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Schulen und Kliniken während HitzewelleHeiß! Heiß! Baby?!

Ambros Waibel

Kommentar von

Ambros Waibel

Rekordtemperaturen fordern Hunderte Opfer, Schulen sind nicht mehr funktionsfähig. Wann begreifen wir, dass die Hitze nicht nur die Schwächsten trifft?

U nwetter – das ist die Kategorie, mit der wir einer für unsere Breitengrade extremen Hitze begegnen müssen. Bei Unwetter ändern sich Routinen. Lang und liebevoll vorbereitete Feste werden abgesagt, Ausflüge verschoben, Kultur-Events gecancelt. Das ist für alle Beteiligten enttäuschend oder gar schmerzhaft. Doch die Verhältnisse, sie sind eben so.

Wenn der subjektive Eindruck nicht täuscht, dann sind die Leugner der Klimaverschlechterung, ob nun persönlich verdummt oder als putinsche Bots unterwegs, inzwischen etwas leiser geworden.

Wer etwa als Häuslebauer und/oder Selbstständiger nicht völlig ideologisiert ist und sich also gern ins eigene Fleisch und Portemonnaie schneidet, hat die Kombi von Isolierung, Wärmepumpe, Solar und Elektroauto längst umgesetzt oder ist dabei, die Aufträge und Anträge auszufüllen – auch in den AfD-Countries. Die Leute sind verhetzt, aber nicht blöd, die Fakten brennen auf der Haut.

Vielleicht hat die Eventisierung der Wettervorhersage ihren Höhepunkt erreicht oder überschritten. Es gibt Menschen, die keinen Zweifel daran haben, dass die einst für hiesige Verhältnisse unvorstellbaren 40 Grad erreicht werden, und die darüber aber nicht in Panik geraten, sondern sagen: Ich komme damit klar. Oder sogar: Ich freu mich drauf.

Wenn Menschen um ihre Chance auf ein besseres und längeres Leben gebracht werden, ist das politisches Versagen und emotionale Verrohung

Zu ihnen gehören zwei Köche, die ich kenne. „Die zehn Tage im Jahr, die ich gesotten in der Küche stehe“, erzählte mir einer, „die genieße ich.“ Er ist ein guter Mensch und ein sehr guter Koch. Meine 87-jährige Mutter ist eine sehr gute Mutter. Sie sagt zur Hitzewelle: „Endlich friere ich mal nicht.“

Risikovorsorge und Moralismus

Mir geht es da anders. Aber was meine Eigenverantwortung angeht, lassen sich die nächsten Tage mehr oder weniger problemlos durchstehen. Ich muss nicht auf der Straße leben, ich muss nicht körperlich arbeitend draußen unterwegs sein und werde mich eben unwettergerecht verhalten. Wer das als erwachsener Mensch nicht tut, handelt nach eigenem Vergnügen. So ist Risikovorsorge gedacht in einer Gesellschaft, die einem ja auch etwa das Recht lässt, sich mit 16 Jahren für ein paar Euro eine Alkoholvergiftung einzuschenken. Moralismus und Besserwissertum unter Erwachsenen sind privat unangenehm und politisch dumm.

Was wieder mal, ähnlich wie bei der Coronapandemie, verstört, ist die Weigerung, als Gesellschaft diejenigen schnell und konsequent zu schützen, die gern ab- und ausgrenzend die Schwächsten genannt werden. Dabei sind wir das alle. Wir alle waren mal Babys und Kinder, wir alle werden – hoffentlich – alt, viele von uns werden einmal pflegebedürftig sein. Fast jeder war schon mal ernsthaft krank, mehr als jeder Zweite in Deutschland leidet sogar unter einer chronischen Erkrankung. Und last but not least: Auch wir können in einem völlig überhitzen Knast landen.

Für „kritische Orte“ wie Krankenhäuser oder Altenpflegeheime, sagt der TU-Professor Daniel Fenner dem rbb, werde es ohne technische Lösungen, „auch Klimaanlagen“ nicht gehen. Zu diesen kritischen Orten gehören auch Kitas und Schulen. Wo ist hier der nationale Aktionsplan? Wo sind die Besuche von Spitzenpolitikern in den kochenden Klassenzimmern und neben den brodelnden Bettpfannen des Landes? Man kann sich gern wochenlang über Details der Renten- und Krankenversicherung streiten: Wenn dabei allerdings untergeht, dass Menschen durch die Klimaverschlechterung um ihre Chance auf ein besseres und längeres Leben gebracht werden, ist das politisches Versagen und emotionale Verrohung.

