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Social-Media-Regeln für JugendlicheVerbietet die Suchtmaschinen

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Verbote von Glücksspiel und Rauschmitteln für Jugendliche wirken. Wollen wir junge Menschen schützen, braucht es sie auch für die sozialen Netzwerke.

Kann sich jemand vorstellen, dass Leh­re­r:in­nen darüber diskutieren müssten, ob Schü­le­r:in­nen im Unterricht rauchen dürfen? Foto: Depositphotos/imago

V on den Jugendlichen unter 18 Jahren rauchen nur noch rund 7 Prozent. Um die Jahrtausendwende waren es noch rund viermal so viele. Diese Zahlen zeigen, dass die Gesellschaft Suchtverhalten von Jugendlichen bekämpfen kann. Auch mit Verboten. Seit 2008 dürfen keine Zigaretten mehr an Jugendliche verkauft werden. Natürlich wird dieses Verbot immer noch umgangen. Natürlich war es nur ein Schritt unter vielen in einer gesamtgesellschaftlichen Debatte. Aber zweifelsohne ein wichtiger.

Kann sich jemand vorstellen, dass Leh­re­r:in­nen darüber diskutieren müssten, ob ihrer Schü­le­r:in­nen während des Unterrichts rauchen dürfen? Oder nur in den Pausen? Natürlich nicht. Doch genau das ist der Stand bei Social Media. Dabei gilt es heutzutage als ebenso sicher, dass Instagram, Tiktok und Co Süchte auslösen. Hunderttausende Kinder und Jugendliche sind laut einer Studie der Krankenkasse DAK süchtig nach Social Media. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich.

Je­de:r Erwachsene, die mal stundenlang am Handy herum gedaddelt hat, weiß das. Aber Erwachsene haben das Recht auf Rausch. Ganz egal ob Alkohol, Glücksspiel oder Medienkonsum. Sie müssen die Risiken selbst einschätzen. Und tragen. Kinder und Jugendlichen darf man das nicht zumuten. Es reicht, dass sie auf dem Schulhof, der Social Plattform im Real Life, tagtäglich unter dem sozialen Druck stehen, performen zu müssen. Mitzumachen. Nicht anders zu sein.

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Ein Social-Media-Verbot würde hier eine Marke setzen. Es würde die Jugendlichen befreien von der Last, mitmachen zu müssen. Deshalb gehen Australien, Frankreich und Spanien voran. Doch in Deutschland ist die Einsicht eher zäh – wie die Reaktionen auf den Vorschlag der SPD zeigen, die für ein sanftes Social-Media-Verbot plädiert. Kinder würden sonst nie den Umgang mit dem Internet lernen, heißt es dann. Und dass der Fehler bei den Strategien der Konzerne liege. Beides ist nicht falsch.

Aber würde jemand ernsthaft vorschlagen, dass Jugendliche den Umgang mit Tabak durch Praxis selbst erlernen müssten? Oder dass Alkohol an Kids verkauft werden dürfte, weil die Hersteller sie nicht mit kostenlosen Pröbchen anfixen?

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Gereon Asmuth
Ressortleiter taz-Regie
Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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39 Kommentare

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  • www.belltower.news...urz-greift-164591/

    Zitat:



    "Wenn es der Politik tatsächlich darum geht, dass Kinder und Jugendliche sich wieder häufiger analog begegnen oder ihre Hausaufgaben nicht primär über TikTok oder YouTube organisieren, dann braucht es vor allem eines: Investitionen. In Jugendzentren, offene Treffpunkte, Freizeitangeboten und verlässlicher Hausaufgabenhilfe. Es geht darum, Räume zu schaffen, nicht darum, sie weiter zu schließen.

    Die Mittel dafür wären vorhanden."

    Lösungen sind da für ein simples Problem. Doch ich fürchte, wie bei anderen Themen wie Klimaschutz:



    "Es ist kein Geld da!"



    "Wie will man das bezahlen?"

    Ein Verbot finde ich dann richtig, wenn menschenfeindliche Inhalte nicht zugänglich gemacht werden sollen. Ansonsten sollten wir uns für ein non-profit social media stark machen.

  • Fernsehen, Computerspiele, aber auch Stresmingdienste müssten dann auch verboten werden, ach ja, Konsum von Kleidung, Zucker, Bücher und vieles mehr. Macht alles süchtig...



