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Ende vom Lkw-Fahrverbot an Sonntagen Lastwagen sind auch keine Lösung

Nanja Boenisch

Kommentar von

Nanja Boenisch

Güterverkehr auf die Straße zu verlegen, ist wie Feuer mit Benzin zu löschen. Mehr Emissionen feuern die Klimakrise an, wodurch Wasserstände weiter sinken.

E in Bundesland nach dem anderen setzt wegen des Niedrigwassers das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen aus. „Große Bereitschaft“ der Länder hatte sich Steffen Bilger vor gut einer Woche für diese Maßnahme erhofft, und er stieß auf große Bereitschaft. Ob er auch große Wirkung bekommt? Eine Symbolwirkung, vielleicht. Für echte Lösungen aber müsste der frischgebackene Verkehrsminister an anderer Stelle ansetzen.

Am Rhein werden praktisch täglich neue Tiefststände gemessen. Auch die Donau und die Elbe führen stellenweise so wenig Wasser wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Schiffsverkehr ist an vielen Orten komplett lahmgelegt, einige Frachtschiffe probieren sich noch mit wenig Ladung und wenig Tiefgang.

Die Binnenschiffe auf dem Rhein, der große niederländische Seehäfen mit industriellen Ballungszentren in Deutschland und Basel verbindet, transportieren vor allem Massengüter wie Erze, Steine, Mineralölprodukte wie Diesel, Kohle oder chemische Erzeugnisse. Große Rheinschiffe schaffen mehr als 3.000 Tonnen, bei normalen Wasserständen. Ein Sattelzug, etwa ein 40-Tonner, kann rund 25 Tonnen laden. Das heißt: Es braucht mehr als hundert Lkws, um ein Binnenschiff zu ersetzen.

Die Logistikbranche klagt jedoch schon seit Längerem über Fahrer:innenmangel. Ohne Fah­re­r:in­nen ist ein zusätzlicher Lkw-Verkehr kaum zu machen. Es sei denn, die Rechte der Beschäftigten im Transportgewerbe, ihre Lenk- und Ruhezeiten werden über Bord geworfen – und das ist keine gute Sache. Zudem haben viele Lkw-Transportunternehmen schlicht nicht die passenden Beladeeinrichtungen für die Schiffsfracht.

Warentransport auf der Schiene

So ist – trotz Sonntagsfahrerlaubnis – die Nachfrage nach Lkw-Transporten bisher nicht gewachsen, wie das Handelsblatt errechnen ließ. Ohnehin sollte das Ziel sein, den Güterverkehr auf der Straße zu reduzieren. Viele Straßen und Brücken sind schon jetzt sanierungsbedürftig. Noch mehr schwer beladene Lkws machen das Problem nur noch größer.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Die meisten Laster fahren zudem fossil betrieben und feuern so die Klimakrise weiter an, die Ursache des Niedrigwassers ist. Weit zielführender wäre es, den Schienengüterverkehr für den Transport von Massengütern in den Fokus zu nehmen und Lkws nur gezielt im kombinierten Verkehr, als flexible Zulieferer für den klimafreundlicheren Verkehrsträger einzuplanen. Nur: Dafür braucht es stabile Infrastruktur.

In Krisen wie dieser rächt sich, dass genau dort jahrelang gespart wurde. Aber Krisen wie diese bieten auch die Chance, Weichen für den Güterverkehr der kommenden Jahre zu stellen. Bilger kann sich nicht vorwerfen lassen, den Schienenverkehr gar nicht auf dem Schirm zu haben. Doch welche Prioritäten er setzt und für welchen Verkehrsträger er wie viel Geld springen lässt, wie gut er Klimaschutz mit wirtschaftlichem Gütertransport verzahnt bekommt und ob das dann mehr als nur Symbolwirkung hat – das wird er noch zeigen müssen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Nanja Boenisch

Nanja Boenisch Redakteurin

Schreibt im Ressort Wirtschaft + Umwelt über Mobilität und Verkehrswende.
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41 Kommentare

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  • Josef 123

    Ein Grundproblem -unabhängig von der Wassersituation- sind seit Jahrzehnten die "Just-in-Time"-Lieferungen an die Industrie, die sich dadurch Lagerhallen, -kapazitäten und damit Kosten spart. Die Lagerhaltung findet rollend auf der Autobahn statt.

    Natürlich müssen die Firmen so oder so beliefert werden, aber der Lieferverkehr könnte fokussierter bzw. entzerrter gestaltet werden.