Nichts Neues unter der Sonne, könnte man mit Versen aus Robert Gernhardts Gedicht „Nachdem er durch Rom gegangen war“ sagen:

Arm klein, arm schwach

Reich groß, reich stark

Arm heiß, arm Krach

Reich kühl, reich Park

Weiter sind wir anscheinend noch nicht gekommen. Um aus einem aktuellen Facebook-Post des römischen Schriftstellers und Lehrers Christian Raimo in Übersetzung zu zitieren: „Ich erhalte ständig Berichte von meinen Kollegen, die gerade die Abiturprüfungen abhalten, über Schüler, die wegen der Hitze zusammengebrochen sind, über unerträgliche Bedingungen und über Erschöpfung, die zu sinnloser Qual geworden ist.“ Und er fordert dazu auf, die Hitze endlich zu politisieren.

In diesem Fall wäre es tatsächlich mal ein Zeichen von Widerstand, nichts zu tun; also im Schatten, im Freibad, am See zu chillen, anstatt sich auf einer Baustelle oder in einer Schule verkohlen zu lassen, ein „cooler Sommer“ anstatt eines „heißen Herbstes“, ein Bruch mit den Routinen, der bei jeder Art von Unwetter schlicht ein Gebot der Selbsterhaltung, immer öfter sogar des Überlebens ist.

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Ambros Waibel

Ambros Waibel taz2-Redakteur

Geboren 1968 in München, seit 2008 Redakteur der taz. Er arbeitet im Ressort taz2: Gesellschaft&Medien und schreibt insbesondere über Italien, Bayern, Antike, Organisierte Kriminalität und Schöne Literatur.
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62 Kommentare

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  • Das deutsche Binnenland erwärmt sich seit 30 Jahren um 0,5 Grad pro Jahrzehnt, und die globalen jährlichenTHG-Emissionen steigen immer noch weiter an. Ausserdem taut der arktische Permafrost inzwischen grossflächig, und in dem ist 3mal so viel CO2 gebunden, wie die Menschheit bisher freigesetzt hat.



    Es wird also wohl noch viele Jahrzehnte lang weiter je 0,5 Grad wärmer werden.

  • Bei Klimaanlagen passen Stromverbrauch und Photovolatikerzeugung zeitlich gut zusammen. Es wird doch aber seit Jahren über den Klimawandel diskutiert ohne die Resilenz gegenüber solche Hitzewellen zu erhöhen. Besipiele sind systematische Flächenentsiegelung und Abgaben bei Versiegelung. Photovoltaik systematisch über versiegelte Flächen. Regenwasserrückhaltung und Nutzung um Wasser zur Verfügung zu haben, statt unsere Grundwasserresourcen zu verschleudern.

  • Unverständlich, dass es noch Krankenhäuser, Pflegeheime oder auch Schulen / Büros ohne Klimaanlagen gibt. Hierzulande hält sich verbreitet noch die Auffassung, dass Klimaanlagen schädlich oder nutzlos seien.



    In anderen Ländern, die schon lange mit regelmäßiger Hitze zu tun haben (USA, Südostasien usw) völlig undenkbar. In China sind zT sogar die Pruduktionshallen in der Industrie klimatiesiert.

    • @T-Rom:

      In Ländern wie Indonesien, Malaysia oder Brunei sind nur Privatkliniken mit dezentralen Klimaanlagen in den Patientenzimmern ausgestattet.

      Zentrale Klimaanlagen die mit Überdruck arbeiten werden sie in Südostasien kaum finden und das hat seine Gründe. Aufklärung bietet zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygenie z. B. über die Risiken der Keimbelastung in Krankenhäusern mit zentralen Kühlsystemen.

      USA sind ein anderes Thema. Die HVAC Systeme sind nicht ausschließlich zur Kühlung dar sondern regeln die gesamte Gebäudetechnik von Luftfeuchtigkeit über Luftdruck bis Temperatur.

