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Unverschämt hohe SpritpreiseÖlkonzerne machen 21 Millionen Euro täglich Zusatzprofit

Die Preise an den Zapfsäulen steigen stärker als an den Rohölbörsen, so eine Greenpeace-Studie. Die Rufe nach einer Übergewinnsteuer werden lauter.

Vor allem die hohen Dieselpreise sind ein Problem, weil sie die Transporte von Lebensmitteln und anderen Waren verteuern Foto: Rene Traut/imago

Angesichts der hohen Spritpreise in Deutschland werden die Rufe nach einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne lauter. Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace verdienen Ölkonzerne in Deutschland seit Beginn des Irankriegs täglich 21 Millionen Euro zusätzlich. Das geht aus einer Studie des Energieexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace hervor. Danach sind die Spritpreise deutlich stärker angestiegen als die Preise für Rohöl.

Im Zuge des Irankriegs ist die weltweite Ölversorgung unter Druck geraten. Der Iran hat den wichtigen Seeweg Straße von Hormus am Persischen Golf gesperrt und lässt nur wenige, ausgewählte Schiffe passieren. Durch die Meerenge gelangt etwa 20 Prozent des globalen Ölbedarfs auf den Weltmarkt. Durch die Blockade gibt es in Asien bereits einen akuten Mangel. Der Ölpreis ist von vor dem Krieg von 70 auf jetzt um die 100 Dollar je Barrel gestiegen.

Europa und Deutschland beziehen ihr Öl weitgehend aus anderen Regionen. Trotzdem sind vor allem in Deutschland die Preise an den Tankstellen in den vergangenen zwei Wochen stark gestiegen – obwohl die Bestände noch zu Vorkriegspreisen eingekauft wurden. Der Greenpeace-Studie zufolge haben die Ölkonzerne durch die Preisanhebungen seit Kriegsbeginn zusätzlich mit dem Verkauf von Diesel täglich 17,9 Millionen Euro und mit dem Absatz von Benzin pro Tag 3,2 Millionen Euro Gewinn gemacht.

Die Studie widerlegt die Behauptung der Ölbranche, sie gebe mit den Preiserhöhungen nur die Bewegungen auf dem Weltmarkt weiter. Auch ihr Argument, die Tarife an den Zapfsäulen müssten vorsorglich steigen, weil die Dauer der Blockade nicht absehbar und die Neubeschaffung ansonsten nicht gesichert sei, lässt Autor Bukold nicht gelten. „Hier wird das unternehmerische Risiko auf die Verbraucher abgewälzt“, heißt es in der Studie. Um mögliche Gewinneinbußen in Zukunft von vornherein auszuschließen, würden die Gewinnmargen schon jetzt ausgeweitet. „Das widerspricht nicht, sondern bestätigt die These, dass in der aktuellen Marktphase Übergewinne erzielt werden“, schreibt Bukold.

Übergewinne abschöpfen

Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, nicht tatenlos zuzusehen. „Die Bundesregierung muss diese unmoralischen Übergewinne abschöpfen und das Geld so investieren, dass wir künftig unabhängiger werden von fossilen Abzockern und Kriegsprofiteuren“, fordert Greenpeace-Verkehrsexpertin Lena Donat. Sie macht Vorschläge für die Verwendung: Die 21 Millionen Euro an Übergewinnen könnte die Bundesregierung nutzen, um jeden Tag 1.300 kleine E-Autos zu verschenken oder 840 Haushalten den Einbau einer Wärmepumpe zu finanzieren.

Die Linkspartei im Bundestag bekräftigt ihre Forderung nach einer Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. „Die Bundesregierung darf nicht zusehen, wenn Konzerne Krisen zum lukrativen Geschäftsmodell machen“, sagte die erste parlamentarische Geschäftsführerin Ina Latendorf am Montag. Auch die Grünen sind für eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne.

Vor allem die hohen Dieselpreise sind ein Problem, weil sie die Transporte von Lebensmitteln und anderen Waren verteuern, was die Inflation anheizt. Das Transportgewerbe warnt davor, dass Unternehmen die hohen Dieselpreise nicht stemmen können. Nach Angaben des Logistikverbands BGL macht der Kraftstoffaufwand rund ein Drittel der gesamten Transportkosten aus.

Gespräch ohne Ergebnis

Am Montag hat sich die von der Regierungskoalition eingerichtete Energiepreis-Taskforce mit Repräsentanten der Mineralölbranche getroffen. Den Konzernvertretern sei es nicht gelungen, ihre Preisgestaltung glaubwürdig zu erklären, sagte der SPD-Abgeordnete Armand Zorn im Anschluss. In der vergangenen Woche hatte ein Bericht der Monopolkommission der Bundesregierung gezeigt, dass die Spritpreise in Deutschland im EU-Vergleich am stärksten gestiegen sind.

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92 Kommentare

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  • Bitte die Übergewinnsteuer nicht ebenfalls nicht beim Top-Gewinner der Preissteigerung abgeben - dem Bundeshaushalt. Den Bundeshaushalt als Gewinner hätte man in dem Artikel ruhig erwähnen können.

  • Warum so veränderungsfeindlich und zukunftsfeindlich?



    Warum müssen Sie im gefluteten Ahrtal auf dem Boden des Sees nach ihren Habseligkeiten suchen?



    Warum so Tunnelblick?



    Neue solidarische Strukturen schaffen.



    nicht mit dem Kopf gegen die Wand.

