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Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Der Wohlfühlwahlkampf der AfD

Gastkommentar von

Johannes Hillje

Die AfD weiß, wie man Wähler gewinnt: mit Positivität. Sie verkauft ihre radikale Agenda ohne Radikalität und schafft so eine emotionale Bindung.

U lrich Siegmund ist ein Geschenk für die AfD. Lange Zeit fehlte der Partei eine charismatische Person. Weidel ist zu wütend, Chrupalla zu blass, Höcke zu böse. Insgesamt war die Parteikommunikation vergangener Jahre von düsteren Botschaften und Untergangsrhetorik geprägt. Die Wahlkampagnen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind anders. Eine positive Tonalität und hell-warme Ästhetik überstrahlt die menschenverachtende Ideologie. Dieser strategische Kurswechsel deutete sich schon 2024 im Thüringer Wahlkampf an. Der damalige Claim „Der Osten machts“ sollte eine gemeinsame Gewinneridentität schaffen, Höcke inszenierte sich damals schon mit Simson-Ausfahrten. Aber Höcke ist eben Höcke – zu viele Menschen wollten ihn nicht als Ministerpräsidenten haben. Siegmund ist deutlich populärer, anschlussfähig bis tief in die Mitte.

Es muss auf sein neonazistische Umfeld verwiesen werden, weil man den Typ Schwiegersohn mit Dauergrinsen selbst nicht zu fassen bekommt. Sein Kampagnenslogan lautet „Alles ist möglich“, die Plakate sind mit einem KI-generierten Sonnenaufgang als Hintergrund gestaltet, darauf Botschaften wie „Wieder normal leben“, „Wieder sagen, was man denkt“, „Das Land retten“ oder „Die besten Schulen der Welt“. Wobei man gleichzeitig die Abschaffung der Schulpflicht (genannt „Schulzwang“) fordert. Das Wahlprogramm beschreibt nichts weniger als den Umbau Sachsen-Anhalts hin zu einer illiberalen Enklave innerhalb Deutschlands: Moderne Familienmodelle werden abgelehnt, Bürger mit Behinderung abgewertet und „kulturfremde“ Mitmenschen weitestgehend verbannt.

Johannes Hillje

ist Kommunikationswissenschaftler, Politikberater und Autor zahlreicher Bücher.

Siegmund vertritt diese radikale Agenda, aber tritt nicht radikal auf. Im Gegenteil, er hüllt die radikalen Positionen in persönliche Geschmeidigkeit, demonstrative Freundlichkeit und geübte Relativierung – alles sei nur „gesunder Menschenverstand“. Inhalte spielen bei seinen Auftritten eh kaum eine Rolle, die Verpackung macht das Produkt. Sie lässt sich längst nicht mehr als Selbstverharmlosung abtun, sie ist völkischer Visionismus. Siegmund ist damit der Prototyp des Feel-Good-Rechtsradikalen. Seine Auftritte sind dynamisch, seine gute Laune ist ansteckend und seine Worte sind motivierend.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

In Mecklenburg-Vorpommern hat Leif-Erik Holm nicht dieselbe Strahlkraft, ist aber als ehemaliger Radiomoderator in der Region bekannt und beliebter als der durchschnittliche AfD-Kandidat. Mit Siegmunds Social-Media-Reichweite kann Holm nicht mithalten. Die Clips auf Siegmunds Kanälen, produziert von der rechtsextremen Propagandaagentur Filmkunstkollektiv, schaffen eine moderne Bewegungsästhetik, vermitteln Gemeinschaft, Stärke und Aufbruch. Die positive Bildsprache ist nur ein Element des AfD-Wohlfühlwahlkampfes.

Wetten, die Demokratie gewinnt? ​

Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz berichtet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier.

Hinzu kommt die Eventisierung. Die Veranstaltungen heißen „Familien-“, „Bürger-“ oder „Sommerfest“, neuerdings auch „Heimatrausch“. Meist gibt es Musik, Bratwurst, Bier, manchmal Popcorn. Und natürlich den Motivator Siegmund, der sich mit Selfies in den Smartphones unzähliger Anhänger einnistet. Die selbstermächtigende Botschaft lautet nicht mehr nur, dass man „unser Land retten“ werde, sondern Vorhut einer vermeintlichen Demokratiebewegung sei, ausgehend von Ostdeutschland die gesamte Bundesrepublik quasi redemokratisieren werde. Durch Remigrieren und Redemokratisieren in die gute alte Zeit zurück. Siegmund und Holm versprechen beide: „Wir werden Geschichte schreiben.“ Damit gelingt es der AfD, ihre demokratiefeindliche Ideologie zu euphorisieren, ästhetisieren und eventisieren. Doch die AfD präsentiert eben nicht nur sich selbst in einem positiven Licht, sondern macht auch ihre Wählerinnen und Wähler zum Teil dieser Gemeinschaft von Stolz und Zuversicht.

