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Fünf Jahre Rückkehr der Taliban Westlicher Selbstbetrug

Gastkommentar von

Emran Feroz

Die Herrschaft der Taliban in Afghanistan lässt sich nur durch die Verbrechen der westlichen Besatzung verstehen, die ihnen den Weg bereitet haben.

D ass ihr hierherkommt, um mit uns zu sprechen – das ist ehrenhaft.“ Der Mann mit dem grauen Bart in der ostafghanischen Provinz Kunar sagte diesen Satz im Jahr 2021, wenige Monate bevor die letzten US-Soldaten abzogen und die Taliban zurückkehrten. Ich war dort, um über Kriegsverbrechen in ländlichen Gebieten zu recherchieren. Es ging damals praktisch um alle Parteien, die dort Zi­vi­lis­t:in­nen töteten: Die afghanische IS-Zelle sowie die Taliban, das US-Militär und die Nato-Truppen, der afghanische Geheimdienst, aber auch die pakistanische Armee, die entlang der Grenze immer wieder Dörfer bombardierte.

Orte wie Kunar wurden zwei Jahrzehnte lang übersehen. Die westliche Berichterstattung über den Krieg war auf Kabul konzentriert; die meisten ausländischen Kor­re­spon­den­t:in­nen arbeiteten von dort aus. Sie verbrachten zu viel Zeit in ihren abgesicherten Hotels. Im Schatten der pompösen Villen, die proamerikanische Warlords mit Hilfs- und Auftragsgeldern errichteten, wuchsen die Slums. Der Drogenhandel blühte. Auf dem Land waren amerikanische Drohnen und Todesschwadronen für viele zivile Opfer verantwortlich und radikalisierten ganze Regionen. Das waren Dinge, über die man lange nicht sprechen wollte.

Dann war alles plötzlich vorbei. Vor fünf Jahren hoben die letzten Transportmaschinen des US-Militärs vom Kabuler Flughafen ab. Ein zwanzigjähriges imperiales Experiment endete in einer Demütigung. Doch nach Wochen der Schockstarre und der Selbstkritik wandelte sich die westliche Afghanistan-Erzählung zu etwas Bequemerem.

Emran Feroz

ist ein österreichisch-afghanischer Journalist und Buchautor. Sein 2021 erschienenes Buch „Der längste Krieg – 20 Jahre War on Terror“ über den Krieg in Afghanistan wurde zum Bestseller und erschien 2024 auch in den USA.

Die Jahrestagsberichte werden sich – zu Recht – mit der Unterdrückung von Frauen und Mädchen befassen, mit Bildungs- und Arbeitsverboten und mit der Zerschlagung der Zivilgesellschaft unter dem Taliban-Regime. All das ist real und verdient Aufmerksamkeit. Aber die Erzählung, die darum herum gebaut wurde, erlaubt dem Westen seine liebste Pose: die des großzügigen Wohltäters, dessen edles Projekt an einem undankbaren, rückständigen Volk gescheitert ist.

Was in dieser Geschichte fehlt, ist jene Gewalt, die die Rückkehr der Taliban überhaupt erst ermöglichte. Jenseits der klimatisierten Büros in Kabul lag das ländliche Afghanistan, wo Millionen Menschen die westliche Intervention nicht als Befreiung erlebten, sondern als zwei Jahrzehnte des Terrors: nächtliche Razzien, Menschen, die dem kollektiven Terrorverdacht ausgesetzt waren, ausgelöschte Hochzeitsgesellschaften und Beerdigungen – und Drohnen, die den blauen Himmel zur Hölle machten.

Fünf Jahre danach scheint eine Aufarbeitung vieler dieser Verbrechen dennoch voranzukommen. In Großbritannien untersucht eine öffentliche Kommission die Tötung von rund 80 Menschen durch Einsätze britischer Spezialkräfte zwischen 2010 und 2013. Was bis jetzt klar ist: Es gab „kill lists“ von unbewaffneten Afghan:innen, die in ihren Betten erschossen wurden, und „drop weapons“, also Kalaschnikows, die Soldaten mitführten, um sie neben Zivilisten zu legen und die Tötungen als Gefechte zu protokollieren.

