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Berichterstattung über die Klimakrise Wir waren doch schon weiter

Ann-Kathrin Leclere

Kommentar von

Ann-Kathrin Leclere

Extreme Wetterereignisse sind medial präsent. Aber über die Klimakrise, die dahinter steht, berichten Medien immer weniger.

W aldbrände in Spanien, Frankreich und Portugal, Überschwemmungen in Japan, 10.000 Hitzetote in Deutschland meldet das RKI. Über all diese Ereignisse wird berichtet – zumindest solange sie aktuell sind. Doch ausgerechnet die Berichterstattung über ihre gemeinsame Ursache, die Klimakrise, nimmt ab. Und das ist ein Problem.

Dabei waren wir doch auch mal an einem anderen Punkt. Das Bewusstsein für die Klimakrise war in vielen Redaktionen gewachsen, nicht zuletzt durch den Höhepunkt von Fridays for Future. Klimapolitik wurde zunehmend als Maßstab für Regierungshandeln betrachtet – ähnlich wie Außen- oder Sozialpolitik. Zwischenzeitlich wurden in Medienhäusern sogar neue Klimaredaktionen oder Tools geschaffen. Heute ist vieles davon zurückgegangen.

Wie deutlich dieser Rückgang inzwischen ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Initiative Klima° vor acht. Demnach ist der Anteil der Sendeminuten zur Klimaberichterstattung in den Hauptprogrammen von ARD und ZDF auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung vor fünf Jahren gefallen. Während 2023 noch rund zwei Prozent der gesamten Sendezeit auf Klimathemen entfielen, liegt der Anteil inzwischen bei unter einem Prozent. Im Ersten sank er auf 0,8 Prozent, im ZDF auf 0,7 Prozent vom Gesamtprogramm.

Klimaberichterstattung seit 2023 mehr als halbiert

Die Klimaberichterstattung hat sich damit seit 2023 mehr als halbiert. Selbst die außergewöhnlichen Hitzewellen im Mai und Juni dieses Jahres führten laut der Untersuchung nicht zu einem Anstieg der Berichterstattung. Aufmerksamkeit entstand vielmehr durch politische Konflikte wie den Streit um das Heizungsgesetz.

Auch das Grimme-Institut kritisierte in diesem Jahr bei der Nominierung zu ihren Fernsehpreisen, dass Beiträge zu gesellschaftlich relevanten Themen wie dem Klima im Fernsehprogramm fehlten.

Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift Nature Climate Change, dass Klimathemen überwiegend in Informationsformaten stattfinden und dort vor allem Menschen erreichen, die sich ohnehin für das Thema interessieren. Wer Nachrichten seltener verfolgt oder der Klimakrise skeptisch gegenübersteht, kommt mit entsprechenden Inhalten kaum in Berührung. Die Forschenden fordern deshalb, Klimathemen stärker auch in unterhaltenden Formaten zu verankern.

Wer nicht Bescheid weiß, reagiert auch nicht

Die Herausforderung bei der Klimaberichterstattung ist, dass sie nicht erst stattfinden darf, wenn Häuser unter Wasser stehen oder der Urlaub nicht stattfinden kann, weil es am Strand brennt. Sie muss Zusammenhänge erklären, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich einordnen und zeigen, welche politischen Entscheidungen folgen müssen.

Dabei verständlich zu bleiben und Sachen gleichzeitig nicht zu stark zu vereinfachen, ist anspruchsvoll. Aber gerade diese Einordnung ist bei dem komplexen Thema Klimakrise eben die Verantwortung von Journalismus.

Wenn die Klimakrise in den Medien weniger Raum erhält, verringert sich die Möglichkeit, Ursachen, Folgen und Lösungswege öffentlich zu diskutieren. Und eine Gesellschaft kann auf Herausforderungen und Zusammenhänge, über die sie kaum informiert wird, nur schwer angemessen reagieren.

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Ann-Kathrin Leclere

Ann-Kathrin Leclere

Aus Kassel, lange Zeit in Erfurt gelebt und Kommunikationswissenschaft studiert. Dort hat sie ein Lokalmagazin gegründet. Danach Masterstudium Journalismus in Leipzig. Bis Oktober 2023 Volontärin bei der taz. Jetzt Redakteurin für Medien (& manchmal Witziges).
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50 Kommentare

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  • Warum wohl?



    Unsere Wirtachaftsministerin versäumt keine Gelegenheit, den "offenen" techn. Fortschrit zu verlangen, was für sie und die Union ausschlieslich fossile Brennstoffe meint. Herr Merz lässt sie wirken, mit ihm als Steuervermeidungsspezialist wirds keinen Fortschritt geben. Das müssen wir erstmal schlucken.

  • Ja, ist mir auch aufgefallen, dass da niemand mehr drüber spricht. Entweder haben die Leute einfach resigniert (passiert eh nix), oder sie ignorieren es ("früher war's auch warm"). Ich denke, es ist Möglichkeit drei: die Leute glauben, das wär's jetzt gewesen mit der Klimakatastrophe. Wir haben nix getan und jetzt haben wir den Salat. Müssen wir halt gucken, wie wir das beste mit der Hitze machen.

