piwik no script img

Subventionen für E-AutosStrohhalm für Verbrennerfans

Nanja Boenisch

Kommentar von

Nanja Boenisch

Umweltminister Carsten Schneider setzt große Stücke auf die neue Förderung für E-Autos. Doch das, was er sich erhofft, kann sie nicht leisten.

Carsten Schneider (SPD), Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, verspricht sich viel von der neuen Förderung für E-Autos Foto: Annette Riedl/dpa

W enn es nach Bundesumweltminister Carsten Schneider von der SPD geht, wird die neue Förderung für E-Autos viel bringen – fürs Klima, für die angeknackste Autoindustrie, für Verbraucher:innen. Ob das klappt, ob wirklich alle profitieren? Wohl kaum.

Mit dem Ende der vorherigen Förderung, dem Umweltbonus, war der Absatz der Stromer eingebrochen. Die deutsche Branche hadert noch immer mit Elektromobilität, Konzerne hängen ihre Ambitionen für eine Umstellung der Produktion wieder an den Nagel und frönen der Freude am Verbrennerbauen. Da ist es gut, dass die Bundesregierung E-Autofahren überhaupt attraktiver macht.

Die Chance, eben wirklich Klima-, Industrie- und Sozialpolitik gleichermaßen voranzubringen, lässt die Bundesregierung aber verstreichen. Wenn sie ernsthaft das Klima schützen wollte, müsste sie Plug-in-Hybride sofort aus dem Programm werfen, die viel mehr CO2 ausstoßen als auf dem Papier. Oder sie müsste höhere Abgaben für klimaschädliche Verbrenner einfordern.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Wäre das Förderprogramm wirklich sozial, gäbe es wahrlich preiswerte Leasingangebote für Menschen mit niedrigem Einkommen, nach französischem Vorbild. Dass auch mittelständische Haushalte mit bis zu 80.000 Euro Jahresgehalt die Prämie einstreichen dürfen, ist auch nicht in erster Linie sozial – treibt aber hoffentlich wenigstens die E-Auto-Verkäufe nach oben.

Neue Prämie hält ihre Versprechen nicht

Hilft die Bundesregierung also vor allem der Industrie? Der deutsche Branchenverband VDA freut sich über die Förderung für Plug-in-Hybride – ein Strohhalm für Verbrennerfans. Solange die Prämie aber auch für internationale Marken und Fahrzeuge mit Range-Extender – einer chinesisch dominierten Technik – ausgeschüttet wird, ist nicht gesagt, dass vor allem hiesige Autobauer profitieren.

So ist die neue E-Auto-Förderung zwar besser als die alte und bestimmt ein Treiber der E-Auto-Verkäufe. Ihr Versprechen – dem Klima, der Industrie und den Ver­brau­che­r:in­nen gleichermaßen zu helfen – hält sie aber nicht.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Nanja Boenisch
Redakteurin
Schreibt im Ressort Wirtschaft + Umwelt über Mobilität und Verkehrswende.
Mehr zum Thema

109 Kommentare

 / 
  • Bei den ganzen Prämien geht es ja auch nicht um Klimaschutz, sondern lediglich um Förderung der sterbenden, deutschen Autoindustrie unter dem Vorwand von Klimaschutz. Meinte man es ernst mit Klimaschutz, wäre eine Mobilitätswende weg vom PKW-zentrierten hin zu öffentlichen Verkehr, wo möglich, der richtige und sinnvolle Ansatz .



    Einen Wettbewerb mit China in puncto E-Autos wird die deutsche Autoindustrie ohnehin nicht gewinnen, da sie die Entwicklung über Jahre verschlafen hat (und lieber mit Diesel betrog). Nur eine scharfe EU-Zollpolitik a la USA würde hier helfen, aber das wollen die hiesigen herrschenden Oligarchen nicht, da es mit enormen Kosten einherginge. 🤷‍♂️

  • Ich habe mein Auto abgemeldet und kompensiere den Mangel an real live Ökologie anderer.

  • Unsere Familie hat ein gebrauchtes eAuto gekauft, wir sind Happy. Schade das es keine Förderung gab, aber viele der Kommentare hier sind erschreckend voll mit vorurteilen der Erdöl Lobby.

    Es arbeiten bereits Firmen daran das man auch Benzinkutschen auf Strom umbaut, das ist einfach die sinnvollere Antriebsart. In anderen Ländern ist man schon weiter, ich glaube zum Beispiel in Äthiopien.

    Also ich finde schade das man es versäumt hat Gebrauchtwagen ebenfalls zu fördern, den ein guter Gebrauchtwagen Markt hilft auch dem Neuwagenmarkt wegen einem guten Wiederverkaufswert.

  • Neue subventionierte 3 Tonnen Panzer für die Oberschicht vollgeladen mit tausenden Sensoren und anfälliger Technik und beschränkter Lebensdauer, genau das was die Umwelt rettet.

  • Meine Frau und ich werden von der Förderung profitieren. 3500€ erhalten wir für ein Auto, das wie sowieso gekauft hätte.



    Allerdings wird es jetzt wohl ein Neuwagen, mit den 3500€ ist das Fahrzeug dann nur noch minimal teurer als ein Jahreswagen mit 20.000 km.



    Nach der Erfahrung mit der Software und dem Support einer VW Konzernmarke werden wir allerdings einen BYD anschaffen.

    • @Z. Wiebel:

      Das heizt irgendwie den Ressourcen Verbrauch an wenn man dank Subventionen mehr Neuwagen auf den Markt wirft oder?



      Die Chinesen sind meiner Erfahrung nach simpel und deswegen zuverlässig.

  • Man sollte dringend Maximalgewicht bei den Fahrzeugen in den Griff bekommen



    Kann nicht sein dass wir wieder auf Steuergeld 3 Tonnen Monster subventionieren die wegen den 500 PS so extrem kosten



    Effizienz fängt bei grösse und Gewicht an, nicht beim antrieb

    • @Todesfister:

      "Effizienz fängt bei grösse und Gewicht an, nicht beim antrieb"

      Falsch! Der Antrieb eine e-Autos braucht 2-3 mal weniger Energie als der eines Benziners. Je höher das Fahrzeuggewicht desto größer wird der Vorsprung des E-Autos. Das liegt daran, dass der Elektromotor beim Bremsen bis zu 75% Energie rückgewinnen kann. In Sachen Verbrauch wiegt jedes Extrakilo also nur ein Viertel.



      Aber diese Tatsache möge bitte als Ausrede dienen, sich so einen Elektropanzer zu kaufen!

    • @Todesfister:

      Und was ist mit den Hocheffizienzen

      • @Holger Tümmel:

        Habe ich gerade als Dienstwagen bekommen. Mercedes C 220 Diesel. Viel Leistung, wenig Verbrauch mit 4,0-4,5 l/100 km.

  • Warum haben Elektrogeräte wie Bohrmaschinen, Rasenmäher, Heckenscheren einen auswechselbaren Akku und Autos nicht?

    Man könnte sich so viele einzelne Ladestationen sparen und stattdessen Wechselstationen einrichten.

    Ein stabiler Gebrauchtwagenmarkt würde entstehen. Das E-Auto selbst ist im Vergleich zum Akku/Batterie wesentlich langlebiger. So müsste bei defektem oder schwachem Akku/Batterie nicht das ganze Auto verschrottet/recycelt werden, sondern es könnte lediglich ein Austausch des Stromgebers erfolgen.



    Somit würde sich die Nutzungsdauer des eigentlichen Fahrzeug mindestens verdoppeln. Wäre auch ein Umweltaspekt.

    • @Sole Mio:

      Weil Sie sich damit an einen Hersteller binden und diverse,Geräte damit betreiben. Dazu sind diese Akkus Bbüschen kleiner. Ständig ird über Batterieherstellung bei eAutos geklagt aber dann sollen sie,stapelweise auf Lager gehalten werden.



      Abgesehen davon klappt das noch nicht mal bei Nio in China. Sobald der Freitausch wegfällt, unattraktiv.

    • @Sole Mio:

      Wo müssen oder mussten Autos wegen einer defekten Batterie verschrottet werden?. Ist wohl eher nicht reales Angstszenario aus Fossilistan.

