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Arbeitsverbote für Asyl­be­werberDobrindts Politik bleibt ein Hohn für Geflüchtete

Frederik Eikmanns

Kommentar von

Frederik Eikmanns

Asylbewerber sollen laut Innenminister Dobrindt früher arbeiten dürfen. Das klingt gut – steht aber im Widerspruch zu seiner sonstigen Politik.

Will Asylbewerber schneller in Arbeit bringen: Bundes-innenminister Alexander Dobrindt (CSU) Foto: Stefan Puchner/dpa

K ann man das wirklich glauben? Eine Bestätigung jedenfalls gibt es am Montag nicht für das, was Innenminister Alexander Dobrindt am Vortag gesagt hatte: Künftig dürfen alle Asyl­be­wer­be­r*in­nen nach drei Monaten arbeiten. Erleichterungen wie diese sind schon lange eine linke Forderung. Arbeit erlaubt es Geflüchteten, Deutsch zu lernen, sozial Anschluss zu finden, hier wirklich anzukommen. Genau deshalb fürchtet die Union traditionell, dass Arbeit Geflüchtete erst anlocke und es gleichzeitig schwer mache, sie wieder abzuschieben.

Gut möglich also, dass der Hardliner Dobrindt in den nächsten Tagen doch noch mit einer Einschränkung um die Ecke kommt, die seine ursprüngliche Ankündigung entkernt. Er könnte etwa Dublin-Fälle ausnehmen, wie es ursprünglich im Koalitionsvertrag angekündigt war. Weil fast je­de*r Asyl­be­wer­be­r*in über ein anderes europäisches Land nach Deutschland kommt, wäre dann auch praktischer je­de*r von den Erleichterungen bei der Arbeitsaufnahme ausgenommen.

Selbst wenn Dobrindt bei seinem Wort bleibt, hat er in den vergangenen Monaten in der Migrationspolitik zu viel zerstört. Bestes Beispiel sind die Integrationskurse, von denen Dobrindt kürzlich alle Asylbewerber*innen, Geflüchtete aus der Ukraine und EU-Ausländer ausschloss. Ein Hohn für Zuwanderer*innen, von denen Uni­ons­po­li­ti­ke­r*in­nen sonst unermüdlich fordern, sie sollten sich „integrieren“. Und eine riesige neue Hürde auf dem Weg zu einem Job. Wem ist geholfen, wenn Geflüchtete künftig schneller zwar arbeiten dürfen, aber im Bewerbungsgespräch keine Chance haben, weil sie kaum Deutsch sprechen?

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Man kann diese Frage noch viel grundsätzlicher stellen: Wem ist geholfen, wenn Geflüchtete früher arbeiten dürfen, aber bald fast keine Geflüchteten mehr da sind? Denn auf nichts anderes zielt Dobrindts Politik der vergangenen Monate ab. Sein Innenministerium feiert sich dafür, dass die Zahl neuer Asylanträge zuletzt um ein Drittel gesunken und die der Abschiebung gestiegen ist. Es gibt kaum ein Land mehr, in das die Bundesregierung nicht abschiebt. Mit den Dublin-Zentren, die der Bundestag demnächst beschließen soll, könnten viele Geflüchtete bald in regelrechten Haftzentren festgesetzt werden.

All das bedeutet nicht, dass die aktuellen Erleichterungen bei der Arbeitsaufnahme falsch sind. Vielleicht weitet eine zukünftige Bundesregierung die Teilnahme an Integrationskursen wieder aus und erleichtert es Geflüchteten, nach Deutschland zu kommen. Bis dahin aber droht Dobrindts Ankündigung eine Luftnummer zu bleiben.

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Frederik Eikmanns
Fachredakteur für Innere Sicherheit und Migration
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69 Kommentare

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  • Als Innenminister sollte Herr Dobrindt mit dem Bildungsministerium schleunigst eine Kommission / ein Gremium beauftragen, Konzepte für Zugewanderte, bezüglich ihrer Zukunft in Deutschland, ausarbeiten zulassen. Schuleinrichtungen für sprachliche, gesellschaftliche und politische Bildung, Förderung von Kreativität und musischen Fähigkeiten in Akademien, die später für die Berufsfindung dienlich sind. Ausbau unserer Universitäten, damit genügend Kapazitäten für viele neue Studierende aus allen Ländern gegeben sind. Ran an die Arbeit Herr Dobrindt, machen Sie Deutschland fit für die Zukunft, damit Deutschland nicht noch weiter von anderen , internationalen Ländern überholt wird.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Gerade gestern haben wir einen jungen Mann getroffen, den wir seit etwa 5 Jahren immer wieder treffen. Er sagt selbst, dass er sich über die Arbeit hier einen Bekannten- und Kollegenkreis aufgebaut hat. Ihm dieser und die Arbeit in seiner Integration mehr als alles andere geholfen hat. Gestern hat er stolz berichtet, dass er nun schon 2x in seinem Heimatland Gambia zu Besuch war. Auch schon Frankreich und Italien besucht hat. Es ist eine Freude zu sehen, was er erreicht hat.

