen Journalistenpreis, 2022 nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis (Essay "Mein Krieg mit der Waffe"), 2013 für den "Langen Atem". Bevor er zur taz kam, war er Redakteur bei der Nachrichtenagentur Reuters und Volontär bei der Süddeutschen Zeitung.
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41 Kommentare

  • Arafna

    Zucker ist billig und eignet sich hervorragend als Füllstoff. Je mehr Zucker, desto weniger andere Inhaltsstoffe, umso höher der Profit! Wiegt ja ordentlich was, das Zeug, also immer rein damit!



    Und so kloppen sie überall Zucker rein, wo es nur geht. Neulich erst in einer TK Gemüsemischung gefunden. Man glaubt es nicht.



    Schaut man sich den Zuckergehalt eines ganz normalen Fruchtjoghurts an, oder die nächste Müslipackung.. überall ist das Zeug in Massen drin.



    Ich achte seit längerer Zeit ganz bewusst auf meinen Zuckerkonsum und verbringe neuerdings sehr viel Zeit im Supermarkt mit der Produktauswertung. Und das allermeiste fliegt zurück ins Regal. Zuckersteuer ist eine tolle Sache. Das Zeug muss künstlich verteuert werden und zwar nicht nur bei Softdrinks.

    Kleiner Nebeneffekt: Mit Zucker aufhören, ist fast wie mit Rauchen aufhören. Nach ein paar Tagen haben sich die Geschmacksnerven beruhigt und Essen jeglicher Art schmeckt plötzlich dreimal intensiver, als zuvor. Und ich rede hier noch nicht mal vom gesundheitlichen Aspekt.

  • ImInternet

    Ich fand die Idee, die Steuer auch auf mit Süßmittel übersüßte Getränke zu erheben, einen sehr wichtigen Unterschied. In anderen Ländern hat sich eben gezeigt, dass man dann nicht einfach nur den Zucker weglässt, sondern eben Süßstoffe einsetzt. Damit die Süße nicht aufrecht erhalten wird, sondern auch wirklich nur Produkte auf dem Markt sind, die eine gesunde Süße haben, wäre es vorteilhaft, wenn auch dort eine Steuer greifen würde. Das eigentliche Problem ist doch auch, dass sich die Leute an diese übertriebe Süße, an zu fettige und an zu salzige "Lebensmittel" gewöhnen.



    Am Ende ist es natürlich auch bei der Person selbst, ob sie noch Zucker dazu gibt oder nachsalzt.



    Dazu fehlen meines Wissens nach Studien zu dem Zusammenwirken mancher Süßstoffe, bei manchen Leuten führen sie zu Heißhunger, so wie bei mir. Es scheint nicht alle Mittel zu betreffen, aber bei sowas wie Cola Zero/Light ist der Effekt garantiert.

    Tatsächlich betrifft es mich bei Getränken aber kaum noch, ich trinke eigentlich nur süße Getränke, wenn ich Essen gehe, was selten ist. Weil ich es dort nicht einsehe, so viel für Wasser zu bezahlen, im Grunde genommen. Da könnte man auch dran drehen.

  • the real günni

    es fehlt überall in dieser debatte, dass erhöhter zuckerkonsum abhängig macht.

  • Woodbine

    "Die sozial besser Gestellten diktieren den dummen sozial Schwächeren einen gesünderen Lebensstil." (Petzi Worpelt)



    Lassen wir mal die Menschen-in-Schubladen-Schieberei weg. Schieben wir lieber Globale Riesenunternehmen an den richtigen Platz: DIE erhöhen seit Jahrzehnten den Zuckergehalt (nicht nur ihrer Getränke), schaffen dadurch Abhängigkeiten beim - vor allem jungen - Konsumenten. Man gewöhnt sich an den Süßegrat und das Belohnungszentrum strahlt und will mehr. (Wenn ich sehe, wie Jugendliche sich so genannte Energydrinks reinschütten, schüttelt es mich. Das geht nur, wenn man schon lange mit süßen Limonaden angefixt worden ist.) Seit Jahrzehnten warnen Mediziner vor den Folgen des hohen Zuckerkonsums.



    Wenn nun eine Besserung eintritt, ist es mir egal, ob es der Politik um die Gesundheit geht oder um Steuereinnahmen. In Großbritannien führte die Zuckersteuer dazu, dass der Zuckergehalt von Softdrinks deutlich sank.