      • @vieldenker:

        Dazu ist der Markt noch zu jung.

        Jedoch würde ein wechselbarer Akku, wenn man sich auf wenige Bautypen einigen könnte schon Vorteile mit sich bringen. Vor allem für jene, die zuhause oder im Büro nicht laden können.

    • @Sole Mio:

      Die volle Kapazität des Akkus erhält sich zwischen 8 u. 15 Jahre, je nach Fahrweise. Er hat danach immer noch eine Kapazität von 70-80%.



      Hersteller geben jetzt schon Garantie von 8 bis 10 Jahren auf den Akku.



      Auch mit einem 70% Akku kann man noch bequem fahren. Die Reichweite ist dann entsprechend geringer. Also, nix verschrotten.



      Wenn man weiß, das der Akku vielleicht „nur" 10 Jahre hält, und in der Mittelklasse jetzt zwischen 6 und 10.000 € kostet, kann man sich ja diese 10 Jahre darauf einstellen?!?!



      Auch werden die Akkus in Zukunft immer besser und billiger.

    • @Sole Mio:

      Kein wirklich passender Vergleich. Bei den ganzen Elektrogeräten hat jeder Hersteller seine eigenen Akkus und Ladegeräte (ein paar wenige sind untereinander kompatibel). Wie soll das bei Autos gehen? Selbst mit standardisierten Akkus bräuchte man schon eine größere Anzahl weil man für unterschiedliche Autos auch unterschiedliche Akkukapazitäten benötigt. Die müssten an allen Wechselstationen vorrätig sein. Außerdem schränkt dies die Gestaltung der Fahrzeuge massiv ein. Will ja niemand in einem Einheitswagen a la Trabbi unterwegs sein.

      • @charly_paganini:

        "Bei den ganzen Elektrogeräten hat jeder Hersteller seine eigenen Akkus und Ladegeräte (ein paar wenige sind untereinander kompatibel). Wie soll das bei Autos gehen? Selbst mit standardisierten Akkus bräuchte man schon eine größere Anzahl weil man für unterschiedliche Autos auch unterschiedliche Akkukapazitäten benötigt."

        Sagen wir mal so: bei den Werkzeugen gibt es mit CAS und AMPShare zwei Systeme (das bekommen wir mit Diesel und Benzinja auch hin 😉), bei denen jeweils zwei Dutzend Hersteller mitmachen und von denen jedes den Maschinenbedarf eines durchschnittlichen Anwenders vollständig abdecken kann. Und unterschiedliche Akkukapazitäten können auch beide...



        😁

      • @charly_paganini:

        Trabant hat funktioniert und war gut genug



        Kaum Raser tote



        Keine 3 Tonnen Monster und jeder kam trotzdem damit mit Familie in den Urlaub



        Was wäre so schlimm daran?

  • taz: *Umweltminister Carsten Schneider setzt große Stücke auf die neue Förderung für E-Autos.*

    Straßenbahnen in sämtlichen Städten, mehr E-Busse, Fahrradstraßen und eine E-Fahrrad-Förderung wären Dinge die man in der Klimawandelzeit benötigt. Aber das wird es mit der Merz-Söder-Klingbeil-Koalition nicht geben. Die Steuergelder der kleinen Bürger werden lieber für überteuerte E-Autos rausgehauen, damit der elektrisch betriebene Porsche Taycan - und andere teure E-Autos - für ein paar Wohlhabende etwas günstiger in der Anschaffung werden.

    • @Ricky-13:

      Sie haben ja recht, man sollte einfach alle Metropolenbewohner:innen von der Förderung ausschließen. Die brauchen in der Regel ja kein eigenes Auto.

    • @Ricky-13:

      "Straßenbahnen in sämtlichen Städten, mehr E-Busse, Fahrradstraßen und eine E-Fahrrad-Förderung wären Dinge die man in der Klimawandelzeit benötigt. Aber das wird es mit der Merz-Söder-Klingbeil-Koalition nicht geben."



      Unter welcher Regierung würde es das denn geben?



      Unter der Ampel war die SPD federführend und Habeck von den Grünen Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz - und was haben die gemacht?



      Die e-Auto-Prämie abgeschafft, Autobahnen weitergebaut, etc - alles wie unter Merz heute oder Merkel zuvor.



      Mir fehlt die Phantasie, was für eine Regierung an die Macht kommen müsste, dass da mal ernsthaft in diese Richtung das Ruder gestellt wird.



      Haben Sie eine Idee welche Konstellation es dafür bräuchte?

      • @Antje1971:

        Kraftstoffbetriebene Autos nur gegen E-Autos einzutauschen (die weiterhin viel Raum in den Städten verschwenden und sogar "sehr viele" Ladestationen brauchen) hat für mich nichts mit einer echten Verkehrswende zu tun. Im Grunde soll mit der Förderung für E-Autos doch nur die deutsche Automobilindustrie noch etwas länger am Leben gehalten werden. Aber Chinas günstige BYD E-Autos werden die überteuerten deutschen E-Autos sowieso verdrängen.







        Um Ihre Frage aber zu beantworten. Nein, ich habe auch keine Idee, welche politische Konstellation es dafür im Augenblich bräuchte, um das schlimme Szenario, was uns erwartet, noch abzuwenden.

        Wenn der Klimawandel demnächst aber seine ganze Macht zeigt, dann wird es ein Umdenken geben müssen, denn tonnenschwere Autos, in denen oftmals nur eine Person sitzt, wird es dann sicherlich nicht mehr auf den Straßen geben – egal ob nun neoliberal-konservative oder grün-linke Politiker das Sagen in Deutschland - oder irgendwo anders auf der Welt - haben. Die Frage ist allerdings, ob es dann nicht schon 5-nach-12 ist.

    • @Ricky-13:

      Ricky-13



      Die eine Förderung schließt doch die andere, innovative Förderung nicht aus.



      In einer Demokratie sollten wir auch möglichst die Interessen aller im Auge behalten. E-Autos zu fördern ist auch der richtige Weg, um auch für die breite Bevölkerung, Anreize für die Umstellung auf E-Autos attraktiv zu gestalten.

      • @Alex_der_Wunderer:

        **In einer Demokratie sollten wir auch möglichst die Interessen aller im Auge behalten.**

        Demokratie mit einer "BlackRock-Union"? Hoffentlich bleibt das auch so, denn im Augenblick schwappt mir zu viel raubtierartiger US-Kapitalismus über den atlantischen Ozean – oder heißt der jetzt auch schon Trump-Ozean?

        Übertreibungen sind ja ein rhetorisches Stilmittel, um Aufmerksamkeit zu erregen; und das gelingt mir merkwürdigerweise ziemlich oft, wie Sie ja wissen.



        😊

        • @Ricky-13:

          👍👍



          Stimmt



          - wie nennt man es eigentlich noch, wenn ein Kanzlerkandidat durch seine Seilschaften und Connection, letztendlich im 2. Wahlgang, von uns legitimieren Parlamentariern & seinen Günstlingen doch noch das Amt des Kanzler zugesprochen bekommt ?



          Einige Bürger & Wähler halten so was ja für Demokratie, hat man ihnen so Indoktriniert...

  • Es wird gar nicht die Frage gestellt, ob diese Förderung der Umwelt hilft. Ich fahre ein sehr gutes Elektroauto, aber im Winter. Wenn meine PV Anlage kein Strom liefert, ist mein Auto fast genauso schmutzig wie ein sparsamer Diesel.Müsste man nicht alles Geld, dass man irgendwo findet investieren, um sauberen Strom zu bekommen. Man könnte in Sizilien oder auf der Pelepones Wasserstoffkraftwerke bauen oder auch in Nordafrika . Aber solange wir europaweit mit Polen den dreckigsten Strommix haben, hilft mein wunderbares Elektroauto der Klimwende nicht. Der ökonomische Ansatz, der dahinter steht, ist falsch. Wir setzen beim Endverbraucher an, aber dadurch entsteht keine Infrastruktur. Die heutige Klimapolitik in Deutschland hat ein systematischen Denkfehler. Wenn im 19. Jahrhundert der Staat nicht in die Schienen investiert hätte, hätten wir heute keine Eisenbahn diese einfache Grundgedanke ist in der neoliberalen Wände der Neunzigerjahre verloren gegangen. Andere Länder wie Spanien sind daher viel weiter als wir, weil die vor allen Dingen in Infrastruktur investieren das Geld für die Autos ist verschwendetes Geld.