  • Im Kapitalismus gibt es immer wieder Gelegenheiten, ein zufälliges Oligopol zur Profitmaximierung zu nutzen. Hier ist es der Iran-Krieg. Wahrscheinlich hätten die Preise so schnell gar nicht anziehen müssen. Taten sie aber. Da unsere Wirtschaftsordnung keine echten Kontrollen vorsieht, muss man sich nur auf einen Trend draufsetzen und dann ziehen automatisch alle mit und erhöhen einfach.



    Und klar, die Regierung, der Bundestag und die Gewerkschaften ... ja die gibt es, aber die können das Ganze gar nicht gegensteuern. Sondern die untersuchen, beautragen, rufen in Behörden an, tragen zusammen. So 2027 werden wir dann detailiert erfahren, was März 2026 schlecht lief.



    Deutschland hat zu Recht eine Energiewende begonnen. Da sollten wir jetzt weiter dran bleiben. Der Öl-Markt war scheiße und der wird es bleiben. Das Mineralölkonzerne Chancen nutzen, liegt am System, nicht an der Situation. Um das zu verstehen, muss man keine Habilitationsschrift in VWL hinterlegen.

  • Gemessen an den Alternativen sind die Spritpreise überhaupt nicht hoch. Das ist eher so ein psychologisches Ding. Nach dem ersten Schock konnte man sehen wie auf den Autobahnen das Tempo massiv nach unten ging, auf der linken Spur sind plötzlich die ganzen E-Autos an einem vorbeigerauscht. Schaut man aber mal genauer hin, ist das Auto auf der Langstrecke immer noch das deutlich! preiswerteste Forbewegungsmittel. Fahre ich morgen/übermorgen die Strecke Berlin-München-Berlin zahle ich laut Bahn zwischen 206€ und 416€. Nehme ich das Auto und gehe von einem Dieselpreis von 2,15€/L aus kostet mich der Spaß 150€.

    • @charly_paganini:

      Wäre man ein Spötter, könnte man das Dieselmädchenrechnung nennen, weil Sie weder Ihre Gesamtkosten fürs Auto noch den Preis für die Verkehrs-Infrastruktur mit einrechnen. Im Bahnticket ist das zum großen Teil mit eingepreist, einschließlich der Kosten für die vielen Bequemlichkeiten, auf die Sie am Steuer Ihres Autos verzichten müssen.

      • @Selbstauslöser:

        Welche Bequemlichkeiten? Extreme Verspätungen? Zugausfälle? Nach Schweiß stinkende Leute die sich laut unterhalten?



        Die Gesamtkosten des Autos sind irrelevant da ich das Auto ohnehin habe und die in meinem "Finanzplan" eingepreist sind. Wenn ich morgen von A nach B fahren möchte zählt nur das Geld was ich dafür an der Tanke oder am Bahnschalter hinlegen muss. Die Versicherung und Steuer für das Auto sind bereits bezahlt und daran ändert sich auch nichts wenn ich doch die Bahn nehme.



        Wenn ich noch kein Auto habe mag die Betrachtung der Gesamtkosten relevant sein, sonst aber nicht.

  • Und wenn es nur noch E-Autos gibt, dann kommt halt eine Stromsteuer für den Mobilitätsstrom. Mit Sicherheit auch für selbst erzeugten.

    • @AndreasM:

      Und wenn ein richtig großer Anteil ds Stroms durch Solartechnik erzeugt wird, werden die Sonnenstunden versteuert.



      Das ließe sich auch auf Wind übertragen.

    • @AndreasM:

      Und wenn es endlich wieder mehr Verbrenner gibt, steigt die Mineralölsteuer. Mit Sicherheit auch auf E-Fuels.

  • Grundsätzliche Zustimmung, aber:



    Die Kritik, mit bereits gekauftem Öl die Weitervermaktung zum aktuellen Weltmarktpreis zu betreiben würde nur treffen, wenn bei sinkendem Ölpreis die Verkaufspreise hoch blieben, bis das teuer gekaufte Öl weg ist. So funktioniert der Markt aber nicht.



    Zudem: Der hiesige Preis für Super E10 lag am Tag vor dem Krieg bei 173 Cent pro Liter. Aktuell sind es 195 Cent, eine Steigerung von knapp 13% und damit im völligen Einklang mit den Einkaufspreisen

  • Das Thema Übergewinnsteuer poppt jetzt vor dem Hintergrund steigender Preise an den Zapfsäulen mal wieder kurz auf. Sobald die Preise sinken, ist das Thema auch schon wieder vom Tisch.



    Leider denkt der deutsche Wähler nur sehr kurzfristig orientiert. Und die ökonomischen Folgen sind bestenfalls geeignet, wieder mal antisemitische Ressentiments zu befördern: DER Jude (gemeint ist Netanyahu) ist schuld an diesem Krieg und den Kosten, die sich daraus für uns ergeben. Habe in den vergangenen zwei Wochen schon solche Statements gehört.



    August Bebel hatte recht: der Antisemitismus ist der Sozialismus der dummen Kerle.

  • Dass Anbieter die Preise erhöhen, wenn sie können, ist ja Grundprinzip der Marktwirtschaft und als solches ja nicht zu beanstanden.



    Üblicherweise führt in der Marktwirtschaft aber auch Konkurrenz zu niedrigen Preisen. Für Kraftstoffe und Heizöl ist dieses Gesetz der Marktwirtschaft aber offenbar teilweise ausser Kraft. Warum das so ist, darüber kann man ja mal nachdenken. Wenn es Preisabsprechen / Kartelle gibt, die es so geschickt machen dass die Justitz da nicht drankommt, ist eine Übergewinnsteuer vielleicht doch nicht verkehrt. Jedenfalls wenn es um Produkte geht, die für das tägliche Leben (noch) benötigt werden, wie eben Kraftstoffe / Heizöl.