      Solchen Menschen sollten wir dringend Gehör schenken. Fragen sie ihn und seine Freunde und Bekannten einmal was in Deutschland in diesem Bereich anders gemacht werden müsste.

      Sie würden sich über die Antworten erschrecken,

  • taz: *Künftig dürfen alle Asylbewerber*innen nach drei Monaten arbeiten.*

    Richtig so, denn jemand muss ja endlich mal für den Schaden aufkommen, den "Masken-Spahn" verursacht hat. Berichte beziffern den finanziellen Gesamtschaden (Maskendeal von Jens Spahn) für den Steuerzahler mittlerweile auf rund 7 Milliarden Euro.

    Das Geld muss ja schließlich wieder in die Kasse kommen, und dafür kann man dann auch schon mal Asylbewerber "fachgerecht" ausbeuten.

    • @Ricky-13:

      @Ricky-13



      Is der noch im Amt - der Spahn ? Hatte man da denn nicht Anzeige erstattet ? Kann doch gar nicht, gleich mal google

      • @Alex_der_Wunderer:

        Ich hatte diesbezüglich eine Gerichtsverhandlung gesehen, aber ich habe den Verdacht, dass es sich da um eine KI-Comedy handelt.

        www.youtube.com/watch?v=TSFE6w6Dxxg

        • @Ricky-13:

          @Ricky-13



          Nee nee, datt is keine Comedy - die Gerichtsverhandlung is ne' aufgezeichnete live Übertragung von den öffentlichen rechtlichen oder sonst so einem soliden Sender gewesen. Was im TV gesendet wird entspricht immer voll der Wahrheit. Reality sozusagen. Zudem, die ehrenwerte Richterin kommt einem doch gleich iwie nicht unbekannt vor. In welcher Funktion war denn unser verkleideter BlackRocky da anwesend, als Zeuge, als Staatsanwalt oder saß der auf der Wartebank und kam als nächster vor den Kadi - ich sehe einfach mal voller Erwartungen der Fortsetzung entgegen.



          Danke auch, für's auf den aktuellen politischen Stand bringen 👍👍

          • @Alex_der_Wunderer:

            Die Fans der CDU möchten das gerne unter den Teppich kehren und lieber wieder auf arme Bürgergeldempfänger eindreschen.

            Jens-"Masken"-Spahn sollte sich mal ganz schnell einen Zweitjob suchen, damit er die Milliarden Euro - die wir Steuerzahler für Spahns 'Maskenaffäre' bezahlen dürfen - zurückzahlen kann.

  • Als wir 1967 mit dem Auto nach Portugal fuhren, brauchten wir einen Ausweis an den drei Grenzübergängen. Einen Anspruch auf Sozialleistungen hätten wir in keinem der Länder gehabt.

    • @Johann63:

      @Johann63



      Aus welchem Ursprungsland / Kriegs- / Kriesengebiet führte Ihre Flucht 1967 nach Portugal ?

      • @Alex_der_Wunderer:

        😂🤣 Höchstwahrscheinlich aus Deutschland.

        Im Jahr 1967 regierte in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) das Kabinett Kiesinger, eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD.

        Okay, dass wegen Kurt Georg Kiesinger (CDU) viele Deutsche ins Ausland geflüchtet sind, kann man allerdings nachvollziehen.

  • Vor Kurzem gab es hier eine Baustelle, die wimmelte nur so vor ausländischen Arbeitern: Ukrainer, Tschetschenen, Rumänen, Polen, Türken, Kasachen, ... mit oft sehr geringen Sprachkenntnissen, die meisten zu einem Stundenlohn von 3-6€; ohne Versicherungen, mit oft minimalem Werkzeug, ohne Schutzkleidung! Warum sollten die Arbeitgeber in Zukunft ähnlichen Mitarbeitern feste, versicherte Verträge anbieten? Es geht doch auch so! - (Und der Bauträger ist Multimillionär mit gutem Ruf bei den Stadtoberen.)



    In der Gastronomie dürfte es ähnlich aussehen ...



    Die Arbeitgeber, die über mangelnde Sprachkenntnisse der Bewerber klagen (übrigens auch deutscher Bewerber), haben offenbar mehr zu bieten, als nur Ausbeutung. Die scheinen mir die Minderheit zu sein.



    Also ist doch die Frage wichtig, an welche Arbeitgeber Dobrindt denkt, wenn er eine Arbeitserlaubnis für Asylbewerber mit geringen Sprachkenntnissen verspricht!

    • @Selbstauslöser:

      Dann wäre es ihre Pflicht gewesen die zuständigen Ämter zu informieren, dass hier Menschen ausgebeutet werden.

      Egal wer der Auftraggeber ist!

      • @Sole Mio:

        Wer sagt denn, die Ämter seien nicht informiert worden? Behörden und Politiker wissen längst, wie es läuft, in ganz Deutschland. Niemand will, daß das Bauen teurer wird, oder gar, daß Baustellen nach einer Intervention brach liegen. Hier wird sogar mit nur vorläufiger baurechtlicher Genehmigung fertiggebaut, und nichts muß rückgängig gemacht werden.

