piwik no script img

Bundeswehr und „Kinda chic“-Trend Kind of peinlich

Kommentar von

Giorgia Grimaldi

Das Verteidigungsministerium versucht, mit dem „Kinda chic“-Trend junge Menschen für die Bundeswehr zu gewinnen. Das riecht nach Verzweiflung.

D as Wort chic ist abgenutzt. Erst waren es edgy Looks, die als chic galten, jetzt sind es schon Banalitäten wie Schneidebretter mit Tomatenprint und Toastbrot. Ein Social-Media-Trend hat „kinda chic“, also „irgendwie schick“, zum Ausdruck der Stunde gemacht. Und während die meisten User bereits gelangweilt sind von der inflationären Nutzung, kommen andere gerade erst auf den Geschmack.

Das deutsche Verteidigungsministerium zum Beispiel. So scheint neuerdings auch Krieg eine schicke Angelegenheit zu sein. Mit dem Trend will das Ministerium Kämpfen, Feldküche und Sterben fürs Vaterland instagramable machen. Das zeigt nur eines: Für Propagandazwecke ist mittlerweile jedes Mittel recht. Junge Menschen haben keinen Bock auf den Bund, deshalb müssen Memes herhalten, um mit der Zielgruppe Kontakt aufzunehmen. Und das ist nicht kinda chic, sondern kinda ziemlich peinlich.

Vor zwei Tagen veröffentlichte das deutsche Verteidigungsministerium einen Instagram-Post, bei dem es heißt: „Kind of chic, die NATO-Ostflanke zu verteidigen“, über einem Bild von zwei jungen Soldaten auf einem Panzer. Einmal weiterwischen und es heißt: „Kind of chic, deine Spaghetti aus dem Pickpott zu essen.“ Rußverschmiert sitzen sie auf einem Baumstamm und schlürfen Nudeln. Der Post ist markiert mit der Aufschrift „KI-Inhalte“.

Wer im Social-Media-Team der Bundeswehr dachte, dass die nonchalante Kommunikationsstrategie erfolgreich sein würde, muss bitter enttäuscht sein. Denn die Zielgruppe, die als Kanonenfutter angeworben werden sollte, antwortet in den Kommentaren eindeutig: „Kinda chic, erst ausgelacht und politisch ignoriert zu werden, um dann gegen die eigenen Interessen in den Krieg zu ziehen“, „Kinda chic, von einer Drohne zerfetzt zu werden“, oder auch „Kinda chic, an derselben Front wie Opi zu verrecken“.

Kriegspropaganda im Jugendlingo

Woher kommt der Trend, den sich die Bundeswehr hier zu eigen machen wollte? Es geht hier nicht um das deutsche, ruppige „schick“ mit kurzem „i“, sondern um das französische „chic“ mit seinem eleganten, langen „i“. Über das Englische wurde es zur Social-Media-Vokabel. Sie soll eine gewisse Ästhetik beschreiben, die vor allem der Girlie- und It-Girl-Sphäre zuzuordnen ist.

Chic sein, ist die Kunst, möglichst elegant auszusehen, ohne so zu wirken, als hätte man sich dafür sonderlich angestrengt. Chic darf ein bisschen messy sein: starkes Make-up, Tattoos, Zigaretten, solche Dinge. Entscheidend ist die Haltung: selbstbewusst, lässig, unangestrengt, cool. Chic ist eine Ästhetik der mühelosen Überzeugungskraft. Sie lebt vom „gewissen Etwas“, von dem, was man nicht herstellen kann. Man hat es oder man hat es nicht.

Kriegspropaganda hat nichts davon. Mal ganz abgesehen davon, dass die Sprache, mit der man Toastbrot ästhetisch überhöht, denkbar ungeeignet ist, um jungen Menschen den Krieg schmackhaft zu machen. Auch die Israeli Defence Forces (IDF) nutzte den Trend, um auf ihren Social-Media-Kanälen für ihre Zwecke zu werben.