  • *Sabine*

    Da unser Staat zusätzliche Einnahmen benötigt und diese an anderer Stelle nicht generieren kann oder will, ziehe ich eine höhere Steuer auf einzelne Produkte vor, statt, wie Frau Merkel bei Antsantritt, einfach die Mehrwertsteuer auf (fast) alles zu erhöhen.

    Wie einer meiner Vorredner fände ich es gut, wenn u.a. diese Steuer direkt den Krankenkassen zugute käme, aber insofern, dass die Regierung nicht einmal bereit ist, die versicherungsfremden Leistungen, egal ob bei Rente oder Krankenkasse vollumfänglich auszugleichen, wird das sicherlich ausbleiben.

    Ich, Lieschen Müller, trinke übrigens täglich ca. einen Liter Cola, allerdings zuckerfrei. :-) (Und ja, ungesüßten Tee und Wasser trinke ich täglich in noch größerer Menge.)

  • Herbarius Zunichten

    Ich fordere die Limonadenhersteller auf Produktlinien mit ehrlichem Zucker zu schaffen.



    Die paar Cent sind mir egal, aber wenn ich mal eine Limonade trinke, möchte ich sicher sein, dass nur richtiger Zucker drin ist und keine Erfindungen der Chemieindustrie.

  • Troll Eulenspiegel

    Wasser kostet 59 oder 69 Cent pro Flasche bei mir im Supermarkt. Viel billiger als eine Cola mit der Hälfte des Volumens.



    Armut ist verständlich, kann aber kein Argument sein, sonst würde jeder Wasser kaufen. Menschen wollen sich ungesund ernähren, und dem gilt es, einen Riegel vorzuschieben.

  • Huang Rong

    Sinnvollerweise würde die Zuckersteuer vor allem dort greifen, wo der Zuckergehalt nicht so offensichtlich ist. Zucker selbst sollte nicht extra besteuert werden, aber neben Limonaden vor allem auch andere versteckt zuckerhaltige Lebensmittel wie Pizza o.ä.

  • Mr. Hello

    Bzgl. dem „erfolgreichen“ brit. Modell: der einzige Effekt, der nach Einführung nachweislich eingetreten ist, ist die Veränderung einzelner Rezepturen.

    Alle Aussagen, die einen positiven, gesundheitl. Effekt betonen, beziehen sich auf die Studie von Rogers. Und auch hier nur auf eines von mehren results. Dort fand man keine Verbesserung bei 4-5 jährigen Kindern. Keine Verbesserung bei 10-11 jährigen Jungen (bei der am wenigsten benachteiligten Gruppe gar einen Anstieg d. Adipositas-Prävalenz) . Und eine Verbesserung bei 10-11 jährigen Mädchen.

    Gleichzeitig zeigen offizielle Daten der Regierung, dass bei den 10- bis 11-Jährigen (Jungen & Mädchen) der Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder von 33,2 % (2015) auf 36,6 % (2022) gestiegen ist. Bei Erwachsenen von 60,8 % im Jahr 2015 auf 61,4 % im Jahr 2022.

    Mir ist es schleierhaft wie ein einzelnes Ergebnis einer unterbrochene Zeitreihenanalyse (also ohne echte Kontrollgruppe, das Problem von confounding Faktoren noch ausgeklammert) zu dieser Bewertung führen kann.

  • Nansen

    Warum nicht einfach die Zuckermengen in Nahrungsmitteln beschränken/regulieren statt zu besteuern? Wenn Gesundheit das Ziel ist...

    • Sonntagssegler

      @Nansen:

      Weil die Zuckermengen in Lebensmitteln sehr unterschiedlich sind und man den Leuten den Zucker eben nicht pauschal verbieten will.



      (Man kann es aber auch niemandem Recht machen.)

      Sahnetorten werden immer sehr süß sein aber an vielen Stellen ist mehr Zucker drin als notwendig. Da greift dann hoffentlich die Steuer.

      In anderen Ländern wie in GB hat das schon funktioniert.

    • the real günni

      @Nansen:

      weil es sich so besser verkaufen lässt. menschen kaufen das nicht nur, weil es so lecker ist, sondern weil ihr körper danach verlangt. zucker macht süchtig.

