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ZuckersteuerEs geht nur übers Geld

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

Eine Zuckersteuer wird Cola-Trinker:innen sicher nicht gefallen. Doch sie ist nötig – aus gesundheitlichen wie auch aus ökonomischen Gründen.

Zu viel Zucker schadet auf Dauer Foto: imago

N a, alle Schoko-Osterhasen weggenascht? Auch alle Limos für den langweiligen Nachmittag mit Oma ausgetrunken? Gut so, dann kann jetzt wieder umgestellt werden auf einen Alltag mit gesunden Lebensmitteln. Nicht falsch verstehen, gegen Sahnetorte, Marzipaneier und Cola ist nichts zu sagen – solange die eine Ausnahme bleiben und nicht täglich verputzt werden. Im Grunde wissen es (fast) alle: Zu viel Zucker schadet. Neben anderen ungesunden Genussmitteln wie Tabak und Alkohol führt zu viel Zucker zu schweren Krankheiten: Diabetes, Übergewicht, Gelenk- und Herz-Kreislaufproblemen, Krebs.

Unabhängig davon, dass ein Dasein mit Übergewicht, kaputten Knien und knappem Atem die Lebensqualität erheblich vermindert, kosten die Behandlungen die Kassen zig Milliarden. Hinzukommen 60 Milliarden Euro für Menschen, die durch diese Beschwerden arbeitslos werden, Suchttherapien machen, in Frührente gehen, gepflegt werden müssen.

Was liegt da näher, als Zuckerprodukte teuer zu machen und für Softdrinks eine Steuer einzuführen – so wie das die Kommission zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherungen unter anderem plant und wie es in anderen Ländern längst Praxis ist? In Großbritannien beispielsweise müssen Softdrinkproduzenten mittlerweile zwischen 18 und 24 Pence pro Liter Steuern zahlen, abhängig vom Zuckergehalt des Getränks. Der Effekt ist deutlich: Der Zuckerkonsum ist um fast die Hälfte gesunken, es gibt weniger Übergewicht.

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Hierzulande würde die neue Steuer auf zuckerhaltige Getränke rund 100 Millionen Euro einbringen. Klingt zunächst nicht viel, ist aber nicht zuletzt mit Blick auf das persönliche Leid und die ökonomischen Folgekosten richtig. Eine Zuckersteuer dürfte vielen, für die Cola ein Grundnahrungsmittel ist, nicht gefallen. Ihnen mit dem gesundheitlichen Nutzen zu kommen, wird ebenso wenig funktionieren. Mit der Zuckersteuer verhält es sich wie in anderen Bereichen: Ein Umdenken setzt dann ein, wenn es ans eigene Portemonnaie geht.

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Simone Schmollack
Ressortleiterin Meinung
Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalistinnen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
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59 Kommentare

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  • "Es geht nur übers Geld." Bezügl. Gesundheit und Ökologie.



    "Es geht nur ums Geld." Bezügl. Wirtschaft und Politik.



    Es dürfe mittlerweile jedem klar sein, wer stärker ist.

  • Raucht denn wirklich irgendjemand weniger, nur weil es enorm teurer geworden ist in den letzten zehn, zwanzig Jahren?

    • @ToMuch:

      Ja, das ist so. Und was ist dagegen zu sagen? Was kann man vernünftigerweise gegen eine Steuer haben, die die Gesundheit schützt? Ob das Rauchen ist oder der Zuckerkonsum....

  • Ja natürlich muß eine Steuer auf Zucker kommen..und wird sie auch.!!







    Komisch allerdings daß so viele es ganz furchtbar fänden, wenn die Cola etwas teurer würde..und dabei übersehen, daß dafür die Krankassenbeiträge (potenziell) günstiger würden. Im Endeffekt würde eine solche Umschichtung die meisten Menschen sogar finanziell entlasten.