    • @Crassus:

      "Wenn im 19. Jahrhundert der Staat nicht in die Schienen investiert hätte, hätten wir heute keine Eisenbahn."

      Falsch! Dieser Vergleich hinkt nicht einmal, er kriecht 😉

      Die ersten großen Bahngesellschaften waren nicht staatlich, sondern privat - der französische Staat hat beispielsweise im 19. Jahrhundert keinen Centime in Schienen investiert und seine Staatsbahn erst im 20. Jahrhundert (1938) gegründet. Dass man bestimmte Streckenführungen und Nutzungsrechte brauchte, um "kriegstüchig" zu sein, hat man über Gesetze und Konzessionen geregelt - nicht mal das war ein Grund für den Staat Geld in die Hand zu nehmen.



      Und dort, wo Staatsbahnen gegründet wurden und ein flächendeckendes Netz gebaut haben, ging es darum, die Gewinne direkt (statt über Steuern) abzuschaffen. In Preußen hat die Eisenbahn in ihren besten Zeiten ein Drittel des Staatshaushalts finanziert. Wo das Geld nicht in rauhen Mengen zu erwarten (und kein Interesse des Militärs vorhanden) war, durften Private ihre Kleinbahnen (Tertiärbahnen / Lokalbahnen / Vizinalbahnen) bauen.

    • @Crassus:

      "Wenn meine PV Anlage kein Strom liefert, ist mein Auto fast genauso schmutzig wie ein sparsamer Diesel."



      CO2 ist kein Schmutz.

    • @Crassus:

      Heute wissen wir es, und dann ist Geld in Autos und deren direkte oder indirekte Bezuschussung erst recht irregehend.



      Verbrenner-Auto-Hersteller und Fossil-Verkäufer insbesondere hätten einfach mal ihre Kosten nicht auf Dritte und spätere Generationen abwälzen dürfen.



      E-Autos sind nicht mehr als kleinere Übel, doch, carissime Crasse, die Rechnung nehme ich Ihnen nicht ab, dass sie mit Verbrennern fast gleich wären. So fair will ich gegenüber dem kleineren Übel schon noch sein - beim jetzigen Strommix mit absehbar zwei Dritteln Erneuerbaren hierzulande und ohne weiteren Atommüll.

  • Die Förderung wäre besser durch eine Umlage finanziert. Die aktuelle Förderung sollte als Aufschlag auf Verbrenner angelegt sein. Für jeden verkauften Verbrenner würden E-Autos entsprechend gefördert. So erledigte sich die Förderung von alleine, bis keine Verbrenner mehr verkauft würden. Verbrenner fahren muss schmerzen. Deren Feinstaubausstoss tötet weiter Menschen.

    • @Gorch:

      @Gorch



      Genau 👍👍

    • @Gorch:

      Aber gerade was Feinstaub betrifft schneiden E-Autos, vor allem Ps und Reichweitenstarke Modelle, durch ihr viel höheres Gewicht und dem dadurch viel höheren Reifen- und Straßenabrieb nochmals schlechter ab als Verbrenner. Und dieser Feinstaub ist auch nicht gesünder nur weil er von E-Autos kommt.

    • 8G
      836849 (Profil gelöscht)

      @Gorch:

      Eine Kopplung der E-Auto-Förderung an Verbrennerverkäufe hätte problematische Nebenwirkungen: Je erfolgreicher die Verkehrswende wäre, desto schneller würde die Finanzierung der Förderung wegbrechen. In der Übergangsphase entstünde ein instabiles System, das weder Käufern noch Herstellern Planungssicherheit bietet. Gleichzeitig würden Verbrenner vor allem dort teurer, wo Menschen mangels Ladeinfrastruktur, Einkommen oder Alternativen kaum ausweichen können – etwa im ländlichen Raum. Das träfe sozial Schwächere härter, ohne automatisch mehr E-Autos zu ermöglichen. Zudem würden Hersteller die Kosten schlicht einpreisen, was die Gesamtpreise weiter erhöht. Klimapolitik braucht verlässliche, breit finanzierte Instrumente – keine Mechanik, die sich selbst destabilisiert.

      • @836849 (Profil gelöscht):

        Wie lange geben Sie denn Fossil-Tankstellen noch als verbreitetes Phänomen? Und jedes Jahr wird's dünner und teurer, das geht dann schneller, als der Verbrenner abzustoßen ist. Den wollen wir ja auch weghaben, aus zahlreichen Gründen.

        Wo werden auch Menschen eher eine Wallbox haben oder die beim Nachbarn mal nutzen können? In der Stadt oder auf dem Land? Wohl jetzt schon das Land. E-Autos einfacher Ausstattung sind auch dort neu verfügbar. Am Gebrauchtmarkt darf sich alleine noch mehr tun, vielleicht durch Batteriequalitäts-Prüfungen, die die Qualität auch gefühlt sicherstellen.

        • @Janix:

          "Wie lange geben Sie denn Fossil-Tankstellen noch als verbreitetes Phänomen?"

          Das kommt darauf an, was Sie mit dem eher schwammigen Begriff verbreitet meinen🙃

          Tankstellen wird es jedenfalls geben, solange wir bei E-Fahrzeugen von "Laden" sprechen, weil es kein praktikables System für Akkutausch mit ausreichender Verbreitung gibt. Und nur chinesische Hersteller bekommen das Geld vorne und hinten reingeschoben, wenn sie daran forschen..

          • @FriedrichHecker:

            "Fossil-Tankstellen" schrieb ich, bewusst. : )



            Gilt ähnlich für etwa Erdgasheizungen, auch da kauft kein weiser Mensch mehr Fossileinrichtungen und zahlt die Infrastruktur zu immer wenigeren.

            • @Janix:

              Und ich schrieb bewusst von Tankstellen - und nicht von Ladestationen 😁

              Die (wie das neudeutsch heißt) setzten nämlich den Benchmark für Aufenthaltszeiten zur Ergänzung der Betriebsmittel. Das hat man (nur?) in China schon vor Jahren kapiert, als man Elektrobusse auf einen Verkaufspreis von ungefähr der Hälfte der Herstellungskosten heruntersubvenioniert hat, damit man 3 (pro Stück damals erheblich teurere) Elektrobusse zum Preis von 2 Dieselbussen kaufen konnte. Nur damit der Linienverkehrsbetriebe trotz Nachladen keine Stillstandszeiten haben... Und zwar als "Übergangslösung" bis zum Tauschakku. Der dürfte irgendwann ( samt genormter Schnittstelle) aus China kommen - ist schließlich das einzige Land, in dem der Staat die Entwicklung politisch und finanziell massiv vorantreibt...

        • 8G
          836849 (Profil gelöscht)

          @Janix:

          Die Frage ist weniger, ob der Verbrenner verschwindet, sondern wie der Übergang gestaltet wird. Genau da liegt das Problem einer Kopplung: Wenn die Förderung vom Erfolg des Verbrenner-Rückgangs abhängt, wird sie zwangsläufig instabil. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern eine systemische Schwäche – Förderinstrumente sollten planbar sein, gerade in der Übergangsphase.

          Zur Infrastruktur: Ja, im ländlichen Raum gibt es häufiger private Stellplätze. Gleichzeitig fehlen dort oft Schnellladeoptionen, Carsharing, ÖPNV-Alternativen und dichte Gebrauchtmärkte. Für viele Haushalte ist der Umstieg deshalb nicht primär eine Frage des Wollens, sondern der finanziellen und praktischen Machbarkeit. Steigende Verbrennerpreise treffen diese Gruppen zuerst, ohne automatisch mehr E-Autos zu ermöglichen.

          Dass einfache E-Autos neu verfügbar sind, stimmt – aber sie bleiben für viele einkommensschwächere Haushalte dennoch außer Reichweite, solange der Gebrauchtmarkt nicht ausreichend breit und abgesichert ist. Batterieprüfungen wären hier ein sinnvoller Hebel, ersetzen aber keine stabile, sozial ausgewogene Finanzierung der Transformation.