      Dezentrale Sekundärluftkühlung in Mehrbettzimmern ist bei immungeschwächten Menschen im Krankenhaus grundsätzlich keine gute Idee und nur das letzte Mittel wenn bauliche Maßnahmen wie Gebäudedämmung oder wärmedämmende Fenster nicht den gewünschten Effekt erzielen.

      Deutsche KH setzen zu 90% Kompressionskältemaschinen mit mechanischen Verdichtern ein, eine geringe Anzahl nutzt wärmebetriebene Absorptionskältemaschinen die auch für Fernkältegroßanlagen geeignet sind.

      Verfasst mit netter Unterstützung meiner Frau, die über 15 Jahre Berufserfahrung als Kardiologin in KH verfügt.

      • @Sam Spade:

        Eine sinnvolle Alternative zur Luftkühlung ist die Wand-/Deckenkühlung.

      • @Sam Spade:

        Was wäre jetzt an Klimasplitgeräten in Mehrbettzimmern so problematisch?



        Denn bis man bei den Bestandsbauten mit Dämmung und Beschattung, wenn überhaupt im benötigten Maße möglich, was erreicht, können bei der derzeitigen Finanzierung eher Jahrzehnte vergehen.

  • Habe während einer Hitzewelle entbunden (37°C).

    Lag vorher schon in der Klinik. Im Neubau. . Hübsch mit großer Fensterfront, ohne Verschattung. Im Vier Zimmer-Bett & einer Raumtemperatur von ca 34° C.



    Es war eine Qual. Trotz Kaiserschnitt und Schmerzen bin ich nach drei Tagen gegangen.

    • @Desti:

      Diese Glaskastenbauweise ist so eine Pest!

      Ich begann mein Studium in koblenz 6 Monate nach Fertigstellung der Konversion von ehemaligen Kasernen zu Uni. Man hatte einen tollen vierstöckigen Glaskasten als Treppenhaus an ein Gebäude gesetzt, es gab im EG und im obersten Stock je ein einzelnes kleines Fenster, das natürlich nur gekippt werden konnte.

      Da brauchte man keinen Hochsommer für Treibhaustemperaturen, natürlich keinerlei Verschattung und Belüftung eben auch nur homöopathisch (unterhalb der Nachweisgrenze).

      Wir alle wünschten, den Architekten dort festzusetzen, damit er/sie es selbst ausbaden muss, im Schweiße des Angesichts.

      Die DUH hat für Stödte über 50.000 Einwohner für die letzten 7 Jahre festgestellt, dass die Versiegelung ständig steigt und es 900.000 Bäume weniger sind. Ich füge hinzu, von diesen unsäglichen Glasbauten bestimmt eine Menge mehr. Menschen sind als Gesamtgruppe zu blöd. Zu kurzsichtig, zu egozentrisch. Selbst "on the nose" reicht nicht als Lektion, wir werden noch bis zum Hals im Wasser oder trocken gedörrt hören, das hätte es früher auch gegeben und man solle nicht so "woke" sein.

  • Mehr siesta wagen!

  • Vermieter müssen verpflichtet werden, Klimaanlagen einzubauen, so wie ja auch Heizungen.



    Aber bis die Lobby-Partei CDU (Club der Unternehmer) das umsetzt, wird es wahrscheinlich noch Jahrzehnte dauern.

    • @Dima77140:

      Klimaanlage in den Mietspiegel integrieren und es läuft.



      Ohne kann der Vermieter für die Klimaanlage nichts mehr verlangen, hat aber Kosten und potenziell Ärger.

    • @Dima77140:

      Mit den meisten Klimaanlagen kann man sogar auch äusserst stromsparend heizen! Und Warmwasser könnte man dann mit einer sog. "Brauchwasserwärmepumpe" erzeugen - eine Wärmepumpe, die Warmwasser aus der Gebäudewärme erzeugt, also bei Hitze die Klimaanlage noch unterstützt!

