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Christliche und weltliche FeiertageMehr Demokratie feiern

Gastkommentar von

Thomas Gesterkamp

Die christlichen Kirchen bestimmen mit ihren Feiertagen den Jahresrhythmus. Angesichts ihres Bedeutungsverlustes ist das nicht mehr zeitgemäß.

Nicht aussortiert, sondern an einer Wallfahrtskirche abgestellt. Auch atheistische Arbeitnehmer stehen hinter den krichlichen Festen Foto: Rolf Poss/imago

M it der sogenannten Karwoche beginnt die Brücken- und Feiertagssaison, zwischen April und Juni gibt es einige verlängerte Wochenenden. Das Timing passt bestens zu den Freizeitinteressen abhängig Beschäftigter, die lieber bei Sonnenschein als bei herbstlichem Dauerregen arbeitsfrei haben. Den Anlass dieser gesellschaftlichen Pausen bestimmt fast ausschließlich der christliche Kalender – auch wenn den Sinn von Festen wie Pfingsten oder Fronleichnam selbst viele Kirchenmitglieder nicht immer erklären können. Deren Zahl sinkt durch Austritte, Todesfälle und ausbleibende Taufen ohnehin stetig.

Anfang 2025, das sind die letzten verfügbaren Zahlen, lebten in Deutschland knapp 18 Millionen Protestanten und 19,8 Millionen Katholiken. Fast 40 Millionen Menschen sind inzwischen ohne Religionszugehörigkeit, der Rest verteilt sich auf Muslime und andere Glaubensgemeinschaften. Seit den 1950er Jahren ist der Anteil der Christen in der Bevölkerung von einst 96 auf rund 45 Prozent gefallen, hat sich also mehr als halbiert. Zudem haben nicht wenige Kirchensteuerzahler seit Jahren kein Gotteshaus mehr von innen gesehen. Oder höchstens bei einer Beerdigung. Sie sind nur noch aus Tradition dabei, oder weil sie wegen ihrer Anstellung bei einem christlichen Arbeitgeber dazu verpflichtet sind.

Umgekehrt hat sich der Anteil der Ungläubigen von fünf auf fast 50 Prozent verzehnfacht. Überzeugte Atheisten und freie Agnostiker werden in naher Zukunft die Mehrheit der deutschen Bevölkerung stellen. Deshalb brauchen wir mehr weltliche Feiertage. Bundesweit gibt es derzeit nur drei: Neujahr, den Tag der Arbeit am 1. Mai und den 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit. Die sechs christlichen Pendants, deren genaue Termine nach dem Kirchenkalender variieren, sind Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag, Christi Himmelfahrt und die beiden Weihnachtstage.

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Daneben gibt es regionale oder sogar lokale Regelungen, die das Ungleichgewicht zugunsten der Kirchen drastisch vertiefen: Heilige Drei Könige am 6. Januar (Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt), Fronleichnam (katholisch geprägte Länder im Süden und Westen) Mariä Himmelfahrt am 15. August (teilweise Bayern, Saarland), Reformationstag am 31. Oktober (evangelisch geprägte Länder im Norden und Osten) Allerheiligen am 1. November (katholische Länder). Deutscher Feiertagschampion ist die Stadt Augsburg, die sich auch noch das „Friedensfest“ am 8. August gönnt. An dem Tag wird an das Ende des Dreißigjährigen Krieges erinnert. Die bayerischen Schwaben müssen an insgesamt 14 Tagen im Jahr nicht zur Arbeit, die Berliner hingegen müssen vier Tage länger schuften. Im EU-Vergleich stehen Belgien und Lettland mit 17 Tagen an der Spitze, die meisten kirchlichen Feiertage hat Österreich.

Mehr weltliche Feiertage würden eine diverse und säkularisierte Gesellschaft besser spiegeln

Christliche Anlässe müssten wegfallen

Katholische Länder waren schon immer privilegiert, erst in jüngster Zeit versuchen weniger gläubige Regionen aufzuholen. Der Internationale Frauentag ist seit einigen Jahren in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern arbeitsfrei. Die Hauptstadt feierte 2025 einmalig den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus. 2028 dürfen sich Berliner auf einen freien Tag am 17. Juni freuen – als Gedenken an den Volksaufstand in der DDR 1953. Thüringen leistet sich als Extra den Weltkindertag am 20. September.

Solchen Vorbildern könnten weitere folgen, etwa der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. Oder ein Verfassungstag zur Verabschiedung des Grundgesetzes am 23. Mai. Vor allem aber wäre es wegen der wachsenden Zahl von Deutschen mit Migrationsgeschichte und anderen religiösen Orientierungen längst angemessen, einen muslimischen Feiertag einzuführen. Möglichkeiten wären das Zuckerfest am Ende des Ramadan oder das Opferfest.

Christliche Anlässe müssten dafür wegfallen. Mancherorts passiert das schon, so ist der protestantische Buß- und Bettag am 18. November nur noch in Sachsen heilig. Schon wegen des meist schlechten Wetters um diese Zeit war dessen Abschaffung relativ leicht durchzusetzen. In vielen Nachbarstaaten, darunter auch katholischen, sind Feste wie Ostern, Pfingsten, Weihnachten kein Grund für gleich zwei freie Arbeitstage. Und auch der 17. Juni zum Gedenken an den Aufstand in der DDR wurde in Westdeutschland nach dem Mauerfall zugunsten des 3. Oktober gestrichen.

Errungenschaften feiern und an Ereignisse erinnern

Ein Dorn im Auge sind Feiertage stets der Unternehmerlobby. Regelmäßig plädieren arbeitgebernahe Verbände und Ökonomen dafür, ein oder gleich mehrere von ihnen ersatzlos wegfallen zu lassen. Erstgenannter Kandidat ist meist der Pfingstmontag, auf der Streichliste folgen Ostermontag, der zweite Weihnachtstag und der Karfreitag. In der derzeitigen ökonomischen Krise seien solche Streichungen gut für die Konjunktur, führten zu mehr Wirtschaftswachstum und steigerten das Bruttosozialprodukt – lautet das Standardargument.

Produktionsausfälle von 8,6 Milliarden Euro verursache jeder arbeitsfreie Tag, behauptet die Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU, die zuletzt mit ihrer Kampagne gegen die angebliche „Lifestyle-Teilzeit“ unrühmlich von sich reden machte. Die Gewerkschaften sprechen dagegen zu Recht von einer versteckten Lohnkürzung. Auch in demoskopischen Umfragen kommen solche Ideen verständlicherweise nicht gut an. Denn historisch betrachtet sind Feiertage immer das Ergebnis sozialer Auseinandersetzungen um die Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen.