          • @836849 (Profil gelöscht):

            Nicht Autoproduzenten und -besitzer noch mehr füttern als seit 93 Jahren die Regel, bitte, auf Kosten der Allgemeinheit, sondern das als schädlich erkannte Verbrennerproduzieren und -fahren dies tragen lassen.



            Neuwagen unter 10.000€ sind elektrisch auf dem Markt und Leasing gibt es auch noch.



            Wer sozial handeln will, stellt Bahn und Bus für alle auch in der Fläche wieder her. Denn das billigste Auto ist und bleibt kein Auto.

            • @Janix:

              "Denn das billigste Auto ist und bleibt kein Auto."



              ...und die billigste Wohnung ist und bleibt: keine Wohnung. Eine Parkbank tut's doch auch :-)



              Ja, der Unterhalt eines Autos ist schweinisch teuer. Aber mit Bus, Bahn, Fahrrad und Schuhsohlen jemals an den Gebrauchswert eines Autos heran zu kommen, ist Illusion.



              Sie können natürlich versuchen, den Autofahrern das Autofahren zu vermiesen. Die Rechtspopulisten werden es Ihnen danken.

      • @836849 (Profil gelöscht):

        > „ Zudem würden Hersteller die Kosten schlicht einpreisen, was die Gesamtpreise weiter erhöht.“

        Das Einpreisen funktioniert, wenn die Zuschüsse von außen kommen und die Hersteller nicht kompensieren müssen. Bei Umverteilung sieht die Lage anders aus. Zudem könnten Rabatte gesetzlich geregelt, gegen gerechnet werden. So das ein Anreiz bestünde Autos zu verkaufen.

        Was die Ladeinfrastruktur anbetrifft, es gibt keinen Mangel an Ladestationen mehr. Auch nicht auf dem Land. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist sehr weit fortgeschritten und schreitet auch weiter fort. Da wurde ja kein Schalter umgelegt. Die Hersteller würden zudem gezwungen sein, zeitnah günstige Fahrzeuge anzubieten.

    • @Gorch:

      "Deren Feinstaubausstoss tötet weiter Menschen."

      Ja, klar... Um den Feinstaubausstoß von Verbrennern geht es schon lange nicht mehr. Diesel haben Partikelfilter, Benziner stoßen überhaupt keinen Feinstaub aus.

      Was bleibt, ist der Feinstaub, der durch Reifen- oder Bremsenabrieb entsteht - und Reifen und Bremsen haben auch Elektroautos. Rekuperation mag den Bremsabrieb marginal vermindern, aber auch das gibt es schon bei Verbrennern.

      Immer dieser Dogmatismus, um die eigene Meinung als Maß aller Dinge darzustellen. Laßt die Leute doch selber entscheiden, was sie kaufen, ohne irgendwelche Förderungen, die doch nur den Herstellern zugutekommen. Die Preise für E-Autos werden steigen, im Einzelfall wahrscheinlich um den vollen Betrag der Förderung.



      - durch Wegfall von Rabatten.

      • @Debaser:

        Das Feinstaub-Argument ist schlicht falsch. Der Gewichtsunterschied zwischen E und ICE Autos ist unerheblich. Ein dicker Benzin-SUV wiegt mehr als ein Renault Zoe. Und Bremsabrieb fällt praktisch keiner an, weil fast alles Bremsen regenerativ ist.

        • @Kahlschlagbauer:

          "Und Bremsabrieb fällt praktisch keiner an, weil fast alles Bremsen regenerativ ist."

          Das ist bei dem "dicken Benzin-SUV" auch so. Der hat auch Rekuperation. Wenn er genauso gefahren wird wie der Zö, gibt es beim Bremsabrieb keinen Unterschied.

      • @Debaser:

        Eine Ideallösung habe ich hier ebenfalls nicht, aber sehr sehr gewiss erscheint mir, dass man diese Entscheidung nicht vollends den Menschen, das ist der sog. Markt, überlassen kann. Dort ist schlicht das Ergebnis von ungerelter Einflussnahme zu Lasten der Umwelt stark nachhaltig.

      • @Debaser:

        Grundsätzlich bei Ihnen. Auch wenn die Rekuperation bei Elektros wohl besser greift, fehlen kleine leichte Autos auch dort inzwischen.

        Die eigene Entscheidung ist das Ideal. Es erfordert die Einpreisung der Auswirkungen auf Dritte. Dann werden Autos und Autofahren insgesamt sehr viel teurer. Und wir finanzieren nicht mehr den Quandts und Piechs die tägliche Party auf Kosten der Umwelt. Fände ich gut.

  • Hat mal jemand ernsthaft geschaut, wer denn die Höchstprämie bekommt?

    Haushaltsbrutto 80.000 bis 90.000 (mit Kindern).

    Das macht zwischen 3.800 und 4.200 EUR Haushaltsnetto im Monat.

    Und jetzt einmal die Preise für Neuwagen (nur für die gibt es Prämie) aufrufen...

    Wer davon hat ein Eigenheim mit PV und Wallbox, sodass günstig geladen werden kann (jetzt nicht mit der brandgefährlichen Idee mit Kabeltrommel und Steckdose kommen...)?

    Wer davon bekommt ein ehrliches Darlehen?

    Verschuldungsprämie!

    Davon ab... in der Fläche lohnt sich eher ein Voll- oder Plug-In-Hybrid, mangels Ladestationen.

    • @Drehrummbumm:

      Haben Sie mal die Verbreitung von Ladestationen geprüft? Wie weit auch daheim oder auf der Arbeit geladen werden kann? Hybrid heißt, zwei Motoren transportieren müssen - so langsam sollten die früheren Sorgen doch mal positiv verlernt sein. Incl. Ihrem Kabeltrommelmärchen. Wo liest mensch das eigentlich heutzutage?

    • @Drehrummbumm:

      Was ist bitte an der Idee von Kabeltrommel und Steckdose "brandgefährlich"?

      3500 Watt, so viel verbraucht auch ein stinknormaler Herd.

      Kabeltrommeln, die für diese Leistung ausgelegt sind gibt es.

      Und mit dem richtigen Ladekabel lässt sich das auf 1000, oder sogar auf bis zu 700 Watt Ladeleistung herunter regeln.

      Und das mit den fehlenden Ladepunkten auf dem Land stimmt auch schon lange nicht mehr.

    • @Drehrummbumm:

      Eine nicht auszurottende Mär, die fehlenden Ladestationen. Stimmt längst nicht mehr.

      • @Drissejal:

        Stimmt doch! Und deshalb fahre ich noch kein E-Auto.



        Wohne im Mehrfamilienhaus. Kein wirtschaftliches Solar möglich.

        Arbeite im Homeoffice, kann also auch nicht wie meine Kollegen ihr E-Auto bei der Arbeit laden.

        Nächste Ladestation ca. 2km entfernt. Im Sommer machbar. Im Winter in unserer alpennahen Region eher nicht.

        • @Sole Mio:

          Bitte was?! Also wir wohnen auch in der Ortsmitte, hier auch Mehrfamilien Haus ohne Lademöglichkeit. Aber e Auto geht mühelos, man hat doch die Tankstelle fürs Benzin auch nicht vor der Tür. Wir laden meistens beim Einkaufen, hier haben viele Läden Schnellladesäulen auf dem Parkplatz, meist auch sehr preiswert. Und tja solar aufm Dach haben wir, gehört dem Vermieter, wird eingespeist.

          Ich finde die Ladestation ist 2 km entfernt halt kein Argument. Hier wurde lange über Umzug zur verkürzung des arbeitswegs Nachgedacht, gibt der Wohnungsmarkt aber nicht her, zumal der Arbeitgeber äußerst schlecht an den öpnv angebunden ist. Darum halt e Auto, gibt ja auch mehr Vorteile als nur das Benzin das man nicht braucht, der Ölwechsel zb entfällt ja auch und der Lärm den so ein Benziner macht.

        • @Sole Mio:

          Aha, Zapfsäule gleich am Haus. Wie praktisch.