        • @Selbstauslöser:

          Also haben Sie das gemeldet, oder nicht?



          So wie Sie das schreiben war es nicht der Fall.



          Oder haben Sie eine Quelle, die Ihnen verrät was diese Arbeiter dort verdienen, das es zwar gemeldet wurde, aber nicht geschehen ist?



          Wenn dies der Fall ist, würde ich mich schämen. Damit hätte man offene Türen eingerannt, allein bei der Presse.



          Zeigen sie mal Vergehen beim Arbeitsschutz an. Die BG steht sofort auf der Baustelle.



          Das habe ich schon zu oft erlebt!



          Sorry, die Story glaube ich nicht!

  • Arbeitsaufnahme solle grundsätzlich nach drei Monaten gestattet ... Das wäre unter Reichineck nicht passert.

  • Sehr geehrter Herr Eikmanns, danke dass Sie über Dobrint und nicht, wie Andere, über "die Regierung" oder ähnliche Nebulöses berichten!



    Ich stimme dem zu 90% zu.



    Einzig das "Lernen der Sprache bei der Arbeit" halte ich für oberflächlich.



    Meine Arbeitserfahrung zeigt, dass es nicht umsonst die Kategorien in der Deutschkursen gibt.



    Ein Arbeitgeber hat viel Know How an seine neue Mitarbeiter*In zu vermitteln. Da müssen gewisse Deutschkenntnisse vorhanden sein, damit das überhaupt möglich ist.



    Klar können Menschen als Paketlieferant*In arbeiten, doch wo ist die Perspektive?



    Kryptisch ausgefüllt Zettel, die Abgaben an unbekannt belegen sollen, sorgen bereits täglich für Verwirrung.



    Bei so einem Job lernt man*frau auch nicht die Sprache und bei den Arbeitszeiten auch nicht "nach der Arbeit".



    Dobrints Vorstoß wird zutreffend als Luftnummer enttarnt.



    Wir, die Wirtschaft und die Sozialsysteme brauchen Zuwanderung.



    AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT IST DIE MUTTER ALLER PROBLEME.



    Sie berücksichtigt nämlich nicht die genannten Tatsachen.



    Politiker*Innen, die so handeln, wenden sich nicht nur gegen Menschlichkeit, sondern auch gegen eine Lösung unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme.

  • Das ist ein positiver Schritt, selbst wenn es erstaunlich ist, dass der von Herrn Dobrindt kommt.

  • Was genau ist denn mit „Geflüchteten“ hier gemeint? Für die meisten Ukrainer:innen kommt ja nur der subsidiäre Schutz in Betracht, ein Asyl- oder Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention eher nicht (der wäre was für russische Dissident:innen).



    Dobrindts Ministerium erklärt zur Umsetzung der GEAS-Reform der EU in deutsches Recht (www.bmi.bund.de), die Arbeitsaufnahme solle grundsätzlich nach drei Monaten gestattet werden, dies gelte jedoch „nicht für Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten, Dublin-Fälle, und Personen, die das Asylrecht offenkundig missbrauchen.“ Kurz: Es ändert sich nichts!



    Auch gibt es keine Handhabe, wenn die Asylverfahren nicht beschleunigt werden, wobei zunächst einmal eine Beschleunigung dadurch entstehen wird, dass bereits früher und aus mehr Gründen die Einreise verweigert oder sofort wieder abgeschoben werden kann. Die beschleunigte Arbeitsgestattung ist also Augenwischerei.



    Die Frage ist doch eigentlich, ob die Grundannahme von Dobrindts Politik stimmt, dass eine Mehrheit der Europäer:innen ganz gut damit hätte leben können, die Ukrainer:innen nicht in die EU einreisen zu lassen. Ich möchte das nicht hoffen, aber sicher bin ich mir da nicht.

  • Politiker als Spalter unserer Gesellschaft, von unseren Steuergeldern finanziert - Na Dankeschön ❗️

    • @Alex_der_Wunderer:

      Und nicht nur die, sondern auch noch die Verwandtschaft.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Jepp, divide et impera ist schon seit Jahrhunderten das Motto der Antidemokraten (technisch richtig wäre übrigens: von unserer Zentralbank finanziert, siehe Link unten).

  • Nur mal so, warum lassen wir nicht jeden, der hier arbeiten will, auch hier bleiben und arbeiten, ganz einfach? Immerhin braucht die Rentenversicherung dringend mehr Einzahler, erst recht, wenn bald die ganzen Baby-Boomer in Rente gehen. Mehr eigene Kinder kriegen würde kurzfristig eher schaden als nützen, weil diese ja die ersten 16-20 Jahre -- wie die Rentner -- erstmal versorgt werden müssten. Bürgergeld, Sprachkurse etc. kann man auch Zugewanderten problemlos zahlen, denn staatliche Geldleistungen sind technisch gesehen immer ein elektronisches Gelddrucken ( politischeoekonomi...ben-taetigen-kann/ ).



    Und je besser man Zugewanderte behandelt, desto seltener werden sie straffällig, da gibt es inzwischen Studien zu.