  • metalhead86

    Das Sonntagsfahrverbot aufzuheben dauert vielleicht eine Woche, die nötigen Schienenverkehrswege zu bauen Jahrzehnte.

    Tempo 80 auf Autobahnen, Tempo 60 auf Landstraßen und Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften gingen allerdings ähnlich schnell und könnten die Folgeprobleme abmildern.

  • Altbayer

    Habt schon recht! Sattelt die Lastenräder!

  • Janix

    Lasterhaft ist keine Dauer-Lösung, sondern Aktivismus-Vortäuschung mit offensichtlich wenig an Hilfreichem.



    Endlich mit Klimaschutz den Flüssen wieder eine Chance könnte eine sein. Wassersparen und Transport verringern. Weniger ist auch hier mehr.

    • sollndas

      @Janix:

      "Endlich mit Klimaschutz den Flüssen wieder eine Chance könnte eine (Lösung) sein."



      Genial. Leider dürfte es 100 bis 200 Jahre dauern, bis "mit Klimaschutz" der CO2-Gehalt der Atmosphäre wieder sinkt. Was machen wir bis dahin? Lastenräder? Dazu müssten Sie die Lastenräderbahnen (heutige Autobahnen) aber kräftig ausbauen :-)



      Sorry, wohlfeile Sprüche ersetzen keine Lösungen.

      • Janix

        @sollndas:

        Tja, statt Zynismus endlich beginnen ist die kostengünstigste Idee. Das ist kein Spruch, sondern die plausibelste Hypothese. Die Bereitschaft hierzu ist noch nicht hinreichend.

        Sie lasen sicher in meinem Post, dass wir dann eben möglichst weniger Transport mit kluger Logistik hinbekommen müssen. Der Preis wird bereits in die Richtung drücken und sollte nicht teuer nach unten verzerrt werden. Laster sind umweltschädlich, teuer und machen die Straßen schneller kaputt als Verkehrsminister da noch mehr Geld darin versenken können. Die Lastenräderbahnen wären tatsächlich schon da, Ihr Hinweis, die gehen auch über kaputtgewalzte Brücken.



        Güterzüge müssten auferweckt werden, was eine Weile dauert, aber Parallelstrecken tun da auch dem Personenverkehr gut.

  • Gerald Müller

    Die Schiene kann auch nur graduell ausgebaut werden und ist teilweise schon an der Belastungsgrenze angekommen. Eine Lösung die kaum angesoroche, gescheige denn diskutiert wird ist der weitere Ausbau des Rheins mit Staustufen. Diese würden sowohl den Wasserstand für den Schiffsverkehr sichern als auch Strom erzeugen, und zwar erneuerbar ohne CO2 Ausstoß und grundlastfähig. Der Rhein ist bis Iffezheim sowieso gestaut so dass das keinen großen Untershcied mehr machen würde. Im Gegenteil. die Sohle würde stabilisiert werden. Auch der Grundwasserspiegel wäre stabil.

  • Hans Dampf

    Die Alternative wäre?



    Die Einstellung der Produktion, die Verknappung von Lebensmittel, geschlossene Tankstellen und Geschäfte.



    Es geht hier um ein sofortiges handeln für 2026. Völlig unabhängig davon müssen wir natürlich auch an später denken, denn diese Aktion darf kein Dauerzustand werden.

    • Nordischbynature

      @Hans Dampf:

      Was wollen Sie denn bitte sofort tun? Bitte konkret:

      Woher kommen tausende LKW? Aus dem Nichts?

      Woher kommen die zusätzlichen Fahrer, wo jetzt schon tausende Fehlern und die Demografie das Problem noch verschärft?

      Wie sollen Schüttgüter auf LKW geladen werden, die für den Transport von Containern und Paletten ausgelegt sind?

      Ich erwarte konkrete Antworten.

      • Hans Dampf

        @Nordischbynature:

        Wie wären denn konkret ihr Vorschläge?



        Denn nichts tun heißt dass es sehr teuer für die Verbraucher wird.

    • Perkele

      @Hans Dampf:

      Ach so!? Wir müssen auch an "später" denken? Das allerdings sollten wir machen - bisher hat das noch niemand wirklich ernsthaft versucht - außer den viel verleumdeten GRÜNEN, die dafür noch immer bekämpft werden.