  • Solange die gefahrenen km nicht weniger werden und bis zu 30% geringerer Verbrauch durch sparsames Fahren nicht bemerkbar, ist der Stoff immer noch zu billig.

    • @Bartl:

      Stets das besteuern, wo diejenigen nicht ausweichen wollen/können, sagt die Finanzwissenschaft auch mal gerne.







      Wer Alkohol und Nikotin sonderbesteuert, kann das aber auch auch aus Umwelt- und Gesundheitsgründen bei Fossil tun. Die CO2-Steuer hat schon ihren Sinn; und hätte sie früher gegriffen, wären wir heute vielleicht doch schon weiter gewesen beim Fossil-Entzug.

    • @Bartl:

      sollen sie halt Kuchen essen

      • @JSch:

        Es wäre: Sollen sie doch aufhören, vorhandenes Brot einfach ungegessen wegzuwerfen!

  • Warum die Aufregung ? die Grünen haben schon 1998 gefordert das Benzin 5 Mark/Liter kosten sollte, jetzt sind wir halt auf den besten Weg dahin.

    • @Günter Witte:

      Ja, und Recht hatten sie damals schon damit. Wir wären heute weiter mit dem Fossil-Entzug.

    • @Günter Witte:

      Der war gut. Und das ohne grüne Regierungsbeteiligung.

  • Warum so egoistisch?



    Ich habe 1995 vor Shell-Tankstellen "Boykott Shell" Flugblätter verteilt im Protest gegen die Ermordung von Ken Saro-Wiwa und den Ogoni Eight.



    Es gilt immer noch: für das sofortige Ende der Erdöl- und Erdgasextraktion im Nigerdelta. Überall die gleiche Verseuchung der Länder, der Flüsse.



    Warum fahren Sie nicht in elektrischen Sammeltaxis?



    Überall Rollback aller Emissionsreduktion. Warum nur so unvernünftig?

    • @Land of plenty:

      Auf dem Land gibt es keine E-Sammeltaxis, da gibt es überhaupt keine Taxis. Da kann man froh sein, wenn derRettungswagen mal nach 20 Minuten kommt.

      • @ToMuch:

        Und, das muss so bleiben? Es gibt inzwischen hie und da Dorfshuttle auf Abruf. Natürlich Pilotprojekte. Wenn eMobilität nicht so verschleppt ewürde, könnten selbstfahrende Rufautos längst Pilotprojekt sein.

  • Hohe Steuern auf Fossil schöpfen Schw'negewinne ab. Nun nötiger als je. Mit den Fossilgewinnen werden ja Politiken unterstützt, die uns noch mehr schaden: Umweltzerstörung, Zersiedlung, ungesunde Lebensweise.



    Jetzt mit dem Ausstieg beginnen: Hohe Fossilpreise sind Teil der Lösung. Das Geld muss nur eben nur der Allgemeinheit und der Umwelt zugutekommen, nicht den Fossilreptilien.

    • @Janix:

      Seien Sie mir nicht böse, aber derlei Janix Wunschkonzert klingt massiv abgehoben. Für nix was Sie schreiben gibt es irgendeine Initiative, Gesetzesvorlage oder sonstwas.



      Fakt ist: Leute mit wenig Kohle hängen am Tropf des Öls jns sorgen durch ihre tägliche Tankerei für Mrd-Gewinne bei Olmultis und beim Vater Staat. Der damit aber keinesfalls Gutes tut sondern sowohl klimaschädlich weiterwurstelt als auch das eingenommenes Geld für irgendwelchen zahllosen Geldverschwenderaktionen verkonsumiert. Investiert wird nicht, und auch nicht für einen gesellschaftlcihen Wandel bei Klimaschutz oder Rente oder Sonstsinnvolles verwendet. Aber finde es natürlich gut, dass Sie positiv bleiben.

  • Weg vom Öl. Ist unpopulär, war unpopulär, ist aber die Lösung.

  • Von mir nur 3 Worte:



    Kartellamt.



    Pflanzenöl tanken.

    • @So,so:

      Rad, Fuß, Bahn, HomeOffice



      4 Wörter erlaube ich mir.

      • @Janix:

        Ich erlaube mir noch mehr, ich arbeite als dringend benötigte Fschkraft in einer Klinik auf dem Land. Weder Fahrrad, noch Fuß noch Öffis, noch sonstiges möglich. Wir brauchen hier das Auto. So einfach ist das. Aufgrund der Spezialisierung und den unterschiedlichen Schichten und den verschiedenen Wohnorten gehen nicht mal Fahrgemeinschaften. Wir sind ja keine Deppen, wir würden ja auch sparen, wenn es denn ginge.

      • @Janix:

        Ich bewundere regelmäßig ihre realistischen Vorschläge. ca. 80% können aufgrund ihres Berufes nicht im Homeoffice arbeiten. Bahn ist immer nett für Städter. Rad und Fuß, naja.

        • @Ahnungsloser:

          25 % sind es laut ifo, welche es nicht nur könnten, sondern auch (gelegentlich) tun (dürfen). Ich hatte es als No. 4, nebenbei.

          Bitte schließen Sie auch die Kombination ein. Zum (Bus-)Bahnhof radeln oder am Ort das einfache Rad für die letzten Kilometer.

          Dass auch Schicht-Arbeitende schon/noch einen Bus haben, sollten Kommunalpolitikers in der Tat noch höher gewichten als noch mehr teurer Asphalt.

