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Mietendeckel für Windräder Wirtschaft falsch verstanden

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Wirtschaftsministerin Reiche forciert eine Pachtpreisbremse für Windkraftanlagen. Einen Mietendeckel lehnt sie komischerweise kategorisch ab.

E s soll einen strengen Mietendeckel geben – für Windräder. Die Idee dazu stammt von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Das ist eine rigide, mit hohen Bußgeldern belegte Begrenzung der Pachtpreise für Flächen, auf denen Windanlagen Strom erzeugen. Für Wohnungen aber lehnen die Christ­de­mo­kra­t:in­nen so etwas kategorisch ab. Weil eine Preisbremse angeblich dafür sorgen würde, dass kaum noch jemand in Bau oder Sanierung von Gebäuden investiere. Wohnraum würde so knapper und nicht erschwinglicher.

Das stimmt zwar nicht, aber anscheinend glauben Unionsleute das tatsächlich. Das zeigt, was Reiche und ihre Par­tei­freun­d:in­nen mit dem Pachtdeckel für Windräder erreichen wollen, der in der Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes vorgesehen ist: den weiteren Ausbau von Wind- und großen Solaranlagen bremsen, Be­trei­be­r:in­nen verunsichern, In­ves­to­r:in­nen abschrecken. Ob das erreicht wird, steht auf einem anderen Blatt, denn Preisbremsen sind gar nicht so dramatisch, wie Christ­de­mo­kra­t:in­nen denken. Allerdings spricht vieles dafür, dass Reiches Mietendeckel für Windräder wegen seiner restriktiven und uncleveren Ausgestaltung das tatsächlich schaffen könnte.

Reiche lehnt Markteingriffe für gewöhnlich kategorisch ab, Preisdeckel hält sie für Teufelszeug. Dass die Hüterin der reinen Marktlehre ausgerechnet bei der Windenergie eine Ausnahme machen will, ist bezeichnend. Sie steht mit der Energiewende, wie sie von der Ampel eingeleitet wurde, auf Kriegsfuß. Ihre Gesetzesentwürfe strotzen nur so vor Regelungen, die den Erneuerbaren schaden.

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Jedes Windrad und jede Solaranlage, die nicht gebaut wird, bedeuten ein Festhalten an fossilen Energien. Das ist nicht nur fürs Klima katastrophal, sondern vor allem für die Wirtschaft und die Verbraucher:innen. Denn der einzige Weg zu günstigerem Strom führt über die Erneuerbaren. Eine Wirtschaftsministerin, die das ignoriert, ist falsch an ihrem Platz.

Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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56 Kommentare

  • aujau

    Reiche ist wohl die - absichtsvoll?- inkompetenteste Ministerin, die die Union aktuell zu bieten hat.

  • Janix

    Wollen wir ernsthaft zurückbleiben und abhängig von den Fossilen bleiben? Wie kommen wir aus der teuren Verbrennung zügig raus? Mit diesen Fragen muss ein Wirtschaftsministerium da beginnen.



    Außer es hätte eine e.on-Agenda, natürlich, und wollte mit Merit-Order den Strompreis hochhalten.

  • Ahnungsloser

    Bei diesem Thema gibt es immer 3 Beteiligte. Der Landwirt, der sich eine goldene Nase mit der Pacht verdient, die Anwohner, für die Genossenschaften gegründet werden, damit sie profitieren und nicht protestieren und die Betreiber der Anlagen. Wenn es irgendwelche Deckel gibt, verschiebt man den Profit nur.

  • Günter Witte

    Da Frau Reiche endlich das Problem der Geldverschwendung durch das bezahlen des Stromes bei abgeschalteten WKA angeht, ist doch die Deckelung der Pachten für die Standorte nur der logische nächste Schritt. Hiermit kann dann ein Großteil des Ausfalles kompensiert werden, Investitionen in WKA bleiben dadurch interessant. Die einzige Parallele zum Wohnungsbau ist hier, wenn man die Kosten für Boden (Grundsteuer) und andere Auflagen senkt wird das Bauen billiger.