    Also: Geld sparen und dafür mehr gesunde und entsprechend zufriedenere Mitmenschen (uvm.) ... sowas nennt man wohl eine WinWinSituation..

    • @Wunderwelt:

      "..und dabei übersehen, daß dafür die Krankassenbeiträge (potenziell) günstiger würden"

      Keine Angst, der einzige Krankenkassenbeitrag, der günstiger würde, ist der für die Nicht-Zahler. Da räumt sich der Staat bei seinen Ersatzzahlungen ja schon heute einen Rabatt von fast 50% gegenüber den Beiträgen der Selbstzahler ein...

  • Zu glauben gesunde Ernährung ist zwangsläufig billiger und besser halte ich für gewagt. Wer älter wird kostet der Gesellschaft wesentlich mehr Geld. Pflege seit Jahren meine Mutter, die immer nicht ungesund gelebt hat. Aber ab einem gewissen Alter ist kein vernünftiges, normales Leben mehr möglich. Dass sie seit langem lieber tot als lebend wäre ist noch ganz was anderes. Also Ziel langes Leben ist nicht immer gewünscht.

  • „Jeder hat ein Recht auf seine eigene Dummheit.“



    Wer bewusst gesundheitsschädliches Verhalten wählt, darf das auch tun, solange man nur seine eigene Gesundheit damit aufs Spiel setzt.



    Die Risiken erhöhter Behandlungskosten für die Allgemeinheit z.B. durch Besteuerung von Zucker, Tabak und Alkohol zu kompensieren, ist da naheliegend. (Nur sollte diese Steuer dann auch in die Gesundheitsvorsorge fließen.)

    Für diejenigen, die gesundheitlichsschädliches Verhalten nicht frei wählen, brauchen wir bessere Präventionsmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten von Süchten, psychischen Erkrankungen, etc.

    Besser wissen zu wollen mit welchem Verhalten andere Menschen eine für sich höhere Lebensqualität erreichen würden, klingt für mich nach belehrender Übergriffigkeit.



    Und wem es vor allem um die Kosten geht, fordert der auch eine Helmpflicht für Radfahrer sowie eine Abgabe beim Ausüben sehr unfall- und verletzungsträchtiger (Extrem-)Sportarten? Anders gesagt: Welches Risikoverhalten sanktionieren wir und an welchen Maßstäben machen wir das fest?

  • Es gibt immer noch Leute die meinen, fruchtzwerge sind gesund .

    Und machen sie uns nichts vor: durch alles was man ließt, durch TikTok , insta, Diäten, Trends etc haben sehr viele die Verbindung zu gesundem Essen verloren.

    Wie oft höre ist: ist doch mit Dattel gesüßt! Von engagierten , hochgebildeten Eltern.

    Als ob deswegen der Kuchen auf einmal „gesund“ ist.

    Als ja. Geld ist der Hebel der weh tut. Und bei der Menge an adipositas durch alle Altersklassen ist es dringend notwendig.

  • "Es geht nur übers Geld"

    Ja genau, wie bei jedem anderen Problem auch. Egal ob bei Energie, bei Nahrung, bei Verpackungen, beim Reisen, beim Klima, bei Gesundheit. Sogar für die Berliner Müllproblematik kommt ihr hier mit der Idee von Pfandaufschlägen "15 Euro auf ein Kleidungsstück, 150 auf ein Sofa, 100 auf den Kühlschrank". ( taz.de/Hauptstadt-...erlin%2Bm%C3%BCll/ )

    Wenn das wirklich eure Allroundlösung ist, wie man gesellschaftliche Probleme lösen kann, die übers Geld ist, braucht ihr euch auch kein Stück wundern, dass die Leute von der unteren Einkommensebene, die jeden Cent umdrehen müssen, die Enttäuschten und die Existenzgefährdeten den Rechten und die Populisten hinterhelaufen und sich von "links" bedroht fühlen. Wgenug hat, wird weiter konsumieren was er will. Ob nun der Espresso Moretta im Berliner Hipster Café wirklich gesünder ist, als die Supermarkt-Cola, is ja eigentlich auch wurscht, stimmts?