      • Hans Dampf

        @Perkele:

        In Sachen Umweltpolitik sind für mich sogar nur die Grünen glaubwürdig, alle anderen machen auch Trittbrett-fahren.



        Das ändert jetzt aber leider trotzdem nichts daran, dass wir eine JETZT-SOFORT Maßnahme brauchen und ab SOFORT auch die Maßnahmen für die Zukunft radikaler einfordern müssen.

      • Mondschaf26

        @Perkele:

        Später... hat mensch wieder (k)eine Wahl.--

    • Deep South

      @Hans Dampf:

      Es geht halt nicht um konkret umsetzbare Alternativen oder Lösungen, es geht ums Recht haben. Der Vorwurf, Bilger hätte "die Bahn gar nicht auf dem Schirm" und würde versuchen, das "Feuer mit Benzin zu löschen" verpufft nur wenige Zeilen weiter im gleichen Artikel, da es dafür "eine stabile Infrastruktur brauch". Dassss dem nicht so ist, weiß also auch die Autorin. Man könnte die Situation also auch nutzen, um sachlich eine Debatte für den Ausbau des Güterverkehrs auf der Schiene zu forcieren, um auf zukünftige Versorgungsnotfälle besser vorbereitet zu sein. Aber das gibt halt keine krachige Headline her und dem Bilger -gerade 2 Wochen im Amt- kann man so auch nicht einfach mal eine mitgeben.

  • shitstormcowboy

    Natürlich - Lastwagen waren noch nie eine Lösung, aber der Schienenverkehr wird es auch nicht sein. Es ist der Warenverkehr, der jetzt so organisiert ist wie er eben ist und das ist eigentlich eine Katastrophe. Die Lösung liegt einzig in der Umgestaltung unseres Wirtschaftssytems, aber davon sind wir noch weit entfernt. Die Merztruppe steckt in der Vollverblendung fest, ebenso große Teile unseres Volkes. Alles in allem keine guten Aussichten.

    • Nachtsonne

      @shitstormcowboy:

      Sie schütten das Kinde mit dem Bade aus. Wir wäre es mit Lösungen in der realen Welt?

    • Machiavelli

      @shitstormcowboy:

      Da steckt die gesamte Menschheit fest. Daher Lösungen im bestehenden System finden.

  • Tom Farmer

    Das ist in diesem unseren Lande Standard:



    Wir ändern nix (nach dem Niedrigwasservor 5 Jahren hatten wir auch Tiefstand am Rhein mit großen Ankündigungen) , lassen alles mal laufen. Bereiten uns auch auf gar nix vor. Wenn dann ein Ereignis eintritt , dann ist leider nur ein alternativloses Vorgehen opportun und wird dann per Verbot, Eilentscheidung, Notfall..... entschieden.



    Egal ob Rheinniedrigwasser, Rente, Steuern, Rüstung......



    Doofheit kostet Geld, Planlosigkeit kostet Geld. Und leider: Ich hoffe es kostet uns auch nicht die Demokratie. Die Rechten stehen in den Startlöchern diese elendige Trägheit und Entscheidungslosigkeit und Zukunftsfeindlichkeit bei jedwedem Thema auszunutzen.

    • Nachtsonne

      @Tom Farmer:

      Alle 5 Jahre für 3 Monate Lastwagen statt Schiffsverkehr kann durchaus die günstigere Lösung sein. Schonmal durchgerechnet?

      • Tom Farmer

        @Nachtsonne:

        Darum geht's doch hier gar nicht!?



        Es geht um das Unvorbereitetsein! Es gibt keinen Plan noch Infrastrukturvorgaben. Dann müsste ggf. die Bahn oder LKW Strecken priorisiert dafür genutzt werden. Immer im Top Zustand, LKW Einsatzpläne mit Fahrern, sicher zusätzliche Spezialfahrzeuge wegen der vielen Öl und Chemieprodukte, entsprechende Schienenfahrzeuge... all das gibt's eben nicht, nur Schüsse aus der Hüfte.



        Nervig!

  • Martin Rees

    "Lastwagen sind auch keine Lösung"



    Aber eine Hilfe und vorläufige Notlösung.



