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Klimabewegung fordert RücktrittEs reicht mit Reiche

Weil sie Klimaschutz verunmögliche, fordert Fridays for Future die Wirtschaftsministerin auf, ihr Amt niederzulegen. Unterstützung kommt aus der Pflege- und Heizungsbranche.

Die Klimabewegung Fridays for Future fordert den Rücktritt von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Dabei erhält sie Unterstützung: Am Mittwoch stellten sich Ver­tre­te­r*in­nen aus Heizungsbranche und Gesundheitsbereich hinter die Forderung. Carla Reemtsma, Sprecherin von Fridays for Future Deutschland, begründet den Vorstoß damit, dass Reiche immer wieder die Interessen der fossilen Industrie unterstütze. Das mache sie aus ihrer Sicht „zu einer Person, die in dieser gesamten Koalition Klimaschutz verhindert und verunmöglicht“.

Die Klimaaktivistin kritisiert insbesondere den geplanten Ausbau von Gaskraftwerken sowie die vorgesehenen Änderungen am Heizungsgesetz. Dadurch werde eine „riesige neue fossile Abhängigkeit“ geschaffen und der Ausstoß von Treibhausgasen nicht in dem notwendigen Tempo gesenkt.

Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) will die Bundesregierung zentrale Vorgaben des Heizungsgesetzes der Ampelregierung zurücknehmen. Dazu gehört vor allem, das geplante Ende des Betriebs fossiler Gas- und Ölheizungen bis 2045 aufzuheben und deren Nutzung dauerhaft zu ermöglichen.

Neue fossile Heizungen sollen künftig bestimmte Vorgaben erfüllen: Sie müssen schrittweise einen steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe verwenden. Vorgesehen ist eine steigende Beimischung etwa von Biomethan oder synthetischen Kraftstoffen – wie genau diese Mengen verfügbar werden sollen, ist jedoch offen.

Immer mehr Not­fall­pa­ti­en­t*in­nen

Reemtsma warnt, dass die Pläne dazu beitragen könnten, dass Extremwetter wie die jüngste Hitzewelle künftig häufiger und intensiver auftreten. „Menschen zu schützen und dafür zu sorgen, dass unsere Infrastruktur nicht weiter kaputtgeht, bedeutet eben auch, Emissionen zu reduzieren“, sagt die Aktivistin.

Klimawissenschaftlerin Friederike Otto hebt hervor, dass die jüngste Hitzewelle nur durch den menschengemachten Klimawandel so heiß ausfallen konnte. „Diese zwei Grad oder drei Grad, die können den Unterschied für ganz viele Menschen zwischen Leben und Tod ausmachen“, sagt die Forscherin vom Imperial College London.

Das weiß auch Anja Vogt, Intensivpflegerin im Vivantes Krankenhaus Neukölln. Fehlende Klimatisierung, überhitzte Räume und chronische Unterfinanzierung führten zu schwierigen Arbeitsbedingungen für Beschäftigte. Zudem würden bei extrem hohen Temperaturen häufiger Not­fall­pa­ti­en­t*inn­nen eingeliefert werden: „Die kommen, weil sie überhitzt sind, weil sie zu wenig getrunken haben, und liegen dann in Zimmern, die genauso heiß sind wie ihre Wohnungen, aus denen sie wahrscheinlich kommen.“

Heizungsinstallateur beklagt Unsicherheit

Die geplanten Veränderungen im Heizungsgesetz kritisiert der Heizungsinstallateur Michael Hoppe scharf. Es gebe keinen Grund, das bestehende Gebäudemodernisierungsgesetz zu ändern, da es der Branche erstmals einen langfristigen Fahrplan für den Umgang mit Heizungen und Gebäuden gegeben hätte. Die mit Strom betriebenen Wärmepumpen seien eine bewährte Technologie und in der Gesellschaft zunehmend akzeptiert. Doch dafür soll nun die Förderung gekürzt werden.

„Wir wissen, wohin die Reise gehen muss, und rennen mit aller Gewalt in die andere Richtung“, moniert Hoppe. Die andauernde Diskussion über Änderungen im Heizungsgesetz habe zu einer „riesengroßen Verunsicherung“ am Markt geführt. Die Wärmewende müsse aus seiner Sicht mit erneuerbaren Energien vorangetrieben werden – auch, um Deutschland unabhängiger von fossilen Energiequellen zu machen.

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20 Kommentare

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  • Zu meinen, dass Deutschland den Klimawandel alleine verlangsamt, ist absoluter Quatsch.



    Frau Reiche sorgt dafür, dass viele Haushalte nun eben nicht in die Abhängigkeit von einer WP gedrängt werden, sondern weiterhin eine Wahl haben.



    Niemand weiß, welche "klimafreundlichen" Stoffe in der Zukunft entwickelt werden.

  • Wie schade, dass sie auch nach dem dringend erforderlichen Rausschmiss wahrscheinlich noch lebenslang sehr gut auf unsere Kosten leben und nicht in einer unklimatisierten Dachwohnung oder Pflegeheimstation landen wird, um den Klimawandel richtig genießen zu können.

  • Leider muss auch ich sagen, dass Frau Reiche für das Amt der Wirtschaftsministerin ungeeignet ist.

  • Ich schließe mich dieser Forderung gerne an. Der Einfachheit und Effizienz halber sollten wir Frau Reiche aber einfach fragen was bzw wieviel sie dafür gerne hätte.

    • @Powow:

      Es ihr aber natürlich nicht geben.

  • Ich die Frau den schlechter als die anderen Minister ?



    Ich bin mir da nicht sicher.

    Ich sehe das eher so, dass genau diese politische Richtung in unserer Regierung breitesten Konsenz findet.