Es fällt auf, dass das Thema fast nur unter dem Aspekt seiner möglichen ökonomischen Folgen diskutiert wird. Dass es passend wäre, nicht nur religiöse Feste, sondern auch demokratische Errungenschaften zu feiern und an wichtige historische Ereignisse zu erinnern, rückt kaum ins Blickfeld. Mehr weltliche Anlässe würden eine diverse und säkularisierte Gesellschaft besser spiegeln als die einseitige Orientierung am Christentum. Initiativen in diese Richtung indes dürften zu heftigen Kulturkämpfen führen. Denn in der Politik wagt kaum jemand, an den vielfältigen Privilegien der christlichen Kirchen zu rütteln.   

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88 Kommentare

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  • Ich staune eigentlich, wie manche Linke sich an den christlichen Feiertagen hochziehen.

    Als Kind war ich zum Sprachuntwrricht bei einem älteren Mann.

    Er meinte mal, er glaube nicht an Gott, aber respektiere Jesus Christus, weil der für ihn der erste Sozialist der Welt war.

    Je älter ich wurde, umso mehr finde ich, dass er recht hat.

    Den Geburtstag und den Todestag eines Protosozialisten könnten moderne Linke durchaus feiern.

    Gibt auf jeden Fall Schlimmeres.

    Die negative Seite der Kirche kann man ja trotzdem kritisieren.

    Als Linker muss man ja auch nicht Stalin verteidigen.

    (Bitte keine True-Scotsmen-Argumentation.)

  • Christliche Feiertage sind nicht etwa deswegen frei, weil der Staat meint, dass man ein paar Tage mehr Urlaub verdient hat, als im Arbeitsvertrag stehen, sondern NUR, weil es eben christliche Feiertage sind.

    Es gibt keinen wirklich stichhaltigen Grund für weltliche Feiertage.

    • @Suryo:

      Ich fürchte, da haben Sie einen entscheidenden Punkt angebracht.

    • @Suryo:

      Für feie Tage gibt es aber Gründe. Und seit dem selbst im tiefen Schwarzwald am Karfreitag niemand mehr in den Kochtopf schaut, kann man doch die freien Tage gestalten, wie man will.

      PS: Das man im Rahmen der Freizeitgestaltung etwas Rücksicht auf andere Menschen nimmt, sollte immer selbstverständlich sein.

  • Christliche Feiertage abschaffen. Statt dessen unreligiöse Feiertage wie die beiden Sonnenwenden die beiden und Tag- und Nachtgleichen. Und dann kann man sich noch weitere schöne Feiertage ausdenken.

    • @Elvenpath:

      Wenn man sich Feiertage ausdenken soll, kommt da Beliebigkeit heraus, aber nichts Gemeinschaftstiftendes.

    • @Elvenpath:

      Und was soll ich da feiern?

  • Wir sagen auch Dienstag, Donnerstag und Freitag und glauben nicht an die Germanischen Götter Tyr, Donnar und Freya.

    Postreligiöse Souveränität kann auch bedeuten drüberzustehen.

    Feiertage die an den Wochenrythmuw gekoppelt sind habe auch was gutes, als Feiertage die immer an einem anderen Wochentag sind.

    Quatsch finde ich die Einzelgänge von einzelnen Bundesländern wie Berlin mit dem Frauentag, der unsyncron ist mit Brandenburg.

    Auch gegen einen muslimischen Feiertag bin ich, denn der Islam ist schlichtweg religiöser als das Christentum in Deutschland.

    Christliche Feiertage haben auch was unreligiöses. Und was Heidnisches. Damit sind sie mit dem Land in dem wir leben mehr verbunden als wir glauben.

    Der Osterhase hat nichts mit dem Christentum zu tun. Und ob Jesus wirklich am kürzesten Tag des Jahres geboren wurde, oder ob das etwas ist, das vorallem weiter im Norden lebenden Heiden wichtig war?

    • @Tim Hartmann:

      Hat der Osterhase nicht das Ei gelegt, aus dem Jesus geschlüpft ist?

      • @Elvenpath:

        Hase ist ein Fruchtbarkeitssymbol.

        Am Ende wird es ein Mischmasch aus allem möglichen sein, aber sehr viel Heidentum ist im zweifel dabei.

  • Oh Mann...immer wieder liest man in der TAZ, dass es die Union ist, die der AfD neue Wähler zutreibt. Mit den Ansichten, die in diesem Artikel geäußert werden (insbesondere, dass christliche Feiertage abgeschafft werden sollen, aber ein muslimischer Feiertag hinzugefügt werden kann) wird man dafür sorgen, dass die AfD bald lässig die 60% Marke knacken kann. Vielleicht sollten sich die Linken mal richtige Gedanken darüber machen, was sie unternehmen können, um die AfD zu schwachen. Mit den oben genannten Vorstellungen wird das nix.

    • @Die_Mitte_machts:

      Ich glaube kaum, dass solche Artikel das Zeug dazu haben. Genauso wenig, wie ich glaube, dass so ein Vorschlag auch nur auf den Hauch von relevantem Interesse stößt. Weder bei den Menschen noch in der Politik. Für die Allermeisten, die nicht streng gläubig sind, sind das ein paar freie Tage Jahr, wo man mal Zeit hat, Familie oder Freunden zu besuchen. Eine konstante im Kalender und nix weiter.



      Für mich eine völlig verkopfte, ideologische Idee, die komplett an der Realität vorbeigeht. Bedient genau das Klischee, wie Linke außerhalb der eigenen Bubble von Vielen wahrgenommen werden.

  • Das finde ich einen interessanten Vorschlag: weniger Christliche Feiertage, dafür überhaupt demokratische Errungenschaften feiern. Zum Beispiel 2. Weihnachtsfeiertag, und Ostermontag streichen für im Gegenzug 27. Juni und den 8. Mai. Beide in der warmen Jahreszeit.



    Mit einem muslimischen Feiertag wäre ich auch einverstanden. Ramadan-Beleuchtung kann auch schön sein. Kein Problem. Mehr Integration, weitere Anerkennung.



    Auf jeden Fall nicht einfach Feiertage zu Arbeitstagen machen. Die christlichen Feiertage kommen aus früheren Jahrhunderten. Da kann die Notwendigkeit der zweiten "doppelten" Tage schon mal hinterfragt werden. Darauf pochen würden die Strenggläubigen. Gibt ja immer noch Himmelfahrt und Pfingstmontag. Auch die wurden schon lange anders verwendet.



