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Öffentlich-Rechtliche werden rechterDie Medienmänner für die neue Medienwelt

Neubesetzungen beim ZDF wie der Comedian Florian Schroeder zeigen: Der ÖRR ist kein Bollwerk gegen den Rechtsruck. Er ermöglicht ihn vielmehr.

D ie Aufregung um die neuen Männer des ZDF lässt sich schnell von der Hand schreiben, aber ich sehe in der Besetzung von Wyn Matthiesen bei „13 Fragen“ oder Florian Schroeder mit eigener Late-Night-Show ein viel größeres Problem. Die beiden sind Symptome einer Medienlandschaft, die den Rechtsruck in ihrer Passivität akzeptiert hat. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hält den Ruck nicht auf – er ermöglicht ihn.

Man kann von Jan Böhmermann als Person halten, was man will. Das „ZDF Magazin Royale“ ist mehr als er. Hinter dem Format steckt ein Mammut-Team an Investigativjournalist*innen, die Hintergrundrecherche und Konfrontation bis auf die Knochen beherrschen. Auch wenn dem ÖRR ohne Böhmermann eine Galionsfigur der Satire fehlt, so war es unwahrscheinlich, dass die Sendezeit mit ähnlich kritischen Inhalten gefüllt wird.

Wer ist jetzt Florian Schroeder? Schroeder ist ein Mann, der eine bestimmte Form deutscher Satire betreibt und von seinem Schreibtisch aus Videos aufnimmt, in denen er die Berliner Linke als „deutschen Ableger der Hamas“ bezeichnet. Oder in einem anderen Video über „Jammer-Ossis“ redet. Also eine Satire, die es nicht schafft, gegen die Herrschenden zu schießen, sondern nach unten tritt.

Als Florian Schroeders Show vorgestellt wird, versichert der Sender, das sei keine direkte Nachfolge für das „Magazin Royale“. Medienjournalist Stefan Niggemeier schreibt in der <i>SZ</i> über das interne Konzeptpapier der Sendung, das ihm vorliege. Darin stünde, Schroeders Show soll vor allem die treffen, „die sonst selten kritisiert werden: Grüne, Linke und Co.“

Laut einer Mail, die der SZ vorliege, soll Nius-Chefredakteur Julian Reichelt erst für die Aufzeichnung einer Sendung im Oktober erst ein- und dann wieder ausgeladen worden sein. Weitere Themen, aus denen Niggemeier in seinem Artikel zitiert: Warum werden NGOs vom Staat finanziert („Ist NGO die Abkürzung für Nur vom Geld der Obrigkeit?“), oder „die Linke und der Iran“ („Wo bleiben die Proteste? Segelt ‚Queer for Iran‘ gerade in den Gaza-Streifen und hat keinen Empfang?“).

Augenaufreißsmiley

Wyn Matthiesen auf der anderen Seite ist ein weitaus jüngerer, Gen-Z-tauglicher Moderator, der bei „funk“ ein eigenes Debattenformat bekommen hat. Einer seiner Gäste ist Nius-Journalist Julius Böhm. Das Video titelt „Linke gefährlicher als AfD?!*Augenaufreißsmiley*“. Auch Lena („Lenas JF Update“), die für die Junge Freiheit schreibt, ist eingeladen und spricht sich für Abschiebung von Mi­gran­t*in­nen aus.

Satire und Journalismus können durchaus ohne Entmenschlichung oder Diskriminierung auskommen

Das Gefühl, dass weder Schroeder noch Matthiesen mit Berechtigung auf ihren ÖRR-Positionen sitzen, sitzt tiefer als jugendlicher Neid. Es entspringt der frustrierenden Beobachtung, dass vor allem Journalist*innen, die in ihrer Arbeit tatsächlich fair, differenziert und emotional reguliert kommunizieren können, gegenüber den Kollegen verlieren, die es nicht tun. Satire und Journalismus können ja durchaus ohne Entmenschlichung oder Diskriminierung auskommen.