          Bewundernd noch zurück: Städter nehmen eher nicht die Bahn, außer sie müssten in einen ganz anderen Ort. Das machen die Vorstädter in S-Bahnen.

    • @So,so:

      die Preise für "Planzenöl", sprich E10 sind genauso stark gestiegen falls sie es nicht mitbekommen haben. Warum? Weil da nur 5-10% "Pflanzenöl" drin sind....

      • @PartyChampignons:

        Und warum nur so wenig?



        Für die Erzeugung von Pflanzenöl könnte man die Äcker noch sorgloser überdüngen und verseuchen, die Lebensmittel können anderswo produziert werden. Qualität und Gesundheit spielen für immer mehr keine Rolle mehr. Hier geht es halt nicht wegen der Vorschriften.

  • Wie eigenartig:

    Ein Großteil des Kraftstoffpreis besteht aus Steuern und Abgaben, warum wird immer nur davon gesprochen, dass sich die Ölkonzerne die Taschen voll machen?

    Der Staat kassiert doch mit.

    Und aus genau diesem Grund wird auch absolut nichts passieren.

    • @Desti:

      Wurden in den letzten Wochen die Steuern erhöht?

      • @nihilist:

        Wow.

    • @Desti:

      Der Staat hat aber nicht plötzlich die Steuern erhöht, sondern die Mineralölkonzerne aus fadenscheinigen Gründen die Preise.



      Es ist völlig richtig, dass auf fossile Kraftstoffe Steuern erhoben werden. Von dem Geld müsste man nur die klima-neutralen und schonenden Verkehrsmöglichkeiten ausbauen.



      Aber wenn ich mir jetzt ein DB Ticket hin und zurück über Ostern in meine Heimat quer durch Deutschland buchen möchte, zahle ich das doppelte, was ich für Sprit zahlen würde. Selbst jetzt, mit den Wucherpreise an der Tankstelle.



      Wie soll Verkehrswende funktionieren, wenn sogar, die Menschen, die wollen, schlicht nicht können?!

  • Hohe Spritpreise sind kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Abhängigkeit. Steigende Energiepreise treiben die Inflation: Lebenshaltungskosten steigen, Kaufkraft sinkt. Gleichzeitig erhöhen sich Produktions- und Lohnkosten, Margen schrumpfen, Investitionen werden verlagert – Deindustrialisierung droht.



    Der Energiepreisschock seit dem Ukraine-Krieg zeigt: Fossile Abhängigkeit wirkt direkt inflationstreibend. Kurzfristige Maßnahmen wie Tankrabatte stabilisieren nur Nachfrage und verlängern das Problem.



    Notwendig ist ein struktureller Kurswechsel: Elektrifizierung von Transport, Logistik und Landwirtschaft, Diversifizierung der Energieversorgung sowie massiver Ausbau von Netzen, Ladeinfrastruktur und Schiene.



    Entscheidend: Strom für E-Mobilität und Bahn gezielt vergünstigen – als temporärer Transformationsanreiz zur Senkung der Betriebskosten und Beschleunigung von Investitionen.



    Für die Wirtschaft: Fokus auf Effizienz, Elektrifizierung und Eigenversorgung. Für die Politik: Keine Fehlanreize durch kurzfristige Entlastungen, sondern konsequente Transformation. Ohne diesen Kurs drohen dauerhaft hohe Preise, sinkende Kaufkraft und der Verlust industrieller Substanz.

  • Und unsere Regierung füllt unseren Bundeshaushalt auch gleich ordentlich durch die zusätzlichen Steuereinnahmen, je höher der Spritpreis, um so höher die Steuern.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Die Mähr der höheren Steuereinnahmen wird auch durch dauernde Wiederholung nicht richtiger. Die Energiesteuer von 65,4 Cent/Liter Benzin ist fix, egal ob an der Tanke 1,30 oder 2,50€ verlangt werden. Oder meinen Sie es sollte die Mehrwertsteuer auf Benzin gesenkt?

      • @Fritz Lang:

        @ Fritz Lang



        Die Mehrwertsteuer wird immer auf den Endpreis erhoben, wie bei allen Käufen...

  • Der Deutsche zahlt's halt mit murren, aber er zahlt's !



    Man könnte ja vielleicht "selbständig" auf die Idee kommen, durch einen gringeren Verbrauch die Kosten zu reduzieren ?!



    Z.B.



    Einfach etwas langsamer fahren (... Tempo 100 :-) )



    ((Teufelszeug !!!))

    • @Thüringer:

      Verdammt, das mache ich schon. Noch einen Tipp?

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Ein ähnlich toller Tipp wäre sich jeden Monat eine Woche krank zu melden, um Geld zu sparen.

        Mag man jetzt drüber denken, was man will, aber ich habe Freunde die das genau so machen müssen aktuell. Es war vorher schon eng, jetzt ist es zu eng.

  • Erst ein Artikel über die Bierbrauerei Rothaus zeigt, dass es durchaus geht im Nahverkehr auf E-LKW-Zugmaschinen umzusteigen. Diese sollten in der akuten Situation eigentlich die Profiteure sein. Sie bringen damit ihre Produkte nicht nur klimaverträglicher sondern bieten auch damit ökonomisch wirtschaftlicher ihre Waren zum Verkauf an. - Man könnte jetzt darüber streiten, ob Bier jetzt sinnvoll ist, aber das ist nicht das Thema.



    Gerade eine Unterstützung bei Diesel, würde Unternehmen, die sich bereits jetzt von der Abhängigkeit gelöst haben, würden bei einer Sprit-Preisbremse, eher nachteilig durch bereits getätigte Investitionskosten, schlechter gestellt werden.