          (Wer Sarkasmus entdeckt, kann ihn behalten)

        • @Sole Mio:

          Die ersten Punkte habe ich inhaltlich verstanden. Mit einem "noch".



          Moment, zur Tankstelle fahren Sie. Aber nicht zur Ladestation, mit Zeitung, Buch o.ä.? Homeoffice heißt meist, dass wenig insgesamt gefahren werden muss, dies also eher selten passiert.



          2 km hin und zurück wäre auch bei Hügeln eher Mittags- und Abend-Spaziergang, mit Klapprad noch entspannter.

          Bitte nicht falsch verstehen, Ihre Entscheidung - und pflegen Sie Ihren Verbrenner gut, brauchen Sie ihn wenig, testen Sie den Entzug an.



          Da keinen funktionsfähigen sparsamen Verbrenner austauschen, wenn sie ohnehin selten fahren. Ich wollte nur für Neuanschaffungen das kleinere Übel auch als solches benennen.

    • @Drehrummbumm:

      Vom Haushaltsnetto würden wir zwar passen. Aber da wir mit beiden Autos Laternenparker sind, die Arbeitgeber zwar einen kostenlosen Parkplatz aber auch keine Lademöglichkeit bieten, ist das Thema eigentlich schon erledigt. Und da wir eh nie einen Neuwagen kaufen, sondern nur Jahres- oder Vorführwagen, würde auch das nicht passen.



      Und dann kommt noch dazu, das niemand das Recht besitzt (moralisch, ethisch oder auch momentan noch gesetzlich), uns vorzuschreiben, welche Antriebsart unsere Autos aufweisen sollen.

      • @Oleg Fedotov:

        Wagenburgmentalität! Zumindest insbesondere ethisch und moralisch liegt das Recht völlig vor, etwas wie Antriebsarten vorzuschreiben. Viel eher besteht nämlich das ethische und moralische Recht an der Erhaltung der Gesundheit und der natürlichen Lebensgrundlagen.

        • @Gerhard Krause:

          Ethik und Moral bietet aber keine Ladesäule. Und dieses recht ist verständlicherweise nirgends verbindlich festgeschrieben, da jedes Individuum hier eine abweichende Definition hat. Ihre Moralvorstellung, auch wenn sie von Millionen geteilt würde, entspricht aber nicht der Ihres Nachbarn oder meiner, welche möglicherweise ebenfalls von Millionen anderer geteilt werden.

    • @Drehrummbumm:

      „In der Fläche“, also auf dem Land, hat fast jede*r ein Eigenheim oder zumindest ein gemietetes Haus, jedenfalls nicht die berühmte Mietwohnung im 10.Stock…Ladestationen gibts inzwischen auch hier auf dem flachen Land jede Menge…und mit den entsprechend richtig dimensionierten Ladekabeln ist selbst die Stromversorgung fürs tagtägliche Pendeln problemlos per blauer Camping- oder sogar normaler Schuko-Steckdose mit verstärkten Innenkontakten möglich…ganz ehrlich, so einen simplen Anti-E-Auto-Kommentar hätte ich eher bei welt.de erwartet.

  • Warum nennt man das Kind nicht beim Namen? Die E-Auto-Förderung ist eine glasklare Subvention. Dazu laufen E-Autos lange Jahre steuerfrei auf deutschen Straßen. Auch das ist eine Subvention.



    Die hier lang und breit als Subvention verpönte hälftige Rückvergütung der Mineralölsteuer auf in Landmaschinen und außerhalb der Straße verbrauchten Diesel um auf das Niveau der Nachbarstaaten zu kommen, ist es eher nicht.

    • @Otto Mohl:

      Sind Sie einer von jenen Bauern, die die ganz dicken Kartoffeln anbauen? Natürlich ist die Förderung von Agrardiesel eine Subvention. Und noch dazu zahlen die nichtmal Umsatzsteuer, noch so ne Subvention. Ist ja klar, dass die nie wirtschaften lernen, wenn ihnen der Staat das Geld in den Allerwertesten pustet, nichtwahr.. .

      • @Schmetterling:

        Sie haben das System von Umsatzsteuer und Vorsteuer nicht verstanden.

      • @Schmetterling:

        "Und noch dazu zahlen die nichtmal Umsatzsteuer"

        Fake News!

        Fakt: Beim Einkauf zahlt jeder Umsatzsteuer. Dann gibt es zwei Arten von Betrieben. Die einen, holen sich die gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurück und führen eingenommene Umsatzsteuer an das Finanzamt ab. So wie jedes größere Unternehmen. Das machen Betriebe, die investieren.

        Und dann gibt es kleine Aufgabebetriebe, die nicht mehr groß investieren. Die werden vom Staat noch etwas länger am Leben gehalten, indem sie von der Bürokratie entlastet werden, vom Finanzamt keine gezahlte Umsatzsteuer zurück erhalten und dafür die eingenommene Umsatzsteuer behalten dürfen. Das lohnt sich nur, wenn man keine großen Investitionen mehr macht (Maschinenkauf, Gebäudebau).

        Beim Agrardiesel bekommen die Bauern die Hälfte der gezahlten Mineralölsteuer auf Antrag im nächsten Jahr zurück, weil der Sprit zum Großteil nicht auf den Straßen verbraucht wird und im EU-Ausland Bauern billiger tanken können.

        Beides eigentlich keine Subventionen.

        • @Otto Mohl:

          Grober Unfug!

          Steuervergünstigungen sind Subventionen. Das haben sie doch selbst in ihrem Eröffnungspost klargestellt. Wie kommen sie jetzt drauf, dass Steuervergünstgungen keine Subventionen sind? Weil Bauern nicht auf Straßen fahren? Steile These. In dem Fall ist die Förderung für Elektroautos logischerweise auch keine Subvention, sondern der Staat gibt den Aufgabefahrern einfach den Kaufpreises zurück, damit die noch ein bisschen länger fahren können.

  • "Wäre das Förderprogramm wirklich sozial, gäbe es wahrlich preiswerte Leasingangebote für Menschen mit niedrigem Einkommen"

    Autoleasing ist für Privathaushalte der blanke Nonsens, dieses auch noch Geringverdienern schmackhaft zu machen eine Unverschämtheit.

    Anstatt monatlich eine Leasingrate für einen teuren Neuwagen zu bezahlen ohne jemals Eigentümer des Fahrzeugs zu werden, ist die einzig sinnvolle Entscheidung ein gutes Gebrauchtfahrzeug zu erwerben.

    Ich kann sowieso nicht so recht nachvollziehen warum sich "Normalverdiener" für einen Neuwagen "lang machen" sollen. Ökonomisch ist so ein Kauf eine Vollkatastrophe,

    • @Tom Tailor:

      @Tom Tailor



      Jahreswagen von Firmenangehörigen aus der Automobilindustrie sind auch echt gut zu erwerben, wenig km gelaufen, top gepflegt und im ersten Jahr verlieren neue Autos am meisten an Wert.



      Kann sich also auch durchaus lohnen.

    • @Tom Tailor:

      Vollkommen richtig, Leasing ist nur was für den gewerblichen Gebrauch, weil man erstens die Vorsteuer ziehen kann und zweitens die Rate den Gewinn und damit die Steuer senkt. Leasing ist außerdem schon per Definition so angelegt, daß es teurer als ein Kauf ist. Dafür hat der Gewerbetreibende die entsprechenden Vorteile: Kein Liquiditätsabfluß beim Kauf, kein Streß beim späteren Verkauf, usw.

      Für Privatleute ist Leasing kein gutes Geschäft - im Gegenteil, es kann ein böses Erwachen geben, wenn das Auto bei der Rückgabe einen Kratzer oder einen Steinschlag zu viel hat. Ein Gebrauchtwagen ist hier immer die bessere Option.

  • Die Prämie wird nicht viel bringen. Wie oft üblich werden die Hersteller den Preis entsprechend nach oben anpassen, nur sie werden verdienen.

    • @Filou:

      Aber es ist doch nett von denen, die sich kein neues E-Auto leisten können, dass sie denen, die sich eins als Zweit- oder Drittgehhilfe gönnen, mit ihren Steuern unter die Arme greifen.