Was in Sachsen-Anhalt derzeit erprobt wird, soll perspektivisch im ganzen Land ausgerollt werden: Laut einem internen Strategiepapier der Bundestagsfraktion will sie mit Blick auf ihre Kernwähler „ein positives Bild dieser Gruppe entwerfen, beispielsweise Arbeiterschaft als eigentliche Leistungsträger, Ostdeutsche als Avantgarde von Demokratie und Freiheit, Landbevölkerung als Träger guter traditioneller Werte, junge Deutsche als Hoffnungsträger einer besseren Zukunft“. Ziel: „Daraus soll ein gemeinsames Zielimage der AfD als freiheitlich-konservative Volkspartei entwickelt werden, das eine Klammer um ihre Wählerkoalition legt.“

Diese emotionale Bindung ist so kraftvoll, dass sie materielle Interessen locker übertrumpfen kann

Strategie der Partei ist das eine, Wirkung bei der Zielgruppe etwas anderes. Daten der Konrad-Adenauer-Stiftung zeigen, dass die Wählerinnen und Wähler der AfD tatsächlich Hoffnung mit der Partei verbinden. Interessant ist dabei die intensive Ausprägung der AfD-Hoffnung: Bei Vergleichen von Hoffnungswerten kommt die AfD auf den höchsten Wert. Sie ist Hoffnungsträgerin für ihre Anhängerschaft, Gegenentwurf zur Ohnmacht der anderen, kurz: Sehnsuchtsort. Diese emotionale Bindung ist so kraftvoll, dass sie materielle Interessen locker übertrumpfen kann. Es gibt reihenweise Studien, die für die Steuer-, Sozial-, Klima- und Wirtschaftspolitik centgenau nachrechnen, wie viel die AfD-Wählenden weniger im Geldbeutel haben, sollte das Programm ihrer Partei umgesetzt werden. Subtext solcher Studien: „Wie dumm kann man eigentlich sein?“ Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung nannte eine solche Studie „Das AfD-Paradox“.

Paradox wäre das Wahlverhalten allerdings nur, wenn die AfD-Wählenden nach rein ökonomischem Nutzen wählen und vollständig informiert sind. Beides muss bezweifelt werden. Denn so verhalten sich die Wählerinnen und Wähler anderer Parteien auch nicht. Kulturelle Themen sind den AfD-Anhängern ohnehin wichtiger als die ökonomischen, und die AfD verwebt in ihrem Kulturkampf beide Felder miteinander. Am Ende dürfte sie vor allem die emotionale Aufwertung anlocken. Das Identitätsangebot ist die Rationalisierungsvorlage für eine Wahlentscheidung, die nach anderen Kriterien irrational sein mag.

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Demnächst erscheint zum Thema im Dietz-Verlag die komplett überarbeitete Neuausgabe des Buchs von Johannes Hillje „Propaganda 4.0 – Wie rechte Populisten Brandmauern einreißen“.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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52 Kommentare

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  • Land of plenty

    Sehr guter Text! Löst das Rätsel, das Paradox.



    Der ewig unzufriedene, motzende Nichtabgewanderte gerät in Euphorie im Erlebnis der Deutsch-Nestwärme, im kollektiven Narzissmus, Heimatrausch.



    Diese emotionale Bindung ist so kraftvoll, dass sie materielle Interessen locker übertrumpfen kann.

  • Land of plenty

    Sehr guter Text!



    Löst das Rätsel, beantwortet das Paradox.



    Der unzufriedene, motzende, empörte Nichtabgewanderte gerät bei dieser Deutsch-Nestwärme in Euphorie, Sauna, Swingerclub, Heimatrausch.

  • Klabauta

    Die Frage ist: was machen die jetzt noch AfD Wählenden, wenn sie feststellen, dass ihr Kaiser nackt ist?

    • Land of plenty

      @Klabauta:

      Das werden sie dann ignorieren, weil die Euphorie stärker ist. Die Nestwärme - Wir sind es - ist das was zusammenhält. Da gibts keinen nackten Kaiser.

  • Lieselotte Schellong

    Es fehlt nur noch "Kraft durch Freude" !



    Die AfD Propagandisten haben sich die NSDAP Masche genau angeschaut, Meine Mutter Jg 1920 erzählte, wie in der Schule ab 33 so eine Aufbruchsstimmung erzeugt wurde, Für die Jugendlichen wurden Fahrten organisiert, schmissige Lieder gesungen, wie der Führer sie in eine wunderbare Zukunft fühten würde, das deutsche Volk... zuhause war zu der Zeit alles ziemlich mies, aber die strahlende Zukunft...

    • Wunderwelt

      @Lieselotte Schellong:

      Ganz ähnlich hat mein Vater Jg 1921 das auch geschildert.