    Aber das ist ein Problem. WIr sind klimatechnisch jetzt da, wo wir nach dem Klimaabkommen (1,5°C Ziel) hingekommen wären, wenn wir alles nur mögliche unternommen hätten. Haben wir aber nicht. D.h., das jetzt ist der bestmögliche Zustand wenn wir etwas getan hätten. Aber da wir es witziger finden, z.B hunderte Milliarden in den ultimativen Klimakiller Militär zu stecken, statt etwas Sinnvolles damit zu machen, geht es eben weiter die Temperaturkurve hoch:

    youtu.be/xWWXD_NKp...56DJvA0kTS7&t=2688

    Und wir streben ein 3 bis 4 Grad-Ziel an, wenn man das so bezeichnen will. Meine Prognose: wir werden uns in20 Jahren nach den 6000 Hitzetoten in einer Juniwoche zurücksehnen.

    Dabei sind Hitzetote nichts gegen die Hungersnöte, die wir dann auch aus hier sehen.

  • Die Frage ist doch, was würde mehr Berichterstattung bringen? Wer bis jetzt nicht kapiert hat, dass der Klimawandel ein Problem ist, der wird es auch mit mehr Berichterstattung begreifen.

  • Zu "zeigen, welche politischen Entscheidungen folgen müssen", wie es im Artikel heißt, ist keine Klimaberichterstattung, sondern das Erheben politischer Forderungen. Auch wenn man im Grundsatz von der Notwendigkeit einer Reduzierung von CO2-Emissionen ausgeht, ist damit noch lange nicht gesagt, an welchen Stellen zu reduzieren ist, ob Verzicht notwendig ist und, wenn ja, wer auf was verzichten soll. Das sind politische Entscheidungen, die nicht durch wissenschaftliche Erkenntnisse determiniert sind, sondern die aufgrund politischer Auseinandersetzungen getroffen werden.

  • Wollte man über die Ursachen des Klimawandels ehrlich berichten, dann müsste der Zusammenhang zwischen unserem/globalen Wirtschaftssystem und CO₂-Emissionen, zwischen steigendem Wohlstand und CO₂-Emissionen, zwischen unendlicher materieller Gier und CO₂-Emissionen… dargestellt werden. Das geschieht aber nicht! Stattdessen wird immer noch die Illusion genährt, dass mit technischem Fortschritt, erneuerbaren Energien, KI,… diese unendliche Gier auf ewig befriedigt werden kann. Dabei beschleunigen sie nur den Energie- und Ressourcenverbrauch für neue/modifizierte Produkte, Konsumlaune und Konsumklima, um das Wirtschaftswachstum zu steigern. Um nichts anderes geht es!



    Es gibt eine direkte Kausalität zwischen Kapitalismus und Klimawandel! Nur wenige Medien wagen es, sie gelegentlich zu benennen. Und es gibt einen elementaren Widerspruch zwischen Kapitalismus/Neoliberalismus und dem Gemeinwohl, der gänzlich verschwiegen wird. Es muss darum gehen, (nicht nur)unserer Spezies eine erträgliche Lebensumwelt zu erhalten. Es darf nicht länger darum gehen, noch mehr Milliardäre zu ermöglichen!



    Ob die Medien ihre Köpfe aus dem Sand ziehen? Wohl kaum! Dort unten ist die Welt so wie sie es kennen.

  • Was soll denn das ermüdende "das ist jetzt die Klimakrise" bei jedem Extrem-Wetterereignis bringen.



    Woran es mangelt, ist an Zuversicht (siehe andere Berichte in dieser Zeitung) und an Kommunikation über Lösungen zur Energiewende auf allen Ebenen. Und dazu gehört insbesondere Kommunikation über Problemlösungen da wo es kompliziert wird (zB Wärme im dichtbebauten Innenstadtbereich, Industrie-Prozesse, usw.).



    Bisher verwechselt der Klimajournalismus Bereichterstattung in diesen Bereichen mit PR für PV, Wärmepumpen, erste Groß-Batterien.

  • Man sieht hier in den Kommentaren das dieses Thema so schwer ist obwohl hier alle das gleiche wollen sich trotzdem nicht einig sin über Gründe, und Prognosen und Bekämpfung.

    Die Menschen die das Thema in den letzten Jahren zu negativ und zu dramatisch gesehen haben, sind meiner Meinung nach Schuld das das Interesse daran nicht mehr vorhanden ist wie es sein sollte in den Augen einiger

  • Neben Einsparungen der Emissonen (die in den Schwellenländern im notwendigen Umfang unrealistisch erscheinen) wäre Carbon Capture, also Techniken, welche CO2 bei der Entstehung binden oder sogar aus der Luft (oder aus dem Wasser der Ozeane) entfernen, das Gebot der Stunde.



    Leider sind diese Techniken in D seit Jahrzehnten tabuisiert und im Hinblick auch Speicherung an Land sind sie es noch, aufgrund irrationaler Ängste.



    Wer befördert dieser am meisten, wer sperrt sich immmer noch gegen eine ergebnisoffene Prüfung und Förderung? Genau die, die sich eigentlich den Klimaschutz auf die Fahnen geachrieben haben.