So wie Schroeder und Matthiesen sind es höchstens mittelmäßig witzige, aber vor allem entgrenzte Männer, die ihre Witze oder journalistischen Takes als gesunde Provokation verkaufen. Dabei ist das Barometer, das schon seit Jahren heftig nach rechts ausschlägt, schon völlig erschöpft. Der ÖRR legitimiert hier eine Sprache, die sich dem politischen Klima in Deutschland angepasst hat und nicht eine, die dem etwas entgegensetzt.

Und die beiden Shows konstruieren das Bild, dass den Konservativen zu wenig zugehört wird. Ich glaube ehrlich nicht, dass der Konservatismus mit seinen rechten Verwandten im Jahr 2026 zu wenig Sendezeit hat.

Yasemin Said

Yasemin Said Redakteurin

schreibt aus dem Ressort Reportage & Recherche, mit den Schwerpunkten Rechtsextremismus, Migrationspolitik und Erinnerungskultur. Und arbeitet als freie Autorin und Regisseurin im Dokumentarfilmbereich für ZDF, ARD Kultur und MDR sowie als Podcast-Producerin.
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36 Kommentare

  • TorbenU

    Florian Schröder kam mir noch nie rechts, vor.

    Bloß zahnlos, bisslos und gefühlt extrem auf offizieller Parteilinie der Grünen. So sehr, dass ich ihn einfach langweilig und unlustig finde.

    Keine Ahnung, warum der immer wieder zum radioeins Kommentatoren-Talk eingeladen wird. Keine Ahnung, warum Menschen sich den gerne geben.



    Sollte der jetzt ne Show bekommen? Meinetwegen nicht.



    Ist er jetzt aber "rechts"? Nein.

    • Christine_Winterabend

      @TorbenU:

      Ich würde vom ZDF nicht erwarten, dass sie mit Fensehshows von stramm Rechten operieren. Die wissen schon ganz gut, wie sie wen bedienen müssen.

  • Elite123

    Was genau ist an Florian Schroeder rechts?

    Saß er nicht jüngst bei Illner oder Maischberger und hat ein AfD Verbot gefordert?

    Hat er der CDU nicht vorgeworfen, sie flirte mit dem Rechtsextremismus?

    Aus Sicht eines AfD Wählers ist Schroeder wahrscheinlich immer noch ein "Linksgrünversiffter". Daher keine Sorge im den ÖRR.

    • Christine_Winterabend

      @Elite123:

      Ja, könnte sein, dass das so ungefähr die Idee ist. Viel mehr würde mich interessieren, was gegen Böhmermann gelaufen ist.

  • Deep South

    Jo. Alles Rechte außer uns. Wer uns kritisert ist Teil einer Kampagne, Teil des Rechtsrucks. Un d was Satire darf nur das, was wir lustig finden. Sorry, aber merkt ihrs noch?

    • Zangler

      @Deep South:

      Konservative (auch in ihrer traditionalistischen und sogar reaktionären Ausprägung) sitzen traditionell rechts in Parlamenten, Progressive, Sozialliberale links. Natürlich gibt es himmelweite Unterschiede innerhalb der Lager, aber rechts bleibt rechts. Warum können Konservative das nicht annehmen?



      Ironie und Satire sind Mittel der Machtlosen gegen die Mächtigen, weil sie subversiv sind. Es geht dabei nicht nur um „Mächtige“ in politischen Ämtern, sondern mehr um diejenigen, die vom Status Quo genug profitieren, um ihn aufrecht erhalten zu wollen. Das sind qua definitionem die Konservativen, also Rechte.



      Wenn sich die „Sieger“ über ihre Kritiker:innen gleichermaßen äußern, ist das nicht Ironie oder Satire, sondern Hohn, das Markenzeichen des schlechten Gewinners. Insofern: Ja, Satire als ironisch-subversiver Spott über die Mächtigen ist immanent system- und status-quo-kritisch und daher links (wenn es sich im Parlament auch nicht gehört und ggf. unter Demokrat:innen jeder verbale Angriff „polemisch“ ist).



      Der deutsche ÖRR ist jedoch aufgrund seiner Aufstellung und Abhängigkeit von der Politik tendenziell eher rechts als links und scheut sich oft, den Status Quo zu kritisieren.

