Bundestag beschließt neue Trasse: Schnellere Bahn zwischen Hamburg und Hannover
Das Parlament beschließt den Neubau der gut 100 Kilometer langen Strecke. Bis zur ersten Fahrt dürften allerdings noch viele Jahre vergehen.
Foto: Martin Bäuml/imago
Zwischen Hamburg und Hannover wird eine neue Bahnstrecke gebaut. Dafür hat sich an diesem Mittwoch der maßgebliche Verkehrsausschuss ausgesprochen, am Donnerstagabend sollte der Bundestag das Megaprojekt nur noch abnicken. Die neue Trasse war lange umstritten.
Es geht um einen 109 Kilometer langen Gleisweg zwischen Meckelfeld südlich Hamburgs und Hannover-Vinnhorst. Die Neubaustrecke ist 44 Kilometer kürzer als die aktuelle Gleisführung. „An der Neubaustrecke können Halte für schnelle Regionalverkehrsverbindungen entstehen“, betont Matthias Gast, Obmann für Bahnpolitik bei den Grünen. Damit entstehe ein regionaler Nutzen für die Bevölkerung.
Reisezeit von nur noch 63 Minuten
Außerdem empfiehlt der Ausschuss eine Ertüchtigung der bestehenden Trasse bis zum Jahr 2034. Die bisherige Bestandsstrecke ist nicht nur länger, sondern auch chronisch überlastet. Laut Fahrgastverband Pro Bahn lag die Auslastung 2023 bei 147 Prozent der betrieblich zulässigen Werte.
Vom Neubau erhofft sich der Verband eine Reisezeit von nur 63 Minuten zischen beiden Städten sowie zusätzliche Angebote. Hoffnungen hegt auch die Seewirtschaft. Der Korridor ist für die Hinterlandanbindung der Häfen wichtig. Funktioniere sie nicht, funktioniere ein erheblicher Teil der Ex- und Importlogistik nicht, mahnte der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe bei einer Anhörung im Ausschuss.
Bis die Bagger rollen und bis der erste Zug auf der Neubaustrecke unterwegs sein wird, ziehen noch viele Jahre ins Land. „Der Bundestag muss nun rasch für die Finanzierung der weiteren Planungskosten sorgen“, fordert Gastel. Mit der Eröffnung der Neubaustrecke rechnen die Fachleute erst für Mitte des Jahrhunderts.
Kritik aus den betroffenen Regionen
Die Kosten werden derzeit auf 14 Milliarden Euro geschätzt. Erfahrungen aus anderen Großprojekten lassen Zweifel aufkommen, ob es dabei bleiben wird. Eigentlich sollte ein erster Fortschritt mit der Sanierung des bestehenden Korridors im Jahr 2029 erzielt werden. Doch die Bahn prüft das Konzept zu den mit einer Totalsperrung einhergehenden Arbeiten an ganzen Trassen derzeit – und speckt ab. Daher ist laut Verkehrsstaatssekretär Ulrich Lange (CSU) noch keine Entscheidung darüber gefallen, wann welche Korridore saniert werden.
Im gerade vorgestellten Infraplan für die kommenden fünf Jahre sind die Generalsanierungen bis zur Entscheidung über das weitere Vorgehen auch nicht enthalten. Kritik für die neue Trassenführung gab und gibt es vor allem aus den betroffenen Regionen. Dabei geht es um Eingriffe in die Natur und in Siedlungsflächen, aber auch um zusätzliche Haltestellen und den Lärmschutz. Bis zuletzt wurde um Verbesserungen aus Sicht des Landes und der Kommunen gerungen.
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