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Proteste in IranDie kreisläufige Form der Geschichte

Indonesiens Diktator Suharto ist Nationalheld, Irans Pahlewi-Dynastie wird rehabilitiert. Die Idee eines linearen Fortschritts ist ein Trugschluss.

Protest dagegen, den verstorbenen indonesischen Präsidenten Suharto zum Nationalhelden zu ernennen, Jakarta, Indonesien, 6. November 2025 Foto: Kyodo/picture alliance

D iese Geschichte führt zurück in eine frühe Phase meiner Erfahrungen als Auslandsreporterin. Indonesien 1998, der Sturz des Diktators Haji Mohamed Suharto: Zum ersten Mal erlebte ich die Wucht eines demokratischen Aufbruchs in einem großen Land der südlichen Welt. Solche Momente prägen sich mit Farben, Tönen und Gerüchen ein, die vieles andere, was später kommt, überdauern.

Deshalb traf es mich ins Herz, als der heutige Präsident Indonesiens, Subianto Prabowo, den verstorbenen Diktator kürzlich zum Nationalhelden erhob – einen Mann, der immerhin mitverantwortlich war für eines der größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts außerhalb Europas. General Suhartos Aufstieg zur Macht wurde von Massakern begleitet, bei denen 1965/1966 mehr als eine halbe Million Menschen ermordet wurden: vor allem mutmaßliche Mitglieder der Kommunistischen Partei, die damals eine der größten der Welt war. Eine politische Säuberung, sofern man das Wort dafür verwenden will, im Rahmen eines entfesselten Staatsterrors.

Es war ein Völkermord, meinen indonesische Menschenrechtler, auch wenn sich das Geschehen nicht in den Wortlaut der Anti-Genozid-Konvention fügt: Sie definiert Opfer als nationale, ethnische oder religiöse Gruppe, nicht als politische. Ohne Zweifel aber gehören die Massenmorde von 1965/66 zu jenen Großverbrechen des 20. Jahrhunderts, die der Kalte Krieg in den Schatten der Aufmerksamkeit verbannte – oder überhaupt erst ermöglichte. Es war die Zeit des Vietnamkriegs und der US-amerikanischen Dominotheorie: Ganz Südostasien könnte kippen, an den Kommunismus fallen.

So ergriff General Suharto, verlässlich wirtschaftsliberal, die Macht mit dem Rückhalt der USA. Was scherte eine halbe Million Tote die freie Welt? Bundeskanzler Helmut Kohl nannte den General mit Blut an den Händen seinen „Freund“, besuchte ihn viermal. Mit Diktatoren gute Geschäfte zu machen, war in der alten Bundesrepublik durchaus üblich. Suharto blieb 32 Jahre im Amt, bereicherte sich obendrein an Milliarden Dollar Staatsvermögen. Eine wirkliche Aufarbeitung des dunklen Kapitels, das mit seinem Namen verbunden ist, hat es in Indonesien nie gegeben.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Die Genozide unserer Freunde

Keine People’s Justice. Klingelt da etwas? Ja, so hieß das berüchtigte Monumentalbild auf der Documenta 15; nach der Entdeckung einer antisemitisch überzeichneten Figur wurde es abgehängt – zu Recht. Aber wie bequem, dass nun nicht darüber nachgedacht werden musste, was People’s Justice anprangerte: die Unterstützung von Suhartos Schreckensherrschaft durch den Westen (und teils durch Israel). Kohls Freundschaft zum Blut-General – unerheblich. Mit Genoziden, die Freunde begehen, befasst man sich ja in Deutschland generell ungern.

Bundeskanzler Helmut Kohl (l.) und der indonesische Präsident Haji Mohamed Suharto in Jakarta, Indonesien, am 28. Oktober 1996 Foto: imago

Meine Begeisterung Ende der 1990er Jahre über den demokratischen Aufbruch Indonesiens war so berechtigt wie übereilt. Die Euphorie über die neue Freiheit, die ich besonders bei armen Menschen erlebte, war real, und sie dementierte das westliche Vorurteil, Muslime gäben nichts auf Demokratie. Doch die von Suharto gehätschelte Oligarchie blieb hinter den Kulissen an der Macht; alte Eliten ziehen bis heute die Fäden. Der amtierende Präsident Subianto, der dem Diktator posthum den Ehrentitel verlieh, gehörte als junger Militär zu dessen Vertrauten und pflegt nun selbst einen zunehmend autoritären Regierungsstil.

Die andere Seite: Unlängst gab es wieder soziale Massenproteste, die größten seit Suhartos Sturz. Und in der indonesischen Zivilgesellschaft reagierten viele mit Entsetzen auf die Rehabilitierung des Diktators. Beides zeigt: Der überstrapazierte Begriff vom Globalen Süden verwischt gravierende Gegensätze, krasse Unterschiede von Interessen und Werten.

Global betrachtet ist die Ehrung für einen Massenmörder eher ein Symptom der Zeit: die offensive Anerkennung von Unrecht als Recht, von bösen Taten als vorbildhaft – Medaillen für Massaker. In Chile wurde soeben ein expliziter Pinochet-Anhänger zum Präsidenten gewählt; Militärs, die wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wurden, will er begnadigen, und die eigene Familie ist in Untaten verstrickt. Mehr geht kaum. Ich denke an Víctor Jara, seine Lieder des Nueva canción politisierten eine Generation; er fiel unter 44 Gewehrkugeln der Pinochetista. Alles umsonst, vergangen, vergessen, untergepflügt die Ideale?