      • marilyn.hanson

        @Zangler:

        Vollste Zustimmung! Sehr eloquent zusammengefasst!

      • Deep South

        @Zangler:

        Satire ist in erster Linie mal Kritik an Zuständen und Verhaltensweisen, politisch aber auch gesellschaftlich. Auch mit mit Mitteln wie Ironie, Überzeichnung und Polemik. Und natürlich müssen sich auch Linke kritisieren lassen, und auch Menschen, die keine Macht haben. Sonst könnte man auch keine AfD Wähler, Autoprolls, Esofreaks oder Ballermann-Urlauber aufs Korn nehmen. Satire darf Alles, außer jemandem nach dem Mund reden. Das haben schon Monty Python komplett durchexerziert. Einen Komiker hier als rechts framen, in dem man sein Werk an ein paar Sätzen so kurz herunterbricht, zeigt nur die eigene Unfähigkeit sich auch mal selbst den Spiegel vorhalten zu lassen.

  • Budzylein

    Ich frage mich, weswegen die Autorin ausgerechnet Böhmermann als vorbildlichen Satiriker darstellt. Hat der etwa "nach oben" ausgeteilt und nicht "nach unten"? Die Bundesregierung ist in meinem Koordinatensystem eigentlich eher oben als unten, und der ist er, jedenfalls zu Zeiten der Ampelkoalition, oft genug eilfertig zur Seite gesprungen. Und gerade wenn die Autorin darauf hinweist, dass Satire ohne Diskriminierung und Entmenschlichung auskommt, fällt mir ein, dass Böhmermann den türkischen Präsidenten, an dem es wahrlich genug Substantielles zu kritisieren gibt, als "Ziegenficker" und Feministinnen, die gegen das Selbstbestimmungsgesetz der Ampelkoalition waren, als "Turds" (Scheißhaufen) bezeichnet hat.

    • Deep South

      @Budzylein:

      Böhmermann hat in dem Gedicht klar den Unterschied zwischen einer Beleidigung und Kritk erklärt und hat sich damit vor die Kollegen von Extra 3 gestellt. Die Schmähwörter sind allesamt aus dem Vokabular, mit denen Türken in Deutschland ständig beleidigt wurden und werden. Er hat damit die Diskrepanz aufgezeigt, dass eine deutsche Regierung einen brutalen Diktator hofiert, solange er den Deutschen Migranten vom Hals hält. Dass dieses Gedicht mehr Leute in Deutschland aufregt, als das, was der mit Meinungsfreiheit und Minderheiten in seinem Land veranstaltet, spricht Bände. Und dass unsere Regierung ihn nicht in Schutz nimmt und dafür einen uralten Majestätsbeleidigungsparagrafen bemüht, um Erdogans Wohlwollen nicht zu gefährden ebenso. Die ganze Aktion hat -zugegeben mit dem Zaunspfahl- perfekt die Heuchelei in unserem Land aufgedeckt und am Ende dafür gesorgt, dass dieses juristische Relikt beerdigt wurde. Er hat Merkel damit mehr in Bedrängung gebarcht, als es die Oppositionen über zig Jahre Kanzlerschaft geschafft hat. Das macht das Ganze zu einer seiner besten Aktionen und ist zigmal mehr echte, politische Satire, als das Meiste, was sonst so unter diesem Banner gemacht wird.

    • Christian Götz

      @Budzylein:

      Guten Tag, Budzylein

      Jan B. hat zum einen dem Präsidenten Erdogan und Teilen der Bevölkerung in Türkei und Deutschland erklärt, was der Unterschied zwischen Kritik und Schmähung ist. Nebenbei ist ihm gelungen, dass der StGB103 abgeschafft wurde.



      Jan B. hat zum anderen das Akronym für Trans Underminig Reactionary Dirtbag genutzt.



      Dass die sprachlichen Mittel für die zu vermittelnden Inhalte angemessen sind, bezweifel ich auch manchmal. Dass das Ziel Diskriminierung und Entmenschlichung sein soll aber schon. Und zumindest in diesem Aspekt würde ich Ihnen zustimmen, wenn Sie schreiben wollten: Achtet bitte darauf, zu kritisieren, ohne zu beleidigen.