    • @Earth & Fire :

      @ Earth & Fire



      Damit die hier Einheimischen / Ureinwohner aus Deutschland auch adäquat mit den Neubürgern Umhang pflegen lernen, sollte für alle Schulabgänger nach Schulabschluss ein freiwilliges oder verpflichtendes Auslandsjahr eingeführt werden.



       

    • @Earth & Fire :

      > Immerhin braucht die Rentenversicherung dringend mehr Einzahler<

      Die Rentenversicherung braucht mehr Einzahler, die zumindest so viel einzahlen, wie sie später an Rente beziehen: junge Vieleinzahler. Schlechtverdiener und Migranten über 40 sind für die Rentenversicherung Zuschussgeschäft.

      • @A. Müllermilch:

        Das Umlagesystem funktioniert anders: Die heutigen Beiträge finanzieren die Renten der heutigen Rentner, nicht die zukünftigen Renten der heutigen Beitragszahler.

        • @Earth & Fire :

          >Das Umlagesystem funktioniert anders<

          Es funktioniert überhaupt nicht mehr denn es beruht auf Wachstum. Es kann aber kein ewiges Wachstum der Arbeitsbevölkerung geben. Irgendwann ist Schluss. Mag sein noch nicht bei 90 oder 100Mio. Einwohnern sondern erst bei 110 Mio. Einwohnern. Und was ist dann? 30Jahre später sind die seinerzeitigen Einzahler selbts im Ruhestand. 30Mio Arbeitnehmer und 30Mio Rentner (bestenfalls) Ein Arbeitnehmer zahlt dann für einen Rentner - viel Spaß. Wenn wir von einem Ende des Wachstums der Arbeits- und Wohnbevölkerung ausgehen muss auf Dauer gesehen ein Arbeitnehmer zeit seines Arbeitslebens so viel erwirtschaften wie er als Rentner an Rente beziehen will. Das ist die bittere Realität des Umlageverfahrens.

          • @A. Müllermilch:

            An dieses Märchen von Rechts glauben leider die meisten Menschen.



            Das Problem bei der gesetzlichen Rente ist nicht der demographische Wandel -- der im übrigen nur ein vorübergehendes Phänomen ist -- sondern dass die Durchschnittsbruttolöhne, die bis 1990 immer gleich schnell gestiegen waren wie das BIP, seit 1990 dank der gar nicht korrupten Politik deutlich langsamer steigen, wodurch die Gewinne schneller gestiegen sind (siehe Grafik unter dem folgenden Link: www.geldfuerdiewel...er-zu-wenig-kinder ).



            Wären die Löhne weiterhin im Gleichklang mit der Wirtschaft gestiegen -- wofür die Politik hätte sorgen können und müssen -- hätte die gesetzliche Rente heute kein Problem. Dann hätten wir uns auch mal für ein paar Jahre ein paar Prozent höhere Beiträge leisten können, solange bis die Rentner wieder weniger bzw. die Einzahler wieder mehr geworden wären.

    • @Earth & Fire :

      Na das ist doch ganz einfach, sie haben es nicht verdient. Der grösste Verdienst ist es doch, innerhalb deutscher Grenzen geboren worden zu sein. Nichts ist grösser und niemand anders darf in deutschen Landen ungestört Kartoffeln anbauen.

  • Die Gleichsetzung von Asylbewerbern = Geflüchtete ist faktisch unhaltbar. Nur bei einer eindeutigen Minderheit aller Menschen die in Deutschland oder einem anderen EU Staat einen Asylantrag stellen liegen die gesetzlichen Vorrausetzungen für eine Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft vor. Nur diese Menschen gelten rechtlich als Geflüchtete im Sinne der Genfer Flüchtingskonvention der UN. Das das BMI die Hürden für eine Arbeitserlaubnis von Asylbewerbern senken will hängt auch offensichtlich mit dem im Juni anstehenden Inkraftreten der neuen Europäischen Asylverfahrensverordnung zusammen (GEAS -Reform) welche die Dauer von Asylverfahren auf drei Monate Regeldauer absenken soll. Es ist daher kein Widerspruch. Wer allein aus seinem subjektiven politischen Weltbild heraus die Rechtslage einebt und allen Menschen die Flüchtlingseigenschaft allein deswegen schon zuerkennt will weil sie einen Antrag darauf stellen, verblendet die eigene Erkenntnisfähigkeit

    • @MaCo:

      Und wo haben Sie diese Gleichsetzung gesehen? Der von Dobrindt geäußerte Vorschlag bezieht sich ja nun ausdrücklich auf Asylbewerber. Um anerkannt Schutzberechtigte, deren Aufenthaltstitel den Arbeitsmarktzugang oftmals ohnehin eröffnen, geht es ersichtlich nicht. Man sollte aber auch Asylsuchende nicht mit Flüchtlingen gleichsetzen. Es gibt (neben anderen Schutzformen) das Grundrecht auf Asyl für politisch Verfolgte (Art. 16a GG) und den Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention für Flüchtlinge. Fast oder sogar jede(r) Asylberechtigte ist auch ein Flüchtling, aber nicht jeder Flüchtling asylberechtigt.