    Übrigens sind an den Freitagen in den mehrheitlich muslimischen Ländern praktisch alle Geschäfte geöffnet und auch sonst haben Berufe keine Einschränkungen.



    Für ein pragmatisches Aushandeln ohne Kulturkämpfe.

    • @Land of plenty:

      Ich meinte natürlich: 17. Juni! Tippfehler.

    • @Land of plenty:

      Die Strenggläubigen interessiert der 2. Feiertag nicht.

      Alle die Weihnachten und Ostern als Famienfest begehen, haben es mit zwei Feiertagen leichter.

      Man kann die familiäre Erwartungshaltung besser abdecken.

      Ich finde den 2. Feiertag extremerleichternd.

      Am 8. Mai feiert niemand was mit seiner Verwandtschaft.

      • @rero:

        Sinn der ganzen Gedankengänge war NICHT die Familie im Zentrum zu sehen, sondern die Gesellschaft als ganzes. Wenn den 8. Mai niemand als Verwandtschaftsbezug hat, dann stellt sich die Frage: ob es vielleicht eine öffentliche gemeinsame Feier geben könnte.



        In Bremen gibt es die Nacht der Jugend mit dem Gedenken zum 9.November, der so oft in der Geschichte mit Ereignissen belegt wurde.



        Ich finde das interessant: demokratische Errungenschaften feiern. unabhängig davon ob man Familie hat oder nicht.



        Doch, ich kenne Strenggläubige, die mit dem 2. Feiertag jeweils Bibelstellen verbinden und ich kenne Menschen, die vereinzelt sind und nicht als Familie feiern.

        • @Land of plenty:

          Genau daran krankt die Idee.

          Das Christentum hat in den 2000 Jahren neben der Theologie auf der intellektuellen Ebene eine stabile Form von "Volksfrömmigkeit" entwickelt.

          Etwas zum "Anfassen" für die einfachen Menschen.

          Bereits gründete eine mystische Gruppierung die das "Landvolk", die Marginalisierten abholte.

          Mystik halt.

          Eine "Gesellschaft als Ganzes" ist eine Gedankenkonstruktion, ein Narrativ.

          Mit Gedankenkonstruktionen lässt sich schlecht feiern.

          Ich kenne auch Menschen, die vereinzelt sind.

          Die lade ich zu Weihnachten und Ostern ein.

          So lange Humanismus oder Atheismus da so gut wie nichts zu bieten haben, lassen wir es besser bei den religiösen Feiertagen.

          Als Atheisten, die das gleich gut bespielen können, fallen mir lediglich die Nationalisten ein.

          Die beherrschen sowohl intellektuelle Konstruktionen als auch Volksfrömmigkeit zum Anfassen.

          Wäre aus meiner Sicht keine wünschenswerte Alternative.

  • Das Christentum hat in der heidnischen Gesellschaft bereits vorhandene Feste einfach undefiniert. Das gleiche hat die Konsumgesellschaft mit christlichen Feiertagen gemacht. Ich kenne viele Leute, deren Karfreitags-Edelfisch herzlich wenig mit dem ursprünglichen Brauch zu tun hat. Jeder, wie er mag. Muss man da mit so viel Ideologie rangehen? Warum nicht einfach die Feste feiern, wie sie fallen?



    Den einen stört es, wenn zur Adventszeit die ganze Stadt mit Glühweinbuden verstellt ist, andere ärgern sich über die krawallige Erster-Mai-Folklore in manchen Städten/Stadtteilen. Man wird es nie jedem recht machen.

  • Anstatt die kirchlichen Feiertage zu streichen, könnte man auch die Werte stärker betonen, die diesen inhärent sind - und weniger den formellen Popanz, der damit betrieben wird.

    So wie auch das Neue Testament viele Weisheiten beinhaltet, die das Leben auf dieser Erde noch viel besser machen würden, würden sie denn von allen (oder zumindest vielen) befolgt: Nächstenliebe, Solidarität, Hoffnung, Vergebung (anderen wie auch sich selbst) oder Demut.

    Müssten selbst Agnostiker und Atheisten sinnvoll finden ;-)

    • @Emmo:

      @Emmo



      Noch etwas besser & vorallem zufriedener würde die Verinnerlichung der Werte & Lehren Buddhas beitragen.



      Es muss nicht immer dieses, durch brutale Kreuzzüge auf-/indoktrinoierte Christentum als Maßstab aller Dinge herangezogen werden.



      Auch O Sensei, Morihei Uyeshiba liefert gute Ansätze.

      • @Alex_der_Wunderer:

        "Es muss nicht immer dieses, durch brutale Kreuzzüge auf-/indoktrinoierte Christentum als Maßstab aller Dinge herangezogen werden."

        Das spricht dann aber nicht für muslimische Feiertage.

        Ohne Eroberungszüge wäre der Islam auch nicht so verbreitet.

        War halt mal übliches Denken

        Nebenbei: die Kreuzzüge waren übrigens gerade kein Missionierungsprojekt, sondern eine Verteidigungsaktion.

        • @rero:

          @rerro

          Irrtum

          Kreuzzüge waren MORD

          • @Alex_der_Wunderer:

            Das auch.

            Nur halt ohne Missionierung.

    • @Emmo:

      Das leuchtet jedem ein, der/die halbwegs fair denkt und handelt. Doch bleibt eine Illusion. Seit Menschengedenken überwiegt die Selbstsucht - was anfangs vielleicht verständlich war- doch die Gier hat sich als die stärkste Kraft etabliert. Da ist kein Platz mehr für Empathie. Leider ist das heute die Regel und nicht die Ausnahme..

      • @Perkele:

        Liebe(r) Perkele



        mit dieser prägnanten Aussage haben sie den Nagel völlig auf den Kopf getroffen.



        Frohe Ostern!

    • @Emmo:

      In der Bibel stehen tatsächlich einige sinnvolle Dinge. Allerdings trifft das auch auf andere Bücher zu 😉

      Und mit den "Werten" von christlichen Feiertagen ist das so eine Sache. Nehmen wir aus aktuellem Anlass Ostern.



      Da wir ein Mensch brutal ermordet. Das ist der Fakt. Eine Religion macht daraus dann eine Geschichte über Erlösung von imaginären Sünden und einem ebenfalls imaginären zweiten Leben. Wen das glücklich macht, soll gern damit selig werden.