    • @Dima77140:

      Wenn ich als Vermieter (mit viel Eigenleistung) jetzt günstige Klimasplitgeräte mit einer angenommenen Haltbarkeit von 15Jahren einbauen lasse und auf die Miete umlege komme ich auf vielleicht 10€ mehr Miete pro Monat. Allerdings kämen dann auch noch jährliche Wartungs- und Reinigungskosten durch eine Fachfirma für ca. 250€ dazu und halt der Strom, da können an extrem heißen Tagen schon mal 15kWh anfallen.



      Die Frage ist, wer kann oder will es sich leisten.

    • @Dima77140:

      Vermieter können ja noch nicht mal verpflichtet werden, eine bezahlbare Heizung einzubauen.



      Doch ich fände es sinnvoll, dass analog zur erreichbaren Mindesttemperatur auch eine erreichbare Höchsttemperatur im Mietrecht vorgeschrieben werden könnte.

    • @Dima77140:

      mit Wärmepumpen kann man übrigens auch kühlen.

      • @Jutta57:

        Leider meist nur in der Theorie, da für eine Kühlung, die keine Feuchtigkeit ins Gemäuer führt, eine aufwendige Isolation sämtlicher Rohre notwendig ist.



        Mit Einhaltung aller Schutzmaßnahmen gegen Taupunkte an ungünstigen Stellen schafft eine zum Wärmen installierte Wärmepumpe nicht mehr als drei Grad Abkühlung. Das kann unter Umständen eine entscheidende Spanne sein, dürfte aber keinen Mieter wirklich glücklich machen.

    • @Dima77140:

      Dann müssen Mieter aber auch verpflichtet werden entsprechend höhere Mieten zu zahlen...

      • @Samvim:

        Wieso das denn? Eigentum verpflichtet. Für die Bewohnbarkeit seiner Immobilie muss der Eigentümer selbst sorgen und darf das nicht auf seine Mieter abwälzen, das wäre ja noch schöner. Privilegien kosten halt und Mieter haben Rechte!

        • @Günter Picart:

          Eugentum verpflichtet durchaus, jedoch nicht dazu, es anderen kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

        • @Günter Picart:

          Wieso?



          Sonst das Mietrecht.

  • Wer etwa als Häuslebauer und/oder Selbstständiger nicht völlig ideologisiert ist und sich also gern ins eigene Fleisch und Portemonnaie schneidet, hat die Kombi von Isolierung, Wärmepumpe, Solar und Elektroauto längst umgesetzt oder ist dabei, die Aufträge und Anträge auszufüllen – auch in den AfD-Countries. Die Leute sind verhetzt, aber nicht blöd, die Fakten brennen auf der Haut.



    ----



    Klimaanlage, ein vielleicht wichtiger Notbehelf!



    Für eine Gesellschaft, die nicht begreifen will, sich den prognostizierten Fakten verweigert, das "MÜLL aufsammeln" gegenüber "Müll vermeiden" die absolut TEUERSTE Lösung ist!



    Btw. Wenn wir die in den letzten 10-20 Jahren die durch den Klimawandel entstandenen "Schäden" mal zusammenrechnen, diese Zahlen nach vorne prognostizieren, kommen Summen zusammen, die zeigen, dass frühzeitiger Klimaschutz für unsere Gesellschaft die preiswertere Lösung wäre!



    Und warum tun wir DAS nicht?



    Um so bequemen Konsumgewohnheiten & die Gewinne einiger nicht infrage zu stellen. :-(



    Z.B. 3 l Hubraum, 3 Tonnen, > 200 Ps. um 80 Kg Nutzlast im Schnitt 15 km weit mit 20-30 Km/h zu transportieren.



    Gaskraftwerke für alle! CO² verpressen in der Nordsee, uvam. ?



    Merkbefreit ?:-(

  • 2003 hatte ich einen Herzinfarkt während der damaligen Hitzewelle. Ich lag im Rot Kreuz Krankenhaus in Frankfurt. In den Zimmern war es unerträglich heiß. Das Pflegepersonal war nur noch damit beschäftigt Getränke zu verabreichen, kühlende Wadenwickel zu machen, die Fenster irgendwie von innen zu verdunkeln. Eine verglaste Brücke von einem Gebäude zum anderen wies 70° Grad auf, unverschlossen. Alles in allem ein lebensgefährlicher Zustand. Heute haben wir 2026. Hat sich inzwischen irgendwas dahingehend geändert solche Hitzewellen vernünftig zu bewältigen? Natürlich nicht. Ebensowenig wie in den allermeisten Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, aber auch Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. So ist Deutschland. Hochmütig, ignorant, unbelehrbar und menschenverachtend. Oder?!