    • @Filou:

      Aber bestimmt nicht für die vielen Neufahrzeuge, die gerade auf Halde stehen. Die werden sie eher schnell loswerden wollen.

  • Völlig wirkungslos. Da E-Autos viel teurer als Verbrenner sind, kommt von der Prämie gar nichts beim Käufer an. Bei all den Nachteile eines E-Autos bleibe ich bei meinem kleinen Benziner, solange meine Werkstatt den repariert bekommt und es im Umkreis von 20 km 2-3 Tankstellen gibt.

    • @Matt Olie:

      Würden wir mal nach China schauen und auf Natrium-Ionen-Akkus umstellen, würde das die Preise vermutlich drastisch senken.

      • @Earth & Fire :

        Aber die Chinesen sind ja ganz böse. So böse, dass wir deren E-Autos sogar mit Strafzöllen belegen. Nun gut, die Strafzölle werden abgeschafft und durch Mindestpreise ersetzt, da ja die bösen Chinesen ihre E-Autos subventionieren...

        • @Drehrummbumm:

          Übergangsweise sollten wir Importe chinesischer E-Autos erleichtern. Gleichzeitig sollten wir aber schleunigst die heimische Produktion hochfahren. Die Rohstoffe für Natrium-Ionen-Akkus sind alle in Europa verfügbar.

          • @Earth & Fire :

            "Übergangsweise sollten wir Importe chinesischer E-Autos erleichtern."

            Die Menschenrechtslage in der Lieferkette interessiert ja auch nur bei in China hergestellten Fahrzeugen des VW-Konzerns... 🤔

  • Sowohl die E-Autoförderung als auch die Diskussion darüber gehen voll am eigentlichen Problem vorbei: CO2-Reduktion.



    Da wären andere Maßnahmen sinnvoller, z.B. eine Massenbeschränkung für KFZ, für PKW z.B. auf 1000 kg (Ein Polo 45 wog 1990 740 kg). Käme BTW auch unsere maroden Infrastruktur zu Gute [1]. Oder eine bauartbedingte (!) Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit, z.B. auf 150 km/h. Oder eine Leistungsbegrenzung...



    Oder Vollhybride. Die ließen sich auch klein, leicht und relativ preisgünstig bauen, da sie keinen schweren und teuren Akku herumzuschleppen haben.



    Es ist nun einmal eine Illusion, man könne dadurch CO2 einsparen, dass man Emissionen aus dem Verkehrs- in den Stromsektor verschiebt. Erinnert an Schilda.



    [1] de.wikipedia.org/w...erte-Potenz-Gesetz

    • @sollndas:

      Na dann: Radikale Förderung für PV auf jedem Dach, viele kleine Windräder in Industriegebieten, Eisenspeicher ( www.ardmediathek.d...YtMWUzYWEzNGVlMzAx ) und Natrium-Ionen-Akkus.

      • @Earth & Fire :

        Es gab schon öfter Bestrebungen, neuartige, vertikale Windgeneratoren entlang der Mittelstreifen auf allen Autobahnen aufzubauen.

        Und wenn mir der Staat eine PV-Anlage für mein Dach spendiert, würde ich sie auch nehmen, so wie viele. Meinetwegen soll der überschüssige Strom dann auch kostenlos in das Netz eingespeist werden. Aber ich gebe doch keine 10.000 Euro aus bei einem Stromverbrauch von 3.700 kWh, für die ich weniger als 1.000 Euro bezahle... Spätestens im Winter muß ich ja doch externen Strom dazukaufen.

        • @Debaser:

          Solarenergie ist ja m.E. auch von allgemeinem öffentlichen Interesse und deshalb staatlich voll zu fördern, egal, auf wessen Dach sie erzeugt wird.

    • @sollndas:

      All Ihre vorgeschlagenen Maßnahmen sind so nicht umsetzbar und absolut nicht Sinnvoll. Ein Auto kann aufgrund von Sicherheitssystemen und Antrieb nicht mehr unter 1000 kg gebaut werden. Erst recht nicht mit E-Antrieb. Auch Leistungs- und Bauartbegrenzung machen keinen Sinn, denn darauf werden sich die Hersteller nicht einlassen. Erst recht nicht ausländische. Zumal dann ohnehin noch die aktuellen Autos bestehen bleiben. Und die werden dann aber mal so richtig nachgefragt und gepflegt werden.

      An das Auto wird man nicht dran gehen können, das ist schlicht eine Illusion die man sich aus dem Kopf schlagen sollte. Das macht die Bevölkerung schlicht nicht mit.

      • @Walterismus:

        Die Autofixierung braucht zwar eine Entzugs-Unterstützung zum normalen Mut: mal wieder radeln, autoteilen, Busse betreten. Da nicht drangehen ist eine Schere im Kopf, die uns leider wichtige Arterien mit abschnitte: Umwelt, Lärm, Feinstaub, Kosten, Abhängigkeiten von den Falschen.



        Da sollten wir uns nix einreden lassen.

      • @Walterismus:

        In der Fläche ist es nicht möglich ohne Auto zu leben. Da fehlt es an erreichbaren Supermärkten, Schulen, ÖPNV, Sport- und Kulturangebote... es geht also weniger darum, was die Bevölkerung mit macht, sondern was möglich wäre.

        Und in der Fläche lohnen sich eher Vollhybride oder Plug-In Hybride. Je nachdem ob man zu Hause günstig laden kann oder nicht.



        Womit wir uns zum Beispiel herumschlagen müssen...



        Wenn der Schulbus ausfällt, kommt 1 - 2 mal im Monat vor, da muss ich mein Kind entweder holen oder über 2 Stunden auf den regulären Bus (nach etwas mehr 2km Fußweg zur regulären Haltestelle) warten lassen. Bei Wind und Wetter. Und natürlich nur, wenn es nicht ein Tag mit langen Blöcken ist. Da fährt dann nämlich kein regulärer Bus mehr.

        Wochenendes fährt der letzte Bus aus der Stadt gegen 18:00 Uhr. Teilhabe also nur mit KFZ.

        • @Drehrummbumm:

          Nicht möglich? Dann ändern wir das doch besser mal. Denn irgendwann sind Stefan Müllers Gesichtsfeld, seine Reflexe, seine Nachtsicht nicht mehr autotauglich. Und dann?



          Und Kinder haben auch viel mehr Spaß, wie in den Niederlanden ab sieben Jahren selbst zur Schule und zum Sport zu radeln. Auch in die Nachbarorte.

          Autos lassen sich teilen, oder ein Taxi anrufen. Tage lassen sich planen. Auch Erwachsene sollen schon mal auf Rädern oder E-Bikes gesehen worden sein.

          Zurück aber zu Hybrid: leider teuer, ineffizienter Doppel-Motor, eine Notlösung, von der wir jetzt schon abkönnen.



          Verbrenner-Autos müssen wir aus mehreren Gründen rasch loswerden: Ölabhängigkeit, Geld, Umwelt.

        • @Drehrummbumm:

          Möglich wäre vieles, z.B. ein Wechselakkusystem an jeder Tankstelle. Aber unsere Volksvertreter lassen sich lieber von der fossilen Lobby bestechen.

  • In der Unionsgeführten Regierung, die den Rückschritt zum Verbrenner propagiert, setzt der Umweltminister eine E Auto Förderung durch.



    Was daran falsch sein soll, ist fraglich.



    Die soziale Komponente ist typisch SPD.



    Die reduzierte Förderung der plug in Hybride ist die Annäherung an die VerbraucherIn, die noch Sicherheitsbedenken haben.



    Das ist kein Sonderfall in Deutschland.



    Denn obwohl die Meisten in der Woche maximal 200 bis 300 km fahren, ist die "Reichweite" zentrales (Nicht-) Kaufargument.



    Eine Art Übergangstechnologie ist für weniger Mutige also auch ein Schritt in die richtige Richtung.



    Dass an der Autoindustrie in Deutschland viel hängt - nicht zuletzt das Image Deutschlands, dürfte Konsens sein.



    Somit ist die Förderung wirtschaftlich und auch klimapolitisch sinnvoll.



    Es liegt nun an den Verbrauchern, die gute Gelegenheit zu nutzen und die deutsche Autoindustrie in die zukunftsweisende Richtung zu schubsen.