    Die Grünen als Totengräber des Klimas!

  • Klimakrisenkommunikation ist schon noch täglich vorhanden. Wobei die immer gleichen Sätze und das eine nächste Attributionsstudie wieder einen gewissen Prozentsatz Wahrscheinlichkeit herausgefunden hat, immer mit dem Zusatz, dass diese Ergebnisse auf Modellen beruht, ermüdet. Is so.

    Ja, vielleicht sollte RTL mal ein Unterhaltungsformat machen, Bachelordings unter kaum ertragbaren Klimabedingungen. Zack ist Love Island überspült oder die Hütten abgebrannt. Würde das irgendwas ändern? Nein.

    Nein, das Thema muss mit Ernsthaftigkeit weiter verfolgt werden, um der Sache willen. So wie CNN Reporterin Kaitlan Collins die Beleidigungen von DT wegsteckt, um der Sache willen. By the way, beeindruckend.

  • Eine Sendung "Klima vor acht" würde ich mir auch wünschen, oder eine niedrigschwellige Aufklärungskampagne wie die Rita Süßmuths gegen Aids in den Achtzigern.

    Lobend zu erwähnen sei an dieser Stelle Özden Terli, "Wetterfrosch" des ZDF, der regelmäßig die durch die Klimaveränderung hervorgerufenen Wetterextreme benennt und erklärt.



    Deshalb: Es gibt zwar kein "Wetter vor acht", aber ein "Wetter nach ZDFheute"

  • Stumpfen denn übermässig viele Meldungen nicht eher ab, so wie das die anderen, täglichen Schreckensmeldungen in unseren Medien auch tun? Kriege, Hungersnöte, Umweltverschmutzung, Gewaltverbrechen, Klimakrise, Weltuntergang.... wir werden doch fast rund um die Uhr damit zugedeckt.



    Was passiert mit den Generationen, die mit diesen Schreckensmeldungen aufwachsen? Meine Kinder sind gut informiert, auch in der Schulde ist das Klimaproblem ständig präsent. Wir thematisieren auch, dass wir ressourcenschonend leben müssen und praktizieren das auch. Wenn ich aber unsere Umfeld und das unserer Kinder anschaue, dann sehe ich nichts davon. Es wird so viel konsumiert, wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

    Abgestumpft von der Masse an Schreckensmeldungen? Links rein, rechts wieder raus?

  • Ich frage mich ja, ob die Art der Klimakommunikation vor 5 Jahren so effektiv war. Es ist ja nicht fertig, wenn die Klimakrise realisiert wird, die Gesellschaft muss auch ins Handeln kommen. Da können Medien auch beitragen, wenn sie z.B. wirksame von unwirksamen Maßnahmen unterscheiden und die Motive der Bremser von wirksamen Klimamaßnahmen beleuchten.

    Verglichen mit Z.B. der Dekarbonisierung der Chemieindustrie gehört Klimakommunikation zu den niedrig hängenden, weil kostengünstigen Früchten.

    • @derzwerg:

      Woher will denn ein Redakteur wissen was wirksam ist? Das wissen nicht einmal die Spezialisten. Alles nur Prognosen. Siehe USA. Man dachte Trumps Klimapolitik läutet eine Stagnation bei EE ein. Das Gegenteil ist der Fall. Es boomt. Torschlusspanik vor dem Ende der Förderungen, der Boom der energiehungrigen Datencenter und natürlich die geringen Kosten tun ihr Übriges.



      Was hierzulande fehlt ist nicht Wissen, sondern Zuversicht.

      Ich persönlich halte gar nichts davon im Kommunalbereich jeden Stein der Klimafrage umzudrehen. Was wir brauchen ist nicht Kleingeist, sondern das Denken in Großprojekten. Da scheitert es schon an smart grid, weil Datenschutz.

    • @derzwerg:

      Die Bevölkerung macht ihr Wahlkreuzchen immer noch bei den Klimaschlächtern, die ihnen nebenbei auch noch finanziell das Fell über die Ohren ziehen.

      • @Griffendorff:

        Die Klimazerstörer und ihre Politikmarionetten versprechen dem kleinen Bürgerlein, dass er/sie 5 Euro mehr in der Tasche haben wird und schon machen die einfältigen Leute ihr Wahlkreuzchen bei den Klimaschlächtern - aber das kennt man ja schon seit vielen Jahrzehnten und wird wohl auch nicht aufhören.

      • @Griffendorff:

        Vielmehr haben viele, die sich eine wirksame Reduktion der globalen Emissionen wünschen, realisiert: selbst wenn Grüne und Linke die Regierung stellen würden, würde sich global am Klimaproblem so gut wie nichts ändern

  • Bei mir im Umfeld wird immer noch vom schönem Wetter geredet und die gestrigen 34 grad glorifiziert, als wäre es etwas tolles.



    Ich sage schon nichts mehr dazu um nicht immer als miese Peter da zu stehen.



    Lieben Gruß

    • @Roberto Callerame:

      Kenne ich. Hitze empfinden Leute unterschiedlich. Ich selbst hasse Hitze, kenne aber auch die typischen Menschen, die unterhalb von 30° nicht leben können - wie sie meinen.

