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In den Tod gerissenU-Bahn-Mord heizt Migrationsdebatte an

Nachdem ein Geflüchteter eine junge Frau mit sich vor eine U-Bahn gezerrt hat, diskutiert Hamburgs Bürgerschaft den Umgang mit gefährlichen Migranten.

Eine U-Bahn fährt in die Hamburger Station Wandsbek-Markt ein Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod einer 18-Jährigen und dem Suizid eines 25-Jährigen in einem U-Bahnhof in Hamburg-Wandsbek debattiert die Hamburger Bürgerschaft am Mittwoch über den Vorfall – auf Antrag der AfD-Fraktion. Titel: „Die tödlichen Folgen verfehlter Migrationspolitik“.

Nicht nur die AfD behauptet, die junge Frau könnte noch leben, wenn der Täter Ariop A., der sie mit sich vor eine einfahrende U-Bahn gerissen hatte, gar nicht ins Land gelassen worden wäre. Als „politische Fehlentscheidung“ der Ampelkoalition hatte vergangene Woche der Hamburger CDU-Fraktionsvorsitzende Dennis Thering das mittlerweile ausgesetzte Resettlement-Programm des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) bezeichnet.

Mit diesem Programm, das besonders schutzbedürftigen ausgewählten Geflüchteten eine Perspektive in einem sicheren Land bieten soll, war der Täter 2024 aus Südsudan nach Deutschland gekommen. Als eine von nur 5.553 Personen. Diese Menschen waren zuvor aus ihrem Land in einen Nachbarstaat geflohen und hatten dort in einem Lager des UNHCR gelebt.

Die Hälfte von ihnen seien Frauen gewesen, heißt es in einer Auswertung des Bundesamts für Migration (Bamf). Das seien 13,1 Prozentpunkte mehr als in der Gruppe derjenigen, die auf eigene Faust nach Deutschland fliehen und hier Asyl beantragen. Und: 96,4 Prozent seien mit Familienangehörigen eingereist.

Als Zehnjähriger auf der Flucht

Ariop A. war eine Ausnahme. Er hatte sich mit zehn Jahren mit einem minderjährigen Cousin 700 Kilometer nach Kenia durchgeschlagen. Vater und Onkel waren ermordet worden, seine Mutter eines natürlichen Todes gestorben. So zitiert es der Spiegel aus der Ausländerakte des Mannes.

Was der Junge ohne erwachsene Be­schüt­ze­r:in­nen damals auf der Flucht und in dem Lager, in dem er zwölf Jahre lebte, erlebt hat: Das steht nach Angaben des Spiegels nicht in der Akte. Nach allem, was über solche Zeltstädte, in denen Hunderttausende nach eigenen Regeln zusammenleben, bekannt ist: Er wird viel Gewalt, auch sexuelle, erlebt haben, am eigenen Leib und als Augenzeuge.

In Deutschland musste er offenbar allein damit fertigwerden. Da er nach Kenntnis der Behörden vor der Tat weder sich noch andere aufgrund einer psychischen Erkrankung gefährdet hatte, hatte er keinen Kontakt etwa zum sozialpsychiatrischen Dienst, schreibt ein Sprecher von Sozial- und Integrationssenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) der taz.

Um psychotherapeutische Hilfe oder Ähnliches hätte er sich also selbst kümmern müssen. Durch verschiedene Studien ist belegt, wie schwer der Zugang zu solchen Angeboten gerade für Geflüchtete ist.

Es spricht wenig dafür, dass es sich bei ihm um eine psychisch gesunde Person gehandelt hat

Allerdings lägen im Fall von Ariop A. „keine medizinischen Befunde für psychiatrische Auffälligkeiten vor“, schreibt der Sprecher der taz. „Auch die bei der Polizei bekannt gewordenen Sachverhalte lassen keinen Zusammenhang mit der Tat oder Hinweise auf eine psychische Beeinträchtigung erkennen.“

Tatsächlich lässt sich im Nachhinein ohne Gerichtsverhandlung und psychiatrisches Gutachten nicht aufklären, ob eine psychische Erkrankung ein Faktor war, der zum Suizid des jungen Mannes sowie der Tötung einer Unbeteiligten beitrug.

Nur spricht wenig dafür, dass es sich bei ihm um eine psychisch gesunde Person gehandelt hat. So schildern Medien Berichte von ehemaligen Mit­be­woh­ne­r:in­nen in Geflüchtetenheimen, nach denen er regelmäßig betrunken war. Alkoholismus fällt nach dem internationalen Code der Krankheiten unter die sogenannten F-Diagnosen, unter denen psychische und Verhaltensstörungen zusammengefasst sind. Belegt ist zudem, dass Suchterkrankungen sehr oft eine Traumafolgestörung zugrunde liegt.

Doch dieser Aspekt blieb in den vergangenen zwei Wochen seltsam unterbelichtet. Selbst die Fraktion der Linken sagte nichts dazu. Stattdessen betonte sie den frauenverachtenden Charakter der Tat. Erst auf Nachfrage der taz erneuerte die migrationspolitische Sprecherin der Linken, Carola Ensslen, ihre oft geäußerte Kritik an der unzureichenden psychosozialen Versorgung der Geflüchteten in Hamburg sowie an der Unterbringung in Massenunterkünften.

Der Täter – auch ein Opfer?

Ob sich jemand traut, in der aktuellen Stunde am Mittwoch danach zu fragen, inwiefern der Täter auch ein Opfer war? Die Regierungsfraktionen SPD und Grüne garantiert nicht. Sie wollen „mit den Angehörigen trauern“ und „der Instrumentalisierung durch AfD und CDU entgegentreten“. So heißt es in ihren Anträgen für die Bürgerschaft.

Dabei hatte der Erste Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) die Tat selbst für eigene Interessen genutzt. Vier Tage danach veröffentlichte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) eine kurze Stellungnahme seines Sprechers. „Der Fall verdeutliche aus Sicht Tschentschers ‚die Dringlichkeit rechtlicher Regelungen zur Rückführung von Flüchtlingen, die zu einem Risiko für die Sicherheit werden‘“, heißt es in dem Bericht mit der Überschrift „Tschentscher für Abschiebung gefährlicher Flüchtlinge“.