    Und daraus kann man nur die Konsequenz ziehen dass nicht nur die Reiche ihren Hut nehmen muss.

    Und davor zöge ich dann den Hut !

    • @Bolzkopf:

      Die Aufgabe einer/s Wirtschaftsministerin/s ist, die Wirtschaft voranzubringen. Das bedeutet vereinfacht, dass die Tätigkeit zu höheren Reallöhnen und Wachstum führen sollte. Stimmen Sie zu, dass wir diesbezüglich von Frau Reiche bisher viel zu wenig gesehen haben?



      Ob einzelne Ideen oder Maßnahmen in der Regierung Beifall finden, ist für die Bewertung eigentlich egal.

      • @Aurego:

        "Das bedeutet vereinfacht, dass die Tätigkeit zu höheren Reallöhnen und Wachstum führen sollte."

        Ich glaube, dass in den letzten Jahrzehnten kein einziger WiMi seine Aufgabe in der Steigerung des Reallohnes gesehen hat. Und Reiche schon mal gar nicht.

        • @Kaboom:

          Von den rot-grünen Reformen unter Schröder und Fischer hat die Folgeregierung 16 Jahre lang gelebt. Wer war doch gleich unter Schröder Wirtschaftsminister? Das waren Werner Müller und Wolfgang Clement.



          Aber im Schnitt ist der Reallohnindex in den letzten 20 Jahren jährlich im Schnitt tatsächlich um ca. 0,5%-0,6% gestiegen. Deutliche Einbrüche gab es zu Begin der Pandemie und zum Beginn des Ukraine-Krieges.

    • @Bolzkopf:

      Zur Wahrheit gehört dazu, dass große Teile des Wahlvolkes sich diese Politik so gewünscht haben. Es ist ja nicht so als ob CDU oder SPD neue Parteien ohne Vorgeschichte wären. Und ein weiteres Fünftel unterstützt sogar eine rechtsextreme Putin-Partei, welche den Klimawandel als Unfug abtut.

  • Rücktritt ist das Eine, Rausschmiss das Andere. Die gehört vor ein Gericht: Meineid, bewusste Schädigung der Volksgesundheit, Lügen und ziemlich offenkundige Korruption, oder wie will man ihre Hörigkeit gegenüber der fossilen Wirtschaft sonst erklären?



    Doch Merz tickt sehr ähnlich und der sollte gleich mitgehen - bei 17% Zustimmung ist das eh kein Verlust.

    • @Perkele:

      @Perkele



      👍👍 Genau so schaut's aus, wenn nicht sogar noch viel schlimmer !

  • Mittlerweile sieht es doch so aus, das der Einfluss der Lobbyisten in das politische System so weit hineinreicht, das alles, was mit Demokratie Entscheidungen zu tun hat, Entscheidungen die dem Volk zu gute käme, dem Geldbeutel jedes Bürgers, zugunsten der Großkonzerne weg radiert werden soll.



    Übermacht der Wirtschaftslobby:



    share.google/dNs0tHoFeLERIGxvs

  • Am besten ist es, wenn wir jetzt aus Protest alle Wärmepumpen und Balkonkraftwerke installieren.

  • Reiche gehört zu den Kreisen, die den Klimawandel leugnen. Sie in's Kabinett zu holen war schon ein gravierender Fehler. Sie weiter zu behalten noch mehr. Vielleicht sollte Merz mehr Harald Lesch schauen. Der erklärt ihm unzweifelhaft die vorliegenden Fakten zum Klimawandel. Überhaupt gehört Lesch in's Kabinett, denn dort fehlt vor allem Sachverstand.

    • @shitstormcowboy:

      Hilft nix. Harald Lesch würde ihm vermutlich sagen müssen, was ich neulich auf einem T-Shirt las: "I can explain it to you. But I can't understand it for you".

  • Ich denke, Frau Reiche ist nur ein Symptom der Auswirkungen davon, dass anstelle der Mehrheit der Wählenden die Lobbyisten die Politik der Bundesregierung bestimmen.

  • Die Forderung nach Rücktritt oder Rauswurf der Ministerin ist sicher berechtigt.



    Der Umstand, dass sie auf wirklich schlüssige Begründungen ihrer Politik verzichtet, macht deutlich, dass sie offenbar Einseitig eine rückwärtsgewandte, an den Interessen einzelner Konzerne orientierte Richtung verfolgt.

    Empfehlung: "Die Energie Anstalt"



    www.zdf.de/video/s...om-2-juni-2026-100

    Garnicht so lustig sind natürlich die Folgen dieser Wirtschaftspolitik mit ihren mittel-bis langfristigen Auswirkungen auf die Klimaentwicklung.

    Trotzdem bin ich nicht so optimistisch anzunehmen, dass Frau Reiche ihren Posten räumen wird. Bei dieser Regierung käme das einem Wunder gleich.



    Trotzdem ist es richtig und wichtig gegen diese Politik klar Stellung zu beziehen, egal ob im Bundestag, im internet oder auf der Straße.

  • Dass der Heizungsmensch sich beschwert kann ich verstehen. Die sog. Förderung von Wärmepumpen ist schließlich direkt bei der Branche gelandet. Ein Blick in die Nachbarländer zeigt, dass dort die Preise für Wärmepumpen ziemlich genau um die durchschnittliche Förderung hierzulande niedriger sind.

    Das Hin und Her ist aber natürlich auch wirklich Käse. Man hätte diesbezüglich einfach gar nichts tun sollen, dann hätten sich Wärmepumpen ganz ohne Zwang mit und mit durchgesetzt, man hätte Menschen nicht verprellt und nicht Steuergelder in Milliardenhöhe verbrannt.

  • Das kann ich nur unterschreiben, kann sie Spahn und Merz gleich mitnehmen