      Aber wir treffen uns alle wieder wenn die tatsächlichen Folgen des Klimaleugnens durch Taten eintreffen: Katastrophe wie die Ahrtal-Katastrophe, Klimaflüchtlinge, Kriege, und ja: Hungersnöte. Dann aber nicht mehr im fernen Afrika, sondern bei uns im Supermarkt. Denn Missernten, brennende Felder, zerstörte Infrastruktur finden auch die Hitzeliebhaber vermutlich nicht mehr toll wenn der Kühlschrank leer bleibt. Angefangen hat es schon mit einer Erhöhung von Kaffee- und Schokoladenpreisen, aber das ist natürlich nichts wenn mal die Getreide- und Gemüsepreise durch die Decke gehen.

    • @Roberto Callerame:

      Diagnose: fehlende Ambiguitätstoleranz.



      Man kann sich durchaus über heißes Wetter freuen, z.B. weil man dieses klimaneutral vor der eigenen Haustüre für sommerliche Freizeitaktivitäten nutzen kann, wo man sonst erst CO2-aufwändig in den Süden reisen müsste.



      Und eben trotzdem besorgt um den Klimawandel sein.

      Wobei man zum Thema auch nochmal sagen muss, dass Besorgnis alleine noch gar nichts ändert, außer vielleicht krank zu machen.



      Was wiederum auch eine Erklärung dafür ist, warum so viele dieses Thema versuchen auszublenden.

      Am Ende ist es einfach so, dass der menschengemachte Klimawandel klar die Limitationen der menschlichen Intelligenz und Anpassbarkeit aufzeigt.



      Live with it and die...

    • @Roberto Callerame:

      Was haben sie für ein Umfeld? Also nach fast zwei Monaten ohne Regen (die zwei kurzen Mini Schauer, die direkt wieder verpufft sind zähle ich nicht), halbtoten Bäumen entlang jeder Straße, brauen ausgedörrten Wiesen und Warnungen vor Wasserknappheit wünscht hier bei uns jeder, aber auch wirklich ausnahmslos jeder den Regen.

  • Es gibt natürlich auch Themen, die diesen Raum in den Medien nun stattdessen füllen: Trump-Themen, die er uns aufzwingt, wie Kriege und Zölle, soeben Sportthemen wie FIFA und UEFA, weiterhin Berichterstattung zu KI / AI.



    Die Konflikte im Nahen Osten sind vielfältig spürbar, die klimarelevanten Folgen sind aber manchmal komplex und werden nicht eigens adressiert.



    Militär im Einsatz und Klimaveränderung ist ein eigener Punkt der Betrachtung.



    Die taz bleibt dran.



    taz.de/Panzer-und-...hausgase/!6019354/



    Angela Merkel hatte zumindest zeitweilig in den Medien den Beinamen Klimakanzlerin.



    Bei Merz und Reiche sehe ich hier keine Ambitionen zur positiven Themensetzung oder zum klimaschützenden Trendsetting, im Gegenteil: zuviel fossil; nicht vom Ende her gedacht, noch immer im Sinne der Wirtschaftsmacht.

    • @Martin Rees:

      „Angela Merkel hatte zumindest zeitweilig in den Medien den Beinamen Klimakanzlerin."



      --



      Jetzt haben die Medien Trump und Infantino.



      Immer wieder „großes Kino".



      Jaja, die Medien. Die vierte Macht, die zu viel macht.

  • Danke für diesen Artikel.

    In anderem Zusammenhang bin ich darauf gestoßen, dass der britische Spielfim "The March" von 1990 als Auslöser der dargestellten Fluchtbewegung aus Afrika nach Europa eine große Klimakrise auf dem Afrikanischen Kontinent zu Grunde legt.

  • Richtig! Wichtig!



    Ich erinnere mich an einen Bericht in der taz über die Entstehung so eines Mikrowalds in der Stadt.



    Da ja gerade Saure Gurken Zeit ist und die taz etwas mehr als Wahlzeitung sein sollte, fände ich Berichte über Einzelne, die es Richtig machen, ermutigend.



    Wo ist Peter Lustig?



    Es gibt so Vieles was man*frau machen kann.



    Ich fang so an: Fliegen? Nein Danke!Das ist sehr Ressourcen schonend und auch für Jedermann erschwinglich...

    _Das ist ja einfach - das kann ich auch!" ist ein Ansatz, der uns nach vorn bringt.



    Der macht dies falsch und die macht das falsch ist hingegen ziemlich kontraproduktiv.

  • Die wirkliche Tragweite des Klimawandels wird ohnehin fast nirgends veröffentlicht.



    Die Klimawissenschaftler kennen die Wirkungsweise des atmosphärischen Systems, aber sie kennen nicht die technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten, und wundern sich deswegen, dass viel weniger Klimaschutz betrieben wird, als sie für möglich halten.



    Ausserdem kommunizieren sie ihre Erkenntnisse aufgrund der wissenschaftlichen Disziplin extrem nüchtern und zurückhaltend, und glauben, die Tragweite der von Ihnen kommunizierten Sachverhalte müsste Jedem ins Auge springen - was sie aber natürlich nicht tut. Kommunizieren sie deutlicher, werden sie als "unwissenschaftlich" angegriffen.