    • Janix

      @Günter Witte:

      Die Parallele wäre doch eher, die arbeits-lose Grund-Preissteigerung durch den Staat konsequent abzuschöpfen, der ja auch die Infrastruktur setzt. Wie u.a. von Hans-Jochen Vogel vorgeschlagen. Oder die Miete zu deckeln, was aber ja für manche schon der Gottseibeiuns ist. Oder habe ich da etwas übersehen?

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Günter Witte:

      "Da Frau Reiche endlich das Problem der Geldverschwendung durch das bezahlen des Stromes bei abgeschalteten WKA angeht..."

      Dieses "Problem" existiert, weil der Staat seit vielen Jahren den Netz- und Speicherausbau nicht in den Griff bekommt. Und während ihr Vorgänger das wenigstens versucht hat, blockiert -oder sollte man besser sagen- sabotiert Frau Reiche genau diese Dinge.



      Es ist angesichts der internationalen Lage mehr als Dummheit, alles zu blockieren, was uns unabhängiger vom Ausland machen könnte.

      • sollndas

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Haben Sie da nicht den Wasserstoff aus Namibia vergessen, und die wasserstofffähigen Gaskraftwerke?

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @sollndas:

          Wasserstoff aus Namibia ist Nonsens, solange das Land seinen eigenen Strom aus Kohle erzeugt.

          Außerdem ist Stromerzeugung aus Wasserstoff, den man vorher aus Strom gewonnen hat, massive Energieverschwendung und sollte auf Spezialfälle beschränkt sein.

          Es gibt bessere Möglichkeiten. Außerhalb unseres rückständigen Landes werden sie in großem Maßstab realisiert und ich habe sie oft genug aufgezählt.

          • sollndas

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Naja, ich dachte eben an Habeck und seine "Wasserstoffpartnerschaften" und die wasserstofffähigen Gaskraftwerke :-)



            Vielleicht mal darüber informieren, wie die Apologeten der Energiewende das sehen, z.B. Volker Quaschning, Die Zeit vom 19.3.26, Seite 9:



            "Ich bin sicher, dass sich die Energieversorgung mittelfristig vollständig mit erneuerbaren Energien sichern lässt. Wir sehen doch gerade einem massiven Ausbau bei den Batteriespeichern, die Preise sind massiv gesunken. Wir werden in fünf bis zehn Jahren so weit sein, dass wir den Energiebedarf in den Sommermonaten komplett mit erneuerbaren Energien decken können: Der tagsüber produzierte Überschuss kommt in die Batterien und wird dazu genutzt, die Nacht abzupuffern. Im Winter werden wir vorübergehend noch fossile Kraftwerke benötigen. Aber auch die lassen sich ersetzen, indem wir den nicht verbrauchten erneuerbaren Strom in Wasserstoff umwandeln, der dann im Winter entsprechende Kraftwerke antreibt. Das ist die Zukunft."



            Was die "besseren Möglichkeiten" betrifft, wäre ich für Aufklärung dankbar. Ich wohne nämlich seit 34 Jahren in einem solarautarken Haus, und da sind Speicher der größte Kostenfaktor der Energieversorgung.

            • warum_denkt_keiner_nach?

              @sollndas:

              Von den Wasserstoffideen habe ich nie viel gehalten.

              Die besseren Möglichkeiten habe ich, wie gesagt schon oft genug genannt.



              Aber gern noch ein (hoffentlich) letztes Mal.



              Wie Sie schon erwähnten, fallen die Preise für Batteriespeicher ständig. Auch weil es mittlerweile Batterien ohne teures Lithium gibt. Das war vor 34 Jahren noch nicht so.



              Und wenn man dann doch nichts Neues will. Pumpspeicherwerke gibt es seit hundert Jahren. Kann man auch machen. Am besten kombiniert man beides.

              Leider stecken aber viele Menschen in D mit ihren Vorstellungen noch im vorigen Jahrhundert fest. Und denken auch nicht über den eigenen Gartenzaun hinaus. Rechnungen im privaten Bereich haben sehr wenig mit Großanwendungen zu tun.