    • @Deep South:

      Die Zuckersteuer führt durch Anpassung zu niedrigerem Zuckergehalt bei Lebensmitteln, siehe GB.



      Und davon profitieren dann auch Menschen der unteren Gehaltsklasse.

    • @Deep South:

      Menschen mit geringem Einkommen investieren ihre knappen Mittel oft nicht in kalorienarme, unverarbeitete Lebensmittel. Während in meinem persönlichen Umfeld – in dem überwiegend sechsstellige Gehälter verdient werden – Übergewicht kaum ein Thema ist, zeichnete sich während meines Referendariats im Sozialamt ein völlig anderes Bild: Von etwa 200 Klienten war lediglich eine Person nicht übergewichtig, was in diesem Fall auf eine chronische Darmerkrankung zurückzuführen war.

      Diese Beobachtungen decken sich mit der aktuellen Studienlage, etwa des RKI. Armut bedeutet oft mehr Stress und weniger Bewegung; zudem sind gesunde Lebensmittel häufig teurer. Während Letzteres durch steuerliche Anpassungen korrigiert werden kann, müssen die übrigen strukturellen Ursachen ebenfalls konsequent angegangen werden.

      www.rki.de/DE/Them...kt-adipositas.html

  • In anderen Ländern haben die Softdrinks einfach viel weniger Zucker. Wie die Hersteller im Detail jetzt dazu gebracht wurden ist erstmal zweitrangig. Das sich dann alle Verbraucher plötzlich die doppelte Menge zuführen um den Zuckerspiegel zu halten ist auch eher unwahrscheinlich, also ist von einer positiven Wirkung für den Verbraucher auszugehen. Ob das die Krankenkassen entlastet sei dahin gestellt, aber es wieder so typisch deutsch, was man kulturell ähnlichen Nachbarländern funktioniert darf hier nicht sein, ob Rente/Pensionen, Steuern etc. hier geht nie etwas sobald ein Lobbyverein der real ein tausendstel Promille der Wähler vertritt öffentlich weint.

    • @Axel Schäfer:

      In anderen Ländern ...



      WO?

      • @Donni:

        Deutschland führt mit rund 26 Gramm täglicher Zuckeraufnahme über Softdrinks das europäische Ranking an, während die Industrie auf freiwillige Maßnahmen setzt. Im Gegensatz dazu haben verpflichtende Herstellerabgaben in Großbritannien (16 g/Tag) und eine Zuckersteuer in Frankreich (15 g/Tag) zu deutlich niedrigeren Werten geführt, wie Untersuchungen von Foodwatch und Verbraucherzentralen zeigen. In Österreich ist der Konsum mit 23 Gramm ähnlich hoch wie in Deutschland, während Italien mit 10 Gramm das Schlusslicht bildet .



        share.google/QIprjBxWAIaCajGqm

  • Keine Ahnung woher sie die Aussage haben das in Großbritannien weniger Übergewicht vorherrscht wie in Deutschland..



    Laut meiner Recherche ist Großbritannien an der Spitze in Europa.



    Deutschland steht da besser da.



    Auch ist in Deutschland der Zuckerkonsum stetig rückläufig.



    Der Austausch des Zuckers durch künstlich hergestellte süße ist ein zweiseitiges Schwert.



    Eigentlich könnte dann man alles mehr besteuern was ungesund ist ..zu viel Fleisch, verarbeitete Lebensmittel, Alkohol usw.

    • @J Appel:

      "Eigentlich könnte dann man alles mehr besteuern was ungesund ist ..zu viel Fleisch, verarbeitete Lebensmittel, Alkohol usw."



      .



      Ja könnte und SOLLTE man. Dafür Mehrwertsteuer bei Obst und Gemüse ganz streichen,l.