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In Australien fand der Brereton-Bericht 2020 glaubhafte Hinweise auf mindestens 39 rechtswidrige Tötungen. Im April 2026 wurde Ben Roberts-Smith, der höchstdekorierte Soldat des Landes, verhaftet und wegen fünffachen Mordes und Kriegsverbrechen angeklagt. Er bestreitet die Vorwürfe. In Neuseeland stellte eine Untersuchung fest, dass bei einer Operation im Jahr 2010 Zi­vi­lis­t:in­nen starben – und dass die Streitkräfte jahrelang ihre eigene Regierung in die Irre führten, um ihre Taten zu verdecken.

Und Deutschland? Mindestens 90 Menschen starben, als der damalige Bundeswehroberst Georg Klein 2009 bei Kundus einen Luftangriff auf zwei Tanklastzüge befahl, während Zivilisten sie umringten. Das Verfahren wurde eingestellt, einige der Angehörige bekamen ein paar Tausend Dollar Entschädigung – und Klein wurde 2012 befördert.

Keine Aufarbeitung in den USA, im Gegenteil

Zugleich wurde das Land ein Spielplatz westlicher Eliten. Die Epstein-Akten haben das in diesem Jahr gezeigt. Unter den vom US-Justizministerium freigegebenen Dokumenten findet sich eine E-Mail des Hyatt-Erben Tom Pritzker an Jeffrey Epstein aus dem Juni 2011, mitten in der blutigsten Phase des Krieges: Er sei in einem abgelegenen Tal Afghanistans; „Boys with Toys“, das sei sein Geburtstagswunsch gewesen, tags zuvor habe er Zeit mit General David Petraeus verbracht. Patraeus war zum damaligen Zeitpunkt der ranghöchste US-General in Afghanistan. Er empfing Pritzker und höchstwahrscheinlich auch andere Milliardäre.

Die USA hingegen wollen von kritischer Aufarbeitung weiterhin nichts wissen. Dort geschieht de facto seit Jahren eher Gegenteiliges. Donald Trump begnadigte 2019 Clint Lorance, der wegen des Befehls zur Ermordung unbewaffneter Af­gha­n:in­nen im Gefängnis saß, und Mathew Golsteyn, dem der Prozess wegen der Tötung eines Gefangenen bevorstand. Dem Soldaten und Mitglied einer Spezialtruppe, Eddie Gallagher, der für zahlreiche Kriegsverbrechen in Afghanistan und im Irak verantwortlich sein soll, gab er den Dienstgrad zurück.

Heute führt Pete Hegseth das Pentagon, der jahrelang im Fernsehen mutmaßliche Kriegsverbrecher verteidigte. Im September 2025 beschossen US-Kräfte in der Karibik ein mutmaßliches Drogenboot – und danach ein zweites Mal die Überlebenden im Wasser. Abgeordnete beider Parteien sprachen von einem möglichen Kriegsverbrechen. Hegseth nannte es „die richtige Entscheidung“. Nichts anderes hatte Hegseth während seiner Einsätze im „War on Terror“ gelernt.

Die Tragödie Afghanistans lässt sich nicht verstehen, wenn man nur auf die Herrschaft der Taliban blickt. Man muss sie durch jene Verbrechen verstehen, die ihnen den Weg bereitet haben – und durch das Schweigen darüber. Solange sich der Westen dem nicht stellt, bleibt jede seiner Reden über Menschenrechte in Afghanistan unglaubwürdig.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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28 Kommentare

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  • Lieselotte Schellong

    Ich habe vor Jahren einen Report von einem Afghan-Amerikaner gekauft, der eine Zeit lang auf der US Base in Kandahar als Berater angestellt war. Leider habe ich dieses Buch, eigentlich mehr ein Heft, verliehen, verloren...ich finde einfach den Namen nicht, auch nicht über KI. Es war ein simpler afgh. Name, nicht Ali Arghandabhi. Es gab mehrere Reports von ihm, ich hatte den Bericht über ein Massaker an Zivilisten, die für Taliban gehalten wurden. Es gab wohl auch Fälle von Verleumdungen verfeindeter Familien. In diesem Bericht beklagt er sehr, das Ratschläge afghanischer Militärs von US Kommandeuren nicht ernst genommen wurden, US Typen, die halt alles besser wussten.



    Eigentlich war der zentralistische Aufbau, den die US unbedingt wollten, auch nicht zielführend, habe noch mal den Vorschlag der Bonner Uni gelesen, zu finden auf zef.de, ein demokratischerer Aufbau von der lokalen Ebene an...aber vorbei.

    Vielleicht kennt jemand Namen von Berichterstattern ?