              • sollndas

                @warum_denkt_keiner_nach?:

                Ach so.



                Pumpspeicher sind aus geografischen Gründen in D nicht mit der erforderlichen Kapazität zu realisieren. Und fragen Sie mal einen Schweizer, was der davon hält, wenn Sie den Lungernsee-Pumpspeicher anzapfen wollen :-)



                Ähnliches gilt für Batteriespeicher, die sind nicht zu bezahlen.



                Immerhin reden (bzw. schreiben) wir von Kapazitäten im dreistelligen TWh-Bereich.



                Zu den "ständig fallenden Preise für Batteriespeicher":



                Die sind seit 40 Jahren inflationsbereinigt nahezu gleich geblieben. Nur die Technologie hat sich geändert: Damals Blei, heute Lithium



                Zu den Batterien "ohne teures Lithium": Mit ein bisschen Physik und Elektrochemie lässt sich berechnen [1], dass zur Speicherung einer Kilowattstunde 72 g Lithium erforderlich sind, Weltmarktpreis in Form von Lithiumcarbonat "battery grade" z.Z. sagenhafte 12 Cent. Ich nehme an, Sie können sich ausrechnen, um wie viel ein Akku billiger wird, wenn man das Li durch einen Stoff ersetzt, der überhaupt nichts kostet :-)



                [1] Abiturwissen reicht aus, ggf. steht in Schulbüchern sowas wie Elementarladung, Avogadrokonstante, etc. drin.

  • T-Rom

    Es ist ja nichts Neues, dass in Bereichen wo es öffentliche Förderung bzw Kostenübernahmen gibt, oft Mondpreise aufgerufen werden. Einfach weil es geht. Und es dann eben doch keinen "freien" Markt gibt.



    Ob das jetzt bei Wärmepumpen, Pflege-Hilfsmitteln, Rüstungsgütern oder eben jetzt Areale für Windkraft ist.



    Dem entgegenzuwirken ist erst mal gut.

  • sollndas

    Da bemüht sich Frau Reiche, Windstrom billiger zu machen, und schon ist es auch wieder nicht recht.



    Anscheinend ist sie in der falschen Partei.

    • Andreas J

      @sollndas:

      Sie macht Windkraft zu Gunsten der Fossilen wirtschaftlich unrentabel.

  • MarxhatteRecht

    Wo ist die SPD mal wieder bei diesem ganzen Chaos. Wo liegt die staatspolitische Verantwortung darin, das Land weiterhin in einer krassen Abhängigkeit von steigenden Weltmarktpreisen und Autokraten zu belassen?

  • Uwe Kulick

    Mietpreisbremse? Pachtpreisbremse? Rigide?

    Eleganter wäre eine Mietgewinne- und Pachtgewinne-Übergewinnsteuer. Es wäre herrlich deutsch kompliziert, würde aber verhindern, dass sich der Staat in die Preisbildung einmischt. Strafen gibt es dann nur für etwas, für das es schon Strafen gibt: Hinterziehung von Steuern. Und die Möglichkeit, je nach Wohnungsnotlage immer zeitlich befristete Abschreibungsmöglichkeiten zu schaffen, wenn ein Mindestanteil in Neubau von Wohnraum fließt. Für den Staat lohnt es sich dann, dafür die Steuerfahndung zu stärken und damit Gerechtigkeit gegenüber ehrlichen SteuerzahlerInneN zu üben. Das Bauministerium würde aufgewertet, weil es vom Finanzministerium gute Zusammenarbeit fordern kann. Und die hieße dann eben gute Steuerfahndung, damit der Staat Wohnungsbau fördern kann.

  • Wombat

    Genau diese Marktlogik ist doch gewünscht. Mit der Mietpreisbremse wird weniger gebaut. Mit der Pachtpreisbremse gibt es weniger Windenergieanlagen. Recht simpel und funktioniert auch.

  • ZTUC

    Windkraftanlagen werden über das EEG gefördert und damit u.a. die Pachten bezahlt. Die hohe Förderung ermöglicht hohe Pachten. Dem will man schlicht entgegen treten. Es bringt nichts Windkraft zu fördern und dann geht das Geld in die Pacht.

