piwik no script img

Wahlen in Baden-WürttembergEine Klatsche für Friedrich Merz

Sabine am Orde

Kommentar von

Sabine am Orde

Die CDU hatte den Wahlsieg in Baden-Württemberg fest eingeplant – und ist gescheitert. Der Druck auf den Kanzler steigt.

Zu früh gefreut, zu siegesgewiss: Manuel Hagel und Friedrich Merz auf dem CDU-Parteitag im Februar Foto: Bihlmayerfotografie/imago

D ie CDU hat über fünf Prozentpunkte zugelegt – und doch eine dramatische Niederlage erlitten. Ihr oberstes Ziel, bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg stärkste Kraft zu werden und nach 15 Jahren wieder den Ministerpräsidenten stellen zu können, haben die Christdemokraten gerissen. Sie müssen sich jetzt eingestehen, dass es nicht mehr der Normalfall ist, dass sie in Baden-Württemberg die Wahl gewinnen. Und dass der Sieg der Grünen mehr als ein Unfall der Geschichte ist. So hatte das die CDU im Ländle bislang nämlich gesehen.

Neben der nun notwendigen Traumabewältigung auf Landesebene bringt das Wahlergebnis auch für Friedrich Merz einige Herausforderungen mit sich. Für den Kanzler, die Bundesregierung und die CDU wird das Jahr noch deutlich schwieriger als ohnehin gedacht.

Zum einen war der Wahlsieg in Baden-Württemberg bei der CDU fest eingeplant. Er sollte der Partei Auftrieb für dieses schwierige Wahljahr geben – zunächst als Rampe für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz in zwei Wochen, wie Generalsekretär Linnemann es genannt hat. Diese Erfolge sollten dann der CDU vor allem in Sachsen-Anhalt Mut machen, wo im September ein dramatischer Wahlsieg für die AfD droht und nicht nur für die CDU viel auf dem Spiel steht. Doch statt Euphorie herrscht bei den Christdemokraten jetzt Katzenjammer. Verunsicherte und desillusionierte Politiker aber sind keine guten Wahlkämpfer.

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Der Unmut in der Union ist groß

In der Partei werden jetzt auch die internen Widersprüche wieder aufbrechen, die man zuletzt zum Schutz der Wahlkämpfer im Südwesten unter dem Deckel hielt. Der Unmut in der Partei ist groß: Die Wirtschaftsliberalen auf der einen Seite fordern schnellere und härtere Reformen insbesondere in der Sozialpolitik, der Arbeitnehmerflügel fühlt sich und seine Anliegen zu wenig berücksichtigt. Für beides kann man in den Nachwahlbefragungen gute Argumente finden.

Besonders groß aber ist die Zustimmung zu einer Frage: Dass die CDU vor der Bundestagswahl zu viel versprochen, aber wenig davon gehalten hat, das meinen fast 80 Prozent der Befragten. Das bedeutet ganz klar: Merz’ angeschlagene Glaubwürdigkeit ist ein großer Malus für die Partei. Die Wahlschlappe geht nicht nur mit dem blassen und unerfahrenen Spitzenkandidaten Manuel Hagel nach Hause, der ohne Zweifel viele Fehler gemacht hat. Sondern auch mit Friedrich Merz. Der Kanzler selbst steht jetzt stärker unter Druck. Und dieser dürfte noch zunehmen.

Denn hinzu kommt: Nicht nur die CDU, auch und besonders die SPD, die sich mit knapp über fünf Prozent gerade noch in den Landtag gerettet hat, geht angeschlagen aus dieser Wahl hervor. Zwei verunsicherte und nervöse Koalitionspartner, das aber ist keine gute Voraussetzung für die zahlreichen Herausforderungen und Reformen, die in diesem Jahr anstehen. Die Bundesregierung aber muss dringend unter Beweis stellen, dass sie die anstehenden Probleme lösen kann. Leichter ist das nicht geworden.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Sabine am Orde
Innenpolitik
Jahrgang 1966, Politikwissenschaftlerin und Journalistin. Seit 1998 bei der taz - in der Berlin-Redaktion, im Inland, in der Chefredaktion, jetzt als innenpolitische Korrespondentin. Inhaltliche Schwerpunkte: Union und Kanzleramt, Rechtspopulismus und die AfD, Islamismus, Terrorismus und Innere Sicherheit, Migration und Flüchtlingspolitik.
Mehr zum Thema