  • Punita Iser

    Ich finde den Artikel mehr als unklar. Sicher gab es damals Fehlentscheidungen und Kriegsverbrechen, denn angesichts der schwierigen Lage , in denen sich westl. Einsatzkräfte oft befanden, waren Fehlleistungen vorprogrammiert.



    Wieso das allerdings zur heutigen desaströsen Situation unter der Taliban-Regierung beigetragen haben soll, wird nicht klar. Und auch nicht, aus welcher Motivation heraus die Einsatzkräfte absichtlich derart brutale Aktionen durchgeführt haben sollen .



    Der von Kommentatoren zitierte Wikipedia-Artikel läßt Zweifel an der Darstellung im Artikel aufkommen, es habe sich bei dem Einsatz in Kundus um einfache Zivilisten gehandelt.

    • Uwe Kulick

      @Punita Iser:

      Ich meine, es war ein Spiegel-Artikel, der damals eineindeutig eine Fehlleistung des Oberst Klein feststellte. Es gab demnach damals ein absolut klipp und klares Angebot des Kampfpiloten an den Oberst, das Bombardement mit einem Tiefflug zu beginnen, damit ängstliche Zivilsten von alleine weglaufen! Erst dann hätte er die Bomben bei einem zweiten Anflug abgeworfen! Klein habe stattdessen den Bombenabwurf aus großer Höhe befohlen.

      Der Spiegelartikel basierte nicht auf Wikipedia, sondern auf Protokollen des militärischen Vorganges.

      Da kann unsereins nur hoffen, dass Klein nach seiner Beförderung wenigstens der kleinstdekorierte Bundewehrgeneral geworden ist.

  • Land of plenty

    Nein, ein Selbstbetrug von Emran Feroz!



    Die westliche Besatzung hat den Taliban nicht den Weg bereitet, denn diese herrschten skandalös brutal 1996-2001 bevor westliche Truppen kamen.



    Die Taliban entstanden ab 1866 und stützen sich wesentlich auf die Paschtunen. Diese dehnen ihre Herrschaft aus, in dem sie Gebiete der anderen Völker Afghanistans erobern, beseitigen, beschlagnahmen.



    Ahmad Shah Masoud war ein Tadschike - und warnte die USA im Frühjahr 2001, Al Qaida habe einen großen Anschlag vor gegen die USA. Diese ignorierten das, wohl aus Arroganz, und Unverständnis.



    Die Motivation zu dieser Sekten-Herrschaft ist keineswegs ein Resultat dessen, was die gesamte heterogene Bevölkerung von 1979 bis 2020 in Afghanistan erlebte.



    Das ist unlogisch.



    Die Bombardierung des Tanklasters bei Kundus auf Befehl von BW-Oberst Klein war ein Racheakt auf die Sprengfallen. Und natürlich ein Verbrechen. geringe Entschädigungen wurden juristisch durchgesetzt.



    Nun also Taliban, hanafitische Sunniten, Schiiten (z.B. in Herat), AlQaida und IS-Khorasan nicht verwechseln.

  • ja wirklich?

    Wenn die Verbrechen des Westens den Verbrechen der Taliban "den Weg bereitet" haben, dann waren die verbrecherischen Einstellungen der Tyliban (-Männer) wohl schon vorher da. Sie konnten so mit der westlichen Wegbereitung leichjter vorankommen. Es bleiben originäre Taliban-Islamismus-Verbrechen: Frauenverachtung, Gewalt, Unterdrücken von Bildung - alles, was ein menschen würdiges Leben ausmacht, gibt es bei den Taliban eher nicht. - Dass Deutschland sich nun erneut schuldig macht, indem es die Afghanischen Helfer, die sogenannten Ortskräfte, im Nachhinein verrät, nachdem ihnen vorher eine Zzusage zur Aufnahme in D gegeben wurde, liefert diese Gruppe nochmals schärfer der Brutalität aus.

  • Hans - Friedrich Bär

    Ich finde den Artikel ganz gut. Wenn man sich schwerpunktmäßig nicht damit befasst gibt er Hinweise auf Namen , die ich nicht kannte.

    Der Artikel kann als Zeitungsartikel nicht genau und umfangreich darstellen.

    M.W. haben in Afghanistan 59 deutsche Soldaten ihr Leben verloren. Der Zweck dieses Einsatzes war, die Ausbreitung eines Welt- und Menschenverständnisses zu verhindern, wie wir es nicht wollen.

    Deswegen müsste die deutsche Politik heute im Umgang mit dem politischen Afghanistan heute ganz besonders zurückhaltend sein.