    • @shitstormcowboy:

      Das Pflegepersonal leidet meist noch mehr als die Betreuten. Die müssen bei der Hitze körperlich arbeiten - so wie Bauarbeiter, Postboten, Müllabfuhr etc etc.

  • Klimaanlage ist nicht gut für's Klima.



    Das zeigt sich deutlich am Mehrverbrauch der PKW, die etwa einen Liter mehr pro 100 km verbrauchen.



    Wird das Auto allerdings ein Elektroauto, ist das weniger schlimm.



    Insbesondere, wenn das Auto mittags aufgeladen wird.



    Es entsteht gerade die Situation, dass die Photovoltaik zur Mittagszeit Überkapazitäten erzielt, abends aber Braunkohle verfeuert wird, um energieintensive Industrie oder Kühlung zu ermöglichen.



    Eine Klimaanlage auf einem Einfamilienhaus, das eine Photovoltaik Anlage hat, ist eine gute Idee, sie arbeitet in den heißesten Stunden am billigsten.



    Wo fehlt 's?



    An Speichern!



    Statt langfristige Gas Verträge zu schließen, wäre es die Aufgabe einer Wirtschaftsministerin, die Stromspeicherung voran zu treiben.



    So könnte energieintensive Industrie auch abends mit klimaneutralem Sonnenstrom arbeiten.



    So könnten viele Menschen auch klimaneutral weiterarbeiten, statt wegen der Hitze arbeitsunfähig zu sein.



    Was Strategien z.B. im (Straßen-) Bau betrifft, hier ist hitzefrei angesagt und die Wintermonate können im Gegensatz zur Tradition genutzt werden um das "Schlechtwetter" der Sommermonate aufzufangen.

    • @Philippo1000:

      Also n liter mehrverbrauch pro 100km find ich jetzt nicht so schlimm. Tbh 😀

      • @Hannes Petersen:

        Beim E-Auto macht die Klimaanlage schnell 100% Mehrverbrauch (ähnlich wie die Heizung im Winter) aus. In extremer Kälte und Hitze ist der Verbrenner (leider) im Vorteil.

      • @Hannes Petersen:

        Warum?



        Das sind mehr als 10% des Durchschnittsverbrauchs.



        Bei 49 Mio PKW in Deutschland und einem Kraftstoffverbrauch von 53 Mio Tonnen (2024)



        Macht das mehr als 5,3 Mio Tonnen aus.



        Das können Leute „nicht so schlimm finden“, die Klimawandel auch so schlimm finden, bzw. ihn einfach leugnen.

      • @Hannes Petersen:

        Das mit dem 1 l Mehrverbrauch stimmt auch nicht, das war früher mal so, moderne Autos regeln das viel intelligenter und sehr sparsam.

        • @Flocke:

          Wie jetzt genau soll das gehen, die Kühlleistung muss erbracht werden und automatisierte thermostatische Steuerungen gibt es auch schon seit Jahrzehnten. Was schon immer galt, im Stop and Go in der Stadt braucht man mehr als auf der Autobahn.

          Ansonsten gibt es heute ja auch in manchen Kleinwagen Klimaanlagen, die es ab 30Grad nicht mehr ausreichend gekühlt bekommen, die dürften dann auch weniger brauchen.

          • @Axel Schäfer:

            In meinem Auto mit 48Volt Bordnetz wird der Kompressor bedarfsabhängig mit Strom betrieben und läuft nicht per Keilriemen zwingend mit dem Motor mit. Damit wird beim Verzögern Strom erzeugt, zwischengespeichrt und dann für den Antrieb des Klimakompressor genutzt. Im realen Test mit vs. ohne Klimaanlage kann ich keinen Verbrauchsunterschied sehen.

      • @Hannes Petersen:

        Das sind dann ca. 9.7 Millionen Liter für ganz Deutschland/pro Tag bzw. ca. 20 Tonnen zusätzlicher CO2-Ausstoß? Nur PKW.