      • Budzylein

        @Christian Götz:

        Böhmermann hat in der Sendung das Akronym TERF ausdrücklich genannt und es dann zu "Turd" verballhornt. Dafür erhielt er dann öffentliches Lob von der damaligen Bundesfamilienministerin Lisa Paus.

        Und die Sache mit Erdogan hat ein übles Geschmäckle. Böhmermann hätten unzählige Ausdrücke zur Verfügung gestanden, die als Formalbeleidigungen dasselbe bewirkt hätten, wählte aber ausgerechnet einen rassistisch konnotierten Begriff.

  • Bembelfisch

    Ich verstehe es nicht. Ich verfolgte in der Vergangenheit seine Beiträge immer wieder mal. Nicht so eindeutig links wie Böhmermann, aber auch nicht so plump. Nicht so verletzt und eitel wie Nuhr. Er teilt in alle Richtungen aus. Wieso jetzt dieses rechte Framing? Und alle springen auf den Zug auf. Bitte mal objektiv die alten Sachen anschauen.

  • Martin Rees

    ...Wer nicht sehen will, kann hören!



    Jeden Samstag für mich das erste Satire-Highlight im ÖRR, beim WDR-Hörfunk nicht wegzudenken, als Podcast gut weiterzuleiten:



    www1.wdr.de/radio/...-deluxe/index.html



    Ein absolutes Muss am Wochenende❗



    Mit satirischem Wochenrückblick🤓

  • Selbstauslöser

    Na gut, Jan Böhmermann hat sich seine Position als Galionsfigur ganz vorne am Satire-und Kabarett-Schiff redlich erarbeitet. Sie wird als erstes entfernt, um dem Schiff insgesamt schonmal die Spitze(nqualität) zu nehmen. Er wird durch einen gut geölten (oder gegelten?), rechts-links-ausgewogenen Talkmaster ersetzt. Damit verliert der ÖRR auch selbst an Charakter, denn Satire/Kabarett ist eines seiner Alleinstellungsmerkmale. Die Kommerz-Sender bieten nur Comedy.



    Und er verflacht auch in anderer Hinsicht: es fällt eine weitere Bastion des Investigativ-Journalismus weg.



    Wenn es um Ausgewogenheit ginge, wäre mir alleine der verbissene Dieter Nuhr schon genug Gegengewicht zum klugen und witzigen Narrenschiff. Aber es ist ein von Rechtsaußen verbreitetes Missverständnis, daß Satire, Pädagogik, Grundgesetze, Journalismus allesamt mittig, ausgewogen und neutral sein müssten. Nein, der Auftrag lautet immer, autoritäre Tendenzen aufzudecken und abzuwenden. Auch in Diktaturen, die sich als kommunistisch oder sozialistisch verkleiden.



    Zur Begriffsbestimmung: in der französischen Nationalversammlung saßen die Vertreter des Volkes LINKS vom König, und nicht in der Mitte oder gar rechts.

    • Nicole Stange-Egert

      @Selbstauslöser:

      Ich stimme dir größtenteils zu, mit dem kleinen Hinweis, dass Böhmermanns Sendung nicht "entfernt" wird, sondern dass er selbst beschlossen hat, dass sich das Konzept langsam totläuft. Auch diese Ruhelosigkeit und das Irgendwann-Gelangweiltsein ist ein Feature von Böhmermann, man darf also gespannt sein, was von ihm als Nächstes folgt und wo.

      Beim ZDF ist man ihm durchaus gewogen, weil er gesellschaftliche Gruppen zumindest in die Streamingsportale des Senders lockt, die das ZDF sonst längst ganz abgehängt hätte.