46 Kommentare

 / 
  • Nicht nur die CDU, auch und besonders die SPD, die sich mit knapp über fünf Prozent gerade noch in den Landtag gerettet hat, geht angeschlagen aus dieser Wahl hervor. Zwei verunsicherte und nervöse Koalitionspartner, das aber ist keine gute Voraussetzung für die zahlreichen Herausforderungen und Reformen, die in diesem Jahr anstehen.



    ----



    Die SPD hat, wie schon so oft, (mit) den linken Flügel gebrochen. Die CDSU planiert den Sozialstaat!



    Keine guten Aussichten für Berlin!



    Dazu einen BuKa der den Job nicht kann, oder machen will, ein massiver Trend zur "Arbeit für Verwandte", .... & der Gedanke "weiter so", "Zurück in die Zukunft"!



    Eine nicht gerade vertrauenerweckende politische Melange!



    Wenn wir dazu noch den Food-Bloger aus DE-Mezzogiorno sehen, die personalisierte Wahl in Ba-Wü, sprich Persönlichkeit nicht Programm war Thema, .... Geschichtsvergessenheit bei VIELEN Leuten, zunehmende Entsolidarisierung, auch Gewalt scheint im Trend zu sein, ....



    .... also mMn. keine guten Aussichten für "Morgen ff." :-(



    Bin mal gespannt, wann eine Partei, eine Gruppe, usw. endlich mal den Mut findet, statt "nur rumzubasteln" endlich mal DIE Baustellen "in diesem unsrem Lande" anzugehen!

  • Noch einmal, ich verstehe nicht, warum alle vom Gewinner Özdemir reden. Die Grünen haben über 2 Prozent verloren, die CDU 5,9 Prozent dazu gewonnen und die AfD hat ihr Ergebnis verdoppelt. Also.....?

    • @Edgar Schmauch:

      Wenn Sie ein Fußballspiel mit 3:2 gewinnen ist das ein Sieg auch wenn Sie letztes Jahr gegen dieselbe Mannschaft mit 5:2 gewonnen haben.



      Landtagsmandate berechnen sich nicht anhand von Steigerungen im Vergleich zur letzten Wahl.

    • @Edgar Schmauch:

      Er hat die meisten Stimmen.

  • Ja, das hat die CDU mit ihrem Friede-Freude-Eierkuchen Wahlkampf ordentlich versemmelt. Da kann man Hr. Özdemir gratulieren. Warum sich aber die Bundes-Grünen in Berlin so freuen ist mir nicht so klar. Der Wählerschwerpunkt liegt sehr deutlich rechts der Mitte. Mich persönlich würde es sehr freuen ,wenn Boris Palmer mit in die Regierung käme - schon allein um zu erleben, wie das in Berlin mittels unterhaltsamer geistiger Verrenkungen umgedeutet würde. Aber gut, es wird wohl ein Wunsch bleiben.

  • Wie sagte Carsten Linemann gestern am Wahlabend unter Tränen zu dem Desaster für die CDU :



    " Wir haben den Regierungsauftrag und den werden wir mit der SPD weiterhin so erfolgreich umsetzen "...



    🤣 😂 😅 🤣 😂 🤣

  • taz: *Eine Klatsche für Friedrich Merz*

    Leider nicht, denn der BlackRock-Mann wird weiterhin den Sozialstaat bekämpfen und seine reichen Freunde noch reicher machen. Das Ergebnis der merz'schen Politik wird sein, dass die AfD in den nächsten Jahren noch mehr zulegt.

    • @Ricky-13:

      Und sein Mann in BW kommt ja auch nicht aus einem Gewerbe, das in dem Verdacht steht, gesellschaftsverträglich geprägt zu sein.

