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Militärausgaben steigen auf RekordhochBillionen, die es für eine bessere Welt bräuchte

Tanja Tricarico

Kommentar von

Tanja Tricarico

Knapp 3 Billionen Dollar geben Staaten für Aufrüstung aus. Das Geld könnte stattdessen in Bildung, Gesundheit oder ein würdevolles Leben fließen.

Verkaufserfolg: Leopard 2 A4-Panzer bei Rheinmetall in Unterlüß Foto: Fabian Bimmer/reuters

E s ist eine wahrlich traurige Statistik, die das Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlicht hat. Satte und unglaubliche 2,9 Billionen US-Dollar gibt die Welt für Militär und Rüstung aus. Es ist das elfte Jahr in Folge, dass die Militärausgaben international steigen. Das Stockholmer Institut spart auch nicht mit Superlativen: Die Staaten sind wieder auf dem Investitionslevel wie zu Zeiten des Kalten Krieges angelangt. Und angesichts der trüben Aussichten und Kriegslagen an den verschiedensten Hotspots der Welt wird es wohl auch im kommenden Jahr die nächsten Erfolgsmeldungen geben.

An der Spitze des Rankings stehen die altbekannten Player mit ihren autokratischen Regimen: die USA, China, Russland. Die Investitionen der Vereinigten Staaten sind leicht rückläufig, aber nur aus dem einen bescheidenen Grund, da US-Präsident Trump entschieden hat, die militärische Ukraine-Hilfe zurückzufahren. Derzeit. Müßig, zu sagen, dass die Investitionen im kommenden Jahr vermutlich auch in den USA wieder steigen werden, schließlich spart der Mann im Weißen Haus nicht mit kriegerischen Drohgebärden Richtung Naher Osten oder mit Blick auf den „Hinterhof“ der USA, Lateinamerika.

Es sind 2,9 Billionen US-Dollar, die in Bildungsprojekte fließen könnten, in Gesundheit, in den Umweltschutz, in ein gutes und würdevolles Leben im Alter. Wenn man so will, sind dies auch alles politische Krisenfelder und friedensstiftende Maßnahmen, die Aufmerksamkeit und Geld brauchen. Aber die Regierungen dieser Welt scheinen keinen alternativen Geschäftsplan für ihre Bevölkerungen zu haben, sondern rühmen sich mit ihrem Investment in Verteidigung.

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Vielleicht schon mal über Resilienzfaktoren in Sicherheitsfragen anderer Art nachgedacht? Zum Beispiel der Einsatz für internationale Abkommen zur Abrüstung, für mehr Diplomatie oder für Bündnisse, die sich gegen die Klimakrise stemmen, für Gleichberechtigung und gegen soziale Ungerechtigkeit eintreten? Ja, das scheint angesichts der Weltlage eine naive Forderung zu sein, die sich aber langfristig auszahlen würde. Niemand beschönigt oder unterschätzt die Bedrohungslage, die insbesondere vom russischen Aggressor Wladimir Putin für die europäischen Staaten ausgeht.

Doch anstatt sich ihres diplomatischen Instrumentenkastens zu bedienen, rücken sie im Rüstungs-Ranking nach oben. Allen voran Deutschland, das nun auf dem vierten Platz landet und auf die Top Drei hofft. 2027 dürfen wir ziemlich sicher mit dem nächsten Rekordwert rechnen.

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Tanja Tricarico
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Schreibt über Außen- und Sicherheitspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, früher auch Digitalisierung. Host der Fernverbindung, dem Auslands-Podcast der taz. Privat im Einsatz für www.geschichte-hat-zukunft.org
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43 Kommentare

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  • Wenn alle Länder so äußerst unfähige Verteidigungsminister wie Deutschland haben ist es unausweichlich das die Ausgaben für Verteidigung, genauso wie die Gewinne der Rüstungskonzerne, ins unermessliche steigen.

  • Es gibt kein wirklich allgemein anerkanntes und darüber hinaus überzeugendes Ranking für "Most Moral Army".



    Ein Widerspruch in sich, das musste auch die Bundeswehr in Auslandseinsätzen lernen.



    Die These, dass Rüstung zu Krieg führt und nicht umgekehrt, hat ziemlich viele Verfechter:innen und die Geschichte Deutschlands als Nationalstaat mit einem preußischen Kernland ist ein Beispiel für einen Irrweg mit Zündeln auf einem dicht besiedelten Kontinent.