  • "Rekordtemperaturen fordern Hunderte Opfer"

    Das Robert Koch Institut hat für 2025 die Sterblichkeitsrate an Hitztagen mit denen anderer Tage abgeglichen. Die Übersterblichkeitsrate betrug im Schnitt 2500 Personen pro Hitzetag.

    Es sind auch nicht immer die Temperaturen allein sondern das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Meine Frau als Kardiologin weißt in diesem Zusammenhang darauf hin, das dem Thema Medikamentierung in Deutschland in Verbindung mit Hitze viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Klassisches Beispiel sind Blutdrucksenker, die zu einem Kreislaufkollaps führen können, wenn die Dosierung nicht den Temperaturverhältnissen angepasst wird.

    Auch Aufklärung darüber das bei Kombination mehrerer Medikamente, bei Hitztagen vorher ein Arzt konsultiert werden sollte, findet zu wenig statt.

    Das war jetzt eine kleine Randnotiz, die aufzeigen sollte, dass es nicht nur die Alten und Schwachen betrifft, wenn es um Hitze geht, sondern so gut wie alle Bevölkerungsgruppen davon betroffen sein können.

    • @Sam Spade:

      Kann ich als Altenpfleger im Moment nur bestätigen, besonders in Kombination mit Wassertabletten und Beruhigungsmitteln. Vielen Ärzten und Ärztinnen scheint das aber gar nicht so bewußt zu sein und wenn man dann mal einen erreicht reduzieren die viel zu wenig so daß das Pflegepersonal von sich aus Tabletten reduziert oder wegläßt besonders an den heißen Wochenenden.



      Eigentlich müßten wir auch mehr Personal für die Hitzetage bekommen, bei vielen besonders den demenziell veränderten führt die Hitze paradoxerweise dazu daß das Durstgefühl noch weiter sinkt



      Klimaanlagen in Pflegeheimen müßten verpflichtend sein, es wäre ja schon mal ein Fortschritt Temperaturen über 25° zu verhindert auch schon wegen der Medikamente.

  • Die eigentlichen Anliegen des Autors sind ja sehr berechtigt.



    Nur warum in aller Welt will er dann die (Bundes-)Politik hineinziehen?



    Sein Corona-Beispiel zeigt ja gerade, dass da nichts Gutes bei herauskommen kann.



    Wenn ein Landkreis ein Krankenhaus mit Klimaanlagen ausstattet, dann machen es vielleicht auch andere. Und dadurch entsteht irgendwann der Eindruck, dass es so besser; später, dass es so normal ist.



    Und das erzeugt ganz nebenbei Druck auf die weitere Politik.

    • @Frauke Z:

      Was meinen Sie woher der Landkreis das Geld bekommt?



      Die letzte Hebesatzanpassung der Grundsteuer habe ich u.a. auch der erhöhten Kreisumlage für die Kreiskliniken zu verdanken.



      Der Bund soll Geld aus dem Sondervermögen locker machen, letztes Jahr wurde auch nicht alles abgerufen.

  • Es ist eine Schande, dass Kliamaanlagen so verpönt sind hierzulande!

    • @Eulennest:

      Ihre Aussage geht am Problem vorbei. Es geht nicht darum, möglichst viele weitere Klimaschädlinge für Privilegierte zu erlauben. Es geht darum, den schon seit Jahrzehnten von Wissenschaftlern benannten Klimawandel zu bekämpfen.

    • @Eulennest:

      Klimaanlagen produzieren jede Menge Abwärme, die in Ballungsräumen die Außentemperatur nochmal kräftig steigen lässt. Sie verschlimmern damit oft das Problem, dass sie abmildern sollen.

      • @Volker Scheunert:

        Das ist eine extrem verkürzte Aussage. Es wurde im Rahmen einer Studie die Temperaturerhöhung für Paris durchsimuliert. Eine Temperaturerhöhung durch Klimaanlagen gibt es nur bei extrem dichter Bebauung. Selbst im extrem dicht besiedelten Paris existiert das Problem nicht flächendeckend, sondern nur an wenigen Stellen in der Stadt. München als am dichtesten besiedelte Großstadt Deutschlands hat nichtmal ein Viertel der Bevölkerungsdichte von Paris. Damit ist die gute Nachricht, dass Klimaanlagen die Temperatur in deutschen Ballungsräumen nicht oder nur in Einzelfällen erhöhen.