Die taz fragte den Sprecher zweimal, was das mit Ariop A. zu tun habe, da dieser vor der Tötung der jungen Frau nicht als Sicherheitsrisiko aufgefallen war. Er hatte in Unterkünften randaliert und sich mit einem Mitbewohner geprügelt, wobei er selbst nach Auskunft der Staatsanwaltschaft erheblich verletzt worden ist. In drei Fällen hatte die Staatsanwaltschaft ermittelt, dreimal stellte sie die Verfahren ein.

Zwei Tage vor der Tat griff er Polizisten an, die ihn aus einem Bordell bringen wollten, das er nicht verlassen wollte. Nach Angaben der Polizei schlug er einem Polizisten ein Telefon gegen den Kopf und verletzte ihn leicht. – Ein „gefährlicher Flüchtling“? Es gab kein Urteil gegen Ariop A., keinen Strafbefehl. Soll es in Zukunft möglich sein, Geflüchtete aufgrund einer Anzeige bei der Polizei abzuschieben, will die taz vom Sprecher des Bürgermeisters wissen – und bekommt keine zur Veröffentlichung freigegebene Antwort.

In der Bürgerschaftsdebatte am Mittwoch werden AfD und CDU die fehlende Sicherheitsüberprüfung durch deutsche Behörden von Ariop A. anprangern. Richtig daran ist: In seinem Fall hat das Auswärtige Amt vor seiner Einreise ein Visum erteilt, ohne dass Bundespolizei oder Bundeskriminalamt damit wie üblich befasst waren. Das bestätigt eine an dem Verfahren beteiligte Behörde.

Nur: Diese Überprüfung soll laut Bamf potenzielle Ter­ro­ris­t:in­nen aufspüren oder Menschen, die aktenkundig schwere Straftaten begangen haben. Zumindest Letzteres hätte dem UNHCR auffallen müssen, das ihn im Lager in Kenia für das Programm ausgewählt hat. Und das Bamf hat ihm nach einer Befragung eine Integrationsbereitschaft bescheinigt.

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60 Kommentare

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  • Statistiken zeigen immer wieder vielfach überrepräsentativ Straftätige Personengruppen – und dies sind nicht nur die häufig bescholtenen Männer.



    Zu viel Traumata und Inklusionslast aus wertefremden Systemen auf einen Schlag und vor allem mit überlasteten psychologischen und Integrationsinfrastrukturen führen zu, mit dem Grundgesetz nicht vereinbaren, Parallelwelten und wie im Artikel beschriebenen noch tragischeren „Einzelfällen“. Das darf weder beschönigt noch ignoriert werden.



    Es wird der mangelnde Fokus auf die psychosoziale Versorgung von Geflüchteten angesprochen… Wir haben nicht einmal genügend Psychologen für unsere eigenen Kinder, welche vom entmenschlichten Alltag und Social-Media geistig zerrissen werden! Ein guter Freund wartet seit Monaten auf Hilfe, doch kein Termin ist verfügbar, alles ausgebucht.



    Von Lehren in Schulen und juristischer Überlastung mit fehlenden zeitnahen griffigen Konsequenzen bei Straftaten (auch Kleinen, denn da geht es los) gar nicht erst zu sprechen.



    Integration und das gesellschaftliche Leben in einem Land ist nicht nur Aufgabe des Ziellandes, sondern setzt eine gewisse Offenheit für die Werte sowie Eigeninitiative voraus.

  • Tschentscher antwortet als Sherrif nicht als Bürgermeister. Will Tschentscher nun die labilen, psychisch krank gewordenen, besonders traumatisierten Flüchtlinge abschieben? Jene die Hilfe am nötigsten haben?

  • Danke für den Artikel.



    Eine Sache habe ich nicht verstanden. Im letzten Absatz geht es um die Sicherheitsüberprüfung, die fehlt.



    Die hätte er doch bestanden, oder?



    Er war auf keine Terrorliste und hat keine aktenkundige Straftat.



    Trotzdem steht da: "Zumindest Letzteres hätte dem UNHCR auffallen müssen, das ihn im Lager in Kenia für das Programm ausgewählt hat."



    Vorher steht im Artikel, dass er in Kenia Gewalt erfahren hat. --



    War er denn selbst gewalttätig? Und war das aktenkundig?

  • Ich habe in den letzten drei Jahren aus beruflichen Gründen mehrere Monate in Hamburg gelebt. Die Zustände dort – nicht nur, aber auch die von offensichtlich geflüchteten Personen im innerstädtischen Raum – sind desaströs. Drogen, Gewalt, Job- und Wohnungslosigkeit sind an der Tagesordnung. Ich muss mich einigen Kommentaren hier anschließen und fragen: Was bringt es Geflüchteten, wenn sie nach Deutschland kommen und aufgrund überlasteter, schlecht organisierter und mangelhaft versorgter Sozialsysteme hier zu Opfern und Tätern werden? Das Gleiche gilt für die Drogenszene in Berlin, Frankfurt, Köln etc.: Nicht alle, aber viele sind als Geflüchtete gekommen und als Junkies, Drogendealer und Opfer/Täter in Gewaltspiralen hängen geblieben. Ist das Hilfe? Wenn ja, wem hilft es?

  • Schön zu lesen, dass zumindest einige Foristen hier sich des Problems inhaltlich annehmen, anstatt ideologisch zu argumentieren oder den argumentativen Notausgang "psychische Erkrankung" zu wählen. Die Grundvoraussetzung für Lösungen und ein wirkungsvolles bekämpfen der AFD sind damit erfüllt.

    • @Nachtsonne:

      Die AfD wird sicherlich nicht durch migrantenfeindliche oder migrantenfreundliche Meinungen bekämpft.