    Ich finde es bedauerlich, dass Schritte in die richtige Richtung von den deutschen Klug...Innen grundsätzlich kritisiert werden.



    Wer mehr will, sollte derartige Bestrebungen loben und fördern, nur so können machtlose Teil der weiteren Entwicklung sein.

    • @Philippo1000:

      Die Verkäufe haben schon längst angezogen. Verzögert nur die weitere Preisangleichung. Wobei die mit Ladenhütern, Dacia Spring, Ford, Citröen gerade noch 5000 drauflegen, um Kisten vor Neuauflagen loszuwerden. Das Genöle so teuer, ist nicht mehr. Aber es wird ja auch weiter über alles andere geklagt. Reichweite, Ladesäulen, alles überholt. Nur, alle neu kommenden Modelle können weiter Richtung 30000 angeboten werden, wird doch gefördert.

    • @Philippo1000:

      Alles Käse... Was nutzt mir der Regelfall, wenn ich dann doch mal mehr Reichweite brauche und ich dann erst umständlich planen oder mit vielen unnötigen Pausen fahren muss? Das bißchen Förderung macht die Preise auch nicht attraktiv.

  • Wahrscheinlich könnte man es noch besser machen. Aber es ist ein Ansatz mit klarer sozialer Komponente. Eine nennenswerte Förderung bekommen nur die niedrigen Haushaltseinkommen und mit Kinderzuschlag. So ist keine gesellschaftliche Spaltung der Transportform vorgesehen....

    In dem anderen Artikel von Frau Boenisch wird die Vorsitzende von Robn Wood zitiert, die anstelle dessen eine Förderung des ÖPNVs fordert - für die Leute mit niedrigen Einkommen. Sprich, ÖPNV für die einen, freie Fahrt für die anderen.

    Aber insgesamt hätte es die Förderung nicht gebraucht. E Autos wurden auch so gekauft und Gebrauchte sind auch erhältlich.

  • Die Prämie soll vor allem leider wohl die Vampir-Industrie des Verbrenner-Autos noch länger "leben" lassen, die das Morgenlicht der Verkehrswende gerne noch etwas länger auszuschließen versucht. Das ist so langsam ärger als bei der Steinkohle, diese Abgreifmentalität der Quandts und Piechs samt Politikbeeinflussung am laufenden Band.



    Die Union und teils auch SPD sollten klarstellen, dass sie da nicht käuflich sind, sondern am Allgemeininteresse orientiert.



    Dann müssen sie freilich möglichst viele Verbrenner rasch aus dem Verkehr ziehen, nicht teuer-teuer weitere Blechzeuge welcher Art in den Markt pressen.



    Aus Umweltgründen, aber auch, um nicht von Scheichs und Autokraten mehr so abhängig zu sein und dorthin Milliarden über Milliarden zu zahlen, die die falschen Kriege und die Inflation treiben.

    • @Janix:

      Die deutsche Automobilindustrie zahlt mit einem wesentlichen Teil den Sozialstaat. Ich halte die Förderung von Hybriden auch für falsch, aber das liegt daran, dass die Technik aus meiner Sicht zu teuer ist. Man kauft sich nicht nur die Vorteile beider Techniken, sondern auch die Nachteile. Es ist zu einfach, auf die Eigentümerfamilien zu schimpfen. Wenn es den Unternehmen schlecht geht, fallen gutbezahlte Jobs weg und damit Lohnsteuer und Einkommen für andere Branchen (z.B. Gastronomie). Was die deutsche Autoindustrie braucht, ist Zeit. Und: Ich habe Wohnortbedingt mit Ingenieuren von Daimler und Porsche Kontakt. Die Unternehmen versuchen alles, deutsche E-Autos attraktiv zu machen. Aber da ist der Kunde. Und der Deutsche will kein E-Auto (zumindest in der Masse). Lesen Sie mal die Kommentare im FAZ-Forum zu einem besprochenen E-Auto. Vorurteile über Vorurteile.

      Zu Ihrem letzten Punkt: Wenn die deutsche Automobilindustrie scheitert (Sie scheinen dies zwischen den Zeilen zu hoffen - vielleicht täusche ich mich aber), sind wir von China abhängig, statt von Scheichs. Ob das besser ist. Ich hoffe, dass die Deutschen wieder aufs Gleis kommen.

      • @Strolch:

        "Die deutsche Automobilindustrie zahlt mit einem wesentlichen Teil den Sozialstaat."

        Komisch. Ich dachte echt, die würden wirtschaftlich arbeiten und das an ihre Kunden weitergeben.

        Vorurteile brauche ich nicht. Ich habe Urteile.

        • @Matt Olie:

          Arbeitgeberhälfte bei der Sozialversicherung?

      • @Strolch:

        Nö, wir schaffen den weitgehenden Entzug von unserer jetzigen schweren Autosucht, wie wäre es damit?



        Das heißt, die Infrastruktur von Bahn und ÖPNV wiederherstellen, aber bietet Einspar-Chancen in -zig Milliarden per Jahr - und das sind nur die versteckten Zuschüssen an die Autoindustrie, nicht mal die Kosten für Autos selbst, Führerscheine und Gesundheitsschäden.



        Ja, es ist m.E. empörend, wenn die bekannt extrem scheffelnden BMW-Quandts oder die Untertürkheim-Zuffenhauser dann u.a. auf Kosten aller das "Kurzarbeitsmanöver" abziehen und so ihr Personal auf Kosten Dritter binden.



        Hybrid vereint die Nachteile und ist, als lüde mal Kohle zur Diesellok dazu. Vom E-Auto wurde freilich von ganz oben abgeschreckt, weil Bonz Castle nicht einen durchschlagskräftigen E-Smart hinbekam, sondern viel zu teure und zu feiste Kisten.

        Ich hoffe _sehr, dass die Deutschen wieder aufs ... Gleis kommen.

        • 8G
          836849 (Profil gelöscht)

          @Janix:

          Ich stimme zu, dass wir ÖPNV und Bahn dringend ausbauen und den Autokonsum reduzieren sollten – das Einsparpotenzial ist enorm. Trotzdem muss man die deutsche Autoindustrie differenziert betrachten: Sie sichert Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und damit den Sozialstaat. Scheitert sie, sind wir nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geopolitisch stärker abhängig.

          Hybridfahrzeuge haben ihre Probleme, und E-Autos brauchen Zeit, um wirklich attraktiv für die Masse zu werden – viele Menschen sind einfach nicht bereit, auf ihr Auto und die damit verbundene persönliche Freiheit zu verzichten

          • @836849 (Profil gelöscht):

            Wenn jemand ein eigenes Auto haben muss, um "frei" zu sein,



            wenn jemand ein eigenes Auto haben muss, um Einkauf oder Berufsweg zu tun,



            stimmt doch etwas mit unserer gemeinsamen Infrastruktur noch nicht.



            (Mit Sonderfällen, klar.)

            Und ja, ich meine: auch auf dem Land.

            Industrie: Ich würde mir schon sehr wünschen, dass die qualifizierten wie sehr hoch bezahlten Facharbeiters nicht komplett abstürzen, sondern dass da auch mal geforscht und investiert wird, statt als Dividende verfrühstückt. Investiert und geforscht etc. also natürlich mal aus dem eigenen Geld, nicht dem des Steuertopfs.



            Warum rollt Ford nicht längst den europäischen Markt auf mit dem Rad-Modell T oder VW mit dem Volksfahrrad: reparaturarm, bezahlbar und in Serie auch billig? Meinetwegen auch mit E, dass die Margen auch eher stimmen. Stattdessen wird Ford Köln absehbar kleingewickelt etc.

            Die Autoindustrie hat dermaßen Geld gezogen: Infrastruktur durch die öffentliche Hand, direkte, indirekte Zuschüsse und Schädigungen. Dass ich weiter von einem deutlich autofreieren Leben hierzulande auch aus volkswirtschaftlichen Gründen träume.



            Also die Hauptfrage: Wie und wie schnell bekommen wir den Entzug hin?

            • @Janix:

              "...stimmt doch etwas mit unserer gemeinsamen Infrastruktur noch nicht."



              Ja, und?