    Das europäische Binnenland erwärmt sich seit 30 Jahren um 0,5 Grad pro Jahrzehnt, die globalen Treibhausgasemissionen steigen immer noch weiter an, der arktische Permafrost taut jetzt schon grossflächig (und in dem ist dreimal so viel CO2 gebunden, wie die Menschheit bisher insgesamt freigesetzt hat. Deutschland wird also in 100 Jahren die Temperaturen haben, die Spanien am Ende des letzten Jahrtausends hatte. Mindestens WEITERE(!) 4 bis 7 Grad wärmer als heute.

    • @Griffendorff:

      In der Klimakommunikation stehen auf der einen Seite nüchtern argumentierende Wissenschaftler, auf der anderen Seite alarmistische Untergangspropheten.

      Ihre Aussagen wäre korrekt:

      Europa erwärmt sich derzeit mit ungefähr 0,5 °C pro Jahrzehnt, die globalen Emissionen sind weiterhin auf Rekordniveau und der arktische Permafrost taut bereits. Er enthält ungefähr doppelt so viel Kohlenstoff, wie die Menschheit seit 1850 freigesetzt hat, wobei nur ein Teil davon in diesem Jahrhundert in die Atmosphäre gelangen dürfte. Ohne starken Klimaschutz könnte Deutschland bis 2100 gegenüber heute noch um grob 1,5 bis 4,5 °C wärmer werden.







      nicht: Mindestens WEITERE(!) 4 bis 7 Grad wärmer als heute.

      • @Benzo:

        Bis 2100 sind über 70 Jahrzehnte. Und es ist unwahrscheinlich, dass die Erwärmung signifikant verlangsamt wird. Wegen des Permafrost eher beschleunigt

        7 x 0,5 = 3,5

    • @Griffendorff:

      Diese WEITEREN(!) 4 bis 7 Grad Erwärmung bekommen wir WIRKLICH(!) in den nächsten 100 Jahren. Das ist vielen Menschen nicht klar - die sind inzwischen unvermeidbar. Das wird WIRKLICH(!) passieren. Man kann die Weltwirtschaft nicht innerhalb weniger Jahre signifikant dekarbonisieren, das dauert Jahrzehnte - und im Moment steigen die Emission ja noch. Man kann nicht 100.000 Mrd Dollar in die Gegend werfen, und über Nacht fallen hunderte Millionen ausgebildete Fachkräfte vom Himmel, Fabriken und Maschinen, Geschäftsbeziehungen und die Organisation all der Aktivitäten.



      Aber wenn wir die Bemühungen zum Klimaschutz nicht schnellstmöglich wenigstens verfünffachen, dann können es auch 10 oder 20 Grad mehr werden.



      Wie jetzt - es soll doch bis 2050 dekarbonisiert werden!? Und niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen. Die Ampel war auf Kurs zu 80% Dekarbonisierung bis 2100, und die jetzige Regierung bis 2200.



      Wie jetzt - in Paris wurde doch das 2-Grad-Ziel beschlossen!? Dann fragen Sie bitte den Klimaforscher Ihres Vertrauens: Die menschlichen Emissionen zielen zur Zeit auf 3 Grad Erwärmung, und da kommen die Emissionen des tauenden Permafrost noch drauf; die sind gut für weitere 5 Grad.

      • @Griffendorff:

        Provokative Frage: Wer von den hier Schreibenden wird im Jahr 2100, oder gar 2200 noch leben?! - Das genau ist das Problem. Wer heute über 40 ist, und das ist der größte Teil der deutschen Gesellschaft, der wird das Schlimmste wohl nicht mehr mitbekommen. Die Sommer bleiben zu heiß und zu trocken, in Südeuropa wüten Feuer, aber viel mehr wird während der Lebenszeit der oben Genannten wohl nicht zu erwarten sein. Vielleicht noch mehr Klimaflüchtlinge, ja. Aber das dicke Ende kommt später, wenn die heutigen Säuglinge im Altenheim sind, und noch später. Deshalb interessiert es heute nur wenige, und die meisten Kinderlosen ohnehin nicht.

      • @Griffendorff:

        Sie vermischen wissenschaftliche Erkenntnisse mit eigenen Hochrechnungen und verkaufen das anschließend als gesicherte Klimaforschung. Genau das ist Desinformation – auch wenn sie in die "richtige" Richtung geht.

        Die Behauptung, Deutschland werde zwangsläufig in den nächsten 100 Jahren weitere 4 bis 7 °C wärmer, ist schlicht nicht Stand der Wissenschaft. Ebenso wenig gibt es irgendeine seriöse Quelle, die den tauenden Permafrost pauschal mit zusätzlichen 5 Grad Erwärmung gleichsetzt. Der Permafrost ist ein relevanter Rückkopplungseffekt, aber kein Schalter, der der Erde automatisch fünf weitere Grad auflädt.