      Die AfD ist das Produkt von jahrzehnterlanger Unzufriedenheit in etablierte Parteien. Außerdem muss man bedenken, dass die AfD mittlerweile zur Arbeiterpartei geworden ist. 10% "Nazis" unter den Bürgern, also welche die die Demokratie in Frage stellen, reichen bereits aus als gutes Startkapital. Flüchtlinge sind nur zum Schein, wenn Demokratie und Menschenrechte das Dorn im Auge sind.

      Einfach mal den Blick außerhalb Deutschlands wagen: Rechtspopulisten sind im Aufwind ohne nennenswerte Probleme von Migranten. Osteuropa, Japan, die Schweiz...

      • @Troll Eulenspiegel:

        Aber unsere deutsche AfD ist schon was herausstechend besonderes. Eine Meloni und eine LePen wissen schon, warum sie mit der AfD nicht können und wollen.



        Rechts sein heißt nicht unbedingt Rechtsextrem zu sein.

  • "Die taz fragte den Sprecher zweimal, was das mit Ariop A. zu tun habe, da dieser vor der Tötung der jungen Frau nicht als Sicherheitsrisiko aufgefallen war. Er hatte in Unterkünften randaliert und sich mit einem Mitbewohner geprügelt, wobei er selbst nach Auskunft der Staatsanwaltschaft erheblich verletzt worden ist. In drei Fällen hatte die Staatsanwaltschaft ermittelt, dreimal stellte sie die Verfahren ein.

    Zwei Tage vor der Tat griff er Polizisten an, die ihn aus einem Bordell bringen wollten, das er nicht verlassen wollte."

    ...nicht aufgefallen?

  • "Die taz fragte den Sprecher zweimal, was das mit Ariop A. zu tun habe, da dieser vor der Tötung der jungen Frau nicht als Sicherheitsrisiko aufgefallen war. "

    Ernsthaft?

    Danach erstmal eine längere Auflistung von ,nennen wir es nett, Auffälligkeiten.

    Dann "Soll es in Zukunft möglich sein, Geflüchtete aufgrund einer Anzeige bei der Polizei abzuschieben, will die taz vom Sprecher des Bürgermeisters wissen “

    Dann so eine Anfrage.

    Diese Relativierungen dürften ein Grund sein warum sich manche zur CDU und AFD abwenden. Irgendwie verhöhnt das auch das Opfer.

    Mit so Relativierungen hilft man doch niemanden. Nicht den Menschen die vielleicht eine psychologische Unterstützung brauchen noch deren etwaigen Opfer.

  • Das ist ja nicht der erste Fall dieser Art. Am 11.08.2025 hat in Friedland mutmaßlich (die Verhandlung im Strafverfahren beginnt Ende Februar) ein vollziehbar ausreisepflichtiger irakischer abgelehnter Asylbewerber eine 16jährige Ukrainerin, deren Familie mit ihr 2022 nach Deutschland geflüchtet war, vor einen Zug gestoßen. Das Mädchen ist gestorben (s. hier: taz.de/Eine-Frage-...rategie/!6107722&s ).

  • Es kann gut sein, dass der Täter auch Opfer ist, so wie der Nazischläger von nebenan vielleicht auch. Aber hilft uns das weiter? Voraussetzung für die Bereitschaft, aus humanitären Gründen Menschen aufzunehmen, ist, dass wenigstens Risiken so gut wie möglich ausgeschlossen werden, zum Beispiel auch durch eine psychische Begutachtung vorab , (absolute Sicherheit gibt es nie). Gerade für labile Menschen kann sich der Kulturschock einer Umsiedlung auch als Trigger erweisen. Schlägereien und Angriffe auf Polizisten müssten zu einer sofortigen Ansprache führen, dass damit der Aufenthaltstitel verloren gehen kann. Das erwarten übrigens auch und gerade die vielen, vielen gut integrierten Ausländer. Eine solche klare Politik würde die Aufnahmebereitschaft immens stärken und Populisten den Boden erziehen (siehe Dänemark). Und nein: ich bin nicht der Meinung, dass es egal ist, ob die jeweiligen Täter hier oder in anderen Ländern Verbrechen begehen würden: Wir sind nicht verpflichtet, zusätzliche Sicherheitsrisiken ins Land zu holen.

  • Eine gute Migrationspolitik lässt nur max. soviele Asylbewerber/Migranten ins Land, wie sie auch vom Staat angemessen unterstützt werden können. Menschen ins Land zu lassen, ohne sich um sie zu kümmern halte ich für verantwortungslos. Verantwortungslos gegenüber den Asylbewerbern als auch gegenüber den hier lebenden Menschen.



    .



    Leider ist die emotionale Polarisierung bei diesem Thema gefühlt unbegrenzt, von "Alle reinlasssen" bis "Keinen reinlassen" schwankt die politische Bandbreite. Mehr Sachlichkeit und Augenmaß sollte die Devise sein, ich sehe leider keine Partei, die den erfoderlichen Sachverstand und Durchsetzungsfähigkeit dafür aufweist.



    .



    Grundsätzlich halte ich übrigens Resettlement-Programme für die fairste und menschlichste Basis für Migration, idealerweise sollten solche Programme die selbst organisierte/n Flucht/Reisen obsolet machen. Diese Programme zu stoppen ist ein Irrweg.

  • eins ist bei aller Kritik an der unzreichenden psychiart. Versorgung von Geflüchteten sicher nicht von der Hand zu weisen: diese Unterversorgung besteht seit Jahren und nicht nur für diese Gruppe, sondern auch für hier geborene Personen. Zudem gibt es bei vielen Geflüchteten dann noch die Sprachbarriere.

    Daraus folgt für mich, dass kluge Politik dies in ihre Entscheidungen einbezieht. In ein überlastetes System kann man nicht neue Leute hinzufügen, die dann auch auf sich gestellt bleiben und ohne Hilfe - ob sie damit nur sich selbst schädigen (Drogen, Suizid) oder andere, macht kaum einen Unterschied. Hilfe ist das nicht, selbst wenn es vorgibt, Hilfe zu sein.