      Fleischalternativen wie Tofu und Seiten auf 7%, das gleiche bei pflanzlichen alternativen für Milchprodukte (Joghurt, Käse usw).



      .



      Der Artikel bezieht sich übrigens auf die Veränderung SEIT der Einführung der Zuckersteuer. Insbesondere der Konsum von Zucker ist DRASTISCH gesunken und der Effekt wird mittel bis langfristig erwartet. Aktuell gibt es % mehr Übergewichtige in GB, als in Deutschland.



      .



      Zuckersatz kann auch ungesund sein, kommt eben auf den Stoff an.

    • @J Appel:

      "Keine Ahnung woher sie die Aussage haben das in Großbritannien weniger Übergewicht vorherrscht wie in Deutschland."

      Steht auch nicht im Artikel. Da steht:

      "In Großbritannien beispielsweise müssen Softdrinkproduzenten mittlerweile zwischen 18 und 24 Pence pro Liter Steuern zahlen, abhängig vom Zuckergehalt des Getränks. Der Effekt ist deutlich: Der Zuckerkonsum ist um fast die Hälfte gesunken, es gibt weniger Übergewicht."

      Also dass es nach Einführung der Steuer in GB weniger Übergewicht gibt, als vor der Steuer. Von D ist keine Rede.

  • "Zu viel Zucker schadet." Das ist ohne jeden Zweifel richtig. Wenn es aber so ist, warum sollen dann ausgerechnet und ausschließlich süße Getränke besteuert werden? Immerhin ist die Süße dort gewollt und trägt zum Genuß bei. Seit ich darauf achte, sehe ich ich, in welchen Unmengen Zucker in vielen anderen verarbeiteten Produkten enthalten ist. Dort wird großer Aufwand getrieben, daß man es nicht merkt und ihn nicht schmeckt. Zucker ist dort einfach nur der billigste erhältliche Füllstoff und hilft, die Herstellungskosten zu senken.



    Wenn also Steuer, und ich bin durchaus dafür, dann bitte nicht bei nur einem Endprodukt sondern beim Rohstoff an der Quelle. Als im Februar 2022 die seltsame Mode der Zimmeröfen aufkam, habe ich nachgesehen: Teelichte sind pro kg tatsächlich billiger als Heizöl. Das eine wird extrem hoch besteuert, die anderen nicht. Was soll so ein Blödsinn? Das ist Hühner mit Brot füttern, weil Getreide zu teuer ist. Eine solche Politik zerstört eine Volkswirtschaft von Grund auf.

  • Ich kann mich noch daran erinnern, wie es war, als es die Konservativen waren, die es befürworteten, dass der Staat sich in die privaten Angelegenheiten seiner Bürger einmischen und Vorschriften erlassen solle, und die Linken dagegen waren.



    Wie die Zeiten sich doch ändern.

  • Kein Vorwand ist zu dämlich, um die soziale Umgleichheit zu steigern. Jetzt müssen die "sozial Schwachen" ausgeplündert werden, weil sie sonst "Diabetes, Übergewicht, Gelenk- und Herz-Kreislaufprobleme, Krebs" bekommen. Dabei ist eine Cola für deren Kinder schon ein nicht alltäglicher Luxus. Aber den nimmt man ihnen natürlich gerne weg!

    • @Rudi Lipp:

      Die Ausgaben für Sozialsysteme sind in den letzten Jahren relativ und stetig gestiegen. Unterm Strich wird man eben jene Menschen auch mit solchen Steuern unterstützen können mittel der Mehrzahl der Steuerzahler, die nicht Geringverdiener sind.

    • @Rudi Lipp:

      Seltsame Umdeutung. Studien aus den USA zeigen, wie schwach das Immunsystem der Armen dort ist und deutlich kürzer leben, eben auch aufgrund der schlechten Qualität der billigsten Lebensmittel. Da ist die Zuckersteuer eher ein Segen

    • @Rudi Lipp:

      Die diskutierte Zuckersteuer ist weniger eine neue Abzocke sondern ein probates Lenkungsinstrument. In GB lässt sich die Wirkung wunderbar an zuckerreduzierten und wesentlich gesünderen und für mich zumindest auch schmackhafteren Softgetränken nachweisen.