      Florian Schröder ist natürlich kein Ersatz dafür, auch weil die Einzigartigkeit von Böhmermanns Sendung u. a. aus seinem Team kam. Schröder kann solche Leute nicht anziehen, weil ihm diese anarchische Seite bei gleichzeitiger strenger Selbstreflexion und klarem moralischem Kompass fehlt. Er reiht sich bequem ein in die Riege derer, die bei den Mitternachtsspitzen zu besichtigen sind. Es ist also schon schade, dass er so einen großen Sendeplatz bekommt, weil er auch sonst medial ziemlich präsent ist.

      Uns fehlen in Deutschland außerdem einfach Leute wie John Oliver oder Jon Stewart.



      Wobei ich persönlich sogar ZAK mit Friedrich Küppersbusch ein bisschen hinterhertrauere.

      • Selbstauslöser

        @Nicole Stange-Egert:

        Danke für die Korrektur und für die treffende Charakterisierung von J. Böhmermann und F. Schröder.



        Bin schon froh, daß wir noch F. Küppersbusch, T. Reiners, S. Bosetti, Ch. Ehring, Doyé & Wiemers, T. Mann, Ch. Sieber, Ph. Simon, A. Reschke, M. Kroymann, M. Uthoff, C. v. Wagner, U. Priol, ... haben, manche mehr, manche weniger, wobei die Tendenz, Aufklärung mit Comedy zu mischen, auch mit Klamauk zu garnieren, dem Ganzen etwas die Nahrhaftigkeit nimmt.



        Ich vermisse S. Pufpaff, und hoffe, daß J. Böhmermann sich und den ÖR treu bleibt.

      • Maja Kero

        @Nicole Stange-Egert:

        Ich musste schon etwas bei der Einordnung von Ihnen schmunzeln:

        Hat Jan Böhmermann bei Kritik an seiner Arbeitsweise (z.B. Julian Hessenthaler und Arne Schönböhm) nicht immer gesagt er sei kein Journalist sondern Satiriker?

        Die Wahrnehmung ihrerseits und die Selbstwahrnehmung Böhmermann’s scheint hier ziemlich auseinanderzuklaffen. Und sie dir auch der Grund, warum ich dem Ende der Sendung keine Träne nachweine.

        Sie war, mindestens ab 2020, nicht mehr von dem Wunsch investigative und vorallem wahrheitsgetreue Recherche mit spitzen Pointen zu verbinden



        (Wobei man auch mal in Frage stellen kann, inwieweit diese beiden Dinge überhaupt vereinbar sind), sondern J.B. fand mehr und mehr Lust an der Zerstörung von Menschen in der Öffentlichkeit, wobei er auch bereit war, die oben genannte Wahrheit zu opfern, wenn das Ziel moralisch zu rechtfertigen war.

        Böhmermann‘s Sendung wurde somit zu einem Tribunal, das keinen Platz für Grautöne und demokratische Diskussionen ließ, sondern das Lagerdenken nur befeuern konnte. Ausweis dessen ist die Reaktion der Autorin auf den Ersatz durch Florian Schröder. Wer nicht auf unserer Seite ist, ist auf der anderen (rechten) Seite

    • Christine_Winterabend

      @Selbstauslöser:

      Das würde ich jetzt wortwörtlich so unterschreiben. Und danke für den Artikel, er hat mich endgültig betärkt, mir zu glaben, dass mich da nicht nur immer öfter so ein unangenehmes Gefühl beschleicht. Leider hören sich auch Kommentare in Nachrichtensendungen immer öfter rechtswärts meinungsverstärkend an. Auf der anderen Seite solche Verluste an Recherchearbeit und hochwertiger Präsentation wie der output des Magazin-Royal Teams - das macht eine Menge Schaden. Zumal die Anstalt leider inzwischn auch thematisch und inhaltlich degradiert - oder ver 'ZDF't wird?

      • Selbstauslöser

        @Christine_Winterabend:

        Herzlichen Dank!