    Das Problem: Sozial Media ist ein kulturelles Kommunikationmittel geworden. Diese Form der kulturellen Interaktion zu verbieten, ist nicht nur billig, sondern gefährlich. Wir betrafen Kinder und Jugendliche für die Fehler (mediale Inkompetenz) der Erwachsenen. Wir machen uns das viel zu einfach. Eigentlich müssten wir Kindern und Jugendlichen fast alles nehmen, weil fast alles süchtig macht. Man kann Social Media für Kinder und Jugendliche sicher machen. Es beginnt mit den Eltern, den Unternehmen und der Politik.



    Hier kann man wirklich von Cancel Culture sprechen. Was wir brauchen: Prävention! Bildung,



    Eltern müssen einen verpflichtenden Kurs in Medienkompetenz machen und die Unternehmen müssen Social Media kindersicher machen. Ein Verbot ändert doch nix. Wir Erwachsenen haben die Verantwortung. Ein Verbot ist keine Verantwortung, sondern billig und scheinheilig.

  • Ich will ja nicht immer von früher und so anfangen, aber...warum ist denn eigentlich das Smartphone "der einzige positive Kontakt" für junge Menschen? Könnte es sein, dass es schlicht zu wenig Alternativen gibt? Die Kinder sind kaum noch alleine draußen, weil den Eltern ständig Angst gemacht wird, dass draußen unendlich viele Bösewichte auf ihr Kind warten und es sich sofort schwerst verletzen wird, wenn man nicht ständig danebensteht. Wir waren zwischen fünf und zehn Kinder in der Straße, unser "Radius" waren damals rund 5km. Heute sind's noch 200m. Es gibt kaum noch attraktive "Draußen" - Angebote, Spielplätze sind selten und immer noch zu oft einfach Rutsche/Schaukel/Sandkasten. Einfach mal frei ins nächste Waldstück dürfen die sowieso nicht. Jugend/Kinderclubs werden vielfach nicht mehr gefördert und geschlossen. Interessante Orte kosten Geld.

    Vielleicht schicken wir die Blagen doch einfach mal wieder vor die Tür, und sorgen dafür, dass sie da auch etwas Ansprechendes finden?

    • @ANonnyMouse:

      Stimmt in großen Teilen.



      Ich war Kindertrainer in einem großen Sportverein, unsere Sommerlager waren berühmt. Mit 6-Meter-Tipis, Kanufahren, Lagerfeuer, Bogenschießen, Wasserrutsche, alle möglichen Spiele, Teilnahme an Aktivitäten immer freiwillig ohne irgendwelchen Druck, keine Anordnung zum Schlafengehen, selbst Kochen/Grillen und und und...



      Innerhalb von zwei Jahren war alles vorbei. Sie haben nichts mehr mitgemacht, nur noch gegenseitig die Daumentrainer gezeigt. Als wir im Sommerlager keine Smartphones mehr erlaubt haben, kam keiner mehr.

  • Seit Jahren wird die Herabsetzung des Wahlrechtes auf 16 Jahre gefordert.



    In einigen Bundesländern ist es erfolgreich eingeführt worden.

    Gleichzeitig will man jetzt denselben Menschen den Zugang zu Information bis sie 15 werden verbieten?

    Welches Wunder der Persönlichkeitsentwicklung soll in den zwei Jahren geschehen?

    Diese Verbotsparteien haben kein Vertrauen in die Jugend.

    Meiner Meinung nach muss die Kompetenz zum Umgang mit Wissen, die Wissensaneignung gelehrt werden.

    Es ist die alte Leier.



    Nicht Information vermitteln, sondern die Befähigung zum Erwerb und der Einordnung von Information zu lehren, sollte das Ziel sein.

    Gestern an der Tankstelle:



    DIe junge Frau nebenan steckte die Zapfpistole in den EInfüllstutzen, holte ihr Handy raus und daddelte darauf herum bis der Tank voll war.



    Auf dem Weg zur Kasse und zurück zum Auto jeweils wieder.

    Sie war sicher über 16, denn sie fuhr Auto.....

    Die "einfachen Lösungen" taugen nichts.