    • @Rudi Lipp:

      Das ist die Lösung! Statt die sozial Schwachen zu schützen, lassen wir sie lieber in gesundheitliche Probleme laufen. So kann die einschlägige Wirtschaft besser verdienen. Es entspricht der politischen Maxime der csdU.



      Dass eine Erhebung solcher Steuern Sinn macht, das sieht man z.B. in GB. Der Begriff "Steuer" kommt von steuern, lenken her. Damit sollen bestimmte Ziele "angesteuert" werden.

  • Würden dann gleichzeitig zuckerfreie, bzw. kohlenhydratarme Getränke preislich reduziert, könnte man sogar etwas sparen. Genau das wird nicht passieren. Die höheren Preise werden umfassend an den Verbraucher weitergereicht. Punkt!

  • Wäre es nicht sogar naheliegenden, den Zuckergehalt in Limos zu reduzieren?

    Mit 50 % weniger Zucker schmeckt sie ja trotzdem noch.

    • @rero:

      Nein, tut sie nicht. 50% weniger Zucker heißt der Rest wird mit Süßstoff aufgefüllt, wie bereits geschehen bei sämtlichen Pepsi-Produkten und auch Fanta Lemon und den anderen Spezialsorten von Coca-Cola. In UK ist alles mit Süßstoff.

      Remoulade bei uns auch (z. B. auf den Brötchen vom Backwerk). Hmm lecker Chemiepampe zum Frühstück!

      Hier wird tatsächlich den Verbraucherinnen etwas weggenommen, ganz anders als bei der veganen Wurst die einfach neben der fleischhaltigen existieren kann.

      Zuckersteuer klingt nach Vollkatastrophe und verlogener Doppelmoral.

      Wie wärs mit Bier ab 21 und Totalverbot für Schnapps, bringt den Krankenkassen weit mehr als nur läppische 100 Millionen?

  • Ich glaube nicht, dass eine Zuckersteuer unsere "Volkskrankheiten" läsen kann, da diese primär armuts- und prekaritätsbedingt entstehen. Denjenigen, die jetzt ohnehin in diesen Verhältnissen leben (müssen) auch noch kleine Freuden zu erschweren, finde ich etwas anmaßend. Wir haben eines der teuersten aber gleichzeitig ineffizientesten Gesundheitssysteme der Welt. Daran sollte gearbeitet werden. Gleichzeitig trifft es primär diejenigen, mit geringem Einkommen, während priviligierte Personen - zu denen ich auch Frau Schmollack zählen würde - davon nur bedingt betroffen sein werden. Aus der eigenen Haltung (Schokolade, Cola als Ausnahme) muss man eben keine Politik für alle machen und anderen den eigenen Lebensstil aufzwingen, auch wenn man diesen für "richtig" oder "besser" hält.

    Diese Form ökonomisch-moralisch begründeter Biopolitik (Foucault) widerspricht auch deshalb meiner feministischen Perspektive, weil sie eben nur an Symptomen rumdoktert ohne das eigentliche Problem anzugehen und gleichzeitig Dinge erschwert/verteuert, die einen selbst nur bedingt tangieren.

    • @White_Chocobo:

      Wenn ungesunde Lebensmittel weniger Inhaltsstoffe beinhalten, die bei regelmäßigen Konsum nachweislich chronisch krank machen ist der Effekt doch durchaus realistisch, oder?



      .



      Gerade diejenigen, die das häufiger konsumieren, würden davon profitieren.



      .



      Aktuell wird einem ja eher der Zucker aufgezwungen, wenn man mal schaut in wie vielen Fertigprodukten der landet. Tomatensoße, Pesto, Hummus.