    • Huang Rong

      @Nansen:

      Das lässt sich nun mal deutlich schwerer regulieren als einfach eine Steuer zu erheben. Letzteres könnte aber ebenfalls zu diesem Ziel führen, denn häufig wird ja Zucker verwendet, um ein Lebensmittel billig schmackhafter zu machen. Wenn der "Billig"-Aspekt wegfällt, verzichten die Lebensmittelproduzenten möglicherweise auf die extreme Nutzung.

  • PeterArt

    Der Staat sollte sich hüten, Steuern mit solchen externen Begründungen zu rechtfertigen. Soll der Bürger sich daran gewöhnen, dass er für jede Steuer eine extra Begründung fordern kann? Eine Regierung sollte das Selbstbewusstsein haben, die mittlere die sie für ihre Aufgaben benötigt, einzufordern ohne sich künstliche Gründe einfallen zu lassen.

    • Sonntagssegler

      @PeterArt:

      Die Gründe sind doch gar nicht künstlich. es geht wirklich um die Gesundheit.

      Ich bin in der Diabetes 2 Vorstufe und muss daher auf meinen Zuckerhaushalt achten. Daher schaue ich mittlerweile immer auf die Verpackungsangaben.

      Mir war vorher nicht bewusst, das nur eine kleine Minderheit der Lebensmittel weniger als 10% Zucker enthält und viele Produkte sogar 20% oder darüber.

      Wenn man sich die Menge dann mal als Pulver am unteren Packungsrand vorstellt, werden die meisten Leute zu dem Schluss kommen, das sie eigentlich gar nicht soviel Zucker kaufen wollten (aber ja nicht gefragt wurden).

    • Harbinger

      @PeterArt:

      Ja, ich bin daran gewöhnt wenn ich etwas "soll", eine Begründung erwarten kann...

  • Hans Dampf

    Licht und Schatten



    Ich habe zwei Meinungen zum Thema Zuckersteuer:



    1) Pro Steuer: Zucker ist ein Volksgift, welches Millionen von Bürgern krank macht. Millionen Menschen sind auch wegen Zucker zu Diabetes mellitus Typ 2 Patienten geworden, was die Krankenkassen Milliarden kostet. Wenn diese Steuer den Konsum reduziert, ist das gut für die Gesundheit der Bürger und entlastet die Krankenkassen.



    2) Contra Steuer: Darf es wirklich Aufgabe des Staates sein den Bürgern vorzuschreiben, was sie essen der trinken dürfen? Ist es gerecht, wenn man ab einem bestimmten Einkommen einfach weiterhin seine Cola trinken kann, während die mit geringem Einkommen sich keine normale Cola mehr leisten können.



    Da ich selbst keine gesüßten Getränke trinke und Zucker eh meide, kann ich mit dieser Steuer leben, aber die Einnahmen sollten zu 100% an die Krankenkasse abgeführt werden, die Tabaksteuer übrigens auch.

    • Spiritus

      @Hans Dampf:

      Ich kann hier kein Vorschreiben erkennen.



      Die Auswahl der Getränke wird sich nicht ändern, nur die Preisstruktur - eigentlich ein völlig normaler Vorgang.

    • Janix

      @Hans Dampf:

      Ich mag die Differenzierung (Die CDU sollte über ihren Schatten springen und schon echte Steuern angehen, statt die Staatsverschuldung nicht in den Griff zu kriegen)

      Die Minderung sollte bei den verarbeiteten Lebensmitteln und deren Produzenten greifen, wenn Zucker/Malz/Karamell/XYZose eben nicht die billige Lösung ist, um schlechte Zutaten zu bemänteln. Dass nicht eine Rote-Beete-Packung mit Zucker ist oder damit ein Getränk auch mal hauptsächlich aus durstlöschendem Wasser besteht.

    • Narrenfell

      @Hans Dampf:

      "Ist es gerecht, wenn man ab einem bestimmten Einkommen einfach weiterhin seine Cola trinken kann" Ein Trugschluss. Brechen die Umsätze ein senken die Zuckerwasserhersteller den Zucker um wieder von der Steuer befreit zu sein. In UK hat es geklappt. Die USA zeigt, dass es nach oben beim Zucker kaum Grenzen gibt.

    • Furth im Wald

      @Hans Dampf:

      ...."während die mit geringem Einkommen sich keine normale Cola mehr leisten können."