  • Klar verbieten, gar keine Frage. In der Kritik steht doch nicht die Kommunikation mit anderen oder aktuelle Technik dafür, sondern dass eine asoziale IT-Industrie von Datenverwertungskonzernen als Besatzungsmacht des Internets diese Kommunikation unter ihre Kontrolle gebracht hat und zu ihrem maximalen Profit verbogen und vergiftet hat. Und damit wissentlich und vorsätzlich junge Menschen schädigt, Erwachsene nebenbei auch.

    Es gibt genügend dezentralere, verantwortlich betriebene Alternativen, die sofort boomen würden, wenn die Big Player verboten wären. Bonus: wieder ein gutes Stück weniger Abhängigkeit von einzelnen Konzernen anderer Länder. Weniger Unterstützung der Regimes dieser Länder.

  • Wissenschaftliche Erkenntnisse.



    Ich würde mich nur teilweise auf Manfred Spitzer beziehen. Denn bei ihm ist immer etwas Kulturpessimismus dabei.



    Viel flexibler und genauer halte ich die Arbeiten von Christian Montag, ein Prof für Psycho-Informatik in Ulm:

    Montag, Christian, 2021, Du gehörst uns! Die psychologischen Strategien von Facebrook, TikTok, Snapchat & co. München, Blessing 414 S.

    Zierer, Klaus ; Montag, Christian ; Dorsch, Walter, 2023, Digitale Medien in den ersten 1.000 Tagen: Das Smartphone ist weder für Kinder noch Eltern zu empfehlen. Pädiatrie 35, S1, S. 53-57

    Gemeinsam mit deutschen und chinesischen Forschern hat Christian Montag bei Computerspielern untersucht, was in ihrem Gehirn vor sich geht (2024) www.spiegel.de/psy...-ad37-0cdacd81518f

    • @Land of plenty:

      "Ich würde mich nur teilweise auf Manfred Spitzer beziehen. Denn bei ihm ist immer etwas Kulturpessimismus dabei."



      Aus d. Praxis in Niedersachsen '25:



      "Weckruf von Silke Müller



      Schulen ohne Smartphone und Altersgrenze für Social Media – jetzt!



      Schule sollte Schutzraum sein, und das gilt auch für die erschreckenden Gefahren von Social Media, sagt Silke Müller. Die Schulleiterin, Digitalbotschafterin von Niedersachsen und Autorin beschäftigt sich seit fast zehn Jahren mit den digitalen Medien. Sie ist überzeugt, dass viele Erwachsene nicht wirklich wissen, was den Kindern tagtäglich in den sozialen Netzwerken begegnet, sonst wäre die Frage nach klaren Regeln längst beantwortet. Mit ihrem Gastbeitrag will Silke Müller aufrütteln, endlich zu bundesweiten Einschränkungen zu kommen und die Augen nicht länger vor den Gefahren, denen unsere Kinder und Jugendlichen ausgesetzt sind, zu verschließen."



      Bei deutsches-schulportal.de



      "Die Fälle, die sich mir eingeprägt haben, in denen Kinder traumatisierende Dinge erlebt haben, werde ich nie wieder vergessen: Folterbilder, menschenverachtende und demütigende Pornografie und schlimmste Tierquälerei, Hassbotschaften, radikalisierte Manipulation..."

  • Mh. ich finde die Frage, wie der Jugendschutz effektiv implementiert werden kann von den Plattformen schon vordringlich.



    Wie das Verbot kontrolliert wird?



    In Schulräumen klar, aber außerhalb? Die Eltern?



    Jugendliche und Kinder nutzen in den Schulen heute Computer. Eine Beschränkung von Nutzungsmöglichkeiten wäre zu testen:



    auf diesen Smartphones / Telefonen und diesen PCs funktioniert nur: - das Telefonieren, SMS



    - das Schreibprogramm



    - das Ansteuern bestimmter Webseiten.



    - die Stundenplan, Kalender-App



    - die nützlichen Tools.



    Alles andere ist nicht installiert oder nicht ansteuerbar.



    Schluss mit den ständigen Selfies und dem filmen von Schlägereien im Schulhof, Teilen von Drohbotschaften, etc.



    Ich hatte noch nie ein "Smartphone", sondern immer ein Tastenhandy. Der Tisch-PC hält Jahre länger.