  • Das geht zu Lasten derer, die am schwersten betroffen sind und die wenigsten Ressourcen haben. Wer richtig süchtig ist und wenig Möglichkeiten hat gegenzusteuern (mangelnde soziale Unterstützung, intrinsische Motivation, Kenntnis von Hilfsangeboten, ...) wird nicht aufhören oder nennenswert reduzieren, weil es teurer ist. Diese Leute sind oft auch von Armut betroffen und werden dann noch ärmer. Und es ist unfair, die Preise zu erhöhen und gleichzeitig den Konsum weiter durch, Werbung, Marketing, Produktplatzierung, etc. zu pushen. Erst müssen die Produzenten und Händler in die Pflicht genommen werden, hier nicht suchtfördernd zu handeln. Die Werbung muss weg, der Süßkram darf nicht mehr an der Kasse stehen. Im Kapitalismus wird von Gier und Sucht profitiert. Das ist das ursächliche Problem, das bekämpft werden muss. Und bei den Verantwortlichen, den Profiteuren muss man anfangen, nicht beim schwächsten Glied in der Kette, dem Endverbraucher.

    • @Peta Parka:

      > "der Süßkram darf nicht mehr an der Kasse stehen."



      Und warum sollen andere die Verantwortung für Ihre mangelnde Selbstkontrolle tragen? Meine Tochter war keine vier, als ich ihr exakt ein Mal erklärte, warum Quengelregale "Quengelregale" heißen. Danach war das Thema durch. Mit Weihnachtsgebäck im September war es genauso, einmal Erklären hat gereicht. Zu Rechten gehören Pflichten, die Erziehungs"berechtigung" ist eines davon. Linke möchten konsequent die einen für sich haben, die anderen sollen andere übernehmen.

      • @Axel Berger:

        Bei den Quengelregalen stehen auch andere Suchtmittel außer Zucker. Alkohol in kleinen Flaschen speziell für Alkoholiker und Zigaretten! Einfach nur asozial!



        .



        In Spanien gibt es keinen Alkohol an der Kasse und Tabak wird im Supermarkt gar nicht verkauft!

    • @Peta Parka:

      Der Trick ist ja, die Steuer nicht vom Endpreis zu verlangen, sondern anhand des Zutateneinkaufs der Hersteller.



      Natürlich wird das an die Verbraucher weitergegeben. Aber wenn die Preise zu hoch werden, geht der Umsatz runter. Weswegen die Hersteller mit neuen Rezepturen entgegenwirken.



      Was ich persönlich problematisch finde ist allerdings, dass die Hersteller den Zucker durch Süßstoffe ersetzen werden. Was für dei genannten Krankheiten vermutlich ebenso schädlich ist und immer noch keine echte Abkehr von der Zuckersucht darstellt. Würde es aber darauf hinauslaufen, dass einfach weniger Zucker in der Limo steckt, wäre auch den Ärmeren geholfen. Leider kein Plan, wie man das politisch realisieren könnte.

      • @Herma Huhn:

        Zuckerersatz hat nicht die selbe Wirkung wie Zucker auf die Entwicklung von chronischen Krankheiten.



        .



        Xylitol zum Beispiel schmeckt praktisch exakt genauso wie ganz normaler Zucker, aber damit kann man sich die Zähne putzen. Es hat auch nicht die gleiche Wirkung auf den Blutzuckerspiegel.



        .



        Es kommt stark auf den Zuckersatz an.



        .



        Viele einfach auch ein deutlich geringeres Suchtpotenzial. Daher vermute ich hinter der weit Verbreiteten Skepsis auch die Zucker und Lebensmittellobby.

  • Cola Zero enthält keinen Zucker. Also auch keine Zuckersteuer?