Vom linearen Fortschrittsdenken befreien

Als Beobachterin war ich nach Indonesien Zeugin weiterer Umbrüche in Ägypten, Tunesien, Sudan. Errungenes, das für dauerhaft gehalten wird, weil es so opferreich erkämpft wurde, kann auf eine zuvor unvorstellbar rasante Weise verloren gehen. Darauf mit Zynismus zu reagieren, würde das Beste in uns zerstören.

Reza Pahlewi rief die iranischen Ölarbeiter zum Streik auf. Hat er vergessen, dass sie bereits gegen seinen Vater streikten?

Wer in diesen Zeiten politisch-moralisch überleben will, muss sich von einem linearen Fortschrittsdenken befreien, das uns jetzt nur Niederlagen und verlorene Anfänge sehen lässt, und sich einlassen auf disruptive oder kreisförmige Verläufe von Geschichte. Während heute die Organe und Prinzipien einer solidarischen Weltgesellschaft unterminiert und zerschlagen werden, sind die Protestbewegungen für ein besseres Leben kaum zählbar. In Iran sterben die Menschen gerade dafür.

Bei aller Solidarität mit den dort Kämpfenden: Auch hier fallen kreisförmige Verläufe ins Auge. Ausgerechnet der wohlhabende Sohn des Schahs soll nun das Gesicht der Proteste sein – als wäre sein Vater nicht wegen exorbitanter Bereicherung und Unterdrückung der Freiheit gestürzt worden, sondern aus gänzlich unerfindlichen Gründen.

Der Schah war vom Westen installiert worden, denn auch im Fall Iran sah selbiger Westen seine Interessen durch einen Diktator bestens gewahrt. Sein Sohn Reza Pahlewi umschmeichelt jetzt Trump, der Demokratie und Völkerrecht zerschlägt, als „Anführer der freien Welt“. Ich hoffe, die Iraner und Iranerinnen erkämpfen sich eine bessere Freiheit. Reza Pahlewi rief jetzt die iranischen Ölarbeiter zum Streik auf. Sie streikten bereits gegen seinen Vater.

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51 Kommentare

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  • Es ist sogar so, dass Dschingis Khan inzwischen in der Mongolei nicht mehr als Massenmörder betrachtet wird. Dass der Shah von Iran positiv abgebildet wird, hat wohl nur damit zu tun, dass kaum Menschen die Geschichte der 'Pahlavi'-Dynastie kennen.



    Dabei hat die Pahlavi-Dynastie sogar 1968 die Studentenbewegung in Deutschland geprägt, der Shah-Besuch war eines der Ereignisse, die hier eine andere Sicht auf die Außenpolitik und Moral in der Außenpolitik erzeugt hat.



    Der Shah hatte am Ende 10.000 Familien um sich, die Wirtschaft zu 80 Prozent in ihrer Hand hatten. Viele verdienten über Qausi-Monopole unglaublich viel Geld.



    Gleichzeitig hatte der Iran konstant ein hohes Niveau an Armen und unterentwickelten Gebieten. Darauf reagierte der Shah aber nicht, sondern er steigerte seine Militärausgaben und beanspruchte Bahrein und wurde größenwahnsinig.



    Seinen eigenen Sturz hat der Shah beschleunigt, in dem er zivile Reformpolitiker verfoglte und verhaften ließ. Seine Partei war eher eine Art Iranischer Nazi-Partei, als eine ernsthafte parlamentarisch-demokratische Kraft.



    Der Shah war vollständig ein Flop. nur die Landreform war gut, mehr aber auch nicht.

    • @Andreas_2020:

      "Der Shah hatte am Ende 10.000 Familien um sich, die Wirtschaft zu 80 Prozent in ihrer Hand hatten. Viele verdienten über Qausi-Monopole unglaublich viel Geld. "

      Das ist selbst für viele Linke heute kein Problem - siehe die tiefe Sympathie für die Klepto- und Oligarchie der Moskauer Milliardäre...

      • @Chris McZott:

        Ich kenne kaum Linke, die Russland oder Putin toll finden. Aber es mag sein, dass es für einige so ist.

        • @Andreas_2020:

          "Toll finden" geht vielleicht etwas weit. Aber ein vage untertäniges "Du sollst dem Zaren geben, was des Zaren ist" schwingt bei vielen "Pazifisten" im linken Lagter schon mit, wenn sie völlig selbstverständlich dem Kremlchef für sein sicherheitpolitisches Wohlbefinden die Ukraine als hegemonial unterfuchtelten Vorgarten zugestehen.

          • @Normalo:

            Richtig aber ich sogar würde noch weiter in den theoretisch-weltanschaulichen Unterbau gehen.



            Die gesamten linken Theorien über den Kapitalismus-Imperialismus, Öko-Pazifismus bis zum Postkolonialismus scheinen keinerlei Anwendung zu finden wenn es um Russland geht....

