Bericht zum globalen Energieverbrauch: Mehr Erneuerbare, mehr Fossile, mehr Emissionen
Weltweit wird so viel mehr Energie verbraucht, dass erneuerbare Energien nicht hinterherkommen. Die Emissionen sind 2025 erneut leicht gestiegen.
Foto: Oscar Martinez/reuters
Weltweit ist der Energieverbrauch im vergangenen Jahr schneller gestiegen als der Ausbau erneuerbarer Energien – mit dem Ergebnis, dass die klimaschädlichen Emissionen um etwa 1,1 Prozent gestiegen sind. Das zeigt der neue Jahresbericht des Londoner Energy Institute zum weltweiten Energieverbrauch. Fossile Energien machen demnach 86 Prozent der weltweiten Energieproduktion aus.
Die Zahlen stammen aus dem seit 1952 erscheinenden Statistical Review of World Energy, herausgegeben vom Londoner Energy Institute. Der Bericht, der jedes Jahr erscheint, gibt einen Überblick über den größten Teil des weltweiten Energieverbrauchs in allen Bereichen. Dafür wird der sogenannte Primärenergieverbrauch erfasst – also beispielsweise, wie viel Kohle, Gas oder Öl in Kraftwerken und Raffinerien eingesetzt wird. Die Zahlen sind so ein guter Indikator für den Stand der Energiewende weltweit.
Bei allen Energiequellen hat die Erzeugung zugelegt, sodass die weltweit genutzte Primärenergie von 592 Exajoule (Trillionen Joule) auf 600 anstieg. Davon kamen fast 9 Prozent – so viel wie noch nie zuvor – aus erneuerbaren Energien und weitere 5 Prozent aus der Atomkraft. Deutschland liegt mit einem fossilen Anteil von knapp 85 Prozent im weltweiten Durchschnitt.
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Diese Zahlen unterschätzen nach Berechnungen der taz allerdings den tatsächlichen Anteil der erneuerbaren Energien. Ein Großteil der fossilen Primärenergie – mehr als die Hälfte – geht bei der Verbrennung als Hitze verloren und muss in einem künftigen Energiesystem nicht durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Rechnet man diese Verluste heraus, machen fossile Energieträger nur etwa 72 Prozent der nutzbaren Energie aus, erneuerbare mehr als 17 Prozent und die Atomkraft mehr als 10 Prozent.
Sonne statt Kohle in China
Während in der Vergangenheit China und Indien für die größten Zuwächse bei den fossilen Energien verantwortlich waren, ist das nun nicht mehr der Fall. In beiden Ländern stagnierte die Nutzung von Kohlekraft oder war sogar rückläufig. In China wurde mehr Solar und Windkraft gebaut als im Rest der Welt, während zugleich die Benzin- und Dieselnachfrage sank.
Stattdessen sind inzwischen die USA für einen Großteil der steigenden Emissionen verantwortlich. Nordamerika war außerdem die einzige Region, in dem der Anteil fossiler Energien im Strommix stieg.
Erstmals erfasste der Bericht den Stromverbrauch von Rechenzentren: Dieser stieg im Jahr 2025 um rund 20 Prozent – offenbar wegen der steigenden Nutzung von großen Sprachmodellen, die besonders viel Energie brauchen. Etwa 2,4 Prozent des weltweit produzierten Stroms fließen in solche riesigen Rechnersammlungen, der Großteil davon in den USA.
Die ebenfalls im Bericht zusammengefassten Daten zur Ölproduktion lieferten zudem Hinweise auf die aktuelle Versorgungslage während der Blockade der Straße von Hormus. Im vergangenen Jahr sei die Ölproduktion um 3,5 Prozent gestiegen – der Ölverbrauch aber deutlich weniger. Institutschef Andy Brown zufolge müssten täglich etwa 2 Millionen Barrel eingelagert worden sein, was die Mangellage während des Irankrieges entspannt haben könnte.
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