    "Wenn Menschen an europäischen Güterverkehr denken, haben sie verstopfte Autobahnen voller Lkw oder endlose Güterzüge vor Augen. Die wenigsten wissen, dass ein einziger Fluss — der Rhein — leise rund 285 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr bewegt und damit etwa zwei Drittel des gesamten Binnenschiffsgüterverkehrs in der Europäischen Union ausmacht (Quelle: ZKR, 2024). Zum Vergleich: Deutschlands gesamtes Schienenfrachtaufkommen betrug 2023 etwa 360 Millionen Tonnen. Der Rhein allein kommt dieser Zahl nahe — bei einem Bruchteil des Energie- und Infrastrukturaufwands."



    Quelle:



    ourrhine.eu



    Am Ende steht:



    "Die Wettbewerbsvorteile des Flusses — Kosten, Kapazität und Emissionseffizienz — sind schlicht zu stark, als dass Verlader darauf verzichten könnten."



    Autor:



    Kai Linden, Biologe & Umweltpädagoge, am Rhein bei Mainz



    ourrhine.eu/de/sch...hrt/gueterverkehr/

    • Lowandorder

      @Martin Rees:

      Niedrigwasserschiffe

      www.wiwo.de/untern...len/100246576.html

      Rheinvertiefung? / Kaub/ Jungferngrund



      www.swr.de/swraktu...n-spricht-100.html



      & klar



      Ein Planfeststellungsverfahren für eine Rheinvertiefung ist ein offizielles Genehmigungsverfahren. Es ist nötig, um die Fahrrinne des Flusses zu vertiefen. Das Ziel ist, dass Schiffe bei Niedrigwasser mehr Last tragen können. Solche Projekte laufen zum Beispiel am Mittelrhein oder im Bereich zwischen Krefeld und Düsseldorf-Stürzelberg.



      … Betroffene können ihre Einwände oder Sorgen offiziell abgeben (zum Beispiel zum Grundwasser oder zum Schutz der Natur).Prüfung: Die Behörden prüfen alle Folgen für Mensch und Natur.



      Beschluss: Am Ende steht der Planfeststellungsbeschluss.



      Erst danach darf gebaut werden.“ 🤖

  • Andreas Braun

    Sind wir in Deutschland auf irgendeine Krise vorbereitet ? Was treibt die Politik da und wenn es brenzlig wird, dann macht der Laden Sommerferien ?



    Und Freunde einer Energiewende und zukunftsorientierter Konzepte ist dieser Haufen da auch oder Frau Reiche ?

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Natürlich sind LKW keine wirkliche Alternative. Aber sind sind die einzige, aktuell greifbare Notlösung.

    Die Bahn versucht jetzt zwar, ausgemusterte Güterwagen wieder fit zu machen. Aber auf den überlasteten Strecken...

    Was wir brauchen, ist ein Umbau der Infrastruktur. Das dauert aber. Besonders weil sofort ein paar besorgte Bürger auftauchen, wenn jemand in D einen Spaten in die Erde steckt.

  • Martin Rees

    "Große Rheinschiffe schaffen mehr als 3.000 Tonnen, bei normalen Wasserständen."



    Daher werden andere Schiffe gebaut, denn die Zuladung und der Tiefgang sind das Problem.



    Eine Lösung ist möglich:



    Bspw „MoneyMaker 1.2 Twin Screw“



    binnenschifffahrt-...ser-binnenschiffe/



    Übrigens setzt kaum jemand auf die Wirksamkeit der Einschränkung des Individualverkehrs in diesen Monaten zur Reduzierung des Treibstoffverbrauches durch Begrenzung seiner persönlichen Mobilität in Freizeitaktivitäten.



    Zusätzliche unpopuläre Maßnahmen kann sich die Politik derzeit nicht leisten und der Schienenverkehr ist auch keine wirkliche Alternative.

  • Saschas2Cents

    Eigentlich beste Bedingungen, um Überkonsum, Externalisierung von Kosten und die Ausbeutung von Mensch und Natur kritisch zu hinterfragen.

  • Philippo1000

    Logistiker befürchten Verteuerungen von 1000€ pro Container.



    Ein Binnenschiff kann 50 , 150 oder gar 180 Container transportieren .



    Entsprechend viele LKW Fahrten wären nötig.



    Gut, dass die deutsche Bahn gleich Abhilfe angeboten hat, rund 100 Container pro Güterzug sind möglich.



    Gequatsche über Vertiefungen des Rheins oder gar weitere Staustufen sind sehr langfristige Ideen, die außerdem Fragen aufwerfen, welche Stadt wohl unter Wasser gesetzt werden soll.



    Schlau wäre bei der Gelegenheit, den Klimawandel in den Fokus zu setzen und die kontraproduktiven Pläne Reiches rückgängig zu machen.



