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Männer-Demo gegen Gewalt gegen FrauenUnlearning Herrentag

Als Mann Verantwortung übernehmen für die Taten von Männern. Das fordert ein Bündnis und ruft zum Vatertag in Berlin zur Demo „Männer gegen Gewalt“ auf.

Aus Berlin

Lilli Messer

Männerhorden, die mit Bollerwagen und viel Alkohol laut durch die Straßen ziehen – das ist das Bild, das man vom Vatertag hat, auch „Herrentag“ oder „Männertag“ genannt. Doch am 14. Mai, wenn der arbeitsfreie Donnerstag eigentlich auf Christi Himmelfahrt zurückgeht – ein Datum, das historisch für Besinnung stand, heute aber oft im alkoholisierten Gegröle versinkt –, soll es in Berlin einen Ort geben, an dem alles anders ist. Aktivisten wollen mit der Demonstration „Männer gegen Gewalt“ ein Zeichen setzen gegen (sexualisierte) Gewalt an Frauen und für mehr Verantwortung von Männern.

Die Demonstration Männer gegen Männergewalt

Die Demonstration „Männer gegen Männergewalt“ beginnt am Donnerstag um 14 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin. Die Schauspielerin Collien Fernandez rief am Dienstag auf Instagram zur Teilnahme auf und fragte dabei: „Männer, wo seid ihr? Ich hör euch nicht!“ Der Bundesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, und der Bundessprecher der Grünen Jugend, Luis Bobga, riefen in einem gemeinsamen Video zur Teilnahme auf.

Die Mitorganisatoren Nick und Fritz, die nur beim Vornamen genannt werden wollen, wählen das Datum als Gegenentwurf zur machistischen Feierkultur, sie wollen öffentlichen Raum an prominenter Stelle einnehmen und für die Auseinandersetzung mit dem Thema nutzen.

männertaz

Männer bauen Autokratien auf, Männer bilden Manosphären, Männer üben Gewalt gegen Frauen aus. Aber: Männer leisten auch mehr Care-Arbeit als früher, Männer supporten Frauen, Männer gehen sogar in Therapie (manchmal). Alte Männlichkeitsbilder geraten ins Wanken, zugleich klammern sich manche Männer um so mehr ans Patriarchat und verklären die Vergangenheit. Ein Schwerpunkt über Manfluencer und Maskulinismus, Körperlichkeit und Vater-Sohn-Beziehungen, männliches Altern und diverse Männeridentitäten. Alle Texte der Ausgabe erscheinen unter taz.de/männertaz

„Gerade in Zeiten von Epstein, Pélicot oder Ulmen wirkt es absurd, Männlichkeit oder ‚Herren‘ einfach unkritisch zu feiern“, sagt Nick. Die Initiative entstand aus einem Unbehagen darüber, dass Männer sich bislang zu wenig sichtbar gegen sexualisierte Gewalt positionieren. Aus Gesprächen im Umfeld, Erfahrungen aus feministischen Kontexten und aktuellen Debatten – etwa rund um Proteste im Zusammenhang mit dem Fall Ulmen/Fernandes – entwickelte sich das Bedürfnis, aktiv zu werden und eine eigene Plattform zu schaffen.

Die Bildergalerie zur männertaz

Wie können wir Männlichkeit in ihrer Vielfalt darstellen und unterschiedliche Perspektiven zeigen? 14 Antworten von Fo­to­gra­f:in­nen der taz finden Sie hier in der Bildergalerie zur männertaz.

Dabei geht es nicht nur um politische Forderungen, sondern auch um persönliche und gesellschaftliche Veränderung. Die Organisatoren betonen, dass diese Arbeit nicht länger allein bei FLINTA*-Personen liegen darf, sondern als Aufgabe von Männern begriffen werden muss. Neben Redebeiträgen zu Präventionsarbeit, Manosphere oder kritischer Männlichkeit wird es bei der All-Gender-Demo auch Musikprogramm geben.

Verantwortung auf drei Ebenen

Als Mann, sagen die Organisatoren, könne man auf drei Ebenen Verantwortung übernehmen: erstens individuell, im Sinne eines Unlearning von sexistischen Mustern, die alle in einer sexistischen Gesellschaft erlernt hätten. Zweitens als Verantwortung unter Männern, die nicht nur bedeute, selbst kein Täter zu sein, sondern sich aktiv gegenseitig in die Verantwortung zu nehmen, Gespräche zu führen und das eigene Umfeld kritisch zu reflektieren.

Und drittens auf gesellschaftlicher Ebene, etwa durch strukturelle Veränderungen in Justiz, Polizei, Bildung und Prävention. Diese Forderungen sind von diversen feministischen Initiativen formuliert worden, denen sich die Gruppe anschließt.

wochentaz

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Zentral ist für sie der Gedanke: „Nur wenn es keine Täter gibt, wird es auch keine Betroffenen mehr geben.“ Diese Verantwortung könne nur von Männern mitgetragen werden, da sie statistisch überwiegend die Täter sind. Ziel sei es, Männlichkeit aus der passiven Zuschauerrolle zu holen und eine Bewegung zu etablieren, die patriarchale Gewalt dort thematisiert, wo sie entsteht – unter Männern.

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101 Kommentare

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  • Berlin hat fast 4 Milionen Einwohner. Zu der Demo sind laut Polizei 800 Menschen gekommen. Auch Frauen und Kinder. In Hamburg , 1,9 Milionen Einwohner, waren es 300. Ein starkes Zeichen sieht wohl anders aus.

    Trotz allem wird sich leider nichts ändern. Auch nicht wenn zwei Millionen gekommen wären. Auf Frauenmord steht Zb. lebenslänglich, und wer sich davon nicht abschrecken läßt stört sich bestimmt nicht an Demos. Nein ich weiß auch nicht wie man das ändern kann.

  • Ich habe einmal, vor vielen Jahren, an einem "Vatertag" mit anderen Männern eine vierstündige Touristen-Bootsfahrt über die Spree gemacht und dabei -gegen meine sonstige Gewohnheit- tagsüber mehrere Gläser Bier getrunken. Ich habe mich sehr ernsthaft mit dem Freund eines Freundes unterhalten, der gerade in einer Trennungssituation war ("Deeptalk"). Hatte aber auch lustige und angenehme Momente. Hinterher waren wir mit unseren Partnerinnen noch im Park und im Restaurant. Dass "meine" Männergruppe irgendjemanden gestört hat, habe ich nicht wahrgenommen.

    Man ließt und hört viel von männlicher Einsamkeit. Viele Männer in mittleren Jahren hören auf, Freundschaften zu pflegen. Wenn Männer gemeinsam eine Wanderung oder eine Radtour oder eine Bootsfahr machen und es hierfür einen Anlass bzw. eine Erinnerung im Feiertagskalender gibt, ob so ist das meiner Meinung nach erstmal eine gute Sache.