      Es war wie ein Rausch. 12 Jahre später war der Rausch dann vorbei..







      Es ist furchtbar, was sich da jetzt zu wiederholen scheint.



      Und noch schlimmer ist, daß niemand die zu Grunde liegende psychologische Dynamik sieht..oder sehen will..

  • Wunderwelt

    Klingt irgendwie alles nach einer art Massenpsychose oder vielleicht besser: Rausch.







    Offenbar können sich auch gestandene Professoren der Wirkung von Kandidat und Kampagne nicht entziehen (siehe Phoenix Diskussion vom 31.8). Auch der Autor dieses Artikels scheint mit Formulierungen wie: "Diese emotionale Bindung ist so kraftvoll/" in den Bann des Kandidaten geraten zu sein.







    Aber ganz offensichtlich sind viele afd Wählerinnen in eine art Rausch geraten, wenn sie nicht mehr erkennen, daß in der schönen Verpackung das genaue Gegenteil ihrer vitalen Interessen verborgen ist.







    Das alles erinnert auf fatale Weise an den Beginn der Machtübernahme durch Hitler und die NSDAP. Auch damals ging eine riesige Begeisterungswelle durchs Land. 12 Jahre später war der Rausch dann vorbei.







    Wobei unzweifelhaft feststeht, daß insbesondere Hitler tatsächlich auf berauschende Substanzen (harte Drogen) zurück gegriffen hat.







    Das Thema der charismatisierenden Wirkung bestimmter Drogen, gerade im Zusammenhang mit Rechtsextremismus, gehört weit mehr in den Fokus.







    Immerhin gibt es mit Uruguay bereits ein Land in dem alle Parlamentarier sich regelmäßigen Drogenscreens unterziehen müssen..

  • Astrid Sehnefeld

    "Bei Vergleichen von Hoffnungswerten kommt die AfD auf den höchsten Wert. Sie ist Hoffnungsträgerin für ihre Anhängerschaft, Gegenentwurf zur Ohnmacht der anderen, kurz: Sehnsuchtsort"



    Erzähle ich hier seit langem, glaubt mir keiner. Stattdessen wird 'der Ossi' als Idiot angesehen, der nicht weiß was er wählt ODER als stramm rechtsradikal.



    Dass man die AfD aus Hoffnung wählt, kann sich hier immer keiner vorstellen.



    Dabei sind alle Versprechen der AfD positiv. Während Linke und Grüne mit Entbehrungen/Verzicht fürs Klima 'werben' und die Union mehr Fleiß und Arbeitsleistung fordert und glaubt damit Wähler begeistern zu können, wirbt die AfD ausschließlich mit Verbesserungen.



    Beispiel: Remigration. Das Versprechen dahinter: durch Abschieben von allen Straftätern und allen Geduldeten und allen ausländischen Transferbeziehern wird zum einen die Sicherheit erhöht, da diese überrepräsentierten Gruppen entfernt werden und gleichzeitig ist so mehr Geld für Deutsche vorhanden.



    Selbiges bei dem Versprechen jegliche Entwicklungshilfe zu streichen - kein Geld mehr für Ausländer, alles für Deutsche.



    Heilsversprechen locken immer sehr in Zeiten von steigenden Kosten.



    Einfache Lösungen auch🤷

    • nihilist

      @Astrid Sehnefeld:

      Hoffnung und Idiotie sind oft nicht so einfach voneinander zu trennen.



      Was ist denn der Vorschlag an die anderen Parteien? Auch das Paradies auf Erden versprechen und Fundamentalopposition?

  • Janix

    Auch die linke Seite wählt doch nicht automatisch rational. Nach Steuergesetzgebung müssten zwar fast alle links wählen, ok. Doch auch links wird eine "Wagenburg" gerne bedient, wir gegen die, etc. etc.

    Die AfD ist aber ein Sonderfall: Einerseits ständiges diffuses wie erlogenes "Deutschland, Deutschland, alles ist vorbei", und jetzt mal das, was alle fürchteten: ein Haideroider mit PR-Training und ohne Höckes Pockennarbengesicht in Deutschland. Der auf Seifenverkäufer macht, machen kann.

    Lasst uns aber danach wieder politisch diskutieren, echte Alternativen gegenüberstellen - es gibt auch eine Welt und Wählerschaft außerhalb der blauen Tonne.

  • Auweiowei

    Die beiden Titelbilder zu "Der Wohlfühlwahlkampf..." sowie "Der Sunnyboy.." gehen mir nicht so leicht aus dem Kopf:



    Auf dem einen die Des-informierten - auf dem anderen die Uni-formierten.

  • Walter Bald

    Meines Erachtens zieht nicht die AfD Wähler an, sondern stoßen die anderen Parteien Wähler ab.