  • Eine Klatsche für Merz, Was ist dann mit der SPD? Der wurde doch dann der Schädel eingeschlagen. Mit dem Amtsinhaber-Bonus für Özdemir und dem Zahn der Zeit wird es beim nächsten Mal bei der SPD nicht für 5% reichen.

    • @Machiavelli:

      Das es überhaupt noch mal eng wurde, liegt eben auch daran, dass Merz Wählern, die täglich schaffe un schaffe, ständig Faulheit vorwirft. In so fern eine Klatsche für Merz.

      Von der SPD hat wohl kaum jemand mehr erwartet. Sie findet in BW kaum statt.

  • Danke für diese Überschrift!



    Im Gegensatz zur Ampelzeit wird der Merz viel zu positiv dargestellt.



    Auch hier: Passt das Foto ernsthaft zum Inhalt?



    Ich sehe in Merz weiterhin einen Möchtegern Kanzler.



    Die Schuhe sind ihm einfach zu groß!



    Erst denken, dann reden - das hat er als Oppositionspolitiker nicht geschafft und auch nicht in seiner neuen Rolle.



    Dass Merz den Mund zu voll nimmt, bestätigen ja gerade auch die Wahlumfragen.



    Auch wenn es ein knappes Rennen war: ich freue mich sehr, dass Cem gewonnen hat.



    Die Aufholjagd erinnert an Brandenburg.



    Dort haben auch Grünen und Linken Wähler*Innen die "afd" verhindert und den SPD Kandidaten ins Amt getragen.



    Nun war es umgekehrt: die meisten Abgänge der SPD wählten Özdemir. Das ist gut so!



    Im Ergebnis ist es irrelevant, ob die SPD nun 5%oder 10% hat.



    Dass die Grünen nun wieder den Ministerpräsidenten stellen ist hingegen von höchster Relevanz. Danke insbesondere auch an Diejenigen, die taktisch gewählt haben und schließlich Zünglein an der Waage waren.



    Ein Dankeschön an Alle Wähler*Innen, die gezeigt haben, dass grüne Themen weiterhin relevant und zukunftsweisend sind!



    Menschen abholen und Zukunft klimafreundlich gestalten !

  • Man kann nicht für alles Merz die Schuld geben.

    Denn die Niederlage hat die baden-württembergische CDU selbst verursacht, als sie dem Wunsch der Grünen nachgab und das bewährte basisdemokratische baden-württembergische Wahlrecht geändert hat zu einer Kopie des Bundestagswahlrecht.

    Vorher gab es dort keine Trennung zwischen Érst- und Zeitstimme und auch keine landesweit wählbare Liste, sondern nur eine Stimme für den jeweiligen örtlichen Kandidaten. Die Addition dieser Stimmen ergab dann das Landesergebnis.

    Dieses mal liegt die CDU aufgrund ihrer starken Lokalmatadoren bei den Erststimmen mit 34,3 (+10,2) Prozent deutlich vor den Grünen mit 25,5 (-7,1) Prozent. Entscheidend für das Endergebnis ist aber die Zweitstimme für die Liste.

    Und da stand landesweit der blasse CDU-Hagel direkt neben dem populären Özdemir auf dem Wahlzettel.



    Nur aufgrund dieser Wahlrechtsänderung konnte Özdemir überhaupt einen Wahlkampf führen, als ginge es um die Direktwahl des Ministerpräsidenten.

    • @Don Geraldo:

      Das Wahlrecht hat auch der CDU die Chance gegeben, mit einem entsprechenden Kandidaten die Wahl gegen eine Partei zu gewinnen, der seit ca. 3 Jahren der Wind ins Gesicht bläst -- und das ist noch beschönigend ausgedrückt. Zudem hat Özdemir im ländlichen Raum in Baden-Württemberg beileibe kein einfaches Standing als ehemaliger Bundesagrarminister.