    • @Eugen-Emilio :

      Freundschaften flachen ab oder enden ganz durch das Herauskristallisieren verschiedener Interessen sowie Änderungen und Verfestigungen in den Charakteren.



      Meine Rest-Freundschaften wiegen weit mehr als die früheren Oberflächlichkeiten, die oft mit Freundschaft verwechselt wurden.



      Das ist kein Widerspruch gegen die "gute Sache", sondern meine Erklärung für weniger Kontakte.

    • @Eugen-Emilio :

      Danke für die Ergänzung und Erinnerung für mich. Ich beobachte auch zu häufig, dass die Frauen das "Außenministerium" komplett übernehmen (müssen). Irgendwo gibt es eine Grenze (Care- und weitere Arbeit daheim), doch Zeit auch für die Männerfreundschaft muss sein.

    • @Eugen-Emilio :

      Danke für Ihren Beitrag. Die geschilderte Situation ist eine schöne Sache, und die angesprochene männliche seelische Kontaktverarmung tatsächlich ein belastendes Problem, und das nicht erst im mittleren Alter sondern schon von Jugend an. Und wenn alle Vatertagsausflüge auf diese Art verlaufen würden und am Abend vielleicht sogar noch mit der Familie ausklingen gelassen werden, wäre an den Bollerwagen-Touren überhaupt nichts auszusetzen. Sie und die Kameraden dieses Tages sind nicht die Adressaten des Problems. Ich hoffe, Sie und ihre Freunde haben Familien und Söhne und können diesen eine solche gelebte Ausflugskultur nahebringen. Inklusive der tiefergehenden persönlichen Gespräche unter Männern. Das ist nämlich ein schönes Beispiel für männliche Vorbildfunktion, gemeinsamer Ausflug, der nicht in Vollsuff und Randale, weder untereinander noch gegen andere, Menschen oder Tiere oder Gegenstände, ausartet.

  • So sehr ich die Intentionen der demonstrierenden begrüße - der Soziologen- Denglisch Slang im Titel (der ja wahrscheinlich nicht von der Autorin selbst stammt) ist völlig daneben. Ist das eine bewusste Abgrenzung vom nichtstudierten Prekariat um zu zeigen und gebildet die Titel setzenden doch sind?

  • Moment: War es jetzt eine "Männerdemo" oder eine "All-Gender-Demo"? Beide Informationen finden sich im Artikel, und ich finde diese Informationen durchaus widersprüchlich.

    • @Agarack:

      Es ging oder geht um (sexualisierte) Gewalt an Frauen:

      "Aktivisten wollen mit der Demonstration „Männer gegen Gewalt“ ein Zeichen setzen gegen (sexualisierte) Gewalt an Frauen und für mehr Verantwortung von Männern."

  • " Der Gerechtigkeit kann keine Genüge getan werden, so lange nicht die Nichtbetroffenen genauso große Empörung empfinden wie die Betroffenen selbst".



    Zitat Benjamin Franklin.

    Mit Gruß an all die rechtschaffenen Männer, welche der Meinung sind, da sie selber keine Täter seien, sei genug getan und sie hätten keine weitere Verpflichtung den Frauen, Kindern, weiteren Opfern und der Gesellschaft gegenüber.

    • @Lotte Huber:

      Schöne Grüße zurück, aber worin besteht die männliche „Verpflichtung“? Sollen Männer Betroffenheit simulieren und mit dem Finger auf andere zeigen oder eigene Erhabenheit bekunden und das Leserforum mit kleinen Lebensweisheiten ausschmücken? Empörung beruht auf einem tiefen Unrechtsempfinden, das man vielleicht auslösen oder anregen, aber von niemandem verlangen kann. Zur Anregung muss man die Sachverhalte nachvollziehbar schildern. Empörung lediglich zu instrumentalisieren ist dagegen problematisch. Mit ihr wird auch gegen Migranten gehetzt, wurden sogar schon Asylunterkünfte angezündet und zu anderen Zeiten auch Hexen und Bücher verbrannt. Man sollte sich fragen, warum man von anderen Empörung verlangt. Sich zur Selbstbestätigung zu empören löst weder dieses noch ein anderes Problem. Dass sich mal ein Täter über sich selbst empört, ist jedenfalls sehr unwahrscheinlich, weil das bislang noch nie ein Mensch getan hat. Wir empören uns über andere, selbst wenn sie das Gleiche tun wie wir selbst. So kann auch ein Täter dem Appell ohne weiteres folgen und mitlaufen. Das gilt es zu bedenken, sonst rebelliert irgendwann vielleicht mal der Verstand.

      • @Yes:

        Ihr Ernst? "Worin besteht die männliche Verpflichtung?"- sich aus der bequemen Vormachtstellung im immer noch herrschenden Patriarchat zu bewegen und sich laut vernehmlich und deutlich positioniert an die Seite der Benachteiligten zu stellen. "Betroffenheit simulieren "- darauf muss man erstmal kommen. Machen Sie selbst so etwas? Echtes Mitgefühl und echte Betroffenheit sind gefragt.



        Der nächste Satzteil, ein kleiner Versuch mich herabzusetzen und zu diskreditieren. Das übliche Vorgehen von Männern wenn Frauen ihnen unbequem werden. Oder vielleicht sogar ein bisschen nah an die Wahrheit rücken. Was hat Sie so getriggert, dass sie nicht in der Lage sind zu sehen was das Zitat wirklich illustriert-nämlich dass das Problem schon seit sehr vielen Jahren bezüglich verschiedener Problematiken in der Gesellschaft besteht (wenn sogar Franklin schon darüber sprach). Mir seine altertümliche Wortwahl vorwerfen? Billig. Um wahre Veränderung voranzubringen braucht es immer die aktive Unterstützung derer die eigentlich die Privilegien genießen. Ihr angegriffenes, heimlich aggressives Sezieren und ihre Wortklauberei haben nichts mit Unterstützung zu tun. Vorbild sein für junge Männer geht anders.

      • @Yes:

        Ich verstehe Ihre sehr, sehr lange Antwort auf ein kurzes Zitat nicht so ganz. Oben im Artikel geht es doch gerade um ein Beispiel, wie Männer Solidarität mit Frauen zeigen können. Glauben Sie ernsthaft, dass das alles Männer sind, die Betroffenheit nur "simulieren"?

        • @Il_Leopardo:

          Dann Ihnen zuliebe eine kurze Antwort: Nein.

          • @Yes:

            Humor haben Sie auf jeden Fall.