    Wichtig sind die Spiele miteinander, ohne Elektrogeräte. Das lernen, wann es das richtige Maß ist. Die Zeitstruktur.

    • @Land of plenty:

      Ganz einfach. JEDER Nutzer sozialer Plattformen wird seinen Account mit seinem Personalausweis über ein Indent-Verfahren (Post-Ident oder Video-Indent) verifizieren müssen. Daher soll das Alter auch 16 sein und nicht 15,14 oder 13.



      Und ganz nebenbei bekommt die Regierung durch die Hintertür die in der Bevölkerung äußerst unpopuläre Klarnamenpflicht durchgedrückt. Praktisch, hä?

  • Meine Güte, Smartphone für Kinder & Heranwachsenen können und müssen von den Eltern respektive der Erziehungsbererchtigten entsprechend konfiguriert werden. Alkohol, Drogen , Tabletten & Pornographie hält man auch nicht zur freien Verfügung für den Nachwuchs im Haus vor.

    • @Alex_der_Wunderer:

      "Meine Güte, Smartphone für Kinder & Heranwachsenen können und müssen von den Eltern respektive der Erziehungsbererchtigten entsprechend konfiguriert werden"



      Daher ein Hinweis:



      "Datenschutz



      Smartphone und Tablet kindersicher einrichten"



      Quelle



      www.verbraucherzen...rsicher-einrichten



      Dort steht:



      "Für erste Erfahrungen mit dem Internet sind Kinder-Suchmaschinen empfehlenswert. Sie bieten einen einfachen Einstig ins Internet und einen sicheren Surfraum für kleine Kinder. Weitere Informationen finden Sie auch bei SchauHin! Was dein Kind mit Medien macht, eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie von ARD, ZDF und AOK"



      Immer vorausgesetzt: dass interessierte Eltern sich verantwortungsbewusst kümmern.

  • Ein sehr guter Artikel.



    nur:



    - eine Durchsetzung wäre nicht im Geschäftsinteresse von Google,MS ....



    - Wie Europa vom russischen Gas (leider noch immer in verschiedenen Bereichen) abhängig ist, so ist Europa von den Internetmonopolisten abhängig. ( Wenn Trump will ...)



    - Viele in Europa ausgebildete Spezialisten arbeiten für Patente dieser Firmen und fehlen so Europa.



    - In diesen Aktien-Firmen steckt viel Geld aus Europa. In vielen Zeitungen (Spiegel, FAZ ..) kann man Tips lesen, wie man sein Geld am besten anlegen kann (natürlich in ....)



    - Menschen, die schon als Kinder lernen, dass Google und co. zu den Guten gehören, die unsere Freiheit garantieren, sind als Erwachsene nicht mehr zu einer kritischen Haltung gegenüber diesen in der Lage. (siehe viele Kommentare zu diesem thema in der TAZ)

  • Klaus Stuttmann: „Spiel doch was..."



    www.stuttmann-kari....de/karikatur/9113

  • Über die jugendgefährdenden Inhalte, Algorithmen und Konsumverhalten wurde ja schon so ziemlich alles gesagt. Und generell befremdet mich hier eher das Lager, dass da keinerlei Notwendigkeit sieht, diesen Erkenntnissen auch mit Beschränkungen für Minderjährige entgegenzuwirken. Die Plattformbetreiber sind einfach nicht Willens, Jugenschutz ernst zu nehmen. Sie zu ernstahften Regulierungen zu zwingen funktioniert offensichtlich nicht. Und ausschließlich auf das Erlernen von Medienkopetenz zu setzen, verkennnt, dass das aktuell schlicht noch nichtmal ansatzweise umsetzbar ist.



    Aber trotzdem mal, und vor Allem weil mir die allgemeine VerBILDisierung allerseits gehörig auf den Zeiger geht:



    "Verbietet reißerische Parolen!"



    Danke.

  • Wer sowas fordert hat wahrscheinlich nicht so richtig über das Thema nachgedacht.

    Ist dem Autor klar, dass er defakto Ausweispflicht für das halbe Internet fordert? Youtube, Discord, das PlaystationNetwork, jedes Multiplayeronlinespiel, fast alle Foren, Whatsapp, Signal, usw. usf. Sind alles soziale Medien...