    Gerade jetzt müsste die Alternative mit Strom mehr gestärkt werden, in dem man dort die Ladekosten subventioniert.



    So dass auch auf lange Sicht auch der Anreiz zum Kauf, ohne Bezuschussung, von E-Autos sinnvoll ist und Amortisationen sich für Unternehmen schneller rechnen.

    - Gutes Geld, schlechtem Geld (Unterstützung beim Diesel) hinterher zu werfen ist die schlechteste Mutter aller Lösungen.

    - Auch in der Landwirtschaft, könnte !!! VW !!! jetzt seine Elektro-Traktoren, für den deutschen Markt anbieten!

  • M.E. kann das Verklappen von Verbrennermüll (verharmlosrnd Abgase genannt) in unser aller Atemluft gar nicht teuer genug sein. Es gibt auf det Straße seit mehr als sieben Jahren gute Alternativen (die ich selbst nutze) und im Haushalt bereits seit mindestens 2009 (auch im Selbst"Versuch" bewiesen). Eine Branche (Fossilien) die ohnehin täglich eine Milliarde GEWINN macht, ist wohl mit 21 Millionen zusätzlich kaum zu beeindrucken. VerbraucherInnen müssen endlich lernen, das unsere Atemluft nicht ihre persönliche Müllkippe ist, genau wie sie das vor Jahrzehnten schon bzgl. unsere Wälder lernen mussten, in denen wir ja auch das Verklappen von Haushaltsmüll zu Recht nicht mehr akzeptieren. Oder zu Deutsch: Zahlt Mal schön ,Ihr lernt halt offensichtlich nur durch Schmerzen.

    • @Michael Dietrich:

      Ja, ich stehe auf Eigenverantwortung. Aber als Student leistet man sich nicht mal eben ein Elektroauto. Und leider ist das Auto absurderweise nach dem Fliegen das günstigste Verkehrsmittel. So gerne würde ich mir den Stress des charakterverderbenden Autofahrens sparen aber die klimafreundlichen Alternativen sind halt einfach zu teuer. In der Stadt fahre ich Fahrrad, aber zur Familie quer durch Deutschland ist das DB Ticket doppelt so teuer wie der Sprit den ich verbrauche

    • @Michael Dietrich:

      Das Prospekt für den neuen Elektrischen liegt schon auf dem Schreibtisch. Muss nur noch sparen. Und das dauert länger, wenn der Benzinpreis steig...

  • Da fällt mir noch ein: Wie hoch sind eigentlich die höheren Einnahmen aus der Mehrwertsteuer für Kraftstoffe, diese könnte der Staat doch in irgendeiner Form an die Bürger zurück geben?



    Meine ich übrigens ganz ernst.

    • @celcon52:

      (Es ist ja nicht nur die Umsatzsteuer.) Wenn Sie rechnen wollen: Wenn der Grundpreis vorher 2€ ist und 2,50€ wird, dann sind die 19 % darauf ebenfalls um ein Viertel gestiegen. Gut doch, dass unser defizitärer Staat Einnahmen hat. Davon bräuchte er noch mehr.



      Vor allem von Fossil, wenn wir die volkswirtschaftlichen Schäden betrachten.

  • Wie die gesellschaftlich breit basierten Reaktionen aus Politik und Medien schon zeigen, dürfte es den Konzernen diesmal tatsächlich schwerfallen, ihre Argumentationsschiene durchzuhalten. Aber man sollte den politischen Tag nicht vor dem parlamentarischen Abend loben. Bisher gelang es der Branche durch intensive Lobbyarbeit fast immer die eigenen Interessen durchzusetzen.

    • @vieldenker:

      Das wird auch diesmal so laufen. Heute sagte das Kartellamt, es sehe keine (!) Beweise für Preisabsprachen. Alles wie gehabt. Frau Reiche wird wohl am ehesten den falschen Weg gehen - den von Lobbyisten gewiesenen, so wie sie es immer tut - und den Sprit subventionieren. Ein Freibrief für weitere Übergewinne.

  • Allein die Übergewinnsteuer kann wirken. Die Senkung der augenblicklichen Steuersätze auf Treibstoff bringt gar nichts. Bei der letzen Aktion dieser Art hat sich gezeigt, dass die Konzerne diese Ermäßigung keineswegs weitergeben, sondern noch auf ihre Extra-Gewinne draufpacken. Das nun wieder zu fordern, ist blanker Populismus, den einige Ignoranten der csdU und die AgD gerne zum Aufputschen nutzen.

    • @Perkele:

      "Allein die Übergewinnsteuer kann wirken."

      Eher nicht. Die Konzerne agieren international und können die Gewinne einfach nach außen verlegen. Einigermaßen funktionieren würde eine solche Steuer nur, wenn sie global erhoben würde. Oder wenigstens EU weit.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Es mag schwierig sein, doch wenn man das wirklich will, dann ist es auch zu machen, schließlich wollen die hiesigen Manager ihre Boni bekommen. Doch es hapert am Willen etwas Wirksames zu tun und Änderung ist nicht in Sicht. Diese Regierung begnügt sich mit Nebelkerzen.

        • @Perkele:

          "Doch es hapert am Willen etwas Wirksames zu tun und Änderung ist nicht in Sicht. Diese Regierung begnügt sich mit Nebelkerzen."

          So ist es. Aber wir leben nun mal im Kapitalismus. Und der funktioniert genau so.

    • @Perkele:

      Selbst eine Maggie Thatcher hat mal eine Übergewinnsteuer erhoben.