        Noch absurder wird es mit der Behauptung von 10 oder gar 20 Grad Erwärmung. Dafür existiert weder im IPCC noch in anerkannten Klimamodellen eine belastbare Grundlage. Das ist keine Wissenschaft mehr, sondern apokalyptische Spekulation.

        Auch Ihre Aussage, die heutige Bundesregierung steuere auf eine Dekarbonisierung "bis 2200" zu, ist reine Polemik ohne belastbaren Nachweis. Deutschland hat gesetzliche Klimaziele – ob sie erreicht werden, ist eine politische Frage. Daraus ein Datum "2200" zu erfinden, macht die Aussage nicht seriöser.

        • @Zippism:

          2200 das wird viel schneller gehen, zumindest was die Dekarbonisierung auf deutschen Boden angeht. Die Firmen, die hier produzieren wandern ab oder gehen Pleite, auch so kann man Klimaziele erreichen. Wenn dann noch die Bevölkerung abwandert, dann wird alles gut.

          Zynismus Ende

        • @Zippism:

          Für die komplette Dekarbonisierung wird ein Strombedarf von 1500 bis 2000 Mrd kWh im Jahr benötigt. Weil die Peaks von Solarstrom- und Windkrafterzeugung aber sehr schmal sind, wäre es viel zu aufwändig, den Jahresertrag vollständig nutzbar zu machen - also müssen etwa 20% mehr erzeugt werden, als verbraucht wird. Und weil es Jahre mit besonders wenig Wind und Sonne gibt, in denen der Energiebedarf aber trotzdem gedeckt werden muss, werden wir EE-Anlagen brauchen, die im Mittel 50% mehr Strom erzeugen als der Jahresbedarf ist - also 2250 bis 3000 Mrd kWh.

          Zur Zeit erzeugen EE etwa 300 Mrd kWh im Jahr, und der Zubau liegt bei etwa 30 Mrd kWh pro Jahr - schon damit würde es mindestens 50 bis 70 Jahre dauern, auch nur 80% der Erzeugung aufzubauen. Und da haben wir dann noch nicht die benötigten Akkumulatoren, Elektrolyseure, Elektrofahrzeuge und Heizungen betrachtet.

        • @Zippism:

          Es gibt eine Veröffentlichung, dass bei 3 Grad Erwärmung der Permafrost noch einmal so viel CO2 freisetzt, wie die Menschheit bisher insgesamt freigesetzt hat - was zu weiteren 1,5 Grad Erwärmung führen würde.



          Wir können also schon einmal davon ausgehen, dass der Permafrost komplett auftaut. Wir können nur noch hoffen, dass das sehr lange dauert und nicht das gesamte CO2 freigesetzt wird.

        • @Zippism:

          Desinformation ist der absichtliche Versuch, mit Nennung richtiger, aber irreführender Fakten einen falschen Eindruck hervorzurufen.

          • @Griffendorff:

            Genau deshalb habe ich den Begriff verwendet. Sie nennen überwiegend richtige Einzelfakten – steigende Emissionen, tauenden Permafrost, regionale Erwärmung –, verbinden diese aber mit eigenen Annahmen und präsentieren daraus konkrete Temperaturzahlen von 9, 14 oder sogar 20 Grad. Für diese Schlussfolgerungen gibt es keinen wissenschaftlichen Konsens.

            Das Problem sind also nicht die Fakten, sondern die Gewissheit, mit der Sie Ihre persönliche Hochrechnung als wahrscheinliche Entwicklung darstellen. Genau dadurch entsteht beim Leser ein Eindruck, den die zugrunde liegende Wissenschaft so nicht hergibt.

        • @Zippism:

          Ich habe das nicht als gesicherte Klimaforschung bezeichnet. Die gesicherte Klimaforschung misst seit 30 Jahren im europäischen Binnenland eine Erwärmung von 0,5 Grad pro Jahrzehnt, dass die menschengemachten THG-Emissionen jedes Jahr immer noch weiter ansteigen, und dass der arktische Permafrost taut grossflächig, und in ihm dreimal so viel CO2 gebunden ist, wie die Menschheit bisher insgesamt freigesetzt hat (doppelt so viel, wie die Atmosphäre jetzt insgesamt enthält).



          Und es ist technisch nicht möglich, die globalen THG-Emissionen innerhalb weniger Jahrzehnte signifikant zu verringern - was viele wichtige Player auch gar nicht wollen.



          Meine Schlussfolgerung ist: Wenn wir also jetzt die Emissionen so schnell wie möglich verringern (also die Investitionen mindestens verfünffachen), dann wird es in den nächsten 100 Jahren im Binnenland ungefähr 10 x 0,5 Grad wärmer, je nachdem wie schnell der Permafrost reagiert.



          Verringern wir die Emissionen nicht, dann wird es allein durch die menschengemachten Emissionen 5 Grad wärmer, und der Permafrost kann global ungefähr bis zu 4,5 Grad dazufügen - im Binnenland also 9 Grad. Macht zusammen 14 Grad.

          • @Griffendorff:

            Genau hier liegt der methodische Fehler: Aus einzelnen gesicherten Beobachtungen werden weitreichende Schlussfolgerungen gezogen, die so nicht von der Klimaforschung vertreten werden.