Dass die junge Generation nicht für Krieg zu haben ist, war aber auch vorher schon klar. Über ein Viertel der jungen Männer ignoriert die Briefe der Bundeswehr, und die „Jugendtrendstudie 2025“ hob hervor, dass 81 Prozent der sogenannten Gen Z nicht bereit sind, für ihr Land zu sterben. 69 Prozent sagten auch, sie wären nicht bereit, ihr Land mit der Waffe zu verteidigen. Wer darauf mit Kriegspropaganda im vermeintlichen Jugendlingo reagiert, performt keine Chicness, sondern Verzweiflung.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

32 Kommentare

 / 
  • Machiavelli

    Die Bundeswehr sollte ganz offen und ehrlich damit werben das man der Bundeswehr betritt um Menschen in Europa vor den Horden von Mördern, Folterknechten und Vergewaltigern zu schützen die die russische Streitkräfte sind.

  • Astrid Sehnefeld

    Die taz diskutiert drüber, die Kommentare diskutieren drüber - also Ziel erreicht 🤷



    Werbung hat das Ziel Aufmerksamkeit zu erzielen, das ist offensichtlich gelungen.

    • Gerald Müller

      @Astrid Sehnefeld:

      Werbung hat das Ziel die Verkaufszahlen zu erhöhen. Aufmerksamkeit kann ein Teil davon sein, aber erinnern sie sich doch am an die Budweiser-Kampagne. Jede Menge Aufmerksamkeit und der Umsatz und die Aktienkurse sind in den Keller gerauscht. Fazit: Ziel komplett verfehlt. Am Ende werden es die Zahl der neuen SoldatInnen sein die zeigen wrd ob das Ziel erreicht wurde. Ich denke nicht, der Slogan ist lächerlich.

  • Katharina Reichenhall

    „Kinda chic, erst ausgelacht und politisch ignoriert zu werden, um dann gegen die eigenen Interessen in den Krieg zu ziehen“

    Wenn das die vorherrschende Meinung der Jugend und der jungen Erwachsenen sein sollte, dann sehe ich für die Zukunft dieses Landes wahrlich schwarz.

    • Vigoleis

      @Katharina Reichenhall:

      Das "Schwarzsehen" scheint mir eher realistische Bestandsaufnahme. Der vorgebliche Pazifismus der Jugend, manifestiert in beeindruckenden Umfragezahlen, wäre etwas glaubwürdiger, wenn sich diese Jugend mit Begeisterung z.B. ins FSJ stürzen würde oder sonstwie die Gesellschaft stärken würde. Ich appelliere besonders an die 81 bzw. 69 Prozent aus dem Text.



      Wenn man mit guten Absichten gegen diese Mentalität anzugehen hat, muss alles Bemühen, weil ziellos geworden, irgendwie auch lächerlich wirken.

    • Dima77140

      @Katharina Reichenhall:

      Und was soll daran bitte falsch sein?



      Aus Perspektive eines jungen Menschen ist es nun mal genau so:



      Die Interessen der jungen Generation werden seit Jahrzehnten schlichtweg ignoriert, egal ob in der Pandemie, beim Klimaschutz, Investition in Bildung etc.

      Aber für den Krieg gegen unsere Interessen sollen wir jetzt den Kopf hinhalten? Nein, danke.

  • ttronics

    Was hat man schon alles versucht, um also Freiwillige für die jeweiligen Armeen zu begeistern. Ist das Steuergeld hier optimal eingesetzt? Ist das denn auch dem Ernst der Entscheidung angemessen? Fragt einer, der Zivildienst geleistet hat.

    Trotzdem wünsche ich mir nkch, dass man genug Freiwillige findet und nicht wieder zu einer Dienstpflicht greifen muss.

  • Gerald Müller

    "kinda chic" - meine Güte. sowas kann sich wirklich nur eine von so jemand wie Pistorius geführte Armee als Werbeslogan kaufen. Könnte auch direkt von Ursula vd Leyen stammen die ja durch ihre schwangerentauglichen Panzer auch "chic" war. Die UA hat aber noch keinen solchen Panzer gewollt, warum nur?



    "kinda chic" soll also Rekruten aus dem z.B. Arbeitermilieu anziehen ??? Die werden durch so einen Slogan, der direkt aus dem Milieu der verwöhnten Kinder von Bildungsbürgern stammt, wohl total abgeschreckt. Abgesehen davon ist Soldat sein in keiner Weise "chic". Wenn man positiv sein will ist es heroisch, man schützt das Land und die ansonsten Schutzlosen, es ist eine Ehre zu dienen usw.