    • @Perkele:

      Bei mir ist der Fatalismus mittlerweile derart stark ausgeprägt, dass ich statt "einige Ignoranten" "DIE Ignoranten geschrieben hätte.



      Was die FdA betrifft: "Not worth the powder!" (H. Hornblower)

    • @Perkele:

      Es gibt keinen "Übergewinn". Der Begriff ist ein ideologisch aufgeladenes Wort Monster, der betriebswirtschaftlich überhaupt keinen Sinn ergibt. Was soll das sein, der "Übergewinn"? Aber wenn wir schon darüber reden, dann frage ich Sie was wir mit den "Übersteuern" machen wollen, die der Staat aufgrund steigender Spritpreise einnimmt. Vorschläge? Werden die zurück an die Bürger gezahlt?

      • @Goodfella:

        Wie man das fachlich korrekt benennt, das mag ein Thema für Fachleute sein. Als Durchschnittsbürger benutze ich den gänigen Begriff, von dem jede*r weiß, was gemeint ist, basta. Und was man mit dem Geld machen soll? Ist die Frage ernst gemeint? Hat der Staat so viel Geld, dass es keine Möglichkeiten gibt, es auszugeben? Bin ich Politiker und in Verantwortung?

      • @Goodfella:

        Ja, zum Beispiel in Form von Infrastrukturmaßnahmen, Schulen, Kindergärten, Polizei- und Katastrophenschutz und so weiter und so fort.

  • Alle Krisen haben doch eins gezeigt, sofort wird Gewinn gemacht und das überall.



    Die Marktwirtschaft scheint nur ein Ziel zu haben, die Menschen ausnehmen zu können.



    Es kann ja auch nicht sein, dass Politik bei jeder Krise den "Abschöpfern" hinterher hechelt und eigentlich erstmal nichts passiert.



    Was ist mit dem Wucher aus dem BGB - zerrt sie vor Gericht ?

    • @Andreas Braun:

      "Die Marktwirtschaft scheint nur ein Ziel zu haben, die Menschen ausnehmen zu können."

      Richtig erkannt. Das ist "Marktwirtschaft". Man verlangt soviel wie der Verbraucher gerade noch bezahlt. Den Rest regelt "die unsichtbare Hand des Marktes".



      Psalm 2, Vers 3 in der Bibel des Neoliberalismus. Religion ist, wenn man trotzdem dran glaubt. Und dran glauben müssen wir, solange wir dieses Wirtschaftssystem toll finden ("Wenn jeder nur nach seinem Wohl strebt, ist es für alle am besten" - Vers 4, selber Psalm).

  • An erster Stelle profitieren die Ölkonzerne.



    An zweiter Stelle profitiert der Staat.

    Wobei mich nicht sicher bin, ob die Reihenfolge stimmt denn der Steueranteil vom Säulenpreis ist ja um ein Vielfaches größer als der Rohstoffanteil.

    Man möchte ja meinen das täte dem Staat gut und käme dann ja allen zu Gute.

    Aber sie alle wissen: Das ist eine Illusion. Es fliesst in die Taschen der Politikkumpanei.

    • @Bolzkopf:

      Oder an Sie in Form von Schulen Strassen Universitäten Gesundheitssystem sozialen Leistungen .................

      • @Opossum:

        Korrekt, und am maroden Zustand der Infrastruktur wie Verkehr, Schulen (Gebäude bis Lehrinhalt), Gesundheitssystem usw. kann man sehen wie viel abgezweigt wurde und eben nicht den Bürgern zugute kommt.

        Wie üblich: Der Verlust von sehr Vielen ist halt der Profit von sehr Wenigen.

      • @Opossum:

        Sie meinen die Bereiche, in denen ständig über Kürzungen geredet wird?

        Wenn schon geht das Geld an Rheinmetall & Co...

  • Wenn die Menschen nur nicht so auf die Propaganda der Ölkonzerne und Ihrer Handlanger (Union, Bildzeitung) reinfallen würden. Hab das Gefühl grüne Energie und Elektroautos wären jetzt geiler. 🙄

  • Mit der Übergewinnsteuer wird es bei dieser Bundesregierung sicher nichts, sofern sie überhaupt sinnvoll wäre.



    Bleibt eigentlich nur, sich vor jeder Autofahrt zu überlegen, ob diese unbedingt notwendig ist und etwas weniger Gas zu geben. Glücklich schätzen können sich jetzt Fahrer von E- Autos.

    • @celcon52:

      Übergewinnsteuer ist eine tolle Idee. Sie greift aber leider zu spät. Denn in dem Moment hat der Verbraucher schon zuviel bezahlt. Der Staat macht nur noch mal die Hände auf, um von der Beute der Verbrecher seinen Anteil zu verlangen. Quasi wie der Pate.



      Könnte sogar noch einen positiven Effekt haben, wenn Steuergelder zum Wohle des Volkes benutzt würde - der Teufel liegt im Konjunktiv.

  • Eine Übergewinnsteuer würde nur dem Staat, der ja jetzt schon von den höheren Benzinpreisen profitiert, mehr Geld bringen. Und dass dieses Geld in sinnvolle Projekte fließt, glaubt bei dieser Regierung wohl niemand wirklich.

    Was wir wirklich brauchen, ist eine funktionierende, unabhängige Kartellbehörde. Es sind ja nicht nur Ölkonzerne, die ihre Macht missbrauchen.

  • Wie schaut es mit dem täglichen Gewinn Plus für den Deutschen Staat aus ? Alleine der Unterschied in der Mehrwertsteuer ob der Liter jetzt 1,70 € oder 2,00 € kostet sind rund 6 Cent Mehreinnahmen je Liter. Jetzt nur die Ölkonzerne an den Pranger zu stellen ist zu kurz gedacht.