    Grund und Boden sind natürlich begrenzt. Wohnraum dagegen nicht, man kann zum Beispiel stärker in die Höhe bauen. Der Vergleich Pachtpreisbremse und Mietpreisbremse ist daher einer von Äpfel und Birnen. Zudem berechnet sich die Pacht anders als die Miete bei einer Wohnung.

  • Thomas Koll

    Sollte man Frau Reiche nicht als Christdemokratin sondern als Kapitalistin bezeichnen?

  • Jalella

    Die Politik ist wenigstens ähnlich unsubtil wie die von D. Trump. Man kann nicht sagen, dass sie zu verheimlichen versuchen, dass ihr politisches Ziel ist, die Erde zu verbrennen indem sie die Energiewende bremsen. Aber es scheint ja gesellschaftlich gewollt zu sein. Wenigstens nachdem die Medien kräftig bei der Meinungsfindung der WählerInnen nachgeholfen haben.

  • Astrid Sehnefeld

    Mietendeckel für Windräder = Wirtschaft falsch verstanden



    Mietendeckel für Wohnungen = Wirtschaft richtig verstanden



    Ich sehe nur noch Ideologie 🙄



    Es ist scheinheilig von Konservativen wie Progressiven den einen Mietendeckel zu glorifizieren und den anderen zu verteufeln.



    Unabhängig auf welcher Seite man politisch steht, aber DAS geht nicht 🤷



    Die AfD kann sich freuen, die Parteien zerlegen sich und ihre Glaubwürdigkeit konsequent weiter.



    Die neueste Wahlumfrage von INSA spiegelt das auch schonungslos wider - KEINE Partei mehr bundesweit über 20% - Union, SPD, Grüne, Linke alle zwischen 18 und 10% - und die AfD bei 30%...



    Lerneffekt null.



    Sie machen weiter als ob nichts wäre.



    Bockig wie in der Pubertät.

    • elektrozwerg

      @Astrid Sehnefeld:

      "Mietendeckel für Windräder = Wirtschaft falsch verstanden



      Mietendeckel für Wohnungen = Wirtschaft richtig verstanden"

      Als ich den Artikel gelesen habe, dachte ich, da hat die Windkraftlobby die Argumente gegen den Wohnungmietpreisdeckel geklaut. Faellt bestimmt keinen auf! Am wenigstenen denen, die diese Argumente beim Wohnungsmietpreisdeckel ignorieren, ihnen aber gleichzeitig zustimmen, wenns zum Wohle der Windkraftlobby geht.

  • Hans Dampf

    Wieso im Konjunktiv?



    Mietpreisbremse: "Weil eine Preisbremse angeblich dafür sorgen würde, dass kaum noch jemand in Bau oder Sanierung von Gebäuden investiere. Wohnraum würde so knapper und nicht erschwinglicher."



    Genau so kommt es bei einer Mietpreisbremse. In Berlin gibt es kaum noch private Bauträger für bezahlbare Mietwohnungen und bald wird es gar keine mehr geben.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Hans Dampf:

      Das hat aber wenig mit der Bremse zu tun. Warum soll ein privater Investor günstige Wohnungen bauen, wenn er auch teuer vermieten kann?

      • Hans Dampf

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Es geht darum dass MEHR Wohnungen gebaut werden. Das Angebot regelt den Preis. Und wenn es keine privaten Vermieter mehr gibt die neue Wohnungen bauen, dann steigt und steigt die Miete. Und wenn die Mietpreisbremse dies verbietet, dann gibt es eben keine neuen Wohnungen mehr und die Wohnungsnot wird größer und größer. Letzteres findet ja seit Jahren statt.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Hans Dampf:

          So groß ist z.B. Berlin nicht, dass man den Markt mit so vielen Wohnungen fluten kann, dass die Mieten signifikant sinken.

  • Wunderwelt

    Wie war das mit der "Technologieoffenheit", der freien Marktwirtschaft und dem Credo: "der Markt regelt alles"..??







    Naja cdU pur halt..