        Ein schwacher Trost vielleicht: früher mal galt die ARD als links, teils von der Union als Rotfunk verschrien, auch wegen der Kabarett-Aufzeichnungen: Stachelschweine, Kom(m)ödchen (wurde von Strauß zeitweise verboten), Lach-und Schieß-Gesellschaft, Scheibenwischer (der BR verweigerte einige Sendungen), ..., und das ZDF galt als Union-Sender (Mainz wie es singt und lacht). Derzeit leistet sich die ARD einen Dieter Nuhr, während Chr. Ehring, A. Reschke, u.a. zurückweichen müssen, in die späte Nacht, oder ganz durch Comedy ersetzt werden. Ähnlich ist es mit den Polit-Recherche-Magazinen, die immer kürzer werden und immer häufiger dem Sport u.ä. weichen müssen. Dafür wurde dann lange das ZDF der Hort der informativen, aufklärenden Satire. Und schon immer 3SAT, das ja sogar mal abgeschafft werden sollte --



        Es scheint so eine Art Pendelbewegung zu geben, und das läßt mich hoffen.

        • Christine_Winterabend

          @Selbstauslöser:

          Hm, mir macht gerade diese Pendelbewegung Sorgen. Hoffen wir, dass das Gras weiterhin immer wieder nachwächst, mal hier, mal da. Aber regnen muss es dafür schon.

  • Mr. Hello

    Gerade funk ist seit Bestehen stark links und feministisch eingestellt. Von daher geht es weniger darum, dass "Konservativen zu wenig zugehört wird", als dass konservativen Zuschauern ein Angebot gemacht wird. Dass jetzt beim ersten konservativen Moderator (wobei ich das bei W.M. schon mal in Frage stellen würde) die Alarmglocken angehen und kritisiert wird, in seiner Arbeit kommuniziere er nicht "fair, differenziert und emotional reguliert" ist nicht i.O. Noch vor W.M. lieferte sich funk regelmäßig journalistische lowlights. Reportagen waren für die Streamer Szene stets ein gefundenes Fressen. Erst im Frühjahr wurde dann der "feministische" Podcast "Brave Mädchen" nach zehn Folgen eingestellt, nachdem dort wiederholt völlig undifferenzierte, abwertende Aussagen getätigt wurden. Mehr o. weniger das, was man hier Matthiesen vorwirft, wenn auch ohne konkret zu werden.

    Bzgl. Schroeder: er teilt gegen jeden aus. Gerade auch gegen die AfD. Darüber hinaus wäre es mir neu, dass J.B. seine Witze nicht auch als "gesunde Provokation" verkauft hat. Egal ob beim Thema Quellenschutz, Kritik (z.B. von Correctiv), dem Erscheinungsbild von Politikern, unfaire Kommunikation gab es hier zuhauf.

    • Comerade Aardvark

      @Mr. Hello:

      "fair, differenziert und emotional reguliert" ist halt am ehesten, wer mir exakt meine Meinung spiegelt.

  • JC Kay

    Was will uns die TAZ mit dieser Kolumne sagen? Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns? Alles, was noch explizit links ist, ist automatisch rechts?

    Sind die Grünen und die Linke wirklich so sakrosankt, dass man keine Witze über sie machen darf?

    Tritt Mann wirklich nach unten, wenn man durchaus mächtige Partein kritisiert?

    Sind Medien wirklich nur gut, wenn sie eine linke Haltung haben?

    Eine Kolumne und so viele Fragen.

    Übrigens: florian Schröder war einmal im Studio von Nius und hat dort Julian Reichelt ziemlich auseinandergenommen. Besonders spektakulär: am Ende der Sendung gab es sogar eine Koksline vorbereitet. Unbedingt angucken. Das ist sehr lustig.

    www.youtube.com/watch?v=18Ef8nEeBOk

    Wenn das rechts ist. Dann ist wirklich alles rechts.

    • Vigoleis

      @JC Kay:

      "Sind Grüne und Linke so sakrosankt, dass man keine Witze über sie machen darf?" Nein, aber sie sind ganz einfach nicht witzig. Wenn man ihnen zuhört oder zusieht, vergeht das Lachen.

  • Querbeet

    Wenn der ÖRR eines nicht ist, dann rechts.

    • Vigoleis

      @Querbeet:

      Das könnte eine subjektive Aussage sein, abhängig von Ihrem Standpunkt.