            Ja, die Erderwärmung ist menschengemacht, die Emissionen sind weiterhin zu hoch und der tauende Permafrost ist ein relevanter Rückkopplungseffekt. Das bestreitet niemand. Aber daraus folgt nicht automatisch eine lineare Rechnung nach dem Muster „0,5 Grad pro Jahrzehnt mal 100 Jahre = 5 Grad“ oder eine Addition von Extremwerten verschiedener Effekte.

            Das Klimasystem funktioniert nicht wie ein Taschenrechner. Deshalb arbeitet die Wissenschaft mit Szenarien, die von zukünftigen Emissionen, politischen Entscheidungen, technischen Entwicklungen und Rückkopplungen abhängen – nicht mit zwangsläufigen Vorhersagen.

            Auch der Permafrost ist kein zusätzlicher Temperaturaufschlag, der einfach mit mehreren Grad aufaddiert werden kann. Er verstärkt die Erwärmung, aber die tatsächliche Wirkung hängt von komplexen Prozessen ab und ist Gegenstand wissenschaftlicher Modellierung.

            Der Klimawandel ist ernst genug, man muss ihn nicht mit spekulativen Extremrechnungen dramatisieren.

      • @Griffendorff:

        Die Klimaforscher haben gerade das wort-case-Szenario von rund 5° bis 2100 als inzwischen unwahrscheinlich zurückgenommen, deswegen ist schwer nachvollziehbar, wie Sie auf die 10-20° kommen. 20° würde den kompletten Kollaps und das Aussterben aller höher entwickelten Lebensformen bedeuten.

        Ich bin zwar absolut bei Ihnen, was die Fatalität des Ignorierens der Wissenschaft angeht, aber wenn die Wissenschaft schon herhalten muss für Ihre Argumentation, sollten Sie deren Ergebnisse nicht maßlos übertreiben.

        Das tatsächlich befürchtete Szenario (worst-case) von 3,5° bis 2100 mit den sehr wahrscheinlichen Folgen reicht als Grund zur Panik schon aus.

        • @Sisone:

          Das Binnenland erwärmt sich doppelt so schnell wie der Durchschnitt des Planeten. Und die Klimaforscher rechnen nur mit den menschengemachten Emissionen und bis 2100.



          Deswegen bedeuten 3,5 Grad im globalen Durchschnitt, von denen wir jetzt schon 1,5 Grad haben, bis 2100 4 WEITERE(!) Grad im Binnenland. Also in Deutschland so wie in Spanien am Ende des letzten Jahrtausends.

    • @Griffendorff:

      Wenn wir es schaffen die direkten Emissionen massiv zu reduzieren, oder gar mit Maßnahmen zum Ausgleich auf +- 0 bringen, hört der Permafrost auf weiter zu tauen.



      .



      Es gibt laut derzeitigem wissenschaftlichem Stand keinen Schwellenwert, bei der globalen Erwärmung der Erde, ab dem sich der Prozess verselbständigt.



      .



      Ja es wird ohne jeden Zweifel übel. ABER es gibt noch verdammt vieles was aktiv verhindert werden kann. UND es gibt sogar schon einiges was bereit verhindert wurde. Den Worst Case haben wir nach aktuellem Stand verhindern können. Weil Solar, Wind und Speicher so billig geworden sind.



      .



      Es gibt absolut keinen Grund zur Entwarnung, es wird immer noch apokalyptisch, aber eben auch keinen Grund in Apathie zu verfallen.



      .



      Das gehört zu den aktuellen Propagandasäulen der fossilen Lobby.



      .



      "Klimawandel gibt es nicht", "Wenn doch sind wir nicht schuld", "Erstmal die anderen" und "Es bringt eh alles nichts mehr".

      • @sociajizzm:

        "Wenn wir es schaffen die direkten Emissionen massiv zu reduzieren, oder gar mit Maßnahmen zum Ausgleich auf +- 0 bringen, hört der Permafrost auf weiter zu tauen."

        Nope. Die Klimaveränderungen sind nachgelagert. Selbst wenn wir von heute auf morgen alles runter fahren würden wird es die nächsten 10-20 Jahre erstmal schlimmer. Hinzu kommen zwei weitere Faktoren: die Permafrostzone ist riesig, die auf ihr wirkende Klimaveränderung ist von uns nicht durch einzelne Maßnahmen oder national eingrenzbar. Darüber hinaus hat z.B. die russische Führung gar kein Interesse diesen Tauprozess aufzuhalten, man bringt sich sogar schon in Stellung die dort lagernden Bodenschätze auszubeuten, sobald die Fundstätten leichter zugänglich sind.

      • @sociajizzm:

        Es wäre technisch gar nicht möglich, die THG-Emissionen innerhalb weniger Jahrzehnte signifikant zu verringern - selbst wenn man denn wollte - was aber viele wichtige Player offensichtlich NICHT wollen.

  • "Waldbrände in Spanien, Frankreich und Portugal, Überschwemmungen in Japan, 10.000 Hitzetote in Deutschland meldet das RKI. Über all diese Ereignisse wird berichtet – zumindest solange sie aktuell sind. Doch ausgerechnet die Berichterstattung über ihre gemeinsame Ursache, die Klimakrise, nimmt ab."