    • @Günter Witte:

      und 30 Cent Mehreinnahmen für die Fossilindustrie. Jetzt wieder mal nur nach Steuersenkungen zu rufen, ist doch echt ein bisschen Naiv.

      • @Schmetterling:

        Die 30 Cent sind Mehreinnahmen, die auch noch zu versteuern sind, bevor sie endgültig Gewinn verbucht werden können - da bekommt der Staat noch einmal etwas...

        • @FriedrichHecker:

          Okay. Also 6ct von den 30 sind Mehrwertsteuer, sagt Herr Witte. Was bekommt der Staat sonst noch? Die Energiesteuer ist fix, da ändert sich also nichts. Damit gehen immer noch 24 von 30ct an die Fossilenergie-Mafia. Was glauben Sie, wie viel billiger der Sprit denn wird, wenn der Staat die Steuern aussetzt?

  • Wirklicher Gewinn oder nur höherer Umsatz? Es wäre mir ein Wunder, wie eine externe Studie die Reingewinne errechnen könnte. Und selbst wenn es so wäre, müsste dies dann immer noch der Gewinn vor Steuern sein.



    Ich kann die Empörung über die stark erhöhten Spritpreise absolut nachvollziehen. Aber diese Studie liefert wohl keine korrekte Antwort für eine ehrliche Diskussion darüber.

    • @Mopsfidel:

      Auf den Cent genau kann das eine externe Studie natürlich nicht berechnen. Aber da wichtige Randbedingungen wie Steuersätze gleich geblieben sind, kann man aus dem Anstieg die Ölpreise und dem Anstieg der Spritpreise durchaus abschätzen, um wie viel die Gewinne ungefähr gestiegen sind. Und dabei ist noch ausgeklammert, dass das Öl für den Sprit, den es heute an der Tankstelle gibt, noch zu Vorkriegspreisen gekauft wurde...

  • "Trotzdem sind vor allem in Deutschland die Preise an den Tankstellen in den vergangenen zwei Wochen stark gestiegen – obwohl die Bestände noch zu Vorkriegspreise eingekauft wurden. Der Greenpeace-Studie zufolge haben die Ölkonzerne durch die Preisanhebungen seit Kriegsbeginn zusätzlich mit dem Verkauf von Diesel täglich 17,9 Millionen Euro und mit dem Absatz von Benzin pro Tag 3,2 Millionen Euro Gewinn gemacht."



    Dennoch reagieren vielen Verbraucher*innen nicht adäquat:



    "Hohe Spritpreise ändern Fahrverhalten kaum



    Eine Auswertung von TomTom-Fahrdaten für den 5., 9. und 10. März sowie Vergleichstage Ende Februar und Anfang März im Kontext der gestiegenen Benzin- und Dieselpreise zeigt, dass die Deutschen in den betrachteten Zeiträumen nicht weniger Auto fuhren. Die erfassten Strecken lagen tendenziell sogar etwas höher, während die Deutsche Bahn im Fernverkehr eine gestiegene Nachfrage meldete. Eine ähnliche Untersuchung kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges hatte bereits ergeben, dass kein spritsparendes Verhalten erkennbar war. Der Carsharing-Anbieter Miles verzeichnete bislang keine höhere Nachfrage, die sich direkt auf die hohen Kraftstoffpreise zurückführen lässt."



    Quelle msn.com

  • Leider ist es sehr unwahrscheinlich, daß ausgerechnet unsere deutsche Gasprinzessin das tut, was in der Union seit langem verpönt ist: volkswirtschaftlich denken und entscheiden, statt betriebswirtschaftlich (=im Interesse einzelner Betriebe).



    Warum nur wehrt sich besonders die Union (noch) mit Zähnen und Klauen gegen die Offenlegung aller Parteispenden und -spender, und aller Lobby-Kontakte, und aller Lobby-"Fußabdrücke" in Gesetzestexten?

    • @Selbstauslöser:

      Die Parteispenden sind offengelegt bei allen Parteien. Schauen Sie in den Bericht des Bundestages. Darüber hinaus kann man auch ins Lobbyregister schauen, da finden Sie auch viele Informationen. Aber ich fürchte, dass wussten Sie alles, Ihnen geht es mehr um Bashing.

      • @Bommel:

        Ich kann Sie beruhigen, Ihre Befürchtung ist unbegründet. Informieren sie sich einfach bei lobbycontrol.de und abgeordnetenwatch.de. Die haben Erfahrung mit dem Weg durch die Instanzen, um das Recht auf Informationen gerichtlich anerkennen zu lassen, und die Informationen dann doch nicht zu bekommen.



        Bisher galt deren Kampf dem versteckten Einfluß von Lobbyisten auf politische Entscheidungen. Die FDP ("Klientelpartei", Porsche, Mövenpick, Springer, ... ist ihnen noch in Erinnerung?) hat die Koalition daran zerbrechen lassen. Spätestens seit Merz' Kanzlerschaft bilden Konzern-Lobbyisten selbst einen Teil der Regierung.

      • @Bommel:

        Googeln Sie doch bitte mal:

        "Unter welchen Bedingungen müssen Parteispenden an die Bundestagsverwaltung gemeldet werden?"

        Dann finden Sie mühelos die Hintertür von der Größe eines Scheunentores.