  • Welche Legitimität hätte Reza Pahlevi ? Sein Großvater kam durch einen Putsch an die Macht, sein Vater hielt sich lange Dank einer mörderischen politischen Polizei, SAVAK. Interessant auch ein Artikel im Haaretz vom 3 Oktober, "The Israeli Influence Operation Aiming to Install Reza Pahlavi as Shah of Iran".

    • @Jo Lang:

      Natürlich hatte der Shah keine Legitimation, aber die Idee der Legitimation oder meinetwegen der demokratischen Rechtsstaatlichkeit existiert in Iran gar nicht, auch wenn der Wunsch danach immer wieder vernommen wird. In Iran gibt es ein islamisch-schiitisches Rechtsverständnis und eine Tradition despotische Krieger zu Herrschern zu machen. Eine echte parlamentarische Demokratie wäre ein Novum und durchaus auch möglich.

      • @Andreas_2020:

        Bei Legitimation dachte ich nicht an Wahlen oder parlamentarischer Demokratie. Die Frage ist einfach, kann der Sohn eines Tyrannen, der sich bereicherte und von dem Geld er, der Sohn,scheinbar lebt, laut Wikipedia, glaubwürdig sein ?

  • Was in Charlotte Wiedemanns Kommentar interessanter- (aber nicht wirklich überraschender-)weise fehlt, sind die "Befreiungsbewegungen", die nach der "Befreiung" schwuppdiewupps die nächste Diktatur errichteten. Auch ein schon in die Jahre gekommenes Modell, angefangen mit den Bolschewiki und der KPCh bis hin zu Zimbabwe, Angola, Mozambique, Castro und Ortega nicht zu vergessen, um nur einige zu nennen. Und natürlich wissen wir auch alle, dass es ein "Free Palestine" mit dem derzeitigen politischen Personal der Palästinenser nie geben wird.

  • Mich beschleicht manchmal das Gefühl, dass ich als kurz nach dem Krieg in Europa Geborener großes Glück hatte. Ob es für die kommenden Generationen so weiter geht?

  • Ein schöner Debattenbeitrag. Es hat nur eben immer dieses "wir aus der >westlichen< bei allem was hier unschön ist doch ziemlich guten Welt klagen jetzt dies und jenes in der übrigen Welt an". Ist das wirklich Solidarität? Ist das wirklich immer auch der Standpunkt der Massen in den jeweiligen Ländern? Haben wir den transzendenten Auftrag die Menschenrechte überall hin zu tragen?

    Ich würde die letzte Frage bejahen, wenn auch meist "nur" verbal in Form von Kritik gegen Verbrecher und Zuspruch für Ankläger der Verbrechen. ich bin bei aller Vorsicht doch überzeugt, dass es Menschenrechte braucht und darum geben sollte. Und nicht ganz überzeugt, dass sie sich aus der conditio humana oder der Vernunft ableiten lassen. Aber näherungsweise macht auch dieses intellektuelle Unterfangen Sinn, weil es mit schwer widerlegbaren Prinzipien wie "ein Mensch - eine Stimme", "Was du nicht willst... das tu auch keinem anderen" und der unbedingten Unterscheidung zwischen Vorstellung, Willensentschluss und Handlung gut zusammenstimmt.

    Also: Ja, man soll laut gegen zerstörerische Kräfte sein auch aus "privilegierter" Perspektive. Es ist fast eine umso größere Schuldigkeit!

  • Es soll ja auch Leute geben, die immer noch glauben, wenn man nur mal eine (gerne räterepublikanische) Diktatur des Proletariats durchsetzen und das Privateigentum an Produktionsmitteln abschaffen würde, wäre das DIESMAL ein absoluter Renner... ;-)

    Am Ende kann keine Herrschaftsform je mehr werden als die für ihre jeweiligen Schäflein am wenigsten schlechte Lösung. Sie haben alle so viele Nachteile, dass man für keine wirklich beanspruchen kann, sie (und nur sie) werde ewig glücklich machen.

    Und ja, dass wir in Europa und ein paar Ex-Kolonien jetzt mal für einen kleinen Bruchteil der Weltgeschichte der freiheitlichen Demokratie beim Blühen zuschauen durften, macht auch sie noch nicht zur besten Lösung für Alle. Menschen ticken unterschiedlich, und wir tun gut daran, jene Werte, die wir für universal halten, mal darauf abzuklopfen, wie weit sie doch nur kulturelle Spezialität unserer eigenen (kulturgeschichtlich stark vom Individualismus geprägten) Mentalität sind. Manche mögens eben obrigkeitlicher. Global betrachtet ist ein Volk, das dauerhaft demokratisch verfasst zusammenlebt, ohne es zu verbocken, auch kein häufigeres Phänomen als ein wirklich selbstlos herrschender Monarch.

    • @Normalo:

      Na da schau her “…auch kein häufigeres Phänomen als ein wirklich selbstlos herrschender Monarch..“🙀🥳🧐 - War Wer?



      Normalo - jetzt auch mit Mengenleere! Newahr



      O - 🧮 Voll Normal - Ey - 🤦😂

      kurz - Wat hööpt wi lacht - wa!