              Leider hilft mir diese Erkenntnis kein Stück weiter, wenn der nächste Supermarkt 8 km weit weg ist und ich fürs Wochenende etwas zum Beißen brauche.



              "Also die Hauptfrage: Wie und wie schnell bekommen wir den Entzug hin?"



              Wenn brauchbare Alternativen zur Verfügung stehen. Keinen Tag früher.



              BTW: Autofahrern das Autofahren zu vermiesen ist kein Weg. Die wählen dann im Zweifelsfall eine "Alternative".

              • @sollndas:

                Radtaschen und Rucksack, wenn die Familie jetzt nicht sehr viele Köpfe hat oder gleich mehrere Bierkästen füs Wochenende möchte. 8 km hin und zurück sind der Abendsport, ggf. mit Hügel dann wirklich sportlich.



                Entscheidungsfreiheit heißt aber in der Tat, das viele Geld nicht für Auto-Betüddeln zu verplempern, sondern dass quasi jeder in Deutschland sich auch gegen das Auto entscheiden kann. Dann ist es Entscheidungsfreiheit, und da müssen wir hin.



                Da wir begrenzte Ressourcen haben, heißt das, auch der Autoindustrie etwas wieder wegzunehmen.

                • @Janix:

                  "Radtaschen und Rucksack..."



                  Ist das Satire?



                  Ich könnte darüber lachen, wenn es nicht Leute gäbe, die sowas bitter ernst nehmen.



                  "...sondern dass quasi jeder in Deutschland sich auch gegen das Auto entscheiden kann."



                  Merken Sie nicht, dass Sie sich da selbst widersprechen? Dass Sie damit anerkennen, dass es in vielen Fällen ohne Auto nicht mehr geht?

          • @836849 (Profil gelöscht):

            Und warum sichern Eisenbahn- oder Straßenbahnwerke keine Arbeitsplätze? Lediglich die Ausmaße sind andere.

            Außerdem werden weiter Autos produziert werden: Als Polizeifahrzeuge, als Notarztfahrzeuge, als Werkstattfahrzeuge wenn ein Bus liegen bleibt.

            Verlagerung ohne Jobverluste.

            • @Troll Eulenspiegel:

              "Und warum sichern Eisenbahn- oder Straßenbahnwerke keine Arbeitsplätze?"

              Die sichern auch Arbeitsplätze - aber nicht in Deutschland...



              Das liegt daran, dass die nicht "mit Extras" und über "Markenbindung" und Emotionen verkauft werden, sondern über Ausschreibungen mit Lastenheft und Zuschlag nach Preis. Und dann muss man eben die eigenen Kosten decken, obwohl man mit Herstellern konkurriert, die zu polnischen (Solaris, Pesa, ... ), tschechischen (Škoda Vagonka, ...) oder ungarischen (China Railway Rolling Stock Corporation) Lohn- und Energiekosten produzieren. Und hierzulande eben ohne im Heimatland (wie Alsthom in Frankreich beispielsweise mit den "TGV-Lazarettzügen") ausschreibungsfreie "Stützaufträge" zu politischen Preisen bekommen oder politisch so vernetzt zu sein, dass man die eine oder andere Ausschreibung maßgeschneidert und konkurrenzfrei bekommt (wie beispielsweise der "Unternehmer und Politiker" Spuhler mit Stadler in der Schweiz).

            • 8G
              836849 (Profil gelöscht)

              @Troll Eulenspiegel:

              Natürlich sichern auch Bahn- und Straßenbahnwerke Arbeitsplätze – das habe ich nie bestritten. Der entscheidende Punkt ist aber die Größenordnung und Struktur: Die deutsche Autoindustrie umfasst weit verzweigte Wertschöpfungsketten (Zulieferer, Mittelstand, Export), die sich nicht 1:1 und nicht kurzfristig in den Schienenfahrzeugbau verlagern lassen.

              Dass es weiterhin Spezialfahrzeuge geben wird, ist unstrittig – das ersetzt aber weder die heutige Produktionsmenge noch die Beschäftigtenzahlen. „Verlagerung ohne Jobverluste“ klingt gut, ist aber empirisch bisher eher eine Hoffnung als eine belegte Realität.

              Ein ambitionierter Ausbau von ÖPNV und Bahn und eine realistische Transformationsstrategie für die Autoindustrie schließen sich nicht aus – im Gegenteil, beides muss zusammen gedacht werden, wenn man soziale Verwerfungen vermeiden will.

              • @836849 (Profil gelöscht):

                Ich stelle das "Arbeitsplätze" mal kurz auf die Füße, wenn ich darf.

                Wir brauchen also 50 Mio. Chauffeure, dann noch hunderttausende Schrauber und so, ganz viel Energie, Blech und Geld? Heißt das nicht einfach: Ineffizienz?

                Könnten die alle nichts Besseres in der Zeit machen? So wie die Pflegeheime derzeit aussehen, um nur eine Idee zu nennen.



                Und da kommen wir desto schneller hin, je früher wir starten.

                • @Janix:

                  "



                  So wie die Pflegeheime derzeit aussehen, um nur eine Idee zu nennen."

                  Pflegeheime... war da nicht etwas gleich nebenan?



                  Stimmt, da müssen wir aufpassen, dass die nicht zu teuer werden.



                  taz.de/Explodieren...gekosten/!6147813/



                  Also nichts mit viel ordentlich bezahlten Personal...

  • Über den klimapolitischen Schwachsinn, Hybride zu fördern muss man gar nicht reden.



    Aber wenn die Regierung E-Mobilität nach vorne bringen wollte, müsste sie die von der neoliberalen Doktrin "die unsichtbare Hand des Marktes regelt alles" verheerte Ladeinfrastruktur in die Hand nehmen. Die reichen Häuslesbesitzer haben inzwischen alle ein E-Auto nebst Wallbox neben ihren beiden Verbrennern als Drittwagen stehen. Aber die vielen, die keine Wall für ihre Wallbox haben, also Mieter und Besitzer von Eigentumswohnungen, müssen sich mit der Ladeinfrastruktur draußen in der Wildnis herumplagen. Und da ist die Kaufentscheidung selbst bei vorhandener Kohle eben oft ein Verbrenner.



    Mal ganz abgesehen davon, dass eine echte Klimapolitik nicht auf mehr E-Autos, sondern auf weniger Verbrenner ausgerichtet sein müsste. Denn wenn noch mehr Stahlpanzer durch die Gegend fahren, die schon bei ihrer Herstellung etliche Tonnen CO2 rausgepustet haben, ist es nur noch Nebensache, ob E oder V.



    Mehr Homeoffice, mehr ÖPNV (mit deutlich niedrigeren Preisen), andere Verkehrs- und Infrastrukturkonzepte, bräuchten wir.



    Aber das bleibt graue Theorie mit einer Steinzeitpartei wieder cdU/csU.

  • Die Angaben der Autohersteller zu CO2-Ausstoß, Verbrauch und Reichweite entsprachen noch nie der Wirklichkeit und ob sich eine vierköpfige Familie einen Neuwagen für über 30.000 Euro leisten kann, ist auch so eine Frage. Spannend wird es, wenn der CO2-Preis an der Börse ermittelt wird, dann zahlen die Ärmeren für ihren alten Verbrenner mehr für den täglichen Gebrauch als die E-Auto-Besitzer, womit wir wieder bei der Frage der sozialen Gerechtigkeit wären.

    • @Ludowig:

      Soziale Gerechtigkeit???

      Ich glaube, da war mal was...

  • Was ich daran nicht verstehen kann, ist wieso das auch Rückwirkend gelten soll.



    Ich mein, die Leute haben doch offensichtlich das Geld und die richtige Einstellung, sonst hätten die sich keines gekauft.

    Aber wir haben es ja. Schulen sind ja alle Tip Top, Straßen und Brücken 1A, Züge immer Pünktlich, wozu bräuchten wir die Kohle sonst schon.

    • @Rikard Dobos:

      Schulen schieben keine schwarzen Koffer zu den richtigen Leuten. Bahn und Co. haben das sowieso nicht nötig. Kann denen doch egal sein, wie gut es läuft - Hauptsache die Dividente stimmt.