      Es soll sich um 32cent Steuer pro Liter Cola handeln. Selbst wenn man täglich diesen Wahsinn betreibt und sich das gibt kommt man auf ca. 10,- im Monat zusätzlich. Ich denke das kann sich jeder leisten der dies bis jetzt getan hat.



      Der Preis einer Markenzigarette ist höher als diese Steuer für 1 Liter. Da rechnet auch keiner ob er heute ein weniger oder mehr geraucht hat.



      Um da was gesundheitlich positv zu bewirken und nicht nur fiskalisch müsste die Steuer weitaus höher ausfallen.

    • EchteDemokratieWäreSoSchön

      @Hans Dampf:

      Zu 2) Auch die mit geringem Einkommen können weiterhin Cola trinken, denn 1 Liter kostet dann 1,94 statt 1,69. Also muss man schlimmstenfalls etwas weniger trinken und das durch Wasser ersetzen.

    • Walterismus

      @Hans Dampf:

      Also eigentlich keine Steuer sondern Krankenkassenbeitrag auf Cola.



      Das wäre der sinnvollste Weg, wenn man überhaupt was erheben will...

  • Horst Sörens

    Was zum Teufel ist sozial daran, Wenn jemand heute eine Cola z.B für 1 € bekommt, zukünftig 1,30 € zahlen müsste, und Stattdessen dann aber auf Cola verzichtet und sich ein alternatives Getränk für 1 € bezahlt? Das ist möglicherweise kostenneutral aber hat nun überhaupt keine soziale Komponente. Anders würde es aussehen, wenn die Zuckersteuer genutzt wird um Teebeutel zu subventionieren. Ich frage mich aber immer, ob Der Staat seine Leute für so behämmert halten muss, dass er sich sogar jetzt verpflichtet fühlt, sich darum zu kümmern, was jeder einzelne isst und trinkt.

    • Martin C.

      @Horst Sörens:

      Das ist nicht was passieren wird. Was passieren wird ist das, was in Großbritannien passiert ist als man eine Zuckersteuer eingeführt hat, die Hersteller verringern den Zuckergehalt so dass er genau unter dem Grenzwert liegt.

  • Stefan Schmitt

    Eine längst überfällige Maßnahme. Es gibt einen interessanten Dokumentarfilm zur Problematik dazu: die große Zuckerlüge (auf youtube unter diesem Titel auf ARTE verfügbar).



    In diesem wird sehr interssant der "Siegeszug" des Zuckers dargestellt, der nach dem 2ten WK nicht nur in Limonaden, sondern in fast allen Lebensmitteln Einzug gehalten hat. Insofern ist die Besteuerung von Limonaden im Grunde nur ein erster Schritt.

  • Janix

    In der perfekten Welt wird der Zucker dann auch nicht durch obskure Süßstoffe ersetzt, sondern ist die Schorle einfach mit zwei Dritteln Wasser o.ä.



    Dass echter Geschmack viel zu häufig durch Zucker & Co. simuliert wird, ist leider die reale Welt. Und wenn das weniger würde, wäre schon einiges gewonnen, incl. Gesundheit.



    Die Zuckerbarone finden schon noch andere Betätigungsbereiche. Auf den Feldern, wo Zuckerrüben wachsen, kann auch so ziemlich alles andere auch wachsen.

  • Šarru-kīnu

    Die Regierung erhöht gerade lauter Steuern die primär Arme treffen und von links wird Beifall geklatscht. Ich schäme mich dafür.

    • Janix

      @Šarru-kīnu:

      Ich finde die ideologische Selbstfesselung der CDU bei Steuern ein schwer schädigendes Drama. Und die Staatsverschuldung auch dadurch einen Bruch von Wahlversprechen dort, der der AfD zutrieb.

      Bei Zucker, welchen Reiche wie Arme konsumieren, konnten die Schwarzen da einmal herausgelockt werden.



      Da sehe ich wenigstens einen Gesundheitsgrund, der eine Steuerung sinnvoll erscheinen lässt.

      Doch spätestens nach absehbaren Karlsruhe-Urteilen müssen auch mal wieder Erben, Haben, Zins-Einstreichen stärker beitragen, wie früher ja auch möglich. Ja.

    • Sonntagssegler

      @Šarru-kīnu:

      Ja, aber diese hier gehört nicht dazu.

    • Huang Rong

      @Šarru-kīnu:

      Auch als armer Mensch kann man ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand Alternativen finden. Ihr Argument spricht armen Menschen Handlungsfähigkeit ab.