      Bis zur Kenntlichkeit entstellt - 🙈 •

      • @Lowandorder:

        Oh, es gab schon viele Monarchen, die einfach nur einen guten Job machen wollten in der Vergangenheit. Die waren sicher kene Demokraten undnaturgemäß in der hierarchischen Denke ihre jeweiligen Zeit gefangen, aber das Jeder Monarch nur um der eigenen Machtfülle und des eigenen Ruhmes willen regiert, wie er regiert, halte ich für hanebüchene Übertreibung. Man sollte sich aber vor Jenen hüten, die penetrant betonen, sie täten das ja nur für Volk und Vaterland. DIE sind im Zweifel die gefährlichsten eitlen Despoten.

        Bei der Demokratie fallen mir nur die kleine Schweiz und - vor der weitgehenden Entmachtung seines Oberhauses mit starken Abstrichen - Großbritannien ein. Die USA waren lange gut dabei, aber bröckeln jetzt. Der Rest - und zuvorderst jenes unerschütterliche Völkchen in der Mitte Europas, das in der Hinsicht wirklich ALLES verhauen hat, was man falsch machen kann, aber immer noch meint, es wüsste am Allerbesten, wie's richtig geht - ist noch in der Bewährung. Das gilt auch für die nicht minder breitbrüstigen Nachbarn besagten Völkchens, die nicht aus der Prototypenphase herauskommen und gerade dabei sind, auch ihren fünften Anlauf auf eine stabile Republik zu verschleißen.

        • @Normalo:

          Hola & Danke für die imposante ellenlange Liste & wie ehna des Pudels Kern sich bi lütten herausschält - wa! 🙀🤷‍♀️🧐🥳



          & im Liedgut fest verankert -



          www.youtube.com/watch?v=WWIH9ix8zgM - aber nur -



          Mit‘nem 🧔‍♂️ •

          • @Lowandorder:

            Sie verwechseln - diesmal umgekehrt - offenbar die Perspektiven. Hier in Westeuropa die Monarchie zurückzuwünschen, ist natürlich Blödsinn, so unbeholfen wir hier - mit den genannten Ausnahmen - auch noch mit der Demokratie umgehen. Also ICH will für mich ganz sicher keine Kaiser wiederhaben, und zwar überzeugt und wenig diskussionbereit. Aber selbst ich kann mir eine benevolente Monarchie mit einem auf Pflichterfüllung konzentrierten Entscheider an der Spitze vorstellen, die immer noch besser läuft als eine dysfunktionale Demokratie. Und dysfunktional enden eben VIELE Demokratien.

            Man muss eben gar nicht so weit reisen, um auf Gegenden zu treffen, wo große Teile der Bevölkerung mit dem Konzept eines selbstbestimmten demokratischen Souveräns, der sein Schicksal im Wesentlichen selbst bestimmt, nach wie vor aktiv fremdeln und lieber den "Starken Mann" an der Spitze sehen (Kennen Sie Sachsen? ;-)). Und was schon in unserem eigenen Kulturkreis nicht wirklich selbstverständlich ist, sollte man sich hüten, ANDEREN als Selbstverständlichkeit zu unterstellen, deren tradierte Denke vielleicht nicht so sehr auf Individualautonomisten wie Platon, Cicero und/oder Jesus Christus fußt.

            • @Normalo:

              Nù “(Kennen Sie Sachsen? ;-)).



              Na glar - am 13. Fenruar 1945 -



              Nasciturus & mit großem Bruderherz war ich da - eh ich noch bei Adolf im



              K‘nissenhaus in Sachsen-Anhalt ward gebar.



              Da se Kurt von Sachsen mit dem kleinen Biedenköpfchen nicht meinen!



              Will mir treffender August der Starke scheinen.



              de.wikipedia.org/wiki/August_(Sachsen)



              Nach ehren Geschmack



              Ganz offenbar.



              Aufgeklärt gewiß -



              Nù - als Bauernnachfahr



              Hab ich die von&🚪zu



              A weng unter Wind & Aujust too



              Ohne deren Hand&Spandienste



              Für lau - Wären dero Schlösser nur Hirngespinste 🙀🧐



              Und ja - Aujust wußte wo



              Bartel den Most holt - Kohle & so!



              Um mit Holz Kohle zu machen



              Forstwirtschaft - Bauern 🐽 🐷 🐖 Raus aussem 🌳 🌲



              Hutewirtschaft - oh whe 🙀 -



              Kalte Enteignung der Bauern. Adee!



              Machten Neese.



              Da konntens schaun



              Die Bewirtschaftung der Wälder stellte er durch die Forst- und Holz-Ordnung vom 6. September 1560 auf Gewinnerzielung ab. Auch seine Forstbeamten profitierten von dieser Ordnung, so hatten sie ein besonderes finanzielles Interesse an Holzverkauf, Verpachtung von Bäumen zum Harzen, Begrenzung der Viehtrift in den Wäldern und der Hutewaldnutzung.



              &



              de.wikipedia.org/wiki/Hutewald

              • @Lowandorder:

                Vllt sans eher Stadtkind?!