    Das ist auch die Meinung ausgesprochen seriöser Kommentare: www.tagesschau.de/...regierung-100.html

    Allgemein :



    www.bpb.de/themen/...77554/afghanistan/

  • IG

    Die folgende Frage mag naiv wirken, aber vielleicht kann jemand weiterführende Hinweise geben: Nach 1945 sind die Deutschen, trotz vorangegangener massiver alliierter Bombenabwürfe auch auf Wohngebiete, in ihrer großen Mehrheit zur Demokratie "übergelaufen", verwestlichten sich kulturell rasant, und viele bewunderten gerade die USA als "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" (Antiamerikanismus auf breiterer Basis kam ja erst wieder im Zuge der 68er-Bewegung auf). Warum läuft die Entwicklung in Afghanistan und auch in anderen Ländern der Region anders?

    • Barnie

      @IG:

      Ääh, Marshall Plan??????????

    • Xanyd

      @IG:

      Deutschland und die USA haben eine ähnlichen kulturellen Hintergrund, in Afghanistan und auch anderen Ländern der Region ist ein anderes Verständnis von Gesellschaft, das sich von dem westlichen Modell deutlich unterscheidet. Eine Veränderung kann daher nur von innen kommen, als Weiterentwicklung des Vorhandenen. Aus einer mittelalterlich strukturierten Gesellschaft kann man nicht innerhalb von 20 Jahren eine Moderne formen, schon gar nicht mit Gewalt.

      • datensenke

        @Xanyd:

        Die städtischen Regionen Afghanistans waren in den 70ern wesentlich moderner und freier als heute. Nix Mittelalter. Bitte keinen Schmarrn verzapfen.



        Mit den Mudjaheddin begann der Kampf des reaktionären Ruralen gegen das moderne Urbane. Wie heute in der BRD. Die AfD sind die Mudjaheddins Deutschlands.

  • Paul Anther

    Dass gerade die Amerikaner nichts von eigenen Kriegsverbrechen wissen wollen, hat Methode. Sowas machen die Guten erstens nicht und wenn doch Berichte auftauchen, dann ist das ja ohnehin alles selbstverständlich auf allen Seiten genauso und außerdem hat der Feind es doch nur so verdient. Da müssen sich schon Deppen selbst im Foltergefängnis fotografieren, um eine Nichtverfolgung der Straftat praktisch unmöglich zu machen.

  • Pawelko

    Ah "der Westen" ist Schuld. Schauen wir uns einfach den afghanischen Werdegang an:



    1933 - Mit Mohammed Zair Schah an der Spitze ein konstitutionelles Königreich. Zahir Schah läutete jedoch eine demokratische Wende in Afghanistan ein. Unter seiner Herrschaft wurden unter anderem Wahlen, ein Zwei-Kammern-Parlament, die Emanzipation der Frauen bis hin zum Frauenwahlrecht, eine Modernisierung der Infrastruktur und Pressefreiheit etabliert



    1978 - Die kommunistische Demokratische Volkspartei Afghanistans übernahm durch einen Staatsstreich die Macht.



    1979 - Die Sowjetunion marschierte ein, um die kommunistische Regierung zu stützen. Es begann der sowjetisch-afghanische Krieg.



    1989 - Die Sowjets zogen sich zurück. Die kommunistische Regierung hielt sich aber noch bis 1992.



    1992–1996: Danach herrschten verschiedene Mudschaheddin-Gruppen. Sie bekämpften sich gegenseitig und führten einen verheerenden Bürgerkrieg.



    1994 - In diesem Chaos entstanden die Taliban als neue Bewegung, zunächst vor allem im Süden Afghanistans.



    11. September usw....und wie so oft sind fundamentale Islamisten der Grund für Leid, und nicht der Westen. Dieser kann nur nicht jedes durch Radikale verursachtes Leid lösen

    • Barnie

      @Pawelko:

      Wollen sie jetzt hier Verbrechen mit Verbrechen vergleichen?



      Nichts von dem was sie hier aufführen rechtfertigt Kriegsverbrechen, egal von wem sie begangen werden!

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Pawelko:

      Will man wirklich die letzten 25 Jahre weglassen, damit das Bild stimmt?

  • Janix

    Wer sich den aktuellen Odysse-Film anschaut, mag bei der dortigen Kriegstraumatisierung nicht nur an Vietnam erinnert sein, sondern auch an Afghanistan, Irak, Westjordan & Co.