      Also wird wohl kaum das neue Wahlrecht schuld daran sein, dass es die CDU vergeigt hat, sondern die CDU selbst. Man braucht halt auch respektables Personal, wenn man im Wettbewerb bestehen will. Mit einem neokonservativen, dampfplaudernden Provinzsparkassenfilialleiter lockt man einfach nur noch in wenigen Ecken von Ba-Wü die Leute hinter dem Ofen vor. Man muss sich einfach nur klar vor Augen führen, dass Özdemir trotz aller oben beschriebenen Handicaps eine Direktwahl zum Ministerpräsidenten klar gewonnen hätte.

    • @Don Geraldo:

      Jo, wenn der Bauer ned schwimmen kann, ist die Badehose dran schuld ;).



      Das deutsche Wahlrecht mit seinen föderalistischen Eigenheiten ist jetzt eher ned mein Hobby; ich halte es aber für müßig, Verschlimmbesserungen auf die Ausredenliste zu schreiben.



      Davon mal ab isses für die CDU als knapper Zweite wohl weitaus einfacher, ihren Stiefel durchzuziehen, weil den Leuten erzählen muß des alles der "grüne" MP.

    • @Don Geraldo:

      Das Wahlrecht hat nur niemand verstanden, gewisse Wahlkreise waren viel wertvoller als andere, es kamen dann nur die Dominanzwahlkreis-Fritzles rein, und da wurde dann obergeschwäbelt bei den Schwarzen und stadtgeschwäbelt bei den Grünen, nicht gut für eine breite Mischung der Ansichten in den Fraktionen.



      Ich gebe Ihnen Recht, dass die Personenzuspitzung, die ich generell _nicht so mag, wohl den Ausschlag gab.



      Da hätte sich die CDU schon mal einen anderen oben hinstellen müssen. Hagel hätte besser noch als Minister/Landrat/OB ein bissle mehr Anlauf nehmen können als jetzt.

  • Das eigentliche Problem für Merz ist die SPD und ihr desaströses Abschneiden. Die SPD im Bund wird jetzt im Angesicht des Todes noch panischer agieren, planlos umsichschlagen, und alle CDU Anliegen torpedieren.



    Dass sie damit die AfD päppelt, merkt die SPD schon lange nicht mehr. Immer mehr vom Gleichen, was seit Jahren den Niedergang der SPD fördert. Offenbar ist keiner in der SPD von Gewicht in der Lage, die Selbstzerstörungswirkung zu erkennen.



    Fast schon tragisch, dies mitanzusehen.



    Erste Wahl vieler Arbeiter ist heute nicht mehr die SPD, sondern die AfD. Kein Wunder, wenn z.B. Bärbel Bas den Mittelstand zum Gegener erklärt.

    • @Querbeet:

      Das Problem der SPD dürfte kaum sein, dass Frau Bas den Mittelstand zum Gegner erklärt, sondern dass die SPD sich in relevanten Politikfeldern seit den 1990er Jahren entschieden hat, eine Politik zu betreiben, die den Interessen und Präfenrenzen ihrer früheren Stammwähler diametral zuwider läuft. Das Paradebeispiel dafür ist Harz IV. Und Gerhard Schröders "neue Mitte" ist politisch mobil: heute SPD, morgen grün, dann CDU, zwischendurch sogar mal FDP.

    • @Querbeet:

      Die SPD ist kein Problem für die CDU. Die kann auch - siehe BW - mit den Grünen.

  • Ich kann den Hype mit Özdemir nicht verstehen. Wo war der überhaupt mal erfolgreich? Setzt sich einfach mal so auf Kretschmanns Stuhl. In BaWü geht die Angst um, die guten Arbeitsplätze brechen weg. Die Grünen waren in der Verantwortung. Mit markigen Sprüchen läuft da auch nichts. Die Grünen Wähler sind doch in der Mehrzahl Beamte und Mitarbeiter im staatsnahen Bereich. Und die wird Özdemir auch schön pflegen müssen. Nee, Grüne nie wieder. Merz und Bas müssen jetzt beherzt Reformen machen. Politiker, neue Beamte und Selbstständige und Selbstständige auch. Keine Extrawürste mehr für Politiker und Beamte. Was Özdemir wohl dazu sagt?

    • @KLaus Hartmann:

      Im Land der Blinden ist der Einäugige König.