  • "Es spricht wenig dafür, dass es sich bei ihm um eine psychisch gesunde Person gehandelt hat"

    Ich würd mal behaupten, dass niemand, der psychich gesund ist, so eine Tat begeht. Um solche Taten zu vermeiden, ist es natürlich unumgänglich, diesen Aspekt nicht zu vernachlässigen. Aber genauso wenig, wie es richtig ist, in solchen Fällen immer gleich die Migrationskarte zu spielen, ist es eben auch ziemlich einfach, jedesmal dann die Trauma-Karte zu ziehen, wenn es gerade passt. Viele verschiedene Gewalttäter haben psychologische Probleme und selbst gewalttätige, verstörende Erfahrungen gemacht. Vom traumatisierten Flüchtling aus dem Bürgerkrigsland bis hin zum Nazi-Schläger aus dem Alkoholiker Elternhaus.



    Auffällig bei den Debatten um solche Gewalttaten ist, dass sich nahezu alles um die Täter dreht und den Opfern realtiv wenig Beachtung geschenkt wird.

  • Sehr viele Menschen in Deutschland,Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete,brauchen Unterstützung und Hilfe.Wie das zu bewerkstelligen ist,angesichts leerer Kassen,weiß ich nicht.Die Bevölkerungsanzahl zu erhöhen,scheint mir nicht die richtige Lösung zu sein.



    Mich irritiert,dass statt eines Waisenkindes und/oder einer jungen Frau,die Wahl für die Aufnahme auf einen jungen Mann fiel.Ja,auch Männern ergeht es in diesen Flüchtlingslagern nicht gut,aber für Frauen und Kinder sind die Verhältnisse nochmals erheblich schlechter.Des Weiteren haben wir keinen Einfluss darauf,dass meist junge Männer auf anderen Fluchtwegen zu uns kommen;da sollten wir,meiner Meinung nach,doch wenigstens bei solchen Aufnahmeprogrammen ausschließlich Frauen und Kindern die Möglichkeit eines Lebens in Deutschland eröffnen.Ich hätte Mitgefühl mit diesem Mann und würde mehr Anteil an seinem Schicksal nehmen,wenn er nicht eine unschuldige,junge Frau mit in den Tod gerissen hätte.Das scheint mir purer Hass,vielleicht Frauenhass,zu sein.Zumal, wenn es stimmt, was er lt. anderen Medien angeblich zu ihr sagte.Weshalb wird nicht die Situation seines Opfers so mitfühlend beleuchtet?Auch das Opfer hat eine Geschichte.

  • Womöglich wäre die Tat durch eine Therapie vermeidbar gewesen - wie so viele andere Gewalttaten auch. Nur:



    - woher sollen Therapeuten kommen, die ein dutzend in D wenig gebräuchlicher Sprachen sprechen (wer will schon eine Therapie bei der ein Dolmetscher daneben sitzt)



    - wer soll der finanzieren? Und wer soll beim aktellen Therapeutenmangel priosisieren - bekommt der traumatisierte Asylbewerber die Therapie oder die magersüchtige Teenagerin? Therapeuten wachsen nunmal nicht auf Bäumen



    Die Alternative ist schlicht, traumatisierte Männer, die nunmal die auffälligste Gruppe darstellen, nicht mehr ins Land zu lassen, wenn die Kapazitäten erschöpft sind.

    • @Sandra Becker:

      Und wie findet man alle Therapiebedürftigen?

    • @Sandra Becker:

      Therapie mit Dolmetschern wird an vielen Stellen erfolgreich durchgeführt und auch Therapeuten gibt es aktuell (noch) genug, nur die Bereitschaft das zu finanzieren ist nicht da.

      • @Hannes B.:

        Das ist schlicht und ergreifend falsch. Ich arbeite mit psychisch kranken Jugendlichen und wir zahlen top, trotzdem haben wir viele Stellen einfach nun mal nicht besetzt, weil immer mehr Anfragen kommen, aber die Psychologen und Psychiater nun mal nicht vom Himmel fallen.

      • @Hannes B.:

        Wo gibt es genug Therapeuten? Das ist eine klassische Falschinfo. Überall fehlt geschultes Personal um eine Therapie anbieten zu können. Die Therapiebedürftigen übersteigen das Therapieangebot um den Faktor X!

    • @Sandra Becker:

      Das haben Sie sehr gut auf den Punkt gebracht, Frau Becker. Im übrigen ist es extrem schwierig traumatisierte Personen erfolgreich zu behandeln. Die Erfolgsaussichten sind da leider nach aktuellem medizinischem Stand auch bei maximal kooperativen Patienten nicht so hoch. Bei uneinsichtigen/unkooperativen Patienten sind die Erfolgsaussichten null.

      • @Marmot:

        @ Marmot



        Aus Erzählungen unser Großeltern ist mir noch von den vielen verstörten Soldaten, die von der Front oder aus der Gefangenschaft zurück gekehrten, in Erinnerung. Hätte man diese Männer nicht auch irgendwohin bringen müssen. Viele Familien haben ja jahrzehntelang unter diesen, dann zu Familienvätern gewordenen Heimkehrern leiden müssen....

        • @Alex_der_Wunderer:

          Die traumatisierten (deutschen) Soldaten sind zu ihren Familien zurückgekehrt. Irgendwie lese ich aus ihren Zeilen, dass man diese eventuell - sagen wir mal - nach Tahiti hätte bringen sollen. Oder habe ich Sie da falsch verstanden.

          • @Leningrad:

            Das wurde falsch verstanden. Es geht darum, dass die Traumatisierten immer einen Anlaufpunkt für Begleitung, Selbsthilfe und Austausch brauchen, der ihnen in den wenigsten Fällen bereitgestellt wird.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Da ist aber ein Unterschied. Die Kultur, Regeln und Gesetze waren diesen Heimkehrern nicht fremd. Diese Menschen kamen in ein bekanntes soziales Umfeld ohne Kommunikationsprobleme. Die Traumatisierten Menschen konnten mit den Psychologen, Ärzten und anderen barrierefrei reden. Wie soll ein Geflüchteter das mit einem deutschen Psychologen? Da ist eine Sprachbarriere, selbst mit Dolmetscher oder Übersetzer-App.