      Andere Menschen finden solche Geschichten eher nicht gut. Vor allem das Konzept des Opfertodes.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        ich gehöre zu der Gruppe Mensch, die das ganze nicht wörtlich auslegen. beim Osterfest geht es um Hoffnung, Solidarität und Vergebung. der Kreuz ist tot Jesu ist ein Symbol hierfür - nicht mehr und nicht weniger.



        aber ich denke wir teilen uns die Abneigung gegenüber Menschen, die die heiligen Schriften ihrer jeweiligen Religion allzu wörtlich auslegen. da ist tatsächlich noch nie was gutes dabei rumgekommen

        • @Emmo:

          "...Hoffnung, Solidarität und Vergebung...der Kreuz ist tot Jesu ist ein Symbol hierfür..."

          Das kann ich eben überhaupt nicht finden.

          "aber ich denke wir teilen uns die Abneigung gegenüber Menschen, die die heiligen Schriften ihrer jeweiligen Religion allzu wörtlich auslegen."

          Ja. Da sind wir uns einig.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Nicht die Religion sondern mangelnde Kenntnisse der christlichen Theologie sind das Problem, wenn es um die Aktualität christlicher Werte geht.

        Ihr Kommentar der sich an die Satisfaktionslehre von Anselm von Canterbury anlehnt und sich auf alttestamentarische Schilderungen des Sühnopfertods stützt, bezieht sich auf Vorstellungen die in der Theologie seit Ewigkeiten nicht mehr vertreten werden und in der Form im absoluten auch nie vertreten wurden. Davon zeugt schon das Kapitel der Kreuzigung im Johannes Evangelium.

        Nicht Jesus opfert sich für die Sünden der Menschheit sondern Gott gibt sich in Jesus selbst hin um die Menschen zu versöhnen.

        Es ist eben kein Akt der Legitimierung von Gewalt sondern die Überwindung von Gewalt durch Liebe und Vergebung.

        Das Urverständnis des Christentums beruht auf einen nicht strafenden Gott. Er lässt die Sünden der Menschen und das damit verbundene Unrecht zwar nicht ungesühnt, die Strafe nimmt er jedoch auf sich selbst. Das ist der Kern des Christentums. Liebe und Vergebung symbolisiert durch die Gerechtigkeit Gottes.

        Die christlichen Lehren lassen sich besser verstehen, wenn man erkannt hat, dass das Selbst auch ein Gegenüber benötigt.

        • @Sam Spade:

          "Nicht Jesus opfert sich für die Sünden der Menschheit sondern Gott gibt sich in Jesus selbst hin um die Menschen zu versöhnen."

          Das ist keineswegs besser. Schon weil eine solche "Versöhnung" nicht notwendig ist. Da wird eine unnötige Sache erfunden und dann freut man sich, dass und wie sie passiert. Das ist unlogisch. Und natürlich bleibt die Sache mit dem Opfer (...gibt sich in Jesus selbst hin...).

          "Das Urverständnis des Christentums beruht auf einen nicht strafenden Gott."

          Das alte Testament gehört aber auch zur Bibel und damit zum Christentum. Das kann man nicht einfach weglassen.

          Es ist ja ganz nett, dass sich die aktuelle Theologie in D auf eher positive Aspekte konzentriert. Allerding gibt es auch eine mächtige Gegenströmung. Und die ist in einigen großen Ländern an den Machthebeln.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            "Das alte Testament gehört aber auch zur Bibel und damit zum Christentum. Das kann man nicht einfach weglassen."

            Das muss man auch gar nicht weglassen.

            Weil Christentum und Judentum in ihrer Religion Entwicklung zulassen.

            Im Judentum finden Sie sie vor allem in der Halacha.

            Die Christen haben dafür das neue Testament.

            Das ist nicht "ganz nett".

            Das ist ein Punkt im Grundverständnis beider Religionen.

  • Feiertage sollten vor allem eines sein: *Anlässe sich auf Gemeinsamkeiten* zu besinnen*..also das was eine/unsere Gesellschaft prägt und zusammen hält.







    Ob das nun christlich geprägte Traditionen sind, das zusammen wachsende Europa, die Demokratie oder was auch immer..

  • Den Christentum abzuschaffen und es als privat zu setzen, würde auch bedeuten es gibt kein Wochenende mehr sondern alle müssen 7 Tage arbeiten oder zur Schule. Vieles was wir in Deutschland haben haben wir dem Christentum zu verdanken. Der Sonntag als Ruhetage zum Beispiel müsste dann abgeschafft werden da die Grundlage für arbeitsfrei fehlt

    • @Marcelo:

      Wieviel wir Arbeiten hängt an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, unserem Wohlstandsniveau und der Verteilung ab.

      Alles weltlich.

      Das liegt mehr an Watt, Haber, Benz, Diesel und Siemens, Edison als an Jesus, Abraham oder Momammed.

      • @Tim Hartmann:

        der arbeitsfreie Sonntag ist vor 1700 Jahren eingeführt worden vom römischen Kaiser und der Samstag ist von der Politik vor 70 Jahren eingeführt worden. Also doch nicht ganz so was sie schreiben

    • @Marcelo:

      Genau genommen verdankt der „Westen“ die Sieben-Tage-Woche dem Judentum. Bibelstelle Gen 2,1-3. „Am siebten Tage ruhte Gott.“ Der siebte Wochentag ist der Samstag, jüd. Sabbath. Die Christen legten den Ruhetag dann auf den ersten Wochentag, Sonntag, weil an diesem Wochentag gemäß der Überlieferung Jesus Christus von den Toten auferstand.



      Die französischen Revolutionäre versuchten, mit dem ganzen jüd.-christl. „Gedöns“ Schluss zu machen, indem sie letztlich erfolglos eine Zehn-Tage-Woche einführten.



      Der Sabbath/Sonntag war primär auch nicht „von etwas“, nämlich „Arbeit“, sondern „für etwas“, das „Gotteslob“ frei.

    • @Marcelo:

      Auch in anderen Ländern wie China gibt es Wochenenden. Das ist wohl kaum ein christliches Verdienst.

      • @NoMeansNo:

        Doch. Es stammt aus dem christened , wurde dann im rahmen der Industrialisierung durch die Gewerkschaften als fester freier Tag erkämpft (+samstag) und verbreitete sich durch die Globalisierung.

        Der Ursprung lag aber Christlichkeit.

        Das die Chinesen es auch haben , ist Anpassung an den Rhythmus Europas und Übernahme bestehender Strukturen.