      Wobei ich mich schon frage, wie Sie darauf kommen, dass an der Misere der Wirtschaft in Baden-Württemberg einzig und alleine die Grünen schuld sind. Soweit ich weiß, hatten die einen Koalitionspartner namens CDU. Und der stellte auch die Wirtschaftsministerin.



      Sie entschuldigen bitte: die baden-württembergische Wirtschaft hat das zu einem guten Teil selbst zu verantworten, dass sie da steht, wo sie heute steht. Das Paradebeispiel ist die Autoindustrie, die den Zug der Zeit lange verpennt hat, im Übrigen mit großzügiger Unterstützung der Politik (insbesondere von CDU und SPD), die immer wieder dafür gesorgt hat, dass fette Schlitten mit fetten Motoren weiterhin ein erfolgreiches Geschäftsmodell sind. Das Ergebnis?



      Und in den entscheidenden Phasen der Transformation zur Elektromobilität hat sich immer Irgendjemand gefunden, der die "Technologieoffenheit" verteidigt und entsprechende Förderung torpediert hat. Auch der stammte zumeist nicht von den Grünen.



      Insofern weiß ich nicht, welche Hoffnungen Sie auf die CDU und SPD setzen. Aber vielleicht sollte besser die FDP übernehmen.

  • Die Grünen können jetzt bis zu den Koalitionsverhandlungen jubeln, aber dann werden sie sehr große Zugeständnisse machen müssen. Die CDU hat ja einen anderen Koalitionspartner in der Hinterhand, mit dem man zwar nicht regieren möchte, aber eine Minderheitsregierung lässig androhen kann.



    Ich bin sehr gespannt, was am Ende herauskommt. Vielleicht endet es für die Grünen ja wie in Hessen in der Opposition.

    • @Dirk Osygus:

      Nun ja -- das kann die CDU gerne versuchen. Projekt 15% würde ich das nennen.

    • @Dirk Osygus:

      Die Grünen haben den gleichen potentiellen Koalitionspartner in der Hand wie die CDU.

      Schwarz-Grün wird das Erfolgsmodell, das sich unter Kretschmann etabliert hat, nicht mit einer schlechten Show für die Popcorn-Linke oder die Bratwurst-Rechten aufs Spiel setzen

  • Es war ein Sympathiewahlkampf denn die Unterschiede der Programme zwischen CDU und Grüne sind nur mehr minimal - zumindest in Baden Württemberg.

    In Zukunft werden sich die Grünen bundesweit dem Programm von Özdemir anpassen, da muss die CDU vorsichtig sein damit sie ihre Stimmen nicht an die Grünen verlieren.

  • Die CDU hatte nicht nur einen Kandidaten, der außerhalb der Partei wenig zu melden hatte, unsouverän zumindest wirkte, fachlich Ozonloch und Treibhauseffekt durcheinanderbrachte. Sie hatte auch keine Programmatik und kein Personal in der zweiten Reihe, die das kompensiert hätten.

    Die taktisch kluge Zuspitzung CDU oder Grüne gab dann den Anstoß, noch einmal Grüne zu wählen. Was ich selbst von Freund X hörte, der eigentlich soziodemografisch und von der Einstellung wohl ein FDPler wäre.



    Worauf Özdemir aber jetzt achten muss, dass er ökologisch auch hinbekommt. Eine bloß peter-unfriedig grünliche Schwarzpolitik wäre verfehlt, da muss Baden-Württemberg vorangehen, wie mit der EnBW, auch bei einem Verkehr jenseits von Nur-Auto.



    Dafür darf dann die CDU Schavans gute Ideen in der Bildung herauskramen und einfordern.

    • @Janix:

      Schwarz-Grün ist deshalb wieder am regieren, weil die Wähler der CDU die wirtschaftliche Kompetenz zu schrieb und Özdemir für den besseren MP hielt. Schwarz-Grün hat nicht gewonnen weil eine der Parteien inkompetent ist.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        Die CDU hat dort früher absolute Mehrheiten geholt, hatte aber auch Späth, der als kanzlertauglich gehandelt wurde. Hatte ein Modernisierungsprogramm und eine breite Bildungsoffensive mit Schavan.