          Darüber hinaus werden die Helfer, Psychologen die Traumas gar nicht nachempfinden können, um darauf richtig eingehen zu können.



          Nach dem Krieg war ziemlich sicher, dass ein Mann ähnlichen Alters auch ähnliche Erfahrungen gemacht hat.



          Trotzdem gab es nach dem Krieg ja dann doch ein Gewalthoch von Kriegsrückkehrern.

          Aber das Trauma und die Möglichkeiten diesen zu begegnen ist wirklich nicht vergleichbar mit den Kriegsheimkehrern.



          Sagt ja auch der Name "Heimkehrer" in ein gewohntes "wenn auch zerstörtes" Umfeld damals. Das sind ganz andere Situationen!

          • @Walterismus:

            Die traumatisierten Menschen hatten in den 1950er Jahren nichts Barrierefreies.

            • @aujau:

              Doch Sprache, bekannte Personen und eine bekannte Umgebung mit Menschen die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Das ist eine völlig andere Situation!

            • @aujau:

              Vor allen Dingen wussten nach WK2 die Allermeisten überhaupt nichts davon, dass sie auf Jahrzehnte traumatisiert sein würden. Und die gute alte Erziehung zu Adolfs Zeiten bezeichnete jeden als Weichei, der meinte eine Seele zu haben. Ist ja nicht gerade so gewesen, dass nach Kriegsende überall Truppenpsychologen herumstanden. Damals hat es der eine oder andere Heimkehrer eben geschafft sich wieder ins normale Leben einzupassen - und viele andere nicht. Die einen wurden zu Trinkern, die anderen zu Gewalttäter, weil ihnen niemand zuhören wollte oder konnte.



              Mein Vater - dereinst in Frankreich - hat sich mir gegenüber immer geweigert über diese Zeit zu reden.

  • Es war so um 1998: "ich" Handball-Betreuer im Sportverein in Niederbayern, "die" eine Gruppe "Jungs" aus Kasachstan, die vor der Halle und in der Stadt immer wieder Randale machten. Ich fasste mir "ein Herz" (und Rücken-Deckung durch den deutlich kräftigeren Trainer) und sprach die Jungs an... "Eigentlich" waren sie wirklich vernünftig und "hand-zahm", aber sie waren mit der Situation in D einfach überfordert: nur kurz vorher als "Russland-Deutsche" aus Kasachstan gekommen (wo sie SEHR strenge Regeln gewohnt waren), jetzt hier sich selbst überlassen (die Eltern schufteten entweder Schicht bei BMW oder sie lagen besoffen zu Hause herum - die waren es auch "gewohnt" dass der Staat sich um die Jugend kümmert.

    Wenn wir Personen aus bekannt anderen Kulturkreisen aus humanitären oder sonstigen Gründen zu uns holen: dann muss ihnen sowohl ABSOLUT KLAR gemacht werden, was hier die Regeln sind UND man darf sie nicht einfach sich selbst überlassen - SORRY aber inkl. Überwachung/Kontrolle und Konsequenzen!

    • @Achim Schäfer:

      Danke für Ihren Kommentar. Der gefällt mir richtig gut, besonders auch Ihr persönliches Engagement. Ihr Hinweis auf "Überwachung/Kontrolle" bestätigt das, was mir kürzlich eine seit 2015 sehr engagierte Flüchtlingshelferin, die für ihr Engagement auch mehrfach ausgezeichnet wurde, gesagt hat: "Die Problemfälle kommen nicht zur Flüchtlingshilfe."

      Schwierig finde ich, dass meinem Eindruck nach, gerade die Parteien, die sich verstärkt für die Aufnahme einer hohen Anzahl von Geflüchteten aus anderen Kulturen und Sozialisationsgemeinschaften einsetzen, eher "antiautoritär" denken und fühlen, was nicht für jeden Menschen, der zu uns kommt, hilfreich ist.



      Es scheint mir in den o.g. Parteien auch eher als unlauter wahrgenommen zu werden, Fehlverhalten entsprechende Konsequenzen folgen zu lassen.

  • Ich lese (fast) täglich über psychisch auffällige (junge) Männer, die Gewalt in irgendeiner Form ausgeübt haben. Für mich stellt sich dann nicht die Frage, ob es sich um einen Deutsche oder Migranten handelt, sondern wie es dazu kommt, dass offensichtlich viele psychisch Auffällige hier herumirren, auf die man erst aufmerksam wird, wenn sie Straftaten begehen.



    P.S. Von psychisch auffälligen Frauen lese ich dagegen wenig oder fast nie.

    • @Il_Leopardo:

      Hier ist ein taz-Bericht über einen Messerangriff einer Frau am Hamburger Hauptbahnhof: taz.de/Eine-Frage-...rategie/!6107722&s

      Und solange keine Eigen- oder Fremdgefährdung festgestellt wird, haben psychisch Kranke genauso das Recht, sich frei in Deutschland zu bewegen, wie jeder andere auch. Insofern macht es schon einen Unterschied, ob man zusätzlich zu den bereits hier lebenden potentiell gefährlichen psychisch Kranken noch weitere ins Land holt. Die getötete 18jährige Iranerin Fatemeh D., die mit ihrer Familie nach Deutschland geflüchtet war, würde möglicherweise noch leben, wenn man vor der Aufnahme von Ariop A. genauer hingesehen hätte. Auch die 16jährige Liana K., die in Friedland (mutmaßlich; die Hauptverhandlung im Strafverfahren beginnt Ende Februar) von einem ausreisepflichtigen abgelehnten Asylbewerber mit Todesfolge vor einen Zug gestoßen wurde, war mit ihrer Familie nach Deutschland geflüchtet (s. hier: taz.de/Eine-Frage-...ategie/!6107722&s/ ) und könnte noch leben, wenn der (mutmaßliche) Täter rechtzeitig abgeschoben worden wäre.

      • @Budzylein:

        Wollen Sie jetzt an jeden Schlagbaum einen Psychiater stellen, der prüft, ob der Einreisende eventuell, in 1 oder auch 10 Jahren eine schwere Straftat begehen wird. Das ist doch lächerlich!