      • @Yes:

        Meine Kritik richte sich an die in der Taz universell verwendete Zuschreibung für Menschen die einen Asylantrag stellen als "Geflüchtete". Diese Begrifflichkeit suggeriert das jeder Schutzsuchende Mensch apriori ein Flüchtling ist. Dies ist aber sachlich nicht haltbar. Im übrigen wird bei jedem Asylantrag das gesamte Spektrum der relevanten Gesetze in Form von Flüchtlingschutz nach der GFK, Asyl nach Art 16 GG, Subsidiärer Schutz nach EU Recht und Abschiebungsverbote nach dem Aufenthaltsgesetz amtlich geprüft. Ich arbeite in diesem Feld seit fast zehn Jahren.

  • Ganz nebenbei:



    Ich war bereits in den 198oer und 1990er Jahren Dozent für damalige Integrationsmaßnahmen privater Bildungsträger und habe einige Arbeitsminister kommen und gehen sehen.







    Kurzfristig profitiert von diesen Maßnahmen mit klangvollen Namen haben:



    - der Vorgänger der Bundesagentur für Arbeit,



    - die Arbeitslosenstatistik,



    - arbeitslose deutsche Akademiker,



    - das Klientel (viele Russlanddeutsche) in sozialer, manchmal auch in sprachlicher Hinsicht.

    Fragen nach Sinnhaftigkeit waren damals unerwünscht, die Schere im Kopf gehörte zum Handwerkszeug. Wie das heute ist, mögen Andere beurteilen.

    Lern- und Transformationsprozesse brauchen Zeit. In Deutschland multipliziert mit Faktor x. Ich nenne es deshalb zärtlich "Schnarchland" und möchte keinen unnötig aufwecken und beunruhigen.

  • Was soll man von der csu anderes erwarten als die Fortsetzung der Seehofer-Politik mit anderen "christlichen" Mitteln.



    Er (Seehofer) freute sich ja christlich über 69 abgeschobene Afghanen zu seinem 69. Geburtstag

  • Irgendwie ist dieser Artikel aus der Zeit gefallen.

    Naive Migrationspolitik konnte man sich vor 10 Jahren noch erlauben. Heute sind 5 Millionen Leute ins Land gekommen, die erst einmal versorgt werden müssen. Der Autor trägt dem so gar nicht Rechnung und erklärt jeden, der sich skeptisch gegen Migration stellt, für böse (das ist im Hintergrund das Argument).

    So einfach ist es nicht, nicht bei der Migration, und auch nicht bei sonst irgendeinem Thema.

    Es ist vernünftig, jetzt erst einmal die Asylzahlen zu senken. Und es ist ebenso vernünftig, möglichst viele Menschen so schnell wie möglich arbeiten zu lassen. Nur die Sache mit den Integrationskursen ist offensichtlich vollkommen fehlgeleitet.

    • @EH 553:

      Der Autor hat vollkommen recht, weil Dobrindt (und Merz) das Thema Migration in einer Kampagne inszeniert haben, um an die Macht zu kommen. Tatsächlich hat Dobrindt vom Thema keine Ahnung und er schmückt sich mit Ampel-Federn. Und Menschen haben ein gesetzliches Recht auf ein Asylverfahren. Die Zahlen kann man nur senken, wenn man für stabile Verhältnisse in den Herkunftsländern sorgen kann, was Deutschland nicht kann. Deswegen könnte auch die AfD mit dem Grundgesetz die Zahlen gar nicht senken.

    • @EH 553:

      "Es ist vernünftig, jetzt erst einmal die Asylzahlen zu senken. Und es ist ebenso vernünftig, möglichst viele Menschen so schnell wie möglich arbeiten zu lassen. Nur die Sache mit den Integrationskursen ist offensichtlich vollkommen fehlgeleitet." Die Zahlen sinken dank der Rechtsgerichteten Politik von ganz alleine. Möglichst viele Arbeiten zu lassen würde aber auch bedeuten diese dabei zu unterstützen mit z.b. Integrationskursen. Was wurde vor kurzem für alle gestrichen? Ach Integrationskurse hmm...

    • @EH 553:

      Integration ist ein natürlicher Prozess über mehrere Generationen, der unabhängig von steuerlichen Zuwendungen und der Anzahl an Integrationsplanstellen geschieht. Die Nachkommen der portugiesischen Gastarbeiter aus den 60er Jahren heiraten noch heute überwiegend Portugiesen. Gleiches gilt für Italiener, Türken, Marokkanern und anderen. Auch die Bayern machen über 150 Jahre nach der Reichsgründung noch ihr eigenes Ding.

    • @EH 553:

      Doch, so einfach ist es. Und was vor zehn Jahren gilt, gilt auch heute.

  • "Man kann diese Frage noch viel grundsätzlicher stellen: Wem ist geholfen, wenn Geflüchtete früher arbeiten dürfen, aber bald fast keine Geflüchteten mehr da sind?"