  • Black Night

    Es geht nicht um Gesundheit. Es geht schlicht und einfach darum mehr Geld für den Staat zu generieren.



    Das ist einfach nur schäbig und traurig.

    • T-Rom

      @Black Night:

      In Grossbritannien war einer der Effekte der Zuckersteuer, dass in vielen Limonaden, Colas usw der Zuckergehalt durch die Hersteller reduziert wurde.



      Wenn das einer der Effekte ist, dann ist das nur zu begrüßen.

  • Georg Sonntag

    Hat eigentlich Cannabis eine gesundheitsfördernde Wirkung? Nein? Wann kommt endlich da die Steuer?

    • Janix

      @Georg Sonntag:

      Erst mal den illegalen Markt durch einen funktionierenden legalen trockenlegen?



      Bis auf Schmerzlinderungsfälle sehe ich es auch nicht als Medikament, sondern in Einzelfällen als psychoproblemverstärkend. Also ja, auch das.



      Und damit zurück zum Thema Zucker.

    • Huang Rong

      @Georg Sonntag:

      Erste Frage: Ja. Zweite Frage: In Deutschland ist der kommerzielle Vertrieb von Cannabis nicht erlaubt, demnach können auch keine Steuern erhoben werden.

  • Agarack

    Es ist eben der klassische Versuch einer staatlichen Erziehungsmaßnahme gegenüber erwachsenen Menschen. Es gibt bereits jetzt Cola oder Limonaden mit reduziertem Zuckergehalt, und keineswegs nur Light- oder Zero-Getränke. Wer mir nicht glaubt - einfach mal z.B. den Zuckergehalt in moderner Pepsi mit dem in moderner Coca-Cola vergleichen (7g/100ml im Vergleich zu 10,6g/100ml - und das ist, nachdem erstere ihren Zuckergehalt erst kürzlich erhöht haben).

    Worum es geht, fasst der Autor gut zusammen: "Kein Mensch ist auf diese Zuckerbomben angewiesen, um seinen Durst zu löschen oder sich mit notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Wasser und ungesüßter Tee erfüllen diese Funktionen genauso gut oder besser – ohne die zusätzliche, oft schädliche Kalorienzufuhr.". Man kann es als staatliche Aufgabe sehen, diese Botschaft allen aufzudrücken - muss es aber nicht. Ich könnte ähnliche Dinge (ungesund/gefährlich und nicht lebensnotwendig) über fast alles sagen, was nicht gesund ist, aber von Leuten gemocht wird - Fastfood, Gelegenheitssex mit wenig bekannten Personen, Alkohol etc.. Man könnte auch sagen: Lasst die Leute machen und nehmt eine Methode (Warnschilder etc.), die niemanden zwingt.

    • Minderleister

      @Agarack:

      »Lasst die Leute machen und nehmt eine Methode (Warnschilder etc.), die niemanden zwingt.«



      #



      Nur funktioniert das eben nicht. Irgendwann sollte man die Ergebnisse empirischer Forschung mal zur Kenntnis nehmen.

      • Agarack

        @Minderleister:

        " Nur funktioniert das eben nicht. Irgendwann sollte man die Ergebnisse empirischer Forschung mal zur Kenntnis nehmen."



        Das stimmt nicht. Zur Effektivität beispielsweise von Warnlabels auf Tabakwaren existieren zahlreiche Studien, die eine Effektivität sehr wohl nahelegen. Hier ein Beispiel aus Australien: www.health.gov.au/...duct-packaging.pdf



        Weitere Beispiele lassen sich z.B. per Google leicht finden.

  • Petzi Worpelt

    Oder es ist so: Die sozial besser Gestellten diktieren den dummen sozial Schwächeren einen gesünderen Lebensstil.. Sicher ist: Mit Freiheit, Emanzipation oder Gerechtigkeit hat es nix zu tun

    • Huang Rong

      @Petzi Worpelt:

      Zucker wird ja nicht verboten, sondern nur höher besteuert, in der Konsequenz werden Lebensmittelhersteller vermutlich einfach bei diversen sehr zuckerhaltigen Produkten den Zuckeranteil reduzieren. Der Staat greift in vielen Fällen teilweise deutlich stärker in die Autonomie des Einzelnen ein (Gurtpflicht usw.), das hat nichts mit Entrechtung zu tun.