        • @Il_Leopardo:

          Der Täter hat keinen Schlagbaum passiert, sondern wurde im Rahmen eines Resettlement-Programms gezielt ausgewählt und nach Deutschland gebracht. Wenn man heute davon ausgeht, dass der Täter wegen Traumatisierung psychisch krank und deswegen gewaltbereit war, dann hätte man ihn untersuchen können, bevor man ihn als besonders schutzbedürftig einstuft und deswegen in das Resettlement-Programm aufnimmt, denn die jetzt genannten Ursachen der Traumatisierung waren ja vorher schon bekannt. Einerseits solche Taten regelmäßig mit einer Traumatisierung zu erklären, andererseits aber sehenden Auges traumatisierte Männer ins Land zu holen, ohne wenigstens zu versuchen, deren Gefährlichkeit abzuklären, ist inkonsequent und gefährdet, wie man sieht, das Leben anderer Geflüchteter.

  • "Ob sich jemand traut, in der aktuellen Stunde am Mittwoch danach zu fragen, inwiefern der Täter auch ein Opfer war?" Diese Frage ist doch vollkommen unerheblich und führt in die falsche Richtung.

    Im Zeitpunkt der Aufnahme waren alle Kapazitäten bereits vollkommen aufgebraucht, sowohl hinsichtlich des Wohnungsmarktes als auch hinsichtlich etwaiger Hilfeeinrichtungen.

    Insoweit hatte eine verfehlte Migrationspolitik hier wohl tödliche Folgen. Ob der Täter auch ein Opfer war oder nicht ist vollkommen unerheblich.

  • "Ob sich jemand traut, in der aktuellen Stunde am Mittwoch danach zu fragen, inwiefern der Täter auch ein Opfer war?"

    Wo soll diese Relativierung denn hinführen, bitte sehr? Dass das Opfer ein Kollateralschaden der Einwanderungspolitik ist? Den man akzeptieren muss wenn man menschenfreundlich sein will? Das wäre zutiefst menschenverachtend.

    • @Gerald Müller:

      "Dass das Opfer ein Kollateralschaden der Einwanderungspolitik ist?"

      Ich habe lange darüber nachgedacht, weshalb unsere Politiker entscheiden bzw. entschieden haben, in dieser Größenordnung Menschen, meist Männer aus archaischen, patriarchalischen Gesellschaften, nach Deutschland einreisen zu lassen. Die Folgen dürften vorher bekannt gewesen sein, alles andere wäre zu naiv für Politiker:innen. Deshalb gehe ich tatsächlich davon aus, dass die Opfer, überlebende und nicht-überlebende, dieser Männer, tatsächlich als "Kollateralschaden" unserer Einwanderungspolitik zu verstehen sind. Mich tröstet diese Sichtweise ein wenig, weil "man" (in dem Fall Politiker:innen) Kollateralschäden ja üblicherweise nur für eine gute, vorteilhafte Sache akzeptiert bzw. in Kauf nimmt.

      • @*Sabine*:

        Das glaube ich nicht. Es ist doch eher so, dass es halt auch für Politiker unglaublich schwer ist, die Migration zu verweigern. Die Politiker werden ja sofort medial angegriffen mit teilweise echt üblen Ausdrücken und Vergleichen. Es kommt ja sofort ein Medialer Skandal, wenn jemand von Begrenzung der Migration spricht. Selbst wenn die Begrenzung im Bereich von 250.000 Migranten jährlich liegt, wie damals von Seehofer gefordert. Da wurd direkt Nazi, AfD etc rausgehauen.

        Das es Kollateralschäden geben würde, dass musste klar sein und wird vermutlich jeder gewusst haben. Womit ich aber ein Problem habe, dass jetzt doch wiederholt Angriffe passieren, wo nachher raus kommt, dass deren Akten mit Straftaten bereits sehr lang sind und diese trotzdem hier bleiben.

        Es muss klar der Konsens her, dass wer Straftaten begeht, vor allem Gewalttaten , schlicht gehen muss, ohne Aussicht auf Bewährung.

        • @Walterismus:

          Meinen Sie jenen Herrn Seehofer, der von Migration als "Mutter aller Probleme" sprach?

    • @Gerald Müller:

      Ein Opfer der Einwanderungspolitik? Eher ein Opfer. Punkt.



      Die billige Kausalkette, sobald ein Täter nicht hier geboren wurde, ist nichts anderes als schlecht verbrämter Rassismus. Und wenn wir nur noch im Schwarz-Weiß-Modus denken und reden sollen, kommen wir bei der Verhinderung von Taten und bei der Behandlung von Krankheiten gar nicht voran.



      Wir tun dann bloß so, als ob durch massive Grenzen jede Gefahr draußen bliebe, weil ja nur geflüchtete Männer straffällig werden. In wessen Kopf können wir gucken? Wir können ja nicht mal für uns selbst die Hand ins Feuer legen, wenn wir ehrlich sind.



      Alles andere ist populistischer Blödsinn - und letztlich benutzt dieser rassistische Populismus die Opfer von Straftaten für sein Narrativ vom gefährlichen ausländischen (schwarze Haare und gern auch dunkle Haut vorausgesetzt) Mann.

      • @hierbamala:

        "Die billige Kausalkette, sobald ein Täter nicht hier geboren wurde, ist nichts anderes als schlecht verbrämter Rassismus."

        In diesem Punkt bin ich anderer Meinung. Zu den hier geborenen "Übeltätern" kommen die nicht hier geborenen "Übeltäter" ja noch dazu, on top. Beiden Gruppen muss Unterstützung, Hilfe und Anteilnahme entgegengebracht werden, für die uns die Kapazitäten fehlen.