        Ein schönes Beispiel, was zeigt, wie tief verwurzelt das christentum bei uns ist. Wir merken es gar nicht, wie sehr christliche Symbolik, Werte, etc in unserem Alltag sind.

        Die Taube ist zb auch ein cristlixhea Symbol der Hoffnung , wurde vorher aber auch schon als fridenssymbol in der Antike genutzt.

        Oder die Kerze als Licht der Welt in Anspielung auf Jesus.



        Als nutzt jede Lichterkette auch wieder eine christliche Symbolik mit.

        Wir sehen oft gar nicht mehr den Ursprung, weil es für uns kulturell eben einfach so normal ist. Umso trauriger, wie wenig das vielen bewusst ist.

        Wie könne unsere Werte, Kultur , Ethik, und Geschichte nur verstehe vor diesem Hintergrund.

        Ich bin selbst nicht religiös, aber ich verstehe Dinge gerne. Und dazu ist und bleibt Religion unerlässlich.

        • @Lio:

          Feste Arbeitsrythmen haben sich aber auch erst so nach und nach herausgebildet. Ursprünglich hat der Mensch gearbeitet, wenn es notwendig war.

      • @NoMeansNo:

        Gutes Stichwort. Im Zuge der Entchristianisierungen im Rahmen der franz. Revolution sowie sozialistischer Herrschaftssysteme gibt es Erfahrungen mit dem Versuch die auf das alte Babylonien zurück gehende und biorythmisch natürliche 7-Tage Woche abzuschaffen. Diese Versuche endeten allesamt im Chaos. Die Menschheit, auch deren antichristlicher Teil, sollte aus seinen Fehlern gelernt haben.

      • @NoMeansNo:

        Wochenenden gerade in China - ausgerechnet.....

      • @NoMeansNo:

        Mehrfach ja und nein.



        Prof. Michael Friedrich (em.), Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg erläutert (Zitat aus 2012): "Die Sieben-Tage-Woche (STW) wurde in China seit dem 19. Jahrhundert durch christliche Missionare allmählich populärer und nach Gründung der Republik 1912 amtlich. Bekannt war sie jedoch schon spätestens seit der Tang-Zeit (618–906) durch christliche und islamische Gemeinden, auch am Kaiserhof. Um 1200 gab es Debatten um den Kalender, bei dem auch die STW eine Rolle spielte. Die traditionelle Zehn-Tage-Woche (ein Monat = drei mal zehn Tage) ist alt und war überall dort verbreitet, wo chinesische Bildung regierte: in Korea, Japan und Vietnam. Sie hält sich umgangssprachlich und auf dem Land bis heute.



        www.abendblatt.de/...0christliche%20und



        Bissl klarer jetzt?

  • Guter Artikel - richtig wäre doch in der Konsequenz wohl den Mitbürgern in Deutschland, die nicht in religiösen Organisationen organisiert sind, sondern ihren Glauben eher unter humanistischen Grundsätzen, friedlich leben - diesen Menschen zwei, drei zusätzliche freie Tage der inneren Einkehr zu gönnen.

  • Warum sollte man zu den vorhandenen Kulturkämpfen, die jetzt schon unsere Demokratie gefährden, noch einen neuen hinzufügen?

    Ich - selbst Atheistin - mache es einfach wie die Christen vor 2000 Jahren. Ich nehme die vorhandenen freien Tage und fülle sie mit meinen eigenen Inhalten.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Same here.

      Ich sehe auch nur, das eine solche Diskussion wieder Stimmen für die AfD bringt und das Potential hat Nichtwähler zu mobilisieren.

      Und die die dafür eintreten, werden keine Stimmen mehr bekommen, weil die Menschen die das interessiert, eh schon diese Parteien wählen und vermutlich politisch interessiert sind und wählen gehen.

  • Einfach Ostern arbeiten und nicht die Mutti besuchen! 😄

  • Wer die Abschaffung der christlichen Feiertage fordert, muß konsequenterweise auch für die Abschaffung des Arbeitsverbots am Sonntag sein.

    • @SeineKaiserlicheUndKöniglicheApostolischeMajestät:

      Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.

      Wir bekommen nichts geschenkt.

      Alles was wir an freien Tagen haben, haben wir uns selbst erarbeitet.

      Ich bin übrigens gegen die Abschaffung.

  • Ich lese hier dauernd "alle religiösen Feiertage abschaffen"... Bitte wer möchte freiwillig seinen Namen in meterhohen Lettern auf der Bildzeitung sehen, wenn es dort heißt "XY will uns Weihnachten klauen!" (Kreuzigt ihn/sie!) Da würde dann auch wieder die Wirtschaft aufjaulen, und zwar nicht zu knapp! Feiertage streichen ja, aber doch nicht solche Cashcows wie Weihnachten!

    Tatsache ist doch, in der dunklen Jahreszeit brauchen wir ein Kuschelfest, und genau das ist Weihnachten, das würde es immer geben. Und der Frühling will auch gefeiert sein, genau das ist Ostern. Diese Feste *sind* nicht mehr religiös, sie sind längst säkular. Und sie werden bleiben, weil man sie braucht.

    Im Übrigen bin ich für mehr regionale Feiertage: den Altländer Apfeltag, den Glückstädter Matjestag usw. Feiert eure Gegend! Gefallen würde mir auch Erntedank als Feiertag, aber das ist ja eh an einem Sonntag.

    • @miri:

      Am 21. Dezember ist Wintersonnenwende. Der kürzeste Tag des Jahres. Weihnachten sollte dadurch ersetzt werden. Eignet sich auch hervorragend zum Kuscheln.

  • Wenn das tatsächlich jemand durchsetzen sollte, einen christlichen Feiertag gegen einen muslimischen einzutauschen, braucht die AfD keinen Koalitionspartner mehr und schafft die 2/3 Mehrheit alleine.



    Wobei ich den 3. Oktober nie nachvollziehen konnte und der 9.November deutlich besser gewesen wäre, 2 positive Ereignisse (Mauerfall, Ausruf der Republik) und ein Tag der Bescheidenheit und Scham (Reichspogromnacht).

  • Endlich sagt es mal jemand. In Hamburg wurde vor ein paar Jahren der staubige Reformationstag zu Ehren des Antisemiten Martin Luther eingeführt, obwohl es eine breite Auswahl säkularer Feiertage gegeben hätte, die allesamt zeitgemäßer gewesen wären als noch ein Tag für eine dahinsiechende Religion.