    Pistorius und die ganze Bw-Verwaltung sind wirklich hoffnungslos. Es ist wie Putin mal gesagt hat, um Berlin zu erobern braucht er nur die freiwillige Feuerwehr von Moskau...

  • Ricky-13

    taz: *Das Verteidigungsministerium versucht, mit dem „Kinda chic“-Trend junge Menschen für die Bundeswehr zu gewinnen.*

    Intelligente junge Menschen fallen auf so einen Quatsch nicht herein. Wen sucht die Bundeswehr also folglich?

  • casio

    Bei aller Liebe für den Pazifismus: wer soll Putin sonst stoppen? Linke Medien und Aktivisten in den Ukraine haben sich verteidigt. Warum sind deutsche Linke so blind auf dem Putin-Auge?

    • Müller Christian

      @casio:

      Wenn man ehrlich ist: die Verteidigung Deutschlands wird dann vom bösen Ami verlangt. So schaut es aus.

    • Der olle Onn

      @casio:

      Zumindest sind sie nicht blind genug um "höheren Blödsinn" für chic zu halten...

      • rero

        @Der olle Onn:

        Äh -doch.

        Genau das sind sie.

        In die profane Welt, wo eine Armee die Gesellschaft gegen imperialistische Faschisten verteidigen, wollen sie nicht hinabsteigen.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @casio:

      Ich bin sogar für die Wehrpflicht. Ist eine Unangenehme Sache, aber notwendig.

      Was absolut nicht geht, sind solche Webeaktionen, die Krieg verharmlosen und den falsche Bilder erzeugen. Man muss ehrlich sein.

    • Suryo

      @casio:

      In Berlin demonstrieren "Linke" lieber gegen einen lachhaften Zaun um einen Park, anstatt vor der russischen Botschaft gegen den blutrünstigen, faschistoiden Imperialismus, der ganz real jeden Tag Menschen tötet.

      Anders als in vielen anderen europäischen Ländern glauben die Deutschen immer noch, das Ganze werde schon bald irgendwie vorbei sein und dass dann der status quo ante bellum zurückkommt. Dass sie selbst unmöglich von Krieg betroffen sein könnten, auch in zehn, zwanzig Jahren nicht.

      Und wenn doch, dann überlässt man die Verteidigung der eigenen Freiheiten einer dann irgendwie existierenden Bundeswehr, die man aber selbstverständlich verachtet und verlacht.

  • Bürger L.

    Dieser Versuch junge Menschen für die Bundeswehr anzuwerben, ist für eine demokratische Gesellschaft, die vorgibt auf mündige Bürger zu setzen, unangemessen und dämlich.

    Was immer auch "Jugendlingo" sein mag - es ist in diesem Zusammenhang völlig "Wurscht" ob der Dienst in der Armee schick oder chic genannt wird.

    Ich selbst war bewusst nie Soldat, allerdings sollten dem Verteidigungsministerium schon positive Argumente einfallen, um junge Menschen in sachlicher Form von der Notwendigkeit einer reinen Verteidigungsarmee zu überzeugen.

    Wenn die Armeeführung dazu nicht in der Lage sein sollte, wäre es vielleicht an der Zeit, das gesamte Verteidigungskonzept mal zu überprüfen und in einer breit angelegten gesellschaftlichen Debatte neu zu formulieren.

    • Ohne_Mitte_geht_nix

      @Bürger L.:

      Wie sähe denn ihr neues Verteidigungskonzept aus? Wie würden Sie es angehen, junge Menschen für den Dienst in der BW zu gewinnen? Wie würden Sie unsere Freiheit und Demokratie verteidigen, wenn es wirklich zu einem Angriff von Seiten Putins und der Russen kommen würde?



      Es wird immer gross (besonders von links) herumgeschrien, dass Freiheit und Demokratie gegen die AfD verteidigt werden müssen. Aber das sind halt nur Worte und es kann einem nichts passieren? Aber gegen Russland will diese wohl keiner verteidigen...also ist doch alles nur leeres Gerede.

  • Der dreckich Katz

    Ok, wenn das die Haltung ist, die die Bundeswehr bei der Grundausbildung von den Rekruten erwartet - "selbstbewusst, lässig, unangestrengt, cool". Bin gespannt, wie die Ausbilder damit zurecht kommen.