          • @Yes:

            Und wieder zickig geantwortet auf eine wahre Anmerkung, "Ihnen zuliebe" verrät Ihre innere Einstellung. Sie sind dermaßen heimlich aggressiv, zersetzend, nicht hilfreich im Sinne der Fragestellung, prüfen Sie Ihre Probleme mit der gesamten Situation.

            • @Lotte Huber:

              Nehmen Sie mirs bitte nicht übel: Der beinahe schon religiöse Eifer, mit dem Sie hier über den anderen Forsiten herziehen, kommt mir auch irgendwie zickig vor... Die Reihung Ihrer Sätze wirkt stellenweise so erregt - "Mann" kann es da schon fast mit der Angst bekommen...

              • @Der olle Onn:

                Danke für Ihren Beitrag. Ich habe es noch mal durchgelesen, und Sie haben mich zum Lachen gebracht. Ich bin nicht "nur zickig", sondern wirklich stinkwütend, über die Situation natürlich, aber auch sehr über die Art, wie manche (privilegierte) Männer mit kleinen und größeren Relativierungen und Herabsetzungen am Thema herumfeilen. Was ich meine habe ich zur Genüge dargestellt. Ihr letzter Satz enthält eine tiefe Wahrheit-"Täter-Mann" und seine Mitwisser, Mitläufer, Verteidiger und Entschuldiger, hätten Grund zur Furcht, wenn alle laut werden und gegen ihre kleinen und großen Taten vorgehen würden.

                • @Lotte Huber:

                  Wenn ich Sie aus dem Rhythmus - und zum Lachen - gebracht habe war mein Einwurf zumindest nicht völlig sinnlos...



                  Dann jedenfalls (bei aller Wut) ein schönes Wochenende!

            • @Lotte Huber:

              Ich sah keinen Grund, auf Il_Leopardos Frage aggressiv zu reagieren. Ihm war die vorige Antwort zu lang und deswegen gab’s eine kurze. Das war ebenso wenig böse gemeint wie die Antwort auf Ihren Beitrag.

    • @Lotte Huber:

      Sie sagen es doch selbst: "genauso große Empörung". Nicht mehr nicht weniger. Also richtet sich der Aufruf an alle... Das tut er auch immer und nicht nur weil manche Leute unnötig differenzieren wollen, wo keine Notwendigkeit besteht. S.u.

      • @Höhlen!=:

        Im Zusammenhang mit dem Artikel geht es doch einfach darum, dass nun nicht mehr nur die "betroffenen" Frauen auf die Straße gehen, sondern auch Männer, obwohl sie nicht oder zumindest nicht so häufig von sexistischer Gewalt "betroffen" sind. Das ist das Neue - dass nunmehr auch Männer sich gegen Männer stellen, die gegen Frauen Gewalt ausüben - und sie tun dies nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich.

        • @Il_Leopardo:

          Herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Man(n) kann also ganz offensichtlich Sinn erfassend sowohl den Artikel als auch meinen Kommentar verstehen, wenn man es möchte und die Sache mit Herz, Verstand und Menschlichkeit betrachtet.

    • @Lotte Huber:

      Eine doppelte Verneinung im Zitat - wenn das mal keine Überforderung für die "rechtschaffenen Männer" ist.

      Ich stimme aber völlig zu! Wenn einer Frau oder auch einem Mann Gewalt angetan wird, dann geht uns das alle etwas an. Wir leben hier schließlich in einer Gemeinschaft.

  • Abgrenzung gegen Gewalt gegenüber Menschen - ist per se richtig, nötig, wichtig & gut. 👍👍



    Humanisten sollten auch nicht auch nur an Gewalt denken, geschweige denn gegen Menschen ausüben.



    Gewalt, die von Regierungen gegenüber Bevölkerungen ausgeübt wird, ist auch auf's schärfste zu verurteilen.



    Lassen wir uns als Gesellschaft nicht spalten. 😎

    • @Alex_der_Wunderer:

      Sorry, wenn ich jetzt vielleicht ein wenig nerve! Ihre Antwort ist fast richtig - aber eben nur fast. Es geht im Artikel nicht um Gewalt an sich, sondern um eine spezifische Form von Gewalt - nämlich die von Männern gegenüber Frauen, und zwar meist gegenüber den eigenen Frauen oder den Frauen, die sie gerade verlassen haben.

      • @Il_Leopardo:

        @II_Leopardo



        Alles fein - lesen Sie ruhig den ganzen Artikel nochmals durch, auf den sich mein Kommentar bezieht, insbesondere den letzten Absatz ...." und drittens auf gesellschaftlicher Ebene..."



        Im übrigen sind in der Zusammenfassung " Menschen " alle Menschen inbegriffen, unabhängig wie sie sich lesen....

        • @Alex_der_Wunderer:

          Offensichtlich lesen wir zwei unterschiedliche Artikel: Mal abgesehen von der Überschrift "Männer-Demo gegen Gewalt gegen Frauen" finde ich in meiner Version in fast allen Absätzen die Worte "sexualisiert oder sexistisch".

  • Habe selbst nie wirklich etwas Sinnvolles in solcher "Bollerwagen-Kultur" gefunden. Teilgenommen ohnehin nicht. Ich mag keine lächerlichen Männlichkeitsrituale, keine dumpf blökenden Horden betrunkener Herren (aber auch nicht die wild kreischender hochzeitsvorfreudiger Frauengruppen).



    Muss man deshalb also dieses "Zeichen" setzen, das außer taz-Lesern vielleicht ein paar hundert Passanten wirklich wahrnehmen? Von denen die Hälfte sich naturgemäß (wie bei jeder anderen Demo) fragt ob die Demonstrierenden keine anderen Probleme haben? Dass die etwas an den Tatsachen zum Positiven verändert steht ja eher nicht zu erwarten...



    Möglich sogar, dass sie selbst unter Wohlmeinenden eher das Gegenteil bewirkt. Angesichts einer ganzen Woge ähnlich klingender Artikel, die am liebsten eine ganze "Männerschaft" in volle Mithaftung nehmen wollen, sehe ich es eher wie @Höhlen!= weiter unten: Mit Pauschalisierung verschreckt man auch jene, die sonst eigentlich an der Seite der Demonstranten stünden - wenngleich ohne laut zu demonstrieren...

    • @Der olle Onn:

      Sie meinen wahrscheinlich das Phänomen der politischen Reaktanz, das man häufig sieht, wenn Leute das Gefühl haben, dass eine Art Bevormundung ("du musst jetzt demonstrieren, sonst bist du Mittäter") herrscht, was häufig eher zu Trotzreaktionen führt.



      Ich selbst mag diese Bollerwagengruppen auch nicht. Aber meine Güte, so lasst sie doch.

      • @Katharina Reichenhall:

        Na klar lassen wir sie - wir sind ja nicht die Gesinnungspolizei. Die sitzt anderswo.