    :-((

    • Günter Witte

      @Wunderwelt:

      Nur das es bei den EEG noch nie freie Marktwirtschaft sondern nur Planwirtschaft gibt und gegeben hat. Garantierter Preis bei garantierter Abnahme hat halt null mit den Gesetzen des Marktes zu tun !

    • ZTUC

      @Wunderwelt:

      Wenn der Markt alles regelt, bräuchte es ja keine Förderung gemäß EEG.

  • Pico

    Ackerflächen für Windräder oder Solarparks zu verpachten bringt sehr, sehr viel mehr, als diese z.B. für den Anbau für Lebensmittel zu verpachten. Ich finde einen Deckel hierfür nur logisch und richtig. Die Pachtpreise Zahlen letztendlich die Verbraucher*innen. Bei Wohnungen muss es gewährleistet sein, dass Mieten die Kosten decken, Sanierungen und Investitionen ermöglichen und für das eingesetzte Geld muss eine Rendite möglich sein, die mit langfristigen Geldanlagen bei Banken vergleichbar sind. Ein Mietendeckel verhindert das.

    • The Calif

      @Pico :

      Die Stellflächen und Anzahl der "Windräder" und Solarparks sind bereits über Flächennutzungspläne und Standortausweise reglementiert. Die kann man nicht einfach wild in die Landschaft bauen.



      Ein Landwirt kann sich aber überlegen, ob er eine Fläche für eine Windkraftanlage verpachtet, wenn man ihm dafür den Gewinn entzieht. Darum geht es.



      Außerdem sind die Landwirte doch regelmäßig am Jammern, dass ihnen "Die Regierung" Geld "wegnimmt".



      Also- nehmt eure Traktoren und ab zum Wirtschaftsministerium!

      • Pico

        @The Calif:

        Flächennutzungspläne werden doch ständig an den Erfordernissen angepasst. Gerade bei Solarparks. Bei Windräder entscheidet immer noch der Wind wo Anlagen sinnvoll sind. Aber darum geht es doch auch. Ein Landwirt oder Eigentümer von Ackerflächen verpachtet an jene die am meisten zahlen. Das heißt aber für Landwirte, die Flächen dazu pachten, um z.B. Lebensmittel oder Futter anzubauen, dass die diese Mondpreise nicht zahlen können. Früher sollten Solarparks dort entstehen, wo kein Anbau von Lebensmittel sinnvoll ist. Neben einer Autobahn sehe ich das noch ein, neben einer Bahnstrecke sehe ich keinen Sinn.

  • Nachtsonne

    Die Anzahl an interessanten Standorten für Windkraftanlagen ist begrenzt. Die der günstigen Wohnungen in Berlin ebenfalls. Allerdings kann man aus Berlin wegziehen falls man sich 8.24Euro pro Quadratmeter Kaltmiete nicht mehr leisten kann. Das funktioniert bei Windkraftstandorten eher nicht.

    • NormalNull

      @Nachtsonne:

      Sind 8,24€ pro Quadratmeter viel? Eine solche Kaltmiete bezahlt man anderswo für gepflegte und einigermaßen modern ausgestattet Wohnungen auch - in vielen Innenstadtbereichen werden es sicher noch ein paar Euro mehr. Und das liegt nicht an der Gier der Vermieter, sondern an den steigenden Kosten, die auch Vermieter zu spüren bekommen. Und natürlich wollen die Vermieter an ihren Wohnungen auch verdienen - weil sie Geld für ihren Lebensabends ansparen oder den Bau neuer Wohnungen finanzieren müssen.

      • Morrad Mo

        @NormalNull:

        Ich habe vor 11 Jahren in der Provinzmetropole Bielefeld genau 10€/qm bezahlt. Also nein, 8€irgendwas heute in Berlin ist geradezu lächerlich.

    • Herma Huhn

      @Nachtsonne:

      Man muss tatsächlich nicht nach Berlin hinziehen, wenn einem das zu teuer ist. Aber Menschen die dort schon immer gewohnt haben zu sagen, dann zieh doch weg, ist schon ziemlich zynisch. (Sag ich aus einer Gegend heraus, wo Mieten noch kein Problem sind)

      • *Sabine*

        @Herma Huhn:

        "Aber Menschen die dort schon immer gewohnt haben zu sagen, dann zieh doch weg, ist schon ziemlich zynisch."