    Davon abgesehen ist ein solches Verbot sowieso nicht durchsetzbar weil die Jugendlichen einfach auf unregulierte Angebote ausweichen würden.

    Ich pack den Vorschlag mal unter die Kategorie ein in der man früher auch Fernsehverbot, Killerspielverbot usw. gefunden hat...

    • @Generator:

      Nein Falsch, es geht hier nicht um Whatsapp, Discord, Foren,



      Whatsapp und Signal sind Messenger und keine Sozialen MEdien, Youtube so gesehen ein Streaming Dienst und bei playstation und Discord gehts in erster Linie ums zocken.....alles Dienste die ausgenommen wären von diesem Verbot! Bei Facebook und Instagram ist es schon lange gängige Praxis als Identitätsnachweis eine Kopie des Ausweis zu hinterlegen, da ändert sich quasi nichts....

    • @Generator:

      Man könnte auch einfach "soziale Netzwerke" komplett sperren. Für alle. Wäre wahrscheinlich für alle das beste.



      Und jetzt nicht mit Zensur o.ä. kommen. Es gibt ja genügend andere Möglichkeiten sich auszutauschen, Foren zu nutzen etc., ausserhalb diese "sozialen" Netzwerke, deren Geschäftsmodell darauf beruht Menschen abhängig zu machen, um Geld zu verdienen.

      • @T-Rom:

        @T-Rom: ??? Die Definition von sozialen Medien ist genau die, dass sich Menschen darüber "austauschen" können.

        de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Medien

        Im Klartext heißt das, dass auch Foren unter "soziale Netzwerke" fallen.

  • Auch wenn viele den Expert*innen an dieser Stelle keinen "Glauben schenken" wollen:



    Die Wissenschaft lügt nicht!



    "Die exzessive Nutzung des Smartphones hat Auswirkungen auf Körper, Geist und das Zusammenleben. „Das Gehirn verändert sich, insbesondere im Kindes- und Jugendalter“, sagte der Ärztliche Direktor der Psychiatrischen Klinik am Universitätsklinikum Ulm, Manfred Spitzer, am Mittwochabend bei einem Vortrag in Ubstadt-Weiher (Kreis Karlsruhe). „Es ist nicht egal, was wir den ganzen Tag machen“, betonte er."



    In evangelische-zeitung.de



    "Spitzer kann den Bemühungen nur zustimmen. Konzerne bestimmen unser Medienverhalten. „Wir unterliegen bei sozialen Medien dem größten Lobbyismus, den es je gab“, sagte der Experte dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Gehirn brauche für seine Entwicklung die „ganze erfahrbare Realität“, nicht nur einen Bildschirm.



    Je früher ein Kind digitale Medien nutze, desto schädlicher die Auswirkungen, erläuterte der Psychiater. Er forderte Eltern auf..."



    Auch Großeltern, andere Bezugspersonen sollten sich angesprochen fühlen.



    Ein "Experiment mit ungewissem Ausgang" ist hier keine sinnvolle Option für eine Gesellschaft, die deutl. Gefügestörungen zeigt.

    • @Martin Rees:

      Mal den Nobelpreisträger Eric Kandel



      “Wenn Sie aus einem Film kommen -



      Sind Sie nicht mehr derselbe.“

      unterm——



      Zu dem Befund 🇺🇸 prae WK II drifting gen



      Kriegseintritt & Däh weit weniger als die Hälfte der männlichen Amis waren bereit auf andere zu schießen. Roosevelt - Hollywood bekommt für (Kriegs)filme jegliches Material!



      & Däh - alsbald & bis heute: ca 70 % can do it!



      🤖Eric Kandel, ein Nobelpreisträger für Medizin, revolutionierte das Verständnis des Gedächtnisses, indem er nachwies, dass Lernen und Erinnern auf strukturellen und funktionellen Veränderungen an den Synapsen, den Verbindungsstellen der Nervenzellen, basieren. Durch Untersuchungen an Meeresschnecken entdeckte er, dass Kurzzeitgedächtnis funktionelle Änderungen bewirkt, während Langzeitgedächtnis zu neuen synaptischen Verbindungen führt.