        Ebenso denke ich, dass die Sozialisation der nicht hier geborenen Männer bei den Angriffen auf Frauen, Juden, LGBTQIA+ und Ungläubige durchaus eine Rolle spielt. Und wenn ich mir so ansehe, wie wenige hier geborene Menschen ihre simplen Silvestervorsätze durchhalten bzw. eingefahrene Denkmuster oder gar ihr Verhalten ändern (wollen/können?), frage ich mich, ob wir das von den nicht hier geborenen Männern überhaupt erwarten dürfen bzw. es als gegeben annehmen können. "Wir" stellen deren gesamtes Weltbild auf den Kopf ... das hält nicht jeder aus. (Es geht nicht, wie so oft behauptet, um Haut-, Augen- oder Haarfarbe, sondern um Verhalten.)

        • @*Sabine*:

          Klar kann man hinterfragen, ob man das von diesen Männern erwarten kann, aber dann muss man eben auch die Frage stellen, ob man dann überhaupt diese Männer aufnehmen kann.



          Denn man kann eben auch nicht erwarten, dass die Bewohner Deutschlands solche Verhaltensweisen hinzunehmen haben.

          Letztenendes läuft eigentlich alles darauf hinaus, dass Menschen, welche sich nicht an Regeln halten und Hilfe ablehnen, auch nicht geholfen werden kann und damit ausreisen müssen.

    • @Gerald Müller:

      Aus Ihrer Sicht vielleicht, weil Sie womöglich getriggert werden, oder - menschlich wohl leider normal - die Übersicht verlieren. Was denken Sie, wie viele Menschen auf anderen Kontinenten durch Kriege sterben?! Oder wie viele gute "weiße" Europäer ins Ausland fahren, um Menschen zu töten (es gibt Beispiele von Serientätern, oder der sog. Mafia), oder Kinder in Asien zu missbrauchen?! Oder Mal einfach die "Schwiegermutter" über den Haufen fahren. Das sind ja dann Familienverhältnisse, Perverse, Mafiosi, Kriege sind natürlich bedauerlich und Serientäter schaffen es in interessante Fernsehsendungen. Aber da kommt jemand hierher als Flüchtling, das ist dann der Aufreger, "herrliche" Welt, die sich überblicken lässt, eine kognitive Wohlfühloase des Verstehens. Für alles eine Lösung .. Familiendramen, Perverse, Mafiosi .. Ausländer

      • @Gerhard Krause:

        "Aber da kommt jemand hierher als Flüchtling, das ist dann der Aufreger, ..."

        Das ist meiner Einschätzung nach nicht der Aufreger. Der Aufreger ist, meiner Meinung nach zu Recht, das Verhalten dieses "jemand", der einfach mal so eine junge, unschuldige Frau vor einen Zug wirft.

  • Da hat Hamburgs Oberlehrer Tschentscher aber mal ein Fass aufgemacht, und nützen wird es nur der AfD und den CDUlern aus den Walddörfern...

  • Es gibt nach solch schrecklichen Taten, die uns allen so unverständlich erscheinen, immer so viele Mutmaßungen über die zugrundeliegenden Ursachen, dass es der Diskussion definitiv nicht guttut, wenn man wieder nur versucht den Täter zu entlasten, anstatt das Argument zu entkräften, dass man den Mord hätte verhindern können, wenn solche Personen gar nicht mehr hier wären. Wäre dass denn so? Seht ihr das also nicht anders?

    Die Überschrift "Der Täter – auch ein Opfer?" wirkt entlarvend, plump und inflationär missbraucht. Warum macht ihr das und geht so gar nicht auf die Argumente der Brandstifter an, sondern spielt selbst mit dem Feuer? Kein guter Beitrag – Alles irgendwie polemisch und geradezu agitierend.

    • @Christopher Müller:

      Natürlich brauchen wir eine Klärung von Schuldfragen. Das ist uns - positiv besetzt - als Problemlöser immanent. Wir stellen jedoch - hier sind wir beeinflussbar, in positive progressive, aber auch in negative zerstörerische Richtungen - die falschen Fragen und ziehen falsche Schlüsse. Wieso sollen Menschen den Betroffenen nicht auch als Opfer sehen dürfen? Das Maß ist doch, mit welchem Gewicht an Wahrscheinlichkeit dies nach objektiven Kriterien zuträfe. Das andere ist, warum sollen wir Menschen, gleich welchen Weges des Eintritts in unsere Gesellschaft, Zugang zu psychologisch medizinischen Leistungen verwehren? Vielleicht, da dies zu teuer ist. Aha, für wen zu teuer? Zahle "ich" das persönlich, und "mir" geht es gerade wirtschaftlich schlecht? Wohl kaum. Die Strukturen und ihre Finanzierung sind vernachlässigt worden. Wenn Sie das hochrechnen, dann liegen Kosten für Psychologen und Sozialarbeiter bei nur 40 Millionen zahlungskräftigen Einwohnern im Nullkommacentbereich. Zudem handelt es sich um Arbeitsplätze, die Steuern zahlen und konsumieren, sodass zB die inländische Nachfrage wüchse. Warum fragen Sie nicht, warum wir das nicht haben?!

      • @Gerhard Krause:

        Entschuldigen Sie bitte - Sie scheinen zu den Glücklichen zu gehören, die noch nie therapeutische Hilfe benötigt haben. Das ist natürlich sehr gut für Sie.



        Aus den Erfahrungen meiner Zeit als "Arbeitnehmer" und aus dem Wissen um den Gesundheitszustand alter Freunde muss ich feststellen: Auch für den deutschen Bürger, der nicht einmal schwer traumatisiert ist, sondern aufgrund ungünstiger, fordernder Lebensumstände "lediglich" unter Depressionen leidet, gibt es Hilfsangebote in aller Regel erst nach wochen- oder monatelanger Wartezeit. Sofern überhaupt.



        Wie also sollte die viel aufwendigere psychologische Betreuung von Asylsuchenden aus den unterschiedlichsten Nationen und Krisengebieten sichergestellt werden? In einem Staat, der häufig nicht einmal eine Ahnung davon hat, wo sich der denkbare Patient gerade aufhält?



        Jegliche reine Kosten- oder Zahlenspielerei können Sie angesichts eines berghohen Mangels und Nachholebedarfs getrost vergessen...