        Ich finde das nicht "zynisch", sondern einfach pragmatisch. Lebensverhältnisse ändern sich, Prioritäten ändern sich und meiner Meinung nach gehört es zu einem, in welcher Weise auch immer, "gelungenem" Leben, sich ggf. anzupassen oder sich umzuorientieren. Ich lebte schon immer in Häusern und/oder Wohnungen, die mir manchmal mehr und manchmal weniger zusagten.

        Das Streben nach "für immer" mag menschlich sein, ist meiner Meinung nach aber auch verhängnisvoll ... besonders, wenn es "nur" ums Wohnen geht.

        Außerdem, wer hat dort "schon immer" gewohnt?Gesunden (auch mental) Menschen unter, nur mal so um eine Zahl zu nennen, 65 Jahren, ist ein Umzug meiner Meinung nach "fast immer" zuzumuten. Es ist ja nun nicht so, dass man in Deutschland nur in der Berliner Innenstadt wohnen könnte.

        Wenn Sie das zynisch finden, bedauere ich es wirklich, aber ich finde Pragmatismus hilfreich. Und ja, ein Umzug kann auch Nachteile mit sich bringen. Dann muss abgewogen werden.

      • Wombat

        @Herma Huhn:

        Die große Frage ist warum sich jeder das Leben im Zentrum einer Großstadt leisten können muss? Berlin ist im europäischen Vergleich immer noch billig, wird aber durch weiteren Zuzug immer teurer. Gebaut wird nicht weil es sich nicht lohnt und die Berliner es nicht wollen (Tempelhofer Feld) also wird es teuer. Und das ist doch gut so?

        • *Sabine*

          @Wombat:

          "Die große Frage ist warum sich jeder das Leben im Zentrum einer Großstadt leisten können muss?"

          Ich stelle mir öfter die Frage, weshalb sich so wenige Menschen darüber beschweren, nicht am Tegernsee wohnen zu können.

      • Zippism

        @Herma Huhn:

        Wieso eigentlich nicht? Genau dieser Ratschlag ist doch gesellschaftlich völlig akzeptiert, sobald es um andere Lebensbereiche geht. Wer wegen hoher Benzinpreise lange pendeln muss, bekommt schließlich auch gerne zu hören: „Dann zieh halt näher an den Arbeitsplatz“ oder „Nimm den ÖPNV“.

        Bei der Wohnung in Berlin wird aus demselben marktwirtschaftlichen Hinweis plötzlich „zynisch“. Offenbar ist „Dann zieh um“ nur dann ein legitimer Lösungsvorschlag, wenn es die eigene politische Argumentation nicht stört.

        • Herma Huhn

          @Zippism:

          Aus meiner politischen Perspektive heraus ist eine Arbeitspolitik, die Wegezeiten von zwei Stunden pro Strecke für "zumutbar" hält, durchaus ebenso zynisch. (Schon allein die Zeit, die hier verloren geht, da braucht es gar keine hohen Spritpreise oder schlechte ÖPNV Verbindungen.)



          Und selbst hier: "Nicht hinziehen" ist ein anderer Ratschlag als "wegziehen"

          • Zippism

            @Herma Huhn:

            Ob man irgendwo nicht hinzieht oder von dort wegzieht, ändert am Grundprinzip wenig: Aus dem Wunsch, an einem bestimmten Ort zu wohnen, entsteht kein Anspruch darauf, dort dauerhaft zu den eigenen Wunschkonditionen wohnen zu können.

            „Dann zieh um“ ist deshalb nicht automatisch zynischer als „Such dir einen Arbeitsplatz näher an deiner Wohnung“ oder „Fahr weniger Auto“. Natürlich kann man darüber diskutieren, wie zumutbar solche Veränderungen jeweils sind. Aber daraus folgt noch kein Anspruch darauf, dass der Staat bestimmte Wohnlagen für alle dauerhaft bezahlbar halten muss.