    Wir brauchen Politik, die Probleme löst und nicht zusätzliche schafft.



    Der verhältnismäßig umweltfreundliche Umstieg auf die Bahn läuft natürlich der Pünktlichkeit zuwider, die der Verkehrsversprecher als neues Ziel definierte und dafür in dieser Zeitung gelobt wurde.

  • Astrid Sehnefeld

    "Bilger kann sich nicht vorwerfen lassen, den Schienenverkehr gar nicht auf dem Schirm zu haben."



    Eben - und das ist auch gut so. Aber im Heute sind Lkws natürlich die Lösung, was denn sonst?



    Ohne Wasser ist nun mal keine Schifffahrt und Güter können nur auf Schienen rollen, die gelegt sind...



    Bis die liegen haben wir nur die Straße - also SIND Lkws die einzige Lösung.



    Weil was ist die Alternative? Die Wirtschaft 'abschalten' bis wieder Wasser in Rhein, Elbe und Donau sind???



    Bei vollem Lohnausgleich für die Arbeiter? Unbezahlbar.



    Ohne Lohnausgleich? Dann könnt ihr Weidel auch direkt die Schlüssel fürs Kanzleramt geben...



    Die enormen Steuerausfälle noch gar nicht berücksichtigt.



    Die Wirtschaft muss laufen - nicht weniger, sondern mehr. Unverzüglich.



    Alles kostet Geld - Schienen wie Antriebswende.



    Und wer keine weiteren Kürzungen im Sozialsystem will kann auch nur einen Wirtschaftsaufschwung wollen.



    Von mir aus seht es wie einst Churchill - mehr Lkws sind die schlechteste spontane Antwort auf das Niedrigwasser - mit Ausnahme aller anderen Antworten

    • MeinerHeiner

      @Astrid Sehnefeld:

      "(...) Güter können nur auf Schienen rollen, die gelegt sind...(...)" Good News: Die Bahnstrecken sind vorhanden – die rechte und die linke Rheintalstrecke zum Beispiel. Das Problem ist eher deren ohnehin hohe Auslastung.

      • Astrid Sehnefeld

        @MeinerHeiner:

        Das weiß ich, eben deswegen.



        Für mehr Güter auf die Schiene brauchen wir zehntausende Kilometer neue Schienen, 4 gleisiger Ausbau aller Hauptverkehrsadern, auch und gerade für die Tunnels und Brücken, etc...



        Das dauert leider Dekaden, bis dahin wirds bei Lkws bleiben 🤷

        • Altbayer

          @Astrid Sehnefeld:

          Und all dieses wurde seit den 80ern wunderbar schleifen gelassen - es war ja wichtiger "zu privatisieren", als zu erhalten geschweige denn zu modernisieren!

          Langsam glaube ich dass, wir in den letzten Wochen keine Hitzewelle hatten, sondern sich die verstorbenen Altvorderen Ökologen und Biologen sich da oben einen Sonnentanz gegönnt hatten, damit endlich auch mal ein CDUler den Mist ausbaden muss, den diese uns immer wieder einbrocken. Ein Stückweit Ironie - aber nur ein Stückweit!

          Ach so - "Mama" klebte, als wir Zwerge waren, noch "Autofreier Sonntag" auf "unseren R 4"...

        • Thomas Böttcher

          @Astrid Sehnefeld:

          „.... 4 gleisiger Ausbau aller Hauptverkehrsadern,....."

          -funktioniert weder auf der linken noch auf der rechten Rheinseite.



          Betriebstechnisch werden beide Rheinseiten sowieso schon als 4 gleisig betrachtet.

        • Axel Schäfer

          @Astrid Sehnefeld:

          Wäre aber ein Grund mal sofort anzufangen, und nicht z.b. wie bei der Brennerentlastung, wo die Bayern/CSU seit über 30 Jahren die Eier schaukelt und trotz Verträgen mal nichts macht.

          • Josef 123

            @Axel Schäfer:

            Ganz wertfrei: Sie können heute nichts mehr bauen, ohne dass Bürgerinitiativen, Umweltschutzverbände, Grundstücksanlieger usw. sofort protestieren und auch prozessieren, was jahre- oder jahrzehntelange Verzögerungen produziert, je nachdem, durch wieviele Instanzen die Verfahren laufen.