        Und jetzt noch mal die BaWü-CDU in ihrer jetzigen Verfassung ... Glauben Sie wirklich, dass da das erste Wort "wirtschaftliche Kompetenz" wäre?

  • So ganz nachvollziehen kann ich die Einschätzung nicht. Die CDU hat mehr als 5 Prozentpunkte zugelegt, die SPD hingegen mehr als 5 verloren. Die "Klatsche" hat hier nicht FM abgekriegt, sondern sein Koalitionspartner. Die SPD ist einfach ein Totalausfall, und zwar auf allen Ebenen: Bund und Land, inhaltlich und personell.

    Gleichzeitig ist die Wahl ein gutes Beispiel dafür, dass nur ein echter Wahlkampf (auch gerne etwas zugespitzt) ZWISCHEN den anderen Parteien, die AfD einigermaßen auf Distanz halten kann. Das sollten sich die anderen Parteien für Sachsen-Anhalt auch so vornehmen. Die AfD hält man nicht klein, indem man sie bekämpft, sondern indem man sich OHNE sie über den besten Weg streitet, wie Probleme zu lösen sind. Der dritte Platz für die AfD ist schlimm genug - aber es ist immerhin nur der dritte Platz. In Sachsen-Anhalt droht viel schlimmeres.

    Und ach ja: Im Fall der Linken ist es durch diese Zuspitzung des Wahlkampfes zwischen CDU und Grünen ja sogar gelungen, die Partei aus dem Landtag ganz rauszuhalten. Und auch die FDP durfte dank dieser Strategie weiter in der Versenkung verschwinden. Gut so, da darf sie gerne bleiben.

    • @Winnetaz:

      "Im Fall der Linken ist es durch diese Zuspitzung des Wahlkampfes zwischen CDU und Grünen ja sogar gelungen, die Partei aus dem Landtag ganz rauszuhalten."



      Wäre ja ganz schlimm, wenn es in Deutschland noch so etwas wie eine Linke gäbe -- wobei man eher von linken Sozialdemokraten sprechen muss, mehr ist Die Linke ja nicht.

    • @Winnetaz:

      Jede Partei, die versenkt wird ist immer auch ein Gewinn für die AfD: Mehr Abgeordnete, mehr Geld, mehr Einfluß. Da ist gar nichts gut dran.

    • @Winnetaz:

      "Gleichzeitig ist die Wahl ein gutes Beispiel dafür, dass nur ein echter Wahlkampf (auch gerne etwas zugespitzt) ZWISCHEN den anderen Parteien, die AfD einigermaßen auf Distanz halten kann."

      Dass sich die Prozentzahlen der AfD gegenüber der letzten Landtagswahl quasi verdoppelt hat bezeichnen Sie als "einigermaßen auf Distanz halten"? 🤔

  • Als Außenstehender habe ich die Wahl in BW für eine echte Landeswahl mit zwei starken Persönlichkeiten empfunden. Irgendwelche Rückschlüsse auf die Bundespolitik werden sich daraus kaum ziehen lassen. Allenfalls die Aussagen von Frau Prien zum Ehegattensplitting kamen insoweit wohl zur Unzeit.

  • Vielleicht hat die Wähler ja auch folgendes Detail abgeschreckt: Manuel Hagel ist lauf Wikipedia Mitglied bei der Werteunion, die unter anderem den menschengemachten Klimawandel abstreitet. So viel Ignoranz war dann vielen Wählerinnen und Wählern doch zu viel.

    • @Gartenfreundin:

      Anscheinend hat Thomas Strobl (CDU) den 8. März 2026 als Wahltermin vorgeschlagen. Wahrscheinlich hatten die Herren von der CDU nicht einmal auf dem Zettel, dass man Manuel Rehagel-Auge vielleicht besser doch nicht am internationalen Frauentag ins Rennen schicken sollte. Bug oder Feature? Vielleicht sogar beides, in jedem Fall großes Kino.