        Unsereins weicht solchem Trubel halt aus, wo er kann. Und geht an anderen Tagen in den Harz wandern.

    • @Der olle Onn:

      Es wäre mal interessant zu wissen, wie viele der von Ihnen genannten überhaupt Väter sind - ich meine, die wissen, ob sie Vater sind oder nicht.

      • @Erfahrungssammler:

        Das sind eher Buben, die Mutti mal wieder provozieren wollen.

      • @Erfahrungssammler:

        Deshalb ist es ja in vielen Gegenden auch der "Männertag", würg

        • @Axotono:

          Tja, beim Schaffen von Fremdschäm-Gründen ist die Menschheit wirklich kreativ.

  • Die Frage, die man sich stellen muss, ist doch die: Schaffen Aktionen dieser Art wirklich ein Umdenken bei jenen, bei denen es nötig wäre oder ist es eher eine Form der Selbstbestätigung "Wir sind die Guten"?



    Ich möchte einmal die Aspekt der politischen Reaktanz in die Runde einführen. Täglich liest man hier Artikel, was die Männer alles falsch machen usw. Ich denke schon, dass man dies hinsichtlich der Gefahr der Reaktanz überdenken sollte.

  • "im Sinne eines Unlearning von sexistischen Mustern, die alle in einer sexistischen Gesellschaft erlernt hätten."

    Sprachliche Anmerkung: würde das Wort "Verlernen" hier nicht besser passen? Mag sein, dass das dem Thema fern ist, aber diese automatische und völlig unnötige Verwendung von Anglizismen geht mir echt auf die Nerven.

    • @blutorange:

      Bedeutet tatsächlich was anderes. Verlernen ist passiv, so was wie vergessen. Unlearning ist aktiv, so was wie sich abgewöhnen.

      Der Unterschied zwischen sich abgewöhnen und unlearning läge dann nur noch darin, dass sich abgewöhnen eher politisch neutral ist (gewöhn Dir ab, dauernd die Nase hochzuziehen), während unlearning eher im politischen und ideologischen Zusammenhang verwendet wird. Das Zitat ist ein wenig misslungen, es sollte besser "im Sinne des Unlearnings sexistischer Verhaltensmuster" heißen.

    • @blutorange:

      Der Spin macht die Wortwahl, und manchmal haben die Anglophonen einfach das Wort mit der richtigen Nuance und die Teutonen nicht: "Verlernen" ist ein miefiges Griesgram-Wort, das mehr die Unfähigkeit beschreibt, Erlerntes zu behalten, als eine proaktive Lossagung davon. "Unlearning" ist dagegen progressives Abschütteln pur und deshalb hier tatsächlich passender. Das deutsche Äquivalent dazu wäre eher sowas wie "entlernen", und das werden Sie im Duden nicht finden. Umgekehrt müssen die Engländer und Amerikaner auf nicht notwendigerweise passende Worte wie "to forget" oder "to lose" zurückgreifen, wenn sie den UNfreiwilligen Verlust von Gewohnheiten oder Fähigkeiten beschreiben wollen.



      In diesem Sinne: Schon Picasso meinte: "Hab ich kein Rot, nehme ich Blau". Das geht auch mit Worten.

    • @blutorange:

      Ist zu einem gewissen Grad natürlich immer Geschmackssache klar, aber ich vermute, dass mit dem anderen Begriff Intentionalität ausgedrückt werden soll: Das Subjekt von "verlernen" ist in der üblichen Verwendung ein sog. Experiencer (sorry, Fachbegriff), also das Event, was von Verb und Objekt beschrieben wird, "passiert" dem Subjekt (ähnlich wie das Subjekt von "niesen", "fallen", "sterben", "frieren" etc.). Beim "Unlearnen" soll wohl eine andere semantische Struktur sichtbar werden, in der das Subjekt ein Agens und das Verlernen damit ein intentionaler Vorgang ist.



      Prinzipiell könnte man auch einfach "verlernen" als mehrdeutig behandeln (ähnlich wie man niesen oder vielleicht besser noch husten in bestimmten Kontexten auch absichtlich kann), aber da würden die meisten vermutlich erstmal die übliche, nicht-agentivische Interpretation verwenden. "Absichtlich/intentional verlernen" wäre eine Möglichkeit, ist aber auch wieder etwas sperrig.

  • Die Initiative freut mich sehr! Strukturelle Ursachen müssen von allen benannt und bekämpft werden. Patriarchalische Gesinnung ist die Ursache für Diskriminierung, Unterdrückung und (gewaltätige) Übergriffe auf nicht männlich gelesenen Personen und das kann nur aufgebrochen werden, wenn es auch Männer gibt, die sich dem entgegen stellen.

  • Am Muttertag bekommt Mutti einen Blumenstrauß - oft genug im letzten Moment an der Tankstelle gekauft und am Vatertag besaufen sich die Väter. Findet den Fehler!

    • @Il_Leopardo:

      Dass die Väter das flüssige Zeugs selbst zahlen? Oder dass man den Fossildealer auch noch fördert? ; )

    • @Il_Leopardo:

      Lassen Sie mich raten: die Mütter sollten sich besaufen und die Väter Blumen bekommen?

      • @Nachtsonne:

        Genau - dann können die Männer ihren Frauen mal den Eimer hinschieben, wenn die total besoffen nach Hause kommen und kotzen müssen.

    • @Il_Leopardo:

      Ich wäre für die Streichung beider „Feiertage“ aus dem Kalender.



      Und ja, mir ist klar, dass die Kirche protestieren wird.



      Und wer sich Sorgen um den verlorenen freien Tag macht: machen wir stattdessen den 8. Mai in Form eines Friedenstags zum Feiertag für alle.

      • @Klabauta:

        Der 8. März bundesweit wäre der bessere "Muttertag".

        Christi Himmelfahrt darf m.E. dagegen genau das sein: Christi Himmelfahrt, nicht Heinz-Dieters oder Max-Leons Sauffahrt.

      • @Klabauta:

        Gute Idee - an den Himmel glaubt doch eh keiner mehr.

  • Im Ernst ?! Epstein und Pelicot werden zusammen mit Ulmen genannt. 2 verurteilte Sexualstraftäter und eine Person, wo bisher nur ein Vorwurf im Raum steht. Hier sollte Nick seinen moralischen Kompass mal justieren. Weiterhin bedarf es auch nicht einer ständigen moralinsauren Belehrung, ob man zu Himmelfahrt eine Bollerwagentour machen darf. Wenn Banaszak und Bobga zu etwas aufrufen wollen, wie wäre es mit einer tiefgreifenden Untersuchung der Causa Gelbhaar. Jette Nietzard kann hier ja unterstützen.

    • @Puky:

      Wo Rauch ist, ist auch (meist) an Feuer!