            Berlin wird durch steigende Mieten schließlich nicht unbewohnbar. Die Frage ist, wie knapper Wohnraum verteilt wird. Ein Mietendeckel beseitigt die Knappheit nicht, sondern hält den Preis künstlich niedrig und verlagert die Verteilung auf andere Kriterien. Davon profitieren dann nicht unbedingt diejenigen, die am dringendsten eine Wohnung suchen.

            • Herma Huhn

              @Zippism:

              Der entscheidende Unterschied ist, dass es bei einer Wohnung nicht nur um den Wohnraum ansich geht, den man überall finden könnte.



              Wohnraum ist untrennbar verbunden mit Nachbarschaft.



              Jemandem zu raten die eigene Nachbarschaft aufzugeben und seine sozialen Bindungen und Rückhalte aufzugeben, egal aus welchem Grund, ist daher etwas grundlegend anderes, als jemandem zu raten, in eine bestimmte Nachbarschaft, in der keine Bindungen existieren, nicht reinzuziehen.



              Die Gründe für die jeweiligen Ratschläge lasse ich bewusst außen vor, denn die ändern nichts daran, dass es sehr unterschiedliche Ratschläge sind.

        • Reinero66

          @Zippism:

          LieberbZippism, ich gehe in vielen ihrer Kommentaren dacore. Auch hier ergänzen möchte ich, dass für jedes ach so tolle Windkraftwerk ein Gaswerk bereitgestellt werden (Also böses). Davon ab, werden die Standorte auf 20Jahre vermietet, das steht in keinem Mietvertrag für eine Wohnung.

      • Wunderwelt

        @Herma Huhn:

        Mir fallen da noch ein paar andere Worte ein..aber ZYNISCH trifft es schon ganz gut.!!

  • Donald Duck

    Mir waren bisher nur jährliche Pachten in Höhe von bis zu 140 Tsd. € für Windräder bekannt. Es sollen jetzt sogar an besonders begehrten windstarken Standorten bis zu 400 Tsd € je Jahr gefordert werden. Nur für ein paar Quadratmeter Acker- oder Forstfläche!

    Dagegen gibt es nichts einzuwenden, wenn Stromkunden nicht gezwungen würden, über Abnahmeverpflichtungen zu garantierten Mindestpreisen diese Wucherpreise zu bezahlen.

    Wer über Grund und Boden oder Kapital verfügt, kann Dank fester Vergütungssätze und garantierter Einspeiseverpflichtung selbst bei Überproduktion von der Energiewende profitieren. Auch im Kleinen. Hausbesitzer können durch die Nutzung von selbst erzeugten Solarstrom ihre Kostenbeteiligung (über Netzentgelte je bezogener kWh) an der Energiewende reduzieren und günstig ihr gefördertes E-Auto laden.

    Mieter ohne Kapital werden nur an den Kosten der Energiewende beteiligt.

    Jedem Bürger sollte klar sein, das ohne das Eingreifen von Frau Reiche die deutsche Energiewende ein Umverteilungsystem von Arm zu Reich bleibt.

    Was wir zur Zeit In vielen Medien eshen, ist der intensive Widerstand einer Lobby, die nicht auf leicht verdientes Geld verzichten will.

    • Anders Heister

      @Donald Duck:

      Zwei Denkfehler:



      1. Es spielt für die Höhe der Einspeisevergütung überhaupt keine Rolle, wieviel Pacht der Betreiber eines Windrads bezahlt. Insofern bezahlen Stromkunden auch nicht für "diese Wucherpreise".



      2. Die erneuerbaren Energien wirken sich preisdämpfend auf den Strompreis aus. Dieser wäre sonst deutlich höher und volatiler. Dadurch profitiert praktisch jeder schon jetzt zumindest indirekt von der Energiewende, auch Mieter ohne Kapital.

      Und die These, dass Frau Reiche hier eingreift, um "ein Umverteilsystem von Arm zu Reich" zu beenden, ist so absurd, dass ich mich kurz gefragt habe, ob ihr Beitrag eventuell in einem Büro des BMWE verfasst wurde...