    Ooooder... ist in der Packung vielleicht garnicht das drin, was außen drauf steht? Wäre doch ein übler Fall von Verbrauchertäuschung.

  • Nachtsonne

    Die Ukraine unterstützen wollen, die Aufrüstung gutheißen und sich dann wundern, wenn die Bundeswehr Werbung schaltet. Das muss man erstmal schaffen. Das ist schon mehr als widersprüchlich.

  • Lowandorder

    Ah nee! Boris-Tarnfleck - SPD -



    Keine halben Sachen! Woll



    Nägel mit Köpfen - „Kinda chic“ -



    Panzer-Juli for BW-Cover-Girl - wa!



    “Panzer-Juli“, so machte Juli Zeh im vergangenen Sommer Schlagzeilen, nachdem ein Fernsehteam die Jungautorin dabei beobachtet hatte, wie sie die deutschen Truppen in Bosnien inspizierte. Spott und Häme waren die Folge; er habe nur darauf gewartet, dass Peter Handke hinter einem Spürpanzer Fuchs hervorgeschlendert käme, kommentierte zum Beispiel ein Kritiker im literarischen Jahresrückblick der Deutschen Welle.…“



    taz.de/zur-person/!1097399/

  • warum_denkt_keiner_nach?

    „Kinda chic, an derselben Front wie Opi zu verrecken“

    Gut erkannt. Die Jugend ist offenbar klüger, als man im Ministerium denkt 😁

    • Encantado

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      "„Kinda chic, an derselben Front wie Opi zu verrecken“



      Gut erkannt. Die Jugend ist offenbar klüger, als man im Ministerium denkt "



      Kinda chic, Wehrmacht und Bundeswehr gleichzusetzen?



      Wenn das die kluge Jugend ist, auweia. Vermutlich wählt sie deshalb auch überproportional rechts. Ist ja alles dasselbe.

      • Der olle Onn

        @Encantado:

        Da steht ja nun eigentlich kein Vergleich der Bundeswehr mit der Wehrmacht, es wird lediglich dieselbe Front erwähnt. Und solcher Fall wäre für den potentiellen Soldaten jedenfalls nicht auszuschließen, fürchte ich.



        Ich gestehe den Menschen zu, dass sie keine Lust auf einen gewaltsamen Tod haben. Für wen oder was auch immer.



        So denken übrigens auch ein paar Millionen Ukrainer. Und ganz sicher jede Menge Bürger Russlands.

  • mokka flo

    oder auch "kinda ridiculous"

  • Pawel_ko

    "Wer darauf mit Kriegspropaganda im vermeintlichen Jugendlingo reagiert, performt keine Chicness, sondern Verzweiflung."

    Was soll daran Kriegspropaganda sein?

    Das sagt der Duden zu Kriegspropaganda"

    Bedeutung:



    Propaganda dafür, einen Krieg zu beginnen, zu führen

    Das da oben ist nur peinliche Werbung für einen Arbeitgeber wie viele andere Firmen diese auch verbreiten.

    "81 Prozent der sogenannten Gen Z nicht bereit sind, für ihr Land zu sterben. 69 Prozent sagten auch, sie wären nicht bereit, ihr Land mit der Waffe zu verteidigen."

    Absolut nachvollziehbar. Mich würde aber interessieren, wie viele Gen Z ler auf die Frage "Würden Sie gerne in einem System wie in Russland leben" mit "Ja" antworten würden. Weil das die Konsequenz für diese mutige Entscheidung sein Land nicht zu verteidigen sein könnte.

    Man könnte auch Fragen "Wollen Sie Steuern zahlen?" Würden die meisten wohl auch erstenmal ablehnen. Die Konsequenzen davon würde aber auch Gen Z nicht tragen wollen.

    • nihilist

      @Pawel_ko:

      Das macht immerhin 31 Prozent, die das Land mit der Waffe verteidigen würden. Mehr als genug für die Zielgrößen der Bundeswehr.

    • Der olle Onn

      @Pawel_ko:

      Im Westen Deutschlands plakatierte man vor Jahrzehnten den Spruch: "Lieber rot als tot".