                Bergers Trilogie Into Their Labours (1979–90), auf Deutsch „Von ihrer Hände Arbeit“, ist eine bedeutende literarische Arbeit, bestehend aus den Romanen Sau-Erde (Pig Earth, 1979), Spiel mir ein Lied (Once in Europa, 1983) und Flieder und Flagge (Lilac and Flag, 1990), die das Schicksal europäischer Bauern im Wandel von der Landwirtschaft zur städtischen Armut und Vertreibung thematisiert. Die Werke zeichnen sich durch Bergers sozialkritische Perspektive aus und beleuchten den Übergang vom ländlichen Leben in die Moderne.



                Die drei Bände der Trilogie:



                Sau-Erde (Pig Earth) (1979): Der erste Band, der die Wurzeln des Bauernlebens in den Bergen erkundet.



                Spiel mir ein Lied (Once in Europa) (1983): Fokussiert auf die Erfahrungen der Bauern und ihre Veränderungen.



                Flieder und Flagge (Lilac and Flag) (1990): Der abschließende Teil, der die Vertreibung und das Leben in der Stadt behandelt.



                Die Trilogie verfolgt den Weg der europäischen Bauern von ihrer traditionellen Lebensweise hin zu ökonomischer und politischer Verdrängung in die Städte.



                Sozialkritik: Berger kritisiert die Auswirkungen des Kapitalismus und der Modernisierung auf das ländliche Leben.



                So geht

  • Wer näheres zu diesen Zyklen wissen will, recherchiere Cliodynamik/Kliodynamik. Das bedeutet in etwa "Geschichtsdynamik" und ist eine relative neue, quantitative, mathematisch modellierende Geschichtssubspezialisierung. Oder man lese Bücher z. B. von Peter Turchin. Hier ein Interview mit ihm:



    www.derpragmaticus.../peter-turchin-usa



    Der Pragmaticus



    5. November 2025



    „Die USA sind mitten in einer Revolution“



    Komplexitätsforscher Peter Turchin hat schon vor Jahren einen politischen Umbruch in den USA vorhergesagt. Mit einer baldigen Beruhigung der Lage sei nicht zu rechnen.



    (...)

    Walter Scheidel, "Nach dem Krieg sind alle gleich: Eine Geschichte der Ungleichheit" stützt sich auch auf die Datenbank der Kliodynamiker.

  • Stephan Bandera nicht vergessen!

  • Mal schauen, was die Landtagswahlen ergeben, vielleicht muß man gar nicht so weit weg suchen und die Ossis wollen die DDR zurück.

  • Komplexes Thema kurz zusammengefasst.

    Wissenschaftlich wird der Begriff Fortschritt heutzutage meist mit den Begriffen Entwicklung und Verfall zusammengedacht. Diese Begriffe sind grundsätzlich erstmal inhaltsleer.

    Während der Begriff des Fortschritts den Leitbildern des europäischen Denkens des 18 Jahrhunderts entsprang, fand der Begriff der Entwicklung erst im Zuge des gesellschaftlichen Wandels im 20 Jahrhundert Einzug in die Wissenschaften.

    Die Gestalt welche die Autorin der inhaltsleeren Konzeption von Fortschritt und Entwicklung verliehen hat, beschreibt der Form nach jedoch lediglich eine Verfallsgeschichte im Entwicklungsdenken und hat nur wenig mit linearen Fortschritt zu tun.

    Setze ich den Begriff Fortschritt in Kontext mit Schlagwörtern wie "Ökonomie", "Menschenrechte" oder auch "Medizin" ergibt das historisch ein ganz anderes Bild.

    Fortschritt braucht eine statische Umgebung, an der er sich messen lässt. Und jede Entwicklung braucht ein sich entwickelndes Objekt, beide Begriffe sind relational und die Grundlage um auch Brüche im Geschichtsverlauf und Entwicklungen im historischen Wandel erklären zu können.

    • @Sam Spade:

      Denke - mit dem Mühlrad bei B. B. kommt frauman der Sache schonn etwas näher - wa



      🤖 Mühlrad" bei Bertolt Brecht bezieht sich auf die bekannte sozialkritische Ballade "Das Lied vom Wasserrad" (auch "Ballade vom Wasserrad"), die in seinem Stück "Die Rundköpfe und die Spitzköpfe" vorkommt und das Auf und Ab der Mächtigen und die Ausbeutung der Unterdrückten thematisiert, mit dem zentralen Motiv, dass das Rad sich immer weiterdreht, aber die Herrschaft wechselt, wie das Wasser darunter.…



      Motiv des Rades: Das Wasserrad symbolisiert das Glücksrad der Fortuna und den ewigen Kreislauf der Macht, wobei immer jemand oben und jemand unten ist.



      Musik: Die Musik stammt von Hanns Eisler.



      www.youtube.com/watch?v=wgQ9Mz50hyo



      (Wie sagte doch einst ein Gast in einer pariser Kneipe als Eisler am Gehen - nachdem die Runde eins von seinen Liedern geschmettert hatte - mit Kollegenschlag “…gut haste gesungen - Bourgeois!“;))



      (…oder war‘s Ernst Busch?! 🤷‍♀️;)

      • @Lowandorder:

        Brechts Ballade hat Sozialkritik zum Inhalt, im Sinne des Klassenkampfes.

        Sie beschreibt lediglich ein konkretes politisches bzw sozioökonomisches Phänomen.