      Doch diese Statistik als kleine Illustration der Causa: Sie ist zwar schon knapp zwei Jahre alt, viele Wahlen sind seit dem ins Land gegangen. Aber entscheidend geändert wird sie sich nicht haben.



      de.statista.com/in...-von-journalisten/



      Zwar ist bei Umfragen immer Vorsicht geboten, hier scheinen mir aber Zielgruppe, Frage und Antwort relativ simpel bzw. überschaubar.



      Einerseits sollte man auch nicht jedem Journalisten unterstellen, dass er aus seiner Parteienpräferenz gleich einen TV-Inhalt strickt.



      Andererseits wird keiner von ihnen aus seinem "Herzen eine Mördergrube" machen.



      Entscheidend bei einer Beurteilung können auch nicht allein die Aussagen einiger Comedians sein, sondern: Welche Inhalte werden generell angeboten? Und vor allem: Wie werden diese aufbereitet? Beginnend bei den Hauptnachrichten, über Magazine und Reportagen bis hin zu Unterhaltungsformaten (Show, Fiktion).

  • Suryo

    Florian Schröder, einen der stärksten Gegner der AfD, der anders als andere nie davor zurückschreckt, auch die Wähler der AfD als Rechtsextremisten zu bezeichnen, als irgendwie besonders rechts einzustufen, ist aberwitzig.

    Und: ja, auch Linke und Grüne haben recht viel an sich, über das man sich lustig machen darf und sollte.

    • Martin Rees

      @Suryo:

      Genau!



      "Florian Schroeder: Schluss mit der Meinungsfreiheit! Für mehr Hirn und weniger Hysterie"



      Was er dazu zu sagen hat:



      www.sr.de/sr/media...R2_FADA_P_210.html

    • Erik Schröder

      @Suryo:

      Florian Schröder als rechts zu bezeichnen ist absurd. Viel mehr wird doch durch den Artikel eine ganz anderes Probelm in unserer Linken Szene deutlich: Statt, auch mit Meinungsverschiedenheiten in einzelnen Debatten, geschlossen gegen Rechts/Rechtextrem / Klassismus etc. einzustehen, "zerfleischen" wir uns gegenseitig.



      Tatsächlich etwas das uns die rechte Seite vorraus hat, sie verbinden, vereinen und verbrüdern sich, ironischer weise "weltweit".

    • Jungle Warrior

      @Suryo:

      Absolut. Nur weil er auch am eigenen Lager berechtigte Kritik übt, macht ihn das für manche zum Nestbeschmutzer. Ich habe noch nie etwas "rechtes" von Schröder vernommen. Und dass er in die direkte Konfrontation mit Leuten rechts des politischen Spektrums geht, kann man eigentlicg nur begrüßen.

      • Nicolas Blume

        @Jungle Warrior:

        Bitte schauen Sie sich seine Instagram Beiträge aus den letzten Wochen an.

        Er ist sehr stark nach rechts gerückt, leider.

        • Christine_Winterabend

          @Nicolas Blume:

          Stimmt, leider. Bei mir ist er nach den Berlin-Wahlen endgültig auf dem Stapel gelandet, in dem ganz unten Dieter Nuhr liegt - ich kann seine Haltungen zu oft nicht mehr nachvollziehen. Zudem ärgert mich, wenn gepöbelt wird, ohne sich vorher die Mühe zu machen, den Sachverhalt verstehen zu wollen, weil man ja sowieso drüber steht - Stichwort Wohnungspolitik für Schwaben mit Geld (ich sage bewusst nicht reich).

        • Šarru-kīnu

          @Nicolas Blume:

          Habe ich spaßeshalber gerade gemacht während des Frühstücks und so rein gar nichts Rechtes gefunden. Meinen Sie seine Kritik an der Verharmlosung von Antisemiten und Islamisten durch Teile des linken Spektrums nach dem Anschlag beim CSD?

    • Klabauta

      @Suryo:

      Zur Schreibweise des Namens: In dem Artikel geht es um Florian Schroeder (Kabarettist), nicht um Florian Schröder (AfD-Politiker)

      • Suryo

        @Klabauta:

        Ducking autocorrect ;)