  • Ariop A wird viel Gewalt, auch sexuelle, erlebt haben, wie die taz schreibt, am eigenen Leib und als Augenzeuge. Um psychotherapeutische Hilfe oder Ähnliches hätte er sich selbst kümmern müssen. Das ist einem so jungen Menschen natürlich sofort klar. Auch weiß er sofort, an wen er sich wenden muss, in welcher Sprache und wie er dahin kommt. Durch verschiedene Studien ist belegt, wie schwer der Zugang zu solchen Angeboten gerade für Geflüchtete ist? Als 10jähriger 700 km durch Kenia, dann 12 Jahre Lagererfahrung ohne Schutz? Da hat er bestimmt ein beachtliches IQ entwickelt, das ihm das alles hätte möglich machen müssen. Schwer traumatisiert? Iwo!



    Tschentscher diskutiert den Umgang mit gefährlichen Migranten? Die Bürgerschaft müsste den Umgang mit gefährlichen MÄNNERN diskutieren, egal welcher Couleur.

    • @Streberin:

      Aufgrund kultureller Prägungen ist es im Übrigen mitunter äußerst kompliziert, Menschen psychotherapeutische Hilfe angedeihen zu lassen. Das meine ich überhaupt nicht despektierlich, aber Psychotherapie ist ein westliches Konstrukt und als solches nicht einfach auf Menschen aus anderen Kulturkreisen anwendbar.

    • @Streberin:

      Was soll das Schöngerede. Ich als Schwuler weiß ganz genau, dass es seit 2015 für mich gefährlich geworden ist, migrantisch geprägte Stadtteile aufzusuchen. Passiert mir im braunen Erzgebirge und der Sächsischen Schweiz nicht. Punkt. Zwei Gruppenvergewaltigungen am Tag gehen meistens auch nicht von Dieter und Hans-Jürgen aus. Wenn man das Problem nicht benennt, kann man es auch nicht lösen.

      • @Leningrad:

        Ach, im braunen Lande gibt es keine Gefahr für Schwule? Siehe den taz-Artikel des Schiedrichters, der einen Heiratsantrag auf dem Rasen gemacht hat und nun von Faschos verprügelt wird.

        Passiert dort, kann auch im Erzgebirge passieren. Da braucht man einfach nur Glück/Unglück.

    • @Streberin:

      "Ariop A wird viel Gewalt, auch sexuelle, erlebt haben, wie die taz schreibt, am eigenen Leib und als Augenzeuge."

      Das ist doch alles nur Spekulation.

      Vielleicht hat er auch kaum was erlebt und einfach eine Psychose gehabt.

      Wenn die Bürgerschaft den Umgang mit gefährlichen Männern wie diesem Täter diskutieren soll, könnte als Ergebnis rauskommen, dass deren Zahl schon mal nicht durch Migration vergrößert werden soll.

      Erst recht, wenn - wie Sie darstellen - die deutsche Zivilgesellschaft und Behörden nicht in der Lage sind, traumatisierte Männer entsprechend zu therapieren.

      Auch wenn Sie sich vielleicht dabei wohler fühlen, wenn es " gegen Männer" und nicht " gegen Migranten" geht - das Ergebnis der Diskussion könnte das Gleiche sein.

      • @rero:

        "Vielleicht hat er auch kaum was erlebt und einfach eine Psychose gehabt."

        Oder das Leben hier in Deutschland hat nicht seinen, teilweise vielleicht idealistischen, Vorstellungen entsprochen. Wenn er 12 Jahre in diesem Lager gewohnt hat, wird er dort vielleicht auch Freunde gehabt haben, die er zurückließ.

        Ich habe nicht zum ersten Mal den Eindruck, dass wir nicht jedem geflüchteten Menschen einen Gefallen damit tun, in Deutschland leben zu dürfen. Theoretisch müssten wir jedem Geflüchteten, meiner Meinung nach, einen Bundesbürger an die Seite stellen, der/sie den Geflüchteten "an die Hand nimmt" und ggf. auf Warnsignale reagieren kann.

        • @*Sabine*:

          Ich bin überzeugt, dass Sie schon seit 2015 gerne und 24/7 sich selbst überlassenen Geflüchteten zur Seite stehen, um ihnen das Ankommen in unserer Gesellschaft zu erleichtern und ihnen unsere deutschen Werte näherzubringen.

  • Diese ganze Diskussion ist mal wieder unsäglich: Was ist denn mit dem Mann, der in Grenchen (Schweiz) einen Rentner nach Geld fragt und diesen dann vor einen einfahrenden Zug stößt. Nach der Beschreibung des Täters war das kein Asylant. Solche psychisch auffälligen Personen wird es immer wieder geben. Ich schütze mich so gut ich kann - indem ich z.B. erst zur Bahnsteigkante gehe, wenn der Zug bereits eingefahren ist.

    • @Il_Leopardo:

      "Was ist denn mit dem Mann, der in Grenchen (Schweiz) einen Rentner nach Geld fragt und diesen dann vor einen einfahrenden Zug stößt."

      Was mit dem Mann ist, weiß ich nicht. Ich denke nur, dass bei begrenzten Ressourcen entschieden werden muss, wie viele "Problemfälle" man zu den bereits länger hier lebenden "Problemfällen" aufnehmen und versorgen kann ... oder eben, man nimmt die "Kollateralschäden" in Kauf.

      • @*Sabine*:

        Man holt sich keine Problemfälle ins Land, sondern Menschen. Darunter gibt es dann halt auch psychisch Kranke.

        • @Il_Leopardo:

          Wahrscheinlich. Letztlich an dieser Stelle aber unnötige Begriffsklauberei. "Sabine" hat die "Fälle" immerhin in Anführungszeichen gesetzt...

  • Was für ein Wahnsinn- und da stellt sich natürlich auch noch eine bisher ungestellte Frage: Inwieweit weiß das UNO Hilfswerk wirklich , wen sie ohne Vorbereitung in unsere freiheitliche Gesellschaft entlassen? Müsste es die psychologische Betreuung und Begutachtung nicht schon vorher im Lager geben?