      • @Il_Leopardo:

        Ich bin eher der Typ, der sich an Beweise und Tatsachen hält….

  • Das wäre ja mal ein Anfang, die gesellschaftlichen Strukturen aufzubrechen.

    Allerdings werden die fetten Fische nicht unbedingt ins Netz gehen.



    Wirkliches Gefahrenpotential sprich Täter (häusliche Gewalt ist nur ein Beispiel) sind schwer oder überhaupt nicht kontrollierbar. Dort was zu bewegen sehe ich problematisch.

    Solange KoTropfen juristisch immer noch als



    "Mittel zur Überwindung eines Widerstandes" gesehen werden, und nicht als potenzielle Waffe zu einer Vergewaltigung, ist es noch ein weiter Weg. Immerhin tut sich da im Moment etwas.

    • @Andreas Flaig:

      Ein entsprechendes Gesetz ist auf den Weg gebracht! Fünf Jahre Knast!

      • @Il_Leopardo:

        Auf den Weg gebracht...



        Ich bin überzeugt, dass jetzt schon Juristen daran ackern, es dann aufzuweichen und die Anwendung zu verhindern.



        Ob es bei der Anwendung und Verhinderung um Anwälte oder auch um Richter geht, ist wieder ein eigenes Thema....

  • Ich würde noch eine vierte Möglichkeit hinzufügen, neben den drei Genannten:



    Männer in Kitas und Grundschulen!



    Denn immer noch fehlen vor allem den kleinen Jungs positive Rollenmodelle. In diesen Bereichen sind überwiegend Frauen beschäftigt, die sich nicht so intensiv um die Jungs kümmern.



    Je früher ein Verhalten verinnerlicht wird, desto einfacher ist es doch umzusetzen und desto wirksamer!



    Diese vierte Möglichkeit scheint mir fast am sinnvollsten zu sein...



    Auch ich hätte gerne eine Gesellschaft worin alle Individuen sich entfalten können, mit gleichen Rechten und einer guten Gleichbehandlung!



    Aber häufig werden sinnvolle Wege durch Resentiments und Grabenkriege verbaut. Nicht in diesem Artikel, aber jede Woche in der taz zu sehen :-)

    • @realnessuno:

      @realnessuno



      Rollenmodelle ? Wir leben im 21. Jahrhundert, da sollten doch wohl diese althergebrachten Denkklischees längst aufgehoben sein.



      Natürlich müssen auch Kita's Kindern Strukturen vermitteln, da wären Männer schon ganz hilfreich, aber wir sehen doch, im Organisatorischen werden sogar die Kita's auch überwiegend, mangels Männern, ganz ordentlich versucht von den dort beschäftigten Frauen zu leiten.



      Wie sollen denn Männer für den Beruf, womöglich noch in Vollzeit für eine Beschäftigung mit Kleinkindern gewonnen, begeistern werden ? Männer suchen oftmals die intellektuelle Herausforderung im Beruf, da liegt wohl der Grund für die Unausgewogenheit im männlichen & weiblichen Personalbestand in Kita's & Grundschulen begründet. Zudem viele Erwachsene sich mit- und durch ihre berufliche Tätigkeit identifizieren, hier erkennt man schon die Diskrepanz für eine Tätigkeit in Kita's für Männer !



      In weiterführenden Schulen sind ja dann auch wieder vermehrt männliche Lehrkräfte tätig.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Diese Denkklischees sind ja noch nicht einmal im 20. Jahrhundert angekommen.

        • @Oma:

          @Oma



          Ja leider - aber cool wäre es, wenn auch reifere Männer mit Lebenserfahrung, ohne den oftmals zu großen Karrieredruck mehr im Berufsleben, dafür mit viel Gelassenheit / Geduld und guter Laune, z. B. auch im Großvateralter so 50 / 60 Jahre alt, in die Kita's stürmen würden. Am besten noch ein Instrument beherrschen oder etwas gestalterisch drauf haben & künstlerisch interessiert sind.



          Aber bitte keine rechtsextremisten Knallköpfe.

    • @realnessuno:

      Generell stimme ich zu - aber vor allem müssten Vater in ihren eigenen Familien eine positive Rolle spielen.

      • @Il_Leopardo:

        @II_Leopardo



        Da kann ich mich Ihnen nur uneingeschränkt anschließen. Auch wenn Väter nicht mit den Müttern ihrer Kinder zusammen leben, sollten sie versuchen den Kontakt zu ihren Kindern aufrecht zu erhalten.

  • Doch, kein Täter sein reicht vollkommen aus.

    • @Dirk Osygus:

      Wofür? Nichts tun hat jedenfalls noch nie gereicht, um etwas zu verändern.

      • @Peta Parka:

        Na dann los. Mich geht das nichts an. Da genieße ich lieber einen freien Tag.

      • @Peta Parka:

        Ganz genau. Danke!

      • @Peta Parka:

        Verlangen Sie das von anderen Gruppen auch? Dass sich integre Teile der Gruppe von den schwarzen Schafen distanzieren?

        • @Dr. McSchreck:

          Ja, genau das muss verlangt werden, denn erst wenn auch unbetroffene Teile der Gesellschaft gegen die Täter aufstehen, wird sich etwas ändern können. Es reicht nicht, dass allein die Betroffenen sich empören und wehren müssen.

          • @Lotte Huber:

            Das ist nicht, was gefragt wurde. Unbetroffene sind nicht das gleiche wie ein Teil der Gruppe in der sich Täter finden. Ihrer Meinung nach sollen sich jetzt auch z.B. Migranten für die schwarzen Schafe unter Ihnen "verantworten", sich von Ihnen distanzieren etc.. Merken sie nicht, was das für ein Unsinn ist?

            • @Höhlen!=:

              Sie wollen weder verstehen noch beitragen, Sie möchten bloß Abwehr durch Wortklauberei betreiben.

              Und ja, auch Migranten können und wollen sich von migrantischen Täterindividuen distanzieren, da sie durch die Verallgemeinerung und Gleichsetzung mit Täter-"Ihresgleichen " sehr viel zusätzliche Ablehnung erfahren.

              Und was fällt Ihnen ein, sich distanzieren und "sich verantworten (für die Tat)" in einem Satz gleichzusetzen.

              Und noch, warum verschieben Sie vom Thema "gewalttätige Männer" auf Menschen mit Migrationshintergrund, um die es hier nicht geht. Auch wenn "Männer mit Migrationshintergrund" in entsprechenden Täterkreisen ebenfalls reichlich vertreten sind. Aber genau so eben auch Männer aller anderen Herkunftsorte.

              @PetaParka hat in der Antwort auf Ihren anderen abwehrenden Kommentar bereits sehr zutreffend geantwortet.