    • Janix

      @Walter Bald:

      Viel versprechen und wenig über die Beschränkungen aufklären und auch nicht für das Richtige werben:



      Mit dem Rezept gewann die SPD 1976 (Rente), die CDU/CSU 1990 (Einigungskosten) und 2025 (Schuldenbremse).



      Das ist nicht gesund.

      Aber keine Ausrede, sich nicht eine der vielen anderen Alternativen herauszusuchen im Stimmlokal. Mindestens die Linken hätte man, die sind nach 37 Jahren aus der SED herausgewachsen.

    • Desdur Nahe

      @Walter Bald:

      Und das wird auch weiterhin passieren. Ich bin ungerne Pessimist, aber ich sehe da keine Trendumkehr. Warum das so ist?



      Weil sich insbesondere der linke Teil der Bevölkerung beharrlich weigert, die eigenen Vorurteile zu hinterfragen. Jemand, der AfD wählt, kann nur perspektivlos und abgehängt sein. Ergo: Mehr Geld in den Sozialetat, und schon kommen die Wählenden zurück. Hat aber die letzten Jahre nicht geklappt. Warum das so ist?



      Mehrere Studien (ganz aktuell Universität des Saarlandes in PLOS One) zeigen: Ein geringes Einkommen, niedrige Bildung oder eine gefühlte wirtschaftliche Benachteiligung spielen kaum eine Rolle, bis zu 90% (!) der Wahlentscheidungen gehen auf das Thema Migration zurück.



      Es ist absurd: Dauernd wird gesagt, dass die AfD eigentlich fast keine Inhalte hat, ausser gegen Migration zu sein. Gleichzeitig wird dann aber ignoriert und abgestritten, dass die Wählenden genau deshalb die AfD wählen würden. Da traut sich aber niemand ran, schon kleinste Vorstöße durch z. B. die CDU werden angeprangert. Und damit freie Fahrt für die AfD.



      Die Migrationspolitik wird sich ändern. Entweder "wir" machen das, oder die AfD wird es nach ihren Regeln machen.

      • Sonderzeichen

        @Desdur Nahe:

        Dass die Leute Wahlentscheidungen wegen des Themas Migration treffen zweifle ich nicht an.



        Das Thema selbst ist aber völlig überhöht. Nur weil "die Leute" denken, das wäre eines der wichtigsten Themen unseres Landes, nur weil es in Social-Media und Talkshows gepush gepush gepusht wird und ein Triggerthema ist, heißt es noch lange nicht, dass es wirklich wichtig ist. Es wird wichtig GEMACHT.



        Deswegen gewinnt die AfD mit diesem Thema. Weil es ein GEFÜHLSthema ist, und kein VERNUNFTthema.



        Tatsächlich bräuchten wir aber: vernünftige Politik.



        Unter anderem zu dieser "Talkshow-Demokratie" habe ich vorhin ein interessantes Interview mit einer Politologin gelesen, in der dieses und andere Phänomene angesprochen werden. Zu finden hier:

        www.t-online.de/na...ge-verkaufen-.html

        Ich hoffe der Link wird nicht entfernt.

      • Abdurchdiemitte

        @Desdur Nahe:

        Meine Argumente hat zwar schon @Wanderin in ihrem Kommentar genannt - wie ich gerade erst festgestellt habe - trotzdem können sie nicht oft genug wiederholt werden.



        Und zwar so oft, bis es der letzte AfD-Wähler im hintersten Winkel Sachsen-Anhalts (und anderswo) verstanden hat.

      • Abdurchdiemitte

        @Desdur Nahe:

        Wer wollte ernsthaft bestreiten, dass wir eine geregelte Einwanderung benötigen?



        Eine durchdachte Migrationspolitik mit gezielter Anwerbung von Arbeitskräften, zugleich aber auch nachhaltigen, lohnenswerten Integrationsperspektiven - so, wie sie die klassischen Einwanderungsländer wie selbstverständlich praktizieren - ist hierzulande allerdings Fehlanzeige. Insofern liegen sowohl die Open Border-Fraktion als auch die Befürworter eines schroffen Abschiebe- und Abschottungskurses daneben. Nur dass erstere sich im Rückzug befinden, zweiteres inzwischen zur offiziellen Regierungspolitik geworden ist, quasi in Vorwegnahme einer Koalition, an der die AfD beteiligt ist.



        So unstrittig gesteuerte Zuwanderung eigentlich sein sollte, desto mehr Konsens sollte die Akzeptanz dessen sein, dass Deutschland inzwischen längst zu einer Migrationsgesellschaft geworden ist.



        Aber: wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Dennoch ist die Anwerbung weiterer Arbeitskräfte - und nicht Abschottung und Abschiebungen (!) - überlebensnotwendig, um angesichts der Überalterung unserer Gesellschaft die gesundheitliche Versorgung und auch unser Rentensystem weiterhin zu erhalten..