    Ja, weil die Klimakrise nicht weggeht. Es ist ja nicht so das wir in 1-2 Jahrzehnten eine kühlere Welt haben. Die Ereignisse die wir jetzt haben, werden kaum besser werden. Und das Argument: "ja, aber es wird schlimmer" kann man ja der Welt kaum verkaufen. Europa ist der Kontinent den es neben den Polen besonders trifft. Wir haben das extremere Wetter und keine Kimaanlagen. Und ohne "die Welt" können wir schlecht das Klima retten. Das geht weder wirtschaftlich, gesellschaftlich noch stoppt es die Klimakrise.

  • Man hat bereits rund 30 Jahre darauf verwendet "Ursachen, Folgen und Lösungswege öffentlich zu diskutieren" danach immer noch zu glauben, dass die Ursache dafür, dass immer noch viel zu wenig gegen die Klimakatastrophe unternommen wird darin bestünde, dass die Gesellschaft "kaum informiert" wäre ist schon ein ziemliches Kunststück. Das Problem wurde diskutiert und verstanden. Jeder willkürlich ausgewählte Passant kann im Schlaf herunterbeten was eigentlich zu tun wäre, aber wir haben eben entschieden, dass uns das zu unbequem ist auch wenn wir wissen, dass das realistisch betrachtet für unsere Kinder und Enkel wohl ein Szenario mit mindestens +3,5° bedeuten wird das damit weit jenseits der Grenze einer noch möglichen Anpassung liegt. Wir haben die wohlinformierte Entscheidung getroffen das globale Klima, das Ökosystem, die Artenvielfalt und die Lebensgrundlage künftiger Generationen zu zerstören, weil der Verzicht auf regelmäßige Fernreisen, das eigene Auto, eine doppelt so große Wohnfläche wie noch vor 50 Jahren oder die tägliche Wurst eben doch zu viel verlangt wäre.

    • @Ingo Bernable:

      Diesen ganzen Verzicht braucht es gar nicht, um den Klimawandel vernünftig zu begrenzen. Es reicht, die fossilen Investitionen hin zu umweltschonenden Verfahren umzudirigieren.



      Noch. In einigen Jahren werden umfangreiche einschneidende Notstandsmassnahmen unausweichlich.

      • @Griffendorff:

        Angesichts der stetig steigenden Weltbevölkerung, die natürlich ebenfalls unseren "Erste-Welt-Lebensstandard" anstrebt ist Verzicht unabweislich, will man den Klimawandel sowie den Umwelt- und Ressourcenverbrauch "vernünftig begrenzen".



        Grob gesagt gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Wir (Die Gesamtmenschheit) verzichten auf den Hyperkonsumlebensstil, wie er vor allem in den westlichen Ländern etabliert ist und schnallen den Gürtel bedeutend enger. Bspw. so auf DDR-Niveau.



        2. Wir "verzichten" auf den Großteil der menschlichen Population, die verbleibenden 10% oder weniger, können dann in materieller Hinsicht das Paradies auf Erden verwirklichen.



        Beide Szenarios haben so ihre Tücken und einen ähnlich hohen Grad an Unwahrscheinlichkeit. Wobei Nr. 2 noch etwas realistischer ist.



        Aber es wird auf Alternative Nr.3 rauslaufen:



        "Der Kurs bleibt der alte, und nun mit Volldampf voraus."



        Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen aka Kaiser Wilhelm der Zweite.

    • @Ingo Bernable:

      Das. Wobei das mit der größeren Wohnfläche dank der Mietenexplosion für die meisten vorbei sein dürfte. Aber sonst ist es eben genau das von Ihnen Gesagte, und deshalb wird sich auch nichts ändern.

  • Danke für die wertvolle Erinnerung an alle, die es angeht. Ich vermisse in den Öffentlich-Rechtlichen und in der sog. seriösen Presse eine kluge und fortlaufende Darstellung der Klimakrise schon länger. Sie haben recht: Wir waren doch schon weiter!

  • "... Und eine Gesellschaft kann auf Herausforderungen und Zusammenhänge, über die sie kaum informiert wird, nur schwer angemessen reagieren. ..."



    Der Klimawandel "informiert" doch mittlerweile täglich direkt, wer jetzt noch nichts gemerkt hat, wem will da noch helfen.

    • @Axel Schäfer:

      Alle ab ca. Grundschulalter sind ausreichend informiert. Daran liegt es nicht. Die meisten Leute haben eben schlicht keine Lust, ihren Lebensstil zu ändern. Wobei man auch sagen muss, dass das meiste CO2 von dem weltweit 1(?) % der Superreichen produziert wird. Wenn wirklich was erreicht hätte werden sollen (ich halte es inzwischen für zu spät) so hätte zunächst dort radikal und global die Axt angesetzt werden müssen, weil das schlicht den größten Unterschied gemacht hätte. Das tägliche Wurstbrot und die jährliche Ibizareise von Max Mustermann sind da unter "ferner liefen". Man hätte beizeiten an die größten Verschmutzer rangehen müssen.