        Fortschritt beschreibt die Formgebung von historischen Prozessen. Ihr Beispiel den historischen Wandel. Hier gilt es fein säuberlich zu unterscheiden.

        Unterm Strich_ Brecht zitieren ist nie verkehrt, auch wenn es wie hier nicht hundertprozentig zum Thema passt.

  • danke für die Info aus Indonesien, wir brauchen eine terrestrische feministische Friedensbewegungs Welle, die andockt an die von (2012 + /home/zuala/Bilder/20.09.24 WWP&climate strike Berlin.png ) + Forderung NEW Start zu verlängern + weitere nukleare Abrüstung bis hin zu ICAN: im Namen der Zukunft der Frauen und Kindern einfordert, aber eben auch die Forderung :Disarm& End Patriarchy and wars ! Sodass MAGA und IDF nicht die Proteste im Iran an sich reissen können, sondern die von 2012 von Unten erneuern: Siolidarity against Christian Zionists + MAGA & Judeosupremazists + Mullahs or Islamists and Hindufascists and all that by war force patriarchal regimes on women + imperial violence on us! End Patrarchy & wars !

  • aus gänzlich unerfindlichen Gründen“



    Die unerfindlichen Gründe sind so unerfindlich nicht, sie sind ausgerechnet in Ära Demokraten US Präsidenten Jimmy Carter 1924-2024 zu finden, der sich Rückbau militärisch-industriellen US Komplex mit 800 Militärbasen weltweit auf die Fahne geschrieben hatte, vom SPD Bundeskanzler Helmut Schmidt auf NATO Gipfel Bologna 1980 mitten im US Präsidentschaftswahlkampf gegen Reps Ronald Reagan als weltökonomisch militärstrategischer Totalsausfall verunglimpft wurde, weil er sich Schmidts erfundener Mittelstrecken Raketenlücke in Westeuropa verweigerte, 1977 Waffenembargos gegen Militärjunta in Argentinien, Brasilien, Chile, Apartheidregime Südafrika verhängte, deutsche Exportwirtschaft genötigt war, dieses Embargo mithilfe Hilfe DDR, Israel zu unterlaufen, diese Regime weiter militärisch-technologisch aufzurüsten. Carter ließ iranischer Khomeni Revolution deshalb freien Lauf, weil Schah Resa Pahlewi sich UdSSR annäherte, 1980 DDR Staatbesuch terminiert war

    Den Fortschritt in seinem rasant unbändigen Lauf hält weder Ochs noch Esel auf, Dabei geht dem Fortschritt jeder Sinn für Fehlerkultur abhanden. Das nutzen beharrende Kräfte, sich dort einzunisten

  • Die islamische Revolution war wirtschaftlich und menschlich ein massiver Rückschritt, es war eine reaktionäre Revolution geführt von Ayatollahs die um ihren Landbesitz und Einfluss fürchteten und Händlern die den modernen Kapitalismus fürchteten.

    Die Revolution in Russland war genauso ein Disaster.

    Beide Male starben soviel mehr Menschen als unter dem vorherigen Regime, es gab weniger Freiheitsrechte und das Wirtschaftswachstum blieb weit unter dem was unter dem vorherigen Regime möglich gewesen wäre.

    • @Machiavelli:

      Aber die europäische Linke hatte den Schah ( Schah Scharlatan) als den Teufel ausgemacht und die Mullahs & Co als Beelzebub um den selbigen auszutreiben ausgemacht. Nun fällt auf das der Beelzebub dem Teufel 47 Jahre lang übertroffen hat. Jetzt , wo der Teufel schon wieder in der nächsten Generation auftaucht fängt man schon wieder an den Beelzebub für nicht so schlimm anzusehen.

  • Einen linearen "Fortschritt" Indonesiens sieht man auf dem Bild durchaus: noch vor 20 Jahren hätte eine junge Frau aus Jakarta wohl keinen Schleier getragen und dieses Kleidungsstück war auch in den eher strenger islamischen Regionen des Landes nie besonders weitverbreitet oder gar gesetzlich vorgeschrieben. Selbst in Aceh, wo heute die Scharia gilt und Frauen ihr Haar bedecken müssen, war der sogenannte jilbab noch vor hundert Jahren unüblich und die Nationalheldin Tjut Nyak Dhien aus Aceh war einerseits für ihre Frömmigkeit bekannt, andererseits gibt es kein Bild von ihr mit Schleier - im Gegenteil, ihr schleierloses Abbild zierte jahrzehntelang die Geldscheine im ganzen Land.

  • Wer an einen "linearen Fortschritt" glaubte, hatte offensichtlich vergessen, rechtzeitig einen Blick in die Geschichtsbücher zu werfen.

  • Vielleicht liegt es auch daran, dass es in gesellschaftlichen Fragen sehr unetrschiedliche Auffassungen davon gibt, was "Fortschritt" ist. zB gilt ja nicht in allen Kulturkreisen die liberale Demokratie nach westeuropäischem Vorbild mehrheitlich als das erstrebenswerteste System.

    • @T-Rom:

      Nennen Sie doch bitte mal die Kulturkreise die Sie meinen.