    • @Donni:

      Kommt auf die Ausgestaltung des Gesetzes an. Versteckter Zucker müsste natürlich auch besteuert werden. Industrie setzt ja genug Stoffe ein, die nicht direkt Zucker heißen, aber genau so wirken.

    • @Donni:

      Ja, ganz genau. So wie auf eine Flasche, die keinen Schaumwein enthält, auch keine Schaumweinsteuer fällig wird.

  • Die Gretchenfrage ist, ob wirklich alles per Gesetz geregelt werden muss und damit letztendlich die Menschen noch unmündiger gemacht werden - oder ob es nicht sinnvoller wäre, wieder intensiv in Bildung und Medienkompetenz zu investieren, damit Menschen VERSTEHEN, was nicht gut für sie ist. Wohin zunehmende Unbildung und mangelnde Medienkompetenz führen, sehen wir täglich.

    • @Heideblüte:

      Marketing ist nicht deswegen ein Milliardengeschäft, weil man mit Bildung dagegen angehen könnte.

    • @Heideblüte:

      So traurig das ist , nicht alle Menschen sind fähig zu lernen und zu verstehen.



      Denen muss man auf andere weise helfen.

    • @Heideblüte:

      Funktioniert nicht. Verstehen ist eine kognitive Leistung, die bei Suchtverhalten wirkungslos bleibt. Fragen Sie mal einen Raucher, ob er weiss, wie schädlich Zigaretten sind. Fragen Sie einen Zuckersüchtigen, ob er die Folgen seines Handelns kennt. Sie wissen es ALLE, aber sie handeln nicht danach, das ist ja das Kennzeichen einer Sucht, sie schaltet den Willen aus.

    • @Heideblüte:

      damit Menschen VERSTEHEN, was nicht gut für sie ist.

      Völlig irrelevant! Die angeblich Dummen knallen sich mit Alkohol voll, die angeblich Intelligenten nehmen Koks! Manche Dicken holen sich den Zuckerschock, die Extremsportler den Adrenalinkick.

      Wenn Menschen Stimuli von außen brauchen, holen die sich die, egal was Politiker, Doktoren, Fachleute, Theologen, Moralisten oder Besserwisser sagen.



      Ich vermute mal, wenn Taylor Swift irgendwas sagt, hat die heutzutage mehr Einfluss als alle oben genannten zusammen.

    • @Heideblüte:

      In Bildung investieren ist nie falsch.

      Im Fall Zucker läuft die Aufklärung aber schon seit Jahrzehnten ohne großes Ergebnis. Irgendwann muss man verstehen, dass Menschen nicht immer von alleine vernünftig werden.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das liegt aber vor allem daran, daß Zucker überall versteckt wird. Er steckt keineswegs nur in erkennbar süßen Dingen. Ein Verteuern des Rohstoffes würde ihm seine Rolle als billigster Füllstoff nehmen und damit den Hauptanreiz dazu.

        • @Axel Berger:

          Auf den versteckten Zucker habe ich weiter unten hingewiesen. Allerdings wird auch der nicht versteckte Zucker gegen jede Vernunft in Massen konsumiert.

  • Es war mal wieder erschreckend, was sich vor Ostern an Zuckerbomben in den Discountern stapelte. Man verführt die Menschen zu ungesundem Leben mit gravierenden Folgen. Es werden Abhängigkeiten systematisch erzeugt. Besonders Kinder können sich dagegen nicht wehren. Und siehe da, die Fettleibigkeit gedeiht.

    • @Salinger:

      Was bedeutet Gesundheit für Sie? Ich habe seit ich 14 bin schwere Depressionen. Cola trinken bedeutet für mich Genuss und Lebensqualität. Und ja, das ist eine Sucht. Ich bin lieber süchtig als depressiv, muss mir meinen Lebenswillen erhalten.

      Zuckersteuer führt nicht zu teurerer Limo, sondern zu Limo ohne Zucker oder mit Zucker und Süßstoff, wie in Großbritannien oder hier auch schon geschehen mit sämtlichen Limos von Pepsi oder auch den Spezialsorten von Coca-Cola.