      • Wanderin

        @Desdur Nahe:

        Wir brauchen mehr Migration, um das Schneeballsystem Rentenkasse zu füttern, da wir in einer überalterten Gesellschaft leben. Wer dazu nein schreit, dem schlage ich die Alternative vor: wir lassen das Rentensystem ganz einfach kollabieren und stellen für alle, die dabei unter die Räder kommen, die nicht ganz freiwillige "Wahl" der Sterbehilfe zur Verfügung.

        Diese Alternative gefällt auch nicht? Ja was denn nun? Gebärpflicht für 'biodeutsche' Frauen? Welche grandiosen Alternativen schlagen Sie denn vor?

        • Tazilo

          @Wanderin:

          Wenn wir Einwanderung brauchen, dann anpassungsfähige und in den Arbeitsmarkt vermittelbare, wie es bei der im Schnitt jährlich sechsstelligen Einwanderung aus anderen EU Ländern meist der Fall ist. Die massenhafte Einwanderung über das hierfür nicht ausgelegte Asylsystem leistet das in der Summe nicht oder unzureichend und kostet unter dem Strich. Zudem führt sie zu kulturellen Verwerfungen, Entfremdungsgefühlen und Problemen, die von Teilen der Linkswählenden konsequent geleugnet werden. Auch ist Einwanderung in großem Maßstab nicht „nachhaltig“ und nicht alternativlos, wie sich am Beispiel Ostasiens zeigt, das mit ähnlichen demographischen Problemen kämpft. Das kann allerdings bedeuten, dass wir länger und mehr arbeiten und ein kinderfreundlicheres Land werden müssen. Zudem dürfte die technologische Revolution durch KI und Robotik zahlreiche Arbeitskräfte ersetzen und die Produktivität steigern. Man sollte akzeptieren, dass Einwanderung jedenfalls für viele Mitbürger ein sensibles Thema ist und „no borders, no nations“ keine mehrheitsfähige Parole ist.

        • Wanderin

          @Wanderin:

          *alternden statt überalterten

    • Tian

      @Walter Bald:

      Auf den Punkt, Chapeau!

  • Don Geraldo

    Was ist denn schlecht daran, Optimismus auszustrahlen und positive Stimmung zu verbreiten ?



    So hat Gerhard Schröder Helmut Kohl nach dessen bleiernen letzten Jahren aus dem Amt gefegt.



    Auch Angela Merkel oder Joschka Fischer haben sich bei Wählkämpfen nicht groß mit Inhalten aufgehalten.

    Mit verbitterten alten Männern wie Merz oder farblosen Apparatschiks wie Klingbeil ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Und die sind noch das Beste, was die jeweiligen Parteien zu bieten haben.

    • Oma

      @Don Geraldo:

      Günther und Wüst würde ich für wesentlich besser als die totale Fehlbesetzung Merz halten.

  • Bussard

    "...mit Blick auf ihre Kernwähler „ein positives Bild dieser Gruppe entwerfen, beispielsweise Arbeiterschaft als eigentliche Leistungsträger,..."

    Stimmt ja auch so im weiteren Sinne. Und warum bitteschön lassen SPD, Linke und, ja, auch die Grünen, die AFD diesen Aspekt so beackern, ohne da selber voran zu gehen? Warum schaffen es fue selbsternannten Arbeiterparteien nicht, die Arbeitenden in diesem Land emotional abzuholen und ihnen in ihrer Sprache zu erklären, warum es wichtig ist als Lohnabhängiger, links zu wählen?

    • Blutsbruder WinnePuh

      @Bussard:

      Ganz einfach, weil die "Volksparteien", im laufe der Jahrzehnte zu Beamten- und Netzwerksparteien ohne Inhalte verkommen sind. Als Beamter brauchst du ein Parteibuch, wenn du über gewisse Stufen hinaus aufsteigen willst. Bsp.: Unser OB hat vor seiner Wahl ausschließlich in der Stadtverwaltung gearbeitet, Klingbeil ist das beste Beispiel, schon während des Studiums für Spd gearbeitet und dann Schwupps ab in den Bundestag, nie einen Tag außerhalb der SPD angestellt gewesen (Parteisoldaten sind Beamte in allen Aspekten bis auf den Status) , usw., usf.. Daraus resultierend der Unternehmerflügel, der hofft (vor allem auf lokaler Ebene gut zu beobachten) Einfluß auf Entscheidungen und Vorteile bei Auftragsvergabe zu erhalten. Und diese beiden Flügel machen halt Politik für sich selbst und vor den Wahlen wird mal fix auf Umfragen geschaut, was das Volk bewegt, um nach den Wahlen durch Sachzwänge begründet auf seine eigenen Versprechen zu scheissen. Zieht sich von Schröders Agenda 2010 bis zu Merz "Schuldenbremse" durch. Lange Rede, kurzer Sinn, sie können es nicht weil sie diese Sprache ke(ö)nnen und auch nur mal kurz bei einem Betriebsbesuch hören, wenn sie ein Foto mit Arbeiter schießen

  • ja wirklich?