            Ein wesentliche Rolle spielt hier auch das Sankt-Florians-Prinzip: Welcher Dorfbürgermeister (und Gemeinderat), der wiedergewählt werden will, kann eine Bahnlinie auf dem Grund seiner Gemeinde/Gemeindebürger zulassen, wenn die Nachbargemeinde ungeschoren davonkommt, ohne zumindest Tunnel/Einhausungen zu fordern? Wenn Sie da Bürgerversammlungen verfolgen tut Ihnen das arme Schwein leid.

            Manche Facette der Vielschichtigkeit der Problematik wird z.B. hier dargestellt:

            Warum der Brenner-Nordzulauf nicht vorankommt | Hier streamen! | rbb share.google/a6GhlCRhmbDcqFR2M

            • Axel Schäfer

              @Josef 123:

              Ja in dem Beitrag von Kontraste wird doch die bewusste Untätigkeit der CSU gut dargestellt, da freut sich die Abgeordnete, dass jetzt nur in Zeitlupe vorangeht, was vor 37 Jahren hätte starten sollen. Warum können untaugliche Verkehrsminister der CSU seit gefühlt ewig Milliarden für den Autobahnausbau nach Bayern umleiten warum von anderen Bundesländern verlangen, dass die mal zackig Stromtrassen ausbauen weil man in Bayern bei den Erneuerbaren gepennt und warum bekommen die überhaupt immer eine Extrawurst.

              • Josef 123

                @Axel Schäfer:

                Vielleicht, weil sie viel zahlen: Rund 12 Milliarden = ca. 60% des Länderfinanzausgleichs.

  • MeinerHeiner

    "Große Rheinschiffe schaffen mehr als 3.000 Tonnen, (...). Ein Sattelzug, etwa ein 40-Tonner, kann rund 25 Tonnen laden. Das heißt: Es braucht mehr als hundert Lkws, um ein Binnenschiff zu ersetzen."

    Diese Aussage ist so nicht korrekt. Richtig wäre: Es braucht mehr als hundert Lkw-Fahrten, um die Fahrt eines Binnenschiffs zu ersetzen. Aber braucht es 100 Lkw, um die wegen Niedrigwassers ausgefallene Tonnage eines großen Rheinschiffes zu ersetzen? Nein. Aufgrund ihrer höheren Umlaufgeschwindigkeit könnte eine Flotte von 100 Lkw auf der Route Rotterdam-Mannheim schon den Ausfall von drei großen Rheinschiffen kompensieren.

    Das ändert natürlich nichts an der korrekten Grundrichtung: der Lkw ist trotzdem keine Lösung wegen Fahrermangels, Infrastrukturengpässen, Klimabilanz, Lärms, etc.

    • Altbayer

      @MeinerHeiner:

      Cool! Wenn ein 40-Tonner nur 25 Tonnen leisten kann, bin ich doch basserstaunt, wie wir, nicht nur einmal, Tonnen an "Gütern" in diese zu kleinen Lastmulis bekommen haben. '

      Theoretisch blieben ja immer 15 Tonnen übrig... 1000 Tonnen / 40 Tonner = 25 Lkws - Aber hey - einfach mal die Zahlen umdrehen! ;) 25 Tonnen = 40 Lkws. Keine Spedition dieser Welt wird den Disponenten länger als einen Tag beschäftigen, der so plant!

      Seltsame Planung, oder einfach mal wieder "Theorie", die in der Praxis widerlegt wurde?!?

      • em_es

        @Altbayer:

        Ein Sattelzug darf im Regelfall maximal 40 t wiegen. Das leere Fahrzeug allen wiegt dabei etwa 15 t, dann bleiben 25 t für die Ladung.

        War das jetzt so schwierig?

      • Christian Götz

        @Altbayer:

        Guten Tag Altbayer

        LKW haben ein Leergewicht und ein zulässiges Gesamtgewicht:



        "7,5-Tonner": Zuladung 2-3 to



        "12-Tonner": Zuladung etwa 7 to



        "40-Tonner": Zuladung etwa 25-27 to



        genaueres ist der jeweiligen Zulassungsbescheinigung zu entnehmen.



        Das wissen Disponenten in der ganzen Welt.

        • Francesco

          @Christian Götz:

          Meines Wissens ist das nicht der Sprachgebrauch. Ein 5-Tonner ist kein Fahrzeug mit 5 t zulässiger Gesamtmasse, sondern ein Lkw mit 5 t Nutzlast.