      Seid die Fanta Lemon mit Zucker weg ist, trinke ich täglich zwei 0,5l Dosen Energie-Drink. Ist das gesund? Was für einen kläglich verkürzten Umgang mit Suchtkrankheit legt ihr hier an den Tag?

      Zuckersteuer macht mir Angst und sie macht mich auch wütend und aggressiv. Es ist politisch immer ganz klug, armen Menschen Angst zu machen und sie wütend und aggressiv werden zu lassen, das geht nicht nach hinten los, nein nein nein, ganz sicher nicht...

      • @Schatten:

        Es gäbe vielleicht bessere Behandlungsmöglichkeiten für Depressionen als Cola und Energie-Drinks…

  • Auch zuviel Salz und Fett schadet dem Körper, sowie Cholesterin.



    Doch meine Maßnahme ist ergänzend: Fast Food-Konzerne verbieten.



    Denn wenn es kein McDonalds und Ähnliches gibt, kann der Mensch auch nicht an diesen Produkten verfetten.

    Natürlich müssen wir auch zusehen, dass Artikel im Supermarkt ohne Zucker, Fett, Salz und Cholesterin auskommen. Hat vor vielen hundert Jahren auch geklappt.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Hat es nicht. Die Menschen litten ständig an ernährungsbedingten Krankheiten und Vergiftungen. Und in meiner Kindheit/Jugend so vor ca. 50-60 Jahren war die allgemeine Kochweise wesentlich fettiger und hochkalorisch. Standard bei Getränken waren Limo, Bier und Malzbier. Die Menschen verfetten in erster Linie mangelnder Bewegung wegen.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Vor vielen hundert Jahren, als die Lebenserwartung bei 30 Jahren lag, man in schlechten Erntejahren (ver)hungerte und sich wie die Tiere vorm Winter Speck anfuttern musste und man dünnes Bier oder verdünnten Wein trinken musste um sich nicht mit verunreinigtem Wasser zu vergiften....



      Wäre jetzt nicht so meins und geklappt hat da nichts.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Gicht als Folge von übermäßigem Proteingenuss hat es auch vor hunderten von Jahren schon gegeben.



      Hat damals aber nur die reichen betroffen, die anderen konnten sich so viel Fleisch einfach nicht leisten.



      Wollen Sie dahin wirklich zurück?



      Warum nicht versuchen, eine gesunde Mitte zu finden zwischen Überangebot und Mangelwirtschaft?

      • @Herma Huhn:

        ... und vor Jahrzehnten war das meiste Fleisch auch fetter und es wurde viel mehr Alkohol gesoffen und das Gemüse schön verkocht ;-)

  • Vollkommen richtig, es gibt Bereiche wo man Leute zu ihrem Glück zwingen muss. Nicht wenige können sich nicht vorstellen wie die



    Langzeitwirkung ausfällt.

    • @Captain Hornblower:

      ... und als erstes verbieten wir wieder Cannabis?

      • @Donni:

        Bei Cannabis weiß man wann man es zu sich nimmt,



        bei Zucker ist das nicht der Fall.

      • @Donni:

        Als erstes besteuern wir die Nutzung von Social Media für Erwachsene.



        Die Langzeitwirkung der übermäßigen Nutzung der heute 18-99-Jährigen kann sich kaum einer ausmalen. Es ist extrem wirtschafts- und gesundheitschädigend.



        /s

    • @Captain Hornblower:

      Warum drängt sich mir bei der Lektüre ihres Beitrags der Verdacht auf, dass sie sich selbst in der Position wähnen, besser zu wissen, was "der Leute Glück" sei, als die Leute selbst?

      • @DenkeDran:

        Weil ich als diätetisch geschulter Koch lange Zeit mit so etwas beruflich zu tun hatte und viele Menschen die



        Probleme hatten kenngelernt habe.