      In dem Artikel wurden jedenfalls mehrere "Kulturkreise" - was auch immer Sie damit meinen - genannt in denen Menschen massenweise ihr Leben riskiert und gelassen haben um ein freies Leben zu führen. Dass Sie dieses Freiheitsstreben als "iberale Demokratie nach westeuropäischem Vorbild " diffamieren ist zynisch und spricht für Weltbild.

      • @Petros:

        Persönlich finde ich eine liberale Demokratie gut.



        Man muss aber zur Kenntnis nehmen, dass zB in China oder einigen Staaten im nahen Osten eher andere Gesellschaftsformen mehrheitlich als "fortschrittlich" angesehen werden. Selbst in Europa - in Ungarn hat seit mehr als 10 Jahren eine Regierung die Mehrheit hinter sich, deren ausdrückliches Ideal eine "illiberale" Demokratie ist, wie sie es selber nennen.

    • @T-Rom:

      Es geht in den Beschreibungen der Diktatoren ja um tausendfachen Mord, Unterdrückung, selbst Bereicherung, Ausbeute von Resourcen, Umweltschäden, Kriminalität, Zerstörung von Bewegungen die aus dem Volk kommen, Armut in der Bevölkerung u.s.w . Sie können ja von Demokratie halten was sie wollen, aber nur diese Verbrechen wären ja genug. Das ist schon erschütternd.

  • Dass die Entwicklung der Freiheit und Menschenrechtssituation keine Einbahnstraße ist kennen wir ja aus unserer eigenen Geschichte. Im Falle Irans ist aber die Revolution von 1979 als Rückschritt zu sehen, die mögliche Wiedererrichtung einer konstitutionellen Monarchie mit Demokratie als Fortschritt. Das wäre schon ziemlich übel, die mörderischen Mullahs an der Macht zu lassen nur weil man dem Reza Pahlewi den Thron neidet. Die halbe EU hat Könige.

    • @Descartes:

      Die Ablehnung der Monarchie als bloßen „Neid“ abzutun, verkennt die historisch gebotene Skepsis gegenüber der moralischen Integrität dieses Lagers. Es ist belegt, dass führende Schah-Anhänger wie Shapur Bachtiar und General Oveisi 1980 aktiv mit Saddam Hussein kooperierten.

      Dabei wurde dem eigenen Volk wissentlich ein sadistischer Diktator auf den Hals gehetzt, der bereits damals für seine Grausamkeit berüchtigt war. Man lieferte Saddam strategische Informationen und bestärkte ihn im Angriff, wobei man den Tod unzähliger Landsleute billigend in Kauf nahm, nur um die eigene Macht wiederzuerlangen.

      Dass es bis heute keine ernsthafte Aufarbeitung dieser Kollaboration oder eine Entschuldigung bei den Opfern gibt, macht eine kritische Haltung heute unumgänglich. Wer bereit war, die Nation für den Thron einem Kriegsverbrecher auszuliefern, muss sich gefallen lassen, dass dieses Handeln sein Ansehen bis heute belastet.

    • @Descartes:

      Man kann sich ja auch einfach mal etwas informieren, von einer Wiedererrichtung einer absolutistischen Herrschaft ist ja auch keine Rede mehr und selbst wenn es nur um Repräsentanz geht, ist das alles andere als ein Traumjob.



      Eine Infrastruktur in vielen Teilen abgerockter als bei uns, Korruption und islamofaschistische Fanatiker, Häfen und Öl verhökert an China, Wasserkrise wegen Klimawandel und Verschwendung die Gasförderung reicht kaum für den Eigenbedarf und dann 90 Millionen wo vor der Revolution vielleicht 30 waren und kaum Arbeit von der man leben kann, vor allem für die Jugend. Das ganze garniert mit den ganzen offenen Rechnung die die Leute untereinander noch offen haben und "Freunden" in Präsidentenämtern in Israel und USA die entweder mit einem Bein im Knast stehen oder launisch wie Kleinkinder sind. Das hört sich eher nach Himmelfahrtskommando an.

    • @Descartes:

      Rückschritt? Für wen? Da wurde ein Terrorregime vom nächsten abgelöst.



      Ich empfehle als Einstigslektüre "SAVAK oder der Folterfreund des Westens".



      In diesen Bibliotheken zu finden ->



      kvk.bibliothek.kit...rect&client-js=yes

    • @Descartes:

      Den Punkt finde ich bei der Kritik an Palahvi auch immer am lustigsten. Dänemark, Schweden und Norwegen sind konstitutionelle Monarchien und werden was diverse Fragen angeht gerne als vorbildliche Staaten angeführt (Bildung, Gesundheit, Sozialwesen, Liberalität). Wo bleiben hier die ganzen Anti-Monarchie Stimmen? Nicht das ich den Schah Sohn als ultimative Befreiungsfigur sehe oder das Risiko verneine, dass der Iran auch unter anderer Führung wieder in ein Regime abdriftet, aber all diese Bedenken mit „Monarchie schlecht und perse absolut antidemokratisch“ zu versehen ist schon ulkig. Während wie Sie sagen die halbe EU Könige und Königinnen hat. (Auch ein Argument war er hätte ja keinen männlichen Thronfolger, daher wäre ein Monarchie nach ihm nicht möglich… Das hat ja auch keine Monarchie der Welt bisher geändert.)