    2022 bei fluter.de Julia Lauter



    "Der Trend zu immer höheren Investitionen in Waffensysteme war schon vor dem russischen Überfall auf die Ukraine klar erkennbar: 2021 stiegen die weltweiten Militärausgaben auf den Rekordwert von 2,1 Billionen US-Dollar an, wie das Stockholm International Peace Research Institute bekannt gab. Aus Sicht der Friedensforschung ist das eine besorgniserregende Entwicklung – sollten wir Normalbürger:innen die Aufrüstungseuphorie dann nicht ebenfalls kritisch hinterfragen?"



    ()



    "Ein Aufrüstungsautomatismus ist keine adäquate Reaktion auf die zahlreichen Krisen unserer Zeit – von Pandemie bis Klimawandel. Denn die können nur zu einem sehr kleinen Teil durch militärische Mittel gelöst werden. Darum sollten wir..."

  • Bereits 2028 ist das Sondervemögen der Bundeswehr erschöpft. Dann müssen Riesensummen für die Bundeswehr aus dem Haushalt finanziert werden, was riesige Einsparungen im Sozialen zur Folge haben wird.



    Dazu kommen etliche Milliarden aus dem deutschen Haushalt für das Militär der Ukraine plus die Finanzierung des Haushalts der Ukraine. Alternativlos aus Sicht von SPD, CDU/CSU und den Grünen.

  • Wer die Gelegenheit versäumt, dem weist sie den Hintern.

    "Als mein Ur-Großvater Kind war, war Krieg.



    Als mein Großvater Kind war, war Krieg.



    Als mein Vater Kind war, war Krieg.



    Als ich Kind war, war Krieg.



    Als meine Kinder Kinder waren, war zum ersten Mal kein Krieg.



    Lieber Gott – erspare auch meinen Enkeln einen Krieg!



    © Willy Meurer (1934 - 2018), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto"

  • Ich befürchte, ein wenig Realismus schadet nicht in der Debatte. Man kann also ein Wettrüsten von erklärten Widersachern und (ehemaligen?) Freunden leider nicht ignorieren, verdammte dynamische Realität. Trotzdem gilt es aufzupassen und das alles sehr , sehr kritisch zu begleiten:



    (1) nicht umsonst heißt es, dass die UDSSR seinerzeit ‚zu Tode gerüstet‘ wurde. Rüstungsausgaben muss man sich also auch leisten können- auch unter sozialen Gesichtspunkten.



    (2) Eminent wichtig ist die Kontrolle der Mittelverwendung. Ich glaube die Rüstungsindustrie ist der Bereich der legalen Wirtschaft, in dem der Grad an Korruption historisch am höchsten ist.

  • "Warum können die Männer, wenn sie Erfolgserlebnisse brauchen, nicht einfach Marmelade kochen oder einen Kuchen backen? Muss es unbedingt immer ein Weltkrieg sein? "

    Verändert und zitiert nach einem Cartoon von Beck.

    Womit man wieder bei der Diskussion um die Eigenheiten von Männer sein könnte. Der Rest ist schon in anderen Kommentaren gesagt.

    • @fly:

      Margaret Thatcher war gar keine Frau? Ich gehe jetzt mal in Ruhe den Weltkrieg planen mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen.

    • @fly:

      "Womit man wieder bei der Diskussion um die Eigenheiten von Männer sein könnte."



      Nur gut, dass Frauen in der Geschichte, sobald sie die Möglichkeiten hatten, gezeigt haben, dass sie niemals Kriege führen.



      Warum die Militärdebatte schon wieder sexistisch einfärben?

    • @fly:

      Es sind nicht "die Männer", es sind Nationalstaaten, die knallhart die Interessen der herrschenden Klasse vertreten, es geht um Territorium und billigen Zugang zu Ressourcen. Und wenn ich die derzeitige Politik hier in Deutschland sehe, fällt mir das Zitat von Pispers ein: "Wir schützen nicht nur, was wir haben, sondern wir schützen auch, was wir gerne hätten."

      • @Wurstfinger Joe:

        Das ein Haufen Blödsinn Deutschland hat Null imperialistische Ziele die es militärisch verfolgt noch in den nächsten 10 Jahren verfolgen wird. Es geht einzig und allein um Verteidigung.

    • @fly:

      Man(n) kann auch alles drei machen Kuchen backen, Marmelade kochen und Krieg führen.

  • Ja, ewiger Weltfrieden wäre schön.