              "Alle in der Gesellschaft sollten sich nach ihren individuellen Möglichkeiten für eine Verbesserung der Zustände einsetzen, weil wir eben Teil einer Gesellschaft sind aus der sich diese Verantwortung ableitet."

              Wie können Sie selbst diesen Satz verfassen und dann den Rest von ihrem Geschreibe.

        • @Dr. McSchreck:

          Das wird von anderen Gruppen ständig und selbstverständlich verlangt. Fragen Sie mal jemanden aus Israel.

        • @Dr. McSchreck:

          Bei islamischen Gemeinschaften steht diese Forderung durchaus öfter im Raum, mal implizit, oft auch explizit.

  • Guter Ansatz!



    Bestimmt ne angenehme stimmung da.

    • @Bastel 25:

      Was verstehen Sie denn unter einer angenehmen Stimmung?

      • @NixRechts_NixLinks:

        Wenig Alkohol , kein sinnloses gehröhle oder abwertende sprüche übers andere Geschlecht....



        Müssen angenehme zeitgenossen sein welche am vatertag zu so einer veranstaltjung gehen

    • @Bastel 25:

      So langsam wächst mein Unmut wie die Debatte geführt wird. Erinnert ein bisschen an Sippenhaft. Ab welchem Prozentsatz ist es denn ok, ein Geschlecht (wahlweise auch Ethnie, Familie, Anhänger einer politischen Überzeugung o.ä) in die Verantwortung zu nehmen? Man stelle sich vor, diese Wortwahl in der Berichterstattung über andere Gruppen zu führen. Sollen sich fortan auch alle Muslime ständig gegen verklärte Islamisten positionieren? Müssten sich Enkel für etwaige Verbrechen ihrer Grosseltern rechtfertigen? Wieso sollten Männer Verantwortung für Verbrechen anderer Männer übernehmen? Ja, es werden mehr Männer als Frauen straffällig. Und dennoch sind sie deutlich in der Unterzahl zu nicht straffällig werdenden Männern. Wie würden sich zeilen lesen wie diese: Gerade in Zeiten von Trump, ist es absurd Burger zu essen. Putin Soljanka. Hinter diesen Namen stehen auch Supporter/Ersatzpersonen. Boykottieren wir jetzt die ganze Welt, weil es in allen Ländern ein paar mehr oder weniger Idioten gibt? Zugegebenermaßen berichtet dieser Artikel von Forderungen der Initiative, auf der Taz gibt es allerdings eine Vielzahl von Meinungsartikeln die diese Sprache und Verallgemeinerung auch nutzen.

      • @Höhlen!=:

        Fühlen Sie sich bedroht?

        Es geht nicht darum. Verantwortung für die Taten anderer Männer zu übernehmen, sondern darum, dafür zu sorgen, dass das frauenfeindliche Klima sich ändert. Die Gelegenheit dazu haben Sie jeden Tag. Zum Beispiel, wenn Sie bei einem misogynen Witz oder einer plumpen Anmache eines anderen Mannes nicht schweigen. Erheben Sie ihre Stimme nicht, tragen Sie Mitverantwortung. So einfach ist das.

      • @Höhlen!=:

        Ziemlich normal, dass man als Mann mit einem aversiven Reflex reagiert, wenn Männer insgesamt unter Generalverdacht gestellt werden. Aber wenn man das Reptiliengehirn mal hintanstellt und Platz macht für analytische und empathische Anteile, wird eigentlich schnell klar, dass es nicht gegen "die Männer" geht, sondern um



        patriarchale, misogyne Strukturen, die Gewalt gegen Frauen begünstigen. Dass Männer Verantwortung für die Taten von Männern übernehmen, verstehe ich so, dass sie sich verantwortlich dafür fühlen, diese Strukturen zu überwinden - zum Wohle aller. Dass Misandrie auch nicht hilfreich ist, ist klar. Nur werden deswegen kaum Männer umgebracht oder vergewaltigt.

        • @Peta Parka:

          Wen oder was genau meinen Sie mit „Reptiliengehirn“? Irgendwie verstehe ich Ihre Analyse und Empathie nicht ganz.

        • @Peta Parka:

          Nah dran die Netiquette zu verletzen. Reflexartige Aversion finde ich eher bei ihrem Beitrag. Wer meinen Beitrag liest, dürfe festgestellen, dass es mir um die Art der Debatte, die Verallgemeinerung und den Generalverdacht geht, der sich in vielen Beiträgen und hier eben in der Wortwohl der Initiatoren findet. Alle in der Gesellschaft sollten sich nach ihren individuellen Möglichkeiten für eine Verbesserung der Zustände einsetzen, weil wir eben Teil einer Gesellschaft sind aus der sich diese Verantwortung ableitet. Nicht aus Zugehörigkeit zu einer stereotypisch klassifizierten Gruppe.

        • @Peta Parka:

          Welche patriarchale, misogyne Strukturen meinen Sie genau?

          • @AllesWirdGuter:

            Halten sie es einfach mit Karl Marx, der1868 schrieb:

            "Der gesellschaftliche Fortschritt lässt sich exakt messen an der gesellschaftlichen Stellung des schönen Geschlechts."

            Und darüber können sie sich Anhand zahlreicher Statistiken einmal informieren, wie es in Deutschland mit dem Gender pay, dem Anteil der Führungskräfte in Wirtschaft und Politik oder der Vertretung in Institutionen um den Status der Frau bestellt ist. Sie werden feststellen, in allen Bereichen liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld oder im unteren Drittel.

            Ein erschreckendes Bild über die gesellschaftliche Stellung der Frauen in Deutschland ergab sich auch 2023 aus der Umfrage von Plan International, indem ein Drittel der befragten Männer Gewalt gegen ihre Partnerin gelegentlich in Ordnung fanden.

            Aktuellstes Beispiel habe ich letztens bei uns hier in Norwegen der Lokalzeitung entnommen. Eine Glosse darüber das der Bundesverband der Frauenärzte in Deutschland seit über 74 Jahren nur von Männern im Führungsgremium vertreten wird, Dreiviertel der Gynäkologen in Deutschland jedoch Frauen sind.

            Das ist nur ein Beispiel dafür, das patriarchale Strukturen in Deutschland in allen Bereichen anzutreffen sind

            • @Sam Spade:

              Das mit den Frauenärzten sind Fake News. Der Vorstand des Bundesverbandes besteht aus zwei Männer und einer Frau. Die deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe ist im Vorstand sogar paritätisch besetzt .

            • @Sam Spade:

              Was führt den dazu das, obwohl 75 Prozent der Gynäkologen weiblich sind, nur Männer in den Führungenskremien sind? Das klingt ja schon etwas skurril. Außer die Ärztinen habe kein Stimmrecht,dann wäre es nicht überraschend.