    Im letzten Jahr hatten wir 113.000 Erstanträge auf Asyl. Angesichts dessen ist diese Aussage geradeu zynisch. Wenn sich der Zustrom wieder auf einem Level von 2006/2007 normalisiert hat und die Flüchtlinge der vergangenen Jahre allesamt integriert sind, dann kann man diese Frage getrost stellen.

    Herr Dobrint hat auch niemanden von Integrationskursen ausgeschlossen, sondern lediglich die Kostenübernahme durch den Bund beendet.

    • @DiMa:

      "Herr Dobrint hat auch niemanden von Integrationskursen ausgeschlossen, sondern lediglich die Kostenübernahme durch den Bund beendet." Stimmt Herr Dobrint hat mit seiner Politik dafür gesorgt dass es eben 0,0 neue Integrationskurse gibt. Er hat also faktisch ALLE von den Kursen ausgeschlossen.

      • @Dead_Six:

        Müssens denn unsern Abwiegler vD



        So derart ruppig aufn 🚽 setzen?!



        Lederhosenausziehn nur bei Dob🐂t



        Gellewelle&Wollnichtwoll

  • Alexander Dobrindt will für die Medien Bilder und Botschaften produzieren. Dass die Zahlen für die Asylantragsstellung sinken, geht auf die Ampel zurück, nicht auf ihn oder die CDU/CSU. Dobrdint hat bei genauem Hinsehen auch keine Ahnung von dem, was er gerade propagiert, so hat sich vor Grenzkontrollstellen fotografieren lassen, während ein paar Meter weiter der Grenzübertritt ohne Kontrollen ging. Das Problem an ihm ist, dass er echten Rechtsextremen eine beispiellose Schützenhilfe zukommen lässt, während er seinen Parteifreunden gleichzeitig mitteilt, er tue das Gegenteil, er bekämpfe die AfD und Heimat (NPD).



    Leute wie Dobrindt zündeln in der Mitte der Gesellschaft, in dem sie sich die schwächste Gruppe an Menschen (Ausländer ohne langfristige Perspektive) raussuchen und die dann skandalisieren. Die Gesetzeslage, das Aufenhaltsrecht ist sowieso schon schwer zu verstehen, aber es geht ja hier nicht um Rationalität, sondern um Gefühle. Insofern bleibt sich Dobrindt auch hier treu, große Worte, kleine Wirkung.

    • @Andreas_2020:

      @Andreas_2020



      Dobrindt macht Politik wie ein ausrangierter Sparkassenangestellter aus der Provinz. Mag sein, den Mitbürgern der Mittelmäßigen, sorry der Mitte sacht man ja, reicht diese Stümperhaftigkeit scheinbar.

      • @Alex_der_Wunderer:

        "Dobrindt macht Politik wie ein ausrangierter Sparkassenangestellter aus der Provinz."



        Bitte kein Bashing von Sparkassenangestellten! Das haben die nicht verdient.

        • @Encantado:

          @ Encantado



          Ich hatte da auch in erster Linie noch das Jens Spahn im Sinn 🤑

    • @Andreas_2020:

      Jetzt schauen Sie doch mal nach Dänemark. Da machen die Sozialdemokraten genau das Gleiche.



      Und, wenn Sie wirklich Demokrat sind, müssen Sie ernst nehmen, dass die überwältigende Mehrheit der Deutschen das auch will.

      Wieso sollte man das Thema der AFD überlassen?

      • @EH 553:

        Der Weg Dänemarks ist etwas ganz anderes. Das lässt sich nicht vergleichen. Dänemark hat eine Grenze mit Deutschland. Und Dobrinth aktiviert Gefühle der Überfremdung und unterstützt damit den Diskurs der AfD, er hat erst so getan, als ob Deutschland keine Kontrolle über den Zuzug hat, als Merz an die Macht kam, tat er so, als ob das unter Kontrolle sei. Dabei war das die Wirkung von Maßnahmen der Ampel. Insofern ist Dobrinth m.M. ein politischer Anfänger ohne Substanz, ein Schaumschläger und Heißeluftventilator. Das Problem ist, dass die Angst vor Zuwanderung und Ausländern von ihm gesteigert wird. Und wenn Dobrinth Vertreter der Wirtschaft trifft, dann erlaubt er denen sofort, dass sie im Ausland anwerben dürfen. Übrigens wirbt Dänemark auch um Zuzug von Arbeitskräften - gerne aus Deutschland, gerne mit Qualifikationen.

  • Nichts Neues aus Rassismusland. Wer hat diesem Ausländer aus einem kulturfernen Bergland eigentlich erlaubt, Deutschland zu verheeren mit seinen politischen Idealen aus dem 19. Jahrhundert? Soll er doch auf seiner Alm bleiben und den Übertritt der Kühe von einer Wiese auf die andere kontrollieren.

    • @Jalella:

      Die Rassismus-Keule ist ein bissal einfach geschleudert...

      Wenn Sie Demokrat sind, müssen Sie anerkennen, dass überwältigende Mehrheiten (auch bei Grünen und SPD!) für eine Begrenzung und Steuerung der Migration sind.

      Integrationskurse streichen ist wirklich Unfug, aber der Rest eigentlich nicht.