  • Man kann ja mal probeweise diese schöne Vorstellung auf die deutsche Innenpolitik übertragen:

    Wir brauchen gar keine (finanziellen) Mittel für den Kampf gegen Rechts, sondern überzeugen die AfD durch bloße Diplomatie.

    • @Chris McZott:

      Kleiner Denkfehler.



      Nicht die AfD muss durch Diplomatie überzeugt werden, sondern die Wähler durch Politik, die ihnen dient.



      Wenn man dann noch ein paar Euro für Programme gegen Rechts ausgibt, schadet das nicht aber auch nur dann.

  • ""Die Investitionen der USA (..) rückläufig, (..) da (..)Trump entschieden hat, die militärische Ukraine-Hilfe zurückzufahren.""



    =



    Der Rückgang des US Militärbudgets aufgrund der unterlassenen militärischen Hilfeleistung an die Ukraine ist richtig - allerdings ist der Tenor im folgenden falsch.



    =



    China verfügt 2026 über die weltweit größte Armee mit 2,03 Millionen aktiven Soldaten. Russland hat sein aktives Militärpersonal auf etwa 1,32 bis 1,5 Millionen Soldaten aufgestockt. Zusammen: mehr als 3 Millionen aktive Soldaten im Militärdienst. (!!!)



    Demgegenüber sind in den USA derzeit 200.000 aktive Soldaten engagiert. Darüber hinaus scheint auch die technische Überlegenheit der USA ein Vorurteil zu sein. Das Patriot-Raketenabwehrsystem der USA gilt als eines der am weitesten verbreiteten bodengestützten Systeme.



    =



    Aufgrund des iranischen Angriffs auf die 8 Nachbarstaaten wurden an einem Tag (!!!) mehr als 800 Patriotraketen verschossen - wobei die JÄHRLICH mögliche Produktion der Raketen bei 620 Stück liegt.



    =



    Durch die 2 Kriege hat die USA militärische Hardware verschossen für die es Jahre benötigt die Lager wieder



    aufzufüllen.



    =



    Und das wiess auch China & Russland.

    • @zartbitter:

      Die US Armee hat 946.961 Soldaten, nicht 200.000 (Stand Juni 2025). Die Überlegenheit beruht nicht nur auf der Raketenabwehr sondern insbesondere auch auf der Satellitenaufklärung, weltweit einsetzbaren Marine-, Luft und Landstreitkräften und der technischen Überlegenheit. Plus natürlich dem politischen Willen der Regierung. Die deutsche Regierung verfügte weder über die Aufklärung, Luftabwehr, einsatzfähigen Kräfte noch - soweit ich das sehen kann - irgendeinen politischen Willen. Die Produktion der Patriot wird hochgefahren wenn notwendig, da würde ich mir bei den USA keine Sorgen machen, Schauen Sie sich mal das Hochfahren der US-Rüstungsproduktion im 2. WK an, das gibt ein Beispiel der amerikanischen Fähigkeiten.

  • Nun, wie viele hier nun schon geschrieben haben: Ja, könnte man. Wäre super!



    Wenn wir in einer besseren Welt leben würden, bräuchte ich keine Türschloss, wir bräuchten keine Polizei und keine Gefängnisse.



    Richtige Kriegswaffen bräuchten wir überhaupt nicht.



    Leider, leider ist die Welt geprägt von Menschen die mit Gewalt versuchen sich Dinge zu nehmen, die Ihnen nicht gehören oder versuchen sich mit Gewalt Menschen Untertan oder Sklaven zu machen, wollen mit Gewalt andere Menschen sexuell gefügig machen oder auch mit Gewalt ihre extremen Glaubens- und Wertevorstellungen, Verhaltensregeln und der gleichen mehr aufzuzwingen.



    Solange es solche Menschen gibt und diese meist durch Gewalt zu noch mehr Macht gelangen, werden wir leider Waffen brauchen.

    Die Freiheit muss jeden Tag verteidigt werden. In den letzten Jahren, vor der Ukraine, hatten wir nur gedacht die Welt wäre weiter. Ist sie leider nicht.

  • "An der Spitze des Rankings stehen die altbekannten Player mit ihren autokratischen Regimen: die USA, China, Russland"



    Hannes Wader zu den "alten weißen Männern"



    als die 'üblichen Verdächtigen'



    /



    "Krieg ist Krieg



    /



    Alte, kranke, mächtige Männer



    Fühlen sich frisch, wie neu belebt



    Wenn erst das Blut von Millionen Menschen



    An ihren Händen klebt...