    Diese Gefühlsverpackung für Politik, für un-menschliche Politik durch den Abgrund für Deutschland ist gruselig. Ähnlich gruselig wie die anschmachtenden Blicke vieler Frauen auf Hitler, die man auf Fotos aus der Nazizeit sehen kann. Mir ist das alles unbegreiflich, wie man "Hoffnung" mit dieser Partei verbinden kann. - Schade, dass die CDU durch unsoiale Politik viele Menschen dahin treibt, nur noch mit "Hoffnung" auf die Ausgrenzer irgendwohin zu kommen.

  • Ricky-13

    taz: *... wie viel die AfD-Wählenden weniger im Geldbeutel haben, sollte das Programm ihrer Partei umgesetzt werden.*

    Da die meisten AfD-Wähler keine Parteiprogramme lesen, sondern nur das hören was der "fesche Sigmund" in Interviews und auf Wahlveranstaltungen sagt - aber Worte sind ja bekanntlich nur "Schall und Rauch" - werden sie das erst begreifen, wenn es schon zu spät ist.

    Dann kommt noch hinzu, dass Friedrich Merz mit seiner unsozialen Politik immer mehr Menschen in die Arme der AfD treibt, denn viele abgehängte Bürger wählen auch aus reiner Wut eine "Alternative", die allerdings alles andere als eine Alternative für sie ist.

    Merz hätte niemals Kanzler werden dürfen, denn er spaltet die Gesellschaft immer mehr durch seine unsoziale BlackRock-Politik, die nur für die Reichen und auch die Rechten von Vorteil ist.

    • mumba

      @Ricky-13:

      Nach der kommenden Steuerreform werden sehr wenige Menschen mehr Geld, aber sehr viele weniger im Portemonnaie haben.

    • Alex_der_Wunderer

      @Ricky-13:

      @ Ricky-13



      Was würden denn Sie davon halten, wenn die Wähler nicht nur ein Kreuzchen auf dem Wahlzettel malen müssten, sondern noch zwei oder drei Sätze mit einer Begründung dazu schreiben müssten, warum sie diese oder jene Partei für sich ganz persönlich, als am geeigneten sehen, ihre Interessen zu vertreten ?

      • Volker Racho

        @Alex_der_Wunderer:

        Dann bin ich richtig gespannt auf ihren Vorschlag wer das nach welchen Kriterien bewertet.

      • Ricky-13

        @Alex_der_Wunderer:

        Dann wären wir ja in einer echten Demokratie, wo der Bürger mitdenken und Vorschläge für eine 'noch bessere Demokratie' einbringen soll. Deutschland ist zwar eine parlamentarische, repräsentative und föderale Demokratie, in der die Staatsgewalt vom Volke ausgeht, aber wenn das Volk sich lieber wie vor 200 Jahren "regieren lässt", als seine Volkssouveränität endlich mal einzufordern, dann kommt eben so etwas wie jetzt dabei heraus.

        Die einen machen ihr Kreuz bei der Partei, die sie schon immer gewählt haben (ohne mal darüber nachzudenken, ob diese Partei überhaupt noch ihre Interessen vertritt) und die anderen haben gar keine Lust mehr zu wählen oder wählen eine rechte Partei, weil sie kein Vertrauen mehr zu unserer Demokratie haben und sich nur noch verarscht vorkommen. So sieht es leider in diesem Land jetzt aus.

  • Andreas_2020

    Die AfD arbeitet mit Gefühlen. Alles wird emotionalisiert und es werden Gefühle zielgerichtet angesprochen und aktiviert.



    Auf der rational-sachlichen Ebene wäre die AfD im Grunde genommen regelrecht lächerlich, eigentlich versprechen sie einen Sack voller Lügen.



    Und so läuft das auch ab, in Interviews, in Reden, es wird einfach so getan, als ob, es wird versprochen, es wird gefordert.



    Wenn 2026 so viele Menschen auf Rhethorik und Propaganda reinfallen, ist das ein Warnschuss, wo sich unsere Gesellschaft befindet.

    • Desdur Nahe

      @Andreas_2020:

      Natürlich arbeitet die AfD mit Gefühlen. Das macht jede/r, der erfolgreich sein möchte, von der Werbeindustrie über Parteien bis in zwischenmenschliche Beziehungen.



      Parteien versprechen immer viel, ein Politiker sagte sogar mal sinngemäß, dass es unfair sei, Parteien an den Aussagen vor einer Wahl zu messen.