    Eine ähnliche Scheu wie bei der Diskussion um die Abschaffung christlicher Feiertage gibt es übrigens auch bei der Suche nach Gründen für die Abkehr von den Kirchen. Da wird gern die Kirchensteuer bemüht oder die Missbrauchsskandale, die nicht mehr als zeitgemäß empfundene Form, mit der vor allem die katholische Kirche sich zelebriert. Nur eines wird viel zu selten angesprochen: Die Leute glauben einfach nicht mehr. Zumindest nicht das, was die Bibel vermittelt. Auch wenn die meisten Menschen irgendwie an ein irgendwie geartetes "höheres Wesen" glauben, reicht das nicht für eine Mitgliedschaft in einer Kirche, die dieses irgendwie nach heutigen Maßstäben unangemessen auslegt.



    Nicht falsch verstehen: fast jede:r findet die Zehn Gebote gut und auch die Botschaft des Christentums. Aber für diese Kerninhalte braucht man den kirchlichen Rest nicht.

    • @Anne Pipenbrinck:

      Ich finde die zehn Gebote in ihrer Gesamtheit nicht gut.



      Allenfalls "Du sollst nicht töten" ist gut, aber, dass man nicht töten soll, ich ja keine Erfindung des Christentums.



      Der Rest der zehn Gebote ist einfach nur unsinning. Ja, selbst das Gebot, dass man nicht lügen soll. Man stelle sich vor, man würde immer die Wahrheit sagen. Das gäbe Mord und Totschlag. Lügen ist wichtig für den gesellschaftlichen Frieden.

      • @Elvenpath:

        Es ist nicht die Schuld der Zehn Gebote, wenn sie nicht gelernt haben diese richtig zu interpretieren.

        Das Achte Gebot lautet nicht "du sollst nicht lügen" sondern "du sollst kein falsch Zeugnis geben wider deinen Nächsten“ (Exodus 20:16).

        Im jüdischen Verständnis ist der Kernbereich des Verbots auf die Halacha, also auf rechtliches bezogen und bezieht sich auf Meineid und falsche Zeugenaussagen.

        Dazu gesellt sich das ethische Verständnis der Lashon Hara (böse Zunge). Das Verbot von Verleumdung, falscher Nachrede und Gerüchten.

        In diesem Sinne wird es auch von Christen interpretiert und es stellt zudem eine klare Abgenzung zur Lüge dar. Kleine Alltagslügen gelten im Christentum nicht als verwerflich. Im Judentum hingegen gibt es zahlreiche Toragebote welche die Lüge generell verbieten.

        Im heutigen Kontext ist das Achte Gebot eher mit der üblen Nachrede gleichzusetzen. Die setzt sich ja nicht nur aus Gelogenen zusammen, denn auch die Wahrheit kann eine Rufschädigung sein. Und darum geht es schlussendlich "Du sollst nichts über deinen Nächsten sagen, was ihm schadet. Noch nicht einmal die Wahrheit". Siehe hierzu auch den Epheserbrief im Neuen Testament (Eph 4,29).

    • @Anne Pipenbrinck:

      So ist Hamburg aber Synchron mit den ganzen anderen Bundesländern.

      Das ist viel mehr wert als alle symbolik wie es zb Berlin macht

    • @Anne Pipenbrinck:

      Ja. teile ich!

    • @Anne Pipenbrinck:

      Und da, wo bewusste Religion / Glaube zurückgeht, grätscht dann die kommerzielle Werbung rein und füllt diese Lücke mit ihren Botschaften.

    • @Anne Pipenbrinck:

      Wieso findet jeder die 10 Gebote gut? Bei „Du sollst nicht töten/stehlen/lügen“ bin ich noch dabei, für die ersten drei muss man an Gott glauben und wen oder was ich begehre geht niemanden etwas an.

      • @Jesus:

        Bei den ersten Geboten müssen Sie auch nicht an Gott glauben.

        Im Judentum ist es wichtiger, das Gesetz zu halten als an Gott zu glauben.

        Man betrachtet es nicht als Zufall, dass das Gebot " Du sollst an Gott glauben." nicht darin vorkommt.

    • @Anne Pipenbrinck:

      Sehen Sie, der Unterschied ist doch ganz einfach: für einen Christen sind die Zehn Gebote und die sonstigen Lehren Christi (Bergpredigt) verbindlich und verpflichtend, für einen Atheisten oder anderen "Ungläubigen" sind das nette Ideen, denen man sich freiwillig anschließen kann, solange es keine Unannehmlichkeiten bereitet.



      Ich finde die immer weiter zurückgehende christliche Glaubensbindung in Deutschland und Europa ausgesprochen bedenklich: nicht nur, weil wir uns damit unserer geistigen und geistlichen kulturellen Grundlagen berauben, sondern vor allem, weil es noch nie zu etwas Gutem geführt hat, wenn der Mensch geglaubt hat, sich niemandem gegenüber verantworten zu müssen.



      Es gab zwei antikirchliche und glaubensfeindliche Regime auf deutschem Boden - die Herrschaft der Nationalsozialisten und die Diktatur der SED in der DDR. Beide sollten als abschreckende Beispiele eigentlich ausreichend sein, um zu sehen, wohin es führt, wenn der Mensch die Demut vor Gott verliert.

      • @SeineKaiserlicheUndKöniglicheApostolischeMajestät:

        "...für einen Christen sind die Zehn Gebote und die sonstigen Lehren Christi (Bergpredigt) verbindlich und verpflichtend..."

        Theoretisch ja. In der Praxis sieht es anders aus. Da verhalten sich Christen auch nicht anders, als andere Menschen.

  • 27.1. als Feiertag mit frei? Der sicherste Weg, ihn komplett zu entleeren, wenn alle mit Brückentag Skifahren gehen.



    Was auch blöd ist, ist Feiertage zu streichen, wenn schon für die Ökonomie, dann lieber Ferientage. Denn Feiertage sind die, wo man Familie und Freunde treffen kann, ohne dass etliche Urlaubspläne in Firmen zu koordinieren sind, weil alle frei haben.



    Und wenn man schon die Kirche ärgern will - was ist denn eine größere Demütigung, als wenn der höchste Feiertag zum Industriefest der Schokoladenhersteller verkommt und am zweithöchsten Alkohol- und Amazonkonsum im Vordergrund stehen.