    • @Jalella:

      Sie werfen mit harten Worten um sich. Sie sprechen von Rassismus, sind aber offensichtlich selbst mit Vorurteilen belastet.

      • @si tacuisses:

        @ si tacuisses



        Jalella wird ihre Wortwahl mit Bedacht gewählt haben, damit auch jeder Leser den berechtigten Inhalt ihres Kommentar, erfassen kann.

    • @Jalella:

      Meine Stimme haben Sie.

      Sind ja doch keine Unmenschen, die von der Union, hat man zuerst gedacht. Und schnell Zugang zum Arbeitsmarkt, welcher vernünftige Mensch kann da was gegen haben?

      Ist offenbar eine Taktik der Union, um sich von der boshaft-hasserfüllten Poltik von AfD und ihren Brüdern und Schwestern im Geiste in Europa abzusetzen. Sehr her, wir haben verstanden, Integration durch Arbeit. Spart natürlich auch Geld, wenn die Flüchtlinge schnell arbeiten.



      Natürlich bleibt aber der gnadenlos-rechtsvergessene Kurs der Bundesregierung der Gleiche. Zurückweisen, Wegdrängen, Abschieben. Die paar die, am Ende übrig bleiben werden dann integriert, freut vor allem auch die Wirtschaft. und der angsterfüllte Bürger wählt lieber Union statt Nazis, wenn Opa von einer netten, christlichen Ukrainerin gepflegt wird.

      • @FtznFrtz:

        "Gnadenlos-rechtsvergessener Kurs"?



        Das sollen Abschiebungen sein?

        Ist Ihnen nicht bewusst, dass Abschiebungen im deutschen Recht vorgesehen sind?

        Dass mehreren Regierungen vorgeworfen wird, rechtsvergessen zu agieren, weil sie nicht im rechtlich vorgesehenen Ausmaß abschieben?

        Man kann Abschiebungen ablehnen.

        Sollte dabei aber nicht vergessen, dass das deutsche Recht sie ausdrücklich vorsieht.

        Und mehr als " ein paar" bleiben ja nun wirklich " übrig ".

        Will man jemanden von einer anderen Meinung überzeugen, hilft nur knallharte Realitätsnähe.

        Wenn der "angsterfüllte Bürger" lieber die Union wählt als die AfD, wären ja schon mal alle glücklich.

        Die hat in vielen Jahren an der Regierung bewiesen, dass sie keine Diktatur einführt und uns auch nicht an andere Diktatoren verkauft.

        • @rero:

          @rero



          Bevor hier irgendein Urdeutscher Eingeborener, überhaupt noch ein Wahlrecht bekommen darf, sollten wir Demokraten für alle Deutschen nach dem Schulabschluss ein Jahr Aufenthalt im Ausland einführen, damit die Deutschen überhaupt ersteinmal in die Lage versetzt werden, sich neuen Mitbürgern gegenüber auch ins Benehmen setzten zu können.



          Bei einigen Urdeutschen muss nötigst der Horizont noch etwas ausgebaut werden.



          www.wegweiser-freiwilligenarbeit.com



          Nur wer internationale Erfahrungen gemacht hat, kann überhaupt auf Augenhöhe in der Sache mitdiskutieren. Ansonsten einfach mal die Klappe halten.

        • @rero:

          Die Zurückweisungen an der Grenze sind klar rechtswidrig. Natürlich ist das nicht per se bei Abschiebungen so, allerdings Abschiebungen in Bürgerkriegsländer wie Afghanistan sind kaum zu rechtfertigen.

          • @FtznFrtz:

            @FtznFrtz



            Solange die Prüfungen auf Asylrecht laufen und die Anträge noch nicht entschieden worden sind, können doch rein von den Sicherheitsbestimmungen bei unserem Arbeitsrecht und den einzuhaltenen Vorschriften, wohl nur sprachlich adäquate und völlig psychisch & physisch gesunde Asylbewerber einer Arbeit nachgehen. Herr Dobrindt versucht mit dieser Regelung den Anschein einer Hilfe / Erleichterung für die Asylbewerber zu suggerieren, die qualitativ so nicht gegeben ist. Ein Menschenleben muss Respektiert und geachtet werden, zudem individuell gefördert.

  • Das ist doch total CSU-logisch: Asylbewerber zum Arbeiten verpflichten und gleichzeitig die Sanktionen beim Bürgergeld verschärfen. Wer da noch Milde erkennt ist verblendet.

  • Man kann Asylbewerbern erst dann in Integrationkurse ermöglichen, wenn sie einen positiven Bescheid haben, sonst macht das eigentlich keinen Sinn. Die Begrenzung der Zuwanderung ist für eine leistbare Integration der Gestrandeten unablässig, denke ich. Auch von links sollten die Probleme durch Zuwanderung endlich zur Kenntnis genommen werden .



    Gut wenn sie jetzt arbeiten dürfen.

    • @Frank Klostius:

      Integration ergibt immer Sinn, vielleicht wird das von rechts endlich zur Kenntnis genommen.