      Jede Partei muss ihr emotionales Thema finden, bei den Grünen war es die Atomkraft, bei den Linken ist der Wohnungsmarkt eines der Themen. Natürlich müsste allen klar sein, dass Enteignungen keinen neuen Wohnraum schaffen, also "im Grunde genommen regelrecht lächerlich" sind. Aber: Es interessiert niemanden. Emotionen wirken stärker als das Rationale.



      Und auch andere Parteien organisieren Feste mit Musik und Bratwurst.



      Besonders ist allerdings das stark positive Setting. In Zeiten von Arbeitsplatzabbau, Klimaweltuntergangsszenarien und den Aussagen anderer Parteien, was alles Schlimmes passieren wird, wenn die AfD die Macht ergreifen wird, hat die AfD hier eine Möglichkeit, den Menschen Hoffnung zu geben.



      Und natürlich ist die Verpackung das Produkt: Habeck am Küchentisch war die gleiche Strategie. Natürlich kopiert die AfD das. Es ist gefährlich, die AfD für dumm zu halten!

  • Thriss

    Das sind ja wahrscheinlich alles keinen neuen Erkenntnisse oder neu entwickelte Strategien der AfD. Die Frage deren Antwort mich interessieren würde und die hier nicht beantwortet wird: Warum verfängt diese Strategie bei der AfD und bei anderen Parteien nicht? Was haben linke Parteien falsch gemacht?

    • Altbayer

      @Thriss:

      Die "Linken" belehren andauernd anstatt an den grundsätzlichen Mängeln zu arbeiten:

      - Einer brauchbaren Familienpolitik, die man sich auch leisten kann. (SPD)

      - Einer Politik die auf die Ökologie abzielt ( Grüne )



      Einer übertriebenen Zuwanderung nur auf Quote ( 500 Zuzöglinge in einem Ort mit 1500 Einwanderern - ihr macht dass jetzt, kommt immer toll! )



      Busspuren, die für Radwege geopfert werden.



      Sinnlosigkeiten wie Waffenverbotszonen. ( SPD + Grün, von der SPD da besonders enttäuscht )



      Drogenräume

      - Vertretbare Linke Politik, die sich erst einmal dem Inland widmet und nicht dem Ausland ( Linke )

      Es ist bedauerlich aber wahr: Die ÖDP gilt als der CSU nah.



      Sie hatten aber so eine ökologische Politik, dass sich Frau Muttern recht früh von den Grünen abwandte, und der ÖDP zu. Obwohl wir "rot" sind.

    • Desdur Nahe

      @Thriss:

      Wieso falsch? Klappt doch:



      Vor knapp 2 Jahren lag die Linke in Berlin etwas über 5%, dank Heidi und Co. werden sie demnächst stärkste Kraft.

    • Axel Schäfer

      @Thriss:

      Dieser vorgegaukelte Positivismus sagt dem Wahlvolk (egal wie doof und daneben es ist), ihr seid die Normalen, die Macher, die Elite und wir führen euch ins Paradies.



      Die Linke tut sich da schwer so dreist rum zu lügen und möchte ja alle zu besseren Menschen machen und wenn man sich ändern soll hat man darauf weniger Lust und nur die die Notwendigkeit der Veränderung selbst sehen machen da ihr Kreuz.

  • Kaboom

    Die Schlussfolgerung dürfte dieselbe sein, die auch schon für MAGA und die Brexiteers zutraf:

    Fakten dringen nicht bis in die AfD-Bubble vor. Also ist das Zerstören der Luftschlösser, die von der Agitprop und Desinformation der AfD gebaut wurden, nur durch die AfD selbst möglich. Und das ist eine ziemlich üble Erkenntnis.

  • Totti

    Nein, mit "Positivismus" lassen sich keine Wahlen gewinnen. Der Begriff ist ideengeschichtlich bereits vergeben und hat nichts mit positiv denken oder Dauergrinsen zu tun...

    "Wohlfühlwahlkampf" trifft's schon besser, aber den machen andere Parteien auch - oder versuchen es zumindest.

    • Vigoleis

      @Totti:

      Danke für die semantische Fingerübung.



      "...den machen andere Parteien auch". Es gibt nichts anderes. Man möge mir einmal die Partei zeigen, die versuchte, mit einem grundehrlichen "Blut, Schweiß und Tränen"-Wahlkampf eine Wahl zu gewinnen.

      • Totti

        @Vigoleis:

        Danke auch. Der "Positivismus" wurde mittlerweile durch "Positivität" ersetzt... Damit lassen sich in der Tat Wahlen gewinnen. So richtig, so banal.

  • Abdurchdiemitte

    War es nicht klar wie Kloßbrühe, dass eines Tages bei der AfD die charismatische Persönlichkeit auf der Bildfläche erscheint, der einen farblosen MP wie Schulze in SAH locker an die Wand spielt?