            • @Sam Spade:

              Naja, Sprüche von Kommunisten vor 150 Jahren sollten nicht mehr interessieren. Der Gender Pay Gap ist in der Berechnung sehr zweifelhaft. Der unbeteiligte eh, der bereinigte schon auch noch. Gewalt in der Beziehung geht gar nicht, da sind wir einig. Aber gab es nicht erst ne Befragung des Bundesfamilienministerium wo auch 40% der Männer schon Opfer von Gewalt in Beziehungen waren. Und über die demokratische gewählten Mitglieder eines Verbandes brauchen wir nicht reden, da könnten die Frauen ja ihren Landesvertreter anders wählen. Vielleicht ist es auch so, dass Frauen das auch nicht wollen, ist ja ihre Entscheidung. Diesen Beispielen aber System zu unterstellen ist zwar einfach aber vielleicht auch einfach falsch.

        • @Peta Parka:

          Sorry, ich muss für gar nichts verantwortlich fühlen. Das geht mir ehrlich gesagt am Allerwertesten vorbei. Wenn andere Männer sich nicht ordentlich benehmen können ist das deren Problem, nicht meins. Ich kann lediglich Vorbild für eigene Kinder sein.

          • @charly_paganini:

            Das ist eben leider überhaupt nicht nur deren Problem. Und diese Verniedlichung "nicht ordentlich benehmen" ist auch daneben.

            Gewalttätigkeit ist ganz überwiegend männlich und es ist das Problem von allen, deren Knochen gebrochen, die gewürgt, vergewaltigt, angezündet und ermordet werden.

            Und weil Gewalttäter überwiegend Feiglinge sind, suchen sie sich meist körperlich oder anderweitig Schwächere (Kraft- und Machtgefälle) aus.

            Und da meinen Sie ernsthaft, das bräuchte Sie nicht zu interessieren, solange Sie nur selbst nicht gewalttätig werden?

            Sie haben als Mann mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit strukturell und/oder physisch oder sonstwie in verschiedenen Bereichen Ihres Lebens Einflussmöglichkeiten und Gelegenheiten, bessere und stärkere als viele Frauen z.B., um Einfluss zu nehmen. Gegen den ganzen frauenverachtenden und -abwertenden Unterbau auf dem die männliche Selbstverständlichkeit wächst und gedeiht, man könne sich nehmen was einem angeblich zusteht und Frauen wollen das ja sowieso alle usw.

            Da kann man passiv weghören oder mal das Maul aufmachen z.B.

            • @GoJoRow:

              Die meisten Opfer von Gewalt in fast allen Gesellschaften der Welt (auch in unserer) sind Männer. Das ist kein Zufall sondern patriarchalischen Strukturen geschuldet. Diese zu überwinden würde also sehr viel Gewalt gegen Frauen verhindern und noch mehr Gewalt gegen Männer

            • @GoJoRow:

              Danke!!!

          • @charly_paganini:

            "Sich nicht ordentlich benehmen" is' ja mal 'ne nette Umschreibung für Gewalttätigkeit. Vielleicht beginnt genau da das Problem. In den Köpfen von Männern, die denken, das sei ja alles nicht so schlimm und wenn doch geht's mich nichts an. Es geht nicht darum, dass Männer sich wegen der Taten anderer schuldig fühlen, sondern dass sie Verantwortung dafür übernehmen, dass sich etwas ändert. Das müssen Sie und ihr Allerwertester natürlich nicht, aber wenn Männer es nicht tun, bleibt die Gefährdung von Frauen durch männliche Gewalt wie sie ist.

      • @Höhlen!=:

        Selbstverständlich ist es richtig, dass Muslime gegen Islamisten Stellung beziehen und selbstverständlich ist es richtig, dass Demokraten sich gegen Faschisten stellen und selbstverständlich ist es richtig, dass anständige Männer sich gegen "unanständige" Männer stellen.

        • @Il_Leopardo:

          Es ist gut, wenn sie das tun. Das heißt aber nicht, dass sie in der Verantwortung stehen dies zu tun. Weil außer dem grob verallgemeinernden Stereotyp nicht viele Schnittmengen vorhanden sind und man somit von allen, sprich der Gesellschaft an sich fordern kann und muss sich einzusetzen.

          • @Höhlen!=:

            Menschen, wahrscheinlich Männer, wie Sie tragen so wesentlich zum Erhalt der derzeitigen unguten Zustände zu. Bräsiges " ich mache es ja nicht und der Rest ist mir egal". Wirklich schade.

            • @Lotte Huber:

              Ich habe überhaupt nicht behauptet nichts zu tun. Noch, dass ich ein Mann bin. Mal das eigene Leseverständnis überprüfen

              • @Höhlen!=:

                uiuiui. Leseverständnis.



                ICH habe nicht "behauptet", Sie seien ein Mann. Wahrscheinlich sind Sie aber einer. Wissen kann ich es nicht, und das sagt mein Satz aus.



                Aber dann persönlich zu diskreditieren versuchen, indem Sie mein "Leseverständnis" angreifen.

                Und "nichts" tun Sie wahrlich nicht, wenn ich Ihre Kommentare hier ansehe. Bloß was Sie tun, bleibt fraglich zielführend im Sinne des Problems.

                Wenn ich mir ansehe, wie Sie gut formulierte Kommentare anderer Foristen auseinander nehmen, spitzfindig Worte sezieren- was hat Ihnen am menschlich formulierten und ehrenwerten Kommentar von @il_leopardo nicht gepasst?- um dann wenig aussagekräftig in dem Gemeinplatz von "der Gesellschaft an sich " umzuschwenken ( bei diesem Satz streikt übrigens wirklich mein Leseverständnis, das könnte aber an Ihrem Satzbau liegen). Dann frage ich mich ernsthaft was Sie wirklich tun und erreichen wollen.

                Es gibt in diesem Falle keine "Gesellschaft", die "man" verantwortlich machen könnte, oder die tätig werden sollte. Es gibt nur jeden und jede Einzelne die sich täglich! verantwortlich fühlen können, und sollten, aufzustehen und etwas zur Verbesserung der Zustände unternehmen. Überall.

        • @Il_Leopardo:

          "Auf Tiktok, Youtube und Co. propagieren frauenfeindliche Influencer männliche Überlegenheit und erreichen damit Millionen Nutzer. Und sie prägen damit Frauenbilder. Was steckt hinter der sogenannten Manosphere und lässt sich dagegen etwas tun?"*



          In der Aktivierung gegen Misogynie mal nach oben in den Turbo (nicht den Overdrive) schalten und beim Medienkonsum hier mal im wahrsten Sinne des Wortes 'krude produzierten Content' systemisch abschalten an dieser Stelle:



          "Was ist die Manosphere?