      • ZTUC

        @Anders Heister:

        1. Die Pacht orientiert sich am Ertrag.



        2. Eher sind die Preise durch EE volatile andernfalls würden sich Stromspeicher etc. ja nicht lohnen.

      • Donald Duck

        @Anders Heister:

        Leider spielt die Pacht eine teure Rolle. Glücklicherweise werden inzwischen die begrenzten Flächen für Windparks gegen Gebote vergeben. Der Bewerber, der die geringste Förderung je Kilowattstunde verlangt, erhält den Zuschlag.



        Eine jährliche Pacht von 140 Tsd € oder sogar 400 Tsd € muß von allen Bewerbern in ihr Angebot eingepreist werden. Hohe Pachtzahlungen heben das Angebotsniveau an, da sämtliche Bewerber ihre Angebote nicht weiter absenken können.

        Ich selbst war übrigens 20 Jahre an einem Windpark beteiligt, der 39 Cent je produzierte Kilowattstunde garantiert erhielt, während ich als Stromkunde selbst nur 12 Cent zahlte. Natürlich mußte ich mich als Stromkunde auch indirekt an der Förderung dieser Windräder beteiligen. Das ist aber nicht so schlimm, wenn auf der anderen Seite die Windräder einem mehr Geld in die Tasche schaufeln als man Netzentgelten zahlt.

        So lange die Kosten der Energiewende auf die bezogene Kilowattstunde umgelegt werden und nicht auf den Anschluß, kann der wohlhabendere Teil der Bevölkerung mit Eigenheim und eigener Solaranlage im Winter auf das teure Netz zugreifen gleichzeitg seine Kostenbeteiligung daran erheblich mindern.

    • Ingo Knito

      @Donald Duck:

      Achso, Frau Reiche geht es in ihren Reformen also um soziale Gerechtigkeit?



      Danke, ich habe lange nicht so herzhaft gelacht!

      • Donald Duck

        @Ingo Knito:

        Ich vermute Frau Reiche geht es als Wirtschaftsministerin vor allem um niedrige Strompreise.



        Angesichts der internationalen wirtschaftlichen Konkurrenz halte auch ich niedrige Strompreise für wichtig. Es ist natürlich richtig, daß die Wähler für die Kosten Ihrer Wahlentscheidungen aufkommen. Ich glaube nur, daß viele Wähler die Folgen noch nicht überblicken. Allein für den Umbau des deutschen Stromnetzes stehen noch aktueller Planung 500 bis 700 Milliarden Euro an Ausbaukosten an. Allein dafür müßten die deutschen Stromkunden über Netzentgelte und Steuern jährlich über 25 Euro an Zinsen aufbringen.



        Frau Reiche versucht, die zukünftigen Kosten, die sich an allen Ecken und Enden summieren zu drücken. Daß sich im Falle von Pachten Landbesitzer dagegen wehren, kann ich nachvollziehen. Für wohlhabende Bürger spielt der Anteil der Stromkosten an den Haushaltsausgaben keine große Rolle.



        Die Häme vieler Kommentare hier läßt darauf schließen, daß hier überwiegend wohlhabende Bürger schreiben oder, daß es in den deren Schulen zu wenig Wirtschaftskunde gab.

        • Ingo Knito

          @Donald Duck:

          Wären wir in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, würde ihre Argumentation halbwegs Sinn ergeben.



          Leider schreiben wir das Jahr 2026.

        • Donald Duck

          @Donald Duck:

          Korrektur: ... über 25 MRD Euro an Zinsen. Zzgl. 12 Mrd. Euro bei einer Abschreibung über 50 Jahre.

    • Jalella

      @Donald Duck:

      Eine wahrlich spannende Sichtweise. Reiche als Retterin der Energiewende und der armen Menschen.

    • Petros

      @Donald Duck:

      komischerweise hat bis jetzt jede Idee von Frau Reiche die Reichen reicher gemacht.

      • Josef 123

        @Petros:

        Zum Beispiel?