      • @Lahmarsch:

        So totale Aussagen sind immer Populismus. Wir schicken Ihnen mit der gleichen Botschaft mal 1 Mio Höckefans aus Thüringen in ihre Heimatstadt. Sind Sie dann auch für Integration und wollen das Zusammenleben neu aushandeln? Wir müssen hier keine Antisemiten integrieren nehme ich mal als weiteres klassisches Gegenbeispiel.

      • @Lahmarsch:

        Wenn jemand in Deutschland keinerlei Zukunftsperspektive hat, sind die Bemühungen um Integration vergeblich. Das ist nunmal so. Die gesamten Kosten für die Integration belaufen sich inzwischen in Bund und Ländern auf 50 Mrd Euro pro Jahr. Warum sollen dann noch Integrationskurse für Menschen finanziert werden, die das Land verlassen müssen? Mit welchem Engagement geht jemand in einen solchen Kurs, wenn er weiß, dass er das Land verlassen muss?

  • Arbeit hilft ungemein bei der Integration und dem erlernen der Sprache.



    Alle haben etwas davon. Die Flüchtlinge, die Arbeitgeber und der Staat, bzw. die Allgemeinheit. Dieser Ansatz ist absolut lobenswert.

    Wie wäre es mit einer 4-Tage Woche und einem Tag Sprachuntericht, oder Integrationskurs, ähnlich dem System der Ausbildung mit Berufsschule?



    Dann könnte für 4Tage Lohn bezahlt werden und für 1 Tag übernimmt der Staat.

    Auch wer irgendwann wieder gehen muss, hat dann voraussichtlich Erfahrungen gesammelt auf die später zurückgegriffen werden kann.

    Dass bei über 230.000 ausreisepflichtigen Menschen bald keine Flüchtlinge mehr da sein könnten……das sehe ich sehr weit von der Realität entfernt

    • @Sole Mio:

      Wer soll diese Menschen anstellen?

      Der AG hat eine Fürsorgepflicht. Die sagt, dass er sicher stellen muss , dass der AN Gefahren versteht und sachgemäß unterwiesen wurde. Kommts zu einem Unfall, ist der AG zu Recht dran, wenn zB wegen mangelnder gemeinsamer Sprache kein Nachweis erbracht werden kann. Moralisch ist das auch absolut notwendig und richtig!

      Das wird spannend ohne deutschkentnisse.

      Dazu müssen MA in der Lage sein, Anweisungen zu verstehen, um eine Qualität der Arbeit sicher zu stellen. Und nein, die kann man nicht auf zig Sprachen zur Verfügung stellen. (Wie verwaltet man, das alle Anweisungen immer gleich nachgezogen werden?/ wie schult man die ? / wie übersetzt man die ? translator ist übrigens nicht möglich, weil sensible Daten ins Netz geraten. Da redet man schnell von ein paar 100 Dokumenten…)

      Ich musste aus den obigen Gründen bereits Leiharbeiter heim schicken, weil ich keine Unterweisung hätte machen können.

      Deutsch ist unabdingbar, wenn man in D einen vernünftig Job haben will.

      Abgesehen davon. In meinem letzten Unternehmen wurde dieser Vorschlag umgesetzt, die MA haben sich geweigert mitzumachen. Der Kurs war unbezahlt, MA ansonsten nach Tarif bezahlt

      • @Lio:

        Das man sich gegenseitig verständigen kann, habe ich vorausgesetzt, jedoch nicht geschrieben. Zumindest englisch sollte gegeben sein.

  • Dobrinths Vorschlag ist im Zusammenhang mit der Aufhebung der Bezahlung der Sprachkurse zu bewerten. Das ist klassisches perfides CSU-Denken. Gib ihnen was sie wünschen und brauchen, aber mach ihnen dabei die Erfüllung der Anforderungen und das Erreichen der eigenen Ziele in Relation so schwer als möglich.



    Dann sind sie im Falle des Scheiterns selbst verantwortlich dafür!



    Katholisch christlich und doch mit Nächstenliebe?

  • Dobrindt weiß doch sicher genau Bescheid.



    Der hat doch Unschätzbares erreicht.

    Bei der PkW-Maut, dem Mobilfunkausbau und nicht zuletzt bei der Autobahnprivatisierung hat er doch schon seine volle Kompetenz gezeigt.

    • @Bolzkopf:

      Dafür sind wir ihm ewig dankbar, so ein herzensguter Mensch. Dieser Luxus arbeiten zu dürfen ist ein Geschenk Gottes, halleluja!

      • @TV:

        Die Arbeiter sind ja wirklich unverschämt für dieses Geschenk Gottes auch noch einen Lohn zu verlangen !

        Unglaublich diese Bande!

  • Der " christliche " Herr Dobrindt sollte einmal seine Wortwahl überprüfen lassen.



    Mitmenschen die zu uns kommen um als Migranten hier Schutz und Aufnahme zu finden, die oftmals ihr ganzes Geld für die Anreise hierher aufgebraucht haben und daher Arbeit brauchen und darauf angewiesen sind, diesen Mitmenschen mit den Worten Mitteilung zu machen : " ihr " dürft " hier arbeiten " , ist an Verhöhnung nicht zu toppen. Pfui Deibel !