          Die sogenannte Manosphere ist ein Sammelbegriff für Onlinecommunitys, Blogs und Foren, in denen User antifeministische und frauenfeindliche Ansichten verbreiten. Die Themen reichen von „Männlichkeitscoachings“ und Tipps zur Selbstoptimierung über Fantasien männlicher Vorherrschaft bis hin zu extremem Frauenhass. Expertinnen und Experten unterscheiden verschiedene Gruppen, zum Beispiel Männlichkeitsinfluencer, misogyne Männerrechtsaktivisten, „Pick-up-Artists“ und Incels, also unfreiwillig zölibatär lebende Männer."*



          Weiter dort:



          *Quelle:



          deutschlandfunkkultur.de April 2026



          Titel:



          "Manosphere



          Frauenhass als Social-Media-Trend"

        • @Il_Leopardo:

          Dankeschön!

          Mich haben einige Kommentare hier so frustriert, bin dankbar für den Lichtblick. Ist natürlich schade, dass man solche Selbstverständlichkeit überhaupt schreiben muss, aber es ist gerade auch genau ein Beispiel dafür, dass es manchmal eben einer machen muss.

          Und so blöd es klingt, manchmal muss es eben dann mal ein Mann sagen, weil es bei uns eben noch leider so ist, dass das dann endlich bisschen gehört wird und vorher die hundert Frauen gehen zum einen Ohr rein und zum anderen raus, ja, ist Mist, kann man nix machen...

          • @GoJoRow:

            Von mir kriegt jeder eine kalte Dusche: Männer, die blöde Witze über Frauen machen aber auch Frauen, die sich geschmeichelt fühlen, wenn irgendwelche Typen hinter ihnen her pfeifen. Bei den Frauen nehme ich aber lauwarmes Wasser!

          • @GoJoRow:

            Leider ist es genauso. Es ist so dringend notwendig dass die rechtschaffenen Männer ihre Stimme erheben. Danke denen, die es verstanden haben und die es wagen. Ja, wagen, denn auch sie erfahren dann plötzlich den bösen Gegenwind der angeblich gar nichts Übles anstellenden Geschlechtsgenossen. Kommentatoren wie "@Höhlen=!" und "@charlie_paganini" z.B müssen sich ernstlich fragen lassen was sie wirklich im Geheimen denken.

            • @Lotte Huber:

              Dass man argumentativ überzeugt werden will/muss, um Einsicht zu zeigen, nicht weil man in "Sippenhaft" genommen wird. Alles Andere erzeugt nunmal Trotz und häufig das Gegenteil, wie in der heutigen Zeit leider vermehrt zu sehen ist. Ich habe auch nie behauptet, Männer sollten sich nicht auch dafür einsetzen. Natürlich sollten sie das, aber nicht weil sie Männer sind, sondern weil es für alle richtig ist, die Gesellschaft voranzubringen.

              • @Höhlen!=:

                Bringen Sie es wirklich fertig die immer noch herrschende patriarchale Struktur dermaßen zu ignorieren? Rechtschaffene Männer müssen sich engagieren, mehr als alle andere, weil sie in unsere gesellschaftlichen Struktur die größte Macht inne haben. Sie müssen laut werden, um als Vorbild für vielleicht unsichere junge Männer, die ja, wie man sagt, gerne leicht der Manosphäre anheim fallen, deutlich sichtbar zu sein. Sie müssen laut werden, um die geheimen grinsenden Mitläufer neben offen gewalttätigen Männern zu entlarven und es ihnen ungemütlich zu machen. Und es müssen die Männer sein, weil die Frauen und andere Opfer weder die unsicheren Männer noch die Täter noch die Mitläufer erreichen können. Allein dass sie darauf kommen, es solle Sippenhaft sein. Das riecht regelrecht nach der Getroffene Hund bellt. Ein friedlicher Wandel, hin zu Sicherheit und Gerechtigkeit für alle Personengruppen in der von Männern und männlicher Gewaltausübung dominierten Gesellschaft, kann nur durch Männer hervorgerufen werden, die diesen Wandel aktiv und laut unterstützen. Ohne die tatkräftige Hilfe dieser Männer bleibt es Revolution und Aufruhr, mit bleibender Unterdrückung durch Relativierung.

          • @GoJoRow:

            Mich frustrieren nicht nur einige Kommentare, sondern auch, dass sie HIER auftauchen. Es können doch nicht so viele, die Gewalt verharmlosen, Umweltverschmutzung für normal halten, Überkonsum und Wohlstandsverwahrlosung mehr oder weniger noch verteidigen, irrtümlich von der Maus gerutscht und dann HIER gelandet sein.



            Müssen die "anständigen" Kommentatoren sich sogar HIER gegen die "unanständigen" zur Wehr setzen?



            Andere Meinungen wird es immer geben, unbequeme auch, aber richtig destruktive HIER zu finden frustriert mich zutiefst.

            • @Erfahrungssammler:

              Andere Meinungen nicht erwünscht? Ich bin Führungskraft von ca. 80 Menschen. Da in einem "männlich geprägten" Berufsumfeld, sind davon ca. 30% Frauen. Mehr als in anderen Bereichen unseres Unternehmens. Bei den letzten Bewerbungen habe ich ca. 80% Frauen ausgewählt. Aus rein egoistischen Gründen wähle ich die Person aus, die besser geeignet für die Stelle ist. Mir wird vorgeworfen (meistens von Frauen), dass ich Frauen auswähle weil sie Frauen sind. Das nervt, ich muss mich dafür rechtfertigen. Diese Frauen auszuwählen und bei Bedarf zu schützen, das ist meine Aufgabe. Nicht mit irgendwelchen Männern auf die Straße zu gehen, um meine Solidarität zu zeigen. Männer bewirken mehr, wenn sie im direkten Umfeld (beruflich oder privat) aktiv werden. Alles andere ist m.E. Alibi. Sehe ich als Boomer so

              • @Ahnungsloser:

                Boomerin hier. Schön, dass Sie so paternalistisch "Ihre" Frauen beschützen ...



                Ich nehme mal an, Sie tun das, was alle verantwortungsbewussten Führungskäfte tun: Sie treffen eine Bestenauslese, wenn Sie einstellen, fördern Ihre Mitarbeiter:innen und verwahren sich gegen ungerechtfertigte Kritik an guten Mitarbeiterinnen. Im Falle von Frauen ist das vermutlich mehr, als manche anderen Führungskräfte tun.



                Dennoch geht es hier gerade um etwas anderes, nämlich um zivilgesellschaftliches Engagement. Sie müssen nicht persönlich auf die Straße gehen, aber die Attitüde, das Demonstrieren als weniger notwendig einzustufen als Ihr hoffentlich nicht singuläres Verhalten als Führungskraft, verkennt, worum es hier geht.