  • Ich hatte erst gestern eine Diskussion mit meiner Auszubildenden darüber. Meine Überlegungen gingen auch in die Richtung Verfassungstag, Grundgesetztag oder so ähnlich. Eine weitere Möglichkeit wäre der Tag der Befreiung vom Faschismus, warum auch nicht als Feiertage die Tage, an denen in Deutschland die Demokratie eingeführt wurde. Es kann auch über Deutschland hinaus gedacht werden: Warum nicht auch Feiertage für die Beendigung der Sklaverei, Verabschiedung der Menschenrechtskonvention oder was weiß ich. Das ist definitiv besser als religiöse Feiertage, insbesondere wenn diese wie an Karfreitagen zu gesellschaftlichen Restriktionen wie dem Tanzverbot führen.

    • @gehtdichnüschtan:

      Verfassungstag, Grundgesetztag: Gut!



      Beendigung der Sklaverei, Verabschiedung der Menschenrechtskonvention: wohl eher nicht mit arbeitsfrei - aber zumindest eine regelmäßige Thematisierung in den Massenmedien.



      Werte der Gleichheit - gelten auch für alle, weltweit. globales Denken!

    • @gehtdichnüschtan:

      Das ist eine sehr vernünftige Idee, ich unterschreibe das sofort.

  • Alter Wein in neuen Schläuchen, alle Jahre wieder wird das Thema aufgewärmt und mit neuen Aspekten versehen. Nichts neues, nur ein Artikel welcher die Reduzierung religiöser Feiertage zu Gunsten weltlicher Feiertage zum Inhalt hat und dann dafür plädiert einen christlichen Feiertag durch einen muslimischen zu ersetzen, der offenbart doch erhebliche Bildungslücken in Hinblick auf den Sinn dieser Feiertage.

    Pfingsten ausgenommen haben diese nämlich mit den Kirchen nicht das geringste zu tun. Kirchen sind der Repräsentant des christlichen Glaubens nicht dessen Inhalt.

    Sie sind auch nicht die alleinigen Vermittler christlicher Lehre sondern diese findet sich in allen Bereichen christlicher Kulturen wieder. Angefangen bei der Rechtsordnung bis hin zur Ausrichtung der Gesellschaft, die auch heute noch in Deutschland, wenn vielleicht auch unbewusst, kontinuierlich von christlich geprägten Werten geleitet wird. Und darum geht es, die kulturelle Identität, die in Europa nunmal ihre Ursprünge im Christentum hat zu bewahren.

    Eine Rückbesinnung darauf täte den meisten Staaten und ihren Gesellschaften übrigens heutzutage ganz gut, angesichts des fortschreitenden Zerfalls der Moral.

  • "Denn historisch betrachtet sind Feiertage immer das Ergebnis sozialer Auseinandersetzungen um die Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen."



    Ich würde sagen, es geht um die Zeit-Verteilung. Wie viele Tage für Arbeit, wie viele für Unterbrechungen? Wir sind eine reiche Gesellschaft (im weltweiten Maßstab), wir können uns 3-5 Feiertage in jedem Monat leisten, nicht nur im April und Mai.



    Und, von den Religionen her gedacht, sind Feiertage Hinweise auf etwas Heiliges. Was ist uns heilig? Übersetzt: was ist so wichtig, dass ich den Hammer, die Schaufel, das Smartphone hinlege und aufblicke? Da sehe ich eine große Vielfalt. Am meisten Bezug zu traditioneller Religion sehe ich bei Muslim*innen, jedenfalls in den derzeitigen Generationen. Dann bei Christ*innen. Und auch bei jüdischen Menschen (dort zu sagen, es sind so wenige in Deutschland, würde als Zynismus gesehen werden).



    Also kann ich mir gut vorstellen, so ca. 25% christliche, 12% muslimische, 12% jüdische und 50% nicht-religiöse Feiertage zu halten: Demokratie-, Friedens-, Erfindungs-, Verfassungs-, Gedenk-bezogene Feiertage usw.



    Und viel feiern! Nicht nur in Teilzeit! ;-)

  • Schade, dass der Artikel so gar nicht auf den wichtigsten Grund gegen die Abschaffung eingeht:



    Auch Atheisten und Agnostiker feiern Ostern und Weihnachten.

    So lange wird sich daran nichts ändern.

    Klar kann man auch den Tag des Lehrers (12. 6.) oder den Tag des Eisenbahners ( 2. Sonntag im Juni) begehen.

    Aber wer will das schon?

    Sobald Atheisten aufhören würden, Ostereier zu verstecken und Tannenbaum aufzustellen, sehe ich den Autor in einer Blase ohne Mehrheiten.

    • @rero:

      Wer kennt sie nicht, die urchristlichen Symbole Tannenbaum, Hase und Ei?



      Im Ernst: Weihnachten ist längst auf dem Weg zu einem gesellschaftlich-kulturellen Fest, das sogar von vielen Deutschtürken begangen wird: Als Tag der Familienzusammenkunft, weil man frei hat, an dem man Kinder beschenkt und gut isst. Ebenso ist es bei Atheisten und Agnostikern.



      Ostern ist nicht ganz so verbreitet in nicht-christlichen Kreisen. Aber zu dem Fest gehört schon mehr, als an einem Sonntag für Kinder ein paar Eier und Hasen zu verstecken. Das kann man auch ohne den morbiden Karfreitag oder den Ostermontag tun.

      Von Lehrern und Eisenbahnern ist übrigens bei der Diskussion nicht die Rede, sondern von Meilensteinen wie Verfassungsgebung, Frauenrechte und Befreiung vom Faschismus. Diese Anlässe haben für die meisten Menschen heute eine größere Bedeutung als die christlichen Feiertage.

      Einen davon für unsere muslimischen MItbürger:innen zur eigenen Gestaltung abzugeben, würde uns als unwilliges, aber faktisches Einwanderungsland gut anstehen.

      • @Anne Pipenbrinck:

        Ostern nicht. Da sind definitiv die Unterschiede in den religiösen Lehren zu verschieden zwischen Christen und Muslimen. Aber dann eben andere Anlässe.



        Der 8. März würde an die Februarrevolution in Russland 1917 erinnern...

      • @Anne Pipenbrinck:

        Ich kenne türkische Nachbarn, die finden Weihnachten auch ein schönes Fest.



        Sineb el-Masrar schreibt: ladet uns doch auch gerne ein - nicht wegen den Geschenken, sondern wegen dem Zusammensein. (Autorin mehrerer Bücher)



        In Ägypten ist das ein riesen Lichterevent (mit allem Kitsch) - es gibt ja einen Anteil von Kopten, aber für viele Muslime ist das so, dass die das auch mitfeiern: Jesus wurde geboten: er wird im Koran als Prophet bezeichnet.



        In Deutschland: So jede Familie klein zuhause in aller Stille - ist das feiern?