      Dieses Video gibt einen Einblick in die Forschung von Eric Kandel und seine Erkenntnisse über das Gedächtnis:



      www.google.com/sea...2#fpstate=ive&vld=

  • Ist das hier ein Plädoyer für den Überwachungsstaat gesponsort von der Heritage foundation?

    www.biometricupdat...istian-nationalism

    Dazu kommt dass lgbt Jugendliche oft von ihren Familien und Freunden verstoßen werden und oft total isoliert sind. Diese verlieren damit ihre einzigen positiven sozialen Kontakte.

    • @schnarchnase:

      "Diese [LBTQIA*-Jugendliche] verlieren damit ihre einzigen positiven sozialen Kontakte." - Das ist das einzige Argument gegen strenge Regulierungen von Plattformen und Hardware sowie altersgebundene und institutionelle Verbote (zuvörderst in der Schule), das meiner Ansicht nach über einen Hauch von Plausibilität verfügt. Es ist eine schwierige Abwägung angesichts der Epidemie neurologischer und psychologischer Erkrankungen, die aus der Social-Media-Nutzung erwächst, zumal ja auch noch die politische Verrohung der Nutzer*innen mit bedacht werden muss. Und oft übersehen: wir schützen die Kinder auch davor, Täter*innen zu werden indem wir Social Media streng regulieren.

    • @schnarchnase:

      Übrigens, der Hass auf diese Gruppe Menschen entsteht auch in den asozialen Hetzwerken.

      • @Thomas Böttcher:

        Der entsteht auch im echten Leben und durch ein Verbot für Minderjährige wird sich da wenig ändern.

  • Was ich vermisse, ist eine Diskussion über das WIE? Wie soll dieses Verbot denn umgesetzt werden. Muss sich bald jeder mit Personalausweis ausweisen, wenn er soziale Medien nutzen will?



    Die Frage, wie das implementiert werden soll, ist entscheidend! Das kann auch das Tor zur Totalüberwachung des Internets sein.

    • @Semon:

      Also Dein Handy weiß sowieso schon alles über dich oder etwa nicht? Dein google/Facebook/Insta/Wasauchimmer- Konto ebenfalls, teilweise muss man ne Kopie vom Ausweis zur Verifizierung hinterlegen. Ist alles schon gängige Praxis. Da wird keine weitere Überwachung nötig sein.

  • Die Folgen sind möglicherweise irreversibel.



    tagesspiegel.de 2024



    "Hirnforscherin über soziale Medien: „Das größte Experiment der Menschheitsgeschichte“



    Bei Menschen, die intensiv soziale Medien nutzen, könnte sich das Gehirn verändern – ähnlich wie bei ADHS, sagt Frederike Petzschner."



    Eine der Facetten:



    "Dopamin gilt als Belohnungsbotenstoff.



    Das dachte man lange. Aber Dopamin hat viele Rollen: Wir wissen zum Beispiel aus Tierversuchen, dass es entscheidend für das Lernen und die Motivation ist. Affen mögen Weintrauben unglaublich gerne und jedes Mal, wenn Affen eine Weintraube bekommen, schüttet ihr Gehirn Dopamin aus. Wenn aber ein Licht vorher signalisiert, dass eine Weintraube kommen wird, wird das Dopamin zum Zeitpunkt des Lichtes ausgeschüttet. Nicht mehr zum Zeitpunkt der Weintraube. Das bedeutet, Dopamin kodiert nicht die Belohnung selbst, sondern ist assoziiert mit der positiven Überraschung darüber, dass gleich etwas Gutes kommt."

    • @Martin Rees:

      Genauso wie bei Comics, Fernsehen, Computerspielen, Büchern, Rockmusik und vor was man alles schon die Jugend schützen wollte, schon gewarnt wurde.

      • @Mendou:

        "... wie bei Comics, Fernsehen, Computerspielen, Büchern, Rockmusik und vor was man alles schon die Jugend schützen wollte, schon gewarnt wurde."



        Die Nutzer*innen wurden aber nicht in gleichem Maße auffällig o. gar krank mit erheblichen Folgen.



        Das ist ein ganz anderes Paar Schuhe:



        "Warum sind junge Menschen besonders gefährdet?