    • @Descartes:

      Ja, so müssen wir es wahrscheinlich sehen. Während meiner Ausbildung hatte ich persische Kommilitonen, die sehr DKP nah waren. Sie bauten auf die Revolution und bekamen dann die Mullahs. Habe keinen Kontakt mehr. Aber heute haben wir Freunde, die aus dem Iran gedrängt wurden (Christen) und die schon seit Jahren auf die USA (und Israel)hoffen, um das Leiden zu beenden. Sie wissen, dass Europa da nichts unternehmen wird. Alles schwer verdaulich aber reale Politik.

    • @Descartes:

      Die iranische Revolution 1979 wurde von sehr breiten Teilen der Bevölkerung getragen. Weil der Schah die Bevölkerung verarmen und verhungern liess, und das Land ausgebeutet hat. Da geht es nicht darum dass irgendwem nur der Thron geneidet wurde.



      Dass die iransiche Revolution selber nicht gehlten hat was sie versprach und zu einem Unterdrückungsregime geworden ist, ist selbstverständlich unbestritten.

  • Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen:

    - Marcos auf den Philippinen



    - Eine Mussolini-Verehrerin in Italien



    - Die Franco-Verehrung durch Konservative und Kirche in Spanien



    - Die Faschisten der AfD in Deutschland



    - …

    Die Fähigkeit der Menschen, aus der Vergangenheit zu lernen, scheint ausgesprochen schlecht entwickelt zu sein.

    • @Flix:

      Das Problem ist doch das die Menschen die Veränderungen in Richtung Demokratie erreicht haben die dann von irgendwelchen "Repräsentative Demokraten" als neue Führung übernommen wurden, sich wieder ihrem Tagesgeschäft zuwenden anstatt auch weiterhin politisch aktiv zu sein. Demokratie kann man keinen Einzelpersonen bzw. Machteliten überlassen sondern funktioniert nur wenn sich die gesamte Bevölkerung regelmäßig beteiligt, Stichwort "Basisdemokratie. Es ist geradezu lächerlich in Repräsentativen Demokratien nur alle zB. 4-5 Jahre den "Souverän" über Parteien abstimmen zu lassen deren Kandidaten intern "ausgekungelt" werden.

  • Gewiß “Die Idee eines linearen Fortschritts ist ein Trugschluss.“ But

    Mit Verlaub. Ein Kreislauf 🔁 - sicher auch nicht.



    Eher ein in die Zeit offener Zickzacklauf -



    Mit Schlunken und vor&rückläufigen Elipsen.



    Und ein Kepler hat sich dafür noch nicht gefunden. Newahr



    Normal nich.

    unterm—- a 🚖 -



    Befuhren wir die Keplerstraße.



    Mein Hinweis auf die Rolle Keplers quittierte der Weißbart - der Prophet habe das alles schon gewußt und zB Goethe sei das klar gewesen



    “Der Prophet? Mohammed?“ “Ja der!“ 🙀🥳🧐



    Leider war die Fahrt dann zu Ende.

    • @Lowandorder:

      ps im Abschicken fiels mir ein - sagte;



      “Menschen - die vorgeblich alles wüßten;



      Seien mir besonders verdächtig“ und



      Stieg aus.

      • @Lowandorder:

        Und dann haben alle geklatscht.

        • @Metallkopf:

          Erstaunlich - was in einem Metallkopf alles so 🛎️t - wa!



          Da kommt selbst ein 🪵🤦 nicht mit!

  • "Während heute die Organe und Prinzipien einer solidarischen Weltgesellschaft unterminiert und zerschlagen werden,..."

    Diese Organe werden nicht zerschlagen, sondern haben ihre Funktion eingebüßt, sie sind am Absterben. Das ist Teil des Zyklus. Vernunft und Solidarität werden dezentralisiert und so in einer neuen Form wirksam. Es geht um Eigenverantwortung jedes Einzelnen . So wird der Zyklus zur Spirale, die evolutionär zum Besseren führt.

    • @Alterchen:

      Donnerwetter, auf so eine Aussage (??) muss man erst einmal kommen.

    • @Alterchen:

      VKW - oder was? toon Schluß?



      Alterchen старичок starichok

    • @Alterchen:

      Das klingt für mich weniger nach Analyse als nach einem beruhigenden Naturgesetz. Von welchen „Zyklen“ sprechen wir hier konkret – historisch, politisch, sozial?

      Vernunft allein trägt nicht, und Solidarität entsteht nicht automatisch, schon gar nicht „dezentral“. Sie ist kein Naturphänomen, sondern das Ergebnis von Institutionen, Kämpfen und verbindlichen Regeln.

      Wenn Solidarität zerfällt, heißt das in der Realität meist nicht „Eigenverantwortung“, sondern Vereinzelung – ein Begriff, den der Neoliberalismus seit Jahrzehnten erfolgreich moralisch auflädt.

      Und was Evolution hier leisten soll, bleibt mir unklar. Geschichte ist kein biologischer Optimierungsprozess. Sie kennt Rückschläge, Regressionen und Wiederholungen – genau darauf weist der Text ja hin.