        Die Autoren der Studie betonen dass eine Klimatisierung von Häusern in der Zukunft immer wichtiger wird, man aber bei extrem dichter Bebauung Technologien wie Erdsonden verwenden sollte.

        doi.org/10.1016/j.apenergy.2012.02.015

      • @Volker Scheunert:

        In Ballungsräumen ballt sich die Hitze durch ganz andere Baufehler. Diese Fehler nun nicht durch Klimaanlagen ausgleichen zu dürfen, weil die ja alles nur noch schlimmer machen, ist eine freche Forderung gegenüber denjenigen, die Versiegelung, Glasfassaden und Betonüberschuss ausbaden müssen.

        • @Herma Huhn:

          Sorry, die Baufehler stehen ja im letzten Satz, da stimme ich Ihnen gern zu, nur die Klimaanlagen davon auszunehmen, halte ich mindestens für unrealistisch ...

        • @Herma Huhn:

          Ganz andere Baufehler? Na, dann nennen Sie mir diese mal - aber Sie wollen doch nicht bestreiten, dass Klimaanlagen die Abwärme nach draußen abgeben? Im Übrigen fordere ich kein Verbot von Klimaanlagen, wie Sie mir unterstellen, sondern wende mich dagegen, dass sie als Allheilmittel gegen die von uns mitverursachten verstärkten Hitzewellen angesehen werden ...

          • @Volker Scheunert:

            Vielleicht habe ich zu hart gelesen. Sie aber auch.



            Ja, Klimaanlagen tragen Wärmeenergie von innen nach außen. Und dafür braucht man sogar noch Energie, die man zusätzlich ins System gibt.



            Es gibt Klimatisierungen, bei denen ich daher durchaus für ein runterregeln der Allgemeinheit zuliebe plädieren würde. (Wenn in einer Einkaufsstraße in den Läden 18 Grad vorherrschen, tut das dem Wetter vor der Tür bestimmt nicht gut)



            Mit neuen Gebäuden ließe sich der Bedarf an Klimatisierung ebenfalls deutlich reduzieren, was auf jeden Fall gut wäre.



            Nur die meisten Menschen leben ja nun in Gebäuden, die zu Zeiten errichtet wurden, als hierzulande noch niemand über Sommerhitze-Schutz nachdenken musste (oder wollte) Und als Nachrüstung sind die Geräte leider unschlagbar.

    • @Eulennest:

      Bezahlt von der Fossilindustrie, bitte (Kohle, Öl, Flug, Verbrennerauto, ...). Die wir ansonsten mal rasch arbeitslos machen sollten.



      An die Wurzel des Problems!

      • @Janix:

        Erst die Schw*inegewinne auf Kosten Dritter wieder reinholen (dass eine Firma Assets hat, setze ich als eigentlich bekannt voraus).

        Und danach das Geschäft auf Kosten Dritter beenden. Sobald die Fossils ihre Kosten _alle _selbst trügen, ließe sich reden.

        Dieses "Kühler"-"Argument" samt Übertreibung lässt mich fürchten, dass Sie meine Argumente woanders nicht lasen, also noch mal: Es geht ums Abbremsen und dann mal Stoppen.



        Wenn wir wirklich heute mit dem Verbrennen ganz aufhören würden (hypothetisch), würde es ab da wohl auch ohne sonstige Maßnahmen allmählich wieder kühler, weil das Ökosystem wieder greifen könnte (dauert aber, wenn sie sich die Erdgeschichte ansehen, und die vollständige Antwort müsste sich Kipppunkte ansehen)



        Wer jetzt ungehemmt oder kaum gehemmt weitermachen will, womöglich aus bequemer Kurzsicht, begeht einen ökologischen und ökonomischen schweren Fehler, jedenfalls volkswirtschaftlich.



        Von der grundsätzlichen Lösung bewusst abzulenken, indem kurzfristige Heftpflaster nach vorne getönt werden und das Stoppen der Wunde nach hinten geschoben werden soll (AfD & Co.), ist sogar verwerflich.