    ()



    Wie weit reicht die Geduld der Völker?



    Wie lange darf man ungestört



    Gewaltsam nehmen und vergeuden



    Was der ganzen Welt gehört?...



    ()



    Wer weiß vielleicht setzt eines Tages



    In einem kleinen fernen Land



    Ein kleiner Krieg, ein winziger Funke



    Wieder die ganze Welt in Brand..."



    /



    Bemerkenswert!



    Nicht nur lesenswert...



    Quelle u.a. lyricstranslate.com



    ...sondern auch sehr hörenswert.

    • @Martin Rees:

      @ Martin Rees



      Wie Lyrik doch ans Herz und zugleich an den Verstand gehen kann - Dankeschön für Ihren Beitrag👍👍, sollte sich jeder denkende Humanist ausdrucken & an seiner Haustür und seinem Wagen anbringen.



      https;www.friedenskooperative.de



      ☮️

  • Es sollte nicht vergessen werden, dass der sprunghafte Anstieg der Waffenlieferungen der Tatsache geschuldet ist, dass Deutschland die Ukraine unterstützt.



    Seit Jahren macht das mehr als die Hälfte der deutschen Waffenexporte aus .



    Einer der größten Abnehmer ist außerdem schon länger Südkorea, hier ist ja auch bekannt, dass der Gegner im Norden nicht an Diplomatie interessiert ist.



    Ich bin kein Freund von Krieg und Gewalt.



    Allerdings müssen wir uns den Realitäten stellen.



    Wenn die Unterstützung der Ukraine bedeutet, dass wir im Ranking der Waffenexporte nach oben steigen, ist das letztlich eine gute Nachricht, die Tatsache, dass trumps Bereitschaft diesbezüglich abgenommen hat, eine schlechte.

  • "Knapp 3 Billionen Dollar geben Staaten für Aufrüstung aus. Das Geld könnte stattdessen in Bildung, Gesundheit oder ein würdevolles Leben fließen. "



    Dass Verteidigungsausgaben und ein würdevolles Leben nicht unbedingt im Widerspruch stehen, ist eigentlich klar, oder?

  • Es liegt leider in der Natur vieler Menschen, dass sie Argumenten nicht zugänglich sind und wenn sie durch Gewalt die Möglichkeit haben, sich das zu nehmen, was Sie von anderen wollen, dann tun sie das auch.

    Das unabhängig von Religion, Ethnie oder Herkunft.

    Wir sehen dass doch auch in vielen anderen Bereichen. Gibt es eine bestimmte „Prägung“ kann dieser argumentativ nicht beigekommen werden.

    Das wird leider auch immer so bleiben, so bedauerlich dies auch ist.

  • "Das Geld könnte stattdessen in Bildung, Gesundheit der ein würdevolles Leben fließen."

    Ja, und das Geld, welch wir momentan für den Kampf gegen Rechts ausgeben, könnten wir auch besser verwenden. Machen wir aber nicht, weil wir wissen alle zurecht Angst davor haben, wie es ausgeht, wenn wir dieses Geld nicht ausgeben

    • @Jürgen Meyer:

      Das ist ja Mal ein wirklich sehr guter treffender Vergleich.

      Ich mach Mal einen anderen auf. Warum haben die Europäer den Rest der Welt kolonialisiert? Weil sie es konnten. Weil sie technisch und wirtschaftlich den "indigenen" Völkern weit überlegen waren. Zum Beispiel zu hoffen, dass ein abgerüstetes Europa würde irgendwie dazu führen dass Russland oder China auf einmal Weltpolitisch altruistisch werden kann man glauben wollen. Realistisch ist das nicht.

  • Ja, ich wünschte auch wir wären in dieser besseren Welt. Nur, ich glaube nicht dass wir in dieser besseren Welt sind. Wir rüsten also ab und Putin und China werden einfach sagen: ja klar, jetzt machen wir nichts. Nein noch besser, wir rüsten ab.



    Ich sehe kaum etwas weltfremderes und naives. Auch wenn es natürlich schön wäre, wenn es wahr wäre.

  • "Ja, das scheint angesichts der Weltlage eine naive Forderung zu sein, die sich aber langfristig auszahlen würde."