    Nein, der Westen ist nicht alles schuld. Doch angepeilte moralische Überlegenheit muss dann auch mal mit entsprechenden "Opfern" an "Effizienz" bezahlt werden.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Danke. Das darf nicht unter den Tisch fallen.

    • Pawelko

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      "Die Tragödie Afghanistans lässt sich nicht verstehen, wenn man nur auf die Herrschaft der Taliban blickt. Man muss sie durch jene Verbrechen verstehen, die ihnen den Weg bereitet haben"

      Meinen Sie die kommunistische Regierung die das Land vor der Machtergreifung der Taliban regiert hat? Oder die Zeit vor der westlichen Intervention in der die Taliban das Land schon unterjocht hat? Was darf nicht unter den Tisch fallen? Den davon lese ich in dem Artikel leider herzlich wenig.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Pawelko:

        Was ich meine, steht im Artikel.

        Der erste Schritt zur Besserung ist, sich an die eigene Nase zu fassen, statt auf andere zu zeigen.

  • David Lejdar

    In den Details auch Dinge, wo es in Afghanistan bis zur Invasion von Irak noch relativ ruhig war, und US Army schon mit den IEDs überfordert war.

    Auf jeden Fall, wenn Rede davon AfghanCorps aufzustellen (im Rahmen preußischer Fremdenlegion), meiner Ansicht nach wäre ein Szenario, sich einfach erst mal in einem Gebiet festzusetzen, mit Checkpoints und weiterem, und etwas in den sozialen Medien unterwegs, mit Fotos von Supermärkten und so.

    • Paul Anther

      @David Lejdar:

      Erzählen Sie mir bitte mehr über diese preußische Fremdenlegion

  • Egil

    So weit ich mich erinnern kann, waren die Taliban schon an der Macht und hatten sich das Land mit Terror und Gewalt unterworfen, bevor die USA und Alliierte intervenierten. Das wurde von zahlreichen Gegnern der Taliban (Usbeken, Tadschiken, Hazara u. A.) sehr begrüßt.



    Leider haben weder die Afghanen, noch die Westler es vermocht ein funktionierendes Staatswesen aufzubauen, stattdessen wurden korrupte Kleptokraten gefüttert.



    Der größte Fehler der USA war es sicherlich, in den 80er und 90er Jahren die Islamisten als Gegner der sowjetisch unterstützten Kommunisten aufzurüsten. Mit dem Sturz der Regierung Nadschibullah wurde ein grausames Schicksal für die Frauen Afghanistans besiegelt. Das ist die wahre Schande des Westens.

    • Barnie

      @Egil:

      Nun ja, die ungesüghnten Kriegsverbrechen sind genauso eine Schande.

    • Machiavelli

      @Egil:

      Hätten die Kommunisten nicht in einembrutalen coup David khan ermordet und gestürzt hätte es den aufstand nicht gegeben. Dieser wurde auch primär nicht vom Westen sondern von islamischen Stiftungen getragen, daneben half China noch kräftig mit.

      • Machiavelli

        @Machiavelli:

        Daoud Khan, heißt zwar David aber Daoud ist korrekter.

  • Dr. McSchreck

    Mindestens 90 Menschen starben, als der damalige Bundeswehroberst Georg Klein 2009 bei Kundus einen Luftangriff auf zwei Tanklastzüge befahl, während Zivilisten sie umringten.

    Diese Darstellung entspricht nicht mehr dem Stand des Wissens. Der Wikipedia-Artikel zu dem Thema ist sehr ausführlich und beschreibt es gut, wichtig auch der dortige Hinweis auf in öffentlicher Verhandlung abgespielter Infrarot-Aufnahmen, die das Geschehen zeigen. Weder wurden 90 Menschen getötet, noch waren dies Zivilisten.

    • Barnie

      @Dr. McSchreck:

      Doch, es wurden 90 Menschen getötet, sogar noch mehr. Deutlich über 100....



      Und Zivilisten waren auch darunter. Zwar keine 90, aber mehr als 2 Dutzend.



      Steht alles auf Wikipedia, danke dafür.

      Ich frage mich worauf ihr Kommentar nun abzielt?

    • Eric Manneschmidt

      @Dr. McSchreck:

      Der Wikipedia ist in der Tat sehr ausführlich.



      Lesen Sie ihn doch vielleicht mal.



      de.wikipedia.org/w...angriff_bei_Kundus

      • Dr. McSchreck

        @Eric Manneschmidt:

        Das habe ich getan - und zwar nicht nur den Anfang.