      Ich habe den nie gemocht, weil er zu sehr implizierte, dass bald schon der Russe komme, gemeinsam mit dem Ostdeutschen, dem Ungarn und vielleicht gar der gelben Gefahr. Was dann doch bis 89 nie geschah.



      Aber wenn man mich vor einem Ernstfall gefragt hätte: Ja - lieber rot als tot. Denn ich habe die "Rote DDR" erlebt. Und glauben Sie mir: Das war tatsächlich deutlich besser als tot zu sein.



      Hätte im Übrigen auch andersrum gegolten.



      Warum gibt es eigentlich keine Poster mit Männern, die aus Afghanistan ein Post-War Syndrom mitgebracht haben?

    • Dr. M.

      @Pawel_ko:

      Ihre Entgegenhaltung entspricht einer falschen Dichotomie. Es ist keineswegs so, dass junge Menschen zwischen genau diesen beiden Polen entscheiden müssen, entweder bereit zu sein als Soldat zu dienen oder in Kauf zu nehmen, quasi in Russland zu leben. Lesen Sie es gerne nach: de.wikipedia.org/wiki/Falsches_Dilemma

      Übrigens, genau dieses Scheinargument ist mittlerweile schon ein standardmäßiger Teil der gegenwärtigen Kriegspropaganda. Und, ja, Kriegspropaganda bezeichnet nicht nur die propagandistische Herbeiführung eines Krieges, sondern auch der Voraussetzungen, einen Krieg überhaupt erst führen zu können: Soldaten zu haben die bereit sind zu kämpfen (und dafür eine entsprechende Bedrohungskulisse zu pflegen).

      Russland ist ein autoritär organisierter, teilweise mit Mafiamethoden kontrollierter Staat, in dem es mehr um die Belange der Oligarchen als der einfachen Bürger geht.

      Deutschland dagegen ist ein gewiss demokratisch organisierter, bürokratisch kontrollierter Staat, in dem es leider aktuell mehr um die Belange von Reichen und Rentnern geht als der einfachen Bürger.

      Und dieses Gesellschaftsmodell sollen jetzt junge Deutsche an der Ostfront verteidigen? Warum?

      • Comerade Aardvark

        @Dr. M.:

        Warum? Weil auch die Beamten- und Rentnerrepublik angenehmer ist als der faschistische Mafiastaat.

      • Zippism

        @Dr. M.:

        „Deutschland ist zwar demokratisch, aber hier geht es ja nur um die Reichen und Rentner“ – und deshalb soll man dieses Gesellschaftsmodell nicht verteidigen? Interessante Logik.

        Vor allem ist die Behauptung sachlich ziemlich schräg: Der mit Abstand größte Ausgabenblock des Bundeshaushalts ist der Sozialbereich. Ein erheblicher Teil der staatlichen Leistungen fließt gerade in Renten, Grundsicherung, Bürgergeld, Wohngeld, Kindergeld, Kranken- und Pflegeleistungen sowie weitere soziale Sicherungssysteme. Man kann selbstverständlich kritisieren, wie diese Leistungen verteilt werden. Aber daraus zu konstruieren, der deutsche Staat kümmere sich vor allem um „Reiche“, ist schon eine bemerkenswerte Realitätsverweigerung.

        Und selbst wenn Deutschland ein miserabler Staat wäre: Seit wann folgt daraus, dass eine russische Aggression keine Bedrohung mehr darstellt?

        „Warum soll ich dieses Gesellschaftsmodell verteidigen?“ ist letztlich die gleiche pubertäre Logik wie „Unsere Demokratie ist nicht perfekt, also ist es mir egal, wer sie abschafft.“ Demokratie ist kein Premiumprodukt, das man nur verteidigt, wenn einem jede einzelne politische Entscheidung gefällt.

  • FtznFrtz

    Krieg ist nie geil, zumindest für die meisten nicht. Man sollte dann auch nicht so tun oder das Ganze als harmlose Schnitzeljagd mit Boosterfunktion für berufliches und persönliches Fortkommen verklären.



    Man kann Soldat werden, dann sollte man aber wissen, worauf man sich im Zweifel einlässt.



    Und wenn man wirklich die Leute braucht (woran die Zweifel noch nicht ausgeräumt sind) muss es eben eine Wehrpflicht geben.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @FtznFrtz:

      Die Masche der Werber ist aber, ein falsches Bild zu zeichnen.