  • Warum schreibt jedes Blatt das Gleiche. Wenn man sich die Preise der letzten Jahre ansieht und sich gar vielleicht erinnert, stürzten sie 2012 ziemlich ab und das blieb 10 Jahre so. Zu niedrig. In Canada haben wir dann mal für 50ct den Liter getankt. Da kostet die Mineralwasserflasche mehr. Und nun



    www.uni-muenster.d...ew.php?cmdid=12433

  • Die steigenden Öl- und Gaspreise, die Unsicherheit, ob die Gasspeicher aufgefüllt werden, die Wegelagerei der Ölkonzerne – kein Mensch könnte sich bessere Argumente für eine Energiewende, eine klimaneutrale Wärmeversorgung via Nah-/Fernwärmenetz oder E-Autos vorstellen.



    Fr. Reiche will im Interesse ihrer Klientel die Preise ins Unermessliche steigen lassen.



    Gut so. Nur weiter so.

  • Eine Übergewinnsteuer kann es gar nicht geben,



    weil ausländische Konzerne dann ihr Öl einfach deutlich teurer an ihre deutschen Tochtergesellschaften verkaufen und diese kaum/keinen Steuerpflichtigen Gewinn mehr in Deutschland generieren. Darauf hätten die Erfinder dieses Kunstwortes auch selbst kommen können.

  • Wer Lust hat, kann ja Ölaktien kaufen.



    Ich halte von staatlichen Eingriffen, um die Spritpreise wieder einzufangen, herzlich wenig, denn diese Spielchen werden am Ende die Steuerzahler finanzieren.

    Die Ampelregierung hatte mit der Strategie, die Erneuerbaren kräftig auszubauen, um die CO2-Emissionen zu reduzieren und uns gleichzeitig unabhängiger von Importen zu machen, wohl doch recht. Was jedoch Frau Reiche im Moment anstellt, wird uns massiv schaden, wenn diese rückwärtsgewandte Wiederbelebung fossiler Energiephantasien nicht bald gestoppt wird.

    • @Aurego:

      "wird uns massiv schaden"



      Der Zusammenhang ist im Markt erkennbar:



      "Aufgrund der begrenzten Lagerkapazitäten müssen Tankstellen ihre Kraftstoffpreise nach dem aktuellen Wiederbeschaffungswert kalkulieren. Das bedeutet: Der Preis richtet sich danach, was wir am exakt gleichen Tag bezahlen müssten, um neues Produkt nachzuordern und auch morgen noch verkaufsfähig zu bleiben."



      noz.de



      Weiter dort:



      "Wer verdient dann an den hohen Spritpreisen?



      Etwa 35 bis 40 Prozent des Preises gehen an die vorgelagerten Stufen, also für das Produkt selbst und die Kette von der Ölquelle bis zur Raffinerie. Der größte Anteil, rund 55 bis 60 Prozent, fließt jedoch in Form von Steuern und Abgaben an den Staat – darunter die Energiesteuer, die CO2-Steuer, Bevorratungsabgaben und die Mehrwertsteuer.



      Für die letzte Wertschöpfungsstufe, also die Tankstelle, bleiben lediglich fünf bis sieben Prozent übrig. Von diesem kleinen Anteil müssen aber noch die Logistik der letzten Transportkette, die Lagerkosten, das Personal und die Infrastruktur der Station bezahlt werden. Für den Pächter bleibt am Ende meist nur eine vertraglich fixierte Provision, die sich im Centbereich bewegt."



      Interview Tankstellen-CEO Beckmann

      • @Martin Rees:

        Steuern und Abgaben sorgen theoretisch immerhin dafür, dass der Anstieg der Erzeugerpreise prozentual etwas weniger zu spüren ist als in Ländern mit geringeren Abgaben, auch wenn die aktuelle Entwicklung das nicht bestätigt.

      • @Martin Rees:

        Die CO2-Abgabe ist keine Steuer und sie wird nicht auf den Preis, sondern auf die Menge erhoben.

    • @Aurego:

      Stimmt, warum sollte in Deutschland funktionieren, was bei unseren europäischen Nachbarn funktioniert. Die paar großen Monopolisten wird Ihre Meinung aber sicherlich freuen. 👍



      Und ja, eigentlich sollte die Bundesrepublik alles tun um so schnell wie möglich die Erneuerbaren, Speicherkapazitäten, und die Netze auszubauen, aber leider nutzen die fossilen Monopolisten die absurden Übergewinne (welche auf Kosten der Umwelt und damit Gemeinschaft generiert werden), um ihre massive Lobbypolitik und Propaganda zu finanzieren. Aber Sie halten ja nichts davon diese Monopolisten zu regulieren. Daher kriegen Sie doch genau das was Sie wollen. 🙂

      • @Okti:

        Ab einem bestimmten Preisniveau werden die Menschen mit den Füßen abstimmen und wir werden ein Ausweichverhalten sehen (z. B. Bahn statt Auto). Zu viel Lobbyarbeit wird sich dann eher als trojanisches Pferd erweisen.



        Manche Lieferländer haben bereits besser als unsere gesamte Regierung verstanden, dass wir von fossilen Energieträgern wegmüssen, z. B. Norwegen.

        • @Aurego:

          Nein, ab einem gewissen Preisniveau werden die Menschen zu den Populisten überlaufen, welche ihnen eine einfache Lösung versprechen, wie z.B. einfach wieder mit Russland zu handeln.



          Viele Leute und Geschäfte brauchen ihre Autos. Ein unbegrenzter Anstieg der Spritpreise wird sich auch auf alle anderen Produkte niederschlagen, da der Transport teurer wird.



          Ihr Wunsch ist zwar ehrenwert, aber ein Wandel hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft muss systemisch und bedacht angegangen werden.

    • @Aurego:

      Exakt richtig.