    Naiv klingt aus meiner Sicht eher das Ausklammern des praktisch wesentlichen Schrittes von "Forderung" zu "Erfüllung". Wie stellen Sie sich denn vor, Ihre Forderungen Jemandem schmackhaft zu machen, den rohe Macht wesentlich mehr interessiert als eine etwaige ökologische oder humanitäre Friedensdividende? Wie kommt bei so jemandem der "Werkzeugkasten der Diplomatie" ohne das älteste aller Werkzeuge, den schönen, großen Knüppel aus?



    Ja, es kostet viel Geld. Aber das Ding muss wenigstens griffbereit daliegen, damit so jemand wie Putin nicht weiter einfach seinen eigenen Knüppel schwingt und die ganzen zarten, auf friedvollem Wohlstand ruhenden Porzellanvasen voll Idealismus seiner Gegenüber als nutzbare Schwächen und Erpressungspotenzial sieht.



    Sie sprechen die Sprache einer Vernunft, die Sie wahrscheinlich für universell und letztlich zum Siegen verdammt halten. Vielleicht ist sie das auch, aber der Weg dahin muss erstmal durch Territorium gebahnt werden, wo andere Sprachen gesprochen werden. Wir merken allmählich, dass wir noch raus sind. Rauswünschen geht aber nicht.

  • "2027 dürfen wir ziemlich sicher mit dem nächsten Rekordwert rechnen."



    Üble Aussichten.

    Was mir jedoch spontan einfällt ist "der tödliche Witz" von Monty Python.



    youtu.be/2PYqSjg1Wmg

    • @Andreas Flaig:

      Entwaffnender Humor, die Briten sind klar überlegen. Aber besiegen können sie uns damit nicht. Unsere Ernsthaftigkeit wird es im Keim ersticken, die Dinge jemals heiter zu deuten.

  • "Vielleicht schon mal über Resilienzfaktoren in Sicherheitsfragen anderer Art nachgedacht? Zum Beispiel der Einsatz für internationale Abkommen zur Abrüstung, für mehr Diplomatie..." Diese Naivität ist zum Weinen. Was hat denn der ganze "Einsatz für internationale Abkommen zur Abrüstung, für mehr Diplomatie..." der vergangenen Jahrzehnte gebracht? Fakt ist auf internationaler Ebene: Wer sich mit Gewalt nehmen kann, was er will, tut das auch und zerreißt jegliches "Abkommen". Dagegen hilft leider nur eins: Sich wappnen, sonst geht es einem so, wie es der Ukraine beinahe in wenigen Tagen ergangen wäre, wenn sie keine entsprechende Unterstützung erfahren hätte.

    • @PeterArt:

      Man war schon auf einem besseren Weg, Abrüstungsabkommen waren geschlossen und wurden im Grossen und Ganzen auch befolgt. Offenbar hat man es in den letzten 10-15 Jahren nicht geschafft, Rahmenbedingungen zu schaffen, wo eine militärisches / imperialistisches Vorgehen mehr Nachteile als Vorteile bringt. Auch die Mehrheit der Bevölkerung in Russland, China oder den USA möchte keine Kriege.



      Im Vergleich zu etwa den 80ern oder 90ern fehlte zuletzte auf alles Seiten der Willen zu diplomatischen Lösungen und auch an diplomatischen Geschick.

      • @T-Rom:

        Die Abrüstungsabkommen basierten noch auf einer bipolaren Welt - die Nato mit den USA als übermächtigen "primus inter pares" einerseits und die Sowjetunion mit ihren strikt weisungsgebundnenen Vasallen andererseits. Da konnte man - zumindest in Sachen Abrüstung - die zwei Platzhirsche an einen Tisch setzen, und worauf immer die sich einigen konnten, war dann globaler Konsens.



        Heute ist das alles nicht mehr so einfach, weil die Interessensphären verschwommen sind und es mehr Mächte gibt, die aggressiv werden können und sich um keine Verträge scheren. Kurz: Niemand weiß heute, gegen wen er sich morgen wird verteidigen müssen. Da gibt man ungern einzelnen Abrüstungspartnern die Hand - zumal es eben auch unter denen kaum einen gibt, der diese Hand nicht genauso gut einfach abhacken könnte.

        Und in den 80ern und 90ern standen sich ganz andere Arsenale gegenüber. Es wird immer wieder gerne übersehen, dass militärische Macht im Hintergrund, wenn es hart auf hart kommt, diplomatisches Geschick erst zu einem echten Werkzeug macht. Putin hat nicht mangels diplomatischer Lösungen angegriffen, sondern weil er glaubte, militärisch da hinzukommen, wo er fair diplomatisch nicht landen konnte.