      • @derzwerg:

        Das war eine Verschwörung. Die Idee hatte Kretschmann, hat sie aber dem Strobel untergeschoben. Die Dame mit dem braunen Rehaugen ist Kretschmanns Enkelin ...

  • Die Klatsche kam absolut zur richtigen Zeit.



    Merz kann das Verhältnis zu Frankreich nicht prägen, er kann das Verhältnis zu den USA nicht vernünft gestalten, er hat keine Idee, wie Deutschland in Zukunft mit dem hybriden Krieg Russlands umgehen soll. Merz würde gerne die Steuern für Reiche und Superreiche senken und Merz möchte gerne mehr SGB-II-Empfänger in Arbeit zwingen.



    Und wenn nichts geht, dann geht's gegen Migranten und Asylbewerber, dann sind die Schwächsten dran, die muss man im Ausland halten, an den Grenzen abwehren, anderen Parteien unterstellen, sie würden die Leute regelrecht hierherlocken.



    Merz hat in Ba_Wü eine Quittung erhalten.



    Und seit zweit Jahren BIP_Minuswachstum, dazu fällt dem Oberstrategen Merz indes nicht viel ein. 2026/27 geht's ja wieder bergauf, von allein, weil Merz keinen Beitrag dazu leisten kann. Bis dahin hat der Strukturwandel aber zugeschlagen, es sind Unternehmen insolvent, Trumps Zölle zwingen zum Abbau von Arbeitsplätzen. Auch hierzu fällt Merz nur die Senkung des Spitzensteuersatzes ein. Dafür hat die CDU in Ba-Wü sogar m.M. noch zu gut abgeschnitten.

  • Übrigens ist Tübingen der einzige Ort mit einer Grünen-Mehrheit (über 50%). Eine Empfehlung für Boris Palmer als Minister - und eine Klatsche für den linken Flügel.

  • Die Frage ist doch eher, was Grüne und CDU in Baden-Württemberg groß unterscheidet. Letztendlich könnte sich das in ein Klatsche für die Bundesgrünen entwickeln.

  • Die CDU hat doch da gepunktet, wo die Politik von Merz hinzielt: Je älter, umso CDU. Hagel hat mit seiner "Vorlesung" über den Klimawandel auch sein Scherflein beigetragen. Passt also.

    • @Kaboom:

      Genau. Je älter um so weniger AfD um so mehr CDU.



      Was passt ihnen daran nicht?

  • "Eine Klatsche für Merz" , trotzdem zugelegt.



    Eine noch größere Klatsche für die SPD - massiv verloren.



    Eine Riesenklatsche für die FDP - raus geflogen.



    Eine totale Klatsche für die Linke - und sie waren sich so sicher.

    Ich sage es nicht gerne, aber der Wahlsieger heißt leider AfD. Nur sie hat wesentlich zugelegt, sogar verdoppelt. Ein trauriges Ergebnis.

    • @Hans Dampf:

      Ja aber in so einem konservativen Bundesland unter 20% zu landen ist für die AFD auch nicht so toll.

      • @Machiavelli:

        Linkspartei und SPD haben als Opposition massiv dabei versagt, Wähler zu binden.

      • @Machiavelli:

        Das die AFD unter 20% geblieben ist, hat mit der Politik in den letzten Jahren und dem zu tun, für was was die Favoriten dort stehen und wie man miteinander umgegangen ist.

        Hätte Özdemir den Wahlkampf nicht nach eigenen Ansichten (sondern nachdem was die Bungesgrünen wollen) gestaltet, wäre er raus gewesen. Davon bin ich zu 100% überzeugt.

        • @Sole Mio:

          Genau richtig, was Sie schreiben. Es war ein Sieg von Özdemir und kein Sieg der Grünen. Er hat die Linie von Kretschmann weitergeführt.



          Ebenso wie für Kretschmann gilt auch für Özedemir die Aussage "Klug, aber normal". Und diese beiden Attribute treffen leider auf die meisten Grünen und Linken nicht zu.

        • @Sole Mio:

          Auch die Bundesgrünen haben bei der letzten Wahl nicht sonderlich verloren. Die Grünen taugen als Feindbild nur 100% für Rechtspopulisten.