        Zum einen spielt die soziale Komponente eine wichtige Rolle. Wenn in der Klasse alle eine bestimmte App nutzen, entsteht ein hoher Druck, sich dem anzuschließen. Ein weiterer Aspekt, insbesondere bei jungen Männern, ist die Entwicklung des präfrontalen Cortex. Dieser ist erst mit Mitte 20 vollständig ausgereift. Er steuert unter anderem die Impulskontrolle. Jugendliche sind daher impulsiver und neugieriger. Dieses explorative Verhalten ist entwicklungsbedingt und hat evolutionäre Vorteile. Allerdings führt es auch dazu, dass Jugendliche und junge Erwachsene anfälliger für die Reizüberflutung durch soziale Medien wie TikTok sind"



        Die Expertin b. aok.de



        Die Dosis macht das Gift:



        "Rückblickend war Social Media echt ein riesiger Faktor bei meiner Essstörung", erzählt Amira *. Während der Corona-Pandemie schaute sie sich auf Youtube Shred Callenges an..."



        br.de

    • @Martin Rees:

      Als Ergänzung:



      "Die Neurowissenschaftlerin Dr. Frederike Petzschner leitet das Psychiatry, Embodiment and Computation (PEAC) Lab am Carney Institute for Brain Science der Brown University in den USA. Sie ist Teil des Rats für Digitale Ökologie (RDÖ) und Mitverfasserin des Berichts „Abhängig von TikTok & Co. Wie Social-Media-Algorithmen die Mechanismen des Lernens ausbeuten und auf die Gehirnentwicklung junger Menschen einwirken."



      Quelle aok.de

  • Richtig.

    Es wäre super, wenn Deutschland ein einziges Mal zur Gruppe der innovativ voranschreitenden Staaten gehörte. Aber wahrscheinlich wird das jetzt wieder jahrelang zu Tode diskutiert und versucht werden, Gründe dafür zu finden, warum in Deutschland nicht funktionieren kann, was anderswo klappt. Siehe Wärmepumpen, Öffnung der Ehe, Cannabislegalisierung, Elektromobilität, Feuerwerksverbot….

    • @Suryo:

      Oh ja sie sagen es....

    • @Suryo:

      Auf keinen Fall soll Deutschland in Sachen Sinn und Verstand innovativ voranschreiten - sollen erstmal die Chinesen......

  • Ok Boomer.

  • Schon der Einstieg ist Augenwischerei. Aus den Studien der BZgA oder DEBRA geht klar hervor, das der Trend der Jugendlichen eindeutig zum Rauchen geht. Nur sind es heutzutage verstärkt E Zigaretten und Vapes. Die Angaben des Autors beziehen sich auf Tabak, also klassische Zigaretten und variieren je nach Studie zwischen 7 und 12%.

    Nur ein Auszug aus den Studien, 30% der 17jährigen in Deutschland rauchen E Zigaretten, Vapes oder Tabak. In der Generation Z (18-24) sind es 40%. Nehmen wir dazu noch die Cannabiskonsumenten, in der Gruppe der 12-17jährigen sind es fast 10%. In der Generation Z 23% die regelmäßig konsumieren (Quelle BZgA).

    Das ergibt schon ein anderes Bild, als das vom Autor suggerierte "Verbote wirken".

    Die gleiche Rechnung kann der Autor auch für Alkohol aufmachen. Auch hier belegen Studien einen Rückgang von Alkoholkonsum unter Jugendlichen, dieser geht aber einher mit einer Zunahme von Rauschmitteln. Unterm Strich nimmt der Konsum zu, läuft nur in anderen Bahnen ab.

    Die Rechnung für Social Media dürfte in Deutschland ähnlich ausfallen wie hier in Norwegen, wo es ein derartiges Verbot (ab 14) seit längerem gibt. Hält sich keiner dran, auch nicht die Eltern.

    • @Sam Spade:

      Das gleiche dachte ich auch.



      Ohne belastbare Zahlen zu haben, habe ich den Eindruck, dass viele Schüler:innen, die niemals klassische Zigaretten rauchen würden, kein Problem damit haben, bonbonsüße, relativ angenehm duftende Vapes zu rauchen. (Auf dem Schulklo riecht es seitdem wesentlich besser).



      Mentholzigaretten wurden vor kurzem verboten, aber bei dem ganzen E-Rauchen pennt die Politik. Wie immer.

  • Danke!