    • @PeterArt:

      Danke für den Kommentar. Putin hat darauf spekuliert einen schnellen Sieg zu erringen und nicht mit der Unterstützung für die Ukraine gerechnet (was auch anfangs so war #5000 Helme).

      Wäre die Ukraine damals schom gerüstet gewesen, wäre ihr viel Leid erspart geblieben.

      Das fehlt mir ein wenig die Rechnung. Ja, 3 Billionen in Waffen.

      Und wie viele Menschenleben kostet es auf diese Abschreckung zu verzichten!?

      Wie Sie schreiben: Wer mit Gewalt nehmen kann, tut es auch...

      • @Pawel_ko:

        „Wer mit Gewalt nehmen kann, tut es auch…“



        Da stellt sich die Frage, ob Sie es nicht können, es schon getan haben oder es vielleicht doch nicht wollen.

        • @Yes:

          Zum Einen bedarf der Satz vielleicht der Ergänzung "Wer mit Gewalt nehmen kann, *ohne die Folgen fürchten zu müssen*,...". Zum Zweiten gilt er auch möglicherweise nicht so absolut. Nicht ALLE Menschen wollen das auch, wenn sie es können. Aber es findet sich immer einer - und das gerne in mächtigen Positionen, denn solche Leute streben diese Positionen einfach mit mehr Motivation an als Jene vom Stamme "Gib".

  • Und wer sorgt wie dafür das diplomatisch Erreichtes, AKA Verträge auch eingehalten werden? Was machen wir mit Akteuren, die einfach so lange mit Krieg und Gewalt drohen und im Zweifel auch ausführen bis der Vertragsentwurf so aussieht, wie sie das möchten, ohne dass so Dinge wie Klima oder Menschenrechte darin Eingang finden?

    • @metalhead86:

      Ich denke in den Artikel sollte man nicht so etwas wie einen Lösungsvorschlag rein interpretieren, das ist vermutlich nicht Intention der Autorin, er zeigt einfach nur die vertragte Situation auf, in der sich die Welt befindet.

  • Es ist eine Riesensumme Geld und es ist zu verurteilen, aber man sollte nicht vergessen, dass zur Zeit ähnliche Summen in KI gesteckt werden, eingesammelt von den irrsinnigen Gewinnen von Global Playern und Spekulanten. Diese Summen (Meldung heute, NVIDIA ist gerade 5 Billionen US$ wert) könnte man über ordentliche Steuern auch vielen sinnvolleren Zwecken zuführen.

  • Vermutlich muss die Welt wieder in ein komplettes Chaos namens Weltkrieg oder ähnlich dimensionierte einzelne Regionalkriege gestürzt werden, die Wirtschaft und Gesellschaft zerstören, bevor man wieder an gemeinsame Friedensbemühungen denken kann.

    • @Axel Schäfer:

      Das muss dann die Spezies, die nach dem Homo sapiens kommt, entscheiden.

  • Oh Mann, immer dieses Gejammert bzgl. besserer Welt. Das ist so schwammig so unkonkret und zum Teil auch einfach falsch und vor allem naiv. Heute noch zu denken man könnte irgendjemandem der Staatsführer per Diplomatie ändern ist so vergangenheitsausblendend

    • @Klaus Schwarzmüller:

      Beim Führer unter den „Staatsführern“ mag das so gewesen sein, aber ansonsten sollte für die Vergangenheit auch nicht ausgeblendet werden, warum z. B. die Kubakrise nicht (weiter) eskaliert ist, die europäische Integration immerhin so gut gelungen ist, dass ein Krieg in der EU ausgeschlossen zu sein scheint, wir seit über 80 Jahren in Frieden leben und Diplomatie generell selbst in hochkomplexen Konflikten noch Fortschritte erzielen kann, auch wenn die Lage anschließend manchmal fragil bleibt.



      Die Erfolge der Diplomatie sind nicht immer so gut sichtbar wie die Folgen militärischer Interventionen. Sie geraten dementsprechend gerne in Vergessenheit, gerade weil sie die Eskalationen verhindert haben, bevor diese Schlagzeilen gemacht haben.

  • Weder Putin noch andere autokratische Regime kriegt man mit Montagsdemonstrationen weg. 1989 ist so nicht wiederholbar.