        Geht also nicht gegen Sie, sondern gegen die Ablenker.

      • @Janix:

        O.k., dann machen wir das mal ganz rasch, am besten von heute auf morgen. Um wie viel Grad wird es dann morgen kühler?



        BTW: Wenn eine Industrie arbeitslos wird, wie soll sie dann etwas bezahlen???

      • @Janix:

        Klimaanlagen (bzw. Wärmepumpen) kann man theoretisch klimaneutral betreiben; Überkapazitäten an regenerativem Strom gibts ja bekanntlich im Sommer mehr als genug.

  • Anscheinend müssen erst viele Menschen draufgehen bevor die Klientelparteien im Bundestag sich erniedrigen etwas für die Schwächsten in der Gesellschaft zu tun. Macht aber auch Sinn, da sie ja zumeist damit beschäftigt sind auf eben jene Bevölkerungsgruppen verbal einzudreschen.

    • @Okti:

      Dummerweise steht auf den Totenscheinen nicht "Todesursache Klimawandel" sondern Herzinfarkt, Schlaganfall, Kreislaufkollaps oder Nierenversagen.

  • So sieht das aus!



    Leider bei der nächsten 20 Grad Welle aber wieder vergessen.



    Klimawandelanpassung als Wirtschaftschance. Wer zu spät kommt,.... usw.



    Leider alles indirekte Kosten. Niemand muss für Nachteile Geld bezahlen. Er hat dennoch weniger, merkts aber nicht direkt. Dumm wie Menschen eben sind. Ein Euro den ich bezahlen muss ist schlimmer als fünf die ich nicht bekomme.

  • Die Produktivität geht ohnehin durch die vermaledeite menschengemachte Erderhitzung runter wie ein leckes Boot.

    Der Schutz der Schwachen ist eine Errungenschaft - irgendwann übrigens tun's die Augen nicht mehr, und wir freuen uns über den Dorfbus. Irgendwann schwitzen wir im betreuten Wohnen. Irgendwann ...



    Machen wir uns das Leben angenehmer und packen das Thema Klima wieder an!

  • thank you.

  • Wir können weiter alle leiden, oder einfach wie der Rest der Welt Klimaanlagen installieren und an den heißen Sommertagen mit dann sehr einfach erzeugbaren Solarstrom zu betreiben..

    • @Petzi Worpelt:

      Diese Geschichte mit den Klimaanlagen hat aber auch mind. zwei Haken. Erstens, muss mensch sich eine Klimaanlage und ihre Installation leisten können (plus Solaranlage und Speicher), womit Sie wohl schon mal mehr als 50% der Bevölkerung ausgegrenzt haben. Zweitens, es bräuchte tausende Fachkräfte in Deutschland um all das zu installieren. Drittens, die Abwärme von Klimaanlagen ist ein großes Problem in urbanen Regionen, wo viele von denen im Einsatz sind.

  • Wäre schön. Wenn man die Klimaanlage selbst einbauen dürfte. Inkl. Einbau zahlt man mind. Das 3-fache. Unbürokratischer Einbau und viele würden schnell nachrüsten.

    • @AllesWirdGuter:

      Betrachte es als Gessler-Hut der EU.

      Klimawirksame Kühlmittel in haushaltsüblichen neu angeschafften Klimaanlagen sind größtenteils verdrängt und ab 2027 verboten. Trotzdem braucht man anscheinend für die Installation weiterhin den Klimaschein.

    • @AllesWirdGuter:

      Mir hat keiner verboten, sie in meinem Haus selbst einzubauen.

      • @ToMuch:

        Inbetriebnahme nur durch Abnahme durch Fachbetrieb. Illegal kann man viel machen.

      • @ToMuch:

        Okay, sie haben ein Haus. Es sei ihnen gegönnt. Hilft Menschen die zur Miete wohnen aber auch nicht weiter.

        • @Andreas J:

          jeder kann sich eine mobile Klimaanlage anschaffen; auch Mieter.

          • @Jutta57:

            Die sind halt wesentlich ineffizienter als verbaute Splitgeräte

        • @Andreas J:

          Für die gibt es mobile Klimageräte