    Sollte Siegmund sein Ziel erreichen, für die AfD die absolute parlamentarische Mehrheit zu erringen, steht er auf Bundesebene wahrscheinlich sofort für eine Spitzenposition in den Startloechern. Aber auch ein Ergebnis von 40% ohne parlamentarische Mehrheit kann er schon als einen fulminanten Sieg für die AfD verbuchen.



    Und wer wird dann dran glauben müssen an der Parteispitze? Chrupalla oder Weidel? Vorerst allerdings wird man auf interne Macht- und Grabenkämpfe verzichten, um den weiteren Siegeszug nicht zu gefährden.



    Aber die Nacht der langen Messer wird kommen, das gegenseitige ‚Abmurksen‘ (nicht nur das der politischen Gegner) hat schließlich Tradition in faschistischen Parteien.



    Höcke indes wird weiter als graue Eminenz und ewiger Strippenzieher im Hintergrund zur Verfügung stehen.

    • Altbayer

      @Abdurchdiemitte:

      Weidel - da Frau, in der Schweiz lebend, und Lesbe. Die macht dann halt den Spahn... Chrupalla tritt dankend zurück, und wechselt in die Wirtschaft - z.B. NIUS. Zack ist der Weg frei.

    • Reinero66

      @Abdurchdiemitte:

      Bei den Kommunisten aber auch siehe:



      Mao, Stalin, Lenin, Kim 1-3, PolPoth, Ho Chi Minh, auch diese habe ausnahmslos alle, die ihnen gefährlich werden konnten beseitigen lassen.

  • Torsten Andres

    Diese Strahlkraft täte einem Politiker-Typus auch in den anderen Parteien gut, nur haben sie den nicht.



    Alles was sie mit ernster Miene sagen, sagen sie so verschachtelt und in Phrasen erstickt, dass es keine Bindung mehr zum Bürger gibt. Schließlich sei alles so komplex, dass nur der Politiker es versteht und wenn überhaupt, auch nur er es lösen kann. Nicht aber der Bürger. Und mal ehrlich, wer kann sich mit einem Politiker noch identifizieren? Siegmund dagegen ist anders, unabhängig von dem was er inhaltlich vertritt.

  • FtznFrtz

    Ja, der Uli, den muss man einfach gern haben, so ein knuffiger Li-La-Launebär will ja nur das Gute, so wie Bardela in Frankreich oder der Kurz-Basti in Österreich. Die rechtsextreme Scheiße als Schokoladenpudding verkaufen, die braunen Ansichten von vorgestern als strahlende Zukunft.



    Es funktioniert immer wieder, gib den Leuten was sie wollen und du bekommst alles von ihnen. Leider sind wir Menschen so (einfach?) gestrickt.

  • Suryo

    Letzten Endes genau wie PEGIDA und die Querdenker. Eine rein affektbasierte Sache, die nichts mit Fakten zu tun hat.

  • Gerald Müller

    "Die AfD weiß, wie man Wähler gewinnt: mit Positivismus."

    Sehr richtig. Und was machen die anderen? Wahlkampf mit Negativismus. "AfD verhindern" usw. Sie lassen sich ihre Argumentation vom Gegner diktieren und fühlen sich dann auch noch als die Guten, die Antifaschisten haben aber selbst nichts anzubieten. Was ist denn die positive Erzählung von Linken, Grünen und SPD? Die "Klimakatastrophe verhindern" etwa? Das ist ebenfalls Wahlkampf mit einer Angsterzählung, etwas das man gerne der AfD vorwirft, das hier aber beispielhaft vorexerziert wird. Dazu kommt natürlich noch dass die sich an der Macht befindlichen Parteien die derzeitige Lage zu verantworten haben und daher die Argumentation dass ab morgen alles anders werden wird nicht sehr glaubhaft rüberkommt.



    Mir scheint öfters dass die Linke nichts Positives und zukunftsweisendes zur politischen Diskussion mehr beizutragen hat

    • Thomas Böttcher

      @Gerald Müller:

      „Die "Klimakatastrophe verhindern" etwa? Das ist ebenfalls Wahlkampf mit einer Angsterzählung...."

      Ich hoffe, sie haben keine Kinder, oder Enkel.

      • Reinero66

        @Thomas Böttcher:

        Das was sie hier gerade kommentieren, ist das was Herr Müller meint.

      • Altbayer

        @Thomas Böttcher:

        In Regionen in denen 80 Kilometer mit dem Auto der einfache Weg zur Arbeitsstelle sind, interessiert "das Märchen von der Klimakatastrophe" halt einen feuchten Kehricht. Punkt. In einer dieser Regionen hatte jemand mal dafür gesorgt, dass der Bus fünfmal am Tag kam. Erfolg: 25% der Pendler stiegen auf den ÖPNV um.

    • Bussard

      @Gerald Müller:

      Da haben sie wohl leider Recht.