      • @Anne Pipenbrinck:

        Und warum darf jemand mit deutsch-türkischem Migrationshintergrund nicht Weihnachten feiern, weil es die passende Religion ist, sondern wird hier als "sogar. DIE feiern das" herangezogen? Sie können sowas doch gar nicht pauschalisieren. Sie wollten sicherlich ein vernünftiges Beispiel bringen, merken aber die Diskriminierung in Ihren Ausführungen nicht.

  • Wieviele Leute, glaubt der Autor, feiern den 3.10. ?

  • Christliche Feiertage abschaffen und dafür Muslimische einführen...selbst bei Linken Wählern wird das größtenteils eher kritisch zu sehen sein...aber es wird definitiv ein mega Konjunkturprogramm für die AfD Wahlergebnisse sein.



    Den Weltfrauentag könnte man tatsächlich einführen. Das wäre eine gute Idee. Aber einerseits gegen die Christliche Kirche zu schießen und zu viele Feiertage vorzuwerfen und dann im Gegenzug Muslimische Feiertage aufnehmen...Das ist wirklich blanke Wahlhilfe für die AfD. Die können sich keine bessere Wahlkampfhilfe wünschen.

  • Christlich konnotierte Feiertage in Ruhe lassen!



    8.3. rasch bundesweit einführen!



    Über auch einen Tag für muslimische bzw. jüdische Feiern nachdenken.

    • @Janix:

      Weder - noch! Religiöse Riten der Gesamtbevölkerung aufzuzwingen kann keineswegs in einem säkularen Staat ein Mittel sein.

      • @Perkele:

        Religionen, vor allem monotheistische, sollten Privatsache sein und sich aus dem Alltag der Allgemeinheit raushalten.



        Zwei freie Tage pro Woche und der Feierabend bieten genug Zeit für das Ausleben des eigenen Aberglaubens, Feiertage aufgrund wichtiger Ereignisse, die jeden betreffen, sind etwas anderes.

        • @Erfahrungssammler:

          Genau das schreibe ich in meinem Beitrag. Siehe dazu auch diesen Beitrag:

          gehtdichnüschtan

          heute, 10:43 Uhr

  • Es gibt eine Menge anderer Dinge, aus denen sich die Kirchen heraushalten müss(t)en. Ein säkularer Staat muss nicht bei vielen Entscheidungen den Segen der Geistlichen einholen. Bei der im Artikel genannten Zahl von Kirchenmitgliedern vs. Nichtmitgliedern sollte das selbstverständlich sein. Zudem kassieren die Kirchen immer noch unverschämt hohe "Entschädigungen", die längst, längst bezahlt sind, etwa wegen "Enteignungen" in der Vergangenheit. Das ist Betrug. Die stattlichen Gehälter der Kirchenfürsten zahlt jede*r Bürger*in mit - ob in der Kirche oder nicht. Das ist auch eine Art Betrug/Unterschlagung und allemal völlig ungerecht.

  • "Angesichts ihres Bedeutungsverlustes ist das nicht mehr zeitgemäß."



    Stimmt, man könnte diese Feiertage völlig abschaffen. Statt jetzt noch über zusätzliche muslimische Feiertage nachzudenken, oder jüdische, oder buddhistische, oder hinduistische, oder .....



    Wenn, dann alle oder gar keine!

  • Einen christlichen Feiertag abschaffen und dafür einen muslimischen einführen? Na herzlichen Glückwunsch, was eine geniale Idee. Was dann wohl los wäre?



    Ich gehe ja durchaus mit, dass christliche Feiertage etwas aus der Zeit gefallen sein mögen. Aber dann sollte man überlegen, religiöse Feiertage generell zu streichen und nicht neue einzuführen.

    Mein Vorschlag:



    Stattdessen alle religiösen Feiertage streichen und dafür den gesetzlichen Mindestanspruch auf Urlaub um die entsprechende Zahl erhöhen. Angehörige religiöser Glaubensgemeinschaften könnte ein Vorrang bei religiösen Festtagen ihrer Religion eingeräumt werden.

    • @Katharina Reichenhall:

      Angehörige religiöser Glaubensgemeinschaften könnte ein Vorrang bei religiösen Festtagen ihrer Religion eingeräumt werden.

      Gibt es am Buß-und Bettag für Evangelische. Wurde in meinem Unternehmen nie genommen.

    • @Katharina Reichenhall:

      Die Idee mit der Streichung religiöser Feiertage und dafür mehr Urlaubstage ist SO vernünftig, dass die, die sie verwirklichen könnten, nicht mal ansatzweise darüber nachdenken. Das widerspräche komplett den Grundsätzen aktueller Politik.

    • @Katharina Reichenhall:

      Ist auch mein Vorschlag. Ich würde nur den 03.Oktober beibehalten und den 08.Mai hinzufügen. Als zwei nationale Feiertage für alle Bundesländer. Der Rest geht in 10Tagen mehr Urlaub für alle auf. Also statt 20 Tage im Arbeitsgesetz 30. (Ist denke ich ein faires Mittel, die Nord- und Ostdeutschen Bundesländer haben zwei Tage mehr, für den Süden fallen zwei Tage weg.) Dann kann jeder religiöse Mensch den eigenen Kalender entsprechend frei nehmen. Das einzige wo ich skeptisch bin ist der Vorrang im Urlaubsanspruch. Das lösen Teams wahrscheinlich sinnvoll. Sowas gesetzlich zu verankern führt nur potenziell zu Konflikten. Auch nicht religiöse Personen sind ja ggf. zu religiösen Feiern eingeladen.

    • @Katharina Reichenhall:

      Finde ich einen guten Ansatz! Die Einführung weitere Feiertage für andere Glauben unterstütze ich nicht. Viele halten sich auch nicht mehr an dessen Prinzipien, also müsste hierzu eine weitere Diskussion aufgemacht werden.

      Es hat außerdem auch jeder andersgläubige jetzt auch die Möglichkeit für seine ihm wichtigen Feiertage Urlaub zu nehmen.

      Bitte bei den erwähnten Zahlen nicht vergessen, dass ein Kirchenaustritt nicht gleich bedeutet dass man nicht mehr christlich gläubig ist. In sehr vielen Fällen ist das eine Abkehr von der Kirche nicht von der Religion selbst und deren Werten.

    • @Katharina Reichenhall:

      Dann werden sie die ganzen Atheisten beschweren.

      Man will ihnen Weihnachten nehmen.

      Die Kirchen wird es freuen.

      Endlich Privilegien für ihre Mitglieder.